Zwei Städte, ein Name: Die beiden Kansas Citys

Am Sonntag gratulierte US-Präsident Donald Trump den Kansas City Chiefs aus dem „Great State of Kansas“ zum Superbowl-Triumph, und kassierte damit Hohn und Spott aus den Social-Media. Warum? Weil die Chiefs gar nicht im Bundesstaat Kansas zuhause sind, sondern in Missouri. Der Großteil der Amerikaner, nicht aber ihr Präsident, wusste das. Fleißige und aufmerksame Leser dieses Blogs wissen es auch.

Aber wie kommt es, dass Kansas City in Missouri liegt? Beziehungsweise jenes Kansas City, in dem die Chiefs spielen, und in nicht das Kansas City, das wirklich in Kansas liegt? Denn bei „Kansas City“ sprechen wir von zwei Städten mit einem Namen. Wir müssen dafür kurz in die US-Geschichte im 19. Jahrhundert zurückgehen.

Heute gibt es ein Kansas City, Missouri (KCMO) und ein Kansas City, Kansas (KCK). Beide Städte liegen aneinandergeflanscht an den Ufern des Zusammenflusses von Missouri River und Kansas River.

Die wesentlich ältere der beiden Städte ist Kansas City, Missouri: Sie wurde in den 1830er Jahren östlich des Zusammenflusses der beiden großen Flüsse gegründet und im Jahr 1853 in den Bundestaat Missouri eingegliedert.

Die Krux? Den westlich der beiden Flüsse gelegenen Bundestaat Kansas gab es damals noch gar nicht! Kansas wurde erst 1861 gegründet und in die Vereinigten Staaten eingegliedert.

Schnell nach Gründung des neuen Bundestaates begannen Siedler Dörfer und kleine Städte am anderen Ufer des Zusammenflusses zu bauen – und 1871 wurden sie geeint zu einer Gemeinde. Sie gaben sich den Namen… Kansas City!

Die Legende will es so, dass die Siedler in Kansas mit der Namensgebung ihrer neuen Stadt nur bloß einen Trollmove durchzogen, sondern vor allem wirtschaftliche Interessen dahinter steckten. Denn Kansas City, Missouri boomte zu jener Zeit direkt nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs – und so wollte Kansas City, Kansas nicht nur touristisch von dieser „Marke“ Kansas City schmarotzen, sondern auch den naiven der potenten Geldgebern aus New York Dollars zum Investieren aus den Rippen pressen („Schau mal, du weißt ja, bei uns dort drüben in Kansas City geht gerade die Post ab…“).

So ganz funktioniert hat das alles nicht: Kansas City, Kansas ist bis heute die wesentlich kleinere und unbedeutendere Stadt. Während in der Stadt in Missouri heute rund eine halbe Million Einwohner leben, sind es an der Seite in Kansas noch nichtmal ein Drittel. Beide großen Sportmannschaften, die unter dem Namen „Kansas City“ auflaufen, sind in Missouri zuhause: Die Chiefs und die Royals (MLB). Das kulturelle Leben spielt sich vor allem im lebendigen Missouri ab…

…was wohl auch ein Grund dafür war, dass der Bundesstaat Missouri sein Kansas City bei den wenigen Abwerbeversuchen nicht hergeben wollte – und so haben wir bis heute das Kuriosum zweier Städte mit dem gleichen Namen, deren wichtigere im Staat mit dem „falschen“ Namen zuhause ist.

So peinlich es für Trump war: Die Einwohner in den Kansas Citys sind die Verwechslungen gewohnt. Und auch wenn die Leute in Missouri ganz gern auf ihre Cousins auf der anderen Seite herabschauen als wollen sie sagen „ihr seid nur die billige Kopie“, so gelten Chiefs und Royals dennoch als die Mannschaften, die gleichwohl den Bundesstaat Missouri als auch den Bundesstaat Kansas vertreten und in beiden Ländern hohen Zuspruch erfahren.

Und damit wäre diese Kuriosität aus dem Geschichtskabinett des Wilden Westens auch geklärt.

6 Kommentare zu “Zwei Städte, ein Name: Die beiden Kansas Citys

  1. wem das zu kompliziert ist: „Die Simpsons“ und die Folge „der Zitronenbaum“ veranschaulichen das ganz gut mit Springfield und Shelbyville… nur das der Auslöser war, dass man in der einen Stadt seine Cousine heiraten durfte und in der anderen nicht

  2. „Kansas City in Kansas“: Ein weiterer Instant-classic von Mr. „Grab-them-by-the-pussy“. Das wäre doch die Gelegenheit um ihn auf sein Geschwätz von gestern aufmerksam zu machen. Zitat:
    „Apologizing is a great thing but you have to be wrong. I will absolutely apologize sometime, hopefully in the distant future, if I’m ever wrong.“

  3. in den USA verklagt ein bekloppter die NFL auf 800 Milliarden Dollar weil ihm die halfttime show zu freizügig war und sein vierzehnjähriger Sohn dabei ereggt wurde. verrückte Amis 😊😊😊😊😊😊😊

  4. Also zwei XFL Games gesehen von der neuen Football Liga, die Spiele sind nicht schlecht aber die leeren Stadien sehen nicht gut aus.
    Ich denke daran wird es wieder Scheitern das diese Liga entweder schon in der Hälfte der season oder nach der season Dichtmacht.
    Wäre wirklich schade weil eine 3 Football Liga nach College und NFL nicht schlecht ist.

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