All-32: Atlanta Falcons 2020 Preview

Seit sie in der Superbowl 28-3 in Führung gingen, sind die Atlanta Falcons sind eine krasse Enttäuschung. Trotzdem bleibt vieles beim Alten – mal wieder.

Dass Dan Quinn Headcoach bleiben durfte, gleicht einem Treppenwitz. Quinn kriegt ein weiteres Jahr Schonzeit, dabei scheitert der einstige Seahawks-DefCoord seit Jahren daran, eine vernünftige Defense zu bauen, und auch die Offense entwickelt sich in die falsche Richtung.

  • Bilanz 2019: 7-9
  • Pythagorean: 7.5 Siege (#19)
  • Close Games: 3-3
  • Offense EPA/Play: +0.02 (#12)
  • Defense EPA/Play: +0.05 (#21)
  • Turnovers: -5
  • Adjusted Games Lost: #5

Offense

Matt Ryan bleibt QB. Julio Jones ist der WR1, Calvin Ridley dahinter die #2. Dieses Trio allein garantiert, dass ein gewisser Level nicht unterschritten wird. Aber eigentlich müsste man mit diesem Personal eine Top-5 Offense stellen!

Die Gründe warum das zuletzt nicht mehr der Fall war, sind auch alle noch da:

  • OffCoord Dirk Koetter. Koetter designt seine Plays an der Schwäche der Offense Line vorbei. Auffällig ist auch die niedrige Play-Action%.
  • Offense Line: Sie war #29 nach PBWR und bleibt jetzt personell unverändert. Die einzige Hoffnung: Dass sich Jungspunde wie OG Lindstrom und RT McGary im zweiten Jahr schnell weiterentwickeln. Ohne diese Entwicklung lässt sich die Koetter-Offense kaum spielen.
  • Kein WR3. Hinter Jones und Ridley ist personelle Ebbe. Die Hoffnung ruht auf Laquon Treadwell, der in Minnesota schwer gefloppt ist.

Man hat TE Hooper verloren und durch Hayden Hurst mehr oder weniger 1:1 ersetzt. Ob „Heimkehrer“ RB Gurley der große Bringer wird? Eher nein.

So hängt vieles an Ryan. Er war mit der #7 Clean-Grade bei PFF weiterhin topp, wenn auch mit dem einen oder anderen Bolzen mehr als in den Jahren zuvor gewohnt. Am Ende hängt vieles auch dran, wie häufig er gezwungen sein wird, Rückständen nachzuwerfen.

Defense

Und da ist die Gefahr durchaus gegeben, dass das noch häufig sein wird. Die Falcons-Defense war mal die Defense der Zukunft mit schnellen Linebackern wie Campbell oder Deion Jones, doch die Zeiten sind längst vorbei – es hat einfach nie funktioniert. Dan Quinn als DefCoord war eine glatte Sechs.

Im Pass-Rush war man als #2 nach PRWR erstaunlicherweise gar nicht so übel, doch jetzt verliert man mehrere Starter. Der nennenswerteste Neuzugang ist Dante Fowler, ein Guter, aber nicht so gut wie sein Status als einstiger #3 Overall Pick vermuten ließe.

In der Secondary gibt es wenig Hoffnung auf Besserung. CB A.J. Terrell kommt als 1st-Round Rookie ins Team und FS Keanu Neal kehrt zum x-ten Mal von IR zurück. Beide sind noch nicht bzw. nicht mehr gute Wetten drauf, dieses offene Scheunentor zu retten.

Ausblick

Die Falcons haben es verschissen. 2016 die Freak-Superbowl, die man nicht hätte verlieren dürfen. Dann zwei Jahre lang Sarkisian-Offense, die gut war, aber an ein paar instabilen Stellen (Red-Zone Offense!!) krankte – und dann kam mit Koetter das nächste Downgrade. Dazu eine Defense, die trotz vielversprechendem Personal nie mehr zündete.

Atlanta war die letzten zwei Jahre immer ein Fall von „erst dann gut, wenn die Messen schon gelesen waren“. Das rettete Quinn zweimal den Kopf. Man kann viele Argumente dafür aufbringen, dass Atlanta besser beraten gewesen wäre, Quinn schon vor Jahren zu feuern.

Kann das 2020 gut gehen? Klar – mit einem Offense-Trio Ryan/Julio/Ridley muss nicht viel zusammenkommen, dass wir über eine Top-5 Offense sprechen, und dann sind viele Probleme egal. Aber der Schedule ist brutal (#2 nach Football Outsiders), und wir haben die Scheiße in O-Line und Defense zu lange gesehen um noch an ernsthafte Superbowl-Chancen für Atlanta zu glauben.

Wildcard-Playoffs sind drin. Aber schon ein Divisionssieg in der NFC South ist mit zwei wohl etwas besser aufgestellten (und gecoachten) Teams in Saints und Buccs wohl zu hoch gegriffen.

3 Kommentare zu “All-32: Atlanta Falcons 2020 Preview

  1. Kurze halb Off-Topic Frage:
    Welche Definition von close games nutzt du eigentlich?
    Einfach die Punktedifferenz am Spielende oder basierend auf Siegwahrscheinlichkeiten?

  2. Pingback: Furchtlose NFL-Vorschau 2020/21: Die Mittelklasse | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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