Montagsvorschauer – Woche 4: Los Angeles Chargers – Las Vegas Raiders

DOINK!

Abschluss von NFL Woche 4 mit dem Monday Night Game Los Angeles Chargers (2-1) vs. Las Vegas Raiders (3-0).

Beide Mannschaften haben einen hoffnungsvollen Saisoneinstand hinter sich und können sich nach Siegen über u.a. die Baltimore Ravens oder Kansas City Chiefs berechtigte Playoffhoffnungen machen.

Beide Quarterbacks (Derek Carr und Justin Herbert) sind fantastisch in die Saison gekommen. Beide sind bei PFF in den Top-5 nach Passing-Grade klassiert. In anderen Effizienz-Stats sieht es noch nicht ganz so herausragend aus:

  • Carr: #7 nach EPA/Play, #16 nach Success-Rate
  • Herbert: #11 nach EPA/Play, #10 nach Success-Rate

Chargers-Offense vs. Raiders-Defense

Zumindest bei Herbert dürfte das aber noch an einem etwas suspekten Offense-Design von OffCoord Joe Lombardi liegen. Meiner Skepsis diesem Coach gegenüber hatte ich eh schon an mehreren Stellen auf diesem Blog Ausdruck verliehen, und die ersten Wochen waren auch für Optimisten ein Downer.

Es gibt viele Dump-Offs für die Runningbacks und relativ statische Routen, und was besonders auffällt: Die tiefe Spielfeldmitte ist ziemlich verwaist: Nur 12 von 126 Passversuchen gingen dorthin. Weniger als 10% der Pässe.

Herbert kassiert hinter einer Offensive Line mit einer klaren (aber immerhin nur temporären) Sollbruchstelle (rechter Tackle Storm Norton hat schon 12 Pressures kassiert) noch recht viele Pressures, und auch im Receiving-Corps halte ich alle Targets hinter dem atemberaubenden Keenan Allen für etwas suspekt.

Mike Williams macht bislang 2.7 Yards/Route und war der Matchwinner gegen Kansas City, aber so wirklich dynamisch wirkt er nicht. TE Jared Cook wirkt eher langsam. Austin Ekeler ist zwar ein guter Catcher, aber als Runningback mit so vielen kurzen Anspielen eher ein Hemmschuh für die Offense. Einen Ferrari-Wurfarm wie Herbert lässt man nicht einfach in der Garage stehen, aber Lombardi macht aktuell noch genau das.

Las Vegas wirft dem eine offenbar stark verbesserte Defense entgegen. Der Passrush um Maxx Crosby (25 Pressures) und Yannick Ngakoue (15 Pressures) war einer der Gewinner des Saisonauftakts, und wenn Crosby oder Ngakoue gegen Norton antreten, kann Lombardi beim besten Willen nicht auf 1-vs-1 Blocking an der rechten Flanke setzen. Es wird dann Unterstützung im Blocking brauchen.

Hinten gilt vor allem der ausgerechnet von den Chargers geholte CB Casey Hayward als Star. Hayward war im abgelaufenen Jahrzehnt in Green Bay und Los Angeles einer der besten Deckungsspieler der NFL gewesen, hatte letztes Jahr 31-jährig aber deutlich abgebaut. Die Raiders bekamen ihn für einen Spottpreis – und er zahlt es mit Leistung zurück.

Richtig überzeugt bin ich von dieser Defense freilich noch nicht. CB2 ist mit Nate Hobbs noch immer ein total unbekannter Mann und wenn ein Jon Abram eine tragende Rolle auf Safety spielt, kann ich nicht ganz überzeugt sein.

Raiders-Offense vs. Chargers-Defense

Carr spielt eine starke Saison mit vielen komplettierten tiefen Pässen. Carr ist eine Highlight-Maschine. Sein aDOT ist fast 10 Yards. Ich gebe zu, ich hatte nicht erwartet, dass er so weitermacht wie letztes Jahr.

Es wäre auch nicht so, dass die prognostizierten O-Line-Probleme einfach nicht da wären; ein RT Alex Leatherwood gilt als einer der bislang schwächsten Offensive Tackles in der NFL (13 Pressures) und könnte von Joey Bosa förmlich aufgefressen werden. Die ganze rechte Flanke der O-Line ist ein Pulverfass.

Aber Carr verbrannte die aggressiven Defenses von Ravens, Dolphins und Steelers mit mehreren tiefen Bomben gegen entblößte Secondaries. Henry Ruggs und Overtime-Monster Bryan Edwards haben beide durchschnittliche Anspieltiefe über 15 Yards downfield, TE Darren Waller 10 Yards, sogar Slot-WR Hunter Renfrow kommt auf aDOT = 8.5 Yards.

Die Chargers-Defense von Brandon Staley aber ist genau dafür gebaut, solche tiefen Pässe erfolgreich zu verhindern. Sie spielt Manndeckung mit doppelter tiefer Safety-Absicherung – und das mit einem herumwandernden Schlüsselspieler wie Derwin James, der athletisch auf jeden NFL-Receiver eine Antwort ist. Eventuell sogar für den famosen Waller.

Wenn die Chargers Carr dazu zwingen, lange Drives zu spielen, könnte das für Las Vegas eine komplett andere Story werden als in den letzten Spielen.


Daher glaube ich auch, dass die Bolts leichter Favorit in dem Spiel sind. Aber ich gebe zu: Ganz weit davon entfernt die Raiders endlich ernst zu nehmen, bin ich nicht mehr.

3 Kommentare zu “Montagsvorschauer – Woche 4: Los Angeles Chargers – Las Vegas Raiders

  1. Freue mich schon auf das Spiel. Zusatz zur obigen Analyse: Wie es aussieht kommen die Running Backs Josh Jacobs und Jalen Richard zurück. Wenn sie wirklich fit sind, dann könnte das große Probleme für die schwache Run-Defense der Chargers bedeuten. Ansonsten setze ich auf den Heimvorteil in LA 😉

  2. Schade, da wir in diesem „Heimspiel“ mehr drin für die Raiders. Aber mal wieder den Start völlig verschlafen und dann bei 14:21 in guter Feldposition nicht gepunktet.Alles in allem verdienter Sieg der Chargers.

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