All-32: Cincinnati Bengals 2020 Preview

Moin.

Lass uns mal kurz auf die NFL-Saison 2020 blicken. Auf dem neuen Portal „Lead Blogger“ haben wir ja unsere NFL-Vorschauserie schon gestartet, die Division für Division abarbeitet und neben kurzen Team-Previews auch kurze Round-Tables zur gesamten Division beinhaltet.

Geplant ist, dass ich dort ein paar einzelne Teams übernehmen werde. Welche? Let’s see.


Ich möchte hier gar nicht groß in Konkurrenz dazu gehen, da ich momentan noch nicht über die Kapazität verfüge, alle Teams en detail zu besprechen und weil ich zumindest gedenke, wieder kurz vor Kickoff am 10.09. die große vierteilige „furchtlose Vorschau“ zu schreiben.

Daher will ich im Rahmen eine neuen Konzepts „All-32“ die NFL-Previews in Quickie-Format abhalten. Fokus auf ein paar mir wichtig erscheinende Details. Mal schauen ob ich es zu Ende bringe.


Beginnen wir mit den Cincinnati Bengals, dem Team mit dem schlechtesten Record der letzten NFL-Saison. Sie sind ein Team, von dem ich einen relativ großen Sprung nach vorne erwarte – es spricht einiges dafür, dass sie letztes Jahr ziemlich unterschätzt waren.

  • Bilanz 2019: 2-14
  • Pythagorean: 4.3 Siege (#30)
  • Close Games: 0-7
  • Offense EPA/Play: -0.09 (#29)
  • Defense EPA/Play: +0.11 (#28)
  • Turnovers: -14
  • Adjusted Games Lost: #20

In der Offseason waren die Bengals erstaunlich aktiv – vor allem in der Defense, wo mit DT Reader, den CBs Waynes und Alexander sowie Safety Vonn Bell gleich vier Free-Agents eingekauft wurden; dazu kamen drei Rookie-Linebacker via Draft.

Offense

In der Offense dagegen gibt es drei wesentliche personelle Änderungen zur letzten Saison:

  1. QB Joe Burrow kommt als #1 Pick in die Offense.
  2. WR AJ Green kehrt unter Franchise Tag ins Team zurück.
  3. OT Jonah Williams ist nach Kreuzbandriss als Rookie erstmals einsatzfähig.

Alle drei personellen Änderungen sind ziemlich fett. Quarterback war 2019 bis zum Wechsel von QB Dalton auf QB Finley noch gar nicht mal das ganz desaströse Problem (Dalton mit 0.01 EPA/Pass „immerhin“ #24 unter den QBs mit 300 oder mehr Passversuchen); vielmehr war es einfach eine Combo aus mittelmäßigem QB-Play, mieser Offense Line (#31 nach PBWR) und einem Receiving-Corps ohne Highend-Option.

Was wir von Burrow als Rookie erwarten können, ist schwierig zu sagen; Burrow ist sicher ein cooler Prospect und hat 2019 eine epische Saison am College gespielt – aber eben auch unter ziemlich idealen Bedingungen. Vor 2019 war Burrow eine graue Maus, die keinem Scout besonders aufgefallen wäre.

Aber mit seinem guten Gefühl fürs Spiel, seiner Downfield-Accuracy und seinem guten Pocket-Verhalten gibt es etliche Punkte, die für relativ smoothe Transition sprechen. Und: Das Offense-System von Headcoach Zac Taylor steht in der Tradition von Gary Kubiak & Sean McVay und gilt als ziemlich QB-freundlich.

Ein Fragezeichen ist der „Wide-Receiver Fit“. Das Quartett aus der „echten“ #1 AJ Green, dem #2-Receiver Tyler Boyd, dem Rookie und designierten mittelfristigen Green-Nachfolger Tee Higgins sowie dem Speedster John Ross (so er nochmal als change-of-pace #4 eine Chance bekommt) klingt auf dem Papier richtig attraktiv, doch wir haben schon darüber diskutiert, dass gerade der Higgins-Pick ziemlich eigenartig war: Am College wurde er fast ausschließlich draußen an der Seitenlinie eingesetzt; die Taylor-Offense operiert aber primär „mittig“, hatte mit die wenigsten Würfe in diese Zonen.

Defense

Defense war enttäuschend, wurde jetzt aber mit eingangs genannten Spielern aufgebolstert. Vor allem das DB-Trio Waynes/Alexander/Bell ist händeringende Verstärkung der zuletzt verwaisten Secondary. Vorne bolstert DJ Reader die Run-Defense als Nebenmann von Geno Atkins auf und auf Linebacker hat man gleich drei Rookies gedraftet um etwas mehr Speed reinzubringen. Edge-Rush bleibt ein Fragezeichen, doch verbesserte Coverage wird DefCoord Anarumo mehr Freiraum geben. Die Chancen stehen gut, dass Cincinnati defensiv einen kleinen Sprung nach vorn macht.

Ausblick

Doch machen wir uns nix vor: Die Offense definiert dieses Team. Taylor geht in sein zweites Jahr als Headcoach. Er bleibt ein recht unbeschriebenes Blatt. Ein bisschen Hoffnung habe ich bei ihm, weil er letztes Jahr unter veränderten Bedingungen seine klassische McVay-Offense an ein reduziertes Personal angepasst hat (z.B. Dalton hinter der O-Line sehr schnell werfen lassen) – das macht Mut.

Jene Offense Line bleibt jetzt aber ein Knackpunkt. Insbesondere auf RT bleiben massive Fragezeichen. Aus neutraler Sicht kann man nur hoffen, dass die Line besser funktioniert – denn wenn, dann könnte Burrow sehr schnell zünden: 5-wide Aufstellung aus 11-Personnel, und die Hütte abfackeln. (CALL ME IN!!!)

Ob eben jener O-Line-Fragezeichen bin ich noch ein bisschen skeptisch. Aber wenn Burrow eine Rookie-Saison à la Matt Ryan 2008 oder RG3/Wilson 2012 oder Baker 2018 auskommt, dann winkt eine Außenseiterchance auf die Playoffs.

7-9 ist aber realistischer.

8 Kommentare zu “All-32: Cincinnati Bengals 2020 Preview

  1. Für Leute wie mich die Podcast nicht mögen und lieber lesen statt hören, ist das natürlich nicht schön, aber ich weiß das ich da in der Minderheit bin, und kann es verstehen das beides zusammen zuviel Arbeit ist. Also freue ich mich auf die, die dann kommen.

  2. Ich nehme alles zurück, ich hatte die ganze Zeit im Kopf das es ein Podcast ist, Leseverständnis null sechs setzen😅

  3. Kurz, knackig und schön zu lesen – gerne alle Previews in diesem Format!

    Ich sehe dieses Jahr aber eine schwere Saison auf die Bengals zukommen.

    Burrow ist immer noch ein Rookie, der zudem sehr wenig Praxiserfahrung wegen Corona bekommt.

    Die OL ist bis auf die Wildcard Williams nicht besser geworden und immer noch ein massives Problem. Miese OL und Rookie-QB in dieser Division ist keine gute Kombination.

    Ich sehe auch die Ravens, Steelers und Browns nochmal deutlich stärker als die Bengals.

    Deswegen wäre 7-9 dieses Jahr schon eine positive Überraschung, wie ich finde.

    Ich hätte sie bei meiner Prognose bei 5-11 oder 6-10 eingeordnet.

  4. Jetzt steht nur noch der Umbau bei den Steelers an, zumindest auf der QB Position mit dem Oldie Ben Roethlisberger – gegen die drei Jungspunds aus dieser Division.

  5. @Colo: Jap, das wird über kurz oder lang an der Tagesordnung sein.

    Aktuell scheint aber alles darauf hinzudeuten, dass Big Ben (38 Jahre alt) noch einige Jahre a la Brees oder Brady dranhängen möchte.

    Die Nachrichten aus dem Camp muss man immer mit ein bisschen Vorsicht genießen, aber Roethlisberger scheint so fit und motiviert wie schon lange nicht mehr zu sein („I want to win Lombardis – and yes, I’m talking in the plural here!“).

    Hat auch einiges abgespeckt und sieht auf den Fotos sogar wie ein richtiger Athlet aus.

  6. Wäre da sehr skeptisch. Natürlich kann man argumentieren, dass modernes Training, Ernährung etc. dafür Sorgen, dass Qbs länger spielen können, aber noch sind Brady und Brees die statistischen Ausnahmen und bei Brees muss ich auch sagen, dass ich nicht wirklich überzeugt bin.

  7. (Brady hat in den letzten zwei Jahren auch deutlich abgebaut. Noch immer gut, aber längst nicht mehr absolute Spitzenklasse, die jede Offense-Schwäche übertüncht)

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