Sideline Reporter NFL Draft Grades 2021

Sideline-Reporter-Draft-Grades, Ausgabe 2021. Viel Spaß 😊

Ich versuche in diesem Prozess weniger, das Resultat des Drafts zu bewerten, sondern den Prozess. Welche Positionen haben die Mannschaften anvisiert, welche Trades haben sie gemacht, was wÀren die Alternativen gewesen?

Ich kann den Jacksonville Jaguars keine Lorbeeren geben, einen Trevor Lawrence gedraftet zu haben, denn es wÀre schwieriger gewesen einem Kleinkind einen Lutscher zu klauen als diesen Pick zu machen.

Aber ich kann die Jaguars dafĂŒr prĂŒgeln, nach dem Lawrence-Pick zu wenig gemacht zu haben. Und genau das ziehe ich im nachfolgenden Artikel durch.

Hier einleitend gleich die Notenvergabe. Ich habe Mannschaft, Note nach US-System und den Return on Investment (ROI) im Vergleich zum starken Consensus-Board angegeben. 2021 war wider Erwarten ein Draft, bei dem die landlĂ€ufige Meinung sehr nahe am Draftprozess dran war – wie das Consensus Board ĂŒberhaupt ein ganz guter Referenzpunkt ist.

NatĂŒrlich kann ich nicht jeden Scheme-Fit berĂŒcksichtigen, aber ich kann betonen, dass Scheme-Fit auch nur einer von vielen Faktoren ist – und Talentauswahl, Marktwerteinordnung, priorisierte Positionen oder Trade-Gebahren wichtigere Faktoren sind.

Also hier die Tabelle. Ich habe den ROI anhand der im Vergleich zum Consensus-Board gepickten Spieler mit reingepackt, sowie den Wertgewinn/-verlust durch Trade-Ups (keine Trade-Downs). Die Werte kommen sowohl fĂŒr ROI/Big Board als auch TradeUp von The Athletic.

Der ROI ist daher fast immer ĂŒber 100%, weil er dort mit dem Wert der gedrafteten Positionen multipliziert wird:

TeamGradeROITradeUp
ArizonaC+156%0,7%
AtlantaC122%N/A
BaltimoreA147%N/A
BuffaloB-168%N/A
CarolinaC158%-3,2%
ChicagoA199%3,0%
CincinnatiB149% N/A
ClevelandA169%1,2%
DallasC124% N/A
DenverC170%-16,0%
DetroitC159%-0,6%
Green BayD140%-4,8%
HoustonD155%-11,6%
IndianapolisC128%N/A
JacksonvilleC120%-2,3%
Kansas CityC+170%-3,1%
LA ChargersB+144%N/A
LA RamsC114%N/A
Las VegasD117%-16,2%
MiamiB125%-6,1%
MinnesotaB143% N/A
New EnglandB154%-16,0%
New OrleansD126%-7,7%
NY GiantsB+152%-3,7%
NY JetsC126%-13,9%
PhiladelphiaB158%N/A
PittsburghD126%1,2%
San FranciscoC124%-11,9%
SeattleC139%-1,2%
Tampa BayC132%-0,8%
TennesseeB157%-5,1%
WashingtonC146%-2,3%

Grade A

Ich habe schon gestern ĂŒber die Top-Teams geschrieben. Es gibt nur drei Mannschaften, denen ich die Höchstnote ausstelle: Browns, Bears, Ravens. Die Motivation dafĂŒr lesen Sie hierv.

Grade B+

Ich habe schon gestern erklĂ€rt, warum ich auch den Giants-Draft sehr positiv sehe, obwohl New York keinen Offensive Tackle gedraftet hat. Das Gesamtpaket aus „Value“ und sehr guten Trade-Downs ist insgesamt sehr positiv. Meine einzige echte Kritik an der Draftklasse ist, dass Dave Gettleman nicht berĂŒcksichtigt hat, dass seinem OffCoord Jason Garrett nicht zuzutrauen ist, eine vernĂŒnftige Rolle fĂŒr WR Kadarious Toney zu finden.


Gestern habe ich den Draft-Prozess der Vikings noch sehr gelobt. Ich habe in der Zwischenzeit die Chargers vorbei geschoben. Ich habe zwar keine starke Meinung zu den Day-3-Picks der Bolts, aber dafĂŒr gefĂ€llt mir ihre Strategie zu Beginn des Drafts mit jedem Blick besser.

  • OT Rashawn Slater an #13
  • CB Asante Samuel an #47
  • WR Josh Palmer an #77

Wie schon 2018 und 2020 haben die Chargers einfach in ihrem Spot gewartet, dass ihnen ein Toptalent in den Schoß fĂ€llt. Slater war der OT2 auf den allermeisten Boards. Ihn so spĂ€t noch zu bekommen belohnt die Geduld und schließt den Prozess ab, die Offensive Line fĂŒr das zweite Jahr von Justin Herbert zu fixen.

Samuel ist als Cornerback ein nahezu idealer Fit fĂŒr das Scheme von Headcoach Brandon Staley. Er ist einer meiner Lieblings-Picks in der zweiten Runde. Palmer ist ein umstrittener Prospect, aber immerhin passt dieser Typus Receiver (downfield, fördert AggressivitĂ€t) ganz gut zum Typ QB Herbert.

Grade B

Die soliden Drafts. Minnesota habe ich schon gestern gelobt. Der Vikes-Draft lebt letztlich stark von dem Down-Trade in Runde 1, als man den Jets zwei 3rd Rounder abluchste um neun Spots nach unten zu gehen und trotzdem den OT3 am Board der meisten, Christian Darrisaw, zu nehmen. Mit den beiden Picks konnte Minnesota QB Kellen Mond und OG Wyatt Davis nachlegen. Das ist exzellenter Value. Ich wollte mehr als B vergeben, aber dass GM Rick Spielman eigentlich versucht hatte, nach oben zu gehen um Sewell oder Slater zu bekommen, macht den Prozess dann doch etwas zu suspekter.


Die Bengals gefallen mir eigentlich durch die Bank. Ja’Marr Chase war an #5 als Receiver mein leichter Favorit gegenĂŒber Penei Sewell. Er komplettiert einen WR-„three deep“, der sich mit Tyler Boyd und Tee Higgins nun sehen lassen kann. Die Bengals haben in Runde 2 O-Line nachgelegt. Sie hĂ€tten Teven Jenkins draften können, zogen aber einen Down-Trade vor, sackten fĂŒr nur 8 Spots Verlust die Picks #122 und #139 von den Patriots ein und zogen Jackson Carman, dem man bescheinigt, sowohl Center als auch Guard spielen zu können.

Warum ich bei Cincinnati nicht höher gehen kann: Sie haben in Runde 5 einen Kicker gedraftet. Das ist erwiesenermaßen No-Go.


Dolphins. Miamis erster Pick Jaylen Waddle ist der nahezu perfekte Pick fĂŒr eine Liaison mit Tua Tagovailoa, weil er sowohl kurze als auch tiefe Routen anspielbar macht. Ich sehe schon eine Zillion Slants auf diese Combo zukommen. Auch OL Eichenberg ist als recht schnell einsetzbarer Guard eine „help now“ Addition fĂŒr eine Offense, die ihrem QB im Herbst wesentlich besser helfen wird als 2020.

EDGE Phillips an #18 war der meistgehypte Passrusher im Draft, S Jevon Holland ist als Defensive Back immer eine gute Wahl. Phillips‘ schwierige Situation mit den GehirnerschĂŒtterungen ist der eine Grund, warum ich letztlich zu wenig fĂŒr ein A gesehen habe. Der andere liegt schon ein paar Wochen zurĂŒck: Dass Miami von #12 auf #6 hochging, daran kann und will ich nicht vorbeischauen, auch wenn es nicht am Draft-Wochenende passierte.


Philadelphia. Ein reizvoller Draft der Eagles, die fast durch die Bank Spieler von hohem „Value“ bekommen haben. FĂŒr Devonta Smith musste Philly zwar einen Trade-Up einfĂ€deln, aber mit einem 3rd Rounder war er nicht soooo extrem teuer wie befĂŒrchtet. Smith und Jalen Reagor formen ein entzĂŒckendes neues Receiver-Duo in Philly. Wenn Jalen Hurts eine Zukunft als NFL-QB haben will, kann er es jetzt zeigen.

Auch die Spieler dahinter gefallen. iOL Landon Dickerson ist eine langfristige Ablöse fĂŒr Center Jason Kelce. DT Milton Williams ist ein unbestĂ€ndiger Situational-Passrusher, der hinter Fletcher Cox nicht sofort performen muss. CB McPherson ist Addition fĂŒrs DB, RB Kenneth Gainwell als einen der fangstĂ€rksten Backs in Runde 5 zu ziehen, damit habe ich wenige Probleme. So war es durch die Bank ein guter Value-Draft.


Auch von Tennessee kann man das behaupten. Der Titans-Draft ist low key einer meiner Favoriten. Nicht zum ersten Mal hat Jon Robinson ein Verletzungsrisiko billiger gedraftet als das Talent es hergibt. Vor zwei Jahren war es z.B. Jeffery Simmons. Jetzt war es CB Caleb Farley an #22. Farley war nicht der einzige CB, denn auch Slot-Corner Elijah Molden kam in Runde 3. Dazu mit EDGE Weaver und LB Rice zwei weitere ErgĂ€nzungen fĂŒr eine personell zuletzt unterirdische Defense. Tennessee kriegt nur deswegen keine höhere Note, weil man auf Receiver etwas arg wenig machte.


Bleibt New England. Bei den Pats war ich lange gespalten. Auf der einen Seite haben die Pats drei exzellente Picks in den ersten drei Runden gemacht:

  • QB Mac Jones an #15
  • DT Christian Barmore an #38
  • EDGE Ronnie Perkins an #96

Jones stellt den Pats eine langfristige QB-Lösung in Aussicht, ohne dass man ihn schon heuer starten lassen mĂŒsste. Barmore und Perkins waren exzellenter „Value“. Aber auf der Kehrseite der Medaille hat man erneut Wide Receiver missachtet (die Free-Agent-EinkĂ€ufe und die lange negative Draft-Historie Belichicks sind fĂŒr mich keine AusflĂŒchte) und vor allem: Der Trade fĂŒr Barmore war einfach extrem teuer: Von #46 auf #38 zu gehen, kostete zwei 4th Rounder. Das ist sehr nahe an unverzeihlich und war der vielleicht teuerste Trade am Wochenende.

Grade B-

Ich gebe zu: Die Bills sind schwierig einzuordnen. Buffalo hatte kaum immediate Needs und konnte sich damit auf eine langfristige Strategie fokussieren. Das ist grundsÀtzlich gut. Die Bills haben in EDGE Rousseau und Basham sowie OT Spencer Brown einige freakige Athleten geholt, die alle ihrer Kritiker hatten. Gerade Rousseau war bei allen Anlagen ein mit Argusaugen beleuchteter Prospect, den selbst Tape-Guys nicht wirklich mochten.

Dass sich Buffalo den Luxus leisten konnte, mit Blick 2022 zu draften ohne einen Runningback zu nehmen, ist positiv. Bei so vielen „pure projects“ tue ich mir aber schwer, eine wirklich hohe Note zu vergeben.

Grade C+

Mit der grundsĂ€tzlichen Strategie der Chiefs, in der Offseason Offensive Line so krass ĂŒber Wide Receiver zu priorisieren, bin ich eigentlich nicht einverstanden. Kansas City hat aus dem einen Spiel der Superbowl mit all den VerletzungsausfĂ€llen geschlossen, dass man nicht bloß normale, sondern außerordentliche, Ressourcen in die O-Line stecken muss.

Vor dem Draft hat GM Brett Veach OG Joe Thuney teuer bezahlt, bot fett um LT Trent Williams mit und zahlte dann das Äquivalent eines spĂ€ten 1st Rounders fĂŒr LT Orlando Brown. Im Draft legte Veach noch einmal nach: C Creed Humphrey Ende von Runde 2. Und Trey Smith in Runde 7. Humphrey galt als Top-Center-Prospect. Smith ist athletisch ein Superstar, konnte sein Potenzial am College aber aus verschiedenen GrĂŒnden nie abrufen.

Das Problem an den Picks: Die entstandenen OpportunitĂ€tskosten sorgen dafĂŒr, dass KC an Stellen wie Receiver oder Cornerback kaum was machen konnte. WR Cornell Powell in den spĂ€ten Runden ist als eine physischere PrĂ€senz nach das höchste der GefĂŒhle. Immerhin: LB Nick Bolton als spĂ€ter 2nd Rounder gilt als extrem guter Scheme-Fit. Aber Bolton ist als Linebacker keine Impact-Position.


Arizona hat auch so einen Linebacker hoch gedraftet – sogar noch höher: Zaven Collins an #16. Ich werde mit dem Pick einfach nicht warm, auch wenn er dem Team FlexibilitĂ€t gibt. Es gibt wichtigere Positionen, und der Trainerstab in Arizona hat nicht viel davon gezeigt, solche Spieler sinnvoll einzubauen.

Am Cards-Draft mag ich aber zwei Dinge: Sie haben gemessen am Consensus-Board trotz des Collins-Picks guten Value geholt (+156% ROI, fast so viel wie die Chiefs, und zehnthöchster Wert der Liga), und Rondale Moore als flitzender Irrwisch ist eine ziemlich geile 2nd-Round-Waffe. Ab sofort braucht es kein „Force-Feeding“ von Larry Fitzgerald mehr, und mit einem Moore all over the field ist auch nicht mehr so schlimm, wenn Nuk Hopkins draußen an der linken Receiver-Flanke schematisch versauert.

Grade C

Kommen wir zu den Drafts, die entweder relativ niedrige „Consensus-Board-ROI“ abgeworfen haben ohne wie bei Miami ein Jaylen-Waddle-artiges Highlight anzubieten, oder Draft-Prozesse, die genug Flauseln aufweisen um guten ROI kaputt zu machen.

Zu ersterem gehören eindeutig die Drafts von Detroit Lions, Carolina Panthers und Denver Broncos. Alle drei sind in den Top-10 nach Added Value gegenĂŒber dem Consensus-Board:

  • Broncos #3
  • Lions #6
  • Panthers #8

Alle drei haben in verschiedenen Grading-Scales teilweise sehr gute Noten bekommen, weil auch die gedrafteten Spieler einfach gut sind. Aber ich habe mit allen dreien ein paar eklatante Probleme.

Das wichtigste von allen: Alle drei haben ohne eine valide QB-Lösung im Kader nacheinander Justin Fields ĂŒbergangen. Das Problem ist fĂŒr mich schon extrem bitter bei den Lions, aber noch schlimmer bei den Panthers. Zu den Broncos kommen wir dabei gleich.

Zuerst die Lions. Die gezogenen Spieler sind zweifellos alle super Prospects, und wir können auch einen ganz eindeutigen Plan erkennen. Penei Sewell gilt als das beste Offense-Tackle-Prospect seit Äonen. Die Defensive Tackles Levi Onwuzurike und Alim McNeill bolstern die Mitte einer horrenden Run-Defense auf, und zumindest ersterer bietet Potenzial als Passrusher an. CB Ifeatu Melinfonwu ist einer der physischsten Auslegungen eines Cornerbacks. Amon-Ra St. Brown, der hoffentlich mehr Lions-Kultur im deutschen NFL-Fanwesen etablieren kann als es Martin Senfter oder Thomas Psaier je geschafft haben, ist auch ein Receiver der physischen Art. Man erkennt die Handschrift von Motor-City-Dan-Campbell (nein, ich brauche keine RuderblĂ€tter). Wir werden euch ĂŒberpowern.

Aber 1) das ist nicht mehr der beste Weg um ein Team im Jahr 2021 zu bauen.

Und 2) Fields zu ĂŒbergehen ist einfach bitter. Ich weiß, dass die Lions noch lĂ€ngst nicht im „win now“ angekommen sind und erstmal ein Umbruch ansteht, aber diese UmbrĂŒche dauern ohne Quarterback ewig, und du musst einfach jede Chance auf einen echten Franchise-QB wahrnehmen.

Es war somit ein „Foundation-Draft“ der Lions, und weil die ausgewĂ€hlten Spieler alle gut sind und der Plan ja auch verstĂ€ndlich ist, kann ich den Draft nicht komplett verdammen. Aber ich kann auch keine allzu hohe Note dafĂŒr vergeben.

Ähnliches Spiel bei den Panthers. Allein der Einkauf von QB Sam Darnold hĂ€tte einfach nicht blockierend fĂŒr eine Einberufung von Justin Fields sein dĂŒrfen – dafĂŒr ist die QB-Position zu wertvoll. Dass man den fĂŒr Press-Man-Coverage prĂ€destinierten CB Jaycee Horn nun in eine bislang Zone-lastige Defense geholt hat, klingt schon einmal gefĂ€hrlich.

Dass der in Runde 2 gewĂ€hlte WR Terrace Marshall als einziger Top-Prospect auch eine gewisse LĂ€nge mit 6‘4 mitbringt, ist cool, aber Marshall hat medical red flags. OT Brady Christiansen ist dringend notwendige Hilfe fĂŒr die problematische O-Line, aber der Mann ist wie viele BYU-Prospects mit 25 schon sehr alt. TE Tommy Tremble und RB Chubba Hubbard: Naja. Ick weiß nicht. Da war mehr drin. VIEL MEHR.


Zu den Denver Broncos. Justin Fields rausgelassen zu haben ist gleichzeitig Desaster und verstĂ€ndlich, und alle Reaktionen im Nachgang lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Die Broncos haben einen mĂŒndlichen Deal mit den Packers ob Aaron Rodgers bereits in der Tasche. Denn andernfalls ist der Draftprozess nicht zu erklĂ€ren.

CB Patrick Surtain ist eine tolle ErgĂ€nzung fĂŒr eine der besser besetzten Secondarys. S Jamar Johnson gilt als eine Art kĂŒnftiger Defense-QB. Ihn in den spĂ€teren Runden zu kriegen geht als Steal durch. OG Quinn Meinerz war heiß begehrt und ein EDGE/LB wie Baron Browning ist mit seinem Profil als zu entwickelnder Super-Athlet wie gemacht fĂŒr Ende Runde 3.

Aber es fehlt der QB.

Ich sag’s mal so: Wenn Aaron Rodgers noch kommt, dann bin ich mit Grade = C im Spiel. Die Broncos haben dann fast alles richtig gemacht um einen Contender auf die Beine zu stellen – sicherlich noch richtiger als mit einem Rookie-QB anzutreten. Höher als C kann ich mit einem Up-Trade fĂŒr einen Runningback-Pick an #35 (Javonte Williams) aber einfach nicht gehen (Broncos haben #40 und #114 aufgegeben um fĂŒnf Spots hochzugehen!).

Aber wenn die Broncos Rodgers nicht bekommen, dann ist dieser Draft eine glatte 6. Dann Àndere ich im Nachhinein auf Note F.


Kommen wir zum Rest des Draft-Mittelmaßes.

Da wĂ€ren zum einen die drei Mannschaften, die den Draft mit Quarterback-Picks eröffnet haben. Allen dreien kann ich kein ĂŒberaus gutes Zeugnis ausstellen.

Viel Credit kann ich den Jaguars nicht dafĂŒr geben, dass sie mit Trevor Lawrence den einfachsten Pick im ganzen Draft gemacht haben. Aber dafĂŒr viele Zweifel anhĂ€ngen dafĂŒr, dass sie mit Travis Etienne einen 1st-Round-Runningback genommen haben und dass sie nur relativ wenig auf Receiver gemacht haben (Jalen Camp war 7th Rounder).

Immerhin: 2nd-Round OT Walker Little ist ein Highend-Upside-Tackle als Hilfe fĂŒr die O-Line. Und Tyson Campbell sowie Andre Cisco sind ErgĂ€nzungen fĂŒr das Defensive Backfield einer Mannschaft, die letzte Saison kaum StĂ€rken hatte.


Zu den Jets, die ĂŒberall hohe Noten bekommen. Ich kann sie nicht teilen. Zach Wilson stand seit Wochen als neuer QB-Pick fest, und auch wenn ich persönlich Wilson als QB4 auf meiner Liste hatte, so ist der Scheme-Fit mit der Wide-Zone-Offense durchaus nicht von der Hand zu weisen. Wir vermuten, dass UmstĂ€nde bei jungen QBs wichtiger sind als Talent. Insofern ein nachvollziehbarer Pick.

Mit WR Elijah Moore und RB Michael Carter hat das Front Office dann auch gleich versucht, Wilson Waffen zu geben. Gerade Moore war heiß begehrt, wenn auch als reiner Slot-Receiver etwas ĂŒberschĂ€tzt.

Doch der entscheidende Move, der mich an der Kompetenz des Jets-Prozesses zweifeln lĂ€sst, war der fĂŒrchterliche Up-Trade fĂŒr OL Alijah Vera-Tucker. Um von #23 auf #14 hochzukommen, zahlten die Jets zwei 3rd Rounder an die Vikings. Es ist nicht der allerteuerste Trade des Wochenendes, aber gemessen an den UmstĂ€nden der ĂŒbelste. Da sind einmal 14% Wertverlust in einem einzigen Move.

Aber dann ist es auch der Spieler selbst. Die O-Line-Klasse galt als extrem tief, und es war sehr wahrscheinlich, dass mehrere hoch gehandelte Protection-Prospects auf #23 runterfallen wĂŒrden. Die Jets haben nicht gewartet. Sie haben fĂŒr Vera-Tucker nicht bloß „gereached“, sondern sind in einem brutal teuren Up-Trade sogar noch doppelt „all-in“ gegangen.

Ich kann mit dem Move einfach nicht mehr vergeben als Note C. Um ehrlich zu sein, ich war nahe dran, die Jets noch weiter downzugraden fĂŒr den einen Move.


Dann die 49ers. Sie haben auf den „MacMove“ verzichtet und mit Trey Lance einen absolut reizenden Spieler gezogen. Lance ist ein Super-Prospect, wenn auch nicht Justin Fields. Lance könnte Offensive Rookie des Jahres werden und das Schicksal der Niners-Franchise wenden. Das ist alles super.

Aber was danach kam, war bitterer Lynch/Shanahan-Bullshit. Extremer Reach fĂŒr einen Offensive Guard. Zwei Runningbacks, einer davon in Runde 3 per Up-Trade. Ein reiner Box-Safety und ein paar Late-Round-Corner.

ZusĂ€tzlich zu dem Wissen, dass der Niners-Trade von #12 auf #3 sehr teuer war – hoffentlich so teuer wie notwendig, weil die Falcons auch Lance wollten! – ist das insgesamt kein besonders guter Draft. Das C gibt es aber trotzdem – fĂŒr die Eier, den Superbowl-QB Jimmy Garoppolo perspektivisch abzusĂ€gen und das Schicksal mit einem jungen Toptalent selbst in die Hand zu nehmen.


Die weiteren Teams in dieser Sektion sind weniger spannend.

Atlanta. Eher durchschnittlicher „Process“, aber dank Kyle Pitts könnte die Offense 2021 fantastisch sein. Die Falcons haben auf den langfristigen QB-Plan verzichtet und auch keine fette Trade-Kompensation abstauben können. DafĂŒr haben sie viel Defense gedraftet – und im Sandwich einen nicht unumstrittenen OT Jalen Mayfield.

Dallas. Die nach Cornerback lechzenden Cowboys wurden von der Dynamik der Top-10 ĂŒberrascht, als keiner der beiden Top-Corner an #10 mehr verfĂŒgbar war. Jerry Jones fĂ€delte den Down-Trade mit einem Divisionskonkurrenten Philly ein und staubte einen 3rd Rounder ab. Ein Gewinn.

Aber dann zog Jones LB Micah Parsons. Individuell sicher ein Top-Prospect, aber wie viele hoch bezahlte Linebacker willst du in der NFL 2021 haben? Dallas hat jetzt drei. Danach fokussierte sich Jones auf Run-Defender wie DE Golson oder DT Osa Odighizuwa. Ich weiß nicht


Indianapolis. Die Colts staubten in der ersten Runde einigen Value in Person von EDGE Kwity Paye ab. Die Colts wurden im Verlauf des Drafts aber Opfer ihrer eigenen Free-Agent-Strategie – und sie konnten nie die klaffende LĂŒcke auf Left Tackle adressieren.

Die Colts hatten klare Needs auf OT und WR. Sie haben an beiden Stellen quasi nix gemacht. Das ist nicht grundsĂ€tzlich falsch – ich schreibe oft darĂŒber, wie man im Draft nicht rein nach Need gehen sollte. Doch bei so klaren KaderlĂŒcken und einem QB Carson Wentz, der in fĂŒnf Jahren NFL gezeigt hat, dass er nur in sehr guten UmstĂ€nden wirklich produktiv spielt, ist es ein Mega-Risiko, mit so dĂŒnnem Receiver-Corps und einem LT Sam Tevi in die Saison zu gehen.

L.A. Rams. Kein 1st Rounder fĂŒr die Rams, die diesmal immerhin nicht mit einem Runningback in der zweiten Runde eröffneten wie letztes Jahr. Diesmal war es WR Tutu Atwell, ein umstrittener geschwindiger Zwerg. Atwell wird vielleicht WR4 hinter Robert Woods, Cooper Kupp, Van Jefferson – vielleicht gleichauf mit Oldie Desean Jackson. Dahinter gab es einige okaye Value-Picks.

Insgesamt haben die Rams nur 114% ROI ĂŒber dem Public-Board gezogen, so wenig wie kein anderes Team. Das allein hĂ€tte Grund sein können um diese Klasse zu verdammen. Aber solche „kleinen“ Klassen ohne 1st Rounder und ohne krass teure Trades sind in der Herangehensweise schwierig mit einer miserablen Note abzustrafen.


Bleiben Seattle, Tampa Bay und Washington.

Die Hawks hatten eine noch kleinere Klasse als Los Angeles. Sie bestand aus drei Spielern. 2nd Rounder Eskridge ist ein freakiger Zwergensprinter, der wohl etwas hoch gedraftet wurde. DafĂŒr sind CB Tre Brown und vor allem OT Stone Forsythe sehr gute Value-Picks.

Titelverteidiger Tampa hat nachvollziehbare Strategie gewĂ€hlt. EDGE Joe Tryon fĂŒr die Tiefe und langfristige Ablöse von JPP in Runde 1, Kyle Trask als QB-Developmental-Prospect in Runde 2, OG Robert Hainsey in Runde 3 fĂŒr die Tiefe, WR Jaelon Darden als PrĂ€dikat „rich get richer“ als ErgĂ€nzung fĂŒr einen eh schon starken Receiver-Corps in Runde 4.

Das was mir nicht so ganz gefÀllt, sind Tryon und Trask als Prospects. Gerade Tryon ist mit seinem Profil eher ein Spieler wie Ende Runde 3 als Ende Runde 1.

Bleibt Washington. Der zweite Tag vom Washington-Draft ist mega-spannend. OT Samuel Cosmi ist eine mögliche Left-Tackle-Lösung. CB St. Juste ist ein Project-Corner, aber was fĂŒr einer! Mega-beweglich, sehr viel Upside. WR Dyami Brown ist ein Match made in heaven mit QB Ryan Fitzpatrick.

Aber wir haben dann auch einen Up-Trade fĂŒr einen Long-Snapper, und einen 1st Round Pick, der mir nicht so ganz in den Kopf will.

Einmal hat man einen Linebacker geholt anstatt es wirklich mit dem QB-Trade zu versuchen (aber mit Dallas/Giants/Eagles zu traden wĂ€re auch schwierig geworden!). Und dann hat man in LB Jamin Davis einen ziemlichen boom or bust Pick gezogen. Marke „kann aufgehen“. Aber die Flop-Chance ist durchaus da.

Grade D

Vorneweg: Es gibt dieses Jahr kein F, auch wenn ich einige Male nahe dran war. Aber im Gegensatz zum vergangenen Jahr mĂŒssen die Green Bay Packers dieses Mal „nur noch“ die Scheiße der letzten Offseason auslöffeln (Aaron Rodgers will offenbar unbedingt weg) und haben auch nicht den miesesten Draft, sondern „nur“ einen der miesesten, hingelegt.

Green Bay hat heuer einen Wide Receiver genommen – Amari Rodgers, aber erst in Runde 3, und erst nach einem durchaus teuren Up-Trade (#135 Pick um sieben Spots nach oben zu gehen auf #85). Rodgers hat Potenzial und war auf einigen Boards ziemlich hoch. Aber ich hab auch etliche Analysten gesehen, die ihn nicht unter den besten 20 Receivern der Klasse gelistet haben, u.a. weil er kaum NFL-nahe Routen gelaufen ist.

In Runde 1 zogen die Packers CB Eric Stokes, der eher Late 2nd als Late 1st Grade hatte (#54 am consensus Board). Und in der zweiten Runde C Josh Myers als Ersatzmann von Corey Linsley – einen Pick bevor die Packers den unisono als #1 bezeichneten Creed Humphrey bekamen.

Wir haben also einen Draft Marke „vielfach ĂŒberdraftet“. Ressourceneinsatz war besser als im Vorjahr, aber weit weg von ideal. Der amtierende NFL MVP kokettiert mit RĂŒcktritt oder Trade – auf jeden Fall alles besser als noch einmal fĂŒr die Packers aufzulaufen. Das passt irgendwie ins Bild dieser Franchise, die sich mit der neuen sportlichen Leitung in zwei Offseasons/Drafts nicht mit Ruhm bekleckert hat und soon-to-be-MitlĂ€ufer in der NFC North sein wird.


Overdrafted/Wert nicht einschĂ€tzen können passt auch zu den Raiders. Ich hab eigentlich keine Lust, den krassen Shit von Jon Gruden und Mike Mayock weiter zu vertiefen, aber es gibt zwei GrĂŒnde warum ich dem Draft-Gebahren dieses Duos null abgewinnen kann:

  1. Sie können den Marktwert eines Prospects nicht einschÀtzen und versuchen es noch nicht einmal. Alex Leatherwood war logische Folge.
  2. Und wenn sie mal einen „Steal“ draften wie S Trevon Moehrig in Runde 2, dann nur nach einem teuren Up-Trade (um fĂŒnf Spots hochzugehen von #48 auf #43 einen #121 4th Rounder einsetzen mĂŒssen)

So wird das nix. Es ist kein F weil immerhin die richtigen Positionen adressiert wurden. Aber die Aussicht, noch mindestens sechs Jahre Gruden vor sich zu haben, muss Raiders-Fans eigentlich den blanken Schauer ĂŒber den RĂŒcken jagen.


WĂ€hrend die Gruden-Raiders ihre beste Zeit ewig vor sich haben werden, sind die Saints knapp drĂŒber. Diese Offseason erfolgte der große Umbruch. Auch der Draft war eher meh. Ich fand den Draft der Saints nicht so katastrophal wie mancher Kollege, aber auch ein EDGE Payton Turner als 1st Rounder zeigt ein bisschen das Symptom des „reaches“. Einfach den Marktwert nicht richtig eingeschĂ€tzt.

Dazu in einem starken Jahrgang nix auf Receiver gemacht – jener Position, die New Orleans in der Ära „post Brees“, wo es keinen QB zum ÜbertĂŒnchen der Schwachstellen gibt, nur noch sehr dĂŒnn besetzt ist.


Aber immer noch dicker als in Houston. Dort fĂŒhlte sich GM Nick Caserio gezwungen einen verrĂŒckten Up-Trade fĂŒr einen 3rd-Round-Receiver wie Nico Collins zu machen um ĂŒberhaupt sowas wie Waffen zu bekommen: #109 und #158 im Gegenzug fĂŒr den #89 Pick.

Die Texans hatten wie die Rams oder Seahawks wenig Draftkapital, aber im Gegensatz zu dem Duo haben sie das wenige teuer verschleudert. Ein anderer Pick war Mid-Round-QB Davis Mills. Ich kann verstehen, dass man in der Texans-Situation es schwer hat Moves zu machen, aber mit dem #1 Pick 2022 vor der Brust wÀre schlichtes Durchdraften nach best player available wahrscheinlich besser gewesen.


Bleiben die Pittsburgh Steelers. Die machten eigentlich in den letzten 10-15 Jahren einen grundsoliden Eindruck, aber der Draft 2021 hat viele EindrĂŒcke zerstört. Die Steelers haben so gut wie alle falschen SchlĂŒsse aus der letzten Saison gezogen, die man ziehen konnte:

  1. Sie glaubten, nur einen Spieler vom Durchbruch entfernt zu sein.
  2. Sie glaubten, dieser Spieler sei ein Runningback.
  3. Sie glaubten, dieser Runningback wĂŒrde Nudelarm Ben Roethlisberger wieder in die Spur helfen.
  4. Sie glaubten, dieser Runningback wĂŒrde die auf 3-4 Positionen zerfallene Offensive Line wieder reparieren.

Die Steelers werden bitterlich enttÀuscht sein von dem Ergebnis, das dieser Draft liefert. Najee Harris ist ein geiler Typ, aber ein 1st-Round-Runningback im Jahr 2021 ist abmahnpflichtig. Die Steelers zogen danach Tight End und zweimal O-Line, aber das kann den verkehrten Denkprozess nicht mehr kaschieren.

Es war ein Draft fĂŒr die Saison 2021 allein. Und das ist fĂŒr ein Team, das einen mittelfristigen Umbruch anstreben sollte, kein guter Ratgeber.

27 Kommentare zu “Sideline Reporter NFL Draft Grades 2021

  1. ErgÀnzende Kommentare zu den Panthers:

    Ich meine bei Football Outsiders gelesen zu haben, dass die Panthers gerade unheimlich gerne Spieler fragten die sie kennen – also Vetternwirtschaft betreiben – problematisch, wobei es bei Marschall ein Vorteil sein könnte…

    Dieses Jahr wurde viel in Riskante picks investiert, letztes Jahr in Bridgewater dieses Jahr in Darnold investiert und kein Fields gedriftet – ich denke hier ĂŒberschĂ€tzen sich die Coaches.

    Ansonsten gefÀllt mir Tag zwei und interior o und Dline an Tag drei zu draften ist sicher keine schlechte Idee.
    Aber: mit dem Viertrunden pick einen rb zu holen Àrgert mich und muss man wirklich in Runde sechs in einen Longsnaper investieren?

  2. Weiß nicht,
    hast die Packers fĂŒr ihren letzten Draft auch zerissen keinen WR gedraftet zu haben und es war einfach keiner nötig. Ich finde das Argument „Rodgers endlich Waffen geben“ massiv ausgelutscht. Er hat die Waffen. Hatte sie auch letzte Season. Overall sind die needs definitiv angegangen worden.
    Was ich halt gar nicht beurteilen kann sind die Picks selber, da ich weder irgendwelche Analysen im Vorfeld noch Collegefootball schaue. Aber overall ein D halte ich schon fĂŒr sehr hart.

  3. Es war keiner nötig as bewiesen in den Playoffs… das Argument ist das Gegenteil von ausgelutscht. Es ist aktueller denn je.

  4. Ich stimme bei den Niners fast komplett zu.
    Ich hĂ€tte fields genommen, aber verstehe den Gedanken: wenn schon uptrade, dann richtiges Risiko fĂŒr höchsten reward.
    Oliner und RBs sind ne Katastrophe, speziell fĂŒr jemanden der udfa-RBs wie 1st round picks aussehen lĂ€sst. Guard … ok, war n problem, verstehe ich. Aber ne line die nur aus 1st und 2nd roundern besteht … valuation mal wieder verliebt.

    Einzige differnz: der safety passt perfekt. Sie haben drei safeties fĂŒr „hinten“. Der neue saftey scheint Athlet, ball hawker und Blitzer zu sein und tendenziell eher zu aggressiv zu spielen. Ich HOFFE, dass heißt, dass das defensive scheming insgesamt flexibler wird, weniger single high, mehr kreatives blitzing und Mischung von man/zone. Das wĂ€re dann ein guter Prozess. (Wenn denn da n hoher CB-Pick statt RB gewesen wĂ€re. Das macht traurig :D)

  5. Wie immer sehr schön zu lesen und ich gehe auch bei so gut wie allen Grades mit.

    Nur eine Sache finde ich bei allen Bewertungen etwas verwunderlich: Wieso werden die Patriots so gelobt, Mac Jones an #15 gezogen zu haben, wÀhrend man bei den Bucs, die Kyle Trask an #64 gezogen haben, die Achseln zuckt?

    Ich hab mir wirklich einige Spiele der beiden angesehen und ich erkenne ehrlicherweise keine großen Unterschiede zwischen den beiden Prospects. FĂŒr mich sind sie in ein und demselben Tier (sehr gute, akkurate Pocketpasser mit durchschnittlichem Arm und wenig MobilitĂ€t).

    Adrian Franke hatte Trask ja sogar vor Jones in seinem QB Ranking.

    Der Unterschied: Bucs bekommen Trask eineinhalb Runden spÀter als die Patriots Jones draften.

  6. @JoffreyG:

    Eine gute Frage und um es kurz zu machen hier meine Sichtweise: Jones ist nach langlÀufiger Meinung der klar bessere Prospect als Trask.

    Im Consensus Board z.B. lÀuft Jones als QB5 und #27 overall Prospect raus. Trask ist QB6 an #91.

    Ich habe einige von mir respektierte Analysten wie Matt Waldman studiert, die Jones sogar als QB3 bewertet haben, aber niemand war nur ansatzweise jemals so hoch wie Jones.

    Kurz: Bei Jones ist Starter-Potenzial durchaus die Erwartung. Bei einem Trask wĂ€re es eher eine grĂ¶ĂŸere positive Überraschung, wenn er mehr als „Career Backup“ wird.

    Das kann man natĂŒrlich total anders sehen, aber ich fĂŒr meinen Teil hab gelernt, dass im Draft die Weisheit der Vielen der bessere Ratgeber ist als einzelne Scouts isoliert.

  7. Die Weisheit der Vielen als besseren Ratgeber zu sehen finde ich auch richtig, aber mich wĂŒrde nur die allgemeine BegrĂŒndung interessieren, wieso viele Mac Jones klar höher als Trask haben.

    Ich sehe einfach keine Area, wo sich beide wirklich signifikant unterscheiden.

  8. According to Matt Waldmans RSP:

    Ähnliche Accuracy, aber Jones ist besser „off platform“ und viel besser „opposite hashmark“
    Jones ist technisch in seinen Dropbacks wesentlich weiter
    Jones hat den besseren „Release“
    Jones hat die wesentlich bessere Ball-Security
    Jones hat bessere Pocket-Movement/Maneuver-Accuracy

    In short habe ich das GefĂŒhl, dass Trask ein „Handwerker“ ist, Jones ein bisschen intuitiver, schneller spielt, und auch besseres SpielverstĂ€ndnis hat.

    Das kann natĂŒrlich Produkt der Offense am College sein. Nach Waldmans Scouting-Methode ist Jones aber der deutlich bessere Prospect.

  9. Es tut fast schon körperlich weh die Steelers am Ende zu sehen, auch wenn ich mit der Bewertung d’accord gehe.
    Schlimm ist dann nur zu sehen wie meine Steelers Bubble von nem Superbowl Run oder zumindest von den Playoffs trÀumt und alles fabelhaft sieht. :/
    „We want to improve our rungame“ bla blubb.
    Wird wohl wieder eine anstrengende Saison werden.

  10. @davidoffsmoker: Ich denke da spielt einfach die komplett andere Kultur eine Rolle.

    Viele Amerikaner sind – zumindest meiner Erfahrung nach – immer deutlich optimistischer und machen sich nicht so sehr ĂŒber mögliche zukĂŒnftige Probleme Gedanken (leben viel mehr im hier und jetzt).

    Hat seine Vorteile, aber auch klare Nachteile.

    Bei uns haben halt sogar viele Sportfans erstmal einen Grundpessimismus und sind auch deutlich aufgeschlossener gegenĂŒber „neumodernen“ Dingen wie Analytics etc.

  11. Ich war ehrlich gĂŒtig zu einem Team wie Pittsburgh, und trotzdem bleibt einmal mehr festzuhalten: Sie haben das strengste Draft Grading am Markt gelesen.

  12. „Es war keiner nötig as bewiesen in den Playoffs
 das Argument ist das Gegenteil von ausgelutscht. Es ist aktueller denn je.“
    Ja, ist gut jetzt, du hast recht 🙂 Die Lions werden die nĂ€chste Dekade rocken…

  13. Die Cowboys kommen mir einen Tick zu schlecht weg. Klar, pass-Defense first, aber die run-Defense war letzte Saison derartig schlecht, dass ich es schon fĂŒr notwendig erachte an der Stelle was dagegen zu tun.
    Van der Esch jetzt vielleicht ein Trade-Kandidat? Wir werden sehen.
    Ansonsten finde ich den Ansatz korrekt Picks wie Lawrence nicht in die Bewertung einfließen zu lassen. Das hĂ€tte ein absoluter Laie hinbekommen.

  14. Lustiger Twitterlink, Korsakoff. Da sieht man z.B., dass der allwissende Mel Kiper eine C+ als schlechteste Note verteilt hat.
    Auch auffallend, dass Deine Noten mit Abstand die kritischsten sind. Ich nehme an, da werden Äpfel und Birnen in die gleiche Übersicht gepresst. Du bewertest mehr Prozess als ausschließlich outcome.

    Sollte da nicht eine Austria-fahne hinter Deinem Namen erscheinen? (Mich kleinkarierte Amöbe wĂŒrde das Ă€rgern, gerade wenn es das Nachbarland ist… 😀 )

  15. Was mich im Nachhinein am meisten Ă€rgert bezĂŒglich des Packers Drafts: Bateman fĂ€llt in der 1. Runde weiter und weiter, ich hatte kurzzeitig schon Hoffnung bis an 29… Pustekuchen.. bei den Ravens an 27. war eigentlich klar das WR ein Need ist.
    Die Picks vor den Ravens (und den Browns)? 2x RB in der ersten Runde.. đŸ€Šâ€â™‚ïžđŸ€Šâ€â™‚ïž diesbezĂŒglich wurde schon alles gesagt…
    Mit Steelers bzw Jaguars einen Trade einzufĂ€deln? Klingt fĂŒr mich jetzt nicht soooo unmachbar. Wenn man bedenkt wie Browns (Chubb), Ravens (brauchen keinen RB und wissen das auch, haben schließlich Jackson), Saints (Kamara), auf RB1 aufgestellt sind..
    Ein Trade mit den Jaguars hĂ€tte machbar sein sollen! Stattdessen eine 4. Runde fĂŒr 7 Spots in der 3. Runde??? Das kotzt an…
    Nichts gegen Amari Rodgers, aber ein nÀchster Jordi Nelson wÀre um einiges geiler als ein nÀchster Randell Cobb!
    Sowas zieht echt runter… soweit meine 5 Cents zum GB Draft..

  16. Der Packers Draft war heilig gegen das was die Steelers hingelegt haben. Ich habe fix mit einem F bei Korsakoff gerechnet, insofern danke fĂŒr die GĂŒte 🙂

    Was man beim Miami Pick nicht vergessen darf, ist daß die Phins zwei 1st fĂŒr Waddle gezahlt haben. Sie wollten angeblich immer Waddle haben. Was auch lustig ist:

    Ich glaube, da haben die Phins zu viel dafĂŒr bezahlt und sie sind von Denver rausgerissen worden mit dem RB Up Trade, sie hĂ€tten sonst Javonte Williams gedraftet.

    Manchmal muss man zu seinem GlĂŒck gezwungen werden, schade daß niemand den Steelers die RBs vor der Nase weg gedraftet hat.

  17. Pingback: Hohekunst oder Ende einer Love-Story: Green Bay Packers und Aaron Rodgers | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  18. Den Falcons kann man getrost weitere Punkte abziehen.
    In der Position einfach die Chance verstreichen lassen, sich den Future QB zu holen. Hier ist genau die Konstellation von Chiefs 2017, Rookie 1 Jahr lernen lassen hinter einem sehr guten Starting QB.
    Dazu auch noch Justin Fields ziehen lassen. Sein Vater ist ein 18-Jahre Falcons Season Ticket Holder, seinen Sohn mehrfach zu einem Spiel mitgenommen.

  19. @FloJo
    „Manchmal muss man zu seinem GlĂŒck gezwungen werden, schade daß niemand den Steelers die RBs vor der Nase weg gedraftet hat.“

    Da bin ich mir halt nicht mal so sicher. Klar, wenn sie dann eine der verbliebenen guten O-Line-Optionen gezogen hĂ€tten, dann wĂ€re es natĂŒrlich zu begrĂŒĂŸen gewesen. Wenn sie dann RB #3 oder #4 gezogen hĂ€tten, wĂ€re es noch schlimmer gewesen.

    Der Kardinalsfehler war aber mit BigBen in die neue Saison zu gehen. Man hĂ€tte die Saison nutzen sollen um sich neu aufzustellen. Auf der QB-Position, wo man sich dann ein Jahr lang Haskins vs. Rudolph hĂ€tte anschauen können. Überzeugt einer wider Erwarten hĂ€tte man mit ihm verlĂ€ngern können, geht man unter, hat man zumindest eine gute Position im Draft 2022. Und im Roster, wo man durch stetig neuverhandelte VertrĂ€ge der LeistungstrĂ€ger eh immer einen Berg an dead cap vor sich herschiebt.
    (Und Tomlins Vertrag hĂ€tte ich natĂŒrlich auch nicht verlĂ€ngert, aber das ist nochmal eine andere Baustelle.)

    Aber ist natĂŒrlich kein besonders kompetitiver Ansatz, von daher war zu befĂŒrchten, dass sie es so versuchen werden.
    Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass es insbesondere zu Saisonbeginn fĂŒr ein paar Siege reicht, sodass man dann nach der höchstwahrscheinlichen Implosion 8-9 oder so geht, und dann am Ende im Draft wieder keinen Zugriff auf ein gutes QB-Prospect kriegt…

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  22. Saints Draft
    Die Auswahl sowieso unbegreiflich, Ian Book der klassische QB fĂŒr College Level.
    Gerade nochmal seine Stats gesehen. Pass TD
    2018 19
    2019 34 (davon 15! New Mexiko, Bowling Green St., Navy)
    2020 15

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