Montagsvorschauer – Woche 2

Abschluss von Woche 2 mit dem heutigen Monday Night Game, Las Vegas Raiders (1-0) vs. New Orleans Saints (1-0). Es ist das erste Spiel der Raiders in Vegas – aber das neue, fast 2 Milliarden USD teure Allegiant Stadium wird wegen der Covid-Beschränkungen leer bleiben.

Zum Spiel

Ich habe schon beim Lead-Blogger einen Blick drauf geworfen, wie Saints und Raiders vor allem von Kurzpassspiel leben, weil beide Quarterbacks den tiefen Pass scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Die Saints haben letzte Woche Tampa Bay recht easy 34-23 besiegt, aber offensiv war das trotzdem eine miese Vorstellung. Drew Brees hatte 2.0 Completed Air-Yards/Pass, was eigentlich absurd ist. Im Prinzip kannst du mit solch kurzen Pässen in der NFL nicht überleben – es sei denn, du bist dabei perfekt.

Aber reicht „perfekt“, wenn die Saints wie heute Nacht auf WR Michael Thomas verzichten müssen, dessen Sprunggelenksverletzung einen Einsatz verhindert? Thomas war die letzten Jahre der Mittelpunkt im Saints-Passspiel. Heute müssen die Optionen dahinter, der via Free Agency geholte WR Emmanuel Sanders sowie TE Jared Cook und RB Alvin Kamara, zeigen was sie draufhaben, denn so ganz easy lässt sich die Raiders-Defense nicht mehr ausspielen.

Las Vegas muss heute auf LB Kwiatkowski verzichten, aber dafür haben letzte Woche zwei junge Verteidiger in Carolina geglänzt: S Jon Abram und CB Trayvon Mullen. Mullen musste schon letztes Jahr bei seinem NFL-Debüt gegen den abgewichsten WR Sanders ran (damals spielte der noch in Denver), und sah dabei komplett verloren aus. Jetzt, mit einem Jahr Erfahrung, sollte er das Duell ausgeglichener gestalten können – und dann muss von Brees mehr kommen als reiner Fokus aufs Kurzpassspiel.

Die Raiders-Offense war letzte Woche auch recht überraschend: Viele RPO, viel mehr als 2019. Wie schon letzte Saison setzte Jon Gruden auf Physis, aber der neu gedraftete WR Henry Ruggs war schon in seinem ersten NFL-Spiel ein wichtiger Teil im Gameplan – sei es als Runner für Reverse-Plays, aber auch als deep threat aus dem Slot. Ruggs verletzte sich letzte Woche, soll aber heute spielen können; wie fit er ist, wird mit entscheidend für den Erfolg der Raiders-Offense sein, denn allein mit trockenem Laufspiel und den Outside-WRs wird man der Saints-Defense nicht so leicht beikommen. Es wird auch hier den einen oder anderen tieferen Pass brauchen um aus dem Schema F auszubrechen und auch mal einen großen Raumgewinn zu machen.

Weil Thomas ausfällt, habe ich schon vielerorts von einem Favoritenstatus der Raiders gelesen. Ich bin da noch sehr skeptisch. Die Saints-Defense machte letzte Woche einen guten Eindruck, und die Offense ist auch ohne Thomas tief genug besetzt um einen solchen Ausfall temporär wegzustecken. Die Raiders müssen schon am oberen Ende ihres Leistungsvermögens spielen und werden eben 1-2 Big-Plays brauchen um hier mitzuhalten.

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10 Kommentare zu “Montagsvorschauer – Woche 2

  1. – WR Emmanuel Sanders
    – TE Jared Cook
    – RB Alvin Kamara

    Es gibt Teams, die würden sich über diesen Receiving-korps freuen. Ich finde, jeder Einzelne von denen hat das Potenzial einem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.
    Raiders Favorit gegen die Saints? Upset-win wäre denkbar, aber von vornherein als Favorit halte ich auch für eine mutige Prognose…

  2. Ich bin gespannt ob die die Rookies die im Training Camp der Saints einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben heute Einsatzzeit bekommen. (Ruiz, Baun haben das erste Spiel wegen kleinerer Verletzungen verpasst, Trautman wurde kaum eingesetzt)

    – Cesar Ruiz, Chance auf Einsatzzeit aber wohl eher gering und wenn ja wo auf Center oder Guard, Peat hatte gegen die Bucs wieder mal ein schlechtes Game, aber es soll wohl eher Easton aus der Starting Lineup wenn überhaupt
    – Zack Baun – der Linebacker welcher im Training Camp viel zu oft an Brees rotem Leiberl zupfte als es der O-Line lieb war, allerdings wahrscheinlich auch nur situativ eingesetzt, da die Saints fast ausschließlich mit 2 Linebackern spielen.
    – Adam Trautman – TE der heute in Abwesenheit von Michael Thomas hoffentlich endlich mehr als nur zum Blocken eingesetzt wird. Ist er doch ein verlässlicher Routerunner mit recht guten Händen für einen TE

  3. Gruden mutiger im Playcalling, Payton indifferent und mit einem Quarterback der nicht mehr auf der Höhe ist – zu zögerlich, teils sogar unpräzise. Die Verteidigung der Saints lässt sich nach gutem Beginn anstecken und bekommt insbesondere TE Waller nie in den Griff. So unglaublich es klingt aber Gruden hat Payton heute outcoacht und Payton gelingt es immer weniger die Regression von Brees zu verstecken…

  4. Ja, schon a bissi Besorgnis erregend von Brees.

    Aber die Saints sind weiter nicht schlecht aufgestellt. Der Kader ist ja explizit überall als „tief“ gelobt worden, und das sollte sich mit zunehmendem Saisonverlauf bemerkbar machen. Wenn Brees nicht mehr auf die Beine kommt, haben sie einen der bestmöglichen Backup-QBs in Winston.

    Defense natürlich etwas problematisch, wenn man gegen Kurzpass-Carr fast jede Completion kassiert, oft für 1st Downs. Aber ich sähe noch nicht schwarz.

  5. Gucke gerade Aufzeichnung von mnf. Soooo tief wirken die saints nicht. Michael thomas wirkt unersetzlich, aber whrschl kein Wunder 😉 .
    Ich hoffe nicht, dass Erfolg diese Saison zu großen Teilen von Verletzungsgefahr situation abhängt :-/
    Saints hatten auch sehr, sehr Strafen 😦

  6. Ich gebe Dir recht, dass man noch nicht schwarz sehen muss. Aber ich finde, dass man auf die jetzt deutlich zu sehenden und nicht mehr zu versteckenden Alterserscheinungen von Brees reagieren muss.
    Ich war immer ein Fan von Brees aber im Moment fällt es mir sichtlich schwer das auch offen zu vertreten. Payton sollte reagieren. Er hat ja super Ersatz auf der Bank und ein weiteres super Gimmick, dass er nur einsetzen muss. Vielleicht reicht ja anstatt eines kompletten Wechsel mehrere Trickspielzüge in Verbindung mit einer deutlichen Schonung von Brees und Spielzeit für Winston.
    Es muss auf jeden Fall etwas kommen aus dem Coaching Staff.
    Die Saints sind auf dem Papier immer noch super aufgestellt aber jetzt muss etwas passieren, bzw. eine Reaktion kommen.
    Und wie NIL es passend angemerkt hat Payton wurde von Gruden outgecoacht.
    Das hätte ich vor der Saison Niemals gedacht.

  7. od1um +1
    Tut weh, ist aber die Wahrheit. Also diese INT in die Arme des MLB hat mich direkt an Peyton Mannings letzte Saison erinnert.

    Mann, mit meinen Prognosen könnte man Geld verdienen, wenn man konsequent dagegen wettet. 😀

  8. Sie wollen halt Ihrer Tradition seit 2014 treu bleiben und nicht 2:0 in die Saison starten…

    Das Coachingstaff und der Kader sind gut genug für die Playoffs. Auch wenn Brees ja eigentlich seit 3 Jahren von Jahr zu Jahr schwächer wird. Es ist halt auch ein bisschen bitter ihm beim schleichenden Abschied zuzuschauen. Aber er will halt unbedingt diesen 2 Ring um als einer der Größten zu gelten.

    Gestern war mit der Interception ein Bruch. Aber bereits davor war das Playcalling recht konservativ. Vermutlich bedingt dadurch, dass Brees wirklich einige Passes dabei hatte die man von ihm so nie gesehen hat. Hill wird so gut wie gar nicht eingesetzt. Einzig Kamara überzeugte in der Offensive. Die Defense reagierte nach der Interception mit sehr aggressiver Passverteidigung was nicht klappte und Ihnen auch die Sicherheit nahm. Warum man Demario Davis nicht einfach komplett gegen TE Waller gestellt hat bleibt mir ein Rätsel. Gegen Davis hatte Waller einen Catch für 4 yards, alle anderen waren mit Ihm überfordert.

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