Establish the Review – NFL Week 16

Ein paar Nachwehen von NFL-Woche 16 – Playoffbild, MVP-Rennen, Ausblick auf den letzten Spieltag. Es ist viel passiert die letzten Tage!

Die Spiele von Woche 16

Einiges habe ich schon bei den Sofa-Quarterbacks erzählt. Anderes in den Liveblogs vom Freitag und Samstag. Das absurdeste Spiel am Wochenende war Raiders – Dolphins. Vielleicht motiviere ich mich morgen noch, über die Quarterback-Performance von Tua Tagovailoa zu schreiben. Es war jedenfalls eine Partie, die tief in mir drin 55 Minuten lang Aggressionen weckte, ehe die Schlussphase alles vergessen machte. Es war eines der verrücktesten Finishes in dieser Saison.

Allein die Scoring-Entwicklung in den letzten vier Minuten: 16-16, 22-16, 22-23, 25-23, 25-26. Zwei Führungswechsel in den letzten 25 Sekunden! Der Win-Probability-Graph lief in den letzten Sekunden Amok:

Ich komme vor allem nicht ganz mit dem Kneeldown der Raiders vor dem Fieldgoal klar. Die Intention, mit 1:50 Minuten auf der Uhr und bei 22-23 Rückstand nicht auf Touchdown zu gehen, ist völlig nachvollziehbar und nach sämtlichen Win-Probability-Modellen auch richtig. Josh Jacobs legte sich nach seinem kurzen Run im 2nd Down auch entsprechend trotz sperrangelweiter Bahn in die Endzone an der 1 Yards Line hin.

Aber dann Abknien mit 65 Sekunden auf der Uhr, wenn man mit einem Fieldgoal ohne auslaufende Uhr nur +2 in Führung gehen kann? Ich hatte sofort ein schlechtes Gefühl.

Natürlich gingen die Dolphins im Verzweiflungsmodus sofort tief – und nicht nur brachte Ryan Fitzpatrick einen unmöglichen Pass an, nein, die Raiders-Defense legte auch noch 15 Yards Raumstrafe obendrauf und ermöglichte in nur sieben Sekunden ein ziemlich gut machbares 44-Yards-Fieldgoal!

Ich finde, auf Fieldgoal zu spielen wäre nur dann klug gewesen, wenn Las Vegas +3 in Führung hätte gehen können. Kicker haben heute eine zu große „Range“ als dass ein Zweipunkte-Vorsprung selbst mit nur 20 Sekunden auf der Uhr eine „sichere“ Führung wäre.

Klar blieb auch so noch immer eine nur 10%ige Chance für Miami auf den Sieg. Aber selbst ohne DPI: Du wärst als Raider doch extrem nervös vor dem TV gesessen, wenn Jason Sanders zu einem 59-yds Fieldgoal antritt?

Zusätzlicher Benefit eines TD: Man hätte per 2pts-Conversion auf +7 stellen können. Zusätzlicher Benefit eines TD-Versuchs: Selbst wenn er nicht geklappt hätte, so wären doch ein paar Sekunden mehr als mit einem billigen Kneeldown vergangen.

Der einzige Benefit eines Kneeldowns: Er verhindert einen möglichen Fumble. Doch das ist mir zu wenig um nicht mindestens den Touchdown-Versuch in Angriff zu nehmen.


Dieser Freaksieg der Dolphins hat das AFC-Rennen gleich krass durchgeschüttelt wie die Colts-Niederlage am nächsten Tag. Dank dieser beiden Resultate sind es heute die Colts, und nicht Miami oder Baltimore, die jetzt auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Indy hatte das Spiel eigentlich sicher im Sack. Dass die Steelers das nach einer total leblosen ersten Halbzeit und einem 7-24 Rückstand noch drehen konnten, ist eigentlich unfassbar. Nichts deutete drauf hin, dass das Spiel noch einmal spannend werden würde – ja sogar der einzige Steelers-Scores bis dahin war eigentlich nur einer sehr kurzen Feldposition nach einem forced fumble der Defense zu verdanken!

Aber dann haben sich die Steelers in der zweiten Halbzeit aus dem Nirvana zurückgemeldet und ohne Vorwarnung eine absolut passable Offense ausgepackt. Roethlisberger hat plötzlich tiefe Pässe in einer seit Wochen, vielleicht Monaten, nicht mehr gesehenen Qualität geworfen.

Der erste Deep-TD für Deionte Johnson war Bens bester Wurf seit langem – und auch schön designt: Kurzer Crosser von Juju Smith-Schuster, Juju ist offen, aber Roethlisberger wirft tief bevor Johnson offen ist. Bildhübsch in den Lauf gelegt – 38 Yards TD.

Der zweite längere TD war der 25-Yarder für Smith-Schuster. Es war das wahrscheinlich beste Play-Design dieser so totgesagten Steelers-Offense seit Äonen: Claypool zieht pre-snap nach rechts raus und läuft dann geradeaus die Go-Route. Juju rennt die Over-Route (tiefe Crossing-route) und splittet damit die beiden Safetys in einer unmöglich zu verteidigenden Situation – Roethlisbergers Wurf kommt punktgenau.

Roethlisberger ist schon seit Jahren kein QB mehr, der ewig lange Routenentwicklungen abwartet. Der Improvisator Roethlisberger ist seit mindestens 6-7 Jahren verschwunden. Er war in den letzten Jahren immer ein QB, der schnell geworfen hat – auch schnell tief geworfen hat. Da waren eine Halbzeit lang wieder diese Momente, die man so lange vermisst hat.

Strohfeuer? Oder im allerletzten Moment der Saison gerade noch rechtzeitig zu sich gefunden um jetzt mit einigermaßen gutem Gefühl und ein paar neuen Ideen in die Playoffs zu gehen?

Je nachdem ob man die erste oder die zweite Halbzeit der Steelers als die „aussagekräftigere“ wertet, wird man zu völlig unterschiedlichen Schlüssen kommen. Ich fand es jedenfalls eindrucksvoll, wie die Steelers sich aus einem unmöglichen Loch herausgezogen haben. Da war etwas Glück dabei, und auch in den Playoffs wird es Unterstützung und ein paar nicht immer planbare Big-Plays der Defense brauchen, will man gegen die AFC-Granden bestehen. Die Steelers müssen ihre Gegner immer zu sich herunterziehen. Aber immerhin haben die Steelers gezeigt, dass man sie dann doch nicht ganz abschreiben kann.


AFC-„Power Ranking“ für mich damit: Chiefs, dann in Tier 2 Bills und Ravens, und dann ist alles offen. Tennessee, Indy, Pittsburgh, Cleveland – alle haben ihre klare definierten Stärken und Schwächen, und je nachdem wie ausgeprägt diese im jeweiligen Matchup in Szene gesetzt werden, gibt es gegen fast alle Gegner Chancen. AFC-Playoff wird auch ein Playoff des Game-Skripts.

Außer natürlich gegen die Chiefs, die dank der Turbo-Offense immer eine Chance haben. Logisch waren die letzten Performances der Chiefs nicht überzeugend – aber ich bin noch immer geneigt, dies einer generell schlampigen Spielweise zuzuschreiben als fehlendem Zunder.

Kansas City hätte gegen Atlanta verlieren können, keine Frage. Aber die Chiefs hatten auch zwei Interceptions an bzw. in der Endzone. Allein der zum Scheitern verurteilte Trick-Play über Sammy Watkins zeigt, dass sich in KC eine gewisse Langeweile breitgemacht hat. Diese Flauseln gilt es natürlich auszutreiben. Die Chiefs haben in den letzten drei Jahren mit Mahomes aber oft genug bewiesen, dass sie jederzeit ernst machen können.


In der NFC ist das Rennen wesentlich offener. Packers laufen gerade heiß, aber die Defense bei aller Konsolidierung jederzeit eine Gefahr für einen Stinker. Saints sind komplett, aber Brees muss die alte Präzision zeigen – was nach der Rippenverletzung noch nicht garantiert ist. Vielleicht wird’s besser, wenn Brees nicht mehr in jedem Snap Angst vor einem Hit hat. Buccs sind offensiv ein Ärgernis, aber nichtsdestotrotz mit ihren Waffen gefährlich – wer Tom Brady nicht unter Druck setzen kann, wird Schwierigkeiten bekommen.

Seahawks sind auch wieder da. Offensiv war das zwar zweieinhalb Viertel lang auch gegen die Rams Murks, aber dafür hat Pete Carroll endlich mal wieder einen vernünftigen Gameplan ausgepackt um einen Gegner ins Mark zu treffen:

Jared Goff die Naked & Botts rechts raus genommen – Ende im Gelände. In so einer Form sind die Rams auch mit QB1 eindeutig nur noch „NFC Tier 2“. Nun ist Goff leider als einzige passable QB-Option der Rams verletzt und es droht uns ein John Wofford als QB in Woche 17. Gegen die Cardinals könnte man dabei trotzdem auf Augenhöhe spielen, denn bei denen gibt es Gerüchte um einen etwaigen Ausfall von Kyler Murray! Der QB da Bears ist Mitchell Trubisky – also wären die Dallas Cowboys mit ihrer Receiver-Armada und Andy Dalton plötzlich noch am besten dran! 🙂

NFL Playoffbild 2020/21

Nur ein neues Team hat am 16ten Spieltag das Playoff-Ticket gelöst: Die Tampa Bay Buccaneers, die mit 10-5 Bilanz ziemlich sicher den #5 Seed in der NFC einfahren werden, der zum Wildcard-Spiel gegen den NFC-East-Gewinner berechtigt.

Dafür sind ein paar Mannschaften auch rechnerisch eliminiert worden – so z.B. die Eagles, Vikings oder Raiders. Pittsburgh, Seattle und New Orleans haben den Divisionssieg gesichert. Sieben Mannschaften haben jetzt ihr Ticket gelöst. Das klingt bei 14 Teams erstmal nach wenig, aber: Das Playoffbild in beiden Conferences ist jetzt ziemlich klar. Die Essenz vom Ganzen hier:

AFC – Die Chiefs (14-1) sind fix die #1 und können in Woche 17 ihre Starter schonen. Der Kampf um die #2 entscheidet sich zwischen Bills (12-3) und Steelers (12-3), wobei Buffalo dank des gewonnenen direkten Duells einen Vorteil hat und mit eigenem Sieg gegen Miami oder Steelers-Niederlage gegen die Browns die #2 clinchen kann.

Der einzige Divisionssieg, der noch zu vergeben ist, ist jener der AFC South. Dort stehen Tennessee und Indianapolis nach ihren Pleiten am Sonntag bei jeweils 10-5. Tennessee hält den Tie-Breaker, hat aber die etwas schwierigere Aufgabe (Houston, Colts spielen gegen Jacksonville).

Das Wildcard-Rennen ist ziemlich wild – hier kämpfen vier Mannschaften um drei Plätze, und alle sethen bei 10-5 Bilanz:

  • Der Verlierer aus dem Duell Tennessee / Indianapolis
  • Baltimore
  • Cleveland
  • Miami

Gewinnen alle Anwärter, oder verlieren alle, so sind die Colts das „odd team out“, das ausscheidet. Alle anderen haben die Qualifikation in eigener Hand. Baltimore (gegen Cincinnati) hat dabei die einfachste Aufgabe. Cleveland muss gegen Pittsburgh antreten, und Miami gegen Bufffalo. Je nachdem wie wertvoll diesen Gegnern der #2 Seed ist werden sich die Aufgaben sich zwischen 1b/Ersatzmannschaft und Superbowl-Contender bewegen.

Es könnte also in der AFC heuer acht Mannschaften geben, die alle bei 11-5 stehen. Eine davon müsste dann ausscheiden. Dass 11-5 Teams ausscheiden, ist extrem selten. Zuletzt waren die Matt-Cassel-Patriots 2008 betroffen, damals aber noch in einem Playoff-Feld mit sechs Teams pro Conference.

Die Wahrscheinlichkeiten zeigen, wie unsicher bei aller Klarheit um das Playoff-Bild das Seeding ab #4 ist:


NFC – Das Rennen um den #1 Seed ist noch nicht ganz entschieden. Die Packers haben mit 12-3 Bilanz die besten Karten, können mit einem Sieg gegen Chicago das Freilos in Runde 1 lösen. Saints (11-4) und Seahawks (11-4) sind die anderen Kandidaten. Wie es mit dem #1 Seed gehen kann: Weiter unten. Alle drei Teams haben ihren Divisionssieg schon gelöst.

In der NFC East haben noch drei Mannschaften Chance auf den #4 Seed. Es wird auf jeden Fall einen Divisionssieger mit negativem Record geben – zum dritten Mal seit der Einführung der neuen Divisionen 2002 (Seahawks 2010 und Panthers 2014).

Washington (6-8) ist mit Sieg gegen Philadelphia durch. Verliert Washington, löst der Sieger aus New York Giants (5-10) gegen Dallas (6-8) das Ticket.

Tampa Bay hat mit 10-5 die Favoritenstellung auf den #5 Seed. Dahinter ist das Rennen um die letzten beiden Plätze nun ziemlich überschaubar. Die Anwärter:

  • Los Angeles Rams (9-6)
  • Chicago Bears (8-7)
  • Arizona Cardinals (8-7)

Rams und Cardinals spielen gegeneinander; die Bears spielen gegen Green Bay. Die Möglichkeiten sind nicht mehr viele – daher hier kurz die beiden groben Szenarien:

  • Rams gewinnen gegen Arizona -> Rams und Bears qualifizieren sich
  • Rams verlieren gegen Arizona -> Arizona ist qualifiziert, Rams müssen auf eine Bears-Niederlage hoffen um sich zu qualifizieren

Der zweite Fall ist vielleicht deshalb verwirrend, weil dann Cardinals, Rams und Bears jeweils 9-7 wären und Los Angeles das direkte Duell gegen Chicago 24-10 gewonnen hat. Aber in diesem Fall greift die NFL-Regel „Divisions-Ranking geht vor Conference“: Zuerst greift die Platzierung in der Division (Bears wären dann #2, Rams #3), dann erst alles weitere.

Arizona schlägt dann die Rams im direkten Vergleich, und dann schlagen die Bears L.A., weil sie in der Division besser klassiert sind. Klingt bescheuert – aber isso.

NFL Draft 2021

Da die Jets gewonnen haben, geht der #1 Pick an Jacksonville (1-14). Die Jags haben seit dem Auftaktsieg gegen Indy alle Spiele verloren und bekommen dafür wohl als Lohn das Wahlrecht für den Star-Prospect QB Trevor Lawrence. Die Jets ziehen an #2.

Dahinter ist durch die jüngsten Überraschungssiege der Bengals noch mal etwas passiert: Houston hat jetzt den drittschwächsten Record der NFL – weil jener Pick bereits an die Dolphins verkauft wurde (Laremy-Tunsil-Trade), hält Miami aktuell den #3 Pick 2021. Was sie mit dem tun sollen? Vielleicht morgen was dazu.

Dahinter momentan Atlanta an #4, Cincinnati an #5 und Philadelphia an #6.

Alles klar? Dann bist du jetzt top vorbereitet auf den NFL-Sonntag.

Schedule Woche 17

Um 19h gibt es die Aufwärmrunde, die aber einige relevante Partien beinhaltet:

  • Buffalo – Miami. Bills spielen um die #2, Miami kann mit Sieg das Ticket lösen, ist bei Niederlage aber davon abhängig, dass auch die Colts verlieren.
  • Cincinnati – Baltimore. Die Ravens lösen mit Sieg das Ticket, für Cincinnati geht es nur mehr um Draftposition.
  • Cleveland – Pittsburgh. Die Browns brauchen einen Sieg oder eine Colts-Niederlage für die Playoff-Qualifikation, die Steelers haben noch die kleine Restchance auf den #2 Seed (eigener Sieg + Bills Pleite)
  • NY Giants – Dallas. Der Sieger dieser Partie muss hoffen, dass Washington das Sunday Night Game verliert, denn dann gewinnt er die NFC East.
  • Tampa Bay – Atlanta. Buccs fixieren mit Sieg den #5 Seed. Bei Niederlage können sie noch von den Rams überholt werden.
  • Detroit – Minnesota. Spiel um Ruhm und Ehre.
  • New England – NY Jets. Auch hier keine Implikationen. Weil die Jets letzte Woche gewonnen haben, verlaufen die Verschwörungstheorien von wegen „Belichick versaut den Jets die Zukunft“ im Nichts. NYJ ist an #2 des Draft eingelockt.

Die 22h25 Schicht. Hier wird es knackig.

  • Chicago – Green Bay. Packers lösen mit Sieg aus eigener Kraft das Freilos in Runde 1. In dem Fall müsste Chicago auf einen Cardinals-Sieg gegen die Rams hoffen, dann wären auch sie durch. Wollen die Bears das Playoffticket aus eigener Kraft lösen, müssen sie gewinnen. Bears können noch hoch auf #6 springen.
  • Houston – Tennessee. Titans lösen mit Sieg Playoffticket und Divisionssieg. Beides kann auch mit einer Niederlage gelingen, aber dann müssen zumindest die Colts verlieren.
  • Indianapolis – Jacksonville. Colts müssen gewinnen und hoffen, dass entweder Miami, Baltimore, Cleveland oder Tennessee verlieren. Verlieren die Colts, sind sie weg vom Fenster. Mit Colts-Sieg und Titans-Pleite gewinnt Indy aber sogar noch die Division und Seed #4.
  • LA Rams – Arizona. Der Sieger steht in den Playoffs. Die Cards scheiden mit Niederlage aus. Die Rams dürfen bei Niederlage noch hoffen – und zwar darauf, dass die Bears auch noch verlieren.
  • San Francisco – Seattle. Seahawks können mit Sieg ihre Chance auf den #1 Seed wahren, brauchen aber Schützenhilfe von Chicago (gegen Green Bay) und Carolina (gegen Saints). Seahawks gewinnen nur den 12-4 Tie gegen Green Bay.
  • Carolina – New Orleans. Saints können mit Sieg ihre Chance auf den #1 Seed wahren, brauchen aber dann Schützenhilfe von Chicago (gegen Green Bay) und San Francisco (gegen Seattle). Anders: Saints brauchen den 12-4 three way tie.
  • Kansas City – LA Chargers. Keine direkten Playoff-Implikationen.
  • Denver – Las Vegas. Keine direkten Playoff-Implikationen.

Sunday Night Game

  • Philadelphia – Washington. Washington löst mit Sieg das Playoffticket. Verliert Washington, ist der Sieger aus Giants-Dallas drin.

NFL MVP-Rennen

QB Aaron Rodgers liegt jetzt im Rennen relativ klar vor Patrick Mahomes. Rodgers hat mehr TD, weniger INT, mehr Yards/Play, mehr EPA/Play – allerdings hat Mahomes‘ Team mehr Siege eingefahren und Mahomes hat die passlastigere Offense angeführt.

Rodgers kann mit einem Packers-Sieg zum #1 Seed noch ein weiteres Argument liefern (Mahomes wird wohl geschont). Auch wird man Rodgers positiv auslegen, dass er mit Davante Adams „nur“ eine Top-Waffe hat, wohingegen das Chiefs-Arsenal nur so vor shiny Superstars strotzt – mindestens TE Travis Kelce und Tyreek Hill sind absolute NFL-Elite.

Gewinnt trotzdem Mahomes, wäre das zwar eine Überraschung, aber bestimmt kein schlechter Witz. Er hat die meisten Passing-Yards der NFL geworfen, was extrem untypisch für ein Team mit so einem guten Record ist (die meisten Teams werden mit Führungen lauflastig). Auch ist Mahomes der King der „high leverage Situationen“ wie 3rd Downs, wo er mit weitem Abstand den Rest der NFL in den Schatten stellt.

Derrick Henry dürfte im MVP-Rennen chancenlos sein. Wer dieses Blog liest, wird nicht überrascht sein, dass ichm Thema „Henry und MVP“ eh die Augen verdrehe, aber ich hätte mir noch ein Szenario vorstellen können, mit dem Henry die QB-Phalanx in den Augen der US-Voter knackt: Mit zwei fetten Rushing-Performances an den letzten beiden Spieltagen, eine davon im Schnee von Green Bay – und klar die 2000er-Rushing Yards Marke knackend. Henry hat jetzt 1777 Rush Yards. Völlig auszuschließen sind 223 Yards gegen die desaströse Run-Defense der Texans nicht, v.a. wenn Tennessee schnell führen sollte.


Aber der MVP-Zug ist wohl abgefahren. Vielleicht reicht die „2000“ Henry noch zum Trostpreis „Offensive Player des Jahres“. Aber es kann auch sein, dass dieser Preis an den unterlegenen QB im MVP-Rennen geht. Oder straight an den MVP (wie es sein sollte). Wenn sich die Voter aber auf einen non-QB einigen, könnten Adams und Kelce noch eine Chance haben.


Im Defensive-Player-of-the-Year Rennen habe ich ehrlich keine Ahnung, in welche Richtung das Rennen geht. Aaron Donald ist immer eine Option – Donald hat z.B. mit 15 Sacks und 93 Pressures mal wieder sämtliche Passrusher (inklusive Edge-Rusher) in den Schatten gestellt. T.J. Watt z.B. hat nur 73 Pressures, aber ebenso 15 Sacks. Myles Garrett hat 13 Sacks, aber „nur“ 54 Pressures. Kleine Außenseiterchance hat Khalil Mack noch, z.B. mit einer Monsterperformance, die den Bears das Playoffticket löst (Mack momentan 9 Sacks, 56 Pressurues).

Linebacker kommt dieses Jahr keiner infrage.

Defensive Backs werden traditionell eher selten gewählt – CB Stephon Gilmore letztes Jahr war eher eine Ausnahme, und er brauchte den Ruf, Shutdown-Corner in der mit Abstand besten Defense nach EPA/Play zu sein.

Heuer gibt es so jemanden nicht – außer vielleicht Jalen Ramsey. Tendieren die Voter in Richtung Turnover-Maschinen, könnte Xavien Howard mit 9 INT eine Wahl sein. Miami müsste dafür aber wohl das Playoff-Ticket lösen – und selbst dann wäre Howard eine eher „schwache“ Wahl.

Bei den PFF Grades gibt es in Bengals-Safety Jessie Bates einen Geheimkandidaten, aber Bates dürfte im Voting null Chance haben. Er ist noch nichtmal in die Pro-Bowl gewählt worden.


Offense-Rookie des Jahres wird sich zwischen QB Justin Herbert und WR Justin Jefferson entscheiden. Jefferson war auf seiner Position als einer der Top-10 Receiver des Jahres sofort in der Spitzenklasse mit dabei, aber Herbert spielt die wichtigere Position und hat einige spektakulär auffällige Performances geliefert.

Ich würde Jefferson wählen. Aber schon letztes Jahr hat mit Kyler Murray auch so ein „durchschnittliches Quarterback-Jahr“ über exzellente Receiver-Saisonen wie Terry McLaurin oder A.J. Brown den OROY gewonnen. Herbert wird sowieso spannend für die Zukunft: Sein Einstand war verblüffend gut, aber er brillierte v.a. in volatilen Situationen, war in den klassischen „stabilen“ Situationen eher mittelmäßig. Das schmälert nicht seine Performance 2020, wirft aber ein paar Zweifel für die Zukunft auf.


Defensive Rookie des Jahres wird EDGE Chase Young. 6 Sacks und 33 Pressures sind zwar keine weltbewegenden Zahlen, aber Young hatte gerade in den letzten Wochen einige extrem dominante Performances und war ein integraler Bestandteil des Aufschwungs der Washington-Defense. Und: Young hatte 5 Forced Fumbles.

Beim Coach des Jahres habe ich einen klaren Favoriten, aber darüber werde ich wahrscheinlich nächste Woche noch schreiben.

Comeback des Jahres ist seit dem Moment, an dem Alex Smith einen Fuß auf das Spielfeld gesetzt hat, per Erdrutschsieg entschieden.

34 Kommentare zu “Establish the Review – NFL Week 16

  1. Hier noch ein Nachtrag zum Browns-Spiel gegen die Jets.

    Warum sind die Browns kaum gelaufen? Weil sie keine Receiver hatten:

  2. Haskins ist bei Washington übrigens raus.
    Heinicke oder Smith starten damit nächste Woche.
    Gibt also einen neuen QB für Rivera.

  3. Ja, darüber haben wir beim Sofa-QB Podcast gesprochen. Nicht wirklich überraschender Move.

    Und auch nicht falsch. Wenns schon schief läuft, dann wenigstens schnell beenden und neu beginnen.

  4. Coach of the Year:
    – Shanahan, weil die 49ers mit Backup QB und einer riesigen Liste an weiteren Verletzungen nicht völlig zusammengebrochen sind.
    – McDermott in Buffalo für die gute Entwicklung
    – LaFleur, falls die Packers den No 1 Seed eintüten. Würde ich anders sehen, aber Erfolge überstrahlen für die NFL Awards häufig vieles und man kann ihm die Entwicklung der Packers Offense anrechnen, auch wenn er dort vermutlich die Lorbeeren nicht alleine verdient hat.

  5. Flores und Stefanski müssen genannt werden bei den Top Coaches

    Und Andy Reid, bei dem zu schnell vergessen wird wie gut die Chiefs eigentlich immer sind

  6. So wie ich den Hausherrn einschätze ist es keiner der offensichtlichen Kandidaten, sondern vielleicht eher ein Matt Nagy oder auch Matt Rhule. Beide haben aus den vorhandenen Möglichkeiten mehr rausgeholt als man Ihnen vor der Saison zugetraut hatte, bei Nagy spielt der Faktor „Anpassung des Schemes“ um die Stärken von Trubisky auszuspielen, eine Rolle (trotzdem bitte keine Vertragsverlängerung sonst müssen die Bears-Fans weitere 4 Jahre an ein Sauerstoffzelt angeschlossen werden).

  7. Na, Nagy hat zu viel rumgeeiert als dass man 3 Spiele gegen zweitklassige Defense besonders hoch einschätzen kann. Dazu die Freaksiege in den ersten 3 Wochen, der Bears-Record ist mehr Glück als Verstand.

    Rhule hat bei Carolina sicher einiges bewegt, aber mit einem 5-10 Record wirst du nicht Coach des Jahres. Rhules beste beiden Moves mögen Off-Field gewesen sein – Joe Brady einstellen und GM Marty Hurney aus der Franchise drängeln.

  8. Hallo Korsakoff, ich habe deine Twitter Battles mit den Fins Fans mitverfolgt und hoffe, dass du noch nicht zu abgeschreckt vom Thema Tua Tagovailoa bist, aber kannst du einem langjährigen Anhänger deine Sicht zu Tua zusammenfassen. Ich kommentiere hier zwar ansonsten nie, habe aber das meiste deiner Einschätzungen gelesen zu Tua und den Fins.

    War nicht abzusehen, dass Tua mit seiner limitierten Arm Strength und der Verletzung in der NFL Probleme kriegen wird?

    Wie lange muss man Tua Zeit geben sich zu entwickeln?

    Ist das Handling von Brian Flores mit seinem jungen QB ein
    Problem, weil es Tua verunsichert und Zeit kostet?

    Sollten die Dolphins mehr über den Saisonrand hinausschauen als jetzt die play-offs zu priorisieren?

    Tua wird am Sonntag wieder starten, ist das richtige Entscheidung?

    Müssen die Dolphins im nächsten Draft nochmal einen QB draften?

    Wäre nice, mir ist die aufgeheizte Stimmung auf Twitter zu lästig daher versuche ich es hier 🙂

    Gruß Richard

  9. „Oder straight an den MVP (wie es sein sollte). “

    Ist dem so? Ist der Unterschied zwischen MVP und OPOY nicht, dass beim MVP, der Spieler gewinnt, der den größten Gap hinterläst (most valuable) und bei den POY der straigth beste Spieler? In der Analytics Terminologie müsste man dann sagen, dass bei den *POY der position value egal ist, oder? Wenn das stimmt ist die Frage, ob Henry ein besserer RB ist, als Rodgres ein QB ist. Ddie Antwort kann ich nicht beurteilen – könnte man aber schön rausmessen.

  10. @FishDuck: Cooles Thema, coole Fragen! Wenn ich da noch eine hinzufügen darf 😉

    >>> Haben die Dolphins den falschen QB gedraftet?

    Danke 🙂
    Flo

  11. Steelers spielen am Sonntag mit Mason Rudolph, per NFL.com

    Damit hohe Chancen für Cleveland und wohl auch Miami, denn Buffalo zieht dann sicher nicht mehr voll durch.

  12. Jeremy Chin bekommt auch etwas Presse für DROY – mag vor allem die coole Storyline sein aber er spielt unheimlich viele Positionen, sammelt Tackels wie TopLinebacker und hat die beiden Freak touchdowns.

  13. @FishDuck / FloJo: Gebongt, wird gemacht.

    @WinF: Ja, das kann das Rennen durchaus in beiden Spielen beeinflussen.

    @alexanderbrink: Guter Punkt. Ich glaube aber wirklich nicht mehr, dass der eher unbekannte Chinn am hoch gedrafteten Young nach dessen auffälligen Plays im Dezember vorbeirauschen kann.

  14. @Badminton Chris: Ich verstehe deinen Punkt, denn es war immer auch meiner. Aber wie will man das alles messen – was wenn zwei QBs meilenweit vom Rest entfernt ist, aber enger beisammen sind als der beste und zweitbeste Runningback?

    Oder nimmt man Anzahl Standardabweichungen über dem Durchschnittssspieler? Dann werden wieder nur QBs eine Chance haben, weil die Position am meisten streut.
    Oder vom 5t-besten, 10t-besten?

    Letztlich läuft es immer aufs gleiche hinaus: Es wird fast immer der MVP oder der zweitbeste QB/beste RB der Saison.

    Der OPOY ist eigentlich nur der kleine Cousin vom MVP. Ich würde den Award ja prinzipiell abschaffen oder umbenennen.

  15. most Value bringt ein QB immer dann, wenn er im Rookie Vertrag spielt. (siehe Seahawks Superbowl-Kader bzw. Mahones/Jackson).
    Dann bringt ein QB der Mannschaft am meisten, weil sie für das gesparte Geld entweder 3-4 Top-Leute oder 6-10 gute Leute holen kann, die sie auf QB sparen.
    Sobald dein QB seinen Monstervertrag hat, musst du an anderer Stelle sparen. und Entweder er kompensiert das mit überdurchschnittlichen Werten (Rodgers zumindest in der Regular Season in den letzten Jahren) oder es fehlt hat trotz allem etwas (Brees in der Regular Season in all den 9:7 Jahren).

    nicht ganz umsonst standen im letzten Jahrzehnt neben Brady auch Rookie-Verträge wie Wilson(2x), Mahones, Goff, Kapernick und Wentz (bzw. sein Backup) im Finale.

    und selbst Bortles und Trubisky waren in Ihren Playoff-Jahren „most valuable“ für ihre Mannschaften 😉

    das MVP dann eben doch den besten und nicht den „wertvollsten“ Spieler auszeichnet, ist nachvollziehbar.

  16. Also Rodgers in den letzten Jahren war deutlich entfernt von dem was du kompensieren nennst.

    Ansonsten würde ich argumentieren, dass es schon einen semantischen Unterschied zwischen most valuable und best value (…for money) gibt.

  17. Pingback: Die Tua-Frage | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  18. Wenn man eine Teamleistung bewertet, sollte man die Veränderungen im Hintergrund mitbekommen.
    Auch etwas verwunderlich gerade neulich bei z.B. A. Franke „Ich glaube so, irgendwie ging es hin und her, bin mir nicht sicher“, zu dem Thema Bears Play Calling. Ja, der Wechsel Play Calling von Nagy zu OC Lazor ist seit 6 Spielen vollzogen.

    Zu Lobpreisungen von Nagy sollte man bedenken. Eine Veränderung/Erfolg gab es erst 1. nach Serie von Niederlagen 2. drohende Saisonende bis Jobverlust 3. Wechsel Play Calling 4. Verletzung vom Wunsch QB.
    Dies überboten von einer 2,5 Jahre dauernde QB Fehldeutung. Man kann für Nagy nur hoffen, es beruht schlicht auf Sturheit.

    Und nein, Trubisky wird auch in Zukunft nicht erfolgreich sein.

  19. @Sam: Einverstanden.

    Das Problem in Chicago würde ich trotzdem stärker beim GM und Trubisky verorten als bei Nagy.

    Vernünftige Offense spielen kannst du eben auch nur mit vernünftigem QB. Das hatte Nagy schlicht noch nicht, auf wem auch immer der Mist mit dem Foles-Trade gewachsen war.

  20. Ich finde beim DPOY kann es nur drei Kandidaten geben: TJ Watt, Aaron Donald und Xavien Howard.

    Donald sticht auf der DT Position wie immer absolut heraus. Einfach ein Einhorn auf dieser Position.

    Watt ist den anderen EDGE Kandidaten in allen Statistiken überlegen (#1 in Sacks, klare #1 in TFL und #1 in QB Hits).

    Howard spielt eine herausragende Saison, hat super Coverage Noten und ist mit 9 INTs wie Donald und Watt auch ein richtiger Gamechanger.

  21. @korsakoff
    Sehr wahrscheinlich beruht der Trade auf Wunsch von Nagy, wegen seiner Zeit mit Foles zusammen bei den Chiefs.

    Ehrlich gesagt sehe ich Nagy eher als das Hauptproblem. Die Offense Spielerentwicklung unter Nagy sieht mau aus, kaum ein Spieler der seine Leistung verbessert. Dann sehr offensichtlich Unverständnis vom Laufspiel, bis hin zu Nichtbeachtung.
    Oder Spieleranalyse besonders in 2020 Situation RB Unterstützung dringend notwendig, erst 2019 Mike Davis (1 Spiel – Kurzeinsatz) Panthers diese Saison 1000Y, oder 2020 Lamar Miller (1 Spiel active).
    Die Spieler setzen nicht mal einen Fuß aufs Spielfeld.

    Und ohne Zweifel Nagy mit seiner Sturheit hat Trubisky den Todesstoß versetzt.
    Eine mittelmäßige, unauffällige Karriere war möglich.

  22. Denke auch, dass DROY an keinen anderen geht als an Chase Young. Zu dominant und eindrücklich sind teilweise die Bilder und Performances. DPOY würde ich mich persönlich über einen D-Back freuen und es Xavien Howard gönnen – auch wegen des großen Werts, den D-Backs aus Analytics Sicht für eine Defense haben.

    Wir nochmal ein richtig spannender Abend der Sonntag 🙂

  23. Ich bin jetzt kein Experte was Nagy angeht, Denke aber man kann da durchaus differenzierter dran gehen. Mag sein, dass die Spielerentwicklung mangelhaft ist. Dennoch hat er am Ende ein ganz vernünftiges Team aus einem schwierigen Kader gebastelt – wie genau wer wo welche Aufhaben übernimmt ist von außen halt schwer zu beurteilen aber Nagy hat die Verantwortung. Und er ist ja durchaus anpassungsfähig: Veränderungen im Spielsystem, versuche mit dem Qb zu arbeiten der Wechsel im Playcalling.
    Das er nicht ins Laufspiel investiert würde ich eher positiv anrechnen 😅. (Dass Davis in Carolina 1000y macht ist auch Zufall)

    Und das Trubisky mittelmäßig hätte sein können bezweifle ich auch stark.

  24. Das bestehende Meinungsbild zu Trubisky ist auch völlig falsch.
    Der QB mit dem man Titel gewinnen kann gegen Der schlechteste QB seit Ryan Leaf.

    Er zeigt es doch jetzt schon, dass er mittelmäßig „mitspielen“ kann.
    Trubisky 87.4
    Dalton 87.7, Mariota 89.5
    Im Rating ist die erste Saison (77.5) enthalten, eine sinnlose Saison mit einer Handbremse nicht nur angezogen, sondern regelrecht verrostet. Mit dem Höhepunkt nur 7 Passversuche im gesamten Spiel.

  25. Sorry, aber du kannst mir Trubisky nicht schönreden. Er ist ohne Zweifel einer der schwächsten Starting-QBs der letzten Jahre, und es wär nicht so als dass die Coaches Trubisky verbrannt hätten.

    Trubisky ist in den Chartings sämtlicher Dienstleister (PFF, SIS, ESPN) einer der übelsten Werfer in der NFL. Er bietet nicht viel mehr an als seine Mobilität.

    Die Bears haben 2018 eine ziemlich effiziente Offense gespielt, obwohl Trubiskys Accuracy% unter den schlimmsten in der NFL war. Da sind meistens Scheme und/oder Talent verantwortlich, aber außer Allen Robinson gabs nie wirklich gute WR.

    Sowas ist dann meistens eine zeitlang haltbar, aber wenn der QB wie Trubisky nix anbietet, kollabiert auch ein designtes System bald. Im Chicago-Fall von Minute 1 der Saison 2019 an.

  26. Zum Teil kann ich zustimmen.
    Aber die Coaches haben die Stärken von Trubisky lange Zeit nicht ausgenutzt, wie die angesprochene Mobilität.
    2019 Spiel 1 ist z.B. genau so ein Nagy?? Spiel, frisch aus der Saisonvorbereitung.
    Gesamte Spieldauer ein 1 score game, Pass zu Run 45 – 12.

    Ich will ihn nicht schönreden.
    Genau genommen, bereits Spiel 1 der Saison 2018 hat nichts Gutes erahnen lassen.

    Die Bewertung der tatsächlichen Leistung sehe ich doch ebenso.
    Und auch in Zukunft wird Trubisky nicht erfolgreich spielen, der Zug ist abgefahren, für eine nennenswerte Leistungsteigerung.

  27. Warum ist der Zug abgefahren?
    Mal angenommen Trubisky hätte wirklich das Zeug zum NFl QB, warum sollte er das in neuer Situation nicht beweisen können?
    Veränderung und Entwicklung sind nicht ab einer magischen Altersgrenze auf einmal unmöglich. Auch im Alter ist neues Lernen möglich; auch wenn’s bequemer ist immer konservativer zu werden je älter man wird….
    Beispiele gibts genug auch in der Nfl Kurt Warner, Ben roethlesberger etc…

  28. @alexanderbrink:

    Nun ja. Warner hat man vorher überhaupt nicht spielen sehen und Roethlisbergers hat die Messlatte in seinen ersten Jahren wesentlich höher gelegt als Trubisky.

    Es gibt in den letzten 20 Jahren kaum Beispiele für eine erfolgreiche Entwicklung eines QB nach einem so schwachen Start über Jahre. Drew Brees ist mutmaßlich das einzige Beispiel in den letzten 20 Jahren, und bei Brees hatte es eine erfolgreichere Vorgeschichte im College als bei Trubisky gegeben.

    Ich stimme zu, dass man wenn alle Rahmenbedingungen stimmen, einigermaßen Offense mit Trubisky spielen kann, weil er Scramble-Potenzial anbietet. Aber ihm dafür einen dickeren Vertrag zu geben klingt nach Verschwendung, denn dann kann man 30 andere QBs die grad in der NFL herumlaufen, auch mit der Aufgabe betrauen.

  29. Dass war gar nicht der Punkt den ich machen wollte😅
    Mir geht es nur gegen den Strich zu behaupten Menschen können sich nicht mehr ändern/sind irgendwann nicht mehr lernfähig/einen qb, der zu Karrierebeginn Schlecht gecoacht wird kann gleich auf die Resterampe.

  30. Nach nur locker ansprechen vorige Woche, gab es von Franke nun ein wörtlich aussprechen „Nagy ist zu loben“.
    Bei Wechsel zu Mitte Saison 2019 ja, zu Mitte Saison 2020 nein.

  31. @alexanderbrink: Der lernfähige QB muss aber auch die notwendigen physischen und mentalen Voraussetzungen mit sich bringen. Klar kann (und wird) Trubisky lernen wenn er sich reinkniet, aber wohin führt das, wenn die Ausgangslage „kann Stand heute keine 5 Pässe hintereinander ins richtige Fenster werfen und keine Defense lesen“ ist?

    Das Problem ist ja, dass der Gap von gutem zu schlechtem Coaching keinen so großen Einfluss auf den Spieler selbst hat. Offense-System kann davon natürlich profitieren aber es wäre nicht so als würde ein neuer Coach Trubisky plötzlich die wundersame Wurftechnik und den Chip zum Erkennen jeder Spielsituation einpflanzen.

  32. Dazu wird ihm kaum ein Team die Zeit zur Weiterentwicklung geben. Seine überdurchschnittlichen NFL Skills sind auf einen sehr schmalen Korridor begrentz.
    Seine Chance auf eine langjährige Karriere war von Anfang an gering, nur eine Chance war dazu nicht wirklich existent.

    Um seine bisherige Leistung noch mal einzuordnen.
    Sein bestes (Gegner Saison Record), wertvolles (Gegner gute Defense) Spiel.
    Dez. 2019 31-24 Cowboys 8-8
    Trubisky 115.5 Rating (+ Rush TD)

    Von einer Revelanz aus gesehen kommt kein Spiel auch nur in die Nähe davon.
    Die 3 besten Spiele/Siege mit Gegner positive Saison Record.
    Offense Punkte erzielt 13, 16, 17

  33. Ne, die Möglichkeiten der Coaches Spieler wirklich langfristig besser machen halte ich für sehr limitiert.
    Das Coaching kurzfristig dazu führen kann, dass ein effektives System entsteht haben wir zuletzt aber immer wieder gesehen => Trubisky, alles was Shanahan macht, bellichik ohne Brady, Newton 2015, wentz, Goff, Kaeperneck… nur immer mit dem Problem, dass das nicht auf Dauer funktioniert, sobald sich andere Teams darauf eingestellt haben und vom Qb selbst wieder mehr kommen muss kommt die Regression.

    Andersherum kann Coaching auch talentierte Spieler ineffizient werden lassen. Aber dass muss halt nicht unbedingt Auswirkungen Dir die Dauer haben.

  34. Pingback: Sonntagsvorschauer 2020 | NFL Woche 17 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.