Justin Jefferson, K.J. Hamler und der Wert von Slot-Receivern

Die NFL von heute ist in fast allen Mannschaft mehrheitlich eine 3-WR Offense. Eine kurze Erläuterung darüber, was das für das Receiver-Scouting und in weiterer Folge für einige der kleingewachsenen WR-Irrwische bedeutet. Es wird uns zur Gretchenfrage im Receiver-Scouting führen.

Inspiriert dabei hat mich ein sehr starker Artikel von Benjamin Solak vom Draft-Network, der sich mit der Einteilung in Slot-Receiver und Outside-Receiver auseinandersetzt. Im Grundsatz geht es um die verschiedenen Aufgaben und Wertungen zwischen X-Receiver und Slot-Receiver (häufig: Z).

Über die Einteilung der Receiver-Kategorien hatten wir ja schonmal was gemacht:

Etwas artikulierter sind die Unterschiede beim Kollegen Jan Weckwerth in dessen erstem Receiver-Eintrag beschrieben.

Die Gretchenfrage

Zum Thema „außen vs. innen“, das sich letztlich zu der Frage verdichten wird: Kann der Receiver Press-Coverage schlagen?

Aufstellung und Release: Der X-Receiver ist bekanntlich die außen stehende Figur an einer Flanke des Spielfelds, die per Footballregel direkt an der Line of Scrimmage stehen muss – und die daher potenziell „Press-Coverage“ sieht. Das heißt, ein Cornerback kann ihm direkt Gesichtsgitter-zu-Gesichtsgitter gegenüberstehen und direkt beim Snap auch schon die Hände an den Receiver dran kriegen und ihn damit im Losstarten („Release“) stören.

Natürlich „kann“, nicht „muss“ – denn Cornerbacks können auch Off-Coverage spielen, also ein bisschen passiver weiter hinten stehen. Die Facette „Press Coverage“ ist aber die entscheidende Komponente beim Thema „außen aufstellen“.

Denn: Im Slot, also weiter Richtung Spielfeldmitte, gibt es keine Press-Coverage, da die Receiver mit etwas Abstand weiter hinter der Line of Scrimmage stehen dürfen und damit um einiges mehr Freiraum im Release haben.


Routen innen und außen: Neben der Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit von Press-Coverage besteht der große Unterschied zwischen innen und außen besteht weniger in den Routen selbst (diese werden heute von überall aus gelaufen), sondern im unterschiedlichen Raum, den die Spieler zur Verfügung haben:

  • Innen hat der Receiver zu beiden Seiten viel Platz und kann seine Routen vollständig in beide Richtungen laufen – und auch tief. Dort warten zwar meistens die Safetys, aber zumindest ist der Platz in der Theorie da.
  • Außen hat der Receiver hingegen nur zu einer Seite Richtung Platz – und zwar Richtung innen/Spielfeldmitte. An der Flanke nach außen ist ziemlich schnell die Seitenlinie als natürliche Begrenzung, weswegen der Receiver den Cornerback dort weniger qua Geschwindigkeit und Platz schlagen kann, dafür mehr im 1-vs-1 schlagen muss.

Spielertypen innen und außen: Gute Route-Runner sind in der NFL immer erwünscht, aber die Leute, die sich primär darüber und nicht über Größe/Contested Catches oder Physis definieren, sind eher innen zu gebrauchen: Mit Explosivität, schnellen Cuts, Beweglichkeit kann man innen zu beiden Seiten des Spielfelds Separation kreieren und viele Catches machen.

Außen ist dieses Talent zum Teil weniger wert, weil man es eben nur in eine Richtung – und zwar nach innen wirklich anwenden kann. Das wissen dann aber auch die Cornerbacks, die einfach mit mehr Fokus auf das Verhindern dieser Routen nach innen spielen.

Umgekehrt sind diese oftmals höher aufgeschossenen „Outside-Receiver“ eher weniger gut für innen zu gebrauchen, weil ihnen qua Körperbau diese große Beweglichkeit abgeht, mit der man im Verkehr in der Mitte arbeiten muss. Außen dagegen können sie ihren Körper isoliert sogar gut im 1-vs-1 einsetzen.


Was ist wertvoller: X außen oder Slot innen? So, und jetzt kommt’s: Der X-Receiver muss nicht in jeder Offense der Mann mit den allermeisten Catches und Yards sein, aber er ist der insgesamt wichtigere Spieler in einer Offense, und die Begründung ist auch eine einfache:

  1. Der X kämpft häufig gegen Press-Coverage.
  2. Wer Press-Coverage häufig schlagen kann, ist deshalb super-wertvoll, weil er die Defense damit zwingt, Ressourcen nach außen zu stellen
  3. Dadurch wird dann auch innen Raum für die anderen frei.

Klarer gesagt: Man kann für einen Receiver, der keine Press-Coverage schlagen kann, Dinge in der Offense künstlich frei schemen, aber dann fehlen diese Ressourcen an einer anderen Stelle – siehe Beispiel Nelson Agholor in Philadelphia.

Die Teams, die hingegen einen klaren X Receiver haben, können alle anderen Spieler dorthin stellen, wo sie am wertvollsten sind.

Daher beginnt die Receiver-Evaluierung prinzipiell mit der Frage, ob der Receiver Press-Coverage schlagen kann. Kann er es, kann er überall spielen. Kann er es nicht, hängt sein Ceiling (Potenzial) in der NFL davon ab, ob es einen anderen X im Team gibt bzw. wie herausragend er in dem einen Aufgabenfeld, in dem er dann einsetzbar ist (also Z Receiver ohne Press), sein kann.

Und was heißt das für 2020?

Das Problem: Die Receiver sehen am College nur selten Press-Coverage – und wenn, dann ist die Qualität nur selten mit jener aus der NFL vergleichbar. So ist es in weiten Teilen eine schwierige Prognose – insbesondere bei kleineren, weniger physischen Receivern.

Selbst die Topleute Lamb (6‘2, 198 Pfund) und Jeudy (6‘1, 193) hinterlassen ihre Zweifel. Beide haben 2019 kaum Press gesehen, und wenn, dann war Lamb in der fragwürdigen Big-12 Conference. Jeudy hat mit seinem schlechten Antritt in der Combine jetzt doch noch ein paar Fragezeichen mehr als gedacht, hat aber schon gute Nachweise in Press.

Bei einem Henry Ruggs (5’11, 188) überwiegt der Speed – er hat also schon den einen Verkaufsschlager, doch sein Ceiling wird letztlich auch bei ihm von der Fähigkeit, Press zu schlagen, bestimmt – ich habe schon darüber geschrieben. Jalen Reagor (5’11, 206) gilt als sowas wie der „Ruggs für Arme“ und ist nach seinem schwierigen Jahr mit Graupen-QBs bei TCU nicht leicht zu bewerten – doch Reagor hat mit seinem Double-Hesitation Move oder mit seinem Schulter-Fakes durchaus ein paar Waffen im Arsenal, die sich auf die NFL transferieren.

Wo Lamb, Jeudy oder Reagor die Moves und die Technik haben um gegen Press zu gewinnen und Ruggs den Speed um Defenses vielleicht vor Press zurückscheuen lässt, sind zwei anderen kleingewachsene Receiver mit Ambitionen auf die 1te Runde in einer schwierigeren Position: Justin Jefferson und K.J. Hamler. Ihre Projection ist echt schwierig.

Justin Jefferson

LSU-Receiver Jefferson ist spannend. Er ist ist mit 6‘1 und 202 Pfund ein eher kleiner Receiver, aber ein sehr antrittsstarker, und seit er in der Combine die 40 Yards in starken 4.43 Sekunden gelaufen ist, haben auch die Skeptiker aufgehorcht.

Jefferson war 2019 extrem produktiv mit 111 Catches für über 1500 Yards – doch bei ihm ist Vorsicht geboten. Er wurde vor allem im Slot eingesetzt: 870 seiner 937 Snaps spielte er innen, 100 der 111 Catches kamen von dort. Er machte den Großteil seiner Yards und Catches gegen Zone-Defense, wo sein Riecher für die Zonenübergaben („seams“) ohne lästigen direkten Gegenspieler an der Line of Scrimmage zu grandiosen Ergebnissen führte.

Doch die Krux war: Jefferson hatte vor allem deshalb so viel Spielraum, weil die Coaches seinen Teamkollegen J’Marr Chase außen aufstellten – und der dort so dominierte, dass die Gegner erstmal alle Ressourcen auf die Verteidigung von Chase aufwenden mussten.

Jefferson sah somit nur insgesamt 106 seiner Snaps sowas wie Press-Coverage. Wirklich gut sah er dagegen nicht aus. Doch Jefferson kennt auch die Wideout-Position: 2018 spielte er dort – und war überfordert.

Nun gibt es durchaus Elemente in Jeffersons Spiel, die sich brillant auf die NFL übertragen können: Er hat eine sensationelle 93% Catch-Rate bei Contested-Catches in der Spielfeldmitte – er hat also keine Angst, dorthin zu gehen wo es weh tut und fängt dort die Bälle! Sein Riecher, die soft spots in der Zone-Defense zu finden, zeugt von hoher Spielintelligenz und ist macht ihn für Greg Cosell zu einem Prospect, einen guten „Movement Z“ Receiver zu spielen – die Schachfigur, die man am Feld herumschiebt um Mismatches zu kreieren.

Nur eben erstmal nicht direkt an der Line of Scrimmage, wo Ungemach droht. Jeffersons offensichtliche Limitierungen gegen jede Form von Press-Coverage grenzen auch die Optionen für Coaches ein. Wehe, wenn Jefferson in der NFL keinen Counterpart hat, der die X-Rolle verlässlich spielen kann und Defense-Ressourcen bindet!

Denn die Frage ist dann, wie gut Jefferson mit seinen eigenen Waffen gegen NFL-Defenses gewinnen kann: Ich wäre da durchaus etwas skeptisch. In der NFL wird mehr Man-Defense als am College gespielt – Jeffersons Verkaufsschlager gegen Zone-Defense dürfte also nicht zu 100% übertragbar sein.

Das sehen aber nicht alle so, und ein Eric Crocker listet Jefferson zum Beispiel sogar als seinen #3 Receiver im Draft, Matt Waldman hat ihn als #4 in seiner Rangliste und schreibt ihm einen effizinten dip&rip Move im Release zu. PFF ist konservativer und führt ihn auf #8 knapp außerhalb der 1ten Runde. Wenn Jefferson schnell erfolgreich sein soll, dann muss er wohl in eine Mannschaft kommen, die viel mit Tight-Formations und Slot-Receivern arbeitet und idealerweise draußen eine echte #1 stehen hat. Dann wird sich zeigen, ob er die notwendigen Techniken für eine X-Wideout Rolle in den nächsten Jahren schrittweise erlernen kann.

K.J. Hamler

Hamler ist zwar auch explosiv, aber ein etwas anderer Spielertyp als Jefferson: Er ist noch etwas kleiner (5‘9), leichtgewichtiger(178 Pfund) und damit noch deutlich beweglicher. Von ihm sind keine Workout-Zeiten bekannt, doch am Tape sieht er brutal flink aus – seine Explosivität vom Stand ist schier Percy-Harvin like!

Hamler hat im Gegensatz zu Jefferson kaum Tape, in dem er schlecht gegen Press-Coverage aussieht – sondern er hat schlicht kaum Tape gegen Press: Über 90% all seiner College-Snaps spielte er im Slot, und er hat sich in nur 5% seiner Snaps überhaupt auf der Line of Scrimmage aufgestellt. Laut PFF-Podcast gibt es nur einen einzigen in über 1400 Snaps, in denen Hamler einen „Jam“ (Press) sah – von einem Safety!

Es gibt ein paar Beispiele von solchen Receiver-Winzlingen, die sich dank ihrer Fähigkeit, mit quickness, lateraler Beweglichkeit und Explosivität als Outside-Receiver einen Namen gemacht haben – Desean Jackson ist so ein Beispiel. Doch diese Beispiele sind eher rar – und im schlimmsten Fall enden sie so wie der einstige Irrwisch Tavon Austin als Gadget-Spieler. Dafür gibt die NFL keinen frühen Draftpick aus.

Weil Hamler zumindest in seinem letzten College-Jahr deutliche Drop-Probleme hatte, kann er samt seiner galaktischen Athletik nicht damit punkten, alles andere als die leidige Press-Frage mit Kreuzchen in der Checkbox abzuhaken (auch wenn Drops verschieden entstehen und manchmal stark fluktuieren und damit nicht per se eine red flag sind).

Und so steht und fällt Hamlers Projection letztlich noch stärker als bei Jefferson damit, ob Teams ihn für fähig gegen Press-Man Coverage an der Anspiellinie halten. Es ist noch nichtmal eine Frage der Projection, sondern fast eine Frage des Glaubens. Tun sie es, könnte er ein überraschender 1st Rounder sein. Tun sie es nicht, riskiert Hamler mit seinen Körpermaßen deutlich nach unten zu fallen, 3te Runde, vielleicht sogar 4te, weil er in jenem Fall nur begrenzten long term value hätte.

Mutmaßlich liegt die Wahrheit bei Hamler in der Mitte: Es wird sich ein Team finden, das schon eine Lösung auf X hat und Hamlers Stärken als Wunderwaffe „innen“ somit maximieren kann – und gleichzeitig graduell schauen kann, ob Hamler auch gegen Press seinen Wert hat. Wenn ja, dann kann sein zweiter Vertrag ein fetter werden. Wenn nein, dann ist Hamler Tavon Austin 2.0.

15 Kommentare zu “Justin Jefferson, K.J. Hamler und der Wert von Slot-Receivern

  1. Es ist am Ende immer auch eine Frage der Kreativität der Offense; ich kann auch den x off the line aufstellen; dann mit Slot/TE on the line – wenn ich das für sinnvoll halte.
    Es ist so ein wenig die Frage, ob ich einen Spieler haben möchte der theoretisch alles kann oder ob ich eine Offense aufbauen möchte, die die spezifischen Stärken der Spieler maximiert.

  2. Die spezifischen Stärken der einzelnen Spieler können aber nur dann maximiert werden, wenn man mindestens einen hat, der Press verlässlich schlagen kann – ansonsten kaspert man um das Problem herum ohne es richtig zu verbessern.

    Daher der hohe Wert von echten X Receivern, da diese, wenn sie einmal da sind, im Alleingang die Coverage diktieren, dem Gegner ihren Willen aufzwingen und Freiraum für die anderen zu schaffen ohne selbst ein Non-Faktor zu sein.

    Natürlich kann man diesen „X Typ“ auch innen aufstellen, aber das wesentliche Problem bleibt das gleiche: Wenn er Press nicht schlägt, kann sich die Defense auf deine anderen Spieler fokussieren.

  3. K.J. Hamler wird ja nicht umsonst in Anlehnung „Human Joystick“ genannt. Ich denke, dass er durch seine Returner Fähigkeiten auch einen gewissen Mehrwert mitbringt.
    Prinzipiell sehe ich es genauso, dass solche Spielertypen immer einen X-Receiver brauchen, der ihnen Ressourcen freischaufelt.
    Wie erwähnt, geht das halt dann zum Teil schnell in Richtung Gadget.
    Ich würde Hamler trotzdem gern bei den Patriots sehen, allerdings würde das wohl nur mit einem Down-Trade möglich werden, da ich ihn nicht mit dem 1st Rounder picken würde und er an 87 wohl nicht mehr da sein wird.

  4. Grandiose Erklärung warum X-Receiver so wichtig sind, jetzt hab ich das endlich auch mal gecheckt, danke!

    Zu Justin Jefferson: Ich verstehe nicht ganz, warum du ihn als klein bezeichnest, wo doch alle anderen in dem Artikel genannten Receiver mit Ausnahme von Lamb gleich groß oder kleiner sind.

  5. 6’1 ist ca. 1,83m. Das ist wohl nicht „klein“ im NFL-WR Sinn, aber zumindest „eher klein“.

    Habe versucht das Problem bei Ruggs & Reagor, die ja wesentlich kleiner sind, anders zu betrachten: Bei Ruggs ist der Speed erstmal der Schlager schlechthin, bei Reagor gibt es greifbarere Hinweise, dass er Mittel gegen Press hat.

    Jefferson und Hamler sind keine Hünen und haben große Fragezeichen vs. Press.

    Für größere Receiver gilt das Problem mit Press natürlich auch, aber sie haben halt qua Statur bessere körperliche Voraussetzungen und müssen nicht so tief in die Trickkiste greifen.

  6. Ich weiß nicht, ob das hier schonmal erklärt wurde, aber: Warum wird im College kein (bzw kaum) Press-Coverage gespielt?

    Bonusfrage: Wenn das die Gretchenfrage bei Receiver-Draft ist, können Teams nicht einfach einen ihrer Defensive-Spieler zum Probetraining mitbringen und gucken, ob das Prospect ihn schlagen kann?

  7. Ja der X der press schlagen kann eröffnet dir viel aber es gibt eben kreative Lösungen, die meines Erachtens zu wenig genutzt werden, die aber zumindest kurzfristig erfolgreich sein können.
    – innen gibt es wesentlich mehr Möglichkeiten Press zu schlagen (größerer Route Tree) und ich kann dazu Spieler mit einem anderen skillset verwenden – ich konkurriere nicht so stark um die Ressourcen mit den anderen Teams
    – innen Press zu spielen ist deutlich schwieriger als außen – außen hilft immer die sideline und macht es dem CB einfach; das funktioniert innen so nicht (Saban Schule)
    – ich kreiere Probleme in der coverage Struktur (das ist natürlich sehr spezifisch je nach Defense…) die CBs spielen auch in vielen Zone defenses man; wenn ich jetzt innen Press spielen muss; kann das Nähte in der coverage aufreißen
    – zieht die Defense dann einen CB nach innen in Press, oder muss der Safety/nickelback dann press spielen? Letztere sind darin nicht unbedingt geübt, erstere Situationen ermöglicht es der offense die Matchups zu diktieren.
    – stelle TEs split auf – wer soll dann die Press coverage übernehmen; Cb? Safety? lb?

    Dass sind natürlich alles keine Allheilmittel und natürlich gibt es gute Gründe, warum der x so wichtig für die nfl ist. Ich halte es aber durchaus für reizvoll, wenn ein Team hier gegen den Trend operieren würde und mit anderen skillsets zum Erfolg kommt.

  8. Re: Warum wird im College kein (bzw kaum) Press-Coverage gespielt?

    Kurz gesagt: Weil es viel Zeit in Anspruch nimmt es zu coachen und nur wenige Athleten haben überhaupt das Potenzial dazu, dann Receiver zu kontrollieren. Press ist nicht so simpel wie es klingt – es gibt viele kleine Details und Coaches oder Cornerbacks wie Richard Sherman können stundenlang darüber sinnieren. Es werden anfänglich viele Fehler gemacht, die mühsam ausgemerzt werden müssen.

    Das kostet natürlich Zeit, die offenbar nur die besten Unis mit den besten Coaching-Staffs wie Florida oder Ohio State über Jahre aufbringen können.

    Ich habe auch mal mit einem Coach gesprochen, der meinte Press verlangt von dir als Coach extrem viel Vertrauen in deine Spieler, weil es nicht nur dieses eine 1-vs-1 beeinflusst, sondern den kompletten Defensive-Gameplan. Das Vertrauen bringen wohl nicht alle auf.

    Re: Wenn das die Gretchenfrage bei Receiver-Draft ist, können Teams nicht einfach einen ihrer Defensive-Spieler zum Probetraining mitbringen und gucken, ob das Prospect ihn schlagen kann?

    Eine interessante Frage – danke! Ich habe keine klare Antwort, weil ich nicht weiß ob das CBA sowas erlaubt oder ob es sonstige Gründe gibt das nicht zu machen. Muss mich da mal schlau machen!

  9. Zum Thema Press im College:
    Es gibt durchaus einige Coaches die vehement Press predigen. Press benötigt aber ein besonderes skillset und da kann dann doch nicht jedes Team die Klasse aufbringen. Und dann natürlich Risikoaversion: wenn (man) Press geschlagen wird, gibt es keine Absocherung mehr für das Bigplay/ den TD.
    Und: die anderen Regeln bezüglich des Feldes – auf der großen Feld Seite wird es deutlich schwieriger press zu spielen, weil eben keine sideline als Hilfe da ist- da hilft man sich dann eher mit bracket coverage- also einer innen, einer außen.

  10. @alexanderbrink: Gute Punkte! Es gibt ja Teams, die das machen (Saints mit Michael Thomas z.B.), aber Punkt bleibt auch dann immer noch: Egal ob innen oder außen – der Receiver muss diese Coverage erstmal schlagen. Du brauchst den Spieler ja trotzdem 🙂

    Hab mich damit noch nicht so beschäftigt, aber im Sinne von Spread-Aufstellung macht es vmtl. mehr Sinn, den X draußen an der LOS zu stellen, weil es die Defense in der Breite schon gleich in der Aufstellung auseinanderzieht.

  11. @H1 – zu deiner zweiten Frage, ich habe mich jetzt bei den Scouts umgehört.

    Es scheint tatsächlich nicht direkt im CBA verankert zu sein, aber prinzipiell ist es trotzdem eine Business-Entscheidung: Die Spieleragenten lassen ihre Draft-Prospects wegen Verletzungsgefahr (!) nicht gegen die Profis antreten.

    Selbst wenn die Teams also wollten, sagen die Prospects dann halt den Workout ab und lassen sich vom nächsten Team draften.

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