Power Ranking Beitragsbild

NFL Power Ranking 2020 – Woche 11

Mahlzeit. Power-Ranking-Zeit.

Spiele vom letzten Wochenende

Kurz noch zu ein paar Aspekten von Spielen des letzten Wochenendes.

SNF Raiders – Chiefs 31:35. Fette Vorstellung von beiden Offenses. Die Raiders haben auch im zweiten Aufeinandertreffen dieses Jahr den Chiefs alles abverlangt – und waren erneut drauf und dran, den favoriten zu stürzen. QB Derek Carr habe ich noch nie so gut gesehen: Volle Kontrolle an der Line of Scrimmage, kaum Fehler, schöne tiefe Bomben. Carr hatte 8 Incompletions – 4 davon waren Drops. Carr konnte sich diesmal wirklich nicht viel vorwerfen, auch wenn ihm die Chiefs-Defense mit vielen underneath offenen Receivern prinzipiell gut liegt.

Die Raiders haben prinzipiell nur wenig „falsch“ gemacht. Da wäre zum einen die Situation vor ihrem Fieldgoal: 3rd&Goal an der 1, Pass in die Endzone, keine Flagge wegen DPI – und so wütende Proteste an der Seitenlinie, dass die Refs sich genötigt sahen eine Raumstrafe über 15 Yards auszusprechen. Jon Gruden sah sich gezwungen ein Fieldgoal schießen. Jedes Fieldgoal gegen Mahomes bringt dich 3 Punkte näher an die Niederlage.

Und dann haben die Raiders Pat Mahomes am Ende zu viel Zeit übrig gelassen. Ihren letzten TD zum 31-28 scorten die Raiders mit 1:43 Minuten auf der Uhr. Niemand hatte Zweifel daran, dass Mahomes das Blatt noch einmal wenden würde. Und natürlich drehte Mahomes die Partie.

Trotzdem klettern die Raiders im heutigen Power-Ranking von #13 auf #9 hoch.

Die Chiefs-Offense war auch deshalb bemerkenswert, weil sie kaum echte Big-Plays fabrizierte, aber trotzdem nach Belieben das Feld rauf und runtermarschierte: 63% Success Rate für die Offense! Das ist ein wahnsinniger Wert. Nur die Pats und Vikings in Woche 1 sowie die Chiefs selbst i Woche 6 (das Bills-Spiel) kommen in die Nähe dieses Werts.


Colts – Packers 31:34 / OT. Starke Partie, und auf so vielen Ebenen interessant. Es war auch ein Spiel der zwei Halbzeiten. Green Bay führte zur Pause 28-14, auch unterstützt durch eine DPI gegen die Colts-Defense kurz vor der Pause. Fühlten sich die Packers mit der klaren Führung zu sicher? Nach der Pause ging bei den Packers jedenfalls nichts mehr. Nein: Gar nichts mehr. 3&out, 3&out, Fumble beim Kickoff – und schwupps führten die Colts 31-28.

Die Colts waren das ganze Spiel über nicht explosiv, aber dafür, dass die Offense in so kleinen Schritten arbeiten muss, war das gerade nach der Pause erstaunlich effizient. Philip Rivers ist längst nicht mehr der Alte, aber die eigentlich völlig unbekannten Skill-Player summieren sich schön langsam zu einer coolen Einheit: Pittman, Pascol, Hines, Doyle – alles sauberer Route-Runner. Hie und da ist dann der Crosser eben völlig offen – wie beim TD für Pittman.

Colts-Laufspiel war aber brutal enttäuschend: 11 Runs, 25 Yards in der ersten Halbzeit. Und als Indy am Ende des Spiels die Partie runterlaufen wollte, hagelte es eine Holding-Strafe nach der anderen. Eine solche Orgie an Grabschern hab ich noch nie erlebt! Da waren sechs Plays in Folge mit einer Strafe gegen die Offense dabei!

Die Packers nutzten das aus, glichen nochmal aus und erzwangen die Overtime, wo das alte Receiver-Problem wieder auf Green Bay zurückfield und Valdez-Scantling im dümmsten Moment den größten Fehler seiner Karriere beging (Fumble).

Besseres Team schlug besseren QB. Auch die Colts-Defense hat nach dieser Performance erst einmal ein paar Kritiker abgestellt. 0.00 EPA/Play gegen die Packers zugelassen. Viele kleine Adjustments um es der Offense immer wieder zu erschweren. Indy war seinerseits nicht fehlerfrei, aber einen monströsen Sieg herausgegrindet.


Saints 24, Falcons 9. Über Taysom Hill und den fantastischen Job von Sean Payton habe ich schon am Vormittag geschrieben. Hier noch zwei Ergänzungen. Einmal ist da Hills Impact auf das Laufspiel. Es ist hinreichend oft gezeigt worden, dass mobile Quarterbacks Räume für das Laufspiel öffnen, weil Defenses immer auch die „Option QB-Keeper“ mit einrechnen müssen.

Die Saints hatten am Sonntag 0.04 EPA/Run. Bisheriger Saisonschnitt: -0.04 EPA/Run. Kleine Sample-Size ja, aber das Thema bleibt zu beobachten.

Und dann wäre da noch die Dominanz der Saints D-Line, die nicht nur Atlantas Laufspiel komplett abwürgte, sondern auch QB Matt Ryan in über 50% der Dropbacks unter Druck setze und satte 7 Sacks erzwang. Wenn diese Front so weitermacht, hält die Saints-Defense letztlich doch noch, was man sich von dem Personal versprochen hatte. Ach – und: Das WR-Duo Jones/Ridley wurde ohne CB Lattimore aus dem Spiel genommen. CB Janoris Jenkins hatte eine exzellente Partie.

Team Tiers

Bild: rbsdm.com/stats/stats

Die Chiefs marschieren offensiv langsam davon, aber dafür gibt es Defense-Regression in Richtung Mitte. Pittsburgh ist offensiv mittlerweile auch #8 und hat die beste Defense – in Summe liegen die Steelers in Effizienz nicht deutlich hinter Kansas City.

Von unten rauschen die Raiders heran: Miese Defense, aber mittlerweile eine Top-5 Offense nach EPA/Play!

In der AFC liest sich das wie Chiefs, dann Steelers, dann lange nichts. In der NFC ist das Paket an Contendern weiter riesig und völlig offen – und die Bandbreite an Teams ist erstaunlich. Von offensiv dominanten Teams bis starken Defenses bis völlig ausgeglichenen Mannschaften ist da alles dabei.

Power Ranking

Kein wesentlich anderes Bild im Schedule-adjusteten Power Ranking. Größter Gewinner der Woche sind trotz Pleite die Raiders, wohingegen Baltimore jetzt aus den Top-10 hinausfällt.

Bei den Ravens zeigen andere Metriken wie der ebenso auf EPA/Play basierende ESPN FPI oder das auf Grading basierte PFF-Modell weiter eine Top-5 Mannschaft. Hier fällt Baltimore aber jetzt doch mittlerweile deutlich ab – zu einem Grad, wo ich die Ravens fast schon für unterschätzt halte.

Hier noch ein paar weitere Statistiken und Übersichten (EPA-Werte und Grafiken von rbsdm.com/stats genommen):

3 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2020 – Woche 11

  1. wie immer hervorragende Arbeit und Einordnung.
    Bei Seattle und Arizona hast du wohl die Sieg Bilanz vertauscht.

    Wie siehst du 6 Spiele vor Schluss die Chancen der Steelers und Jetzs auf eine pefect regular Season?

  2. Nach meinen Metriken:

    10.8% für eine Perfect Season bei Pittsburgh
    20.4% für eine 0-16 Saison bei den Jets

    Football Outsiders ist z.B. bei Pittsburgh optimistischer und schon bei ca. 15%.

  3. Pingback: Date am Donnerstag – NFL Woche 15 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.