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NFL Power Ranking 2020 – Woche 12

Power-Ranking nach einer sehr langen Woche 12.

Ich muss es heute sehr kurz machen: Die Chiefs bleiben im Ranking vorn, aber der Abstand zu den nächstplatzierten Steelers und Packers ist wesentlich geringer als ich ihn „fühle“. Das mag daran liegen, dass die Chiefs so spielen als würden sie bewusst oder unbewusst ihr Potenzial nicht ganz ausschöpfen.

Gegen die Buccs hatten wir das beste Beispiel dafür: Tampa wurde in der ersten Halbzeit z-e-r-l-e-g-t, aber weil Kansas City danach quasi das Spielen einstellte, verloren die Buccs „nur“ 24-27. Die Partie fühlte sich aber wie ein Kantersieg gegen eines der besten NFC-Teams an.

Mahomes ist jetzt so nebenbei der turmhohe Favorit auf den MVP. Selbst mit 16-0 hat Roethlisberger nach so einer Graupenvorstellung wie gestern Nacht nicht mehr viele Chancen auf den „Storytelling MVP“.

Die Steelers sind in meinem Ranking nur knapp hinter Kansas City die #2. Das liegt v.a. an ihrer doch souveränen Defense – aber die würde ich nach wie vor mit einem Sternchen versehen. Pittsburgh hat ganz einfach nicht genug hochklassige Offenses gespielt. Von den bisherigen Gegnern hatten nur Houston (#7 Offense nach EPA/Play) und Tennessee (#2 Offense nach EPA/Play) eine Top-20 Offense!

Ich hatte es schon gestern im Liveblog verlinkt: Die Steelers hatten auch gestern mit einem noch dazu limitierten RG3 Glück, und werden wohl auch in Zukunft nicht mehr viele starke Quarterbacks sehen:

Fraglich, ob wir vor Playoffstart schon wissen wie gut diese Defense wirklich ist. Die Offense der Steelers ist auf alle Fälle eher limitiert. Sie ist zwar Top-10 qua Status, brilliert aber insbesondere in den „Glück-Statistiken“:

  • #2 nach Fumble-Recovery Rate (77%)
  • #6 in 3rd Down Conversion over Expecte (+6.4%)
  • #5 in 3rd Down EPA/Play

Außerdem sind die Steelers 6-0 in One-Score Games und haben den bislang zweit-leichtesten Schedule der NFL gespielt.

Gewinner und Verlierer

Schauen wir kurz die „Team Tiers“ an:

rbsdm.com/stats/stats

Wir haben die Woche ein paar krasse Verlierer:

  • Die Rams fallen von #5 auf #8. Es war mal wieder eine Wackel-Vorstellung der Rams-Offense, die einfach nicht zu Konstanz findet. Es war diesmal mit nur „under pressure“, wo QB Jared Goff katastrophal spielte – diesmal hatte er auch in sauberer Pocket nichts gerissen. Dazu ließ sich die Defense von Shanahans „YAC-lastiger“ Offense ausspielen; die Rams sind irgendwie nicht dafür gemacht, die kurzen Pässe mit viel Raum zu verteidigen.
  • Die Raiders fallen nach der Horrorvorstellung in Atlanta von #9 auf #19. Es gibt sie manchmal, diese emotionalen „Letdowns“. Philadelphia hatte so einen 2003 im NFC-Finale eine Woche nach 4th&26. Die Vikings hatten so einen vor ein paar Jahren nach dem Minnesota Miracle. Die Raiders hatten ihn eine Woche, nachdem sie erstaunlicherweise 4 Viertel mit den Chiefs mithalten konnten. In Atlanta wurde man von der ersten bis zur letzten Minute an die Wand gespielt.
  • Die Broncos fallen von #26 auf #30. Aber das ist nach dem Spiel mit „Quarterback“ Kendall Hinton irgendwie nachvollziehbar. Ich würde das Spiel ja ausschließen, aber wo ziehe ich dann die Grenze, wenn andere Backup-QBs ausfallen?

On the rise dagegen: Texans, 49ers, Titans. Ich habe es schon ein paarmal gesagt – don’t count out the Niners!

Hier noch ein paar Grafiken in der Gallerie:

Sonst noch was? Nein, muss weiter. Ende Jahr 2020 ist wie jedes Ende Jahr. Playoff-Bild muss ich mir die nächsten Tage vielleicht nochmal etwas genauer anschauen.

10 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2020 – Woche 12

  1. Wenn die Steelers auf #2 überbewertet sind, dann würde mich mal dein persönliches gefühltes Ranking interessieren!

    Stimmt grundsätzlich zu, dass PIT nicht 11-0 und Elite würdig ist aber wo ordnest du sie dann ein?

  2. Steelers sind nicht das zweitbeste Team in der NFL, auch nicht die Nr. 3 oder Nr. 4.

    Ein halbwegs fitter Gegner hätte die Steelers gestern an die Wand gespielt, vielleicht hätte schon gereicht wenn McSorley statt RGIII gespielt hätte.

    Offense arg limitiert, nur Kurzpässe, deep wird alles gedroppt, D-Line ist super, aber das DB ist überschätzt. Die Steelers verlieren noch mindestens 2 Spiele, auch gegen mittelmäßige Gegner, #1 Seed erwarte ich sicher für die Chiefs.

    Klingt alles sehr negativ, aber mit den Chiefs gegenüber gestellt erwarte ich eine Klatsche.

  3. Das der Backup QB oder vielleicht auch der zweite Backup Snaps sieht ist ein GAU für ein NFL Team.
    Größter Anzunehmender Unfall. aber eben anzunehmen. Das man sich nen random dude aus dem practise Squad klauben muss der dann ohne Trainingseinheit aufs Feld kommt damit kann man nicht rechnen.
    Und j das lässt sich trennsharf zur normalen Backup situationen unterscheiden.
    (böse Zungen fragen allenfalls wie es dann mit den Eagles aussieht)

  4. Danke Korsakoff, die Steelers als Topthema nach der Vorstellung gestern war genau das, was mich interessiert hat. Die Steelers fühlen sich absolut nicht wie 11-0 an.
    Wobei man fairerweise gestehen muss, dass PIT’s Drops gestern schon brutal waren. Kriegen die WR in den nächsten Wochen mal die Hände zusammen, sieht das Scoreboard anders aus.

  5. @Dizzy Naja was heißt hier „Die Steelers fühlen sich absolut nicht wie 11-0 an‘‘. Nach der 8-8 Saison mit zwei Quaterbacks, die mindestens zwei Klassen unter Big Ben spielen und dem leichten Schedule dieser Saison war ja wohl schon zu erwarten dass die Steelers zu diesem Zeitpunkt mindestens 8-3 stehen werden und wenn ich mir die obere Hälfte der NFL Teams angucke (Chiefs und Saints ausgenommen), dann würde ich die Steelers als das vollständigste Team ansehen.
    Klar ist das die Darbietung gegen die Ravens eine reine Flaute war aber die haben wir bis jetzt von jedem 8-3 stehendem Team gesehen (wenn auch gegen deutlich bessere Teams). Deswegen denke ich die Steelers werden gegen die Bills und Colts zeigen dass Sie ein Top 3 Team sind aber bis dahin wird diese Diskussion wohl noch weitergehen.

  6. @yunusz
    Es sagt ja keiner, dass die Steelers ein schlechtes Team sind. Nur sind sie eben kein typisches 11-0 Team sondern eher so Richtung 8-3. Was ja immer noch eine starke Saison darstellt. Dein Vergleich mit anderen 8-3 Teams ist ja genau das Argument „gegen“ die Steelers.

  7. RE: Power Ranking

    Tier 1: Chiefs

    Tier 2: Alle oben aufgeführten Mannschaften von 2-9 plus Baltimore. Jede hat großartige Stärken, aber alle haben auch ihre Knackpunkte. Die Steelers haben eine mittelmäßige Offense und eine selten getestete Defense. Green Bay und Seattle schleifen suspekte Defenses durch. Die Titans haben auch keine besonders gute Defense und obendrauf eine zwar potente, aber auch gegen „Plan A“-resistente Verteidigungen anfällige Offense. Buffalo ist exzellent gecoacht, aber die Defense wackelt und Josh Allen ist immer für einen Kollaps gut. Die Saints müssen auf Drew Brees warten. Tampa läuft die Zeit in der „Offense-Selbstfindung“ davon, und die Rams kriegen immer dann Probleme, wenn Jared Goff zu oft Druck kriegt – was ohne LT Whitworth eher häufiger passieren wird. Baltimore hat Super-Defense und Lamar Jackson, aber bei den Ravens deutet zu viel drauf hin, dass die Offense es dieses Jahr nicht mehr raffen wird als dass ich sie auf eine Stufe mit Kansas City setzen würde.

    Tier 3: Arizona, Indianapolis, Minnesota. Alle können den Durchbruch schaffen, aber bei allen fehlen ein paar Spurenelemente mehr als bei den Tier-2 Teams.
    Arizona hat Kyler-Scrambling und Hopkins und eine aufstrebende Defense, aber noch zu wenig Plan B. In Indianapolis ist QB Rivers zu selten ganz auf der Höhe und Minnesota geht bei aller Potenz der Offense ein Jota zu viel Defense ab.

    Tier 4: San Francisco. Superb gecoacht, aber zu viele Verletzungen um wirklich zu den Topteams zu gehören.

    Tier 5: Houston. Super-Offense, aber keine Defenses – und sportlich so gut wie eliminiert.

    Tier 6: Die Teams von 15 bis 22 minus Houston.

    Tier 7: Washington bis Dallas, minus Jacksonville.

    Tier 8: Jacksonville.

    Tier 32: Jets.

  8. @yunusz: Ein „Top 3 Team“ und „Perfektion“ sind zwei Paar Schuhe. Von mir aus darf sie jeder als Top 3 Team bezeichnen, aber falls sie eine perfect regular season spielen sollten, sehe ich sie nicht auf einer Stufe mit den ’07er Pats oder den ’72er Dolphins. Das war es , was ich mit „fühlen sich nicht 11-0 an“ meinte.

  9. Pingback: Sonntagsvorschauer – NFL Woche 13 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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