Date am Donnerstag: Cincinnati Bengals – Jacksonville Jaguars

Auftakt zum vierten NFL-Spieltag 2021 heute Nacht mit dem Thursday Night Game Cincinnati Bengals (2-1) – Jacksonville Jaguars (0-3). Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden letzten #1 Draftpicks Joe Burrow und Trevor Lawrence seit dem National Championship Game 2020.

Burrow führte seine atemberaubenden LSU-Tigers damals zu einem deutlichen Sieg über Lawrences Clemson Tigers. In der NFL waren beide bis jetzt noch nicht so erfolgreich – aber Ansätze sind auf jeden Fall bei beiden da.

Ein kurzer Blick auf die beiden QB-Jungspunde.

Joe Burrow und Ja’Marr Chase

Ich hasse die Bengals-Offense. Ich meine, ich *liebe* die Combo Burrow-Ja’Marr Chase (und ich liebe auch Burrow-Tee Higgins, bloß ist Higgins heute verletzt), aber der indisponierte Headcoach Zac Taylor spielt bis jetzt eine der lauflastigsten Offenses in der NFL:

Burrow hat weniger als 30 Dropbacks per Game. Das ist wirklich nur noch stupide Auslegung von „you have to establish the run tob e successful at passing” und kann nicht mehr ernst genommen werden. Dass der einstige McVay-Untermieter Taylor noch irgendwann das Zeug zu einem der besseren Chefcoaches der NFL hat, glaubt mittlerweile eh keiner mehr, also lass mich kurz den Scheinwerfer auf das richten, was mir an den Bengals Freude bereitet.

Nämlich Burrow to Chase.

Schon bei LSU war das 989-Konzept – zwei Go-Routes („9 Route“) entlang der beiden Seitenlinien sandwichen eine Post Route („8 Route“) über die Mitte – direkt aus dem Air-Coryell Playbook der absolute Renner, wenn Burrow und Chase im selben Lineup standen, und der Erfolg scheint sich in der NFL fortzusetzen.

Hier dominiert Chase auf einer dieser vertikalen Routenkombinationen:

Hier zieht Chase nach innen zum vierten Saison-Touchdown, der den Steelers die Moral brach:

Chase wird auch aufgrund inkompetenten Coachings nur etwa 5x pro Spiel angeworfen, aber wenn, dann geht die Post ab: aDOT von 17.4 Yards, fast 3 Yards pro gelaufener Route.

Verstehst du jetzt, warum das Play-Calling der Bengals unverzeihlich ist? Gut, dann können wir uns kurz auf den Konkurrenten konzentrieren.

Trevor Lawrence

Lawrence hat einen wilden NFL-Einstand hinter sich. In drei Spielen satte sieben Interceptions und bei PFF insgesamt neun gechartete Turnover-würdige Würfe. Lawrence hat auch einige richtig positive Plays kreiert (wie diesen unglaublichen Wurf hier), aber in Summe ist das alles noch a bissi rocky.

Eine von Lawrences größten Stärken bis jetzt: Er vermeidet Sacks. Seine Pocket-Präsenz ist trotz aller misslichen Umstände extrem gut und nur jede 8te Pressure wird zu einem Sack. Die Geschwindigkeit der NFL ist für ihn also kein Problem.

Bissl problematisch ist Lawrences Präzision: Von allen QBs, die mehr als ein Spiel gestartet haben, hat er die wenigsten fangbaren Pässe geworden (65%).

Lawrences Einstand in der NFL drohte aufgrund der Umstände mit miesem Support-Cast und miesem Coaching immer, ein harziger zu werden:

Selbstvertrauen ist eine der wichtigsten Komponenten der mental so anspruchsvollen QB-Position. Lawrence muss vorbereitet sein auf ein harziges Debüt. Er wird zum ersten Mal seit vielen Jahren sofort mit einer wirklichen Herausforderung konfrontiert sein. Wie gut er mit den Struggles in der ersten Saisonhälfte umgehen wird, könnte entscheidend sein für seine NFL-Zukunft.

Und harzig war es bis jetzt. Grund zur Panik gibt es aber verglichen mit anderen QB-Situationen aber längst noch keinen. Welcher Coach auch immer 2022 in Jacksonville für Urban Meyer übernimmt, er muss eigentlich nur zwei brauchbare Receiver und ein paar mehr NFL-taugliche Play-Designs einbauen, und Lawrence wird liefern.

Sonst so

Cincinnati muss heute nicht nur auf Tee Higgins verzichten, sondern auch auf Safety Jessie Bates. Somit dürfte die eh schon kaputte Pass-Coverage in dieser Partie noch wackeliger stehen als eh schon gewohnt.

Bei den Jaguars gibt es auch einen Defensive Back weniger – aber einen, der nicht mehr zurückkommen wird: CB C.J. Henderson, den das aktuelle Regime nach Carolina tradete. Henderson war erst letztes Jahr an #9 gedraftet worden und galt in Jacksonville als total falsch eingesetzt. Die verbliebenen Top-DBs hören auf Namen wie Shaquill Griffin oder Tyson Campbell.

Ausblick

Cincinnati ist trotz aller Probleme mit rund 7.5 Punkten favorisiert. Das sagt mehr darüber aus, was die Wettmärkte über die Jaguars denken als über die Bengals. Aber ich hätte durchaus Hoffnung, dass die jungen QB-Gunslinger das Over/Under von 45.5 Punkten übertrumpfen – wenn die stockkonservativen Coaches sie von der Leine lassen…

3 Kommentare zu “Date am Donnerstag: Cincinnati Bengals – Jacksonville Jaguars

  1. Sieg für Wett-Vorhersagen: Over/Under exakt getroffen 🙂 – Sieger richtig – nur +3 statt +7 leicht daneben 😉

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