Superbowl 2021 – Nachklapp

Nachklapp zu Superbowl LV, Tampa Bay Buccaneers – Kansas City Chiefs.

Die Buccs sind Superbowl-Champion, und sie haben nicht knapp gewonnen, sondern in einem Blowout 31-9. Das habe ich nicht kommen sehen. Das Spiel war Mitte des dritten Viertels entschieden, selbst gegen den berühmten Comebacker Patrick Mahomes und seine Offense.

Bei allen wilden Comebacks in dieser Saison fühlte sich das schon nach ca. 38-40 Minuten wie eine gegessene Sache an. Die Chiefs waren in dem Spiel einfach nicht sie selbst. Sie waren überrollt.

Super Bowles

Man kann diskutieren ob sich die Chiefs selbst ins Bein geschossen haben, oder ob der Gameplan von Buccs-DefCoord Todd Bowles so genial war, aber Punkt ist: Mahomes stand je nach Zähleweise in 49% oder 52% der Dropbacks unter Druck – da kann selbst der beste aller Quarterbacks nichts mehr dagegen ausrichten.

Quarterback ist bei Pressures grundsätzlich der entscheidendere Part als die Offensive Line – bis zu dem Punkt, an dem das Matchup zu deutlich wird. Das hatte Eric Eager damals in seinem Pamphlet auch so geschrieben:

One question that has been on our minds of late has been the contribution of offensive line play to success in the passing game. In the extremes – no protection at all versus perfect protection – it’s clear that an offensive line can have a huge impact with respect to its team’s success. That said, a team with virtually no protection can throw the ball quickly and gain yardage (although not optimally), and a team with perfect protection is still at the mercy of their quarterback making plays from a clean pocket, which we know to be tough for poor quarterbacks relative to the great ones. And we don’t generally work in these extremes. There are no offensive lines that are so bad that more than half of passing plays are pressured, and no offensive lines are so good that fewer than 20 percent of passing plays earn the “pressured” distinction.

Die Superbowl war eins der Spiele mit Hälfte der Dropbacks Druck. Und dann geht die Offense eben schnell den Bach runter – bis hin zum Extremfall Mahomes, der irgendwann begann schon vor dem Einbrechen des Drucks wie wild herumzuscrambeln. Mahomes legte dabei kreuz und quer atemberaubende 497 Yards allein beim Davonlaufen vor Passrushern zurück. Der Kontrast zu Brady (unten, Mahomes‘ Wege oben) könnte nicht krasser sein:

Mahomes sah auch einen Haufen schnelle Pressure: 24 Snaps mit Druck in weniger als 2.5 Sekunden. Das sind 43% Pressure-Rate, die man für gewöhnlich der Offensive Line zuschreibt. Vergleich: Brady sah 3 in 30.

Entsprechend hässlich sah dann auch das Passing-Game aus. Dass Mahomes überhaupt noch seine wilden Würfe aus verrückten Winkeln in die Nähe seiner Leute anbrachte, war beeindruckend. Aber es war eben auch Symbol dafür, wie der Chiefs-O-Line hier der Hintern versohlt wurde:

Bowles brachte nur 10% Blitzes. Das ist die niedrigste Blitz-Rate der ganzen Saison und Bowles‘ niedrigste Blitz-Rate der letzten fünf Jahre.

Die Chiefs reagierten das ganze Spiel über nicht wirklich auf die Protection-Probleme. In 48 der 52 Mahomes-Dropbacks blockten nur die fünf Offensive Liner. Das wird bestimmt zu Kritik führen, doch andererseits sind mehr Receiver-Routen oft ein besserer Schutz für den QB als mehr Blocker. In diesem speziellen, so krassen Mis-Match, war’s wahrscheinlich nicht der richtige Weg.

Kommen wir zur Coverage. Bowles hatte seine Unit völlig anders als im Regular-Season Spiel fast ausschließlich in 2-high Aufstellung (zwei tiefen Safetys). Wir hatten schon in der Vorschau gelernt:

  • Single High = Spiel für Tyreek Hill
  • Two High = Spiel für Travis Kelce

Bowles wählte den “langsamen Tod“ und brachte 87% two high. Mahomes brachte dagegen nicht einen einzigen tiefen Pass an, und auch wenn Kelce am Ende 10 Catches für über 100 Yards machte, so fühlte sich das doch völlig hohl an, weil Kansas City längst zurücklag, als Kelce ein richtiger Faktor wurde.

Side-Effect dieser Defense: Kaum verrnünftiges Passspiel Richtung Seitenlinie. Mahomes war 10/22 für 50 Yards mit 2 INT, wenn er Targets außerhalb der Hashmarks anspielte. Es ging einfach nix.

Kurzum: Es war eine eindrucksvolle Vorstellung von Bowles und seiner Unit. Aber gleichzeitig war es auch ein Indiz wo der „kritische Punkt“ liegt, an dem Überlegenheit bzw. Unterlegenheit in den Trenches selbst die dominanteste Offense der NFL lahmlegen kann.

Die Tampa-Offense

Auch wenn die Buccs-Defense die Story des Spiels war: Tom Brady wurde zum MVP gewählt. Mit 21/29 für 201 Yards und 3 TD hatte Brady sehr „cleane“ Stats – aber er musste auch nicht viel mehr machen. Den MVP kann man sich auch mit Bradys „Aura“, seiner Rolle als Chef-Motivator, und seiner Fähigkeit, den Ball nur zu einem Zeitpunkt in Gefahr zu bringen, erklären.

Tampa dominierte auch diese Seite des Matchups in den Trenches. Wieder und wieder drückte die O-Line immer wieder den Lauf durch, hielt Brady locker lange genug den Rücken frei (eben nur 3 schnelle pressures), und gleichzeitig war Bradys faszinierender Split, gleichzeitig schnell und tief zu werfen, mit entscheidend.

Auch im Coaching war das stark von den Buccs. 13 Play-Action Pässe für Brady, 10 complete, 135 Yards, 3 TD. Da war es also, das lange geforderte Commitment zum Play-Action-Fake. Kudos an Byron Leftwich für den ganzen Gameplan.

Mahomes übrigens: 0/3 bei Play-Action. Null von DREI. Die Play-Action-Vorreiter der NFL gingen schon im zweiten, dritten Drive vom Fake weg.

Coaches und Strafen

Es gab einigen Wirbel um die vielen Strafen der Chiefs-Defense. Einige von ihnen waren notwendig um Big Plays zu verhindern. Andere waren etwas wischi-waschi. Letztlich haben fette Strafen bei allen der ersten drei Touchdown-Drives eine große Rolle gespielt:

  • Personal Foul von DT Chris Jones
  • Holding, die Tyrann Mathieus Interception zurücknimmt und später Offside beim Fieldgoal-Versuch zu neuem 1st Down
  • DPI gegen CB Breeland bei einem tiefen Pass kurz vor der Pause, und anschließend noch einmal DPI gegen Tyrann Mathieu in der Endzone zum 1st&Goal an der 1

Manche Strafen sind notwendig. Nicht alle Strafen fühlten sich „konsistent“ an und Terry McAuley bestätigte auf Twitter auch, dass das in den Kommentaren des Liveblogs immer wieder angesprochene Holding der Chiefs-O-Line so falsch gar nicht gehandelt wurde:

Aber solche Dinger wie Offside beim Fieldgoal, das darf eigentlich nicht passieren. Das sind Schüsse ins Knie, die man sich gegen Houston und Tennessee leisten kann, aber nicht gegen Tom Brady im Endspiel.


Bruce Arians hat sich mit seinem Coaching-Staff den Titel verdient. Alles richtig gemacht: Passspiel in Early-Downs hochgeschraubt, viel Play-Action gebracht, die Chiefs-Defense im Herz attackiert und nach den Timeout-Geschenken von Andy Reid draufgehalten und die weniger als eine Minute zum Touchdown genutzt.

Die Buccs hatten diese Saison lange Probleme zu sich zu finden. Erst in der Endphase der Saison griffen die einzelnen Konzepte, die Vermischung von Arians und Brady wurde immer deutlicher – und in den Playoffs hat Arians nacheinander Ron Rivera, Sean Payton, Matt LaFleur und Andy Reid „ge-outcoached“. Das muss man erst einmal schaffen. Ganz groß.


Wenn die Buccs es schaffen, ihren Kern zusammenzuhalten – WR Chris Godwin, WR Antonio Brown, TE Rob Gronkowski, DT Ndamukong Suh, LB Lavonte David und EDGE Shaq Barrett sind alle Free Agents – dann bleiben sie ein heißer Titelanwärter für nächstes Jahr. Bradys Arm hat diese Saison eher besser ausgesehen als in den letzten zwei Jahren.

Und Brady hat noch zwei Ziele: Er hat noch nie gegen die Patriots gewonnen. Und bei aller Freude über den fassungslosen siebten Ring: Bill Belichick hat mit acht einen mehr. Noch.

29 Kommentare zu “Superbowl 2021 – Nachklapp

  1. Es wird sicherlich ein überinterpretierter Super Bowl😅

    Viele kleine Dinge die am Ende den Au außreiser machen. Aber ich befürchte starken hyperwentilieren mindestens bis saisonstart (run it wichtig, Defense win championships. Build from the trenches bla bla bla)

    Zu den Refs:
    Mich stört halt die unsichere Linie: Vergleiche regular Saison PI mit Playoff bucs mit super bowl chiefs.
    Gerade die Endzone PI kommt mir sehr schwach vor.
    Zur Erklärung: der Defense Spieler darf grundsätzlich seinen Raum verteidigen- der Receiver muss herumlaufen.

  2. Die Patriots sollten ihren General Manager auch mal hinterfragen. Brady hat es eindrucksvoll gezeigt, hätte mir Belichik die Waffen gegeben, dann hätten wir weiterhin gewonnen. So grandios er auch als Coach ist.

  3. Es kommt vor allem darauf an, ob Kansas die richtigen Schlüsse zieht. Mahomes allein reicht am Ende dann eben doch nicht, wenn es eine so deutliche Schwachstelle im Team gibt. Gerade in der Offense, könnte etwas Tiefe nicht schaden. Ein weiterer Receiver kann da meiner Meinung nach nicht schaden, dazu natürlich die Tiefe in der Offense-Line. Natürlich war die Verletztensituation maximal unglücklich, aber wenn man nur deswegen am Ende nicht den Titel holt, sollte es das erste Ziel sein, hier nachzulegen.
    Defense ist sowieso ja volatil, da kann man auch weiterhin mit ein paar späteren Draftpicks auf den einen oder anderen Steal hoffen.

    Tampa hat mich persönlich in dieser Saison überrascht. Natürlich war der Kader von Anfang an sehr ausgeglichen und stark besetzt, aber sich so zu finden, ist schon eine starke Leistung. Da bin ich wirklich gespannt, ob diese gefühlte Allstar-Truppe so zusammenbleiben kann. Die waren einfach auf allen Positionen ganz gut besetzt, ohne irgendwelche Ausreißer nach unten.

  4. Tamba Bay hat das Spiel von Beginn an durch ihre mentale Stärke gewonnen. Als Aussenseiter durch ihren Teamgeist wie damals die Giants und die Eagles ab den Wildcard Games. Das hat sich bis zu mir nach Thailand durch die Live-Übertragungen offenbart.
    @Korsakoff – im Grunde lagst Du mit deinen Vorschauen in Bezug auf die Buccs doch richtig, sei es mit der Offense wie der der Defense, noch dazu mit den Coaches.
    Der Gegenpart war von Beginn ausgemacht in QB Mahomes, das war doch vorhersehbar, oder nicht?
    Weder ein Drew Brees noch ein Aron Rogers konnten gegen dieses Gesamtpaket dieser Buccaneers das mentale Vertrauen auf ihre Mitspieler übertragen wie dies Tom Brady fertig brachte, das den verdienten Erfolg auslöste.
    Statistiken und Zahlen mögen ja Hilfreich sein auf die Taktik, aber die Motivation und Disziplin in der Umsetzung kann es nicht ersetzen.

  5. @colo,

    Dass ist jetzt aber sehr vom Ergebnis her gedacht. Mann fragt sich wie die Chiefs letztes Jahr die ganzes Comebacks ohne Mentale Stärke hinbekommen haben.

  6. Die Chiefs werden massiv in die Defense und die O-Line investieren müssen. Die Gegner lernen und die haben beim SB gesehen, wie man Mahomes &seine Receiver kalt stellt. Dazu kommen mit Lawrence, Fields, Burrow, Herbert schon die nächsten guten QBs, die ihm auf den Fersen sind. So wird es schwieriger, dauerhaft in den SB zu kommen.

  7. @alexanderbrink – ja natürlich. Jedes Game ist ein Einzelereignis, daher ja auch die mentale Tagesfrom mit hereinspielt. Kennt doch jeder aktive Spieler. „Glückliche“ One Score Siege können aber auch falsche Erwartungen wecken, die als solche auch ein falsches Signal auslösen für die folgenden Spiele.
    Die Favoritenrolle zu behaupten verlangt eben dem Underdog den Tarif angeben zu können, was bei mir nicht rüber kam bei den Chiefs, außer bei dem zweimaligen Stopp an der Endzone. Danach kam aber nichts mehr, was für mich ein vorentscheidendes Beispiel war, um es drehen zu wollen.
    Beobachte gerne die Seitenlinie bei den Einspielungen, um einen Eindruck zu erhaschen, wie die Stimmung ist und das zeigte mir eine gewisse Ratlosigkeit bei Kansas.
    Eindrücklich das Interview von Gronkowski nach dem Spiel, was den Teamgeist wiederspiegelte durch die Saison. Dies meinte ich mit mentaler Stärke auf dieses Endspiel bezogen.

  8. Wie Alexander Brink schon meinte, hat was von Overreaction Monday. Alles, was die Chiefs bis dahin gut machten, war jetzt falsch (etwas überspitzt).

    Es hat sich wieder mal gezeigt, dass Nuancen großen Einfluss haben können. Das ist das spannende und einer der Gründe, warum wir seit den Patriots 03/04 keine SB Sieger in zwei aufeinander folgenden Jahren mehr hatten. Ich find’s gut und es ist einer der Gründe, warum ich Football schaue. Dass dann auch mal so unangenehme Typen wie Hill oder AB gewinnen, okay… Ich muss jetzt auch nicht noch einen weiteren Super Bowl Sieg von Brady sehen, aber verdient war’s halt. Playoffs waren wie gesagt ehr lahm dieses Jahr, dennoch viele spannenden Geschichten dabei gewesen. U.a. durch diesen Blog hab ich wieder einiges über Football gelernt.

  9. Ich habe den SB nicht gesehen, aber heute morgen beim Blick auf das Ergebnis irgendwie das Gefühl gehabt dass auf die Saison (nicht das offenbar eindeutige Spiel) gesehen die falsche Mannschaft gewonnen hat.
    Tampa hat mich in der Regular Season einfach zu selten überzeugt, für deren Football diese Saison konnte ich mich nur bedingt begeistern.

    Auf den zweiten Blick muss man aber sagen dass Tampa in den Playoffs so ziemlich alles mit Rang und Namen aus dem Weg geräumt hat was die NFC zu bieten hat und sich eben im Laufe der Spielzeit konsequent gesteigert hat. Insofern war da meine erste Reaktion wahrscheinlich zu harsch bzw unfair.

    Unabhängig vom SB finde ich dass wir diese Saison ein paar spannende defensive Konzepte (Rams, Bills, Bowles) gesehen haben. Vielleicht ist das ja ein Zeichen dass die DCs jetzt gegenüber den Innovationen der offensiven Kollegen in den letzten Jahren nachziehen :-).

  10. Mich hat es gefreut, dass der Tampa Coaching Staff genau das getan hat, was wir immer und immer wieder von den Chiefs Gegnern gefordert haben:

    1) Offensiv das Gaspedal durchdrücken und immer auf die Punkte gehen.
    2) Mahomes wenig blitzen und stattdessen auf einen brutalen 4-Men-Rush setzen.
    3) Der Chiefs Offense die Big Plays wegnehmen (2-High spielen und Seitenlinien dicht machen).

    Natürlich liest sich das so einfach und nur sehr wenige NFL Teams haben auch das nötige Spielermaterial, um diese Punkte umzusetzen, aber man hat gesehen, dass es geht und die Chiefs dann eben auch „nur“ zu einem ganz ordinären NFL Team runtergestutzt werden können.

    Bevor heute die Buccaneers ihr Meisterstück ablieferten, haben das interessanterweise die Chargers bisher am besten gezeigt.

  11. Man muss sich die Entwicklung der Chiefs mit Mahomes anschauen. 2018 war er „Neuland“ und konnte jede Defense dominieren, da sie nicht wussten was kommt. Das ging auch 2019 noch gut, insbesonders da in die Defense und Offense investiert wurde. Auf dem Niveau war man 2020 geblieben, ohne zu berücksichtigen, dass die Gegner aufholten. Die knappen Siege sind da eben ein Zeichen. Man hatte in Kansas gehofft, dass Mahomes so gut ist, dass man ohne weitere Verbesserungen hinkommt. Hat leider nicht geklappt. Und es war jetzt auch keine knappe Niederlage wie 2018, sondern eine deftige Klatsche. Da haben Reid & Co. einige Arbeit vor sich.

  12. Die ganzen Untergangsszenarien sind ja mal wieder typisch, dabei ist einfach gestern alles zusammengekommen

    4 Backups in der OL
    Viele Drops
    Chiefs Offense nicht ideal eingestellt
    Penalties zum dümmsten Zeitpunkt
    Bucs Offense perfekt vorbereitet und alles richtig gemacht

    Klaro kann man jetzt alles hinterfragen und einreißen. Man kann aber auch sehen, daß mehrere OL Starter zurück kommen (bei RT Schwartz bin ich mir mit dem Rücken nicht sicher, daß ist bei OL immer schlecht) und punktuell nachlegen auf WR und DB.

    Der Running Back Pick tut jetzt freilich weh, bloß ist das für jeden der hier mitliest warhscheinlich keine Überraschung mehr 🙂

  13. Ich rege mich im ersten Moment auf über solche Kommentare aber dann amüsiere ich mich eher darüber wie man bei den Chiefs, die jetzt mit Mahomes drei mal in Folge im Championship Game standen, Den Untergang der Franchise prognostiziert, als ob Kansas City nächstes Jahr um den No1 pick spielen würde.
    Die Bills melden dann am besten gleich den Spielbetrieb ab…

    Zum Thema Mental strengh:
    Ich bestreite nicht, dass mentale Stärke im Profisport wichtig ist, aber jetzt zu behaupten Brady hätte eine genuine Fähigkeit die Mentale Stärke seines Teams so weit auf ein neues Level zu heben, dass man logischerweise jeden Gegner schlägt, klingt nach Buffs aus Rollenspielen und dürfte jeglichem Realitätsbezug entbehren.

    Außerdem: Möchte ich dir nicht unterstellen, aber die ganze Mentalitätsdiskussion hat ganz schnell einen rassistischen Anklang

  14. Es geht gar nicht um alles hinterfragen. Man sollte sich nur bewusst machen, das es ein weiter so nicht geben kann. Und sich darauf zurückziehen, das es nur an der O-Line lag wird nicht helfen. Das ganze Jahr haben die Metriken gezeigt, dass die Chiefs mehr Glück hatten bzw. Mahomes. In so einem Szenario ist dann Mahomes schon der X-Faktor.

    Wo war den z. B. Frank Clark. Am Anfang war er Mal zu sehen und dann war er weg? Ist er z. B. sein Salär noch wert? CEH hat zumindest als preiswerter RB funktionieren.

  15. Ich seh das ganz genau gleich wie Alexander Brink bezüglich Inkonsistenz wie PIs gepfiffen werden.
    Beim Endzone PI läuft der Receiver einfach in den DB rein, lächerlicher Call…

  16. Im Grunde einfach zusammenzufassen:
    „Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh.“
    Und natürlich die fehlende O-Line.

    Tampa hingegen hatte in den POs letztlich einfach einen Lauf und den Sieg am Ende auch verdient.

  17. Mich freut es riesig. Damit hat ein Haufen Hate endlich ein Ende:
    – „Brady ist doch nur Systemprodukt Belichicks“
    – „Brady hat mit den Pats nur durch Cheaten gewonnen“
    – „Mahomes ist das nächste Jahrzehnt unbesiegbar“
    – „Gronk ist als Receiver nutzlos weil langsam und alt“
    – „Arians und Brady können gar nicht funktionieren“
    – „Brady baut schon ab“
    – „Brady kann keine neue Offense lernen. Vor allem nicht binnen einem Jahr.“

    Natürlich ist das alles totaler Käse, aber nachdem ich genau diesen Schmarrn seit Jahren von Arbeitskollegen höre, dürfte jetzt Ruhe herrschen.
    Kiss the ring. 😀

  18. Es bleibt dabei, Thomas … wette nie gegen Tom Brady. Egal wie gut deine Gründe sind …

  19. @alexanderbrink: „die ganze Mentalitätsdiskussion hat ganz schnell einen rassistischen Anklang“

    Was für ein Schwachsinn. Bei Jordan oder Kobe wurde auch völlig zurecht stets ihre „Winner-Mentalität“ hervorgehoben.

  20. Nein das ist kein Schwachsinn und leider wieder eine typisch deutsche Reaktion zum Thema.

    Mag ja sein, das Kobe und Jordan eine Winnermentality zugesprochen bekommen, ein Argument ist das noch lange nicht.
    Zumal man durchaus argumentieren kann dass Basketball ein bisschen ein Spezialfall ist.
    Aber Football ist die Bastion des Weißen Mannes , nicht umsonst hat Trump gezielt hier Wahlkampf betrieben. Hier wurden über Jahre schwarze Spieler ausgeschlossen oder mussten immer mit angesagten Mackeln umgehen. „RB, WR ok, aber qb, nein dass kann nur ein weißer, die mentalen Fähigkeiten hat nur er“
    Ganz schnell sind wir da bei Topoi von Faulheit und mentaler Instabilität, vom Wilden, der sich nicht selbst beschränken kann, eben bei all dem rassistischen scheiß.
    Warum gibt es den. So viele weiße Coaches in der NFL? Men es Work ethic, men es Mentalität oder Kultur – es sind immer die selben schwammigen Begrifflichkeiten, auf die man sich zurückziehen kann, weil sie nicht wirklich widerlegbar sind.

    Es geht mir darum zu hinterfragen, ob solche Aussagen nicht einfach stereotype sind. Das

  21. Auf 4 Verletzungen in der OL kann man sich nicht vorbereiten. Chiefs werden vielleicht 1-2 solide Backups holen, mehr dann aber auch nicht. Der Clark Contract war immer Mist. Defense würde ich am ehesten einen CB holen. Das war auch letztes Jahr schon der größte Need. Einen Sneed findest du vielleicht nicht jedes Jahr in den späten Runden. Ein paar mehr dart throws sind immer gut, wie Tampa gezeigt hat bei DBs.

    Meine größte Priorität mit weitem für die Chiefs ist ein Wide Receiver. Es braucht eine echte, dritte, offensive Waffe wenn Kelce im Slot oder Hill speedy big plays nicht funktionieren. Die OL war so schlecht gestern das Reid sich nicht mal Screens zugetraut hat. 2x versucht glaube, beide gescheitert. Watkins ist ständig verletzt, Hardman ist Hill für Arme, Pringle ist whatever. Entweder big money in FA (Golladay, Robinson, evtl. sogar Juju, Godwin bleibt vermutlich in Tampa) oder man draftet einen Receiver in der ersten oder zweiten Runde. Amonra St. Brown bspw Ende erste Runde zu den Chiefs könnte ich mir gut vorstellen. Muss mich mit der Receiverklasse aber noch genauer beschäftigen.

    CB und OL geht auch später, falls nötig. Wenn Mahomes seine Offense rollt, reicht eine durchschnittliche Defense. Prios sollten klar sein. Die NFL ist eine klare offense first Liga. Man braucht einen „normalen“ Receiver, mit guten Routes. Man braucht einen echten Plan B, der dir Flexibilität gibt in der Offense. Wenn mein QB fucking Patrick Mahomes ist würde ich vermutlich eh spätestens jedes zweite Jahr früher oder später einen WR draften. Mahomes ist der größte Cheatcode in der NFL. Hat man gestern auch wieder deutlich gesehen in den ganzen freak plays.

    1st round: WR
    2nd round: CB
    3rd round: OL

    (am ehesten könnte am WR und CB tauschen, falls man einen teuren FA holt)

  22. @alexanderbrink ich finde es auch bemerkenswert, wie vielen Weißen Spielern man immer nachsagt, dass sie alles nur dank hartem Training und unbändigem Wille geschafft haben, sie die ersten in den Facilities waren und die letzten die gegangen sind, am meisten Video geschaut… eigtl sind das fast ausschließlich weiße Spieler. Mit Aisnahme vom Gronk, der ist auch einfach ein Freak, aber der gibt sich ja auch öffentlich alle Mühe als Partytier wahrgenommen zu werden. Bei schwarzen hingegen liest man immer von dem unglaublichen Talent, dass sie mitbringen. Da ist dann selten die Rede con ultra disziplinierten, sich von Morgens bis Abends abrackernden Typen, die alles dem Erfolg unterordnen. Obwohl in Wahrheit natürlich alles ehrgeizige workoholics sind (inkl. Gronk), mjt einfach überragendem Talent. Ehal welcher Ethnie sie angehören.

  23. Pingback: Noch ein paar Gedanken im Nachgang an Super Bowl LV | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  24. Mir ist die Work Ethic- bzw. Motivations-Thematik auch viel zu schwammig. Das Attribut „first guy in, last guy out“ wird so inflationär verwendet, dass es quasi faktisch nicht stimmen kann. Es kann ja pro Team nur einen Ersten-rein und Letzten-raus geben, aber habe dieses „Lob“ auf deutlich mehr als 32 aktuellen Spielern gehört 😀

    Wie Rantanplan sagt, sind auf dem Level vermutlich die meisten workoholics, die sehr viel Zeit und Aufwand in Training und Vorbereitung stecken.

  25. Dass Brady allein durch sein Standing einem ganzen Team Selbstvertrauen einimpfen kann, ist denke ich unbestritten. Das gilt natürlich nur solange er auch als Werfer noch auf der Höhe ist. Aber in dieser Saison war er es noch.

  26. Hier noch eine Ergänzung zur Thematik „Pass-Blocker“ bei den Chiefs: Geoff Schwartz widerspricht der These, KC hätte eventuell mehr Blocker aufstellen sollen, vehement.

    Mehr Blocker = weniger Routen = weniger Optionen für den QB schnell genug zu werfen.

  27. Pingback: Greg Cosell über Superbowl 2021: Flotte Füße bei Mahomes, schwere Beine bei Tampa Bay | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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