Betrogene Liebe

Moin.

Das College Football Playoff ist benannt. Beim Lead-Blogger haben wir – Jan Weckwerth, Christian Schimmel, Julian Barsch und meine Wenigkeit – über den Auswahlprozess, mögliche Alternativen und die Attraktivität im anstehenden Halbfinale (Neujahrstag) diskutiert: Hier entlang.

Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung etwas abseits. Aber ich stehe dazu. College Football ist wie die Liebe, die dich betrogen hat. Ich weiß nicht, ob es ein Zurück gibt.

14 Kommentare zu “Betrogene Liebe

  1. Ich versteh leider nur die Hälfte, was sicher an meiner allgemeinen Unwissenheit bzgl. Des college footballs steht.
    Aber verstehe ich das soweit richtig:

    Die 4 Mannschaften für die college football Playoffs werden willkürlich von einem Komitee gewählt, quasi unabhängig ihrer Leistung in der RS? Und dieses Jahr wurde eine Mannschaft gewählt, die da eigentlich (sportlich) gar nix zu suchen hat, aber halt glücklicherweise in der richtigen conference spielt?

  2. Überspitzt gesagt ja

    „unabhängig“ ist vielleicht ein etwas starker Begriff, aber es geht in die Richtung. Dass Brand Name wichtig ist, kann man nicht mehr leugnen.

  3. Wäre es nicht sinnvoll, und vor allem zeitgemäß, die „Playoffs“ auszuweiten und z.B. 6-8 Mannschaften daran teilhaben zu lassen?
    Man könnte den stärksten Mannschaften ja eine Freirunde spendieren, Siehe NFL. Es gibt so viele Möglichkeiten. So wie es jetzt ist finde ich es unbefriedigend, da es ja fast immer Auslegungssache ist.
    Frag 10 Experten und du wirst nie 10 gleichlautende Antworten erhalten!
    Oder man müsste wirklich einen richtigen Umbruch anstreben und alles neu organisieren.

  4. Ich weiß nicht, was an dieser Saison so neu oder anders sein soll. Das Problem besteht seit 30 Jahren.

    Der Anfang machte das erste Conference Champion Game (SEC) und die Absprache der Top Bowls. Und jeder neue Baustein hat ein Mehr an Probleme verursacht.

    Playoffs 6-8 Teams ist nur ein weiterer Baustein oben drauf gesetzt.
    Wenn man Playoffs spielen will, muss man echte Playoffs einführen. Mit mind. 14 bis 20 Teams.

  5. Das Problem wird sich nie zur Zufriedenheit aller lösen lassen. Der erste Nichtgewählte hat in der BCS an #3 geschrien, jetzt an #5, später an #9 oder #17.

    4 ist keine schlechte Zahl, wenn man die Geschichte des College Football kennt: Eine Regular Season, in der möglichst jedes Spiel zählt und so gut kein Ausrutscher erlaubt ist – was es spannend macht, da selbst die komplettesten Teams historisch fast immer eine Pleite kassiert haben, Bama und Clemson die letzten Jahre sind eher Ausnahmeerscheinungen.

    „Echte Playoffs“ führen immer auch nach sich, dass mehrere 2-loss und 3-loss Teams ins Playoff rutschen. Damit ist die Regular Season March-Madness like entwertet. Klar könnte man sagen „lieber ein 10-2 Alabama als ein 12-0 Alabama mit Siegen gegen Troy und irgendein dahergelaufenes FCS Team“. Aber College Football würde mit mit einem 16 Team Playoff halt den letzten Rest von seinem historischen Flair verlieren.

    Das Problem sind 2 Dinge geworden:
    – Der totale Fokus auf das Playoff. Alles andere inklusive Conference-Championships sind so gut wie wertlos geworden.
    – Die miserable Umsetzung der Playoff-Kriterien. Es ist ein Einladungsturnier, keine Belohnung – wird aber nicht als solches verkauft und ist damit bei mir auf dem Abstellgleis.

    Das Komitee hat die Verarsche 2020 auf die Spitze getrieben. So macht es keinen Sinn mehr, dem Sport zu folgen.

  6. Wenn die derzeitigen Playoffs alleinig im Focus stehen und alles andere entwertet wird. Da bleiben nur echte Playoffs (Aufwertung) als Lösung übrig.

  7. @Sam: Damit würde im Prinzip fast alles, was den College Football über Jahrzehnte ausgemacht hat, sterben. College Football war historisch nie ein Sport, der zwingend auf ein Streben nach einem National Champion ausgerichtet war.

    Ich sage nicht, dass das gut oder schlecht ist. Aber Conferences wären dann endgültig nur noch leere Hülsen, Zufallsgemeinschaften unter ein und demselben Banner, eine nette Möglichkeit einen wertlosen Wimpel abzustauben, weil eh alles nur noch auf die Top-16 schielt.

    College Football wird dann endgültig statt einem Produkt für alle zu einem Produkt für ganz wenige. Der Sport ginge dieselbe Richtung wie z.B. der europäische Fußball, bei dem sich auch alles nur noch auf eine kleine Spitze konzentriert, während der neutrale Fan schon zu faul ist überhaupt noch beim UEFA Cup Finale zuzuschauen.

  8. Ja, sehe das auch als riesiges Problem des Sports, der ihn entwertet. Saisons wie 2007, als gefühlt die halbe FBS im Laufe der Saison mal zum Contenderkreis gehörte, scheinen heute undenkbar. Alabama, Clemson, Ohio State, Oklahoma, Notre Dame, Georgia und vielleicht mal ein SEC-Team mit gutem Jahr wie letztes Jahr LSU scheinen gegenwärtig die einzigen Teams zu sein, denen man vor der Saison auch nur annähernd die National Championship zutraut. Das macht den Reiz des Sports etwas kaputt und hat einen Teufelskreis in Gang gesetzt, weil die angesprochene Fokussierung auf das Playoff dafür sorgt, dass das Toptalent auch in jenem spielen möchte. Das hilft wiederum den PO-Dauergästen, weil sie so besser recruiten und noch stärker werden.

    Finde vier PO-Teams auch gut, aber der Auswahlprozess muss sich ändern. Das Komitee ist nicht unabhängig und entscheidet so, dass ESPN möglichst viel Geld verdient und nicht im Sinne des Sports. BCS-Rankings sehe ich auch kritisch, da dort der Coaches Poll mit einfließt und die sind auch nicht unabhängig (offensichtlich), man siehe sich nur die Diskussion um Dabo Swinney’s Poll jetzt an. Vielleicht einfach AP oder AP + Massey Composite.

  9. Eben, der Auswahlprozess zerstört den letzten Rest Wettbewerb. Das macht College Football für mich jetzt „unwatchable“.

    Ja aber war das nicht schon immer so beim College Football?

  10. Ein Trend der sich unter Covid nur deutlicher zeigt. Ebenfalls ein Grund weshalb echte Playoffs unvermeidbar werden.

    Gators QB K. Trask spielt im Bowl game, das halbe Team spielt nicht inkl. seine 4 ! Top Receiver.

    Obendrein sein 1.RD Pick Kollege, er wünscht im Spiel dem Team „Viel Glück“ per Videobotschaft.

  11. Das Sausen lassen der Bowls ist seit ein paar Jahren ein deutlicher Trend.

    McCaffrey oder später Denzel Ward wurden vor ein paar Jahren noch heftig kritisiert, aber ihrem Draft Status hat es nicht geschadet, also macht es heute jeder ohne dass ein Hahn danach krähen würde.

    Ich warte nur darauf, dass ein Star mal ein Playoffspiel ausfallen lässt. Ich hatte letztes Jahr auf Tua gewettet, aber der hat sich ein paar Wochen zu früh verletzt und Bama ist dann ausgeschieden

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