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NFL Power Ranking 2020 – Woche 7

Neues Power-Ranking!

Die Machtverhältnisse in der NFL bleiben auch nach Woche 7 recht stark in der Schwebe. Wo sind die wirklich guten Teams?

Team Tiers: Woche 7

Schauen wir auf den üblichen Effizienz-Graph von Offense und Defense, so sehen wir einen Haufen guter Teams, aber weniger kompletter Teams. Es gibt prinzipiell Mannschaften mit sehr starker Offense, aber schwacher Defense – wie Titans, Packers oder Seahawks. Oder Mannschaften mit sehr starker Defense, aber noch einigen Fragezeichen in der Offense – wie die Buccaneers, Rams, Steelers oder Ravens.

Dann gibt es „second tier Mannschaften“ wie die 49ers, Dolphins, Colts oder Cardinals, die sich annähernd „dran“ anfühlen, wo wir uns Stand jetzt aber eine Entwicklung in beide Richtungen vorstellen können.

Das einzige Spitzenteam?

Und dann gibt es noch die Chiefs, das bis jetzt einzige Team, das man wirklich verlässlich als „Elite“ klassifizieren kann – aber eben auch nur mit „Projection“: Wir wissen eben, dass Pat Mahomes der absolute Superstar-Quarterback ist, den kein anderer hat. Viel gezeigt hat Mahomes diese Saison bis jetzt noch nicht – beziehungsweise nicht „zeigen müssen“. Denn die Chiefs-Offense gibt sich in diesen Tagen und Wochen mit Schonkost zufrieden. Sie nimmt das, was Defenses ihr anbieten, und wenn es 6-Mann-Boxen sind, dann läuft Andy Reid eben pausenlos dort hinein, macht einfache Yards.

Inwiefern Reid hintenrum im Training an neuen Pass-Konzepten feilt, die dann erst ausgepackt wird, wenn es wirklich notwendig ist, wissen wir nicht. Wir vermuten es. Ebenso wie wir vermuten, dass die momentanen eher glanzlosen Offense-Vorstellungen der Chiefs wirklich ein „nicht Wollen“ und kein „nicht Können“ sind. Zu dominant war da einfach die eine Halbzeit gegen das pausenlose Blitzing der Ravens. Als es drauf ankam, waren sie da. Und wir wetten einfach mal drauf, dass die Chiefs das später auch sein werden.

NFC-Hackordnung

Die Tampa Bay Buccaneers werden in diesen Tagen oft als Elite-Team genannt. Die Gründe sind auf den ersten Blick offensichtlich:

  • #1 Defense nach EPA/Play
  • Ein Tom Brady in wirklich guter Form
  • Ein Receiver-Trio (Quartett?) mit Mike Evans, Chris Godwin und bald Antonio Brown (und jetzt schon Scotty Miller?) nebst einem Rob Gronkowski im Aufwind

Die Argumente sind alle nachvollziehbar. Was Brady an Pässen abzieht, ist sicher auch überraschend gut. Aber ich bin noch immer ein bissl skeptisch gegenüber dieser Offense. Die Play-Designs attackieren die richtigen Zonen am Feld (eher tiefer), aber viele Yards kommen weiter eher schwer erkämpft. Schematisch hilft Bruce Arians seinem QB eher wenig. Es gibt weiter kaum Play-Action, wenig Bewegung, viele 1-vs-1 Routen. Vielleicht schafft Brown ja Abhilfe. Seine Spezialität ist das „Raumdeuten“, das schnelle Freilaufen und damit auch Schaffen von Raum.

Buccs-Coaches? DefCoord Bowles ist mit seiner aggressiven Herangehensweise ein Gewinn, aber OffCoord Leftwich hat immer wieder den Schlendrian, tendiert zu viel zu viel Laufspiel in die Mauer und riskiert damit immer wieder Gegner zurück ins Spiel zu bringen.

Über die NFC West habe ich schon gestern geschrieben: Vier starke Teams, alle fraglos mit ihren Stärken, teilweise extrem guten Stärken, aber eben alle auch mit kritischen Schwachpunkten:

  • Bei den Niners ist QB Garoppolo nicht wirklich zu trauen, und die Secondary ist nach den zahlreichen Verletzungen weiter gefährlich dünn, gerade auf Safety.
  • Die Seahawks haben keine Defense, wenn Jamal Adams nicht spielt.
  • Das Cardinals-Passspiel ist recht unrhythmisch, und auch wenn die Defense sich langsam berappelt, sie hat immer noch wenig Pass-Rush und viele individuelle Aussetzer.
  • Die Rams haben einen Quarterback, der allergisch gegen Pass-Rush ist. Hält die Offense Line mal nicht, ist das Spiel per sofort in Gefahr.

NFC West also: Starke Division, aber restlos überzeugt bin ich von keiner Mannschaft. Auch nicht den Seahawks. Die haben übrigens das schwächste Punktverhältnis der ganzen Division (+31). (Haben aber noch nicht gegen die Jets spielen dürfen)

Die Packers kann man prinzipiell ähnlich sehen wie Seattle: Super-Offense, aber Defense-Fragezeichen noch und nöcher. Und natürlich haben die Packers schon einen ernsthaften Stinker hingelegt – gegen Tampa. Dieser Ausrutscher könnte aber auch gleichzeitig Segen sein, weil man sich vielleicht jetzt doch noch auf Wide Receiver bewegt. Ich würde es Green Bay weiterhin raten.

Spannend ist, welches NFC-Team sich aus dem Bulk im Mittelfeld lösen kann: Die Kandidaten sind viele:

  • Bears (5-2)
  • Saints (4-2)
  • Lions (3-3)
  • Panthers (3-4)
  • Falcons (1-6)
  • Vikings (1-5)

Atlanta und Minnesota sind besser als ihr Record, aber werden mit ihren Siegbilanzen wohl nix mehr reißen. Die Falcons haben schon den Coach gefeuert und Minnesota denkt offenbar an Ausverkauf.

Den Bears traue ich null über den Weg. Ihr 5-2 Start ist nach Siegen gut genug, dass 3-4 Foles-Ausreißer nach oben eine Wildcard bedeuten könnten, aber da ist einfach nicht genug da um Chicago wirklich zum Contender hochzujazzen. Und es scheint schon einige Probleme hinter der Oberfläche zu geben in Chicago:

Die Panthers machen offensiv ein paar erstaunliche Dinge. OffCoord Joe Brady hat eine vielversprechende Offense designt, die immer mal wieder in Spurenelementen großartige Dinge veranstaltet. Im Kern ist es eine sehr „schnelle“ Kurzpass-Offense, aber da sind auch bildhübsche Plays wie solche Routenkombinationen mit dabei, die auch gegen viele Defensive Backs einzelne Spieler wie diesen Safety vor unlösbare Probleme stellt:

Die Saints habe ich nach wie vor auf dem Zettel. Erst letzte Woche habe ich sie noch als meinen Superbowl-Tipp auf dem Zettel gelassen.

Ihre Defense ist nach wie vor enttäuschend, aber gegen Carolinas extremes quickes Kurzpassspiel (durchschnittlicher Pass kam nach 1.98 Sekunden) konnte der Passrush nie viel machen. Die Offense ist weiter nicht begeisternd, aber ohne Michael Thomas und Emmanuel Sanders hat Drew Brees zuletzt doch wieder sehr effizient gespielt.

Man muss sich das etwa so vorstellen: Brees hat minimale Fehlertoleranz, wenn er so spielt. Aber er hat in den letzten Wochen diese Fehler eben auch auf ein Mindestmaß reduziert. Bleibt die Frage, ob das ein positiver Ausreißer war? Andererseits: Brees hat die letzten 15 Jahre auf extrem hohem Niveau gespielt, ich wäre auch verlockt zu glauben, dass er sich langsam mit seiner neuen Realität arrangiert und den zuletzt gezeigten Level zumindest halten kann.

Bleiben die Lions. Die wären 4-2, wenn D’Andre Swift in Woche 1 nicht den Touchdown gedroppt hätte (und die Bears wären dann 4-3, BTW). Detroits Offense hat in den letzten Wochen mit der Rückkehr von WR Kenny Golladay zu sich gefunden, und auch wenn die Early-Down Pass-Rate viel zu hoch bleibt (Lions auf #29, siehe nachfolgende Grafik)…

…so scheint sich das Team jetzt zu erfangen. Defense ist auch nicht mehr so desaströs, und jetzt hat man sch***billig EDGE Everson Griffen aus Dallas eingekauft um vielleicht a bissi mehr Punch im Pass-Rush zu bekommen.

Ich bleibe bei Detroit skeptisch, weil eben Matt Patricia, aber zugegeben: Auch Patricia hat immer mal wieder diese lichten Momente, wie z.B. beim freiwillig aufgegebenen Touchdown gegen Atlanta. Das mag im Nachhinein eine eindeutige Entscheidung gewesen sein. Trotzdem sieht man so etwas in der NFL sehr selten.

Am unteren Ende der Fahnenstange

Gehen wir ein Tier runter: Washington, New England, Philadelphia, Cincinnati und Houston auf einer Reihe. Zwei Teams passen da nicht rein (rate mal, welche?). Die anderen drei fühlen sich erstaunlich weit unten.

Aber immer noch über Dallas! Die Cowboys sind kurz vor dem EKG, und links und rechts kriechen die Maden raus und zwingen Owner Jerry Jones schon zu halbherzigen Commitments in Richtung Headcoach.

Power Ranking nach NFL Woche 7

Hier das Power-Ranking in Tabellenform, wieder sortiert nach EPA/Play mit leichtem Adjustment für Preseason-Erwartung (diesmal 10%). Daneben eine Spalte nur mit Werten aus 2020 als Vergleich. Dahinter die Siegbilanz und dann die Rankings in Offense und Defense (Werte nur von 2020), und dann auch (BRANDNEU!!!) noch ein kurzes Schedule-Ranking:

  • Einmal der bisherige Schedule
  • Einmal der restliche Schedule

Den bitte noch nicht ganz bierernst nehmen. Aber man sieht z.B., dass bei den Rams, 49ers, Colts oder Falcons jetzt plötzlich ein schwierigerer Spielplan kommt, während es Teams wie Packers, Chargers, Saints, Raiders, Texans oder Patriots in Zukunft etwas einfacher haben werden.

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