Montagsvorschauer – NFL Woche 7

Guten Morgen. Ich bin grad schon hellwach, weil ich eben NFL-Tape aus der Nacht geschaut habe, und wer es noch nicht gesehen hat und noch die Möglichkeit dazu hat: Das Sunday Night Game Arizona – Seattle war ein unfassbares Spiel. Kategorie „Spiel des Jahres“.

(hier die 18-minütigen Highlights)

Wenn da der Abschluss des siebten Spieltags heute Nacht mit Los Angeles Rams (4-2) gegen Chicago Bears (5-1) annähernd mithalten kann, erleben wir ein mitreißendes Spiel. Beide Teams haben nach Siegbilanz einen exzellenten Saisonstart hingelegt. Beide sind aber noch nicht über alle Zweifel erhaben.

Bei den Bears ist klar worüber wir reden: Sie stellen zwar die #6 Defense nach EPA/Play, aber auch nur die #25 Offense. So schön ihre 5-1 Bilanz sich auch liest, wir sprechen über eine 5-0 Bilanz in engen Spielen – mit nur einem Sieg über einen Gegner, den man als „Qualitätsgegner“ bezeichnen könnte (Buccs):

  • 27-23 in Detroit, als D’Andre Swift den Touchdown in letzter Sekunde wegdroppte
  • 17-13 gegen die Giants, als New York in der letzten Minuten in zig Passversuchen nur ein einziges Mal in Richtung Endzone warf
  • 30-26 in Atlanta… nach dem zig-ten Kollaps der Falcons.
  • 20-19 gegen Tampa Bay, Donnerstagnacht zuhause, als Tom Brady das 4th Down vergaß
  • 23-16 bei den Carolina Panthers

Die Rams sind überzeugender nach EPA/Play (#7 Offense, #4 Defense), haben aber ihrerseits nur gegen die NFC-East-Mannschaften gewonnen und gegen die beiden mutmaßlich besten Gegner im Schedule, Buffalo und San Francisco, jeweils verloren. Doch die Rams haben immerhin die meisten ihrer Spiele überzeugend gewonnen.

Rams gegen Bears weckt natürlich auch Reminiszenzen an den Dezember 2018, als eine dominante Bears-Defense erstmals landesweit vorführte, wie man Jared Goff und seine potente Rams-Offense lahmlegt: Mit furchterregendem Pass-Rush. In der Zwischenzeit hatten einige weitere Mannschaften Erfolge mit alternativen Methoden, aber das Kredo, dass Goff vor allem unter Druck nix wert ist, hat sich bis heute gehalten.

Und das wirft ein interessantes Bild auf das heutige Matchup, denn: Die Rams-Offense Line gilt bis jetzt in dieser Saison als eine der besten. Die Bears-Front dagegen hängt ziemlich stark von der Tagesform des Khalil Mack ab. Mack und DT Akiem Hicks sind die beiden einzigen Individualisten, die es in dieser Saison geschafft haben, QB-Pressure zu kreieren (Mack 29, Hicks 21). Kommen die beiden auch heute oft genug durch, drohen sie etliche Facetten im Rams-Passspiel zu zerstören, denn so schön das neue Quick-Game von Sean McVay auch sein mag: Goff ist noch immer allergisch gegen den Druck.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Matchups ist die Ausgangslage so klar wie sie unmöglich für ein bestimmtes Spiel zu previewen ist: QB Nick Foles ist der wechselhafteste Starting-QB der NFL. Erwischt Foles einen guten Tag, haben die Bears immer eine Chance – gerade, weil WR Allen Robinson eine bis jetzt hervorragende Saison spielt. Aber wenn Foles einen seiner schlechten Tage auspackt, reißt er die ganze Offense in die Scheiße, und war’s Geld für deine Anreise schade. Außer eben, die Bears-Defense reißt dann alles mit mehreren Turnovers gegen Goff raus…

Die Bears sind gar nicht weit weg von der Art Mannschaft, die ich im Juni erwartet hatte. Ich halte die Rams hier trotzdem für recht deutlich favorisiert. 6 Punkte geben ihnen die Wettbüros. Ich würde da mitgehen.

2 Kommentare zu “Montagsvorschauer – NFL Woche 7

  1. Nachtrag zum gestrigen Spieltag: Für Cleveland ist OBJ out for season wegen Kreuzbandriß. Ich hoffe das Team kann einigermassen auch ohne ihn agieren und Baker wie gestern nach OBJs Verletzung weiter in die Erfolgsspur bleiben.
    Der 5 zu 2 record täuscht, man könnte genau so gut 1 – 6 da stehen. Gegen bessere Teams (Baltimore und Steelers) wurde man auseinandergenommen auf beiden Seiten des Balles. Gegen schwächere Teams gab es knappe Siege (welche in den Vorjahren auch mal knapp verloren gingen) . Aber die Gegner scorten in 5 der 7 Spiele 30 Punkte oder mehr, darunter Rookie QB Burrow mit Cin 2 mal auch die 30 und mehr.

    Trotzdem wurden von der DEF auch einige Turnover fabriziert von denen die OFF dann profitierte.

    Ich hoffe bei Baker ist gestern der Knoten geplatzt und er kann die in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllen.
    Und die DEF muss mal was drastisch ändern, dass die 30 Gegenpunkte nicht zum Automatismus werden.

    5 – 2 ist ein ungewohnter Record den man gerne mitnimmt und welcher Balsam ist, aber Grund für Ambitionen auch im Januar noch vertreten zu sein oder sogar etwas zu reissen gibt es derzeit nicht.

  2. Ja, wirkt noch nicht überaus stabil, das ganze Browns-Konstrukt. Aber dass die Offense jetzt schon in schöner Regelmäßigkeit die schwächeren Defenses auseinandernimmt, ohne dass Baker dabei wirklich überragend spielen muss, ist vielversprechend.

    Jetzt muss es halt auch noch gegen die Top-Teams wie Pittsburgh oder Baltimore klappen…

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