Gedanken zum kommunizierten CBA-Vorschlag der NFL-Owner

(Disclaimer voraus: Der folgende Eintrag ist in den letzten Stunden mehrmals erweitert worden. Ich hoffe, er ist faktisch so korrekt wie möglich; momentan sickern zahlreiche Informationen langsam durch. Ich hoffe auch, dass der Artikel noch gut lesbar ist)


Es ist gestern wie ein Lauffeuer durch die NFL-Community gegeistert: Die NFL hat einen weiteren Vorstoß in den CBA-Gesprächen eingefädelt (und geschickt über Owner-freundliche Medien gestreut) und dabei offenbar einige wesentliche Punkte auf die Agenda gebracht. Die drei offensichtlichsten sind:

  1. Erweiterung der NFL-Regular Season um ein Spiel auf 17
  2. Erweiterung des Playoff-Felds auf 7 Teams pro Conference
  3. Erhöhung des Potts für Spielergehälter von mindestens 47% des NFL-Umsatzes auf bis zu mindestens 48.5%

Das CBA („Collective Bargaining Agreement”) ist der Kollektivvertrag zwischen Liga und der NFL-Spielergewerkschaft NFLPA, der die wesentlichen Beziehungen zwischen Teams und Spielern regelt, und dabei u.a. die Gehälter, Vertragsstrukturen, medizinische Versorgung usw.

Das aktuelle CBA wurde 2011 ausgehandelt und läuft nach Ende der Saison 2020 aus. Im letzten CBA ließ sich die NFLPA brutal über den Tisch ziehen und schwächte somit ihre Verhandlungsposition auf Jahre. Doch: Es war 2011 sowas wie die Rache der NFL, die 2006 im vorletzten CBA den Kürzeren gezogen hatte.

Das neue CBA soll nun zu einem Win-Win werden: Die Erweiterung der Playoffs gilt als ausgemachte Sache und soll von beiden Verhandlungspartnern bereits abgesegnet sein – sie soll im Notfall sogar einseitig von der NFL durchsetzbar sein. Die Erweiterung der NFL-Saison um ein Spiel auf 17 dagegen soll der große strittige Punkt sein. Je nach Szenario will die NFL ihre Zugeständnisse an die Spieler erweitern – doch die NFL wird mit aller Vehemenz darauf pochen, mehr als 50% vom Kuchen zu bekommen.

Der Vorschlag geht so: Spieler bekommen in jedem Jahr mindestens 48% vom Kuchen, und sogar 48.5%, wenn die Saison um ein Spiel auf 17 erhöht wird – in dem Fall wird man wohl die Preseason auf drei Spiele verkürzen. Die verlängerte Regular Season soll um 2022 in Kraft treten.

Es gibt ein paar weitere ganz interessante Punkte:

Hier die Vorschläge der NFL, wenn es um Gehälter und Trainingseinheiten (in den Folge-Tweets) geht:

Es soll im Vorschlag der Owner einen kleinen, hinterhältigen Paragraphen geben, der den Spielern für ein (etwaiges später eingeführtes?) 17. Spiel der Regular Season nur einen relativ kleinen Gehaltsscheck ausstellt – zu ihm komme ich weiter unten noch:

Weiteres Vorgehen

Die Owner scheinen ihren Vorschlag bereits unter sich abgesegnet und an die NFL-Player Association zur Genehmigung noch innerhalb der nächsten Woche (!) übergeben zu haben – u.a. mit perfektem Wording, das für jede Ablehnung seitens der Spielergewerkschaft bereits den Sündenbock parat hat (Tipp: es sind dann nicht die Owner):

Für die Spieler gibt es nun die Möglichkeit, den Vorschlag der Owner abzusegnen. Der Prozess ist zweistufig:

  1. Es braucht eine Zweidrittelmehrheit in einem 32-köpfigen Gremium der NFLPA.
  2. Dann müssen die Spieler selbst auch noch zustimmen. Es braucht dort nur noch eine einfache Mehrheit.

Doch dass der Vorschlag durch das NFLPA-Gremium geht, gilt als nicht sicher. Es soll starke Opposition geben, weil man den Vorschlag der Owner noch zu arrogant findet – und es braucht nur 11 Mann um den Deal zu blockieren.

Ein paar Gedanken zu den kommunizierten Zahlen

Bei all den kommunizierten Zahlen muss man wissen: Im alten CBA war 47% vom Kuchen das Minimum, das die NFL an Gehältern zahlen musste – doch nicht pro Jahr, sondern über einen Vierjahreszyklus. 48.5% war bereits dort das Maximum. Die Teams mussten über Vierjahreszyklen mindestens 89% des Cap-Space an Gehalt (Cash) auszahlen. In der Praxis bewegte sich der an die Spieler ausbezahlte Betrag häufig unterhalb der 47%.

Die neu kommunizierten Zahlen sollen nun jährliche Untergrenzen darstellen, also jedes Jahr mindestens 48% bzw. mindestens 48.5%. Ganz sicher ist das aber noch nicht. Wenn die NFL proaktiv kommuniziert, schwingt immer der Verdacht mit, dass man bloß eine möglichst hohe Nummer streuen will um die NFLPA schnell in die Defensive zu drängen und die Spieler als die eigentlichen Bösewichte abzustempeln, die die generösen Offerten der Owner aus reiner Gier ablehnen.

Ein Beispiel?

Die Zahlen, die ESPNs Adam Schefter, ein NFL-naher Mann, in den letzten Stunden rausposaunte, halten bei genauem Hinsehen nicht jeder Prüfung stand:

Schefter schätzt, dass eine Erhöhung um die „mindestens“ 1.5%, wie auch immer sie zu interpretieren ist, ca. 5 zusätzliche Milliarden an Dollars in die Taschen der Spieler schaufelt. Geteilt durch 10 Jahre Laufzeit wären das 500 Mio Dollar/Saison. Das impliziert 33 Millarden Dollar an Umsatz pro Saison. Diese Zahl scheint mir deutlich zu hoch gegriffen – die optimistischsten Schätzungen in den letzten Jahren gingen von 25 Milliarden NFL-Umsatz pro Jahr aus.

Vergleich: Momentan liegt die Salary-Cap bei ca. 200 Mio/Team pro Jahr. Das impliziert einen Umsatz von ca. 425 Mio/Team, was knapp über 13 Milliarden für ein Jahr NFL bedeutet. Doch mit den neuen TV-Verträgen explodiert der NFL-Umsatz in den nächsten Jahren.

Nehmen wir mal die 25 Milliarden/Saison als Grundlage: Eine geschätzte Verteilung von 48.5% Cap-Space an die Spieler ergäbe ca. 380 Mio/Team pro Jahr. Selbst wenn wir ein paar Prozentpunkte für Medizinversorgung, Rentenversicherungen udgl. für Ex-Spieler abziehen, würde die Salary-Cap auf über 350 Mio/Saison förmlich explodieren. (Stimmen entgegen meiner Erwartung Schefters implizierte 33 Milliarden, landen wir bei annähernd 450 bis 500 Mio. Dollar Salary-Cap).

Ein kleines Detail ist unklar: Tom Pelissero schreibt, dass mit Unterschrift die Personalkosten schon 2020 um ca. 100 Mio. steigen. Pro Team oder insgesamt? Wäre es pro Team, so könnte die Salary-Cap schon 2020 um bis zu 100 Mio. (aktuell 200 Mio/Jahr pro Team) ansteigen. Das wäre ein massiver Gewinn – doch die Formulierungen und Interpretationen dazu gehen auseinander. Diese Erhöhung könnte auch einfach „nur“ verschiedene Incentives, Versicherungen oder Prämien betreffen.

Anyhow. Sollte das CBA in den nächsten Tagen tatsächlich unterschrieben werden, hätte das auch Auswirkungen auf die aktuelle Transferperiode, weil bestimmte momentan ungeklärte Parameter wie Cap-Rollover oder Post-June 1 Cuts usw. plötzlich wieder in Kraft träten. Zickt die NFLPA, ist auch denkbar, dass die Owner nur das absolute Minimum an Geldern in der Free-Agency austeilen um gerade so die Vorgaben des alten CBA zu erfüllen. Den Spielern entgingen dann viele, viele Millionen.

Und so ist ein Absegnen seitens der NFLPA trotz ein paar richtig übler Paragraphen nicht ausgeschlossen: Die Stimmen mehren sich, dass das neue CBA „bis zum Start des League-Years“ unter Dach und Fach ist. Das wäre zirka Mitte März 2020. Andere meinten, dass der Deal schon nächste Woche durch ist. Damit sprechen wir von einem Poker nicht nur unter Owners und Spielern, sondern auch in den Front-Offices, die sich auf die Transferperiode 2020 vorbereiten.

My 2 cents

Gesamteindruck: Ohne alle im letzten Detail studiert zu haben, klingt der Vorschlag zumindest nach einem Fortschritt für die NFLPA. Es muss natürlich betont werden, dass die Spielergewerkschaft aus einer schlechten Situation gestartet ist und von den Ownern nun mit kleinen Häppchen abgefrühstückt werden kann, die alle als „Fortschritt“ verkauft werden können.

Inwieweit die Methode „Vorlage zur Zustimmung oder Ablehnung“ ein Machtspiel der NFL ist bzw. wie intensiv die Ziele und Forderungen der Spieler in diesem Vorschlag berücksichtigt wurden, ist mir nicht ganz klar. Es scheint aber seit Monaten verhandelt worden zu sein.

Interessantes Nugget bleibt die Frage, ob die Salary-Cap tatsächlich schon 2020 massiv ansteigen würde oder nicht. Wenn ja, wäre das ein versteckter Gewinn für die Spieler und würde für einen chaotischen nächsten Monat in der Kaderplanung sorgen.

Zum Vorschlag der 250.000 Dollar Deckelung für das 17. Spiel: Ein Vorschlag, der erstmal negativ klingt – aber, und das ist nun reine Spekulation meinerseits: Man kann es eventuell auch anders interpretieren. Erstens sprechen die Quellen von „contracts based on 16 game schedule“ – es dürfte also nur bestehende bzw. vor einer Erweiterung auf 17-Game Regular Season abgeschlossene Verträge betreffen.

Und selbst wenn nicht: Die Salary-Cap beträgt ohnehin 48% minus Versicherungen, Pensionen usw. Die Owner müssen ohnehin dieses Minimum an Geld ausbezahlten – und wenn der Scheck für das 17te Spiel künstlich niedrig gehalten wird, dann bleibt eben im Standard-Vertrag deutlich mehr Platz um das Geld, das die Owner bezahlen müssen! – zu kassieren.

Die Aufregung um diesen Punkt kann ich mit aktuellem Wissen nicht nachvollziehen. Sie wirkt sehr künstlich.

Neue Salary-Cap: Nehmen wir mal an, die Salary-Cap steigt auf über 300, vielleicht 350 Millionen: Ein 15 Mio/Jahr-Vertrag ist plötzlich „nur noch“ ein Mittelklassevertrag. Was, wenn durchschnittliche Spieler fette Kohle machen, während die Stars auf ihren „alten“ Verträgen unter dem alten CBA sitzen bleiben?

Glaubst du wirklich, sie bleiben still? Oder kommt eine Flut an Streiks auf uns zu? Sollten Superstars wie Mahomes nicht doch ihre neuen Verträge als %-Anteil an der Salary-Cap abschließen?

Zur Erweiterung der Playoffs: Ich bin gespalten. Auf der einen Seite erhöht eine Erweiterung der Playoffs auf sieben Teams pro Conference den Wert des #1 Seeds, denn die Struktur sähe dann vor:

  • Bye-Week nur noch für den #1 Seed
  • Die anderen sechs Mannschaften spielen am Wildcard-Wochenende gegeneinander

Dass die Erweiterung die Qualität des Playoff-Felds besonders krass aufweicht, glaube ich nicht. Der Qualitätsunterschied zwischen dem viertbesten und achtbesten Team ist nicht so groß wie man glaubt – und wir haben schon jetzt alle paar Jahre das Problem, dass einer der vier Divisionssieger eher notgedrungen als durch echte Klasse in die Playoffs rutscht. Das dritte Wildcard-Team dürfte im Schnitt nicht so viel schwächer als der vierte Divisionssieger sein.

Auf der anderen Seite: Fast die Hälfte der Teams in den Playoffs klingt eher langweilig. Meine persönliche Rechnung ist simpel: Je weniger Playoffteams, desto höher der Wert der Regular Season. Je mehr Playoff-Teams, desto mehr verkommt die Regular Season zu einer Veranstaltung, in der das Playoff-Seeding ausgespielt wird.

Persönlich würde ich ja nur die vier Divisionssieger in die Playoffs lassen, nach dem Motto: Wer noch nichtmal seine Division gewinnt, kann kein Liga-Champion sein. Die andere Gehirnhälfte dagegen hämmert mir ein: Mehr Playoff-Plätze bedeutet gerade an den letzten Spieltagen auch mehr Drama und mehr bedeutungsvolle Spiele.

Das Wildcard-Wochenende selbst wird mit sechs Spielen zu einer Hammerveranstaltung: Drei Spiele am Samstag, drei am Sonntag – und dann womöglich noch das College-Finale am Montag nachgeschoben. Mein Kaffeekonsum wird explodieren…

Qualitativ waren die Spiele am Wildcard-Wochenende in den letzten Jahren insgesamt eher fragwürdig. Und wenn ich mich erinnere, wie fertig ich mental nach zwei Spielen en suite bin: Wie soll ich dann noch ein drittes nachschieben?

In Summe also: Mäßige Begeisterung meinerseits für eine Erweiterung. Aber ich kann verstehen, warum beide Seiten darauf pochen.


Zur Erweiterung der Regular Season: Von 16 auf 17 zerstört mir meine schöne NFL-Zahlenreihe…

2 Conferences
4 Teams pro Division
8 Divisionen
16 Spiele pro Team
32 Mannschaften
256 Spiele

Doch im Ernst: Ein weiteres Spiel bringt keinen um (zumindest hoffentlich nicht). Ich halte es mit Josh Hermsmeyer:

Das viel zitierte „Verletzungsproblem“ ist bestenfalls ein Vorwand. Wollen wir Verletzungen verhindern, ist die korrekte Anzahl an Spielen null. Von da aus startend ist das ganze nicht mehr als simples Risikomanagement.

Pochen auf 16 Spiele klingt mir wie Status-quo Bias – mit einer Einschränkung: Mit jedem weiteren Spiel sinkt die Chance, dass Teams in den Playoffs, wenn es wirklich zählt, nicht mehr in Bestbesetzung antreten. Aber: Was ist die richtige Zahl Spiele für die Regular Season: 3? 9? 16? 23? Die Rechnung aus Spielersicht ist simpel: Mehr Spiele = Mehr Geld.

Wenn ich für mich spreche, dann sage ich: 16 war eine schöne Zahl, und 17 Spieltage en suite ist eine lange Zeit, in der jeder einzelne Sonntag für NFL blockiert ist. Klar ist: Niemand zwingt mich, um 19h auf der Couch zu sitzen. Doch wenn die Spiele einmal laufen, tue ich mir schwer, ernsthaft etwas anderes zu unternehmen – auch wenn bei mir spätestens im November zum ersten Mal sowas wie NFL-Müdigkeit einsetzt. Ich würde mir tendenziell eher eine „spielfreie“ Woche im Spätherbst wünschen als vorne oder hinten drangehängt einen weiteren Sonntag mit NFL-Football.

Also gilt auch hier: Meine Begeisterung für die Erweiterung hält sich in Grenzen. Doch auch hier ist wie bei der Playoff-Erweiterung kein echter Schaden für irgendeine Partei zu erkennen.

Im aktuellen Vorschlag ist keine Rede davon, ob die NFL mit einer Erweiterung von 16 auf 17 Spiele auch eine zweite Bye-Week einführen und somit die NFL-Saison um gleich zwei Wochen verlängern würde. Prinzipiell klingt das wie reine Formalität. Beide Seiten sollten dafür sein: Die Owner, weil es zwar nur ein weiteres Spiel pro Team, aber zwei weitere Spieltage gibt, und die Spieler, weil sie eine zusätzliche Woche Regenerationszeit bekommen.

Gibt es Gefahr von Übersättigung? Möglicherweise. Aber das wäre z.B. beim Fußball nicht anders – und da schauen die Leute auch immer noch hin. Dort sprechen wir mit 34x Bundesliga bzw. mit Pokal und Champions League und Länderspielen und Nations League und Weltmeisterschaft und Europameisterschaft von 70 und mehr Spielen im Jahr. 16 auf 17 klingt dagegen wie ein Klacks.

18 Kommentare zu “Gedanken zum kommunizierten CBA-Vorschlag der NFL-Owner

  1. Danke für die Zusammenfassung.
    Ich für meinen Teil finde es immer noch spannend bzw. absurd, das die Spieler mit unter 50 Prozent der Einnahmen weggehen. In Anbetracht dessen, das die Stadien teilweise auch durch Steuergelder finanziert werden, stell ich mir immer wieder die Frage, wo genau das Risiko der Unternehmung für die Besitzer liegt?

    Ich würde da eher eine Einnahmen Teilung im Sinne von 60/40 für die Spieler anstreben, dazu alle Verträge garantiert.

  2. Das Problem an den 17 Spielen ist, dass sie ungerade sind. Somit haben die Teams nicht gleich viele Home/Away Games, was bei der Kürze der Saison unfair ist. In der MLB wäre es recht egal.

  3. Und genau DAS war mein Gedanke bei der Lektüre der Vorschläge. Mich wundert nämlich z.B. auch, dass es im Gegensatz zu den Vorjahren noch keine Termine für die London-Spiele gibt. Ich hab da so eine Vermutung…-> keine Auslagerung von Franchises weg von USA, sondern mehr einzelne Spiele. Damit würde man neue Märkte erschließen und das Heimrecht-Thema lösen. 4 Spiele London, 1 Spiel Deutschland, 1 Spiel Kanada, 1 Spiel Mexiko und 10 Spiele innerhalb der USA als Roadshow. Wäre sicher auch wieder „win-win“. Und später könnte man je nachdem wie die ausländischen Märkte so funktionieren, von den 10 USA Spielen dann noch weitere an lukrative Märkte zu vergeben.

  4. Update Adam Schefter:

  5. @ Hefra: Die London Games wurden letztes Jahr auch erst mit dem gesamten Schedule der Regular Season finalisiert.
    Unabhängig davon ist eine Ausweitung der International Series sicher ein mögliches Szenario.

  6. „Grasrauchen bleibt weiterhin strafbar, aber es gibt Modifikationen bei Vergehen von Doping mit Wachstumshormonen.“
    Gras ist selbst in einigen Bundesstaaten bereits legal. Warum erlaubt die NFL ein weit verbreitetes Schmerzmittel nicht? Häusliche Gewalt ist ok (solange es kein Video gibt), privat hinter verschlossener Tür Hasch rauchen wird aber nicht toleriert? Die No-Fun-League gibt wirklich mal wieder ihr Bestes…

  7. Hier noch ein exzellenter Artikel vom Salary-Cap Papst Jason Fitzgerald:

    Auch er sieht den Deal durchaus nicht als das Desaster für die Spielergewerkschaft, als der er auf einigen Twitter-Accounts gegeißelt wird.

    Der Deal scheint tatsächlich einer der Kategorie „Friss-oder-Stirb“ zu sein. Owner wollen keine Nachverhandlung zulassen.

    Zur Timeline:

    Die NFLPA wurde von der NFL offenbar stark unter Druck gesetzt, den Deal schnell durchzupressen. Die NFLPA scheint von diesem Druck überrascht worden zu sein. Sie hatte noch nichtmal genug Zeit um sich alle Punkte im Detail anzuschauen.

    Daher wurde die für heute geplante Abstimmung auf mindestens Dienstag verschoben.

    Aktuell kursieren viele Meinungen, ob die Spieler tendenziell dafür oder dagegen sind. Die vertrauenswürdigsten Accounts gehen davon aus, dass die Spitze der NFLPA den Deal für einen guten hält. Wie die Spieler letztlich entscheiden, ist noch nicht klar. Aber angesichts der Tatsache, dass die Spieler gegen die Verhandlungs-Übermacht der Owner wohl keinen längeren Holdout durchhalten würden, ist ein JA denkbar.

  8. @Klappflügel

    So wie ich es verstehe: Nein. Es gibt keine Klausel, die für einen größeren Roster mehr %-Anteile verspricht. In der Regel betrifft eine solche Erweiterung aber die Spieler nahe dem Gehaltsminimum mehr als die Top-End Verdiener, weswegen sich die Implikationen auf die einzelnen Verträge ziemlich in Grenzen halten dürften.

  9. @Davidoffsmoker

    Meine Interpretation der Dinge:

    Die Owner sind in einer exzellenten Verhandlungsposition und haben extreme Macht über die Spieler, weil sie einen längeren Streik problemlos überstehen würden: Die meisten Verträge mit TV-Anstalten kassieren sie auch, wenn es keine Spiele gibt.

    Die Spieler dagegen haben 2011 eindrucksvoll bewiesen, dass sie im Fall eines drohenden Streiks schnell auseinanderbrechen. Ihre Union ist ganz einfach schwächer.

    Die Owner stecken eine uneinige Spielergewerkschaft locker in den Sack – und sie haben überdies den Vorteil, dass die NFLPA nach dem verpatzten CBA 2011 mit einem miesen Deal als Referenz starten musste. Jeder weiß, dass erstmal mit dem vorherigen Deal verglichen wird.

    Die NFL hat einen leicht verbesserten Deal generös angeboten, wissend, dass die Spieler ihn recht sicher annehmen werden, weil sie eh keinen langen Holdout durchhalten.

  10. Pingback: NFL Statement zum Collective Bargaining Agreement - Österreichs Football Portal

  11. Im Baseball wäre das anders, aber gut da werden auch noch Spieler bezahlt die Anfang der 2000 aufgehört haben zu spielen. Wie Bobby Bonilla und Bruce Sutter, wobei der Anfang der 90er (!!!) aufgehört hat.
    Letzerer bekommt seit 93 Jahr für Jahr 1.12 Mio Dollar bis 2022 und dann noch 9.1 Mio als Abschlusszahlung. Im Football kann man die Entscheidung defere treffen und in der MLB kann man das mit dem Gehalt machen.

    Aber in der MLB und in der NBA sowieso, da das eine Superstarliga ist haben die Spieler durchhaus mehr Macht um bessere Verträge zubekommen. Absurderweise bekommt man in der MLB schneller mehr Geld obwohl einen kaum jemand kennt:
    https://www.sbnation.com/2019/12/30/21035159/the-10-least-consequential-athletes-of-the-decade

    Genug von der MLB.
    Ich mag den Vorschlag aus mehreren Gründen nicht:
    3 Spiele an einem Tag sind brutal viel, werde da wirklich viele Leute zuschauen? Warum teilt man die Spiele nicht 2/2/2 über 3 Tage auf?
    College ist ja vorbei, also darf man Freitag spielen.
    Und 10 Jahre sind sehr sehr lang ob das wirklich gut ist?

    @korsakoff
    Stimmt natürlich, da habe ich irgendwie falsch gedacht bzw was falsches gelesen.

  12. @FloJo: Nein. Auf keinen Fall.

    Der Deal ist eindeutig ein besserer als 2011, aber jeder Deal ist besser als 2011.

    Es ist auch verdächtig, dass die NFL den Deal so schnell über die Bühne bringen will ohne überhaupt noch ernsthaft zu verhandeln.

    Ist es das kommunizierte Ziel, für 2020 Planungssicherheit zu haben? Vielleicht, aber das ist wenn, dann nur ein Nebeneffekt.

    Ich denke, die Owner wollen vorzeitig die auslaufenden TV-Verträge mit möglichst guter Verhandlungsposition verlängern (ESPN läuft 2021 aus, die anderen großen Verträge 2022).

    Sie wollen keinen drohenden Streik, die für Unsicherheit sorgt.

    Sie wollen Klarheit über das 12. und 13. Playoffspiel sowie über das 17. Regular Season Spiel.

    Mich würde das stutzig machen. An NFLPA-Stelle würde ich abwarten und in einem Jahr mit einem drohenden Holdout von dem jetzt abgegebenen NFL-Vorschlag ausgehend noch einmal neu zu verhandeln beginnen.

    Allein: Die Owner haben die Übermacht, weil sie zusammenstehen. Sie haben eben auch alle dasselbe Interesse. Die Spieler haben deutlich unterschiedlichere Interessen: Rookies, Veterans, Stars, Lückenfüller – sie alle verfolgen nicht dasselbe Ziel. Daher ist es für sie auch schwieriger, einen Konsens zu finden. Und das schwächt ihre Position.

  13. Pingback: Übersicht zum Start der NFL-Combine und zum Status der CBA-Verhandlungen | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  14. Pingback: Draft Mailbag #1 – Triple Option

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