NFL-News aus Detroit

NFL Championship Sunday!

Gleich nachher wird Herrmann noch die große Preview für das AFC-Finale Chiefs – Bills raushauen. Packers – Buccaneers haben wir ja schon erledigt.

Die Ausgangslagen werden als durchwegs knapp beurteilt. Ich habe auch schon respektierte Portale gesehen, die eine Superbowl Buccs – Bills sehen (z.B. Football Outsiders). Da Patrick Mahomes heute wohl spielen wird, dürfte auch Chiefs – Bills endlich den Erwartungen gerecht werden. Wollen wir hoffen, dass Mahomes auch wirklich fit ist – und nicht noch dazzy oder völlig unbeweglich.

Detroit-Lions-News aus der Nacht

Für die großen personellen News haben über Nacht die Detroit Lions gesorgt. Einmal, weil sie wohl OffCoord Anthony Lynn eingestellt haben – für viele passt diese Anstellung wie Arsch auf Eimer. Lynn als einer der run-lastigsten Coaches gepaart mit dem neuen Freak-Headcoach Dan Campbell, dessen ganze Spreche auf eine physisch imposante und damit lauflastige Offense hinausläuft.

Oder?

Oderrr??

Nun – Lynn war 2018 und 2019 als Headcoach der Chargers immerhin im Mittelfeld der Lauflastigkeit in Early Downs, und 2020 zwar etwas lauflastiger in Early-Downs als der Liga-Durchschnitt. Über alle Downs verstreut waren seine Chargers immerhin genau im Liga-Mittelfeld, was Pass/Run Balance anging. Das ist mit Quarterbacks wie Philip Rivers oder Justin Herbert nicht ideal, aber auch kein katastrophaler Weltuntergang.

Lynns größeres Problem war das allgemeine Game-Management – 4th Downs, Timeouts, Clock-Management. Und dann war da natürlich die Frage, wie Lynn, der einstige „mobile QB wizard“, mit dem immobilen QB Matthew Stafford zu fahren kommt.

Wie sich herausstellt, werden wir die Antwort darauf gar nicht bekommen, denn Stafford hat offensichtlich um einen Trade angefragt – und die Lions, ganz im Umbruch begriffen, haben zugestimmt. Ich kann nicht sagen, dass ich den Move verkehrt finde. Stafford war der #1 Pick 2009 und hat über Jahre gute Leistungen gezeigt – aber der QB, der dein Team ohne massive schematische Hilfe und Top-Support-Cast ins gelobte Land geführt hätten, war er nie.

Ich habe in den letzten Tagen oft gehört, dass die Lions „dumpster fire“ waren und offensiv keine Hilfe anbieten konnten – aber das stimmt nicht. Stafford hatte bis 2015 WR Calvin Johnson. Er hatte zwei Jahre lang Calvin Johnson und Golden Tate. Er hat heute Kenny Golladay und Marvin Jones. Die Waffen waren immer da.

Der Trade wird wahrscheinlich vor dem fünften Tag des neuen Liga-Jahrs (also im März) über die Bühne gehen müssen, weil Stafford dann einen 10 Mio.-Bonus ausbezahlt bekommt. Er hat noch zwei Jahre und insgesamt 43 Mio. Dollar auf dem Vertrag – das ist relativ billig für einen guten QB. „Relativ billig“ war in den 12 Jahren Detroit übrigens nie ein Stichwort für Stafford – als einer der letzten „Big Rookie Contracts“ unter dem alten CBA „pre 2011“ war er stets extrem teuer und hatte auch entsprechenden Verhandlungsspielraum bei Extensions.

Ich habe Stafford immer gemocht. Er ist ein knallharter Brocken mit einer Granate von Wurfarm. Ich wünsche mir, dass er zu einem Contender getradet wird und vielleicht nochmal die Chance auf einen Titel-Run bekommt – z.B. San Francisco oder Indianapolis. Die Niners oder Colts dürften mit ihren relativ kompletten Kadern und mit ihren großen QB-Fragezeichen durchaus interessiert sein.

Detroit wird wahrscheinlich einen, aber eher nicht zwei 1st Rounder abstauben. Ich glaube nicht, dass Detroit am Ende des Tages die Munition haben wird um in die Top-2 oder auch nur Top-3 des Drafts hochzutraden. Insofern ist der Move auch unter dem Gesichtspunkt der verfügbaren Alternativen für die Lions nicht uninteressant. Der Quarterback-Markt wird durch den wohl anstehenden Trade jedenfalls nicht uninteressanter.

2 Kommentare zu “NFL-News aus Detroit

  1. Natürlich ist man nachher immer schlauer, aber hätten die Lions nach den Entwicklungen im letzten Jahr nicht besser mit dem dritten Pick Tua oder Herbert nehmen sollen statt jetzt ohne QB wieder von vorne anzufangen?

  2. Öhm… sie geben Stafford ab und dann? Einen extrem hohen Pick haben sie nicht, die Backups sind meh und Starter von Staffords Kaliber werden normalerweise nicht für Kleingeld getraded. Wenn überhaupt.
    Aber wahrscheinlich spielen sie einfach 100% Wildcat mit einem HB, der den Gegnern reihenweise die Kniescheiben rausbeisst.
    (Campbells Kniescheibenspruch ist einfach für die Ewigkeit.)

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