Establish the Review 2020: Die grandiose NFL-Woche 3

Es war ein großartiger NFL-Sonntag. Ein paar Beobachtungen – Monday Night Game spoilerfrei.

Vorweg: Hier ist fast Carson-Wentz-freie Zone. Ich habe noch nicht genug von diesem Unfall gesehen und möchte nicht weiter das desaströse Game-Management von Doug Pederson am Ende der Overtime prügeln. Ohnehin gibt es bereits ausführlicher formulierte Gedanken zu Wentz – drüben beim Lead-Blogger von Jessica Fehlhaber.

Ob die Eagles Wentz benchen sollten? Vielleicht. Aber auf der anderen Seite sind sie vertraglich lange an Wentz gebunden, und wenn die bisherigen vier Jahre mit ihm ein Indikator sind, dann ist Wentz vielleicht kein Elite-QB, aber dennoch gute NFL-Mittelklasse. Es ist also unwahrscheinlich, dass er ewig auf dem absurden Niveau so weiterspielt.

Werbeanzeigen

Die positiven Erscheinungen

Buffalo Bills vs. Los Angeles Rams. Steile Partie. Buccs führten schon 28-3, ehe die Rams mit einer Serie auf 28-32 stellten. Doch Bills-QB Josh Allen brachte einen letzten TD-Drive durch und gewann 15 sek vor Schluss mit einem Wurf genau auf den von CB Jalen Ramsey gedeckten Receiver 35-32. Natürlich nicht ohne von einer umstrittenen DPI gegen die Rams-Defense zu profitieren – aber über die Refs in dem Spiel könnte man ein ganzes Kapitel schreiben.

Das Spiel war, wie der WP-Graph von rbsdm.com zeigt, lange Zeit fest in Bills-Hand, ehe die Rams innerhalb weniger Drives sogar in Führung gingen. Am Ende wurde es dann ziemlich wild:

Beide Teams können vieles aus der Partie ziehen. Beide spielen famose Offense. Die Bills erspielten sich erst einen fetten Vorsprung, und als dieser gegen alle Wetten schon aufgegeben schien, zogen sie sich selbst aus dem Schlamassel zum Konter. Die Rams spielten blitzsaubere Offense nach dem hohen Rückstand, gaben sich nie auf und hätten ohne die zweifelhafte Referee-Entscheidung durchaus auch gewinnen können.

Schauen wir kurz auf das Play-Calling.

Early-Downs: Bills mit 31 Pässen und 18 Rushes. Passspiel brachte 0.16 EPA/Play, Laufspiel 0.10 EPA/Play. Viel balancierter geht nicht. Die Rams waren mit 28 Pässen (0.47 EPA/Pass) und 29 Rushes (0.19 EPA/Run) erstaunlich lauflastig dafür, dass sie das ganze Spiel hinten lagen, waren aber zumindest in beiden Aspekten des Spiels brutal effizient.

3rd Downs: Buffalo erneut mit einer monströsen 3rd-Down-Performance (0.40 EPA/Play), wenn auch wie schon angekündigt nicht mehr so verrückt wie noch in den ersten beiden Spielen. Auch die Rams bewegten im 3rd Down die Ketten im 0.12 EPA/Play.

Es geht mir letztlich weniger um Sieger und Verlierer dieses großartigen Spiels. Die Bills sind glücklicher Sieger, aber es hätte locker auch andersrum ausgehen können. Klassische NFL-Story eben: Viele Spiele, ca. 50% aller Spiele entscheiden sich durch eine Handvoll Plays.

Beide Offenses sind toll geschemt. Die Yards sehen recht „einfach herausgespielt“ aus, weil beide Offenses hohe Play-Action Quoten, hohe Variabilität in den Routen und/oder viel Snap-Motion fahren. Das war nicht nur gestern so, sondern schon die ganze Saison.

Jared Goff von den Rams spielt nach PFF-Zählung in 51% der Pass-Snaps Play-Action. Das ist der höchste Wert der Saison. Josh Allen ist mit 39% die #4. Beide sind extrem effizient aus Play-Action, treffen weit offene Receiver und zerlegen gegnerische Defenses scheinbar spielerisch:

  • Goff 33/44 für 447 Yards, 4 TD; 0 INT
  • Allen 33/46 für 535 Yards, 6 TD, 0 INT

Gerade Goff wirkt auch im Standard-Dropback Passing souveräner als früher. Allen hatte am Sonntag wieder wilde Phasen mit Interceptions, Fumbles und unsinnigen Laterals mit drin, aber insgesamt lässt er weit weniger Plays am Feld liegen und trifft die meisten offenen Receiver.

Frühe Prognose: Beide Teams werden noch von sich reden machen.

NFC-Elite

Packers 37, Saints 30
Seahawks 38, Cowboys 31

Gut möglich, dass dieses Quartett, das am Sonntag gegeneinander gespielt hat, die Top-4 der NFC bildet. Drei der vier Mannschaften haben offensichtlich Monster-Offenses, während die vierte – die Saints – sich momentan mit zahlreichen Fragen um den Quarterback plagen.

Die Cowboys und Saints sind jeweils 1-2 nach Siegen. Das klingt vielleichte nicht nach Elite. Doch jeweils eine Niederlage kam gegen eine der absoluten NFC-Spitzenmannschaften, und das Gerüst ist bei beiden Teams da.

Dallas spielt qualitativ ziemlich genau dort, wo ich sie erwartet hatte: Eine Offense, die jederzeit über 30 Punkte, auch deren 40, auflegen kann, aber ein paar Defense-Probleme nach dem Abgang von CB Byron Jones.

Die Saints plagen sich mit der großen Quarterback-Frage herum, weil das Vertrauen auf 10 Broken-Tackles pro Woche von Alvin Kamara kein stabiles Erfolgsrezept ist.

Durchaus möglich, dass uns noch ein paar Quarterback-Überraschungen in New Orleans erwarten. Einige schreien ja nach Taysom Hill als neuen QB, was nicht unwitzig ist, nachdem Hill am Sonntag zum wiederholten Male bewies, dass er nicht imstande ist, auch einfache Defense-Konzepte wie einen ungeblockten Defensive Ends zu lesen und mit seinem Fumble die Niederlage überhaupt erst einleitete.

Es läuft früher oder später auf Jameis Winston hinaus, sollte Brees die mentale Transformation hin zu einem „Verwalter-QB“ nicht hinkriegen. Winston hätte den Arm und das Potenzial, die fantastischen Skill-Player der Saints auszuschlachten; ich habe oft darüber geschrieben, dass seine Performance in Tampa Bay unterschätzt wird. Doch selbst mit einem greisen Brees sind sie nicht so weit von der Spitze entfernt.

Hawks und Packers sind freilich aktuell nochmal andere Kaliber. Beide sind extrem passlastig in Early-Downs, gerade für die bisherigen Verhältnisse ihres Coaches. Russell Wilson hat totale Kontrolle und spielt in der Form seines Lebens – in DK Metcalf hat er den deep threat und kongenialen Partner für seine Offense, der sich sogar einfachste Fumbles vor der Endzone und damit Touchbacks statt Touchdowns leisten kann – und Seattle scort dennoch 38 gegen Dallas.

Und die Packers?

Sind offensiv eine der bislang angenehmsten Überraschungen. Kein blindes Laufen hinein in die Mauern, keine hilflosen 1-vs-1 Duelle der Receiver gegen die Cornerbacks, dafür aggressives Early-Down-Passing, hohe Play-Action Raten (31% über die Saison ist sehr viel für einen Aaron Rodgers) und ständig meterweit offene Receiver. Und solche Pässe…

…vor allem aber: Der alte Rodgers scheint wieder zurück! In der momentanen Verfassung lässt Rodgers anders als in den letzten Jahren kaum Plays liegen. Wenn alles, was es dazu brauchte, ein verschwendeter Draft war, dessen Top-Picks bis jetzt weder in Offense-Philosophie noch Snap-Zahl (Jordan Love 0 Snaps, A.J. Dillon 12 Snaps und Josiah Deguara 24 Snaps) war, wie soll man dann noch über die Packers denken?

Fake 3-0 Teams

Titans und Bears sind jeweils 3-0, aber der Record schaut in beiden Fällen schöner aus als die Performance.

Wie schon im Liveblog am Sonntag geschrieben: Tennessee hat nach drei Spielen ein Punktverhältnis von +6:

  • 16-14 Sieg in Denver mit last-Minute Fieldgoal
  • 33-30 Sieg gegen Jacksonville mit Fieldgoal spät im Schlussviertel
  • 31-30 Sieg in Minnesota nach Comeback mit Last-Minute Fieldgoal

Die Gegner der Titans haben zusammen einen Saisonsieg geholt (Jags gegen Colts). Die Titans-Defense sieht brutal anfällig aus, und die Offense ist, wie PFF-Moo schon am Sonntag illustrierte, eindimensional wie eine Scheibe Toastbrot:

Warum man als Titans-Gegner überhaupt noch auf einen Play-Action Fake anbeißen sollte, ist die Gretchenfrage. Diese Offense ist so ultra-QB-freundlich, dass Tannehill im Prinzip nix anderes machen muss als auf die offenen Crossing-Routen zu warten und dann den quicken Pass anzubringen. Viel mehr kann Tannehill auch nicht; non-Play Action Passing ist, Sacks ausgeschlossen, mit 5.4 Yards/Pass extrem ineffizient bis unbrauchbar.

Chicago? Trubisky-Comebacksieg in Woche 1 gegen ein unterirdisches Detroit, dann knapper Sieg gegen unterirdische Giants und am Sonntag nach der Trubisky-Auswechslung das Comeback in Atlanta. Auch die Bears-Gegner haben zusammen einen Saisonsieg geholt (Lions @ Cardinals).

Die positive Lesweise: Die Bears haben drei Stars von Mitchell Trubisky mit 3-0 Bilanz beendet. Das kommt einem Wunder gleich. Ab jetzt spielt Foles, der ähnliche „Downside“, aber wesentlich mehr „Upside“ anbietet. Sechs Siege in 15 Partien für eine 9-7 Bilanz sieht nicht total abwegig aus. Aber noch glaube ich nicht an die Bears.

Falcons-Komplexe

Des einen Freud, des anderen Leid. Die Falcons waren mal wieder die Geschröpften, und auf der Verliererseite bei einer großen Aufholjagd. Letzte Woche verlor Atlanta nach 99.9% Siegwahrscheinlichkeit noch gegen Dallas; diese Woche nach 99.6% Siegwahrscheinlichkeit gegen Chicago.

Man kann nun natürlich darüber streiten ob bei all diesen Aufholjagden nicht die Win-Probability in diesem „Randbereich“ zu extrem ist (ist sie nämlich sehr wahrschenilich!), doch das ist nicht der Punkt. Auch wenn die Falcons zum zweiten Mal hintereinander einen 95%-Sieg wegwerfen, macht es das alles nicht besser.

Ich habe gestern Argumente gelesen, die von Atlanta einen konservativeren Gameplan verlangt hätten – mehr die Uhr runterlaufen lassen usw. Atlanta habe eh 5.8 Yards/Carry gemacht; man hätte einfach die Uhr melken müssen und gut iss.

Spoiler: Nix gut iss. Atlanta brauchte bei 26-23 Führung entweder 1st Downs (bzw. Punkte) oder einen Defensive-Stop. Weil man über eine Defense verfügt, der man noch nichtmal zutrauen kann Großmütterchen unfallfrei über die Straße zu begleiten, musste die Offense immer mehr 1st Downs machen.

Folge: Atlanta war passlastig, blieb auf dem Gaspedal. Es ging schief: 5x Pass, 5x incomplete. Das ist dann einfach „scheiße gegangen“. Kann passieren. Oder ist es schon eine permanente Panikstörung?

Ist es mittlerweile ein Komplex der Falcons, die seit dem Superbowl gegen die Pats niemandem mehr grad in die Augen schauen können, wenn sie im vierten Quarter mal mit mehr als 5 Punkten führen? Ich weiß es nicht. Ich glaube es irgendwie auch nicht. Aber wie will man als Dan Quinn jetzt noch rausgehen und vor der ganzen Mannschaft für voll genommen werden, wenn man die alte Leier runterpredigt? Oder als Owner, wenn man Dan Quinn immer weiter stützt?

Geht nicht.

Wenn Quinn diese Saison erneut als Chefcoach überlebt, dann weiß ich auch nicht mehr.

Bullshit Bingo: 0-3, 9-26, 9-36

Die Zahlen aus der Auslosung kommen in Big Blue.

0-3 ist der Record der New York Giants.

9-26 ist die Bilanz in der Ära von Dave Gettleman

9-36 verloren die Giants am Sonntag gegen die B-Auswahl der 49ers.

Der 0-3 Record für sich ist weniger schlimm als das Zustandekommen. Die Texans sind 0-3, aber gegen was für Gegner und mit welchem Gegenhalten! Die Falcons sind 0-3 mit zwei Freakpleiten nach 99% Siegchance. Das 0-3 der Giants ist anders.

Gegen Pittsburgh kann man verlieren, aber die 13-17 Pleite in Chicago letzte Woche war schon übel genug. Das erbärmliche 9-36 gegen die B-Auswahl der Shananan 49ers macht das ganze Ausmaß des Übels aber erstmal sichtbar.

Dem neuen Headcoach Joe Judge kann man rational betrachtet den Fehlstart erstmal nicht in die Schuhe schieben. Judge hat ein Team übernommen, das zuletzt 5-11 und 4-12 ging.

Bleibt GM Dave Gettleman. Seit Gettleman das Team 2018 als General Manager übernommen und mit RB Saquon Barkley als #2 Overall Pick eingeleitet hat, sind die Giants 9-26 gegangen.

Tja. Konnte ja niemand kommen sehen. Oder? Oder???

Divisionen – Ersteindruck

Kurzer Blick auf die Divisionen – ohne Monday Night Game!

AFC East

Bills sind 3-0, Patriots sind 2-1, Dolphins 1-2 und Jets 0-3. Völlig überzeugt hat noch keiner. Die Bills haben schon gegen die Dolphins nur knapp gewonnen und gaben gegen die Rams zeitweise einen 25-Punkte-Vorsprung auf.

Die Pats haben ihr bestes Spiel mutmaßlich bei ihrer einzigen Niederlage in Seattle gemacht. Am Sonntag gegen Vegas wirkte das phasenweise in der Offense, als habe der Trainerstab Cam Newton aus Sicherheitsgründen eingeimpft, nur ja nicht loszuscrambeln.

Bei den Dolphins habe ich noch kein Gefühl. Jets sind Topfavorit auf den #1 Pick, müssen aber am Donnerstag „aufpassen“, gegen ähnlich desolate Broncos nicht zufällig zu gewinnen.

AFC North

Kein Spoiler zu den Ravens. Steelers sind mit furioser Defense 3-0, aber offensiv läuft der Motor noch nicht stotterfrei. Browns mit 2-1 machen auch noch nicht den solidesten Eindruck, gerade auch weil die Offense noch nicht richtig in die Gänge gekommen ist. Baker Mayfield wirkt nur stellenweise überlegt. Meistens ist das alles noch ziemlich unsicher. Viele Plays wirken noch unausgegoren.

Bengals sind 0-2-1, aber Joe Burrow lebt noch. Allein das ist ein Achtungserfolg. Burrow spielt mutig, aber die O-Line gibt ihm wenige Chancen, mehr als der Offense zu machen.

AFC South

Es ist die erwartet schwache Division. Die Colts sind 2-1 und wirken damit wie das deutlich beste Team, da wie schon oben geschrieben Tennessees 3-0 Record nach Fake nur so schreit.

Jacksonville ist 1-2, ist besser als erwartet, hat aber bestimmt nicht die Qualität für mehr als einzelne Nadelstiche. Texans sind 0-3, aber bei einem Auftaktprogramm von @Chiefs, Ravens und @Steelers keine Schande. Die Art und Weise der Niederlagen macht aber einige Sorgen: Deshaun Watson ist totaler Alleinunterhalter. O-Line ist nicht gut genug um Watson die Zeit für seine langen Dropbacks zu erkaufen. Und Defense ist sowieso nur optional.

AFC West

Chiefs bleiben der Topfavorit. Raiders sind 2-1, wurden aber am Sonntag von einem abgezockten Patriots-Team deutlich in die Schranken verwiesen. Weil QB Derek Carr spielt wie immer, wird auch mir besserer Defense nicht viel mehr herausspringen als durchschnittliche Bilanz.

Die Chargers sind 1-2 und stehen vor einer QB-Controversy. Bizarrerweise hat Justin Herbert bei seinen beiden Niederlagen vielversprechender ausgesehen als Tyrod Taylor bei seinem knappen Auftaktsieg.

Broncos-Saison ist so gut wie im Arsch.

NFC East

Sie haben es seit gestern sicher schon zigmal gehört: Dallas ist mit 1-2 Divisions-Spitzenreiter – und selbst der eine Sieg (gegen Atlanta) war ein glücklicher. Die Cowboys fühlen sich damit aber unterschätzt an. Knappe Auswärtspleiten in L.A. und Seattle können passieren. Die Cowboys fühlen sich in der NFC nach wie vor an wie auf einer Stufe mit Seahawks und Packers. Dahinter ist *bleeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep

NFC North

Packers sind 3-0 und mit jeder Woche fühlt sich das ganze Team mehr legit an. Gerade das Offense-System mit 50% Play-Action ist exzellent um die individuellen Mängel der Receiver bestmöglich zu kaschieren, und Aaron Rodgers lässt viel weniger liegen als in den letzten 3-4 Jahren.

Chicago ist als 3-0 Team ein „fraud“, aber weil es jetzt wohl mit Foles anstelle von Trubisky weitergeht, könnte man bis ganz zum Schluss im Wildcardrennen dabei sein. Lions sind 1-2 mit Option auf 2-1, aber man sollte sich angesichts der dürftigen Vorstellungen keinen Illusionen hingeben. Vikings sind 0-3 und spätestens seit der vertanen Chance am Sonntag im Panik-Mode.

NFC South

Krisenmodus überall. Buccs sind 2-1, aber das Offense-Playcalling ist brutal enttäuschend. Jedes Yard Offense wirkt als wäre es schwer erarbeitet – welcher Kontrast zu solchen Units wie Rams, Bills oder Packers, die scheinbar spielerisch in jedem Snap einen 5m offenen Receiver laufen haben! Buccs? 15% Play-Action, #30 der NFL. Play-Action ist kein Allheilmittel, aber die Buccs haben nicht viele stilistische Elemente um das Passspiel ein Level hoch zu hieven.

Saints sind 1-2 und auf der Suche nach Drew Brees‘ Form, aber ich sehe sie weiterhin als Favoriten. Falcons fühlen sich trotz 0-3 Start durchaus noch wie im Rennen an – Freakpleiten wie in den letzten beiden Wochen können passieren, aber die Defense ist halt echt dürftig…

Panthers sind mit 1-2 aktuell punktgleich mit New Orleans, aber du kannst nicht ernsthaft auch nur einen Pfennig drauf wetten, dass bei ihnen was mit Playoffs draus wird.

NFC West

Die erwartet bockstarke Division, der man auch einen eigenen Eintrag spendieren könnte. Seattle ist 3-0 mit einer aus allen Rohren feuernden Offense. Unverwundbar sind die Hawks freilich nicht: Gegen die Pats und Cowboys hätte das durchaus auch schiefgehen können. Die Defense ist einfach im Pass-Rush zu mau besetzt um wirklich ruhig schlafen zu können, und in Coverage fehlt schon jetzt die Tiefe.

Die 2-1 Rams fühlen sich an wie „sie sind dran“. Die Offense hat mit mehr Kurzpass-Routen als in Vergangenheit den nächsten (vehement geforderten) schematischen Sprung gemacht; QB Goff ist bei Play-Action überragend, aber auch verbessert im Standard-Passing und gegen Druck. Die Defense ist besser als erwartet. Bissi Skepsis bleibt bei mir noch, weil es eben nur drei Wochen waren, und zwei der drei Defenses im Schedule wirklich schwach waren.

San Francisco ist trotz eines ungesehenen Lazaretts ebenso bei 2-1, aber mit Siegen eben auch nur gegen die beiden New Yorker Teams. Positiv immerhin: Kein weiteres Spiel mehr auf dem Kunstrasen im Metlife Stadium – ab sofort können sich andere Teams ihre Kader dort zerstören.

Cardinals sind auch 2-1. Ebenso nicht restlos überzeugend. Der Hype um Kyler Murray war mir schon vor der Bauchlandung gegen Detroit zu groß, weil abseits von Passing auf Hopkins und Kylers Scrambling eher wenig ging. Aber die Defense hat bei allen verbleibenden Problemen (z.B. der unglückliche NFL-Einstand von Isaiah Simmons und der Einbruch bei CB Patrick Peterson) im Vergleich zu 2019 einen weiteren großen Schritt nach vorn gemacht.

2 Kommentare zu “Establish the Review 2020: Die grandiose NFL-Woche 3

  1. Nach dem Superbowl wurde QB Goff in den Medien oft als borderline unfähige Coach-Marionette abgestempelt. Hat jemand von Euch die Rams-spiele so genau verfolgt, dass er/sie sagen könnte, ob das eher von Coachseite gescriptet ist oder ob Goff selbst viele gute Reads und Plays macht?

    „Joe Burrow lebt noch. Allein das ist ein Achtungserfolg.“ Aw shit. Das ist nicht das, was man über einen vielversprechenden Rookie lesen will. Vielleicht sollten sie ihm eine Saison Schonfrist geben. Eine losing season wird es eh in der aktuellen Division.

  2. RE: Goff. Die Rams-Offense ist ultra QB-freundlich. Goff kriegt eine selbst für bisherige Rams-Verhältnisse ungekannte Latte an Play-Action Pässe. Die WRs Woods & Kupp sind fantastisch und oft *weit* offen. Dazu hat man zur heurigen Saison auch das geforderte Kurzpassspiel eingebaut; Goff kann nun auch viel schneller werfen. Auch die O-Line wirkt stabiler als in Vergangenheit.

    Ich würde immer noch nicht drauf wetten, dass Goff ein verlässlicher QB im Standard-Dropback Game ist. Aber in dem was die Rams von ihm verlangen ist er sehr gut.

    RE: Burrow. Die Formulierung klingt vielleicht negativer als ich es gemeint habe. Ich glaube, dass er für Burrow besser so ist als wenn er hinter eine Top-OL ohne Waffen gestellt worden wäre. Beides zusammen geht eh nicht – dann wären die Bengals nicht an #1 im Draft dran gewesen.

    Ich denke, nächste Offseason müssen die Bengals 5-6 Offense Liner verpflichten/draften, und wenn die Line dann ähnlich wie bei den Bills gefixt ist, gibt es da eine rosige Zukunft. Das was Burrow bis jetzt andeutet, ist schon sehr cool.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.