Über Quarterback-Evaluierung

Edit 05.04. 14h05: Ich habe die Stelle mit dem Lehrbuch für QB-Footwork präzisiert.


Corona-Zeit bleibt für mich auch Podcast-Zeit. Ich habe mir gestern einen Podcast aus der PAPN-Reihe von SB Nation gegeben, der den Quarterback-Evaluator Derrik Klassen (@QBKlass) zu Gast hatte. Ich hatte ihn mir auf Empfehlung des exzellenten Seth Galina, der seinerseits richtig geile Video-Breakdowns von QBs macht und wohl seit ein paar Tagen Mitglied im PFF-Team ist, schon vor ein paar Wochen notiert:

In der einen Stunde sind viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeele Informationen geflossen. Lass mich das ganze Teil mal a bissi zusammenfassen um ein klareres Bild zu bekommen.

Mechanics

Eines der Lieblingsthemen in jeder Prä-Draft Zeit, aber noch nie hat mir jemand mechanics mit dem Blickwinkel von Klassen erklärt. Mechanics umschreibt sozusagen die ganze Wurftechnik oder „Wurfhaltung“ des QBs. Gemeinsam mit dem Wurfarm selbst steht und fällt mit den mechanics die ganze technische Komponente des Wurfs.

Quarterback spielen ist schließlich primär zwei Dinge: Einmal technisch, einmal mental. Mechanics sind der eine wesentliche Teil der technischen Komponente.

Zu mechanics gehören u.a. footwork, throwing motion usw. Es ist ein Zusammenspiel mehrerer Bewegungen: Wie setze ich den Fuß, damit meine Hüfte genug Freiheit hat um die richtige Kraft in die Wurfbewegung zu legen und die reine Arm-Stärke zu unterstützen um den Wurf zu präzise und mit dem richtigen Pfeffer rauszubringen.

Immer wieder höre ich über die Jahre von der schlampigen Footwork von Prospects usw. Klassen argumentiert nun: QBs wie Brady oder Peyton Manning haben uns über die Jahre versaut mit viel zu hohen Ansprüchen an die Mechanics eines QBs. Ihre Wurfhaltung ist schlicht so perfekt, dass man unweigerlich nur noch das Negative an jungen QBs sieht, die viel wilder, viel weniger nach Lehrbuch operieren.

Beispiel Mahomes: Sein footwork war teilweise grausam und ist noch heute ungestüm. Bei Mahomes ist in der Wurfbewegung der upper body (Oberkörper), also Rumpf und Arme, von den Beinen fast entkoppelt. Der eine Teil macht lange nicht so perfekt synchron das, was der andere Teil macht, und so wirkt ein Mahomes häufig verdreht und unruhig in seiner Bewegung. Mahomes kommt damit aber davon, weil er:

  1. Einen fantastischen Arm hat, der viele Probleme übertüncht
  2. Seine Beine mittlerweile gerade so gut in den Boden setzt, dass er sich in seiner Wurfbewegung nicht mehr selbst im Weg steht

Lehrbuch wäre: Der Quarterback bringt sich für den Moment des Wurfs so in Position, dass die Innenseite vom hinteren Bein genau in Richtung des anvisierten Targets zeigt, und der vordere Fuß in Richtung der anvisierten Anspielstation (siehe hier). Die ganze Bewegung ist dann fluide und der QB kann mit seiner ganzen Kraft im Wurf spielen und hat es leichter mit der Präzision.

Doch viele machen das nicht mehr. Auch nicht Mahomes. Doch Mahomes setzt den Fuß immerhin so in den Boden, dass seine Hüften frei sind damit auch sein Oberkörper – und seinen Würfen keine Kraft genommen wird. Und genau das, frei bewegliche Hüften, reichen heute in den meisten Fällen schon aus. Man darf nur nicht das tun, was die nächsten zwei Buddys machen…

… ein Trubisky oder Josh Allen setzen die Beine so schlecht, das vordere Bein viel zu nahe an den eigenen Körper, dass sie dem ganzen Oberkörper den Saft nehmen und damit viele unpräzise bzw. falsch temperierte Pässe provozieren.

Klassen sagt, nach dem fünften Tape hat er ein sehr gutes Gefühl dafür, wie ein Quarterback technisch gestrickt ist.

Wichtig ist heute, dass QBs die Würfe aus verschiedensten Ausgangslagen machen können: In der Pocket, aber auch unter Druck, wenn sie aus der Pocket rausrollen müssen und in Bewegung sind. Das war früher viel weniger gefragt. Weil sie das heute, in einer Zeit von viel mobileren QBs, so viel öfter machen müssen, ist auch die „Throwing-Mechanics“ in letzter Lehrbuch-Konsequenz überschätzt.

Arm Strength

Wir haben schon in den letzten Jahren gelernt, dass „Arm Strength“, wenn man sie als „reine Power“ interpretiert, total überschätzt ist. Aber es gibt „funktionale Arm-Strength“ für kurze, mittellange und tiefe Pässe. Man kann das durchaus auch „touch“ nennen – das Gefühl, die richtige Power in den Wurf zu legen.

Klassen stimmt dem natürlich zu. Er sagt so: Es gibt bei Arm-Strength eine Schwelle, die ein QB nicht unterschreiten darf – ist er über der Schwelle, hat er einen Arm der gut genug ist um die allermeisten NFL-Würfe zu machen.

Das geht in etwa so: Auf einer Skala von 0-100 nehmen wir 50 als willkürlichen Wert, den wir als Schwelle festlegen. Es gibt nun die obersten 5% oder 10% wie Russell Wilson, Mahomes, Aaron Rodgers, die wirklich ganz natürliches Arm-Talent haben und prinzipiell jeden Wurf machen können. Doch die Typen mit Stärke 50-95 können *fast* jeden Wurf bis auf ein paar ganz freakige Konzepte machen – und sie können diese gut machen.

Das deckt sich grob mit dem, was wir von Greg Cosell in den letzten Wochen gelernt haben: Tiefe Pässe sind keine „Arm Strength“-Pässe, sondern vielmehr Timing-Pässe.

Der Wurf selbst

Nach Mechanics und Arm-Strength kommen wir zur Kombination der beiden Elemente: Dem Wurf. Wir haben gehört: Nach Klassen wird die gesamte Wurftechnik allgemein zu wichtig genommen, da zu viele Scouts die Wurfbewegung eines QBs am Lehrbuch messen anstatt an dem, was für den Wurf funktioniert.

Beispiel Cam Newton: Er ist alles andere als Lehrbuch. Er wirft vom hinteren Standbein aus, was jedem Feintechniker Angstschweiß macht. Aber für Cam funktioniert es, weil er genug Arm-Strength hat um die Würfe trotzdem sauber rauszukriegen! Klassen argumentiert, dass Coaches diese Bewegungen auch nicht aufs Verrecken ändern sollten – viel wichtiger sei es, eine Wurfbewegung zu finden, die replizierbar erfolgreich ist. Wie sie aussehe, sei dann relativ egal.

Den Wurf machen letztlich zwei Dinge aus: Der „Touch“ und das „Ball Placement“.

Touch interpretiere ich jetztmal als „temperierte Wurfstärke“. Du musst eine kurze Route mit anderer Härte werfen als die 60-yds Bombe. Wir haben schon gelernt, dass Arm-Stärke mit Blick auf die „Bestweite“ quasi wertlos ist. Doch für den „touch“ ist sie wichtig als ein Teil des ganzen Gebildes.

Jetzt wird es technisch! Klassen sagt, die „core strength“ des Körpers kreiert „touch“. Core-Strength ist im Prinzip die Stabilität des ganzen Zusammenspiels zwischen Oberkörper, Arm-Talent und Beinarbeit. Ein Deshaun Watson habe fassungslose Core-Strength, mit dem er einen nur mittelmäßigen Wurfarm kompensiere. „Core Strength“ kann man u.a. in der „Leichtigkeit“ des Werfens ablesen: Wie viel Einsatz verlangt ein Wurf einem QB physisch ab?

Bei den QBs mit guter „Core-Strength“ sieht alles sehr „einfach“ aus. Bei einem Burrow oder Aaron Rodgers geht das Werfen ohne Aufwand quasi „nebenher“. Einem Jake Fromm dagegen verlange ein Wurf schon körperlich alles ab.

Zum Ball-Placement war eine interessante Aussage dabei: Ball-Placement sollte man nicht immer als „auf die Brust gelegt“ auslegen. Vielmehr sei es bei manchen Würfen wichtig auch zu erfassen, welche Optionen der QB überhaupt noch hatte, als die Pass-Rusher schon heranrauschten: Gibt es nur mehr einen möglichen Receiver und der Druck ist schon da, dann kann der Wurf gar nicht mehr super-präzise sein. In solchen Fällen müssen QB und Receiver „on the fly“ Adjustments machen, und ein Wurf, der nur vom eigenen Receiver noch gefangen werden kann, ist dann eigentlich schon „maximum accuracy“. Das Thema kann man beim Charten auch mal im Hinterkopf behalten.

Die mentale Komponente

Interessante Beobachtung von Klassen: Nicht jeder Spielzug hat eine Bedeutung für das Scouting! Klassen schätzt, dass nur ca. 30% dessen, was die Quarterbacks am College machen, direkt auf die NFL übertragen werden können – z.B. bei den Würfen selbst: College-Offenses sind durch die sehr breiten Hash-Marks viel fokussierter auf die Boundary/Field-Seite und designen Offenses viel stärker mit diesen Splits. Die NFL dagegen tendiert Richtung Spielfeldmitte.

Würfe zu wirklich weit offenen Receivern sind nur relevant, wenn der QBs mehrere von diesen verfehlt. Dann wird es zu einem Ausschlusskriterium. Sie zeigen ansonsten höchstens, wie der QB in der Offense agiert.

Zum Thema: „Innerhalb der Offense agieren“. Klassen sagt, man braucht rund 5-6 Spiele an Tape um überhaupt zu verstehen was die Offense macht. Ihre Konzepte, ihre Anforderungen an den QB. Erst dann kann man auch sinnvoll damit beginnen zu evaluieren wie und ob der QBs seine Progression-Reads richtig durchgeht.

QBs können zu langsam bei ihren Reads sein. Das fällt dann auf – z.B. heuer bei Jordan Love. Eine halbe Sekunde zögern ist in der NFL schon die Welt. Dann ist der Pass-Rusher da und der Spielzug zu Ende.

Zum Thema Timing: Bei einer 15-yds Dig-Route (im Prinzip eine Crossing-Route über die Mitte, eine der wichtigsten Routen in der NFL) muss der Ball spätestens in dem Moment kommen, in dem der Wide Receiver den Cut nach innen macht. Wenn der Receiver schon nach innen abgebogen ist und der Wurf nicht draußen ist, ist es meistens schon zu spät – es sei denn, und hier kommt wieder Arm-Strength ins Spiel, der QB kann den Ball schärfer werfen und die verlorene Zeit wieder kompensieren.

Dieses Zögern kann man laut Klassen aber auch „anders“ auslegen als „Offense-Konzept nicht gut genug verinnerlicht“. Und zwar mit physischen Limits.

Jake Fromm aus der aktuellen Draftklasse z.B. habe bei solchen Dig-Routes stets so häufig gezögert, dass die Georgia-Offense sie irgendwann aus dem Playbook nehmen musste. Der Grund sei viel weniger mangelhafte Spielintelligenz, sondern sehr hohe Spielintelligenz von Fromm, der erkannte, dass er nicht die Arm-Stärke habe um die Würfe gefahrlos anzubringen (einzige Alternative ohne den notwendigen Pfeffer im Arm: absolut perfektes Timing).

Sprich anders: Man muss versuchen zu verstehen, warum Offenses so ticken wie sie ticken. Warum QBs so ticken wie sie ticken. Wo liegen die Limits? Und meistens ist es so, dass das Unsichtbare (Georgia hat kaum Dig-Routen geworfen) viel schwerer zu verstehen ist als das Sichtbare. Für Klassen ist Fromm ein potenzieller zukünftiger Coach, aber mit diesen Limits ein kaum draft-barer QB.

QB-Evaluierung

Es ist also alles ein Zusammenspiel. Man muss die technische Komponente des Wurfes in seine Einzelteile zerlegen, darf aber diese einzelnen Komponenten wie footwork & throwing motion (die mechanics ergeben) und arm strength dennoch nicht isoliert voneinander betrachten um ein Gesamtbild zu bekommen.

Die mentale Seite ist noch schwieriger zu greifen, auch weil man zuerst ein Gefühl dafür entwickeln muss wie die Offense designt ist und was sie vom QB eigentlich verlangt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Aspekte z.B. bestimmte Routen überhaupt nicht 1-vs-1 von College auf NFL übertragbar und daher z.T. irrelevant für die Evaluierung sind.

Wenn das, was Klassen sagt, stimmt, dann gehen sehr viele Scouting-Berichte in die falsche Richtung, weil sie eben versuchen, diese Bereiche getrennt voneinander zu betrachten („Accuracy = check, Footwork = wild, Throwing Motion = nicht NFL-tauglich, Arm = naja, Ball Placement = gut ohne Druck…“). Es gibt dann aber auch das Problem der Sample-Size: Wenn man rein die Würfe betrachtend wirklich nur 3 von 10 Würfen wirklich auf die NFL übertragen kann, dann verkleinert das unsere Sample-Size extrem und würde die vielen Bolzen in der QB-Evaluierung auch besser erklären.

Was er sagt, muss natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Es ist Klassens Weg. Im Scouting hat niemand die Weisheit mit Löffeln gefressen und verschiedene Wege führen zu verschiedenen Ergebnissen, und keine Methode hat bislang eine andere total an die Wand genagelt – nicht einmal jene von Dave Gettleman! Selbst anerkannte Gurus wie ein Matt Waldman, das PFF-Team oder auch Daniel Allbright haben ihre Bolzen.

Klasse von 2020

Kurze Einschätzung der Draftklasse von 2020 gibt es in dem Podcast auch noch:

Burrow erinnere an Andrew Luck Version 2018: Brutal tougher QB, sehr mobil, sehr klug pre-snap und mit fantastischem touch in den Pässen.

Tua ist für ihn die #2, aber weit hinter Burrow. Tua hat wenige exzellente Stärken, dafür aber auch nur wenige richtige Schwächen. Sein Arm ist relativ schwach. Sein Verhalten unter Druck sei allerdings ziemlich schwach – und man müsse jetzt abwarten ob das nicht in Kombination mit der Hüftverletzung und der damit einhergehenden, möglicherweise eingeschränkten Mobilität zu einem richtigen Knackpunkt wird.

Love ist physisch voll da, mental nicht. Ein Jahr eingrooven in die NFL-Welt ohne zu spielen täte ihm gut.

Herbert hat alle physischen Tools und ist ein guter Athlet. Er ist ein 600yds/Jahr Runner. Mental ist er aber nicht da. Er ist zu langsam. Er zeigt recht wenig Positives in puncto Spielverständnis.

Eason ist eine rücksichtslosere und inkonstantere Version von Herbert.

Fromm ist smart, aber das ist zu wenig. Sein Arm ist zu schwach als dass seine Spielintelligenz positiv in Erscheinung treten könnte. Klassen weicht bei der Einschätzung zu Fromm sehr weit vom Common-Sense ab, der Fromm als fünft- bis an manchen Stellen drittbesten QB der Klasse sieht.

Hurts ist für Klassen ein Spieler, der nicht viel beisteuert, ein Team besser zu machen. Er könnte ein ge-upgradeter Taysom Hill sein, aber nicht mehr: Zu langsam im Spielverständnis, dafür eine Playmaker-Dimension mit seiner Mobilität.

Gordon ist in Sachen mechanics und Wurfpräzision der zweitbeste QB nach Burrow! Hat aber ein fragwürdiges Pocket-Verhalten. Dass er nach Jahren als Backup in der eigentlich einfach zu lesenden Mike-Leach Offense so viele Probleme mit dem Spielverständnis hatte, gibt allerdings sehr zu denken.

Andere QBs wie Cole McDonald (guter Arm, nicht viel mehr), Perkins, Lewerke, Steven Montez oder Shea Patterson sieht Klassen nicht als Draft-able QBs.

Sonst so

Ein paar weitere Dinger werden in dem Draft besprochen, die ich für spannend halte, z.B. was kann man vom technischen Aspekt her bei einem Quarterback auf NFL-Niveau noch coachen und was nicht.

Hier der Link zu diesem sehr interessanten Podcast.

Hier habe ich noch den Link zu Klassens Futures-Serie bei Football Outsiders. Und hier zu seinemQB-Charting bei Rotoworld.

19 Kommentare zu “Über Quarterback-Evaluierung

  1. Hier noch eine sehr gute Anmerkung von @giannivanzetti von Twitter:

  2. Mega interessant, auch wenn ich Scouten nicht kann. Was heißt das mit dem Touch und der Core Strength: Kann man das also mit Krafttraining vielleicht gezielt noch trainieren? Das müsste ja eigentlich einer der Schlussfolgerungen daraus sein. Und natürlich das Foot Planting, erstaunlich daß das so schwierig ist daß es Trubisky nach so vielen Jahren noch immer so entscheidend behindert.

  3. @FloJo: Eine gute Frage.

    Ich habe das Thema jetzt nochmal mit Derrik vertieft und bin in der Diskussion zu folgendem Schluss gekommen:

    1. „Touch“ (also Gefühl im Wurf) ist nicht 1:1 das gleiche wie „Wurfkraft einsetzen“, sondern mehr eine Frage von wegen „wie viel Saft kann der QB vom Wurf wegnehmen um noch immer den Ball zu kontrollieren ohne zu viel Geschwindigkeit im Wurf zu verlieren“ (sorry, etwas technisch, stell es dir einfach vor)

    2. QBs ohne diese Core-Strength können sich das nicht erlauben, weil sie bereits immer alles in jeden Wurf legen müssen.

    3. Die Verbesserung durch Krafttraining ist eher selten und der Effekt wahrscheinlich nicht so stark. Entschließt man sich dazu, ändert sich der Spielstil und daher ist es eher selten. Mobile QBs haben möglicherweise mehr Incentives, sich der Rosskur zu unterziehen, weil sie damit eventuell auch anderweitige Benefits haben.

  4. Topp Artikel. Das ganze Scouting ist ja schön langsam dein Lieblingsthema 😀

    Kann mir nur recht sein!

  5. Bombenartikel. Ich hatte bei dem Thema erwartet, dass etwas zu Füßen, Hüfte und Arm kommt mit dem Fazit, dass alles eine Bewegung sein muss, ansonsten ist der QB Käse.
    Es war stattdessen differenziert und es wird keineswegs ausgeschlossen, dass Kugelstoßer wie Philip Rivers (sorry) trotz unorthodoxer Technik Erfolg haben können:

    „Klassen argumentiert, dass Coaches diese Bewegungen auch nicht aufs Verrecken ändern sollten – viel wichtiger sei es, eine Wurfbewegung zu finden, die replizierbar erfolgreich ist. Wie sie aussehe, sei dann relativ egal.“

    Absolut lesenswert. Guter Mann, dieser Klassen.

  6. Folgenden Satz verstehe ich nicht: „Der Quarterback bringt sich für den Moment des Wurfs so in Position, dass der hintere Fuß genau in Richtung des anvisierten Targets zeigt, und der vordere Fuß in Richtung der anvisierten Anspielstation.“

    Steht da im zweiten Teil des Satzes „Anspielstation“ nur um eine Wortwiederholung zu vermeiden, oder ist etwas anderes als „Target“ damit gemeint?

  7. Die genaue Formulierung war glaube ich „point the inside of back foot straight at your target, dann front foot kind of in die Richtung der target area“.

    Ziel in der Lehrbuch-Wurfhaltung ist es, dass die Schultern schon richtig ausgerichtet sind. Deswegen Füße so stellen, dass die Hüften Freiraum haben und der Oberkörper nicht verdreht ist.

    Schwieriger drüber zu schreiben als es sich vorzustellen 🙂

  8. Toller Artikel. Ob da so viel neues dabei ist außer dass Lehrbuch nicht immer notwendig ist wenn es trotzdem funktioniert, weiß ich nicht, aber es ist schön es mal so zusammengefasst zu lesen!

    Die thematische Bandbreite auf dieser Seite ist beeindruckend!

  9. @korsakoff: Ich check’s immer noch nicht ganz (ich nehme mal an es kommt im Podcast vor, aber ich hab aktuell keine Zeit mir das anzuhören – ja das kommt vor, auch in diesen Zeiten 🙂 ).

    Ich versuche das mal in Worte runterzubrechen, was mich verwirrt. Terminologie: x = Receiver zum Zeitpunkt des Wurfes; y = Target Area (also dort, wo der QB tatsächlich hinwerfen möchte, also quasi ein Punkt x_1, an dem sich der Receiver zu einem späteren Zeitpunkt befinden wird)

    Die Idee ist nun, dass der hintere Fuß auf x zeigt, der vordere auf y, korrekt? Das erscheint mir bei Routen außerhalb der Hashes und allgemein Go-Routes noch recht schlüssig. Aber bei einer Crossing Route über die Mitte hat der QB doch einen Knoten in den Füßen, wenn er da so macht?

  10. Nein, ich denke es geht weniger um x und x_1. Remember: Er beschreibt hier Lehrbuch-Szenario. Du kannst es einfach anschauen, dann verstehst du was er meint:

    Ich gebe zu, das ist oben im Text missverständlich geschrieben, ich werde das auf deinen Hinweis hin ausbessern.

    Die Stelle im Podcast ist ziemlich genau bei Minute 8:00, für ca. 45 Sekunden.

  11. Hier noch ein Verweis auf einen Twitter-Thread von gestern, der mir gerade über den Weg gelaufen ist:

  12. Pingback: Quarterback im Fokus: Dwayne Haskins – Washington Redskins | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  13. Ich muss bei dieser Diskussion um optimierte natürliche Bewegung vs. Lehrbuch Bewegung (also die pseudoobjektiv optimierte Bewegung)
    Unweigerlich an Holger Gschwindner denken,, der mit Nowitzki auch einzigartig an den Bewegungen gearbeitet hat.

    Thomas Tuches vertritt die Meinung, dass es wenig Sinn ergibt spezialisierte Bewegungsmuster zu erlernen, sondern durch Wiederholung in Variation, also unter unterschiedlichen Gegebenheiten die Bewegung optimiert wird. Das ist nicht ganz das gleiche, aber doch ein ähnlicher Rahmen.
    Das alles ist nicht wirklich neu, aber dann eben doch fast Gotteslästerung in den Augen vieler Trainer.

  14. Mir das ist das ähnlich ergangen. Wenn man es einmal gehört hat, dann klingt das mit der individuell zu optimierenden Bewegung alles total logisch. Aber man hört es eben so selten und hört so selten die gegenteilige (Coach-dominierte) Meinung, dass das Klassen/Tuchel/Nowitzki Lager immer wieder wie Exoten klingt.

  15. Pingback: Tua | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  16. Pingback: Buffalo Bills Draft 2020: Es zählt die Tiefe | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  17. Pingback: Baker-Watch | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  18. Pingback: Biomechanik und Bewegungserkennung: Quarterback-Coaching 2.0 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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