Gedanken zu Trevor Lawrence, Scouting, Maximierung von Draft-Erfolg

Steve Palozzolo und Sam Monson haben im letzten PFF-Podcast unter dem Schlagworte „verrückte Draftideen“ einen interessanten Talking-Point für den NFL Draft 2021 aufgeworfen: Es könnte für Jacksonville eine gute Idee sein, den #1 Pick zu verkaufen.

Spoiler: Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit wird Jacksonville das nicht machen. Aber die Idee hinter so einem Move ist eigentlich eine ziemlich „logische“.

  1. Teams sind nicht unbedingt gut darin, den besten Quarterback in einer Draftklasse zu identifizieren.
  2. Wenn der zu erwartende Leistungsunterschied zwischen Lawrence und den nächstbesten QBs dahinter klein genug ist, dann könnte der via Downtrade abgestaubte Mehrwert durch zusätzliche Picks diesen „Gap“ locker auffangen – selbst wenn sich Lawrence letztlich als bester QB im Draft herausstellt.

Klaro: Für so einen Move braucht es auch die Abnehmer-Partei. Doch angenommen, Jets oder Niners wären bereit eine Prämie für die scheinbare „Sicherheit“ eines Lawrence zu bezahlen, dann wäre es nur rational über einen Trade nachzudenken.

Wie „sicher“ ist das Prospect Lawrence überhaupt?

Die Frage, die ich mir ohnehin stelle: Ist Lawrence wirklich so „sicher“ wie alle denken? Ich werde über Lawrence (und auch Justin Fields) die nächsten Tage noch einmal genauer schreiben. Praktisch alle ernstzunehmenden Beobachter preisen Lawrence als einen recht epischen Prospect.

Aber eine Sache verblüfft mich: Niemand spricht bei Lawrence wirklich über seine Fragezeichen.

Das größte ist der doch radikale Systemwechsel von Clemson hoch in die NFL. Lawrence hat am College selbst für modernere NFL-Standards eine ziemlich Mickimaus-Offense gespielt, mit fast einem Drittel Pässen aus RPO. Lawrence kennt kaum die Spielfeldmitte. Lawrence musste fast nix in Puncto Protections machen.

Lawrence musste nur in 16% seiner Dropbacks zum zweiten Read gehen – und komplettierte dabei nur 43% seiner Pässe (Vergleich: Fields 70% Completion-Rate beim 2nd read). In der NFL wird sein Offensive Coordinator Darrell Bevell sein, und sein QB-Coach der berüchtigte Brian Schottenheimer. Sie werden von Lawrence etwas ganz anderes erwarten – zum Beispiel viel mehr Full-Field-Reads mit mehr Processing-Verantwortung für Lawrence nach dem Snap (weil nicht alles vor dem Snap schon definiert ist) oder weniger RPO-Lastigkeit.

Lawrence wird auch deutlich besser besetzte Defenses als in der schwachen ACC sehen und anstatt mit dem Juggernaut Clemson nun mit dem jahrelangen Fußabtreter Jaguars antreten. Möglich, dass der Profistart harzig wird. Was das mit dem für QBs so wichtigen Selbstvertrauen machen wird, muss man abwarten.

Zu erwarten, dass Trevor Lawrence bei all dem Hype die NFL im Sturm nimmt, ist jedenfalls vermessen. Ja, #1 QB im Draft. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Lichtjahre von der Konkurrenz um Justin Fields und Co. entfernt. Und bestimmt nicht unfehlbar.

Ideen für verbessertes Draft-Scouting

Ein zweiter durchaus spannender Diskussionspunkt in dem Podcast war der Scouting-Prozess: Obwohl praktisch alle Teams eine ähnlich schwache Hit-Rate im Draft haben, operieren alle 32 Scouting-Departments im mehr oder weniger gleichen Rahmen.

Palozzolo/Monson setzen die aktuelle Hit-Rate bei ca. 30% an. Ob empirisch belegbar oder nicht (und natürlich: was ist ein Hit, was ein Flop?): Es ist nicht wegzudiskutieren, dass viele Draftpicks floppen. Wir müssen nicht übertreiben um zu behaupten: Die Chance, dass ein wahlloser Schreiber oder Leser dieser Zeilen Ende April einen besseren Draft hinkriegt als ein durchschnittliches NFL-Team, ist gar nicht so gering.

Und gerade weil prinzipiell für alle so viel Luft nach oben ist, sollte es eigentlich Mannschaften geben, die mal etwas anderes als traditionelles Scouting betreiben. Ideen, wie man eine kleine Revolution versuchen könnte:

#1 Ressourcen-Verlagerung. Verwendung des Public-Boards („Weisheit der Vielen“ ist besser als unsere eigene kleine Scouting-Abteilung mit ihren begrenzten Möglichkeiten) als Ausgangspunkt und wesentlichster Entscheidungsgrundlage.

Davon ausgehend könnte man anstatt einer Horde zusätzlicher Scouts das Geld dahingehend investieren, die medizinische Akte der Prospects zu studieren oder ihren Lifestyle zu analysieren um die kritischen von ihnen effizienter von der Liste zu streichen.

Gerade der Gedanke, dass die Weisheit der Massen vielleicht bessere Resultate liefert als der eigene Scouting-Zirkel, könnte dabei entscheidend sein. Selbst Daten-Provider wie PFF haben in den letzten Jahren nur teilweise Verbesserungen gebracht, und auch PFF preist noch genug Flops als nächsten heißen Scheiß an.

Wesentlich für so eine Herangehensweise ist aber, dass die Zusammensetzung der einzelnen Draft-Boards möglichst unabhängig sein muss.


#2 Die Suche nach der Frage: Was ist wirklich wichtig? Es könnte noch einmal sinnvoll sein, die einzelnen Komponenten im Scouting zu zerlegen um zu sehen welche Datenpunkte sich wirklich von College auf NFL übertragen:

  • College-Tape (Production, Upside)
  • College-Stats
  • College-Tracking-Daten
  • Körpermaße
  • Athletische Tests
  • Medizinische Akte / Charaktertests
  • Vorstellungsgespräche

Welche Datenpunkte sind für welche Position am wichtigsten? Was sind die jeweiligen Minimalanforderungen, wo zählt „Upside“? Welche medizinischen Profile sind besonders kritisch? Usw…

Das ist dann auch Grundlage sich selbst zu hinterfragen: Schauen wir auf das Richtige? Welche Tests sind sinnvoll, welche reines Ablenkungsmanöver?

Beispiel 40 Time: Kevin Cole hat letztes Jahr studiert, welche athletischen Tests sich für die einzelnen Positionen wie auf die NFL-Performance projecten lassen. 40 Time war fast immer überbewertet.

Doch ist es die 40 Time, oder ist es die Methode wie die 40 Time erfasst wird? Selbst bei der Combine, die zumindest den Zieleinlauf mittlerweile elektronisch misst, wird der Start nach wie vor durch manuelles Auslösen der Stoppuhr (bzw. Stoppuhren der Scout-Horde) getriggert. Wir wissen, dass die Reaktionszeit eines Menschen um die 0.1 bis 0.2 Sekunden beträgt. Wie kann eine 40 Time mit dieser Information überhaupt für voll genommen werden?

Wie können wir sie für voll nehmen, mit nur 1-2 Versuchen pro Prospect?

Sprintzeit ist vermutlich nicht völlig unwichtig, aber wenn sie bei 1-2 Zehntelsekunden Unterschied wirklich dazu führt, ein Prospects 10 Spots am Big-Board verschoben werden, ist das eine wahrscheinlich völlige Überschätzung ihrer Bedeutung.

So könnte es auch eine Prozessumstellung nach sich ziehen: Zieleinlauf und Start elektronisch messen. Bei jedem Dorfski- oder -rodelrennen kriegen wir das ohne Aufwand hin.

Oder einfach gleich auf Trackingdaten gehen.

Natürlich wissen wir nicht im Detail wie die einzelnen Mannschaften ihr Scouting organisieren. Wir haben z.B. keine Ahnung wie die Patriots, die 20 Jahre lang immer am Ende der 1ten Runde gedraftet haben, die Top-Prospects am Board bewertet und gereiht haben. Doch Palozzolo, der in vielen Team-Scouting-Meetings mit drin hockt, berichtet davon, dass bei allen kleinen Unterschieden in den Details der grundsätzliche Scouting-Prozess der immergleiche ist.


#3 Verschiebung des Draftkapitals auf die wichtigen Positionen. Nicht im Podcast diskutiert, aber meine präferierte Vorgehensweise: Den Draft auf die wichtigen Positionen fokussieren:

  1. Quarterback
  2. Wide Receiver / fangstarke Tight Ends
  3. Defensive Backfield
  4. Offensive Tackle
  5. Edge-Rush

Es sind tendenziell auch die „teuren“ Positionen, während man auf Guard, Runningback oder Linebacker Löcher billig in Free Agency stopfen kann. Hohe Picks ausschließlich in diese wichtigen Positionen investieren – und auch bei scheinbar guter Kaderbesetzung. Denn merke: Du bist nie über ein, maximal zwei Jahre „gesattelt“ auf einer Position!

Ein solcher Approach bedingt auch Umschichtung von Scouting-Ressourcen. Gemäß WAR-Prinzip reden wir von einer 65/35 Offense/Defense Verteilung. Schieb kleinen QB-Bonus obendrauf, und wir können von einer Aufteilung 40% Scouting-Investment in Quarterback und je 30% Rest-Offense und Defense sprechen.

Hast du den QB bereits im Kader, kannst du die Ressourcen von QB etwas abziehen. Aber merke: Ohne wirklichen Top-5 QB bist du auch auf QB nie ganz sorgenfrei.

Ich glaube, allein durch das Picken auf den wichtigen Positionen kann man aus dem Draft höheren Mehrwert generieren – zwar nicht per se durch höhere Hit-Rate, aber zumindest durch das höhere Potenzial der anvisierten Positionen.

33 Kommentare zu “Gedanken zu Trevor Lawrence, Scouting, Maximierung von Draft-Erfolg

  1. Interessant wäre so ein Trade alleine schon, weil mich interessieren würde, wie viel ein Team für den #1 Pick geben würde.

    Im PFF-Draftsimulator konnte ich vor einigen Wochen mit den damals noch an #3 pickenden Dolphins zum Beispiel sämtliche Picks der Pats 2021, 2022 und 2023 für die #3 bekommen (was natürlich arg übertrieben ist, ich fand es aber schon etwas lustig).

  2. Mich würde mal das Ergebnis interessieren, wenn ein Team mal wie der Hobbyspieler im Madden-Franchise-Modus draftet und einfach die Eier hätte, seine Lotterietickets zu verdoppeln. Hohen Erstrundenpick (z.B. Miamis ehemalige #3) zwei-, dreimal runtertraden und dafür noch mehrere Pick in Runde 2-4 mitnehmen. Kann mir nicht vorstellen, dass das sich auf lange Sicht wesentlich schlechter ausgeht.

  3. Draften ist wie eine Wette in die Zukunft. Du weißt nie genau was du bekommst, kannst aber versuchen den für dich richtigen, besten Spieler auszuwählen.
    Das muss nicht immer der am meisten gehypteste Spieler sein, sondern er muss in dein System passen und am besten deine Needs füllen.

    Ich habe schon so oft interessiert die Draft verfolgt und mich gewundert was für Spieler die Teams gewählt haben, bzw. wen sie als Need oder besten verfügbaren Spieler auf dem Brett gezogen haben. Ich hätte aus meiner Wohnzimmerwohlfühloase oft andere Spieler, Spielertypen oder Positionen als das pickende Team gewählt.

    Aber glaubt wirklich irgendjemand Jacksonville gibt dieses Jahr den first overall Pick auf?
    Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen, es sei denn man ist gar nicht am allgemeinen gehandelten Spieler Nr1 oder Nr2 interessiert, dann käme ein Trade mit 2 oder 3 in Betracht. Denn dann bekomme ich ja trotzdem meinen gewünschten Spieler und obendrauf als Mehrwert noch die erzielten Picks vom Tradepartner.

    Aber wie du Eingangs bereits sagst: „ Wenn der zu erwartende Leistungsunterschied zwischen Lawrence und den nächstbesten QBs dahinter klein genug ist“ dann würde der Tradepartner quasi seine Seele verkaufen müssen anstatt zu warten! Und hätte kaum Mehrwert, nur jede Menge Picks wären weg.

  4. Mit den Jets oder den 49ers werden sie kaum traden können. Ich würde vermute ab #8 aufwärts gäbe es Interesse an den #1 Pick.
    Das Problem, die Jags brauchen einen QB. Sie können natürlich einen der anderen Prospects draften. Spannend wäre dann, wie weit Lawrence nach unten fallen würde.
    Könnte natürlich sein, das bei einem Trade auf #4-7 sie dennoch Zugriff auf Lawrence bekommt. Warum sollten aber die anderen hochtraden und damit Picks aufgeben?

  5. Schön geschrieben!
    Seit ich Draftcoverage verfolge habe ich das Gefühl, dass die Kategoriebildung historisch gewachsen ist. Dazu sind in manchen Bereichen analytische Kategorien ergänzt worden (PFF grades, WAR, SparQ). Gerade letztere finden in meinen Augenbzz wenig beachtet. 40 times sind nachweislich unnütz, aber die Splits sinnvoll. Und einzel Betrachtung der Werte ist auch unnütz aber kombinierte Werte sinnvoller.

    Und dennoch habe ich immer das Gefühl, dass jeder Analyst seine eigene Wichtigkeitssetzung vornimmt. Mir fehlt eine übergeordnete Analyse der Kategorien in Hinblick auf Ihre Drafterfolge fast völlig (z.B. welche Positionsgruppen mit welchen athletikprofilen erreichen welche WAR- und Vertragswerte IN WELCHEN OFFENSE/DEFENSE Systemen).
    Auch der letzte Apsekt scheint gerade bei Dataanlysen häufig zu generalisiert auf alle Spieler betrachtet zu werden.

    Und mit Analyse der Kategorien meine ich, eine Betrachtungsweise, die Spieler stärker mit Spielern vorheriger Drafts und deren Erfolg in der NFL vergleicht, als mit denen des aktuellen Drafts.
    Deshalb finde ich Einordnungen, die Roundgrades auf den aktuellen Draft geben eher wertlos. Besser ist IMHO die Rounds als Tiers zu verstehen. Bspw.: bei einem Receiver Wissen wir Press Coverage schlagen ist wichtig, das ist Voraussetzung für Tier 1. Athletic (positions sparq statt reine 40-time und cone drill oder sowas) und ingame-speed ist wichtig, also führen Werte darin zu Einordnung in Tier 1, 2, 3 …, pff grade ist so und so wichtig, also Voraussetzung für Tier 1 ist pff grade xy.
    Tier 3/Round 3 braucht erwartete upside, also z.B. exzellente Athletikwerte ODER exzellente pff grades (bzw. On field production).
    Usw. …

  6. Und dennoch habe ich immer das Gefühl, dass jeder Analyst seine eigene Wichtigkeitssetzung vornimmt. Mir fehlt eine übergeordnete Analyse der Kategorien in Hinblick auf Ihre Drafterfolge fast völlig (z.B. welche Positionsgruppen mit welchen athletikprofilen erreichen welche WAR- und Vertragswerte IN WELCHEN OFFENSE/DEFENSE Systemen).
    Auch der letzte Apsekt scheint gerade bei Dataanlysen häufig zu generalisiert auf alle Spieler betrachtet zu werden.

    Der ganze Teil ist sehr schwierig umsetzbar, weil es dann doch eher wenige Datenpunkte gibt um sie auch noch verlässlich auf die einzelnen Systeme runterzubrechen.

    Wie überall sind Annäherungen möglich. Nur wie nahe ist der Punkt.

    Wir sprechen bei Football dann doch von einer verzahnteren Sportart als z.B. Baseball, wo mit der Sabrmetrics-Revolution innerhalb weniger Jahre eine ganze Epoche von Scouting zum Fenster hinausgeblasen wurde.

  7. Ich befürchte, dass alle Lawrence-Kritiker noch heftig Kreide werden fressen müssen. Wir kramen diesen Thread in zwei Jahren mal wieder raus.

  8. @liesel ich kann mir nicht vorstellen dass es wie beim Film Draft Day läuft und Larence soweit fällt sollten die Jaguars von 1 wegtraden.
    @Mike natürlich ist es möglich das Lawrence der heißeste Scheiß wird und ich wünsche es den Jags auch, aber davon ausgehen kann man nicht bzw. sind die beschriebenen Kritikpunkte nicht herbeigeredet im Vergleich zu Fields Wort Ehtic.Da kann man schon über die Strategie nachdenken auf 2 oder 3 zu gehen und zusätzlich Draftkapital abzustauben. Die ganze Idee ist aber natürlich von anderen abhänig. Ich bin mir nicht sicher ob ich das hier oder bei PFF gelesen hab dass ja dem Zuschauer und Fan ein Downtrade viel wahrscheinlicher vorkommt als er tatsälich möglich ist für Teams.
    Persönlich sehe ich die Chance gering, weil nie der Prozess sondern nur das Ergebnis bewertet wird. Selbst wenn Lawrence nicht einschlägt wird man es weniger dem GM, HC der Jags anhängen als bei der anderen Strategie

  9. @Howling Bei #1-3 rechne ich kaum mit einem Trade. Die stehn an dieser Stelle, weil sie einen QB brauchen. Welcher es dann wird, ist noch Mal eine andere Frage. Danach sehe ich aber schon Trade-Potential.
    Und am Ende ist alles nur Lotterie.

  10. Ok ich hab gedacht du meinst die Jaguars sollen runter traden in 1 auf z.b. 8 und dann besteht noch Hoffnung auf lawrence, was ich gar nicht nachvollziehen kann, da bis dahin zuviele teams wären mit qb need. Natürlich ist es eine Lotterie, da viel in die Entscheidung der einzelnen Teams reinspielt dass ich mit gar nicht anmaße zu sehen. Ich finde hier den Gedanken der ressourcenplanung ganz spannend und denke aber auch das scoutingabteilungen ihre Ergebnisse gegen die public opinion prüfen.
    Bzgl Trade Down finde ich den Artikel nicht mehr leider. Dort wurde beschrieben dass Fans generell gern einen trade sehen wenn ihr Spieler nicht verfügbar ist un darüber hinaus d der Meinung sind dass so etwas leicht möglich ist mit passenden Konditionen für beide Teams.

  11. Die Idee den #1 Pick zu traden finde ich für die Jags gar nichtmal so uninteressant.
    Ich habe mir zu dem Thema in den letzten Jahren häufiger Gedanken gemacht, einfach weil man als Browns Fan sehr viele gescheiterte QBs erlebt hat in der Vergangenheit.

    Meine Theorie: Einen mega talentierten QB in eine extrem schlechte Mannschaft zu packen ist ein riesen Risiko für alle Patreien!
    Schlechte Teams picken nicht umsonst an #1. Oft haben sie neue Coaches, sie befinden sich im Umbruch und sind gerade auf Positionen wie O-Line und Receiving Corps mittelmäßig schlecht bis sehr schlecht besetzt. Ein QB der in so ein Team kommt muss extrem viel einstecken (bspw. Burrow, Luck), kann sein volles Potential schlecht ausspielen und wird zunehmend frustrierter was zu schlechten Entscheidungen führt.

    Wäre es daher nicht sinnvoller, wenn man sich im Umbruch befindet, seinen hohen Pick zu verkaufen, die Ressourcen in das restliche Team, bzw. die nächsten Jahre, zu verschieben und dann diese Ressourcen für einen talentierten QB zu nutzen um ihn in ein funktionierendes/gutes Team einzusetzen? (Bsp. Eagles)

    Klar hat man nur selten die Chance auf DAS mega Talent. Aber ich finde man sollte nie vergessen, dass jedes Jahr talentierte QBs aus dem College kommen und auch fast jedes Jahr irgendwo im Draft QBs mit Starterpotential zu finden sind.

    Kleiner Nachtrag: Finde aus den oben genannten Gründen und der Draft Position der Panthers die Idee mit Darnold auch gar nicht so schlecht. Selbst wenn er für sie nur dritte Wahl war.

  12. Apropos NFL-ready QBs… was macht Mel Kiper eigentlich inzwischen beruflich? 🙂

    (sein Jimmy Clausen-versprechen ist nicht vergessen. Wobei seine Bemerkung Jamarcus Russell sei „John Elway-like“ auch was für sich hatte… also scheint doch nicht so einfach zu sein mit den plug&play NFL-QBs)

    Und ja: Downtrade von den Jags wäre eine irre Nummer, gerade in einer QB-class.

  13. Was ich mich ja Frage: Will man als QB überhaupt ein Top3 Pick sein?
    Ist es nicht viel nicer auf Pick 10+ zu fallen, denn Teams mit Top3 Pick haben ja aus Gründen nen Top 3 Pick.

  14. @Blub das sind dann aber auch die Mannschaften die zwar gerade im Umbau sind, aber eben auch genug Draftkapital und Cap Space haben. Du also die Chance hast, eine frische Mannschaft zu bekommen, die die nächsten Jahre dominieren könnte.
    Nix ist ja blöder als als junger QB in eine Mannschaft zu kommen, bei denen zwar ein eingespieltes Team vorhanden ist, du aber damit rechnen musst, in den nächsten Jahren einen Regression zu bekommen, ggf. mit einem Umbruch bei dem dann der Cap Space gering ist…
    Aber was ist besser? Zuerst die Mannschaft zusammenbauen (FA und Draft) und dann dahinein, den Jung-QB setzen oder die Mannschaft um den QB herumzubauen?
    Ist das System wichtiger oder der Spieler?
    Das sind Fragen, die glaube ich nicht pauschal beantwortet werden können und vom Coaching Staff und auch von den Spielern abhängen.
    Nehmen wir die Bucs, die haben über die letzten Jahre das Roster konsequent über den Draft aufgebaut und dann im letzten Jahr mit Brady & Co. die Sahnehäubchen gesetzt. Bei Brady macht es halt die Erfahrung. Insofern ist das nicht mit dem einem Rookie-QB vergleichbar. Normalerweise wäre bei denen ein Lehrjahr wie bei Mahomes sinnvoll. Aber wahrscheinlich nicht immer machbar.
    Also hast du dann entweder schon ein „komplettes“ Team, dass es dir nicht wie den Bengals geht und du deinen Rookie-QB nicht ordentlich schützen kannst.
    Der ganze Team-Building-Prozess beeinflusst dann auch das QB-Scouting. Suche ich den besten QB der ins eigene Coaching-Scheme passt und forme dann darum das Team oder ich such den QB, der ins Team passt.
    Die Frage für die Jags ist doch, wo bekomme sie ihren Franchise-QB her? Minshaw ist es wahrscheinlich nicht? Sind andere auf dem Markt? Eher nicht in diesem Jahr. Also die Frage ein weiteres QB-Übergangsjahr oder die Hoffnung auf einen Rookie-QB setzen.
    Jetzt haben sie die Chance des #1 Picks. Mit einem Trade könnten sie zwar das Draftkapital weiter erhöhen. Es besteht aber das Problem, dass du dann zwar eine insgesamt gute Mannschaft hast, aber der QB die Schwachstelle ist. Du aber so gut bist, dass du dann keine günstige Draft-Position mehr hast und auch sonst in Limitierungen gerätst. An der Stelle sind ja die Bears. Einen relativ guten Kader, aber keinen adequaten QB.

  15. Ich habe die Abstufungen der Gehälter im CBA nicht zur Hand, aber die Unterschiede zwischen ganz vorne, Mittelfeld und Ende erster Runde sind nicht zu vernachlässigen.

    Da die durchschnittliche NFL Karriere kurz ist und man im College nichts verdient geht es für die Spieler auch bei den 1st Roundern um richtig was. Ich glaube, dass ist für viele nachvollziehbar wichtiger als Spekulationen über den zukünftigen sportlichen Erfolg.

    Ende erste/Anfang zweiter Runde ist wegen der fehlenden Teamoption auf das fünfte Jahr spannender, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht.

  16. Ich denke, du solltest deinen QB picken, wenn du kannst. Danach wäre es nur sinnvoll nicht in die hohe-Draftpick-Erwartungsfalle zu tappen.
    Also: 1 Jahr anlernen, solide O-Line bauen, Skill-Player hinstellen, dann starten lassen.
    Das braucht allerdings eine GM/HC Kombi die Geduld hat, einen Owner der das unterstützt und lokale Medien, die den Erwartungsdruck im Rahmen halten.
    Und deshalb wird das so gut wie nie passieren.
    Ich bin sehr gespannt, wie das bei den 9ers wird. Da haben wir ja die Situation, dass alles da ist. Wird sowohl mit als auch ohne Anlernzeit für den QB n interessanter Case-Study.
    Ist dann leider auch nur ein Fall …

    @Korsakoff: krass. Ich hätte irgendwie gedacht, dass die Datenlage auch für verschiedene Systeme ausreichen sollte. Es reicht ja, wenn man signifikanzen auf 5% bis 10% Niveau erreicht, um wenigstens mal ein gesicherteres Gefühl zu bekommen. Aber naja, es gibt auch zig verschiedene Ausprägungen und „Tiefe-Stufen“ von einem Offense-System.

  17. @blub: Interessante Frage. Habe gerade mal geschaut. Von den Nummer 1 – Draftpicks in diesem Jahrtausend haben exakt zwei Superbowl Ringe und nur einer davon ist Quarteback: Eli Manning. Und der andere ist Eric Fisher mit den Chiefs.

  18. Die Frage ist ja, ob der Ansatz „Dunking for #1“ wirklich erfolgsversprechend ist. Ich denke da geht einfach zuviel Potential verloren, dass man auch mit noch so guten Draftpicks nicht aufholen kann. Insbesondere da die Picks ja immer Lotterie sind.
    2015 hatten die Bucs einen #1 Pick. Nur war halt Jameis Winston (noch) nicht so weit um die Franchise zu tragen. Am Ende war Brady der ausschlaggebende Punkt.
    Oder bei den Chiefs 2013 war Eric Fisher der #1 Pick. Mahomes war 2017 nur #10. Und die Chiefs hatten in den letzten 10 Jahren drei Jahre ohne Erst-Runden-Pick.

  19. Ich sehe es wie Thomas, vor alle die Fragezeichen hat man in der letzten Sugar Bowl gegen die Ohio State Buckeyes gesehen. Da hat mir Lawrence schon einige Fragezeichen gezeigt. Wobei man sollte auf die vermeintlich hohen Draftpicks auch nicht zu viele ins negative Analysieren.
    Aber den Vergleich, seit Luck wieder der Beste QB, halte ich schon sehr überholt.
    Ich denke auch, dass Lawrence nicht viel Besser ist wie die anderen QB’s oben auf der Liste.

  20. @howling und @korsakoff
    Nein, nicht weil er natürlich auch die beschriebenen Schwächen hat. Das steht doch außer Frage, nobody is perfect!

    Aber Fragestellungen wie z.B. „Ist Lawrence wirklich so „sicher“ wie alle denken?“ und das Planspiel die Jags sollten über einen Trade nachdenken, implizieren eben eine Meinung.

    Und ich sage eben nichts anderes, wie das in zwei Jahren wahrscheinlich niemand jemals gerne mit diesen Aussagen konfrontiert werden möchte. Blick in die Glaskugel, aber ich suche noch Partner die da gerne dagegen wetten würden….

  21. Ich finde auch bei Luck kann man Fragen stellen. luck hat ohne Zweifel immer großes Potential gehabt und nicht immer besonders gute Umstände aber er war auch keineswegs durchweg ein Elite qb.

    @Mike:
    Verstehe deinen Punkt nicht. Du scheinst dir ja sehr sicher zu sein, dass Lawrence der gößte Renner seit geschnitten Brot wird; die Vergangenheit bzw. Die Fähigkeit der NFl den besten qb vor dem Draft zu finden fundiert eher den Zweifel.
    Hat ja keiner was dagegen, dass Trevor ein super qb wird…

  22. Laut der hier aufgestellten These, wäre es doch grandios, als QB im diesjährigen Draft, zu den 49ers zu kommen.

    1. kann man ein Jahr hinter Garappolo lernen
    2. hat man danach einen der Top 5 left Tackles für die nächsten 4-5 Jahre als blind side protector vor sich
    3. hat man fantastische Ballfänger im Kader (Samuel, Kittle, Aiyuk)
    4. ein funktionierendes Rungame
    5. einen der Top 3 Offensive minds auf der Trainerbank

    Die niners vereinen all das, was man sich, laut der einhelligen Meinung hier, als Rookie QB nur wünschen kann.
    Theoretisch haben Shanahan und Lynch mit dem Uptrade alles richtig gemacht.
    Wie oft hat ein Team, das so gut aufgestellt ist wie die 49ers in diesem Jahr, die Chance, ein so gutes Prospect auf QB draften zu können, wie dieses Jahr?

    Es wird spannend zu sehen, was dann am Ende draus wird.

  23. @mike
    Es geht mir nicht darum lawrence schlecht zu machen. Ich hab die Idee zur Entscheidung von korsakoff als nachvollziehbaren Prozess gesehen. Ich denke es steht außer Diskussion dass die Bewertung eines QB sehr schwierig ist und die Erfolgsquote überschaubar ist. Natürlich können die Jags zum entschluss kommen dass lawrence der mit Abstand beste qb für Ihr Team ist. Die Idee des Trades fußt genauso wie bei San Francisco auf der Idee dass sie den Unterschied zwischen den Top QBs nicht als entscheidend betrachten und durch einen downtrade noch einen dieser QB zu erhalten. Plus zusätzliche Picks. Es sind beides nachvollziehbare Wege aus meiner Sicht. Ganz unabhängig, ob lawrence einschlägt oder nicht.

  24. Für die Jagss bringt ein Trade nur etwas, wenn sie trotzdem einen ernstzunehmenden QB-Prospect draften können.
    Gehen wir mal davon aus, dass mit Lawrence, Fields, Lance, Wilson, Jones 5 potentielle Prospects, die auch ab Tag 1 als Starter spielen könnten vorhanden sind.
    D. h. für die Jags alles ab Pos. 6 beim Draft könnte dazu führen, dass ein entsprechender QB nicht mehr vorhanden ist. Man hätte zwar Draftkapital, wäre aber wahrscheinlich weiterhin im Tabellenkeller und müsste im nächsten Jahr erneut sein Glück probieren. Ob dann noch bessere oder zumindest gleichwertigere QB vorhanden sind? Keine Ahnung. Nur irgendwann müssen sie eine Entscheidung treffen. Was nützten die Taschen voller Picks, wenn die wichtigste Position nicht bestmöglich besetzt wird. Und auch die Motivation der anderen Spieler wird leiden, wenn sie merken, das Front Office hat im Moment noch nicht den Willen zum Sieg.
    Der Vorteil des frühen Picks ist ja auch, dass man noch die komplette Auswahl hat. Und man muss nicht nehmen, was noch übrig ist.

  25. Ja, aber dass ein Trade nur zu einem Spot infrage kommt, an dem man einen anderen der Top-QB-Prospects bekommt, sollte doch aus dem Artikel oben herausgehen?

  26. @liesel:
    Die Idee ist, dass eines der anderen qb needy Teams so geil auf Lawrence ist, dass sie dafür einen 1st rounder springen lassen; also bspw San Francisco auf 1 geht und die Jaguars bekommen 3 plus 1st rounder.
    Laut JJ Chart wäre für den Sprung der 21st pick notwendig.

  27. @korsakoff entschuldige dien Fehler zur Herkunft der Idee. Hast du in deinem Eintrag eh deutlich kommuniziert

  28. @alexanderbrink, da habe ich aber in letzter Zeit nichts gehört, dass irgendein Team so total scharf auf einen bestimmten QB ist

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