EURO 2021 nach Ende der Vorrunde

Abschluss der EURO-2021-Vorrunde. Die EM ist bislang relativ erwartungsgemäß verlaufen.

So liege ich in unserem Tippspiel momentan auf Platz 2 – und das, „obwohl“ ich mit einer Ausnahme (Polen vs. Spanien) strikt nach Wettquoten getippt habe. Ich habe nur wenige Nachmittagspartien gesehen, aber die Abend- und Spätpartien waren mit wenigen Ausnahmen „watchable“.

Ein kurzer Blick auf Deutschland – Ungarn

Durchgewurstelt.

Aber es war h-ä-s-s-l-i-c-h. Einmal mehr hatte Deutschland keinen richtigen Plan gegen eine dieser tief stehenden, diszipliniert verteidigenden Fünferketten. Zu länger das Spiel ging, desto ideenloser wurde die deutsche Mannschaft – und desto mehr Angst konnte man in den Augen der Spieler ablesen.

Deutschland stand relativ breit, aber vorne war mangels Bewegung tote Hose. Keine Läufe, kaum überraschenden Einzelaktionen. Es war schlimmster Standfußball. Und so wird das Passing-Chart gegen Ungarn auch direkt aus der Hölle geliefert:

Es wirkte in der ersten Halbzeit phasenweise geradezu so, als würden die Ungarn um Offensivspiel über Ginter betteln – und Deutschland nahm die Einladung mangels alternativer Ideen dankend an. Was dabei herauskam, war bitter.

Und so verpuffte das 3-4-3 offensiv Mitte der ersten Halbzeit. Nach der Pause gab es eine Umstellung auf eine 4-3-3-ähnliche Spielweise. Aber gerade die tief stehenden Kroos/Gündogan hatten offensiv keine Impulse. Es wäre mit dem statischen Sturm auch schwer gewesen etwas zu bewegen.

Gnabry war ein Ausfall. Sanè bekam nach dem Spiel extrem auf die Fresse. Ihm würde ich immerhin Einsatzbereitschaft und mehrere gewonnene Bälle im Gegenpressing vor der Pause zugutehalten, aber Sane hatte natürlich auch ein paar auffällige verunglückte Aktionen. Und vor allem: Er traute sich immer weniger ins Dribbling.

Das war so ein Motiv dieses Spiels: Wissend um die defensive Instabilität (nur Türken und Portugiesen wirkten hinten noch anfälliger in diesem Turnier) traute sich irgendwann fast kein deutscher Spieler mehr eine Aktion zu – in der Angst, den Ball zu verlieren. Deutschland mit Schiss vor Ungarn!

Erst als alle Taktik über Bord geworfen wurden und Goretzka, Müller, Werner, Volland und Musiala reingeworfen wurden, wurde es etwas besser. Prinzip Chaos und „unbelastete“ Spieler reichten aus um 2-3 Chancen zu erspielen. Musiala leitete mit seiner Unbekümmertheit dann auch folgerichtig den rettenden Ausgleich ein. Goretzka vollstreckte. Dass er hinterher von niemandem (!) im TV auf seinen Jubel vor der „rechtslastigen“ ungarischen Kurve angesprochen wurde, war eine journalistische Verfehlung.

Manuel Neuer. Spielerisch einer der besten – bei keinem anderen Deutschen hatte ich ein so sicheres Gefühl, wenn er den Ball zugespielt bekam. Aber an beiden Toren kann man rummosern. Ich verweise hier mal auf diesen coolen Thread, der fachlich erklärt, was man Neuer an den Gegentoren ankreiden kann.

Wir wollen Ungarn nicht ganz vergessen. Gut organisiert (italienischer Coach!) und extrem gut auf die deutsche Mannschaft vorberietet. Nach vorne hatten die Ungarn durchaus auch einen Plan (Konter über die Außen) und waren auch technisch gut genug um immer wieder für Nervosität bei den Deutschen zu sorgen, obwohl es kaum zehn gelungene Pässe in letzte Drittel gab. In der zweiten Halbzeit verschleppten die Ungarn zunehmend mit Zeitschinderei und Nickligkeiten das Spiel.

Fun Fact zu Ungarn, den ich gestern auf Twitter aufgeschnappt habe: Meiste Minuten in Führung, und wenigste Minuten in Rückstand in der ganzen Todesgruppe F. Und trotzdem am Ende Letzter.

Deutschland spielte am Ende seinerseits mit „Zeitschinder-Ecken“ das Spiel runter. Das sollte eigentlich unter Deutschlands „Fußball-Würde“ sein, aber an Abenden wie diesen ist letztlich jedes Mittel recht.

Turnierbaum

Der Witz an der ganzen Sache: Bei aller grottigen Performance war der Ausgang des letzten Spieltags nahezu ideal für Deutschland. Klar: Als Gruppenerster hätte man die Schweiz anstatt England im Achtelfinale gesehen, aber dafür ist man nun im unteren Turnierbaum gelandet. Einer der Halbfinalisten wird aus diesem Oktett kommen:

Wales – Dänemark
Niederlande – Tschechien
Schweden – Ukraine
Deutschland – England

Im oberen Ast

Belgien – Portugal
Italien – Österreich
Frankreich – Schweiz
Kroatien – Spanien

…verorte ich locker vier bessere Mannschaften als die beste im „Deutschland-Ast“.

Achtelfinale gegen England

Man könnte nun witzeln, dass Deutschland – England das Duell der zwei enttäuschendsten Coaches ist. Vielleicht ist da auch was dran. Löw ist nun schon jahrelang daran gescheitert, seinem Team eine kohärente Handschrift, einen Plan, gegen tiefstehende Gegner mitzugeben, wenn es zwischendurch gegen schlecht eingestellte Gegner auch Offensiv-Feuerwerke wie gegen Portugal gibt.

Bei England sieht der Offensiv-Plan so aus:

Das war gegen Kroatien. Gegen Schottland lief das so:

Und gegen Tschechien nach Systemumstellung so:

Das sind die Passing-Charts einer Mannschaft, die fast ohne Mittelfeld zu spielen scheint. Kein Wunder, dass sich ein Harry Kane immer wieder genötigt fühlt, sich fallen zu lassen um sich die Pässe selbst zu holen. Diese Verzweiflung führt dann aber nur dazu, dass Kane vorne als Pivot-Anspielstation fehlt.

Für einen Taktikfuchs sollte es möglich sein, diese Mannschaft gezielt zu attackieren, zumal mit Mittelfeldspielern wie Kroos, Goretzka oder Kimmich. Das wäre das Trio, auf das ich hier setzen würde. Aber „Taktikfuchs“ ist keine Parole mehr, die man in Deutschland in Verbindung mit einem von Joachim Löw angeführten Trainerstab hört.

Ich sehe Deutschland trotzdem als Favoriten. Wenn die Engländer wirklich ihrem Ruf als Turnierfavoriten gerecht werden wollen, dann haben sie ihr Potenzial in der Vorrunde extrem gut versteckt. Ohne deutliche Leistungssteigerung wird das das nächste deprimierende Kapitel englischer Turniergeschichte.

Kurz zu den einzelnen Spielen

Wales – Dänemark. Wie weit kann die gegenwärtige Euphorie das dänische Team noch tragen? In Amsterdam wird der Heimvorteil fehlen, und Wales präsentierte sich in der Vorrunde durchaus abgezockt und hat in Ramsey und Bale bessere Einzelkönner.

Italien – Österreich. Österreichs Kader ist aufgrund der negativen Spielweise womöglich unterschätzt, und das dritte Vorrundenspiel gegen die Ukraine war auch richtig stark, aber ich sehe nicht wie das gegen die Italiener reichen soll. Italien ist technisch besser, im Spiel nach vorne besser und in einem Taktikduell Mancini vs. Foda weiß ich, wen ich in 10/10 Fällen nehmen würde.

Niederlande – Tschechien. Diese Ansetzung ruft Erinnerungen an das vielleicht beste Fußballspiel, das ich jemals gesehen habe, hervor: Vorrunde EURO 2004, Tschechien gewinnt nach 0:2 Rückstand noch 3:2. Wenn es nicht die beste Partie ever war, dann die spektakulärste. Enthemmte Tschechen gegen offensive Holländer – der Moment, als Nedved den Ball aus 30m an die Latte knallte war… hach… Erinnerungen an eine schöne Zeit.

Holland 2021 cruiste souverän durch die Gruppe und sollte hier klar favorisiert sein. Aber die Räume vor dem holländischen Strafraum sind noch immer offen. Vielleicht kann der tschechische Coach dafür einen Matchplan aus dem Ärmel zaubern.

Belgien – Portugal. Von Belgien haben wir noch gar nicht so viel „relevanten“ Fußball bei diesem Turnier gesehen. Gegen Russland war’s nach zehn Minuten durch. Dann wackelig gegen die Dänen, aber mit schierer individueller Qualität und einigen Spielzügen gewonnen. Und dann hartnäckig das halbe Freundschaftsspiel gegen Finnland gewonnen. Immerhin: Die Rückkehrer Witsel, DeBruyne und Hazard werden langsam eingebaut.

Portugal ist bis jetzt eher eine Enttäuschung. Gerade defensiv gibt es genug Angriffspunkte für die großartigen belgischen Angreifer. Aber Fernando Santos ist sich gerade in Playoffspielen selten zu schade dafür, den Beton auszupacken.

Kroatien – Spanien. Die Spanier wirken mir besser als ihr Ruf, auch wenn es vorne an Zielstrebigkeit mangelt. Kroatien ist eine der größten Enttäuschungen des Turniers. Nach zwei unterirdischen Spielen zum Auftakt reichte ein von Modric in die Hand genommenes Schottland-Spiel zum humorlosen Aufstieg. Aber das ist an extrem wenigen Stellen überzeugend.

Aber die Kroaten sind immer schwierig ausrechenbar. In vergangenen Turnieren – auch 2018 – folgte nach brillanten Vorrunden oft eine schaumgebremste Playoff-Phase. Ist es diesmal umgekehrt? Oder führt das Fehlen eines richtigen Stürmers diesmal schnell zum KO?

Frankreich – Schweiz. Dass die Franzosen keine Übermannschaft sind, ist uns klar. Dass man sie lieben könnte, wenn mehr Spieler als Paul Pogba mal etwas im Spiel nach vorne unternehmen würden, ist auch klar. Gegen die Schweiz sollte nichts von alledem relevant sein. Ich sehe kaum Upset-Gefahr.

Deutschland – England. Wie oben geschrieben: Zwei individuell sehr stark besetzte, aber in der Spielanlage sehr „verflauselte“ Mannschaften. England hat fast nix im Spiel nach vorn gezeigt, was über Individualleistungen hinausgeht. Und das deutsche Spiel ist abhängig vom Gegner und hinten extrem anfällig. Für mich ist Deutschland leichter Favorit.

Schweden – Ukraine. Ich weiß nie ob ich Schweden hassen oder lieben soll. Mir sagt das schwedische Spiel einfach nichts. Es löst im Guten wie im Schlechten keine Emotion in mir aus – außer, Alexander Isak dribbelt sich mal wieder durch drei Leute. Aber andererseits machen die Schweden im Gegensatz z.B. zu den Franzosen das Maximum aus dem, was ihre Möglichkeiten sind. Sie optimieren ihre Chance mit dem bestmöglichen Plan. Das führt immer mal wieder ins Achtel- oder bei Losglück ins Viertelfinale.

Der Gegner Ukraine ist ein fast nicht einzuschätzender Gegner. Nach zwei Spielen hatte ich den Eindruck, dass wir hier einen gefährlichen Außenseiter sehen, aber dann folgte eine katastrophale Vorstellung gegen Österreich, die nur dank Arnautovics Stolperern nicht in einem völligen Debakel endete.

So, und damit verabschiede ich mich in den Süden. Wir lesen uns dann frühestens im Juli wieder.

23 Kommentare zu “EURO 2021 nach Ende der Vorrunde

  1. Da ich kein Fußball (mehr) schaue, deine Analysen aber liebe lese ich hier natürlich gern mit.

    Was genau war mit dem Jubel von Goretzka vor den Ungarn?

    Ich fand Löw noch nie den Taktikfuchs. Bei den Talenten die er zur Verfügung hatte, hätte da einfach viel mehr rausspringen müssen. ich hätte gerne einen Thomas Tuchel oder einen Jürgen Klopp (Mag beide seit sie bei Mainz waren, weil Heimatstadt und so) als Bundestrainer gesehen. Glaube kaum, dass es mit Flick viel besser wird.

  2. Danke für die auch zum Fußball immer schön zu lesenden Analysen!

    Wünsche dir einen schönen Urlaub! 🙂

  3. @Deeo: den Eindruck , den Flick an der Bayern Seitenlinie hinterlassen hat, deutet auf ein ganz anderes Kaliber als Löw.

    Ansonsten ein paar wilde Gedanken:

    Haverts, Gosens und Goretzka gefallen; insgesamt war doch eine andere Körpersprache da.

    Bei Sane habe ich das Gefühl, dass da gerade gar nichts zusammen läuft. Und so wie sich alles auf ihn eingeschossen hat wird das auch schwerlich besser. Ich fand es gestern tatsächlich auffällig , wie viel er nach hinten gearbeitet hat. Nach vorne halt sehr verunsichert… aber es ist ja nicht so, dass er nicht auch das könnte, was Musialla gestern gezeigt hat.

    Müller scheint mir doch sehr zentral fürs deutsche Offensiv Spiel.

    Gnabry hingegen wird irgendwie falsch eingesetzt.

    Gegen England könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das wieder deutlicher wird.

    Insgesamt wurde mir gestern wieder deutlich,warum ich nicht mehr wirklich viel Fußball schaue. Diese klare Verteilung in Ballbesitzmannschaft und Verteidiger mit 11 Mann hinter dem Ball erinnert schon fast an Football… und nimmt mir zusehe die Dynamik aus dem Spiel

  4. @Deeo: den Eindruck , den Flick an der Bayern Seitenlinie hinterlassen hat, deutet auf ein ganz anderes Kaliber als Löw.

    Ansonsten ein paar wilde Gedanken:

    Haverts, Gosens und Goretzka gefallen; insgesamt war doch eine andere Körpersprache da.

    Bei Sane habe ich das Gefühl, dass da gerade gar nichts zusammen läuft. Und so wie sich alles auf ihn eingeschossen hat wird das auch schwerlich besser. Ich fand es gestern tatsächlich auffällig , wie viel er nach hinten gearbeitet hat. Nach vorne halt sehr verunsichert… aber es ist ja nicht so, dass er nicht auch das könnte, was Musialla gestern gezeigt hat.

    Müller scheint mir doch sehr zentral fürs deutsche Offensiv Spiel.

    Gnabry hingegen wird irgendwie falsch eingesetzt.

    Gegen England könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das wieder deutlicher wird.

    Insgesamt wurde mir gestern wieder deutlich,warum ich nicht mehr wirklich viel Fußball schaue. Diese klare Verteilung in Ballbesitzmannschaft und Verteidiger mit 11 Mann hinter dem Ball erinnert schon fast an Football… und nimmt mir zusehe die Dynamik aus dem Spiel

  5. Na ja gegen England vor 60000 Fans wird’s brutal und so sehr ich mir wünschen würde das England wieder im elfer rausfliegt, setz ich auf sie Deutschland spielt einfach hässlich und darf nicht weiterkommen.

  6. @alexander brink:
    Danke für den einblick! In meinem Kopf ist Flick immer noch der assitenztrainer von LÖW ^^

  7. Was Korsakoff beschreibt, ist leider Tatsache: Insbesondere die Deutschen haben mehr Angst Fehler zu machen als sie ein Tor wollen. Man fragt sich, wo es herkommt… Medien wäre mein Tipp. Jeder Fehler 10mal in Superzeitlupe. Bildzeitung mit gehässigen Schlagzeilen. Hat schon was von Englands Medien.

    @Deeo: „mit den Talenten hätte (für Löw) mehr rausspringen müssen“? Mehr als ein Weltmeistertitel? Gegen Frankreich, Spanien, Brasilien und Co?
    Meine Meinung: ein Weltmeistertitel im Profifußball ist eine ziemliche Hausnummer. Respekt, Jogi Löw.

    @AlexanderBrink: „Diese klare Verteilung in Ballbesitzmannschaft und Verteidiger mit 11 Mann hinter dem Ball…“ Wenn das der Fußball der Zukunft ist, dann gute Nacht. Klar, es wird immer ein paar Leute geben, für die die Trikotfarbe Religion ist, aber neue Fans, die Spaß daran haben, ein Spiel zu schauen, werden ihre Lebenszeit für diese Geduldsproben in Zukunft nicht opfern.

  8. Hab‘ mir das Spiel gestern, entgegen besserem Wissen, doch gegeben. Hat meine Meinung bestätigt, dass wir wir 2014 nicht wegen, sondern trotz Löw Weltmeister wurden. Wer aus diesem Spielermaterial nur das rausholt, was gestern zu sehen war, hat eigentlich keinen besseren Abgang als das Ausscheiden in der Gruppenphase verdient. Aber mal wieder mehr Dusel als Verstand gehabt!

  9. Mit der ganzen Vorgeschichte war es mir unglaublich wichtig, dass Ungarn nicht weiterkommt. Insofern ging mir das ganze Spiel ordentlich die Pumpe. Emotional gesehen war das ein großartiges Spiel. Bangen bis zum Schluss und der Gegentreffer nach dem Ausgleich war Hollywood pur. Ist mir wesentlich lieber, als wenn ein Fussballzwerg 8:0 an die Wand gespielt wird. Deshalb kann ich mich über die Leistung der Nationalmannschaft nicht beschweren. Für mich war es großartige Unterhaltung. 😀

    Ich folge dieser Seite eigentlich, weil sie geilen Analytics lastigen Football-Content bietet, aber diesen kleinen Turnierfussballeinschub finde ich richtig klasse gemacht. Die Fake-WM in Qatar werde ich vermutlich aussetzen, aber im weiteren Verlauf des Turniers und bei der nächsten EM gerne mehr hiervon.

  10. Bin komplett bei korsakoff dass die Zeitschinder-Ecken eigentlich unter Deutschlands „Fußball-Würde“ sind. Allerdings hatte die ganze Situation doch eine gewisse Ironie, dass die Ungarn relativ früh mit Zeitspiel angefangen haben, nur um gegen Ende die Karma-Schelle zu kassieren und Deutschland beim Zeit-schinden zuschauen musste. Thomas Müller hat das schon richtig auf die Spitze getrieben, als er den Gegner ganz trocken anschießt da an der Eckfahne 😀

    Prinzipiell halte ich Zeitspiel allerdings für unsportlich und würde ich gerne aus dem Fußball verbannen. Bekommst aber wahrscheinlich nur mit einer nicht mehr laufenden Uhr (siehe Football) hin, und das ist maximal unrealistisch denke ich…

  11. @patpicksix: hinzu kommt, dass bei dem angesprochen „Zeitspiel“ nach Ecken der Ball ja im Spiel ist und zumindest therotisch (aber wenn man es schlecht macht halt auch ganz praktisch) vom Gegner erobert werden kann. Sprich: angehaltene Uhr bringt in dem Fall auch nix, weil der Ball halt frei ist. Brächte nur was, wenn beim Abstoß/Einwurf/Freistoß oder beim Eckball selbst jeweils vorm Ausführen auf Zeit gespielt wird. Im Football ist das ja noch krasser… solange der Center den Snap nicht macht, läuft die Uhr ja auch weiter runter, was ja auch dazu führt, dass nach dem 2-Minute-Warning zT kaum noch die Möglichkeit für den Gegner besteht, nochmal Angriffsrecht mit relevanter Zeit auf der Uhr zurück zu bekommen.

  12. Im Rugby gibt es Bonuspunkte für Offensiv Versuche. Das wäre ein Modell auch im Fußball: Bonuspunkt bei zwei oder drei erzielten Toren.

  13. Aber liegt das Problem nicht auch am großen Gefälle (mal ab davon, dass es bei KO Turnieren keine Rolle spielt). Als Bielefeld überlegst du ja nicht, ob du aggressiver gegen Bayern spielen solltest. Da spielst du dennoch weiter auf 1 statt auf 4 oder 5 oder 6.
    und entwertet es nicht noch die direkten Duelle, wenn es so viel Möglichkeiten zum Ausgleichen gibt.

  14. Bonuspunkte fände ich auch interessant als Lösungsansatz und die Bayern sind letztlich einfach nur Streichresultate, die sind soweit außerhalb der Norm…
    Da könnte man überlegen Bonuspunkte zu vergeben, wenn man den Meister des Vorjahres besiegt.

  15. Für die Liebhaber von Cap-Akrobatik: im Eishockey hat Stanley-Cup-Finalist Tampa Bay ein neues Level erreicht. Ein Star-Stürmer hat die komplette normale Saison „langfristig verletzt“ verbracht, deshalb zählt sein Gehalt nicht bei der Cap mit. Pünktlich mit den Playoffs wird er eingesetzt und ist einer der Top-Scorer. GEschmeidig.
    PS Eishockey in Florida, TExas, Süd-Kalifornien fühlt sich abartig an…

  16. @Jogi: Ja.
    „All 32 NFL teams will be playing in front of packed houses throughout the 2021 season. (…) revealing that they had received the necessary approval from the league and state and local public health and government officials to fully reopen the stadium.“ (USA Today)

    Wobei London oder St. Petersburg auch nicht besser sind. Es gibt ja mittlerweile sogar belastbare Zahlen, dass EM-Fans das Virus als Souvenir nach Hause bringen.
    Korrelationsgrafik zwischen EM-Ergebnissen und COVID-fällen einzelner Länder kommt sicher bald mit parallelem zeitlichen Verlauf. Die UEFA wird sich trotzdem nicht von Hinterbliebenen verklagen lassen. „Wer hätte das ahnen können?“ und „Wir haben den betrunkenen Pöblern extra aufs Ticket geschrieben: Bitte nicht singen!“

  17. @Dizzy
    Wobei das ja schon letztes Jahr so war. Als noch der gute Streeck (der bis auf wenige Ausnahmen so ziemlich IMMER falsch lag) rumkreischte das man doch statt auf Maßnahmen auf den gesunden Menschenverstand und Eigenverantwortung appellieren sollte.

    Das machte man im Sommer bereits als man die Maßnahmen so ziemlich komplett runterfuhr. Fazit war das die Menschen ganz Eigenverantwortlich in MASSEN am See lagen, zu Partys gingen, direkt in Risikogebiete zum Urlaub flogen usw. usw. usw.

    Anders wird es dieses Jahr auch nicht sein. Mit dem Unterschied das ich nun zweimal geimpft bin und ich trotz Herzfehlers hoffentlich halbwegs sicher bin, statt wie letztes Jahr mich jedes mal wie im Spießrutenlauf zu fühlen.

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