Was muss passieren, damit es eine College-Football-Saison im Herbst 2020 geben kann?

Bleiben wir beim College Football und spielen heute kurz News-Aggregator.

Was muss für eine Saison passieren?

Stewart Mandel vom Bezahl-Portal The Athletic hat gestern seine Einschätzung gegeben was alles passieren muss, damit eine College-Football-Saison im Herbst möglich wird. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen:

Teams müssen einigermaßen heil durch das Trainingslager kommen. SEC und Pac-12 haben sich schon Zeit erkauft indem sie ihren Saisonstart um ein paar Wochen nach hinten verschoben haben (SEC: 26.09.). Die SEC hat auch den Start der Trainingslager um zwei Wochen auf die zweite August-Hälfte verschoben. Das erlaubt den Teams bei einem eventuellen Corona-Ausbruch kurz nach Beginn der Trainingslager abzufangen und auch bei einer mehrtägigen Unterbrechung mit ca. 20-25 Tage Vorbereitung im Camp in die Saison zu gehen. Die Big Ten ist einen anderen Weg gegangen und startet früher.

Der ganze Punkt ist BTW heikel und er hat bei Colorado State schon für einen Eklat gesorgt, weil Coaches dort offensichtlich Nachhilfe bei Trump („wenn wir nicht testen würden, hätten wir keine Fälle!“) genommen haben und Athleten dazu gedrängt haben sollen, Symptome zu verschweigen.

Teams müssen die Phase überstehen, in der die meisten Studenten auf den Campus zurückkehren. Das fällt grob mit der frühen Phase der SEC-Trainingslager zusammen: Ende August / Anfang September. Bis dahin ist ein Einsperren der Teams in eine NHL-artige Bubble noch denkbar – doch dann hält es Mandel für nicht mehr praktizierbar, die Athleten vom Campus-Leben zu isolieren. Er sieht Partys kommen und den einen oder andern Ausbruch für unvermeidlich.

Teams müssen massenartige Opt-Outs verhindern. Bislang sind es Einzelne wie Virginia Techs CB Caleb Farley, die die Saison aussetzen – es sind Prospects, die ohnehin sehr gute Draft-Aktien besaßen. Doch in der Pac-12 z.B. drohen bereits Dutzende Athleten mit Aussitzen, wenn sich die Gesundheitsbedingungen nicht bessern.

Als die beiden Worst-Cases nennt Mandel einmal, dass Profiligen wie NFL oder MLB mit ihren Spielergewerkschaften gezwungen werden, den Spielbetrieb einzustellen (der Druck auf College-Präsidenten mit ihren Fake-Amateur-Sportprogrammen würde dann ins Unendliche wachsen), und – Gott behüte – wenn tatsächlich einer der Footballer am Virus sterben würde. Ein Saisonabbruch wäre dann absolut unvermeidlich.

Mandel schreibt sinngemäß: Die Risikobewertung der College-Verantwortlichen hat offenbar ergeben, dass das Restrisiko für 18-22jährige vertretbar ist. Aber es wird auch unter den Sportlern Ausnahmen geben; wir sind noch nicht ganz so weit – aber es gibt bereits einzelne Fälle von schweren Krankheitsverläufen.

Paar Infos jetzt noch:

Saisonstart

Die Big 12 hat als einzige Power-5 Conference noch keinen Saisonstart bekannt gegeben.

Geplanter Saisonstart Big Ten: 03.-05.09.

Geplanter Saisonstart ACC: 07.09.

Geplanter Saisonstart SEC und Pac-12 am 26.09. Die beiden Conferences haben auch schon bekanntgegeben, dass ihre Championship Games um zwei Wochen auf den 18./19.12. verschoben werden. Die Big Ten behält sich die Option offen.

Das Playoff-Komitee hat seine Bekanntgabe auch schon um zwei Wochen nach hinten geschoben:

Schedule

Big Ten, Pac-12 und SEC planen einen reinen Conference-Spielplan mit 10 Spielen. Alle drei Conferences wollen ihre Divisions-Struktur wie gehabt beibehalten.

Die ACC plant einen Spielplan mit 10 Conference-Games und einem non-Conference Spiel. Notre Dame soll für die heurige Saison in den Spielplan aufgenommen werden und 10 Spiele gegen ACC-Teams spielen, und damit auch fürs Conference-Finale berechtigt sein. Es soll keine Divisionen geben.

Die Big 12 dagegen will ein „9+1“ spielen: Das gewohnte Round-Robin in der Liga gegen jeden der Conference-Gegner, plus ein out-of-Conference-Spiel.

Die Mid-Majors und Independents hängen im luftleeren Raum, wenn die Power-5 keine Conference-Spiele abhalten. So wirklich abgesagt hat die Saison noch keine der kleinen Conferences, aber für viele ist eine Abhaltung ohne die lukrativen Schachtfeste gegen die Ohio States dieser Welt finanziell kaum tragbar. Die Bekanntgaben zur Spielplan-Gestaltung klingen wie reine Lippenbekenntnisse um das Unausweichliche erstmal hinauszuzögern: Die Absage der Herbst-Saison.

Siehe hier zum Beispiel die kleine Mountain West Conference, die ihren Teams bereits freistellt, ob sie die beiden non-Conference Games im Schedule bestreiten will.

In der FCS hat die Ivy-League mit den Elite-Unis um Harvard und Yale Herbst-Football erstmal abgesagt. Fünf weitere Conferences sind dem Beispiel gefolgt. Die anderen sieben Conferences überlegen offensichtlich noch.

Die beiden untersten Ebenen Division II und Division III haben schon jeglichen Universitätssport im Herbst ausgeschlossen:

Updates gibt es bei CBS.

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