NFL-Spielplan: Das 17. Regular-Season-Spiel wird kommen

Peter King schreibt in seiner Montagskolumne unter anderem über die wahrscheinlichen Änderungen am NFL-Spielplan.

Allgemeiner Tenor: Das 17te Regular-Season-Spiel wird schon diesen Herbst kommen, aber es soll keine zweite Bye-Week pro Team geben. Es gilt als ausgeschlossen, dass die NFL den Saisonstart nach vorne verlegen wird (Labor Day Wochenende gilt als Ratings-Killer). Also wird der Saisonstart wie gewohnt am zweiten Wochenende im September sein. Die Saison wird also um eine Woche nach hinten raus verlängert – neuer Superbowl-Termin für 2022 wäre damit der 13. Februar (da ist noch nix dran bestätigt, auch die Finalveranstalter in Los Angeles haben noch nix von einer Verschiebung gehört!).

Auch die NFL Playoffs würden mit dem Vorschlag eine Woche nach hinten geschoben. Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich darüber kotze. Fortan überlappt sich das einstige Saisonhighlight Divisional Playoffs meistens mit dem Hahnenkammwochenende in Kitzbühel, und so wichtig die NFL ist: Es kann dann nur einen geben, und NFL kommt gegen Kitzbühel nicht an. Wie man das einst beste Footballwochenende in zwei Steps korsakoff-untauglich macht: Follow the NFL-Blueprint. Spiele in die Nacht hinein schieben und Wochenenden herumschieben als handle es sich um billige Ramschware.

Playoff-Auftakt wäre dann das Wochenende vom 15.-16. Jänner – mit einem noch zu verhandelnden Wildcard-Monday-Night-Game am 17. Jänner als Abschluss. Jenes Montagsspiel galt bislang als eher unmöglich, weil es meistens mit dem College-Football-Championship-Game überlappt wäre. Dem ist in Zukunft nicht mehr so (oder nur mehr selten).

Divisional Weekend am 22.-23. Jänner.

Conference Championships am 30. Jänner.

Superbowl am 13. Februar.

Über die TV-Verhandlungen und das 17te Spiel

Die aktuell laufenden TV-Verhandlungen werden offenbar alle schon in der fixen Erwartung geführt, dass das 17te Spiel kommt. ESPN/Disney soll weiter voll bei der NFL mitbieten – auch wenn ein Richard Deitsch den Sinn dahinter nicht so wirklich greifen kann.

NBC hatte bereits seine Rechte an der Superbowl um ein Jahr auf 2022 verschoben, weil es im Duett mit den Olympischen Winterspielen größere Werbedeals auszuhandeln imstande ist. Die Spiele in China laufen vom 4. bis 20. Februar. Ich dachte bislang immer, dass man mit der Superbowl gleich zu Beginn der Spiele auch „Cross-Programm“ pushen will. Aber offensichtlich war die Doppelung Superbowl/Olympia vor allem als Synergie für Werbedeals wichtig.

Für die Matchups des 17ten Spiels hat sich die NFL einen besonderes einfach zu verstehenden Kniff ausgedacht: Re-Match des Interconference-Spiels von vor zwei Jahren, gleicher Tabellenstand gegen gleichen Tabellenstand. Deutlicher: 2019 haben AFC West und NFC North gegeneinander gespielt. Die beiden gleich platzierten Teams im Tabellenendstand der damaligen Saison werden 2021 gegeneinander gematcht. In dem Fall: Packers gegen Chiefs. Mahomes gegen Rodgers. Der Heimvorteil wird wohl so ausgeschnapst: Ein Jahr AFC, ein Jahr NFC. Die 16 AFC-Teams sollen 2021 mit dem neunten Heimspiel beginnen.

Noch kurz zu den Verhandlungen: In den letzten Tagen sickerte mehr und mehr durch, dass die bisherigen Rechteinhaber bei allen Paketen außer Thursday Night gleichbleiben. Grosso modo heißt as: SNF bei NBC, Sonntag AFC bei CBS, Sonntag NFC bei FOX, MNF bei ESPN. Das TNF-Package gilt mangels Exklusivität als am uninteressantesten. NFL Network muss ein paar Spiele bei sich auf dem Kanal ausstrahlen um nicht bei Kabelanbietern auszufliegen. Es dürfte bei TNF auf Streaming bei Amazon hinauslaufen, denn FOX ist nur lauwarm interessiert. Insgesamt sollen sich die TV-Einnahmen für die NFL mit dem neuen Deal in etwa verdoppeln – außer eben bei TNF. Dort liegen Amazon und die NFL noch weit auseinander.

Wan manchen Stellen werden schon um die 14 Mrd. NFL-TV-Einnahmen pro Saison diskutiert – aber nur als Durchschnittswerte, nicht bereits in den nächsten 1-2 Jahren. Die Deals sollen eine Laufzeit von „mindestens“ sechs Jahren, bis hinauf zu zehn Jahren haben.

Mehr Umsatz heißt perspektivisch dann auch: Mehr Salary-Cap – aber auf keinen Fall in dieser Offseason.

14 Kommentare zu “NFL-Spielplan: Das 17. Regular-Season-Spiel wird kommen

  1. Irgendwie versteh ich die monetären Verhältnisse nicht so ganz:
    Diese TV-Gelder liegen im zweistelligen Milliarden(!)-bereich. Die Owner haben mehr Geld als Normalsterbliche in 1.000 Leben ausgeben. Allein Funktionär Roger Goodell bekommt schlappe 40 Millionen Dollar jedes Jahr überwiesen.
    Und die Salarycap könne dieses Jahr nicht gehalten werden wegen der Umsatzeinbrüche, weil die Stadien 2020 nicht voll waren?

    Was übersehe ich?

  2. Sie sind aktuell bei 7 Mrd was deutlich weniger ist.
    Ich weiß nicht wie hoch die lokalen Einnahmen pro Team sind, da wird aber mehr als ein paar Hundert Millionen fehlen.
    Der Rest sind dann CBA Modalitäten, wie dass die lokalen Einnahmen auf die Cap im nächsten Jahr kommen und es nahe 0€ sein werden kommt halt nix dazu.

  3. Eigentlich ein bisschen schade, dass man sich entschließt, den Weg des Profi-Fußballs zu gehen und aus immer mehr Spielen (und Spieltagen) immer mehr Geld zu generieren. Auch wenn das völlig legitim und nachvollziehbar erscheint. Man sollte nur aufpassen, daß es nicht ab einen bestimmten Punkt zu einer Übersättigung der Fans kommt.

    Und als alter Traditionalist rolle ich mit den Augen, wenn ich höre, daß der SB offensichtlich ab dann erst am 2. Februar WE stattfindet.
    (ok, als Fan von Big Blue kann es für mich natürlich eh zweitrangig sein, wann der SB stattfindet)

  4. Naja, gut. Superbowl war „traditionell“ auch längst nicht immer Anfang Februar. Vor 2002 meistens Ende Jänner, davor Mitte Jänner, und die ersten Ausgaben oft sogar schon erste Januarhälfte.

    Ist halt ein schleichender Prozess bis zur Übersättigung.

  5. Ich persönlich fand 16 Spiele optimal. Eine relativ kurze Football Zeit ,dafür aber sehr intensiv. Das ganze wird zwangsläufig auch auf über 17 Spiele hinaus laufen,denke ich. Die Preseason wird dafür allerdings kürzer ,oder ?

  6. Preseason habe ich jetzt keine gesicherte Info. Beim 18-Spiele-Schedule wurde allerdings eine Verkürzung der Preseason auf wohl ca. 2 Spiele diskutiert.

  7. „Übersättigung“ könnt ihr meiner Meinung nach vergessen.
    a) fussball & Basketball laufen jeden Tag. Ich höre da keine Klagen wg Übersättigung.
    b) die gier nach live inhalt nimmt eher noch zu. Also nach Inhalt, den du NICHT 3 h später gucken kannst.
    Europäische fussball super Liga finden 90% der Fans Mist, es gibt aber einen starken wirtschaftlichen trieb dahin.

  8. Ja, aber bei mir ist eigentlich schon jetzt genug. Ich brauchte schon die zusätzlichen Playoffspiele nicht, das 17te Spiel ist auch mehr lästig als es nutzt 🙂

    Dann kriegt man plötzlich nur mehr Teile der Saison mit, und es wird langsam uninteressant.

    Bei mir im Fußball passiert. NFL augenscheinlich next up.

  9. Pingback: Über den neuen TV-Deal der NFL | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  10. Pingback: Es geht los! Heute beginnt die NFL-Saison 2021/22 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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