Die Lehren vom ersten Tag des NFL-Transferfensters 2021

Guten Morgen. Wir haben einen eher unterwältigenden Start in den NFL-Transfermarkt hinter uns.

Ich gebe zu: Ich bin schon nach wenigen Stunden weggedriftet und habe mir die zweite Hälfte der Miniserie „The Stranger“ reingezogen (richtig packende Produktion für siebendreiviertel Folgen mit einem B- Ende) anstatt mir zu geben welche Interior Offensive Lineman den nächsten fetten Deal bekommen.

So ganz genau sind die meisten Vertragsstrukturen auch noch gar nicht bekannt – und wie Andrew Brandt richtigerweise hinweist: Viele „Guaranteed“-Moneys sind neben den immer kleiner werdenden Handgeldern einfach die Gehälter im ersten (und wahlweise zweiten Jahr). Damit ist der Long-Term-Impact nicht so groß.

Auch das hier:

Die Lehren vom ersten Tag

  1. Gute Zeit um Interior O-Liner zu sein
  2. New England ist das neue Miami
  3. John Johnson ist das coolste Signing des ersten Tages
  4. Biste 1st Rounder, kriegste immer deine Kohle
  5. Dicke Deals für Spieler an der Line, weniger für Receiver und Defensive Backs

#1 Interior Offensive Linemen sind in diesen ersten Tagen gleich in Serie fett bezahlt worden. Nach der Franchise Tag für Brandon Scherff haben gestern…

  • OG Joe Thuney für 5 Jahre, 80 Mio in Kansas City
  • C Corey Linsley für 5 Jahre, 62.5 Mio bei den Chargers
  • OG Kevin Zeitler für 3 Jahre, 22.5 Mio bei den Ravens

… unterschrieben. Thuneys Vertrag ist so fett, dass einem die Spucke wegbleibt: 16 Mio/Jahr, 32.5 Mio. sind qua Definition „fully guaranteed“, aber eigentlich sind 48 Mio. guaranteed, weil die Chiefs vorher eh nicht raus kommen. Das Superstar-Team legt einen weiteren Superstar-Deal nach. Ich habs schon vor ein paar Tagen geschrieben: GM Brett Veach ist drauf und dran, sich zu verzocken.

Immerhin: Thuney hat als Profi keinen Snap verpasst und galt in den letzten Jahren als einer der verlässlichsten Guards in der NFL. Er muss jetzt aber auch in KC dieser Anker sein, denn sonst geht so ein „top of market“ Deal schnell den Bach runter (bisheriger Top-Guard kostete 14 Mio/Jahr).

Linsley zu den Chargers war so ziemlich der logischste Deal der ganzen Free Agency. Jeder wusste, dass L.A. auf Center nachlegen wird. Center ist eine der besseren Positionen um in Free Agency aktiv zu werden – aber Baby: 12.5 Mio/Jahr. Ich kenne die genauen Guarantees und Details noch nicht, aber jedenfalls d-i-c-k-e-r Move.

Linsley hat rund 6.5 Mio Cap-Hit im ersten Jahr. Aber erinner dich an eine Sache bei den Cap-Zahl pro Jahr Deals:

Der beste Deal ist noch Zeitler. Der hat mit 31 Lenzen nicht mehr die Klasse alter Tage in Cincinnati und später Cleveland, doch als überdurchschnittlicher Blocker geht er auch auf seine alten Tage noch durch. Ich weiß nicht ob ich 7.5 Mio/Jahr für einen Guard hinlegen würde, aber Baltimore ist mit seiner lauflastigen Offense noch am ehesten prädestiniert für solche Verträge.


#2 Die Miami Dolphins (und wahlweise auch die AFC-East-Konkurrenz in New York und Buffalo) haben über 20 Jahre eine Art „Frustkauf-Mentalität“ entwickelt um den übermächtigen New England Patriots irgendwann Herr zu werden. Es hat nie etwas gebracht. Jetzt sich die Patriots die neuen Dolphins.

Die Liste der Patriots-Verpflichtungen passt weder auf den Einkaufszettel noch auf den Warenkorb: TE Jonnu Smith, DT Dalvin Gavineaux, DL Matt Judon, DB Jalen Mills, DL Henry Anderson, WR Kendrick Bourne und WR Nelson Agholor haben alle bei den Pats unterschrieben, und DL Deatrich Wise hat verlängert – und ohne genau auf die Guarantees eingehen zu können: Es sind recht hohe APY (average per years):

  • Smith: 4 Jahre, 50 Mio (12.5 Mio/Jahr), 31.2 Mio guaranteed
  • Bourne: 3 Jahre, 22.5 Mio (7.5 Mio/Jahr)
  • Agholor: 2 Jahre, 26 Mio (13 Mio/Jahr)
  • Gavineaux: 2 Jahre, 16 Mio (8Mio/Jahr), 9 Mio guaranteed
  • Judon: 4 Jahre, 56 Mio (14 Mio/Jahr), 32 Mio guaranteed
  • Mills: 4 Jahre, 24 Mio (6 Mio/Jahr), 9 Mio guaranteed
  • Wise: 3 Jahre, 30 Mio (10 Mio/Jahr), 10 Mio guaranteed
  • Anderson: 2 Jahre, 7 Mio

(Ich habe bestimmt noch eine Handvoll Signings vergessen)

Eine solche Latte an Free Agents ist völlig untypisch für New England. Ich glaube zwar nicht, dass Nike an Stelle von Bill Belichick diese Verträge unterschrieben hat – aber ich bin sicher, dass Belichicks Verbindung zum Spieleragenten Drew Rosenhaus, der dem Vernehmen nach drei der Spieler (plus OT Trent Brown) vertritt, eine tragende Rolle spielte.

Belichick ereilt damit ein bisschen der „Fluch des Verlierers“: Haste keinen Franchise-QB, biste immer mehr verlockt, tief in die Tasche zu greifen und den Nachteil mit Dollars wettzumachen.

Belichick hat eines erkannt: Es braucht Waffen. Smith ist einer der athletischeren Tight Ends in der NFL, auch wenn sein Highend-Profil in einer „non-Arthur-Smith-Offense“ noch nicht ganz geschärft ist. Und Agholor hat nach vielen Jahren unbeständigem Mittelmaß letztes Jahr in Las Vegas das schier Unmögliche geschafft und Derek Carr den tiefen Ball entlockt.

Bourne als WR2 oder WR3? Not excited. Die Pats gehen von einem Receiving-Corps Meyers/Byrd/Edelman/Asiasi auf Agholor/Bourne/Edelman/Meyers/Smith. Bissi besser wahrscheinlich ja, aber zu einem gesalzenen Preis.

Dass diese Moves ohne die Addition einer echten #1 aber wirklich fruchten, glaube ich erst, wenn ich es sehe. Bloß: Woher soll die kommen? Ein Allen Robinson kostet genug, dass sich New England keine Draftlösung auf Quarterback mehr leisten kann. Ein Kenny Golladay unterschreibt bestimmt nicht den One-Year-Deal bei den Pats, solange so viel Unklarheit auf QB herrscht. Und Wide Receiver zu draften sollte Belichick ganz einfach aufgeben.

Dazu mehrfach Tiefe für die Defense. Judon ist wahrscheinlich mehr als „Tiefe“, aber Elite-Passrusher ist der Ex-Raven auch nicht, und früher hat New England diese D-Liner selbst billig herangezüchtet. Man konnte Geduld mit den Prospects haben, weil Tom Brady die Entwicklung sowieso überlagerte.

Allerdings: So krass wie sich die Zahlen auf den ersten Blick lesen, ist es sicher auch nicht. Zum Beispiel der hier angeführte Mills-Deal ist in Wahrheit ein 2 Jahresvertrag für 10 Mio, wenn man ihn richtig interpretiert.

Wenn die Pats nicht noch die große Quarterback-Lösung aus dem Ärmel zaubern, klingt das nicht nach einer Free-Agency-Klasse, über die man in fünf Jahren schwärmend zurückschaut. Da sind einfach sehr viele Elemente jener Teams dabei, die das jahrelang wie im Hamsterrad versucht haben. Nun: Wenn die Pats jetzt doch noch Deshaun Watson (oder wahlweise große Draft-Lösung) wie ein Karnickel aus dem Hut zaubern, will ich nix gesagt haben. Dann ist es eine gute „Überbrückungsklasse“ für die nächsten zwei Jahre, bis man wieder einen eigenen Kern hat.


#3 Die Rams haben es ziemlich interessant angelegt: Man hat EDGE Leonard Floyd für 4 Jahre, 64 Mio gehalten (16 Mio/Jahr) und S John Johnson III für 11 Mio/Jahr zu den Browns ziehen lassen.

Diese Johnson-Verpflichtung in Cleveland war wahrscheinlich mein Favorit am ersten Tag. Johnson spielte zuletzt bei den Rams, wo er als Art „Defense-Quarterback“ die Playcalls in der Brandon-Staley-Offense machte. Johnson gilt als extrem spielintelligenter Safety, und es wäre nicht überraschend gewesen, hätten ihn Staleys Chargers geschnappt.

Die Browns brauchen händeringend jeden Defensive Back, den sie kriegen können. Wie Johnson in das Scheme passt, bin ich schon sehr gespannt. Die Staley-Rams haben überdurchschnittlich viele „two high“ Shells gespielt – aber Browns-DefCoord Joe Woods kommt aus dem 49ers/Seahawks-Branch und hat eher trockene Cover-3 spielen lassen.

Mit Johnson und dem Superathleten Grant Delpit (Draftpick 2020, der das Rookiejahr mit Achillessehnenverletzung verpasste) gibt es nun ein ziemlich schmackhaftes Safety-Duo. Ein Hirn und einer mit Muckis.


#4 Die Jets haben LB Jarrad Davis für einen Einjahresvertrag für 7 Mio/Jahr geholt. Davis ist ein ex-1st Rounder der Lions, der in Detroit in fünf Jahren nicht viel mehr aufgesteckt hat als hie und da stark zu blitzen. Davis hat die Spielintelligenz einer hohlen Hupe und spielte zuletzt nur mehr in speziellen Packages.

Natürlich haben Matt Patricia und Co. ihre Spieler wohl nicht gemäß „put them into position to succeed“ eingesetzt. Aber Davis war fast durchgehend mehr Ärgernis als Nutzen.

Bloß: Davis war vor 4-5 Jahren 1st Rounder (irgendwas um Pick #20 herum). Er hat bis heute den Ruf, ein Super-Athlet zu sein. Das allein muss der Grund gewesen sein, dass Davis trotz seines gefloppten Einstands in der NFL immerhin noch 7 Mio (!!) für das prove it Jahr bekommt, wo viele Late-Rounder, die mehr angeboten haben, billigere Deals unterschreiben müssen.


#5 Analytics: Fokussiere dich auf Receiver und Defensive Backs! NFL: Wir zahlen Offense und Defense Liner.

Dieser ganze Disconnect wurde gestern mal wieder offensichtlich. Natürlich sind die genauen Vertragsstrukturen noch nicht bekannt und viele Verträge stellen sich auf den zweiten Blick als weit weniger fett, viel Incentive-geladener und mit weit weniger „fully guarantees“ heraus als letzte Nacht hinausposaunt wurde.

Aber Baby: Mehrere interior O-Liner für 12-16 Mio/Jahr, Ein Leonard Floyd für 16 Mio/Jahr, Shaq Barrett für 18 Mio/Jahr, Bud Dupree für 16.5 Mio/Jahr in Tennessee, dazu mittelmäßig bis gute D-Liner à la Yannick Ngakoue, Dalvin Tomlinson, Wise und Rotationsspieler wie Carl Lawson und die mir kaum bekannten Jungs in Jacksonville und Chicago haben dann doch dicke Kohle jenseits der 5 Mio/Jahr bis hoch an die 13 Mio/Jahr bekommen.

Auf Safety war glaube ich Johnson der dickste Deal – aber Johnson, nach PFF WAR weit wertvoller für die Rams als Floyd, ist in Summenzahlen weit billiger zu haben gewesen. Der verletzungsanfällige CB Ronald Darby bekam in Denver Dreijahresvertrag für 10 Mio/Jahr.

Auf Receiver: Die Pats schütteten dickere Verträge aus, aber immerhin alles sehr kurz. Dafür bekam ein Corey Davis „nur“ 3 Jahre, 37.5 Mio (27 Mio guaranteed) von den Jets, und das trotz ex-Top-5 Pick Bonus. Andere Jungs wie Philip Dorsett haben nur kleine Deals bekommen.

Ein Will Fuller oder Kenny Golladay sind weiter ohne Abnehmer, was darauf hindeutet, dass ihr Markt kleiner als erwartet war.

Jameis Winston bleibt in New Orleans

Das Rätsel um den Saints-Plan ist gelöst: Winston bleibt bei den Saints: Einjahresvertrag für 12 Mio, der ganz „Saints-like“ strukturiert ist:

  • 1 Mio Grundgehalt
  • 4.5 Signing Bonus, der über zwei „voidable years“ abgeschrieben wird
  • Der Rest sind Incentives

Richtig wie „Starter-Monete“ schaut der Vertrag nicht aus, aber ich kann mir einfach weiterhin nicht vorstellen, dass Sean Payton den Shit mit Taysom Hill fortführt.

Fitzmagic in Washington

Ryan Fitzpatrick geht nach Washington: Ein Jahr, 10 Mio. Washington hat damit die unmittelbare Not, einen QB holen zu müssen, gelindert. Fitzpatrick ist der ideale „Stopgap-QB“ der heutigen NFL. Eine langfristige Lösung ist der 38-jährige freilich nicht.

Ein paar weitere Moves isoliert betrachtet

Shaq Barrett bleibt in Tampa. Die Buccs halten also tatsächlich ihren ganzen Kern um Barrett, Godwin und Co. Barrett bekommt endlich seinen großen Zahltag mit Vierjahresvertrag für 72 Mio. (36 Mio fully guaranteed). Das sind 18 Mio/Jahr. Barrett war so ein Spieler, der als ehemaliger Late-Rounder (oder sogar UDFA?) anders als Davis über Jahre mit den Zweifeln zu kämpfen hatte.

Nach seiner Zeit als extrem produktiver Rotationsspieler in Denver bekam er vor zwei Jahren in Tampa erst einen kleinen prove it Deal über ein Jahr, 4 Mio. Als er dort in einer erweiterten Rolle brillierte, stülpte ihm Tampa noch ein Jahr Franchise-Tag über, ehe es jetzt endlich den verdienten Langzeitvertrag für einen der größten Stars der Superbowl gibt.


Ein anderer Edge-Rusher hat keinen so guten Deal bekommen: Yannick Ngakoue musste sich mit zwei Jahren für 26 Mio bei den Raiders zufrieden geben. Ngakoue war jahrelang ein guter „1-B Passrusher“ bei den Jaguars, ehe er sich den Abgang von Franchise-Tag erstritt und für einen Vertrag unter Marktwert in Minnesota entschied um diesmal groß abzucashen. Doch dann war nun nicht viel zu holen.

13 Mio/Jahr ist nicht das, was Ngakoue sich vorgestellt haben wird. Ngakoue war immer ein Passrusher, der mehr in einer „Komplementär-Rolle“ brillierte und nicht wirklich als #1 taugte. Er hatte zwar hohe Sack-, aber relativ moderate Pressure-Zahlen.

Er ist 25. Ich wundere mich gerade, dass er bei dem lauen Markt nicht einfach einen Einjahres-Deal genommen hat um zu schauen was nächstes Jahr so zu holen ist. Vielleicht ging aber einfach auch nicht mehr: Bei den Raiders gibt es keine Entlastung durch einen anderen Top-Rusher – ich bin da nicht so optimistisch, was Ngakoues Entwicklung angeht.


49ers haben zwei Low-Key Moves in der Defense gemacht: CB Verrett für ein Jahr und ca. 6 Mio. gehalten, und EDGE Dee Fords Monstervertrag auf zwei Jahre, 12 Mio. Restlaufzeit runtergeschraubt. Beide Moves machen Sinn: Verrett bleibt Starter, und Langzeitvertrag kannst du diesem Glasknochen nicht anbieten, und Ford war bei aller Liebe nach seinem Einkauf aus Kansas Citys immer ein überbezahltes One Year Wonder.

Die Niners müssen jetzt noch entscheiden, wie tief sie bei LT Trent Williams in die Tasche greifen wollen, oder ob man den Mann lieber gehen lässt und billiger im Draft ersetzt.


Einer der Moves, die mir überhaupt nicht gefallen: Panthers holen C Pat Elflein für 13.6 Mio in drei Jahren, mit 6 Mio guaranteed. Klar: 4-5 Mio/Jahr für einen Low-Key Starter ist kein richtig schlechter Deal, doch Elflein war über Jahre ein Ärgernis in Minnesota.

Elflein startete als ehemaliger Mid-Rounder drei Jahre bei den Vikes, und kassierte immer zwischen 24 und 32 Pressures. Letztes Jahr spielte er bei Vikes und Jets nur 419 Snaps und ließ prompt wieder 24 Pressures zu. Das sind ziemlich unterirdische Werte. Elflein scheint einer der Spieler zu sein, die vor allem wegen ihres einstigen Rufs aufgestellt werden – und weil die verfügbaren Optionen einfach noch schlechter sind.

Positiv zwar: Matt Rhule scheint nicht Jon-Gruden-like vier Jahre in seinem Long-Termin-Projekt mit Entschuldigungen zu vertrödeln, sondern mit Nachdruck sein Produkt verbessern zu wollen. OT Taylor Moton wurde ja auch schon gehalten, und Carolina ist in jedem QB-Gerücht an vorderster Front dabei. Aber ich weiß nicht, ob so Signings wie Elflein die richtige Umsetzung des aggressiven Plans sind…

Was ist noch nicht passiert?

Aussm Kopp: Der Trade von Ravens-OT Orlando Brown. Jacksonvilles Tony Khan hat bereits vehement verneint – mal schauen, für wie lange.

Auch Allen Robinson ist noch in Chicago, Kenny Golladay und Will Fuller sind noch Free Agents. Aus den PFF Top-10 sind außerdem OT Trent Williams, FS Anthony Harris und Chargers-TE Hunter Henry noch ohne Deal.

Sonstige noch zu habende Leute unter anderem:

  • WR Juju Smith-Schuster, der Pittsburgh sicher verlassen wird
  • WRs Marvin Jones, Curtis Samuel, Emmanuel Sanders
  • EDGE Hasaan Reddick, einer der gefährlichsten Free Agents (Overpayment incoming)
  • EDGE Jadeveon Clowney, Kyle Van Noy
  • CBs William Jackson, Richard Sherman, Troy Hill, Mike Hilton und Shaquill Griffin
  • OTs Alejandro Vilanueva, Eric Fisher und evtl. Mitchell Schwartz
  • C David Andrews
  • QB Mitchell Trubisky

Noch zu holende Leute: Ravens WR1, Seahawks OL 1-5 für Russell Wilson, Deshaun Watson, Cards WR2, O-Liner für die Jets, Cornerbacks für die Jets, O-Liner für die Chargers.

Zum Abschluss

So. Erinner dich an eins: Fast alle der genannten Deals sind mündliche Vereinbarungen – Spieler wie Team können noch bis zur offiziellen Öffnung der Free Agency am Mittwochabend aus dem Konkordat aussteigen.

Und eben auch: Viele Zahlen werden sich als viel zu hoch gegriffen herausstellen. Die Wahrheit über die Mehrzahl dieser Deals wird erst in den nächsten Tagen ans Licht kommen – “Teil-Guarantees“, „Options/Boni“, „Incentives“ usw. Ich tippe mal, dass ein nicht unerheblicher Teil der hier aufgeführten Spieler schon nächstes Jahr wieder auf der Straße sein wird – und über 50% in 2023 in einem anderen Team spielen werden.

8 Kommentare zu “Die Lehren vom ersten Tag des NFL-Transferfensters 2021

  1. So ganz kann ich die doch immer recht reflexhafte Kritik an Veach nicht nachvollziehen- er investiert halt in Postionen, die denen du nicht den höchsten Wert einräumst – etwa RB und Dl- andere sehr erfolgreiche Clubs (etwa die Ravens; haben auch einen 2. Rounder für J.K Dobbings verbraten, den Journeyman Guard Zeitler recht ordentlich entlohnt und in den letzten Jahren massiv in die D-Line investiert, im Backfield rotiert Marcus Peters immer noch zwischen Genie und Wahnsinn ect.pp)- Decosta bekommt aber besser weg- oder täusche ich mich?

    Und ja, ich weiß um die anderen Lücken im Kader der Chiefs- es sind derzeit zu viele aber wenn man jedes Jahr sehr tief in den Playoffs ist, sind Verletzungen auch alles andere als überraschend und ein Roster kann nur zu einem gewissen Grad für Eventualitäten „vorrausgebaut“ werden.
    Die Bills sind der Gegenentwurf- mit dem Hauptfokus auf ‚middle-tier‘ FA- (abgesehen von Diggs)- nur im Conferance Semifinale hat man doch ziemlich deutlich und erwartbar gesehen, dass sie über wenig wirkliche Spitzenkräfte (oder nenn es ‚blue chips‘ ) verfügen. Mittlere Investion führten zu mitleren Ergebnissen. Sind hat unterschiedliche Philosophien- aber da so hart zu werten- naja.

  2. Der Superstar-Weg ist riskant, weil man ständig mit der Krise flirtet. Mal eine kurze Formkrise von einem Star oder 1-2 schlecht getimte Verletzungen, und schon bist du am Anschlag.

    Wenn etliche der teuren Investitionen dann auch noch in der interior O-Line, D-Line und auf Runningback rumlaufen, hast du umso schneller ein Problem, weil sie noch nichtmal die entsprechende Upside liefern.

    In short: Es gibt bessere Wege ein Team zu bauen den Veach-Weg, wenngleich der mit Abstand wichtigste Teil (Mahomes-Draft und Mahomes-Vertrag) in erster Linie auf Veach zurückgeht. Aber das alles ist nix Neues. Schreibe ich seit Jahren, und daher ist der Thuney-Deal auch keine Überraschung, denn er passt perfekt ins Bild. Reflexhaftigkeit sehe ich nicht.

  3. Die Frage ist immer, kann ein Spieler die in der Vergangenheit gezeigte Performance auch in Zukunft fortsetzen. Wird er besser? Baut er ab? Das ist neben dem „Verletzungspech“ halt vor allem die Erfahrungen der entsprechenden Scouts gefragt.
    Bezüglich „fetter“ Verträge sollte man auch im Hinterkopf haben, dass ab 2022/2023 neue TV-Verträge und damit steigende Caps zu erwarten sind. So dass ein heute fetter Vertrag in drei Jahren nicht mehr so fett ist. Die Frage bleibt halt immer, wäre das Geld woanders effektiver gewesen. Nur was nützt der beste WR, wenn dein QB ständig wie ein Häschen auf der Flucht ist.

  4. Die Salary-Cap wird aber erstmal keinen gigantischen Sprung machen, weil die NFL schrittweise den negativen Spike aus 2020-2021 abfedern muss.

    Die 182 Mio. spiegeln ja nicht den effektiven Umsatzrückgang der letzten Saison wider.

    RE: O-Line
    Aber zwischen „perfekt geschützt“ und „ständig auf der Flucht“ gibt es einige Grauzone und alle Indizien weisen darauf hin, dass der Aufpreis von akzeptabler Protection auf Elite-Protection für so einen QB wie Mahomes teurer ist als ihm einfach so viele Waffen wie möglich aufs Feld zu stellen, die er bedienen kann.

  5. Pingback: Wie man einen NFL-Vertrag liest am Beispiel Jalen Mills | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  6. Soweit man OTC glauben kann, geht er von 225 Mio in 2023 und 256 Mio in 2024 aus.
    Andererseits frage ich mich gerade, ob es nicht auch eine Art „Mahomes“-Bonus für die O-Line gibt. Nach dem Motto: „Ihr wollt Patrick effektiv geschützt haben? Das kostet x Dollar zusätzlich.“ Oder kurz gesagt, von seitens Chiefs gibt es derzeit eine gewisse Nachfrage, die dann eben auch ein entsprechendes Angebot zur Folge hat. Ich nehme mal an, dass auch eine akzeptable Protection teurer werden würde, als bei einem anderen Team. Und selbst die WR werden für die Chiefs teurer als für andere. Dann ist wieder das Problem, rechtfertigt der Preis die Skills.
    Das wird man dann sowieso erst im Verlauf der Saison sehen.
    Ich gehe erst mal davon aus, das GM und HC nicht ganz planlos agieren und jeder Zuschauer sowieso ein besserer HC und GM ist. 😉

  7. So eine Shopping Tour habe ich als Patriots Fan in den letzten 10 Jahren noch nie erlebt. Das einzige Jahr, das mir auch nur im entferntesten einfällt, ist 2017, als man CB Stephon Gilmore für fette Kohle und WR Brandin Cooks für nen 1st-Rounder geholt hat.

    Heute ist noch TE Hunter Henry dazugekommen. Von Smith und Henry halte ich viel, aber für einen Kendrick Bourne (der in SF schon nur die 3 oder 4 war) 7,5 Mio/Jahr hinzublättern, halte ich für absoluten Schwachsinn.

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