All-32: Minnesota Vikings 2020 Preview

Die Minnesota Vikings befinden sich in einem Schwebezustand.

2019 war man mit 10-6 Bilanz und einem starken Pythagorean von 10.8 Siegen richtig gut unterwegs, ehe man im Viertelfinale von San Francisco überrannt wurde.

  • Bilanz 2019: 10-6
  • Pythagorean: 10.8 Siege (#7)
  • Close Games: 2-4
  • Offense EPA/Play: +0.06 (#9)
  • Defense EPA/Play: -0.06 (#7)
  • Turnovers: +11
  • Adjusted Games Lost: #1

Jetzt hat man nicht den Weg des „all-in“ gewählt, sondern auf mittelfristigen Umbau gesetzt. Ich werte das als realistische Einschätzung der Situation und halte das für vernünftig: 2019 hätte sich ohnehin nicht so einfach wiederholen lassen; man war +11 bei Turnovers und hatte das meiste Verletzungsglück. Außerdem bleibt die Frage nach der Stabilität auf Quarterback.

Das Potenzial des alten Kaders wäre ohnehin gedeckelt gewesen, und in Kürze aus Salary-Cap Gründen auseinandergeflogen.

Offense

QB Kirk Cousins bleibt „der Mann“. Cousins ist kein weltbewegender Individualist, doch im QB-freundlichen System „Stefanski/Kubiak“ scheint er der richtige Typus Spieler zu sein: Ein präziser Sicherheits-QB, der nicht viele Fehler begeht und das nimmt, was ihm das Scheme anbietet.

In seinen Jahren mit 300 oder mehr Pässen hat Cousins bislang folgende Effizienz aufgelegt:

  • WAS 2015: 0.17 EPA/Play (#8), CPOE +5.2%
  • WAS 2016: 0.24 EPA/Play (#5), CPOE +5.0%
  • WAS 2017: 0.08 EPA/Play (#18), CPOE +0.8%
  • MIN 2018: 0.02 EPA/Play (#29), CPOE +2.6%
  • MIN 2019: 0.19 EPA/Play (#7), CPOE +3.8%

Wir sehen: Cousins war in seinen fünf Spielzeiten, in denen er ausreichend gespielt hat, durchaus in der Lage zu hochklassiger Effizienz – aber eben auch zu mittelmäßigen bis schlechten Spielzeiten. Bei ihm scheint recht viel daran zu hängen, wie Play-Calling und Support-Cast so drauf sind. Sind sie gut, zündet Cousins Top-10 Feuerwerke ab. Kriselt es, reißt ihn das Team mit runter in die Scheiße.

Stefanski hat das Team jetzt verlassen, aber der Pate der Offense-Philosophie ist noch da: Gary Kubiak, der als OffCoord übernimmt. Das heißt auch 2020: Hohe Play-Action Quote, viele Rollouts, aber dann in kritischen 3rd Downs wegen Cousins auch viele Würfe „short of sticks“. Das deckelt natürlich das Potenzial.

Aber wenn wir in der Historie eines gelernt haben, dann dass Kubiak passlastiger in Early-Downs spielt. Headcoach Mike Zimmer hasst das – eigentlich. Doch Kubiak hat im Gegensatz zum Jüngling Stefanski vielleicht mehr Gewicht.

Obwohl WR Diggs nach Buffalo getradet wurde, sollte man passables Starter-Material im Receiving-Corps haben: WR Adam Thielen ist noch da; Rookie-WR Justin Jefferson als #2 und die beiden Tight Ends Rudolph und Irv Smith komplettieren eines der interessantesten 12-Personnels in der NFL; Rookie-Receiver mag immer

O-Line bleibt ein Fragezeichen: Sie war #23 in PBWR und geht nun mit den gleichen 5 Startern in die neue Saison. Einzig Center Bradberry gilt in seinem zweiten Jahr noch als Mann mit höherer Upside; alle anderen sind schon relativ lange dabei und bekannten „Größen“ (Anführungszeichen durchaus nicht unbewusst gesetzt).

Defense

Die Defense ist Mike Zimmers Reich. Sie wird personell massiv umgebaut: EDGE Griffen, DT Joseph, S Sendejo und die Cornerbacks Rhodes, Waynes und Alexander sind weg; sie werden mit relativen Unbekannten ersetzt (der aus Baltimore geholte DT Pierce setzt wegen Corona aus).

Die „Achse“ in der Mitte steht zwar noch: LB Kendricks/Barr und das Safety-Pärchen Harrison Smith/Anthony Harris. Aber sie werden jetzt von völligen Unbekannten flankiert: CB Mike Hughes (drittes Jahr), CB Holton Hill und Rookie-CB Jeff Gladney; vielleicht bekommt sogar Mid-Round Rookie CB Cameron Dantzler Einsatzzeit.

Das ist viel Umbau in der Secondary; im ohnehin schon eher mauen Pass-Rush (#27 nach Win-Rate) gibt es nur noch Danielle Hunter; schon der zweitbeste Mann im Bunde hört auf den Namen Ifeadi Odenigbo. Nie gehört? Dann willkommen im Bunde.

Ist das nun ein Grund, die Vikes abzuschreiben? Nicht unbedingt, denn Zimmer ist ein Zauberer; die Cornerbacks galten schon 2019 als absurd, der Passrush war nicht gut, und dennoch hatte man die #7 Passing-Defense nach EPA/Play.

Ausblick

Viele denkbare Aussichten für Minnesota! Die gute Lesart: Kubiaks Offense macht schematisch den nächsten Schritt und kompensiert den Diggs-Abgang mit höherer Early-Down Passing-Rate, während sich in der Defense die vielen Cornerback-Wechsel in erster Linie als „Addition durch Subtraktion“ herausstellen und die Unit unter den besten bleibt.

Aber dann ist da auch das andere Szenario, in dem die Vikings nicht mehr das meiste Verletzungs- und zweitmeiste Fumble-Glück der NFL haben, Jefferson als Rookie kein guter Diggs-Ersatz ist und Thielen mit seinen Verletzungen zu kämpfen hat, und Cousins damit wie Kaiser ohne Kleider dasteht.

In ersterem Fall wären die Vikings wohl der Divisionsfavorit der NFC North. In letzterem Fall kann es schnell auch runtergehen auf 6-10. Gemessen an Zimmers Track-Record und Kubiaks positiver Herangehensweise bin ich eher zu ersterem geneigt, glaube aber auch, dass Minnesota diesmal schon etwas Glück braucht um erneut als 10-6 Team rauszulaufen. Eher denke ich an 9-7.

2 Kommentare zu “All-32: Minnesota Vikings 2020 Preview

  1. Ngakoue für einen 2th und 5th rounder zu den Vikings.
    Der 5th rounder kann evtl ein 4th oder sogar 3th rounder werden.

  2. Pingback: Furchtlose NFL-Vorschau 2020/21: Die Mittelklasse | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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