Quick-Recap auf die 1. Runde des NFL Drafts 2020

Ich habe das meiste schon im Liveblog in der Nacht geschrieben. Lass uns jetzt noch mal mit ein paar Stunden Abstand auf die 1te Runde zurückblicken.

Zum Prozedere habe ich schon im Liveblog in der Früh geschrieben: Es war gemessen an dem besonderen Ambiente eine okay Übertragung. Die ESPN-Personalien dominierten den blassen Daniel Jeremiah komplett – und es schien manchmal schon durch die Schalten in die „richtigen“ Wohnungen recht einfach zu raten

Merkwürdig war Pick #26, als jemand D’Andre Swift zu den Dolphins geleakt hat – aber fälschlicherweise, denn der Pick wurde wenige Sekunden später an die Packers verkauft.

Die Reihenfolge

So haben sie gedraftet – und so waren die Spieler auf den Big Boards von PFF und Dane Brugler gelistet:

Draft 2020 - 1. Runde

#1 Cincinnati: QB Joe Burrow
#2 Washington: EDGE Chase Young
#3 Detroit: CB Jeffrey Okudah.
Keine Überraschungen hier, weil Redskins und Lions ihre Picks auch nicht verkauften. Die Meinungen, ob sie es nicht wollten bzw. für ihre Forderungen einfach kein akzeptables Angebot bekamen, gehen auseinander. Prinzipiell sind alle drei Spieler der vor dem Draft diskutierte „Best Case“ für den Fall eines straighten Picks ohne Trade. Quarterback nach Washington oder Detroit konnte man realistisch nicht erwarten.

#4 NY Giants: OT Andrew Thomas. Alle hatten Offensive Tackle erwartet, aber Dave Gettleman zieht nicht den rohen Mekhi Becton, sondern den athletisch uninspirierenden, aber spielerisch schon fortgeschrittenen Thomas.

#5 Miami: QB Tua Tagovailoa
#6 LA Chargers: QB Justin Herbert.
Die beiden Quarterback-Picks. Am Ende scheinen sämtliche Gerüchte um Tua Smoke-Screen gewesen zu sein. Die Dolphins haben es mit der ganzen Aufruhr offensichtlich geschafft genug Unsicherheit zu stiften um ohne Up-Trade Tua an #5 zu bekommen. Die Chargers waren gezwungen, Herbert zu draften. So richtig freuen kann man sich darüber wohl nicht.

#7 Carolina: DT Derrick Brown. Die Panthers bleiben verblüffend. Zu Jahresbeginn mit viel Elan und neuem Schwung gestartet, aber dann draftet man jetzt zwei Wochen nach der fetten Vertragsverlängerung für einen Runningback einen Defensive Tackle mit limitiertem Potenzial im Pass-Rush. Auch die Begründung der Panthers für den Pick macht keinen Sinn:

Man muss nicht alles verstehen.

#8 Arizona: LB/S Isaiah Simmons
#9 Jacksonville: CB C.J. Henderson.
Zwei im Vorfeld nicht unbedingt erwartete Picks, aber das Board scheint entsprechend günstig für Arizona gefallen zu sein. Wie Simmons jetzt eingesetzt wird, bleibt zu beobachten: Cards-DC Vance Joseph gilt nicht unbedingt als flexibelster Coordinator unter der Sonne. Henderson fühlt sich an #9 sehr früh an und irgendwie wie eine kleine Überraschung. Man hätte eher auf Receiver getippt.

#10 Cleveland: OT Jedrick Wills
#11 NY Jets: OT Mekhi Becton.
Die beide Tackle-Picks. Wills muss man wohl von College-RT auf NFL-Left Tackle umstellen. Becton ist ein kurioser Pick gemessen daran, dass er ziemlich unfertig ist und Sam Darnold aber schnell einen qualitativ guten Schutz braucht.

#12 Las Vegas: WR Henry Ruggs
#19 Las Vegas: WR Damon Arnette.
Jon Gruden und Mike Mayock mal wieder mit merkwürdigen 1st Roundern, wie schon letztes Jahr. Dabei sind nicht die Positionen gemeint: WR und CB. Aber die Spieler, Baby: Ruggs mit seinem Speed steht quasi in echter Al-Davis Familientradition, aber wie passt ein deep threat zu einer Offense, deren beide Quarterbacks Carr und Mariota den tiefen Pass scheut wie der Teufel das Weihwasser? Arnette auf der anderen Seite war in den meisten Big Boards irgendwo Mitte-Ende 3te Runde zu sehen.

Man kann den Raiders eins zugestehen: Sie stehen zu sich und ziehen ihren Scheiß durch egal was die Leute denken. Aber aus den insgesamt fünf 1st Roundern nach den Khalil Mack/Cooper-Verkäufen hat man einen DT, FS und RB sowie den common sense drittbesten WR und ca. 8t-besten Cornerback gezogen.

#13 Tampa Bay: OT Tristan Wirfs. Tampa zahlte einen 4th Rounder um den Platz mit den 49ers zu tauschen – ein klassischer Trade aus dem Jimmy Johnson Lehrbuch. Wahrscheinlich war den Buccs das ganze Ding zu heiß, nachdem vier der „Big Five“ Tackles zu dem Zeitpunkt schon weg waren.

#14 San Francisco: DT Javon Kinlaw
#25 San Francisco: WR Brandon Aiyuk.
John Lynch wie schon 2017 mit einem Pick-Swap, der ihm unverhofft Zusatzmunition brachte. Das ist positiv. Der Pick von Kinlaw dagegen so eher naja. Klar war Kinlaw der #1 Pass-Rusher auf Defensive Tackle, aber die Position gibt es eigentlich nicht her, sie an mit Top-WR Prospects wie Lamb und Jeudy zu draften.

Interessanterweise musste San Francisco nachher dann auch einen Up-Trade iniziieren um den Receiver in Brandon Aiyuk noch zu bekommen. Aiyuk passt mit seinen YAC-Qualitäten wohl ganz gut in den Kader, aber war das wirklich der Plan, oder musste man nach dem Receiver-Run dann unerwartet hochgehen und wertvolles Draftkapital verbrennen?

#15 Denver: WR Jerry Jeudy
#17 Dallas: WR CeeDee Lamb.
Die beiden Top-Receiver des Drafts. Jeudy war ein ziemlicher no brainer und setzt QB Lock in Denver nun unter Druck: Mit einem Receiver-Corps Sutton/Jeudy/Fant gibt es keine Ausreden mehr. Lamb in Dallas fühlt sich traumhaft an: Die Skill-Position Offense ist nun nominell fantastisch besetzt mit dem WR-Trio Cooper/Gallup/Lamb und der neue Headcoach Mike McCarthy hat auch keine Scheu vor passlastigen 1st-Down Playcalls.

#16 Atlanta: CB A.J. Terrell
#20 Jacksoville: EDGE K’lavon Chaisson.
Zwei komische Picks. Der physische Terrell zur Dan-Quinn Offense macht ja noch eher Sinn, aber dass Jacksonville nach Henderson noch einmal Defense ging, ist dann schon strange. Der Verkauf von Ngakoue ist nun endgültig unausweichlich, und man wird auch nicht mehr viel für Ngakoue bekommen. Vor allem aber: Chaisson ist ein sehr gefährlicher Pick, weil er miserable Production am College hatte.

#18 Miami: OT Austin Jackson
#30 Miami: CB Noah Ighbinoghene.
Die Dolphins mit zwei unerwarteten Picks mit ihren Nummern 2 und 3. Man hatte wohl keine Tackle-Optionen mehr, also zog man Jackson, der auf dem PFF-Board an #94 saß und als ziemliche Projection gilt. Ighbinoghene nicht viel weniger: Auch er mit potenziellen Elite-Traits, aber wenig davon im College gezeigt. Immerhin machen beide Positionen irgendwo Sinn: Offense Line war in Miami zuletzt ein Horror, und auf Cornerback kann man jetzt „three deep“ gehen mit CB1 Byron Jones, CB2 Xavien Howard und einem Rookie als CB3.

#21 Philadelphia: WR Jalen Reagor
#22 Minnesota: WR Justin Jefferson.
Zwei nicht unerwartete Picks. Philly hätte fast noch die Chance auf CeeDee Lamb gehabt und ich bin ein wenig überrascht, dass man keinen Up-Trade gemacht hat um vor Dallas zu kommen. Vielleicht gab es keine Abnehmer für ein realistisches Angebot. Reagor fühlt sich sehr interessant an, so einen Spielertyp gibt es in der Philly-Offense momentan überhaupt nicht – einen, der etwas Wirbel macht. Jefferson in Minnesota klingt erstmal nicht wie „best fit“, wenn er Diggs in der 12-Personnel Offense ersetzen muss: Jefferson gilt doch eher als reiner Slot-WR zum jetzigen Zeitpunkt. Viel Druck auf WR1 Thielen.

#23 LA Chargers: LB Kenneth Murray
#24 New Orleans: iOL Cesar Ruiz.
Die Chargers tauschten mit den Patriots und gaben #37 und #71 für das Recht auf einen Run-Stuffing Linebacker aus. Du kannst dir denken, was ich von dem Pick halte. Belichick in seinem niedlichen Küchen-Office holt sich mit dem Trade seinen verlorenen 2nd Rounder zurück und hat jetzt Munition, heute Nacht vielleicht einen Mid-Rounder für ein QB-Project auszugeben. Ruiz in New Orleans? Reiner Luxus auf einer unnötigen Position. Ich verstehe es nicht wirklich, nachdem man letztes Jahr C McCoy geholt und mit LG Peat verlängert hat.

#26 Green Bay: QB Jordan Love. Der spannendste Pick der späten 1. Runde! Die Packers zahlen den #130 Pick um vier Plätze von #30 hochzukommen um sich Aaron Rodgers‘ designierten Nachfolger zu holen. Ich hatte mich noch mit Diskutanten in den letzten Wochen gebattelt, weil ich das für unmöglich gehalten habe, aber die Packers haben es tatsächlich durchgezogen!

Was denkt man sich dabei? Rodgers ist zwei Jahre absolut uncuttbar und kostet selbst 2022 noch 17 Mio. Dead-Cap. Zu dem Zeitpunkt muss man dann entscheiden ob man die 5th Year Option bei Love zieht – und dann hat er vermutlich kein einziges Down gespielt. Man kann jetzt sagen, 5th Year Option ist eh überschätzt, weil die Top-QBs schon lange davor die Verlängerung bekommen haben. Aber der Packer-Plan scheint auf Jahre ausgelegt zu sein.

Komisch. Wer sich vorstellen kann, dass Rodgers den Neuling mit offenen Armen aufnimmt, der hebe die Hand.

#27 Seattle: LB Jordyn Brooks
#28 Baltimore: LB Patrick Queen.
Zwei Picks, gleiche Position, beide erwartbar, aber total unterschiedliche Reaktionen. Während alles die Ravens dafür lobt den Spieler geholt zu haben, der seit Wochen in gefühlt jedem Mock-Draft in Baltimore landet, prügelt nun alles auf Seattle ein, mal wieder einen Run-Stuffing Off-Ball Linebacker geholt zu haben. Seattle ist ein paar Jahre in Rückstand was NFL-Tendenzen angeht, soviel ist bekannt. Brooks war #64 im PFF Big-Board und #67 bei Brugler. Klingt nach brutalem Reach.

#29 Tennessee: OT Isaiah Wilson. Der 6te OT im Draft. Wilson war bei PFF nur die #111 im Big-Board und ist damit der niedrigste 1st Rounder, aber er bekam seit Wochen einigen Hype als später 1st Rounder. Wilson war der OT2 in Georgia neben Andrew Thomas. Er gilt als reiner Run-Blocker. Wie gemacht für eine Titans-Offense, die trotz starker Receiver die NFL in Grund und Boden laufen will… muss ich noch viel dazu sagen, für wie sinnvoll ich das halte?

#31 Minnesota: CB Jeff Gladney. Cornerback mit dem zweiten Vikings-Pick, wie erwartet. Niemand hat in den letzten Jahren so häufig Cornerback gedraftet wie Mike Zimmer. Nach den Abgängen von zahlreichen Startern und dem offenen Scheunentor in 2019 war es auch dringend notwendig.

#32 Kansas City: RB Clyde Edwards-Helaire. Ein Bummer zum Ausklang: Chiefs gehen Runningback, obwohl noch erstaunlich viele Cornerbacks am Tablett waren. Bei dem Pick bin ich ziemlich ratlos. Runningback ist fast sicher eine verbrannte Position. Helaire ist ein guter Double-Thread und auch ein fetter Pass-Blocker, aber mir will das nicht in den Kopf.

Es zeigt nur: Auch die vermeintlich besten Front-Offices haben immer wieder total krasse Picks drin. Ein Wellental, Achterbahnfahrt.

Und nun?

Jeweils 6 Offense Tackles, Wide Receiver und Cornerbacks in Runde 1. Nur zwei Edge-Rusher und zwei Defensive Tackles. Dafür aber tatsächlich alle vier diskutierten Quarterbacks: Die erste Runde hat ziemlich genau das gehalten was sie versprochen hat – für mich war noch die größte Überraschung, dass es gleich drei Linebacker und außer vielleicht Isaiah Simmons nicht einen einzigen Safety gab.

Aber das kennen wir ja: Safety wird in der NFL wohl fälschlicherweise nach wie vor nicht hoch genug bewertet.

Folgende Spieler vom PFF-Board sind in Runde 1 gezogen worden:

#45
#46
#55
#62
#64
#76
#81
#88
#94
#111

Das heißt, es bleibt noch einiger „Value“ am Board, vor allem auf wichtigen Positionen! CB Kristian Fulton, OT Josh Jones, S Grant Delpit und S Xavier McKinney, EDGE A.J. Epenesa, WRs Laviska Shenault, Michael Pittman und Tee Higgins, DI Jordan Elliott sowie CB Trevon Diggs hatten alle 1st Round Einschätzungen, eventuell auch die Edge-Rusher Curtis Weaver und Julian Okwara.

Ich erwarte jetzt einen Run auf die Receiver und Cornerbacks zum Start bzw. spätestens ab Mitte 2te Runde. Auch die ersten Safetys werden in Kürze gezogen.

22 Kommentare zu “Quick-Recap auf die 1. Runde des NFL Drafts 2020

  1. Zum Thema 49ers und Aiyuk: Shanahan hat gesagt, dass er zwei WR wollte: Lamb oder Aiyuk. Die andere Prio war wohl der Buckner-Ersatz und da Kinlaw an 14 noch da war, ist er es halt geworden. So richtig glücklich bin ich damit nicht, aber immerhin sollte die Line damit weiterhin dominant sein. Sofern Aiyuk tatsächlich ein Wunschspieler von Shanahan ist, bin ich sehr zuversichtlich, dass er gut eingesetzt wird. Ich glaube, es wäre nur nicht unbedingt nötig gewesen, für ihn hoch zu traden.

  2. @Björn: Es gab im PFF Forecast Podcast von Peter King noch das Goodie, dass der letztes Jahr gedraftete Jalen Hurt bei den 49ers über gewaltiges Standing verfügt und fix für 2020 eingeplant ist, insofern kann ich sehen wohin die Reise geht.

    Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass SF nicht erwartet hat, noch einmal hochgehen zu müssen um überhaupt noch einen Receiver zu bekommen.

  3. Wie sieht die Bewertung denn aus, wenn man Edwards-Helaire als WR betrachtet? Jan Weckwerth schreibt: „Exzellenter und natürlicher Receiver, läuft diverse und teils auch tiefe Routen aus dem Backfield, Erfahrung als echter Receiver von der Line of Scrimmage“
    Kann natürlich letztlich nur relativ zu anderen RB sein, aber der Idealfall klingt schon ziemlich überragend: keine Anhaltspunkte für die Verteidigung mehr, Inside-Running ist eh nicht effektiv, über außen kann Edwards-Helaire ja offenbar ganz gut laufen und gegen leichte Boxen missed tackles provozieren.
    Ist natürlich die Frage, wie viel besser er das kann als andere.

  4. Also muss man jetzt Angst haben, dass man nicht nur auf simmons Verzichtet hat, sondern auch noch der Meinung ist ein simplifiziertes Playbook spielen zu wollen, bei dem Simmons stärken nicht genutzt werden würden?
    Ich bekomme da echt Angst, was die da für wine scheiße bauen.

    Packers pick ist natürlich auch fatal – aber immerhin qb Lotterie los- also wenn es ein Hit war, dann lohnt es sich wenigstens.
    Ansonsten habe ich das Gefühl, dass gerade große Differenzen bei den Teams in der Evaluierung bestehen- die Hälfte folgt zumindest in Ansätzen Pff etc, die andere Hälfte verpennt die Entwicklungen und draftet fleißig runstopper.

    Bin gespannt wo Uche landet, halte ihn für einen sleeper

  5. @pillehuhn: Sagen wir mal so: Kareem Hunt war auch so ein Double-Threat und die Chiefs-Offense hat ihn nicht ein Jota vermisst als sie ihn mitten in der Hochphase der Saison rausgeschmissen haben.

    Helaire ist ein Goodie, er hilft sicher *ein bisschen*, aber er ist kein Receiver, Runningbacks werden eher kurz angespielt (aDOT um die 0 Yards Line) und vor allem: Opportunitätskosten.

    Hätten die Chiefs unbegrenzt Picks und Cap-Space: Kein Problem mit dem Pick. Aber da waren ein Haufen Defensive Backs am Board. Ein Jaylon Johnson hat exzellente Ratings als Zone-Corner und die Chiefs spielen das perfekte System dafür. Das fühlt sich ein bissl an als würden die Chiefs dieser verpassten Chance noch eine zeitlang nachtrauern.

  6. Was für ein Dünnpfiff die Panthers Begründung, warum hat Simmons dann in der College Defense funktioniert?

    Finde den Packers Pick auch mit dem QB Potenzial ehrlich gesagt nicht gut. Love spielt zwei Jahre sicher nicht, dann ist der Rookie Vertrag fast vorbei und sie wissen dann noch immer nicht wie er sich im Spiel macht. und dann verärgert man ARod, das geht alles schief.

  7. @korsakoff Oh ja, Jalen Hurd! Da war man ja im letzten Jahr schon überrascht, dass ihn die Niners so früh gezogen haben. Leider dann die ganze Zeit verletzt. Ich hoffe, dass er jetzt wieder fit ist und bin gespannt, was er drauf hat.
    Bei Aiyuk haben sie dann wahrscheinlich kalte Füße bekommen. Eigentlich wären ja noch viele gute WR auf dem Board gewesen, aber wenn man eben genau einen Spieler haben will, dann wird man zu sowas verleitet. Grundsätzlich finde ich so einen Uptrade auch völlig in Ordnung, nur leider haben die Niners jetzt praktisch überhaupt keine Picks mehr.

  8. Genau das ist aber gefährlich. „Ich will genau Spieler X“ ist ein Rezept für Enttäuschung, weil es zu viele Variablen gibt. Daher sollten Teams für solche Fälle tendenziell keine Up-Trades einfädeln und einfach den nächstbesten Spieler auf der Position nehmen, der im gleichen „Tier“ gerankt ist. Und sei es ein etwas anderer Spielertyp.

    Ayiuk wäre jetzt auch nicht der erste Wunschspieler Shanahans, der überhaupt nix reißt, von daher…

  9. Ich denke nicht das NFL Teams nicht wissend s das JJ Chart quatsch ist, aber solange das JJ Chart public knowledge ist kann man das ganz Schamlos fordern, auch wenn man weis das es eigentlich zu teuer zum hoch traden ist.

    Hochtraden von 30 nach 20 ist qutsch wenn man glaubt Pick 20 Value zu bekommen, aber kann ja ok sein wenn man mein Top 10 value zu bekommen.

  10. Meiner Meinung nach auch völlig bescheuert von den Niners, an #14 DT Kinlaw zu holen und dann später für nen Receiver hoch zu traden.
    CeeDee Lamb > Brandon Aiyuk und WR > DT. Wieso erscheint es für alle Außenstehenden so simpel, einfach Lamb zu draften und dann mit dem #31 ohne Up-Trade einfach den übrig gebliebenen DT zu holen?!?! –> entweder ist Kinlaw noch da an #31, weil keiner DT draften will oder sie nehmen einfach DT Elliot (#23 Prospect von PFF).

    Ansonsten bin ich nur von den Chiefs erstaunt, dass sie nach einem Superbowl Sieg mit Straßen-RB glauben, sie müssten soviel Draft Kapital in RB investieren. Bei den DBs, die noch am Board waren und der mittelmäßigen Defense, die KC ihr Eigen nennt…

  11. @patspicksix: Die umgekehrte Logik bzgl. SF funktioniert aber genauso: In einer derartig stark besetzen Receiver Draftklasse sind die Opportunitätskosten eventuell niedriger, wenn man den Receiver erst später zieht, weil da die Qualität im Vergleich zu den anderen Positionen nicht so stark abfällt. Ich sag jetzt nicht, dass ich damit voll einverstanden bin (vor allem wenn man dafür einen DT draftet), aber die Logik ist schon nachvollziehbar, wenn wir von einer Draftklasse reden, in der man noch weit in Day 2 und wahrscheinlich Day 3 WR bekommen kann, die gute Chancen haben Starter zu sein.

  12. @FloBlogs
    Vor allem ist es auch unfair dem neuen gegenüber. Er weiß jetzt schon das er ganze Jahre seine (meist) kurzen Karriere wegschmeisst.
    Und so gut Rodgers ist, ich halte ihn nicht für den Typ der ihn mit offenen Armen empfangen wird.
    Nach Jahren wird er ohne nennenswerte Tape auf den Markt geschmissen werden.

    Vielleicht hat er Glück das sich Rodgers verletzt und er ähnlich wie Jimmy G sich etwas beweisen kann um möglichst schnell getradet zu werden. Aber wenn er Pech hat bricht ihm die fehlende Erfahrung das Genick und er wird bei den Packers Karrieremässig verbrannt.

  13. Als Packers Fan sehe ich den Love Pick auch sehr kritisch. Kommt meiner Meinung mindestens ein, wenn nicht zwei Jahre zu früh. AR12 hat nie einen Offensive Skill Player in den 15 Jahren in der ersten Runde bekommen. Und soweit sind die Packers nicht entfernt.
    Aber anscheinend hat der GM auch in den späteren Runden genug Value gesehen um die Offense zu unterstützen.
    Ich denke, dass Gutekunst weiss dass er mit Rodgers als QB wahrscheinlich nicht in den nächsten Jahren in den Top 10 picken kann. Und somit ohne Haus und Hof zu verkaufen keinen der Top QBs bekommen wird. Daher braucht er einen QB der Potenzial hat und später verfügbar ist. Und Love hat nunmal grosses Potenzial, muss aber wohl mindestens noch 1-2 Jahre lernen. Und auch wenn es 3 Jahre sind und Love danach soweit ist und Franchise QB ist, hat er letztendlich alles richtig gemacht. Wie oft gibt es schon den Fall, von Franchise QB zu Franchise QB zu Franchise QB zu kommen. Diese Vision hat Gutekunst anscheinend, ohne einen klassischen Rebuild durchzuziehen. So ärgerlich es für Rodgers auch ist, spannend wird es zu sehen wie er sich entwickelt. Und ob Rodgers jetzt nochmal angespornt wird, es allen zu zeigen, dass er es auch alleine schafft. Ohne die nötige Hilfe.
    Ich freu mich drauf

  14. @Philipp S.: da hast du natürlich Recht, das kann man echt auch umgekehrt sehen. Da ist in meinem Kopf der Ruf nach Positional Value wohl zu laut, um noch rational zu denken 😀

  15. Hat Detroit nicht vor der Draft den größten Fehler gemacht. Ich hätte an deren Stelle täglich mit den Quarterpacks geskyped und jedem Reporter erzählt wie heiß ich auf die bin. Smoke Scree vom feinsten gebastelt und dann geschaut wer von Dolphins und Chargers am Draftabend mit der besten Offer rüber käme. So war es umgekehrt und Miami hat mit dem „wir wollen Tua gar nicht mehr“ den besten Job gemacht.

  16. @Seba: Was hätte das den Lions gebracht?

    a) einen medial angeschossenen QB Stafford
    b) Tradeversuche der anderen Teams mit Washington

  17. Finde es übrigens ganz spannend, wie sehr sich die Medienwelt gewandelt hat. Pff hat doch einiges an Präsens auf den offiziellen nfl Kanälen. Und es gibt auch einiges an Flag für den Derrick Brown pick, welcher ja aus konservativer Sicht durchaus solide war. Vor 5 Jahren wär das noch undenkbar gewesen aber heute wird dann auch in der breiteren Medienwelt immer mal wieder darauf hingewiesen, dass das Passspiel entscheidend ist und ein DT nicht genug value bringt.

  18. @alexanderbrink: Ja, das wird wohl u.a. auch der Collinsworth-Effekt sein.

    Wobei PFF auch nicht immer so war. Ich hatte zwischendurch mal für 1-2 Jahre riskiert das Interesse zu verlieren, weil ständig Run Defense und Rushing Qualities gepusht wurden und das offensichtlich kaum Impact auf die Spiele hatte.

    Aber spätestens seitdem deren Analytics-Department mit all den Daten seit ein paar Jahren volle Pulle arbeitet, ist PFF absoluter Marktleader.

    Auch viele „traditional Scouts“ haben schon nachgezogen ohne das offensiv zuzugeben.

  19. Neben den Packers tu ich mir mit dem Derrick Brown Pick am schwersten. Wie über den auch wieder berichtet wird. „Cornerstone der D-Line für die nächsten 10 Jahre“, „Freak Athlete“, „Hebt die Defense auf ein neues Level“, etc… Und tatsächlich hat man einen sehr guten Run Stuffer, anscheinend grundsolide auf allen Levels, der aber beim Passrush keineswegs zur oberen Kategorie gehört. Was genau erwartet man sich da?

    Man braucht sich doch nur mal die Jets anschauen, die haben das die Jahre vor Darnold ja wunderbar vorexerziert und reihenweise solche Spieler gepickt. Muhammad Wilkerson, Sheldon Richardson, Leonard Williams. Brown hört sich genau nach so einem Spieler an und der Blick auf die Jets zeigt doch eindeutig, dass da der Impact einfach nicht mehr passt im heutigen Football. Ich kapiers nicht.

  20. Pingback: Aus Vorbereitung für heute Nacht | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  21. @Gorash: Die kurzen Karrieren in der NFL sind viel verletzungsbedingt. Auf der Bank verletzt sich Love deutlich weniger 🙂 . UNd angesichts der Verletzungsgeschichte von Rodgers und seinem ALter wird sein Backup in den nächsten 2 Jahren bestimmt EInsatzzeit (=Tape) kriegen…

  22. Wieso muss man 2022 die 5th year Option bei love ziehen? Kommt die nicht erst 2025 (also nach der 2024er season zum Tragen??

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