Nach dem Overreaction Monday

Guten Morgen nach dem ersten Spieltag. Es folgt ein Verweis auf den Sofa-QB Podcast und ein Recap zum spektakulären Monday Night Game Raiders – Ravens.

Den Montag nach dem ersten NFL-Spieltag nennen sie ja den „Overreaction Monday“, und gestern habe ich mit Jan Weckwerth und Nicolas Martin bei den Sofa-Quarterback selbiges auch gemacht. Hier geht es zum Link zur Nachbesprechung von Gameday 1.

Themen:

  • Die Teams, bei denen schon die Alarmglocken klingeln
  • Jalen Hurts und die überraschenden Eagles
  • Die beiden Spitzenspiele Tampa-Dallas und Kansas City-Cleveland
  • Keine Siege in der NFC North, keine Niederlagen in der NFC West

Und einiges mehr. Viel Spaß.

Und damit zur Spoilerwarnung Monday Night Game

Noch da? Raiders – Ravens war ein spektakuläres Auftaktspiel und ein würdiger Abschluss einer Woche 1, die mit Highlights nicht geizte. Baltimore führte schnell 14-0 bei rostigen Raiders, die sich danach aber Schritt für Schritt herankämpften und vor allem ihre Passing-Offense in einen Groove brachte.

Las Vegas glich erst zum 17-17 aus, dann zum 24-24, dann in letzter Sekunde zum 27-27, ehe eine krasse Overtime folgte, in der die Raiders erst ein 1st & Goal von der 1 Yard Line mit einer Interception beendeten, ehe sie per forciertem Lamar-Jackson-Fumble den Ball zurückholten und mit einem Deep-TD von Derek Carr auf of all people Zay Jones den Sack zumachten.

Raiders 1-0. Ravens 0-1.

Was für ein Spiel!

Die Detail-Analyse

Carr spielte eine Partie der zwei Halbzeiten. Vor der Pause war er der olle verschreckte Derek, der lieber den Checkdown nahm als offene Receiver downfield anzuwerfen. Nach der Pause aber drehte Carr erstaunlich auf, ließ sich von den Ravens-Blitzes nicht mehr verarschen und forcierte mehrere erstklassige tiefe Pässe.

Keiner war imo besser als dieser Sideline-Wurf für 2nd year Receiver Bryan Edwards. Als die Raiders danach den Ball von der 1 nicht in die Endzone brachten und schlimmer noch: In die Hände der Raiders abfälschten, war wieder Zeit für Carr-Jokes. Die verstummten dann ein paar Minuten später mit dem Walk-Off TD.

O-Line wirkte über weite Strecken der zweiten Halbzeit besser als gedacht. Baltimore guckte sich den Rookie-RT Leatherwood als Schwachpunkt aus und attackierte immer wieder über seine Flanke, aber die „etablierte“ linke Seite war stabil.

Carr fokussierte sich über weite Strecken auf TE Darren Waller als seine Anspielstation. Immer wieder Waller. Das müssen 15 Targets oder mehr gewesen sein. Renfrow sah die meisten kurzen Dinger und machte etliche Yards nach dem Catch. Dazu mehrere Swing-Pässe für die Runningbacks.

Die Jungspunde Edwards, Henry Ruggs und natürlich Jones bekamen nur wenige Bälle – aber wenn, dann waren es tiefe Highlight-Reels. Carr hatte am Ende über 400 Passing-Yards und trotz der INT 0.15 EPA/Play.

Die Raiders-Defense war ein heimlicher Star der Partie. Zwar bekam Jackson einige Chancen zum Scrambeln, aber im Passspiel hielt sie besser als erwartete dagegen. Hollywood Brown und Sammy Watkins machten beide kein schlechtes Spiel und fingen einige längere Dinger, aber insgesamt wirkte es ohne WR1 Bateman über weite Strecken recht unrund, was Baltimores Offense zusammenspielte.

Das lag auch an der O-Line. Über beide Flanken rauschten Passrusher heran – die EDGEs Crosby und Nassib waren immer wieder im Brennpunkt. Ich hab nicht genau gesehen, wer von den beiden den entscheidenden Overtime-Fumble von Jackson freigeschlagen hat, aber es war einer von den beiden.

Baltimores Defense fühlt sich wie der Match-Loser an. Mit zunehmendem Spielverlauf schlugen immer wieder Blitzes durch, und die Secondary wurde in der zweiten Hälfte ein ums andere Mal böse ausgespielt. CB Humphrey kassierte allein fast 100 Yards, obwohl er gerade am Beginn noch wie ein Stabilisator gewirkt hatte (z.B. mit einer spektakulären Pass-Defense). Vorne gab es drei Sacks, u.a. einmal durch einen „Free Rush“ von LB Patrick Queen.

Aber ich habe konzeptionelle Fragen an DefCoord Wink Martindale, dessen Crunchtime-Defense alles andere als überzeugte. Prevent-Defense prevents you from winning, sagt man, und so fühlten sich die letzten Drives auch an. Es gab den einen spektakulären Edwards-Catch an der Sideline, aber ansonsten mussten Grudens Jungs gar nicht zaubern um mehrere weit offene Completions zu fabrizieren. Dass eine Ravens-Defense im entscheidenden Moment gerade über die Mitte (die natürlich ein bisschen mehr offen ist am Spielende) so offen ist, überraschte absolut.

In Summe ein Spiel, das mindestens Note 9/10 verdient. Neben dem Auftaktspiel am Donnerstag und Kansas City – Cleveland war es sicher das dritte Highlight-Spiel von Woche 1.

So kann die NFL weitergehen!

4 Kommentare zu “Nach dem Overreaction Monday

  1. Verrücktes Spiel, das habe ich so nicht erwartet. Ganz groß von Carr und Gruden in der zweiten Halbzeit, die Ravens haben auch offensiv nicht mehr viel gerissen.

    AFC West mit 4-0 Start, das wird ein heißer Ritt.

  2. Das große Problem für die Ravens: Die Offensive Line. Besonders beide OTs. Stanley als eigentlicher Elite LT sah echt nicht gut aus, aber er kommt auch von einer schweren Verletzung zurück. Da würde ich noch etwas warten. Aber der RT, AlejandroVillanueva, der von den Steelers am, war eine echte Katastrophe.

  3. Pingback: NFL Sonntagsvorschauer 2021 – Woche 2 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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