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NFL Power Ranking 2020 – Woche 8

Ein kurzes Power-Ranking nach dem achten NFL-Spieltag.

Team Tiers

Wie immer die Aufstellung von rbsdm.com für die Teams nach EPA/Play in Offense (horizontal) und Defense (vertikal).

Die Chiefs lösen sich ganz vorne langsam und erschaffen sich das, was man ihnen gefühlt auch gerne zusprechen würde: Einen eigenen Level. Sie sind das bis jetzt beste NFL-Team der Saison.

Dahinter bleibt es ziemlich „muddy“.

Gute Offense, schlechte Defense

Wir haben die drei Super-Offenses mit total unzuverlässigen Defenses: Tennessee, Seattle, Green Bay. Seattle hat die beste Quarterback/Skill-Player/OffCoord (ja, ich habe es geschrieben!) in diesem Trio und mit dem Trump der Jamal-Adams-Rückkehr sowie dem Einkauf von EDGE Carlos Dunlap als einziges Team wirklich Hoffnung auf Besserung. Die Defense der Packers ist ziemlich hoffnungslos, während die Titans sich für ein paar Tage immerhin am Einkauf von DB Desmond King hochziehen können.

Die Bills und Raiders sind in diesem Charting sowas wie die „armen“ Versionen von Seahawks, Packers, Titans: Ähnlich schwache bis schwächere Defense und mehr Fragezeichen auf Quarterback.

Gute Defense, Fragezeichen in Offense

Die Gegenstücke sind Steelers, Buccaneers, Rams und Colts: Mannschaften, die von sehr guten Defenses getragen werden, deren Offenses war gut, aber aus verschiedenen Gründen noch nicht ganz dominant sind.

Die Buccs-Probleme habe ich letzten Freitag en detail beschrieben. Im Monday Night Game legten Byron Leftwich und Bruce Arians in Punkto Early-Down Crazyness noch einmal nach:

Die Steelers sind eine reine Kurzpass-Offense. Schauen wir mal Ben Roethlisbergers Ranking in „Time to Throw“ und Air-Yards an:

  • Time to throw = 2.1 Sekunden pro Pass, schnellste Pässe der NFL
  • aDOT = 6.7 Air-Yards pro Pass, drittkürzeste der NFL

Die Steelers haben 3 von 4 Offense-Fumbles recovert, sind die #3 nach 3rd Down-EPA/Play und haben 10% mehr 3rd Downs verwertet als der Liga-Durchschnitt. Das alles schreit mittelfristig nach Regression.

Die Rams haben gegen die NFC East geglänzt und gegen alle anderen gestrauchelt. Am Sonntag wurde ihre Offense einmal mehr von einem Belichick-Trainerstab bloßgestellt – und der Sean McVay-Master Belichick kommt erst noch.

Die Colts sind irgendwo ein Mittelding: Starke Defense, manchmal sehr starke, aber oft auch etwas unscheinbare Offense. Indianapolis hat das fünftbeste Punktverhältnis der NFL (+62 Punkte, hinter Kansas City, Tampa Bay, Baltimore und Pittsburgh).

Baltimore Ravens

Die Ravens sind zum aktuellen Zeitpunkt eine etwas „ärmere“ Version von Teams wie Tampa oder Pittsburgh: Sehr gute, ja eigentlich richtig exzellente, Defense, aber mehr Offense-Fragezeichen. Ob und wie sich die Ravens aus ihrem gefühlten „Loch“ herausarbeiten können, wird ziemlich stark von Lamar Jackson abhängen.

Jackson spielt so wie in meiner pessimistischen Vorschau-Variante im Juni angekündigt: Das athletische Wunder ist noch da und immer wieder sichtbar, aber als Werfer ist er nicht weit genug um ein klassisches Dropback-Passing aufzuziehen. Wenn die Ravens mit Rückstand spielen müssen und ohne ganz dominantes Laufspiel leicht von ihrem Wunsch-Gameplan abrücken müssen, dann wird es schnell harzig.

Hier mal ein paar Rankings von Jackson nach acht Spieltagen:

  • EPA/Play: #25
  • CPOE: #26
  • QBR: #19
  • PFF Passer Grading: #18

Jackson hatte nur ein richtig überzeugendes Spiel: Woche 1 gegen die Browns. Seither ist er wackelhaft at best. Aber ich möchte noch nicht zu schwarz malen: Die Ravens sind bei allen Problemen 5-2 und waren gegen die Steelers trotz 4 Turnovers einen Jackson-Strauchler bei einem 4th-Down-Rush entfernt von einem Sieg.

Der Ravens-Trainerstab ist einer der besten ligaweit, und auch wenn Greg-Roman-Offenses historisch im zweiten und dritten Jahr jeweils abgebaut haben, so bleibt Jackson doch ein so außergewöhnlicher Spieler, dass mit Baltimore noch eine zeitlang zu rechnen sein wird.

Die Vergessenen

Die 49ers sind in meinem Power-Ranking an #10 weiterhin nicht zu verachten. Aber jetzt fallen wohl QB Garoppolo und TE Kittle lange aus – bei Kittle ist schon die Rede von Saison-Aus – und das wird die Aussichten der Niners ebenso schwächen wie der schwierige Restspielplan.

Die Saints finde ich weiterhin faszinierend. Nach EPA/Play-Metriken sind sie nur im Liga-Mittelfeld zu finden, aber nicht nur sind sie gegen einen starken Schedule 5-2 gegangen, sondern sie haben es auch großteils ohne die beiden wichtigsten Receiver gemacht: Michael Thomas und Emmanuel Sanders.

Dass die Saints mit einem QB Drew Brees auf dem Zahnfleisch und einem Runningback (Alvin Kamara) als prinzipiell einziger nennenswerter Waffe schon so weit gekommen sind, lässt mich noch immer an sie glauben. Ich hatte sie vor zwei Wochen noch als meinen NFC-Superbowl-Tipp gelassen, weil mir auch keine eindeutige Alternative eingefallen ist.

In der NFC haben eben alle ihre Probleme, auch die scheinbaren Eliten wie Seattle. Und unten sind sogar die nach Record bereits abgeschlagen Vikings und Falcons als #15 bzw. #19 des Power-Rankings durchaus besser unterwegs als die landläufige Meinung suggerieren würde.

Timo Riske hat auf Twitter gestern seine „Tier“ platziert. In den meisten Fälle deckt sich meine Einschätzung sehr gut.

Seahawks über dem Pulk der anderen Teams ist vor allem eine Russell-Wilson-Hommage, aber nachvollziehbar. Arizona würde ich in die gelbe fette Mitte versetzen, weil ich der Offense nicht traue, und bei Detroit könnte man an jedem zweiten Spieltag in Versuchung kommen, die Lions in den Tier mit Denver und Jacksonville zu stecken.

Rest ist fast deckungsgleich mit meiner Einschätzung, und bei auf die Ausnahme Saints auch jene des EPA-Power-Rankings.

Power Ranking

Hier das Power-Ranking. Es gibt kein Defense-Adjustment mit 2019-Werten mehr. In der Offense habe ich noch 10% vom letzten Jahr Priors dringelassen.

NFC East, my fuck: #26, #28, #30 und #31. Es ist so schlimm wie alle sagen!

WP% = Werte mit 10% Offense-Prior aus 2020, WP%2020 = Werte nur aus 2020, Rk(2020) = Ranking nur mit Werten von 2020, Bilanz = Win-Loss, OFF = Ranking Offense, DEF = Ranking DEF, SOS = bisheriger Schedule, future = verbleibender Schedule

Nachfolgend noch ein paar Kennzahlen in Tabellenform.

Ein Kommentar zu “NFL Power Ranking 2020 – Woche 8

  1. Baltimore fehlt ein klarer WR1. Die receiver sind schon alle ziemlich dünn. Auch Brown ist nicht sonderlich gut oder konstant. Ravens hätten ebenso für Diggs traden können oder wenigstens überhaupt was auf der Position machen. Duvernay ist ein long shot. Merkwürdig warum man diese offensichtliche Schwäche fast überhaupt nicht angegangen ist. Man hat mehr gemacht als die Packers, aber auch nicht viel. Packers können immerhin den Ball vernünftig werfen.

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