Die kleinen Details in NFL-Plays

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass ich J.T. O’Sullivans Video-Breakdowns für mit die besten auf dem Markt halte. Diese Woche analysiert J.T. die drei Interceptions von Kyler Murray und Josh Allen und die beiden späten Wunder-Touchdowns der Bills und Cardinals.

Der Detailgrad der Analyse ist schon fantastisch. Ein paar Auszüge:

  • Bei der Peterson-Interception gibt es ein sehr tiefes Routen-Konzept. Stefon Diggs scheint nicht genau zu wissen, wann er nach innen ziehen soll – und biegt so spät ab, dass Peterson (der in Bracket-Coverage gegen Diggs Hilfe von einem anderen CB hat) locker rüberhüpfen und in den Wurf, der für den crossenden Receiver gedacht war, springen kann. Easy INT – und der QB sieht saublöd aus, kann aber nur bedingt was dafür.
  • Die Kyler-INT war schlicht unfassbares Pech. Ich hatte mich in meiner Analyse v.a. darauf konzentriert, dass Murray den Pass zu weit hinter Larry Fitzgerald geworfen hatte, aber noch auffälliger ist, wie offen Fitzgerald überhaupt ist.
  • Bei der zweiten INT gegen Josh Allen haben wir natürlich einen miesen Wurf. Aber O’Sullivan erklärt auch, warum es in der NFL gerade horizontal eigentlich keine „flachen / geraden“ Routen geben darf: Zu viel Interception-Gefahr, weil der DB in die Route springen kann. Die Receiver sollten in solchen Fällen immer eine Bogenlampe laufen um der Gefahr vorzubeugen. Außerdem: Der „intended Receiver“ hätte am Anfang seiner Crossing-Route aggressiver eine Downfield-Route antäuschen müssen.
  • Beim Allen-TD kurz vor Schluss zu Stefon Diggs zum 30-26 fällt der Weltklasse-Start von Diggs auf, der den links draußen stehenden Receiver-Kollegen auf den ersten Schritten locker 5 Meter abnimmt. Aber auch nicht gut verteidigt: Durch den middle of the field safety hätte Patrick Peterson unbedingt „outside leverage“ spielen müssen, also den Receiver tendenziell nach innen drücken, weil dort Safety-Unterstützung war.
  • Die Hail Mary war eigentlich eine Art Y-Cross aus der Air-Raid Offense. Es gab nur die eine tiefe Route von Hopkins. Y-Receiver Fitzgerald hatte den tiefen Cross. Aber die Cards drängten Murray aus der Pocket, und dann war es einfach sensationell athletisch von Murray sich überhaupt noch einigermaßen in Wurfstellung zu bringen, und dann sensationeller Wurf und noch besserer Catch von Nuk Hopkins. Aber prinzipiell war das Ziel von dem Play wohl erstmal eher, noch ein paar Yards für einen kürzeren „Hail Mary“ zu gewinnen.

Ein Kommentar zu “Die kleinen Details in NFL-Plays

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