Recap-Quickie: NFL Draft 2021, Tag 2

Ganz kurzer Rückblick auf Draft-Tag 2. Ich muss jetzt gleich los.

Die ersten Picks in der zweiten Runde sind vor allem Offensive Line- und Defense-lastig. Erst Mitte der zweiten Runde begann die Receiver-Klasse Fahrt aufzunehmen.

Am Ende wurden 15 Receiver in den ersten drei Runden gedraftet. Und 23 Offensive Liner, was am oberen Ende der Erwartung war.

Dazu haben wir insgesamt 16 Cornerbacks gesehen, aber nur fünf Safetys. Die NFL ist berüchtigt dafür, dass sie die Safety-Position, die im PFF WAR stets hohe Wertigkeit bekommt, relativ niedrig draftet und bezahlt.

Wir haben außerdem nur drei Day-2 QBs gesehen.

Linebacker haben wir mit zehn Stück mehr als gedacht gesehen, aber bei den Edge-Rushern (keine in der ersten Hälfte der ersten Runde, aber danach 16 Stück bis Ende von Runde 3) und interior Defensive Linern (nur insgesamt fünf bis jetzt) haben die Erwartungen voll zugeschlagen.

Runde123Summe
QB5128
RB2114
WR55515
TE1135
OT45413
iOL15410
DT0235
EDGE63514
LB33410
CB53816
S0325
Summe323241105
OFF18181955
DEF14142250

Einige Trades

Denver zahlt #40 und #114 an die Falcons um fünf Spots hochzugehen auf #35 und bekommt einen 7th Rounder dazu. Atlanta gewinnt zirka 0.06 WAR. Die Broncos draften: RB Javonte Williams. MEH.

Patriots traden! Um #38 von den Bengals zu erhalten, zahlt Belichick #46, #122 und #139. Ein krassssssser Split von 0.21 WAR, den Cincinnati aus diesem Trade zieht. Nach den acht gewonnen Spots draftet Belichick DT Christian Barmore.

Die Bears legen, um einen Offensive Tackle ihrer Wahl zu bekommen, den #52, #83 und #204 Pick hin um den #39 und #151 Pick von den Carolina Panthers zu bekommen. Carolina gewinnt zirka 0.1 WAR. Chicago holt Teven Jenkins.

NY Giants geben #42 an die Miami Dolphins und bekommen #50 und einen 2022 3rd. „Analytics“ Dave Gettleman mit dem zweiten Trade-Down in diesem Draft – seinen beiden allerersten ever. Er gewinnt diesen Trade mit ca. 0.15 WAR Plus. Die Dolphins ziehen OL Liam Eichenberg.

Cleveland tradet #59 und #113 um an den #52 der Panthers ranzukommen. Die Panthers erhalten obendrein die #89. Das ist ein relativ ausgeglichener Trade, nur leichte Vorteile nach WAR für die Panthers. Cleveland draftet LB Jeremiah Owusu-Koramoah.

Während die Panthers damit zweimal nach unten gegangen sind, fädeln die Saints wie so oft einen Trade nach oben ein: #98 und #105 um den #76 Pick der Denver Broncos zu bekommen. Ein deutlicher Nettogewinn für Denver von fast 0.15 WAR. Saints draften CB Paulson Adebo.

Und dann gehen die Panthers noch ein drittes Mal runter, verkaufen ihre #89 und erhalten dafür von den Houston Texans die #109 und #158 im diesjährigen Draft, und einen 4th Rounder nächstes Jahr. Das liest sich eher unspektakulär, aber Carolina verdoppelt damit fast den WAR seines verkauften Picks. Nettogewinn zirka 0.2 WAR. Houston draftet WR Nico Collins.

Day 2 Drafts I like

Ich habe kein vollständiges Bild und auch nicht die Zeit dafür, aber mir gefällt auf den ersten Blick das was Cleveland macht. Nach CB Newsome in Runde 1 folgten gestern Owusu-Koramoah (JOK) und WR Anthony Schwartz.

JOK ist exzellenter Value Mitte der 2ten Runde. Fast alle Outlets hatten ihn als sicheren 1st Rounder eingeplant. JOK ist im Körperbau kein typischer Linebacker – er ist mehr ein halber Safety oder Slot-Corner. Es brauchte also immer einen kreativen Coaching-Staff, und jener der Browns sollte das hinbiegen.

Schwartz als Prospect ist schwierig einzuschätzen. Er bringt auf jeden Fall Speed. Mir gefällt aber vor allem die Idee, auf Receiver nachzulegen, auch wenn die Browns im Offensive Playcalling stark auf 12-Personnel und damit Tight Ends fokussiert sind.

Carolina. Die Panthers haben mehrmals in Trade-Downs „Value“ mitgenommen und Zusatz-Picks geholt. Von CB Jaycee Horn in der 1ten Runde war ich ja nicht so überzeugt, aber dafür ist gestern endlich mal in der Offense nachgelegt worden:

  • WR Terrace Marshall Ende von Runde 2. OffCoord Joe Brady kennt Marshall aus gemeinsamen Zeiten bei LSU. Er ist die größere Präsenz, die im Receiver-Corps noch fehlt.
  • TE Tommy Tremble Mitte von Runde 3. Tight End war bis jetzt eher mau.
  • OT Brady Christiansen Mitte von Runde 3. Die Panthers wurden immer wieder mit Tackle in Verbindung gebracht und haben trotzdem in Runde 1 drauf verzichtet. Christiansen hat exzellente Noten und ist ein hervorragender Zone-Blocker.

Bears. I know, I know. Wieder Trade-Up gestern, und sogar ein eher teurer. Aber Ryan Pace musste noch ein bissl was in der O-Line machen um seinem Juwel aus Runde 1, QB Justin Fields, möglichst viel Schutz zu geben.

Der Trade war etwas teuer (0.1 WAR verloren) und eigentlich wäre besser, nach großen QB-Uptrades mehr Draftkapital einzusammeln als weiter auszugeben. Unter den Umständen verstehe ich es aber.

Bengals gehen acht Spots runter, nehmen Value von den Patriots mit, und draften dann OL Jackson Carman. Cincinnati hat in dem Draft in meiner Weltsicht alles richtig gemacht: WR Chase zu Beginn als Waffe und „Chemistry“ für Joe Burrow. Und danach noch einmal O-Line. Die Bengals-Line sollte jetzt personell einigermaßen fixiert sein.

Interesting…

Bills haben in diesem Draft nur Lines gezogen: 1st Round EDGE in Rousseau, gestern folgten EDGE Carlos Basham und OT Spencer Brown. Immerhin kein Runningback, möchte man sagen. Auch wenn die Prospects gerade in der D-Line (kurze Arme, Athletik meh) eine eher außergewöhnliche Herangehensweise implizieren, so können sich die Bills es „leisten“, mit voll geladenen Receiver-Corps und Defensive Backfields die Trenches zu stärken.

Detroit Lions sind „Motor City Dan Campbell”: Dreimal Trenches, einmal Cornerback. OT Sewell in Runde 1, und dann Defensive Tackle-Clogger wie Levi Onwuzurike und Alim McNeill in den Runden 2 und 3. Ich bin weder erstaunt noch verärgert.

Ich hatte das befürchtet.

Dabei hätte es mit Justin Fields, Rondale Moore und/oder Terrace Marshall so genial sein können. Das Problem an den zu langfristigen Verträgen wie dem Sechsjahresdeal für Campbell: Man lässt sich dann einfach zu viel Zeit und schiebt die wichtigen Dinge raus… und raus… und dann musst du irgendwann zwei 1st in die Hand nehmen um deinen QB zu finden, und hast dann noch immer keine Waffen.

Packers draften in Runde 2 Center und in Runde 3 finally in Amari Rodgers einen Receiver. Rodgers war kein unumstrittener Prospect. Einige sahen ihn als überschätzt an. Vor allem aber ist der Center spannend: Josh Myers, einen Pick bevor der Center-Favorit von vielen, Creed Humphrey, gedraftet wurde.

Houston Texans mit der neuen Starting-Offense: QB Davis Mills und WR Nico Collins. Wohl bekomm’s.

Jacksonville hat einen wilden Draft hinter sich. Nach dem Runningback-Stinker in Runde 1 haben Urban Meyer und Co. In der zweiten und dritten Runde zweimal Defensive Backfield gezogen, was keine schlechte Idee ist. Aber es ist halt auch wenig, mit dem Trevor Lawrence arbeiten kann.

Aber im Sandwich zwischen CB Tyson Campbell und S Andre Cisco, zwei Prospects Marke „Athletik over Production“, hat man OT Walker Little geholt, einen spektakulären Prospect, der aber zwei Jahre nicht gespielt hat. Immerhin etwas Hilfe für Lawrence.

Uiiiiiiiiiiiiiiii

Broncos. Der #9 Pick von CB Surtain ist mit dem möglichen QB-Deal im Hinterkopf nahezu unverzeihlich – zumindest, bis im Juni dann plötzlich Aaron Rodgers via Trade auftaucht. Und dann geht Denver via Trade Anfang der zweiten Runde nach oben um einen Runningback zu draften.

Auch wenn Javonte Williams als starker Ballfänger RB1 auf dem Board war: Das ist badddddd Process.

Immerhin hat Denver danach via Trade-Down mit den Saints noch massiven Mehrwert generiert und zwei späte 3rd Rounder gewonnen.

Chiefs. Linebacker und Center. Kansas City hat aus der Freak-Superbowl die Schlüsse gezogen, die ich nicht gezogen hätte: O-Line/Defense sind problematischer als WR3. Kann man machen. Aber was, wenn TE Travis Kelce mit 30+ nachzulassen beginnt oder Tyreek Hill mal nicht alles allein richten kann?

3 Kommentare zu “Recap-Quickie: NFL Draft 2021, Tag 2

  1. Trade Ergänzung: LV zahlt für S Moehrig auf 43 (und einen 7th Rounder) ihren 48 und 121 (4. Runde) – Raiders holen somit ihren first Rounder an Tag zwei nach.

  2. Pingback: Wie man einen Plan perfekt umsetzt: Cleveland Browns Draft 2021 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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