Sideline Reporter Draft-Grades 2020

Heute meine Draft-Grades als Resultat aus recht intensiver Auseinandersetzung mit dem NFL Draft 2020.

Keine Frage: Ich habe nicht 250 Prospects in minutiöser Kleinarbeit in-depth studiert. Weil ich es nicht kann und weil es dafür das eine braucht, das ich für andere Dinge aufwende: Zeit. Viel Zeit. Scouten ist eine Freak-Arbeit.

Doch wir haben heute Gott sei Dank auch ohne Detailstudium jedes einzelnen Prospects genug Information für ausreichende Einordnung. Wir wissen, welche Positionen wichtig sind und welche nicht – und damit auch, welche es sich lohnt früh anzugehen (Quarterback, Receiver, Cornerbacks, Offensive Tackles, mit Abstrichen Edge-Rush) und welche besser nicht (Tight End, Runningback, auch Defensive Tackles ohne Elite-Passrushing Skills).

Wir wissen, dass man besser für das Morgen als für das Heute draftet und es daher vermeiden sollte, sich zu stark an immediaten Lücken im Kader zu orientieren. Zu starker Fokus auf das Heute verbaut die Sicht auf die Zukunft.

Wir können an einem Draft nicht alles bewerten und nicht jede Grundannahme ist immer die beste:

  1. Wir wissen nicht was nicht passiert ist. Hat Miami versucht für Tua nach oben zu gehen oder haben die Dolphins sich auf ihre Justin-Herbert-Smoke-Screens und die Dummheit der Chargers verlassen? Haben sie gut gepokert oder hatten sie einfach nur Schwein?
  2. Wir wissen nicht was Teams wissen was wir nicht wissen. Sie haben Insiderinformationen, wir nicht.
  3. Nicht jedes Team spielt denselben Football und daher werden verschiedene Teams verschiedene Skills priorisieren.
  4. Es gibt keine sicheren Hinweise darauf, dass das Public-Board in der Einzelbewertung von Spielern besser oder schlechter ist als das, was die Teams machen.

Doch wir wissen eins: Draften ist ein Stochern im Trüben, und es kann auch bei den allerbesten Picks immer was schiefgehen. Es gibt keine Garantien. Und es gibt bekannte Wege um den meisten Gegenwert aus diesem Treiben zu ziehen: Priorisierung von wertvollen Positionen mit den höchsten Picks, Generieren von Zusatzwert durch Trades nach unten, hohes Verständnis in der Einordnung von Marktwert von Spielern.

Einer der sichersten Rezepte um dieses Prinzip zu verletzten ist es z.B. Runningbacks hoch zu draften. Sie bringen kaum Mehrwert für das Passspiel und nur bedingt fürs Laufspiel. Man investiert diese Ressourcen besser in andere Positionen.

Draften ist sauschwer und es gibt viele Unwägbarkeiten, die man nicht in der Hand hat. Dennoch ein Versuch, den Prozess der einzelnen 32 Mannschaften kurz einzuordnen.

Hier meine Draft-Grades mit Erklärung. Für einen besseren Vergleich habe ich das gewohnte US-Bewertungssystem herangezogen.

Note A

Arizona hatte einen sehr guten Draft und hat mit LB/S Isaiah Simmons und Josh Jones zwei exzellente Prospects in Runde 1 und 3 bekommen. Gerade der gute Pass-Blocker Jones ist einer der Prospects, der von der NFL wohl unterbewertet wird. An Tag 3 war es eher unspektakulär, aber der ganze Draft ist schwierig von dem Nuk-Hopkins-Trade zu isolieren, der die ganze Offseason in Arizona dominiert.

Cleveland hat mit seinen ersten drei Picks den Vogel abgeschossen: OT Wills ohne Trade an #10 zu bekommen war lucky, aber man hat bei ihm den besten Tackle auf den meisten Boards bekommen, FS Delpit in Runde 2 ist ein massiver Steal, wie auch der exzellente Passrusher DT Jordan Elliott in Runde 3. Die Browns haben am dritten Tag in C Nick Harris noch Tiefe für die OL geholt und Harris könnte eventuell recht rasch ins Starting-Lineup kommen, und WR Peoples-Jones mit einem 6th Rounder ist okayer Value.

Dallas wird triumphieren: Jerry Jones hat diesmal geduldig gewartet und wurde mit grandiosem „Value“ belohnt: WR CeeDee Lamb an #17 ist der Premium-Pick, der die Cowboys-Offense richtiggehend scary macht, CB Diggs in Runde 2 ist etwas speziell, aber bei den meisten dennoch hervorragender Wert. DT Gallimore ist ein Prospect/Position, das man in Runde 3 ziehen kann, danach kamen mit CB Robinson noch ein Body für die Secondary und in C Tyler Biadasz ein möglicher Nachfolger von Travis Frederick an Tag 3.

Denver hatte vielleicht den besten Draft von allen, weil es die Passing-Offense und damit ihrem jungen QB Drew Lock alle notwendigen Waffen gegeben hat die man geben konnte: WR Jeudy am #15 Pick war ein unerhoffter Segen, doch GM Elway ließ nicht von Receiver ab und legte Irrwisch Hamler in Runde 2 und TE Albert O in Runde 4 nach – Denvers Offense ist nun so besetzt, dass man Lock ohne Umschweife bewerten kann, und die Broncos haben nun Playoff-Potenzial. In Runde 6 bekam man mit OG Muti einen 2nd-Round Value nach PFF-Board – ein Spieler mit Verletzungsproblemen, aber sowas draftest du mit diesen späten Picks gern.

Minnesota war auch stark: San Francisco beim 1st-Round Trade ausgezogen, mit WR Jefferson und CB Gladney zwei Top-Values in Runde 1 auf wichtigen Positionen bekommen und in CB Dantzler einen weiteren in Runde 3 nachgelegt. OT Cleveland in Runde 3 als Kombination aus Need/Value nahezu ideal und an Tag 3 mit WR Osborn noch etwas Speed nachgelegt.

Philadelphia und Tampa Bay fallen im Vergleich den den Big-Five ein klein wenig ab, aber ich bin dennoch bei A geblieben. Philly hat am Draftwochenende extrem auf seine Schwäche 2019 reagiert und in WR Reagor, WR Hightower und WR Watkins Sprinter nachgelegt – dazu Variabilität für die Back-Seven in LB Taylor/S Wallace an Tag 2 und zwei die beiden gut gerateten Auburn-Tackles Driscoll/Tega Wnogo. Der QB Hurts-Pick in Runde 2 ist am schwersten einzuordnen – Absicherung gegen Wentz auf QB-Backup klingt gerade für Philly okay.

Tampa hat mit OT Wirfs, FS Winfield und 5th Round WR Tyler Johnson als Slot-Mann hinter Godwin/Evans, Gronkowski/Howard drei Premium-Picks gelandet, aber der RB Vaughn Pick in Runde 3 war eher meh.

Note B

Buffalo hatte keinen 1st Rounder. Es war dennoch ein starker Draft: EDGE Epenesa an #54 ist exzellenter Value und die D-Line ist nun brutal tief besetzt. Den Moss-Pick in Runde muss man mir besonders gut verkaufen, aber die Bills haben an Tag 3 mit WR Davis/Hodgins Tiefe bei den Pass-Catchern geholt und in QB Fromm einen interessanten Backup-QB.

Cincinnati ist wirklich einfach: Joe Burrow allein definiert den Draft und man hat ihm eine Waffe mit WR Higgins in Runde 2 nachgeschoben. Danach haben die Bengals aggressiv ihre jahrelange Schwäche auf Linebacker mit gleich drei Picks adressiert, was ich nicht verheerend finde, aber am Ende des Tages hat man die Offensive Line außer Acht gelassen.

Jacksonville hat einen kaum einzuordnenden Draft gemacht – „boom or bust“: CB Henderson, EDGE K’lavon Chaisson, WR Shenault, OT Ben Bartch sind alles recht extreme Spieler, die in beide Richtungen ausschlagen können. Bei so vielen Lücken im Kader macht das irgendwo Sinn, aber dann wiederum ist Chaisson einer dieser gefährlichen Prospects, die nach Frustration schreien. Die Jaguars sind eine Unbekannte vor 2020: Es kann schnell nach oben gehen, aber es kann auch Richtung #1 Pick 2021 gehen.

Miami wird in Kürze noch genauer kommen: Sie haben Tua ohne Trade-Up gedraftet, und ich lege ihnen die Smoke-Screens diesbezüglich alle generös und damit positiv aus. Tua definiert den Draft, und danach hat man vieles in der O-Line gemacht um Ta zu helfen – und fleißig Tiefe in der Defense gedraftet. Ich weiß nicht ob es überall die „richtigen“ Prospects waren, denn gerade OT Jackson und CB Igbinoghene in Runde 1 waren erstaunlich. Aber der Gesamteindruck ist nach dem Tua-Move kaum mehr entscheidend zu trüben.

New England mit einem „typischen Patriots-Draft“: Es gab keinen QB, dafür einen fast schon frechen Trade-Down mit den Chargers und dann wieder die bekannte Suche nach Variabilität: S Dugger, EDGE/LB Uche, EDGE/LB Jennings erlauben es Belichick die Defense runumzuerneuern. Strange waren die beiden Tight Ends Ende Runde 3 und der Kicker-Pick am dritten Tag – aber gemessen an der Gesamtsituation in New England war das ein unaufgeregter Tag, der wohl signalisiert „wir bleiben auch ohne Brady die Alten“.

Giants mit einem Top-Draft: Mit OT Thomas den „geformten“ Pick auf #4 gemacht und in OT Pearl an #99 einen zweiten nachgelegt, dazu FS McKinney, CB Holmes und ein paar weitere gute Value-Picks an Tag 3: An Dave Gettleman gibt es diesmal recht wenig auszusetzen.

Note C

Atlanta hat den grauesten Draft von allen hingelegt: Viel Defense in Runde 1 und 2, und sowohl CB Terrell als auch DL Davidson passen ins Schema, dazu C Hennessy als möglicher perspektivischer Nachfolger von Alex Mack in Runde 3. Ab Runde 4 dann mal wieder freakig unbekannte Prospects – gutes Scouting oder die typischen Overdrafts von Thomas Dimitroff? Die Frage wird immer bleiben, ob man die #16 nicht hätte verkaufen können, aber das werden wir so wohl nicht erfahren.

Baltimore mit einem Speed-Draft: LB Queen als Faust-aufs-Auge Pick für die Defense, Slot-WR Duvernay als Irrwisch für die Offense, dazu Tiefe für Offensive und Defenisve Line und in S Geno Stone ein möglicher Steal in Runde 8: Klingt alles top. Aber der Pick von RB J.K. Dobbins in der zweiten Runde bleibt verblüffend! Wie kommt so ein Team drauf, dass das eine gute Idee ist? Das klingt nach einer massiven verpassten Chance, noch einmal auf einer Position wie CB (Fulton war am Board), WR (Mims war am Board) oder Offense Line nachzulegen, wo bald auslaufende Verträge warten.

Ähnliches in Detroit: CB Okudah, EDGE Okwara und OG Jonah Jackson waren tolle Value-Picks, und auch gegen einen zweiten Guard in Runde 4 kann ich wenig sagen, doch warum zur Hölle investiert man den wertvollen #35 Overall Pick in einen Runningback, noch dazu zum wiederholten Male in den letzten Jahren und nachdem man gesehen hat, dass das nix bringt? Swift setzt die Lions auf die Strafbank – leider. Es hätte perfekt sein können.

Das dritte Team in der Penalty-Box sind die Chiefs mit Edwards-Helaire an #32. In naher Zukunft wird es nicht weh tun, aber reden wir in fünf Jahren nochmal drüber? Gigantische verpasste Chance, hier nicht WR oder CB nachzulegen und ein Zeichen, dass auch die scheinbar smartesten Teams immer wieder ihre head scratcher einbauen.

Colts sind die #4: Jonathan Taylor an #41 passt gar nicht ins Bild von Colts-GM Chris Ballard, noch dazu per Trade! Dabei hätte man WR Pittman alles so gut angefangen – das erhoffte Big-Target für Philip Rivers, der genau diese Art Spieler braucht. Leider wurde danach nix mehr gemacht um dem Passspiel zu helfen. QB Eason in Runde 4 finde ich okay, ein Developmental-QB kann man dort ziehen und in der Defense sind wir mittlerweile gewohnt, dass Ballard ein recht eigenes Profil an Spielern anvisiert.

Chicago mit einem komischen Draft: TE Kmet als die drölfzigste Option auf dieser Position, aber CB Jaylon Johnson, Gipson und Mooney sind gute Picks.

Pittsburgh so naja: Es gab nur wenige Picks (geringstes Draftkapital von allen) und keinen 1st Rounder. WR Claypool erweitert das Portfolio eines nun sehr breiten Receiving-Corps mit verschiedenen Talenten. Weil der Kader schon recht komplett besetzt ist, konnte man eher BPA draften, z.B. auch beim interessanten, produktiven Small-School EDGE Alex Highsmith.

Die Saints haben einen kaum einzuordnenden Draft hingelegt: Recht kompletter Kader mit einem QB Brees auf dem letzten Halali. OG Ruiz kann man als Versicherung sehen, Baun hat eher langfristigen Charakter und dann tradete man zurück in Runde 7 um in Tommy Stevens den Nachfolger als H-Bach für Taysom Hill zu holen.

Bei den New York Jets gefällt mir vieles, aber nicht ihr #1 Pick OT Mekhi Becton. Sam Darnold ist 2020 schon im „Win-Now“ Modus und muss es schnell raffen, und dann ziehen die Jets mit Wirfs auf dem Board in Becton einen der allgemein anerkannten „Developmental-Tackles“? Schade, schade. Ein paar Picks danach waren gut: WR Mims war notwendig und Ende Runde 2 zufällig noch da, CB Bryce Hall in Runde 5 klingt wie exzellenter Value. Man hätte aber mehr auf Receiver tun sollen.

Titans? Haben mal wieder gezeigt in welche Richtung sie gehen wollen: In OT Wilson einen Run-Blocker in Runde 1 und RB Evans einen Runner in Runde 3 – aber im Sandwich dann in CB Fulton Ende Runde 2 ein herausragender Value-Pick! In Cole McDonald holt man an Tag 3 einen möglichen QB zur Entwicklung, aber ich kann einem Team, das derart auf dem „Rush-Trip“ bleibt, keine höhere Bewertung geben.

Bleiben 49ers und Raiders. San Francisco hat nur in Teilzeit operiert: Trade-Down für DT Kinlaw, aber teurer Trade-Up für WR Aiyuk und ein Late-Round Flyer für WR Jennings. Es sollen Shanahans Lieblingsspieler gewesen sein. Ich habe meine Probleme mit dieser Sicht, und der Trade für Aiyuk war brutal teuer, gerade nachdem Jeudy und Lamb auf #14 noch am Tablett waren. Ich kann über die verpassten Chancen nicht hinwegsehen und den Niners ein B geben, nicht wenn man eine solche perfekte Ausgangslage hatte, der eigenen Passing-Offense zu helfen.

Die Raiders dagegen haben der Passing-Offense geholfen – mit einem Triple-Up auf Wide Receiver: WR Ruggs, WR Bowden und WR Edwards – drei verschiedene WR-Typen. Dazu zweimal Cornerback in Arnette und Robertson und S Muse: Den Positionen nach war das alles ideal, was Gruden und Mike Mayock da gemacht haben – aber ihr Draft zeugt von mangelhaftem Marktwertverständnis der Spieler: Ruggs über Jeudy kann man noch entfernt mit Familientradition und dem Speed entschuldigen, aber Jeudy ist ganz einfach der komplettere Prospect. Und Arnette an #19 ist einfach baffling: Der in Medienkreisen gut vernetzte Mayock sollte es eigentlich besser wissen, doch wie schon letztes Jahr bei EDGE Clelin Ferrell ziehen die Raiders auf den Marktpreis scheißend einen Spieler Dutzende Picks zu früh. Das reicht dann trotz allem nur für C.

Bleibt Washington: In Chase Young den mutmaßlich fertigsten Spieler im Draft auf EDGE bekommen, aber dahinter kam nicht mehr viel (RB/WR Gibson in Runde 2 noch als bester Pick) und mit dem Young-Pick selbst habe ich so meine Probleme. Wir können nicht abschätzen ob und was Washington an Trade-Offerten bekam (oder überhaupt zugehört hat), daher ist es schwer dort Strafpunkte zu vergeben, doch Mann: Die Beute nach diesem Draft mit der Ausgangslage ist doch irgendwie ernüchternd, oder?

Note D

Carolina pickte in diesem Draft nur Defense – das ist historisch und ein Novum, und die anvisierten Positionen gerade am Anfang sind mir suspekt: DT Derrick Brown an #7 war der Pick, von dem ich aus Lions-Anhänger an #3 Alpträume hatte, danach EDGE Gross-Matos und S Chinn als recht unsichere Tüten mit dem Label „Traits >> Production“. Die Panthers bleiben kaum einzuschätzen und ich kann ihnen für alle Picks außer dem Brown-Pick keine haarsträubende Kritik geben – aber Brown Pick ist eine glatte 6, Superspieler hin, Superspieler her.

Houston hatte kaum Munition und hat diese in DT Blacklock und DE Greenard investiert. Fast nix für die Coverage gemacht, ich weiß nicht recht ob C oder D, aber man hätte z.B. an #40 CB Fulton statt einem Run-Stuffing DT ziehen können und ich hätte ein klares Argument für ein C.

Die Los Angeles Rams sind eines der Teams mit Runningback-Penalty: Sie hatten keinen 1st Round Pick, haben nach zahlreichen Trades seit Jahren keine 1st Rounder und auch 2021 keinen, haben fette Verträge auf QB und DT und erst jüngst ihren Horror-Runningback-Vertrag mit großem Schaden aus dem Kader gebracht – und draften nun schon wieder einen Runningback mit ihrem ersten Pick??? Sorry – no way. Akers kennt schlechte O-Line vom College, aber die Rams haben nur Fragezeichen auf Center und Guard und einen bald 39-jährigen Left Tackle, da ist so eine Auswahl unentschuldbar – auch wenn alles danach recht ordentlich ausschaut.

Divisionskonkurrent Seattle zog mal wieder sein Ding durch, auf alle Konventionen scheißend: Linebacker in Runde 1, EDGE Taylor, bei vielen ein Late-Rounder, in Runde 2. Hier haben wir mehrere Konzepte, die zusammenkommen: Ein sehr „eigenes“ Spielverständnis im Jahr 2020 (Base-Defense dominiert) und ein sehr eigener Marktwertverständnis von Spielern. Wir haben zu viel Base gespielt und hatten dafür keinen Spieler, also legen wir einen Linebacker nach um gleich viel Base spielen zu können? Secondary wurde einmal mehr ignoriert, außer OG Lewis in Runde 3 kann ich nicht viel Sinnvolles in diesem Draft erkennen.

Note F

Kommen wir zu den verrückten Drafts. Die Chargers ziehen QB Justin Herbert an #6 und traden dann sauteuer nach oben um an #23 LB Kenneth Murray zu ziehen – zwei sehr fragwürdige Picks. Herbert, weil er mit seiner Kombination aus Schrotflinte & Spielverständnis ein Hoch-Risiko QB Pick ist und Murray, weil er gerade mit Optionen à la Queen am Tablett ein sehr eindimensionaler, in Coverage kaum zu brauchender Linebacker ist. Dann wegen des Murray-Trades keine 2nd und 3rd Rounder, und man fährt mit Runningback fort? Schade, schade.

Der Patzerpreis geht nach Green Bay. Ich habe schon am Freitag ausführlich darüber geschrieben warum ich dem Packers-Treiben null abgewinnen kann und QB Jordan Love noch der einzige Pick war, den man verteidigen kann. Man hat im ganzen Draft nicht einen einzigen Wide Receiver gezogen und gedenkt mit QB Aaron Rodgers im Kader eine Establish-the-Run Philosophie zu etablieren. JEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEZZZZHOLYFUCKKKKKKKKINGCHRIST.

43 Kommentare zu “Sideline Reporter Draft-Grades 2020

  1. Bei den Packers habe ich fast den Eindruck, sie sind der Meinung trotz Rodgers in die Play-Offs gekommen zu sein. Oder anders ausgedrückt, sie sind der Meinung er ruht sich auf seinem fetten Gehalt zu sehr aus.

  2. Oder wie es Tweet sagte:

  3. Bin bei den Seahawks zwiegespalten (vermutlich aber auch einfach zu sehr beinflusst, weil großer Fan des Teams)

    Nach den Entlassungen heute von C Justin Britt (8 Mill. Cap Ersparnis) und RG DJ Fluker (3,5 Mill Cap Ersparnis) habe ich doch noch Hoffnung auf eine Verpflichtung von Clowney oder Everson Griffen.

    Jordyn Brooks in Runde 1 war scheinbar doch kein so großer reach wie ursprünglich gedacht. Scheinbar hätte Baltimore ihn auch höher gehabt als Queen. Aber das werden wir wahrscheinlich eh nie erfahren. Trotzdem eine fragwürdige Entscheidung einen Linebacker in Runde 1 zu holen.
    Base Defense wird uns so aber leider scheinbar weiter verfolgen. Hoffe aber zumindest Jordyn Brooks hat mehr Speed um den Lauf zu stoppen. Da waren wir echt grottig letztes Jahr.

    Bei der Secondary bin ich gespannt wie CB Dunbar der von den Redskins gekommen ist, sich integriert.

    Seahawks haben jetzt 17!! Oliner am Roster. Aber zumindest einen LT als Ersatz für Duane Brown langfristig hätte ich mir schon gewünscht, im Draft dieses Jahr.

    Wird auf jeden Fall spannend…

  4. Der ganz Seahawks Draft zeigt einfach wie die denken, und das ist nicht mehr zeitgemäß. Kein Wunder, dass wirklich jeder der #1 Picks bei den Hawks floppt.

    Lions leider ähnlich, ein eigentlich guter Draft kriegt mit Swift in #2 eine Delle.

    Chiefs verstehe ich überhaupt nicht, aber wenn jemand den RB zumindest nicht mit zu großem Schaden einsetzt, dann Reid.

    Insgesamt finde ich weniger ganz furchtbare Picks dieses Jahr als sonst.

  5. Wie immer Top-Artikel und endlich mal jemand, der sich traut, auch schlechte Noten zu vergeben.

    Alles total nachvollziehbar. Kurz gezuckt habe ich nur bei den Jets (die ich eine Note besser gesehen hätte) und bei den Skins (schlechter). Aber ich bin soooo weit weg, das vernünftig bewerten zu können. Also eher Bauchgefühl basierend auf meinen Twitter- und Blog-Quellen sowie YT-Streams während des Drafts.

    Du hast die Bewertungs-Schwierigkeiten oben angesprochen, eine Detailfrage dazu: Wie fließt z.B. der Trent-Williams-Trade bei dir ein? Ohne dieses Trade hätte ich den 49ers bestenfalls ein D gegeben. Stellt sich nun die Frage: War der Trade schon safe als sie an #14 die Downtrade-Angebote ablehnten? Oder hatten sie verdammtes Glück?

  6. nach wie vor kann ich die Panthers nicht verstehen. Der Draft wird ja durchaus unterschiedlich bewertet – pff mit einem B – denen haben die day 3 picks sehr zugesagt; auch Adrian Franke war etwas gnädiger, fand auch das two ganz gut… nicht das deine Einschätzung falsch ist.
    Dennoch: nur Defense wirkt strenge, aber auch geplant. Man könnte argumentieren, dass es ein bewusstes Deckeln der Ergebnisse sei um 2021 nochmal hoch draften zu dürfen; Verzicht auf offense um das Potential zu limitieren, aber das Team gleichzeitig besser machen. Da ist nur doof, das rookies sowieso erst im 2ten Jahr relevant werden und es passt auch nicht zu den Free Agency moves.
    Spannend auch der Verzicht auf lb, trotz kuechly Rücktritt, stattdessen dann an Tag 3 einen db nach dem anderen abgegriffen, ist da irgendwo ganz tief vergraben doch noch die analytics Abteilung zu erkennen?

    Was ich mitgenommen habe:
    Richtig gefreut hätte ich mich über Jeudy/lamb, mehr noch als über Simmons, Brown oder auch Young; dass sagt eigentlich alles.

    @korsakoff:
    Bei Bewertung von DB vs Edge also Impact vs Konstanz scheinst du eine Meinung gefunden zu haben?

  7. Interessantes Ranking.

    Ich habe ehrlicherweise die Ravens bei meinen A Grades (und das muss ich als Steelers-Fan sagen, ugh).

    Hervorragende Value-Picks den ganzen Draft lang. Queen, Madabuike, Duvernay, Harrison, Bredeson und Stone hätten alle schon viel früher gehen können/sollen.
    Dobbins wird wohl über kurz oder lang Ingram ablösen, wo man sich dann einiges an Cap spart. Speziell bei den Ravens mit ihrer unkonventionellen Offense finde ich den Pick ehrlicherweise nicht mies, obwohl ich sonst gegen höhere RB Picks bin.
    Selbst wenn man ihn nicht mag, war der restliche Draft aber einfach spitze imho.

    Zu meinen Steelers:
    War irgendwie ein typischer Steelers-Draft. Sie scheinen dann doch immer ein anderes Board als die meisten Experten zu haben. Claypool ist der klassische X-WR, aber wieso man nicht Mims geholt hat versteh ich nicht (aber der war anscheinend bei allen NFL Teams nicht sonderlich hoch).

    Über Highsmith weiß ich wenig, aber scheint athletische Upside zu haben und die Clemson Coaches haben ihn als gefährlichsten EDGE Rusher, gegen den sie gespielt haben, bezeichnet.

    McFarland … hier mag ich den RB z.B. nicht. Wir haben kein kreatives Scheme und McFarland kommt mit vielen Fragezeichen daher. Außerdem haben wir mit Whyte bereits einen ähnlichen jungen Spieler.

    Dotson scheint ein guter Pick zu sein. War konstant der beste Run-Blocking Guard bei PFF und auch in Pass-Protection zumindest nicht absolut mies. Gilt als high-upside, low-floor Prospect.

    Den Brooks Pick finde ich guten Value in der 6.Runde und zu Davis kann ich wenig sagen.

    Allgemein bin ich da bei so einer B- bis C Range bei dir.

  8. @Josef H: Ich muss den Williams-Trade ausklammern. Wenn wir ihn mitnehmen, würde ich eine Kategorie höher sagen, weil 5th + 3rd 2021 dann schon ganz guter Value für einen der komplettesten OT ist und Staley ja zurücktritt. Ohne hätte sich da ein Fass aufgemacht.

    Denke sie haben es vor dem Draft schon gewusst, ansonsten wäre der DT Pick auf #14 noch komischer bzw. der Trade wohl nicht gemacht worden.

  9. @aleaxanderbrink / DB vs EDGE

    Ich denke, dass die Inkonstanz von DB in der Performance eher mehr als weniger Grund dafür sind, besonders tief auf der Position besetzt zu sein.

    Ich hatte hier mal verlinkt, dass die projection Base-Line gerade für hoch gedraftete Cornerbacks eine hohe ist und Teams CB erstaunlich gut – besser als alle anderen Positionen! – von College auf NFL projizieren können.

    Ich glaube es macht Sinn, viele Cornerbacks und auch Safetys zu draften, weil man das Bauen einer Defense um die beiden Positionen herum beginnen muss. Die Indizien, die dahin deuten, sind erdrückend.

  10. @Joffrey G: Ich habe das gestern schon bei Twitter diskutiert, wäre ich in die Range zwischen den Noten gegangen, hätte es für Pittsburgh B+ oder C- gegeben.

    Habe mir diese Arbeit aber nicht angetan, weil es auch nix bringt 🙂

    Zu den Ravens: Ja, ich finde den restlichen Draft auch ganz gut, ich sehe, dass Baltimore mit Boykin einen guten jungen Receiver am Feld hat und Duvernay macht Sinn.

    Vielleicht ist das C eine Überreaktion auf den Dobbins-Pick. Aber ich komme mit dem Pick einfach nicht klar. Er macht keinen Sinn. Was soll er bringen? Die Ravens-Offense rollt über Lamar Jackson, und Edwards und die ganzen unbekannten RB haben alle gute Effizienz eingebracht.

  11. Bei den Carolina Panthers habe ich so das Gefühl, wie sie vorab die kommende Saison ab schenken, um 2021 QB Trevor Lawrence zu holen aus der Nachbarschaft. Mit ihm werden sie auch die Offense stärken.

  12. Der ganze Plan hakt aber an zwei Stellen:

    a) weiß keiner ob die College Saison 2020 stattfinden wird und in welcher Reihenfolge dann 2021 gedraftet wird

    b) deswegen kann man ja trotzdem vernünftig draften und keinen non-Passrush DT mit solchen Alternativen an #7 ziehen. Rookies haben in Jahr 1 selten den gigantischen Impact, dass es auf eine „Tank-Season“ besonderen Einfluss gehabt hätte.

  13. „ An Dave Gettleman gibt es diesmal recht wenig auszusetzen.“

    Dass ich das hier noch erleben darf – ich habe Tränen in den Augen. 😉

  14. Es ist immer wieder erschreckend wie viele Menschen Probleme damit haben, Prozesse anstelle von Ergebnissen zu bewerten.
    Was man da teilweise vor allem auf Twitter liest, ist ja haarsträubend. Da wird allen Ernstes immer wieder versucht, sogar den Packers Draft zu verteidigen („Kann ja sein dass Spieler X,Y in 3 Jahren einschlägt“, „Haben perfekt für das neue Scheme gepickt“, usw. ….).

    Eine abstrahierte Sicht auf den Draft (Managen von Risiken, „Play the uncertainty“ wie Timo Rieske mal schön geschrieben hat, Maximieren des Values, …) fällt vielen Menschen eben schwer und ich weiß ehrlich gesagt nicht ob sich das irgendwann ändert und in den meisten Köpfen wirklich ankommt.

  15. Würde ich mal ausdehnen. Wenn wir In der Corona Krise nach links und rechts schauen komme ich auch zum Schluss, dass nur Ergebnisse und nicht Prozesse bewertet werden.

  16. Es ist bei Corona halt auch brutal schwer den Prozess zu bewerten, weil es an Erfahrungswerten hakt – hier ganz anschaulich dargestellt wozu das führt:

    Aber beim Draft wissen wir halt viele Dinge mittlerweile ganz genau, und es bringt halt wenig sich einzureden, dass *es bei diesem Runningback anders ist*

  17. Ging mir mehr um die Wahrnehmung in der Bevölkerung.
    Um den Vergleich etwas zu strapazieren:
    Der Verlauf der Pandemie ist schwer vorherzusagen gewesen, genauso wie die Erfolgsaussichten eines einzelnen Prospects. Es gilt Risiko zu managen, zu evaluieren und entsprechend des Vorhandenen Wissens eine gute Entscheidung zu treffen. Ob die Entscheidung gutgetroffen wurde ist weitestgehend unabhängig davon, ob der Spieler später erfolgreich ist, ebenso, wie man die Entscheidung für gewisse Maßnahmen nicht unbedingt daran messen kann, wie der Sterbequotient liegt; nur weil die Krankenhäuser jetzt nicht ausgelastet sind, war es keine schlechte Entscheidung diese für den Bedarf zu blocken.

  18. Ich frage mich, ob die Analytics der Ravens nach dem Dobbins-Pick noch Haare auf dem Kopf haben. An 55 (!) waren mit Mims & Fulton noch zwei vermeintliche Skill-Player auf zwei Skill-Positions auf dem Board. WR bleibt ein Fragezeichen und auf CB sind sie nach dem Abgang von Carr relativ dünn in der Breite besetzt. Smith und Young haben zudem eine nicht unerhebliche Verletzungshistorie.
    Find den Draft als Fan ok, trotzdem dem sie mMn bei einigen Picks wohl Value haben liegen lassen.

  19. Ja, ich komme über den Pick nicht hinweg. Einer der absoluten Head-Scratcher im ganzen Draft.

    Ich glaube ich war sonst nahe bei A, aber das ist schwer zu entschuldigen.

  20. Um auch noch auf den Corona Vergleich einzugehen:
    Klar es ist extrem schwierig den Verlauf der Pandemie vorauszusagen und daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten.
    Aber allein schon, sich dieser enormen Unsicherheiten bewusst zu sein und diese in die Entscheidungen miteinfließen zu lassen, ist Teil eines Prozesses und kann daher bewertet werden.
    Sprich:
    sich Unsicherheiten bewusst sein und daraus transparent Entscheidungen treffen (und bei besserer Datenlage dauernd anpassen) -> guter Prozess
    so tun als wüsste man alles und daraus absolute Entscheidungen treffen (und darauf beharren) -> schlechter Prozess

  21. Also so wie ich das verstanden habe, gewichtet Korsakoff das ja auch so, mit besonders hartem Penalty für RB in den ersten Runden, weil das besonders wenig Gegenwert einbringt.

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  23. Um mal die oben publizierten Grades in Kontext zu setzen: Sie haben es auf diesem Blog mit dem strengsten von allen zu tun:

  24. Abgesehen von den Eagles, da ist deine Grade die Beste.

    Und ob man Chad Reuder von NFL.com so ernst nehmen kann ist da die Frage. So weit weg wie er von allen anderen ist.

  25. Mich wundert, dass der Eagles-Draft so kritisiert wird. Reagor und die Idee, auch später noch Speed reinzubringen, ist eine super Ergänzung, ohne dass sie teure Trades einfädeln mussten.

    Da hängen sich offensichtlich alle an Jalen Hurts auf. Bei dem Pick bin ich ziemlich optimistisch, sehe da viel mehr Upside als Downside, gerade in Philly.

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