All-32: Carolina Panthers 2020 Preview

Guten Morgen.


Das neue Lead-Blogger Portal läuft weiter gut an. Wer es noch nicht gesehen hat, für den hier ein paar Verweise auf sehr gute Artikel der letzten Tage:

Ach ja, die Panthers…

Und damit weiter zum heutigen Thema, den Carolina Panthers. Die haben im Winter bekanntlich den Reset-Button geklickt. Wir hatten sie schon ausführlicher analysiert.

Ron Rivera, Cameron Newton und Luke Kuechly raus, dafür beginnt nun die Ära von Headcoach Matt Rhule, dem neuen starken Mann in Charlotte. Mit Sechsjahresvertrag ist er ein Langzeitprojekt, der nicht nach dem ersten Ausrutscher das Messer vor der Brust spürt.

  • Bilanz 2019: 5-11
  • Pythagorean: 4.9 Siege (#29)
  • Close Games: 2-4
  • Offense EPA/Play: -0.08 (#28)
  • Defense EPA/Play: +0.06 (#23)
  • Turnovers: -14
  • Adjusted Games Lost: #15

Rhule begeistert mit seinem Auftreten, und er hat in Joe Brady einen der begehrtesten jungen OffCoords im Lande geholt. Aber die Ausrichtung nach der ersten Offseason ist mir nicht ganz klar:

  • Man verlängerte RB Christian McCaffrey teuer und gegen jede Logik
  • Man holte in Teddy Bridgewater den personifizierten „QB fürs Mittelmaß“ und verzichtete darauf einen Rookie-QB zu draften
  • Man draftete 7x Defense, u.a. an #7 in Derrick Brown einen Defensive Tackle

Das alles liest sich nicht wie ein harter Umbruch. Vielmehr war es „Leistungs-Floor auf unteres Mittelmaß hieven“. Inwiefern das langfristig hilft, bleibt abzuwarten.

Offense

Meine Theorie zu Bridgewater ist, dass die Panthers ihn holten um die Joe-Brady-Offense an die NFL anzupassen. Teddy kennt Brady aus gemeinsamen Zeiten in New Orleans; er ist als Routinier eine bessere Wette um das Ding ins Laufen zu bringen als es ein Rookie gewesen wäre.

Bridgewater ist ein leicht unterdurchschnittlicher Starter, der bislang nie mit tiefem Passspiel glänzte – doch just dafür hätte Carolina nach dem Einkauf von WR Robby Anderson aus New York fettes Receiver-Material geholt. Überhaupt liest sich der Receiving-Corp lecker: D.J. Moore, Anderson, Curtis Samuel. Zwei Drittel der NFL blicken neidisch nach Carolina.

Die Frage ist was mit McCaffrey passiert: CMC ist einer der besten und vielseitigsten Runningbacks in der NFL. Aber er bleibt Runningback. Carries wie Runningback-Targets sind ineffizienter als Receiver-Targets – auch bei CMC. Sein neuer fetter Vertrag ist aber Hinweis darauf, dass Rhule und Co. das Runningback-Kurzpassspiel priorisieren wollen. Das fühlt sich irgendwie schade an.

Auch die O-Line ist okay, nicht viel mehr: Letztes Jahr nur #30 nach PBWR, aber jetzt mit LT Russell Okung ge-upgradet. RT Moton gilt als durchaus okay, und auch von C Matt Paradis kann man nach einem schwachen Debütjahr in Carolina mehr erwarten.

Nicht zu vergessen: Letztes Jahr war über weite Strecken Kyle Allen der Starting-QB. Dessen Passing-Offense war mit -0.03 EPA/Dropback unterirdisch und nur unwesentlich effizienter als eine durchschnittliche Rushing-Offense. Und selbst damit überschätzen wir Allens Performance wahrscheinlich: Schließlich war er außerordentlich glücklich, „nur“ 16 Interceptions geworfen zu haben.

Defense

Siebenmal Defense im Draft, aber Rücktritt von Kuechly: Hier ist alles offen. Das Defensive Backfield liest sich total unerfahren, und vorne muss Rookie-DT Derrick Brown den Abgang von Bolzen wie McCoy oder Dontari Poe kompensieren.

Nur mal so: Der CB1 hört auf den Namen Troy Pride, und auf Safety gesellen sich zum grundsoliden Tre Boston in Kenny Robinson und Jeremy Chinn zwei Rookies aus den mittleren Runden. Unoriginelle Prognose: Das wird ein langes Jahr – gerade in der passgewaltigen NFC South.

Ausblick

Ich hatte mir einem extremeren Umbruch erwartet. Letztlich weist die Personalie Bridgewater auf „sanften“ Übergang von der alten auf die neue Ära hin. Ein Eingreifen ins Divisionsrennen in der NFC South fühlt sich zwar trotzdem utopisch (*) an, aber um eine „Chance“ auf den #1 Pick zu haben, müsste die Defense schon katastrophal spielen; nicht vergessen: Die Panthers waren mit Kyle Allen auf QB ein eher unglückliches 5-11 Team; mit Teddy fühlt sich 6-10 schon wie das untere Ende der Fahnenstange an.

(*) Memo to me: Utopie ist in der NFL oft schneller Realität als man meinen würde: Für die Panthers bräuchte es „nur“ ein schnelles Greifen des Offense-Konzepts, Altersschwäche von Brees und Brady sowie einen erneuten Defense-Kollaps der Falcons. Alle vier Dinge klingen für sich plausibel – bloß die Wahrscheinlichkeit, dass alle vier zugleich eintreten, ist ziemlich gering.

Ein Kommentar zu “All-32: Carolina Panthers 2020 Preview

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