Quick Recap: Donnerstagsfootball, Washington vs Giants

Am Donnerstag gewann Washington knapp 30-29 gegen die New York Giants in einer Partie, die sich schrecklich vercoacht von Giants-HC Joe Judge anfühlte. Es war eine spannende, knappe Partie, aber eine mit nur wenigen spielerischen Highlights.

New Yorks QB Daniel Jones ist eine arme Sau in einer unkreativen Offense und hinter einer miserablen Offensive Line (17 Pressures in 39 Dropbacks). Jones bekam diesmal zwar mehrere tiefere Routen und fokussierte immer wieder „Money Zone“ (10-19 Yards downfield), aber zu richtig tiefen Pässen reichte es mangels Zeit nur dreimal. Einer davon war ein richtig starker Pass für Darius Slayton zum TD.

Einmal anderes Mal droppte ein total offener Slayton allerdings einen sicheren Touchdown, der das Spiel gewonnen hätte.

Auch im Laufspiel war Jones der gefährlichste Mann – nicht nur wegen seines langen TD-Runs (46 Yards Run auf QB-Keeper). Vor allem wirkte RB Saquon Barkley wie schon in Woche 1 merklich nicht fit. Barkley hatte einen langen Run über 40 Yards, bei dem er aber einem Linebacker nicht auf und davonlaufen konnte. Der Rest? 12 Carries, 16 Yards. Immerhin wieder drohte Barkley im Backfield plattgemacht zu werden, wurstelte sich irgendwie raus ohne aber positive Akzente setzen zu können.

Ein Mysterium bleibt auch Rookie Kadarius Toney: Wieder nur 19 Snaps, und nicht ein einziger Target.

Washingtons Offense

Washingtons Offense war auch nicht viel zündender. QB Taylor Heinicke bekam nach der Partie gute Kritiken, aber ich bin mir nicht sicher, wie verdient sie sind. Heinicke tendiert immer wieder zu überworfenen bzw. sehr hoch angeworfenen Bällen. Ihre Flugphase ist schon sehr markant, sie kommen tief raus, heben dann immer weiter ab, ehe die groß gewachsenen Targets wie TE Logan Thomas oder Athleten wie Terry McLaurin sie als Jump-Balls runterpflücken müssen.

Immerhin: Heinicke hat Eier und versucht auch schwierigere Bälle. Er vermied wie schon letzte Woche die ganz großen Bolzen und dann reichte sein Stil für ausreichend Plays. Das ist so eine Charakteristik von ihm: Er scheut sich nicht, trotz seiner Limits als Werfer, auch größere Raumgewinne zu suchen und engere Fenster zu attackieren.

Im Receiving-Corps war TE Ricky Seals-Jones keine Handvoll Snaps am Feld und sah nur ein Targets – aber WAS FÜR EINS. Seals-Jones‘ TD war ein Highlight:

Ansonsten war McLaurin der einzige echte Lichtblick dieser Offense.

Die Defenses

Zu den Defenses. Washingtons Front überzeugt mich trotz der vielen Pressures weiter nicht. Am Anfang war Zunder da, aber je länger das Spiel ging, desto weniger wurde es. EDGE Chase Young war über weite Strecken vom letztes Jahr so enttäuschenden OT Andrew Thomas kaltgestellt. Die größeren Plays gehörten wie schon letzte Woche DT Jon Allen oder EDGE Montez Sweat, die in der ersten Halbzeit oft durchkamen.

Nach der Pause wurde es immer seichter. In der Deckung wurde CB William Jackson das eine oder andere Mal bitterböse verbrannt und hatte mit Penaltys Glück, dass es nicht noch schlimmer wurde.

Lichtblick auch hier ein junger Mann: LB Jamin Davis, der in den wenigen Snaps am Feld ein super Spiel gemacht hat.


Die Giants-Defense riss mich auch nicht vom Hocker. McLaurin war als einzige echte Waffe nicht unter Kontrolle, bei einer tiefen Wheel-Route für RB McKissic hatte man Glück, dass der Backup-RB kein explosiverer Athlet ist, sonst wäre das ein Touchdown gewesen, und allgemein fühlten sich einige komplettierte Pässe vom selten unter Druck stehenden Heinicke alles andere als „nicht zu verteidigen“ an.

Spielverlauf und Coaching-Bolzen

Zum Game-Skript. Es war von der ersten bis zur letzten Minute ein knappes Spiel, in dem keine Mannschaft mit mehr als sieben Punkten führte. Es gab fünf Führungswechsel, aber trotzdem nie den Funken, der mich vom Hocker gerissen hätte.

Stellenweise artete die Partie in ein Fieldgoal-Festival aus, mit vier oder fünf aufeinanderfolgenden, in Fieldgoals endenden Drives im dritten Viertel. Kurz vor Schluss beging Judge dann einen Kardinalsfehler, als er wenige Snaps nach dem brutalen Slayton-Drop in der Endzone von 23-20 bei 4th&4 im Niemandsland Kicker Graham Gano aufs Feld schickte um per 55-yds Kick die vermaledeite 6-Punkte-Führung zu suchen. 3% Siegchance per sofort den Bach runtergespült.

Schon in der ersten Halbzeit hatte Judge bei 4th&2 kurz vor der Endzone kicken lassen.

Washington machte nach dem 26-20 das, was heute selbst mittelmäßige Offenses hinkriegen: Mit einem Touchdown zu antworten. Die lange Wheel-Route für McKissic gefolgt von obigem Monster-Catch Seals-Jones, und in zwei Plays war die hart erarbeitete Führung weg.

Und dann müssen wir auch über die letzten Sekunden sprechen. Washington verschoss mit auslaufender Uhr ein 48-Yards-Fieldgoal, aber DT Dexter Lawrence stand wohl Millimeter im Abseits. Dustin Hopkins nutzte die geschenkte Chance und versenkte aus 43 Yards zum Sieg.

Oder war es kein Abseits? Ich weiß es nicht. Es war zu knapp. Es war bitter, dass so eine enge Entscheidung das Spiel entscheidet, aber es war auch bad karma für Judge nach seinen ganzen miesen Entscheidungen in dieser Partie.

Wann fliegt Judge?

Ich weiß nicht wie radikal die Giants-Owner sein werden, aber ich kann mir momentan schwer vorstellen, dass Judge das Ende der Saison als Headcoach erlebt. Zu mickrig sind die Vorstellungen, zu viele Fehler gibt es quer durch die Bank. Die Giants sind weder tough noch diszipliniert – und das sind die einzigen zwei Punkte, die Judge in seinen eineinhalb Jahren in New York an Inhaltlichem zum Football beigetragen hat.

Und jetzt sind sie 0-2 nach schwachen Vorstellungen gegen Denver und Washington.

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