NFL Sonntagsvorschauer 2021 – Woche 5

Guten Morgen. Fünfter NFL-Spieltag ist on the way.

Am Donnerstag haben die Rams mit einem unspektakulären Auswärtssieg ihren zweiten Platz in der NFC West erst einmal zementiert. Der wesentlichste Takeaway aus diesem Spiel war die Fingerverletzung von Seahawks-QB Russell Wilson, der jetzt wohl mindestens einen Monat ausfällt.

Damit muss in Seattle in den nächsten Wochen Geno Smith auf QB ran. Für die Seahawks droht damit ein vorzeitiges Ende aller Playoff-Hoffnungen, denn in einer der engsten Divisionen der NFL kann sich ein derart QB-zentrisches Team wie Seattle einen solchen Ausfall eigentlich nicht leisten.

Es wird in den nächsten Wochen mindestens einen oder zwei Upsets brauchen, wenn die Seahawks im Schlussspurt es noch zu einer 10-7 Bilanz bringen wollen. Die Dynamik im NFC-Rennen hat damit eine neue Wendung genommen.

Damit zum heutigen Spieltag. Es geht dank der wieder aufgenommenen NFL International Series schon um 15h30 los.

Zum Kaffeekränzchen

  • Atlanta Falcons – New York Jets (15h30)

Falcons – Jets wird im Spurs-Stadion in London ausgetragen und reiht sich in die Riege von zahlreichen mittelmäßigen London-Spielen ein. Die beiden Mannschaften stehen bei 1-3 und gehören für mich ins unterste „Tier“ der NFL.

Matt Ryans Arm wirkt shot, und beim Jets-Rookie QB Zach Wilson wechseln sich einige sehr lichte Momente mit noch zu vielen düsteren ab um von einer vernünftigen NFL-Offense sprechen zu können. Letzte Woche gegen Tennessee war Wilson allerdings ganz okay. Die Falcons haben auch keine bessere Defense – insofern könnte ein nächster Entwicklungsschritt folgen.

Bei Atlanta ist zu schauen, ob Arthur Smith seinen lauflastigen Approach auch gegen die starke Jets-Front beibehält, oder ob er die junge Secondary austestet… und wenn ja natürlich, ob Ryan überhaupt noch so fest werfen kann.

Frühschicht um 19h

  • Cincinnati Bengals – Green Bay Packers
  • Minnesota Vikings – Detroit Lions
  • Pittsburgh Steelers – Denver Broncos
  • Tampa Bay Buccaneers – Miami Dolphins
  • Washington – New Orleans Saints
  • Carolina Panthers – Philadelphia Eagles
  • Jacksonville Jaguars – Tennessee Titans
  • Houston Texans – New England Patriots

Eine Frühschicht, aus der kein einziges Spiel herausragt. Bengals – Packers klingt interessant, weil Cincinnati nach der vermeintlichen Rückkehr von WR Tee Higgins wieder sein richtig aufregendes Passing-Quartett QB Joe Burrow/WR Ja’Marr Chase/WR Tyler Boyd/Higgins aufbieten kann, während den Packers ein längerer Ausfall von CB Jaire Alexander droht.

Burrow spielt in den letzten Wochen ziemlich fulminanten Football und strotzt nur so vor Selbstvertrauen…

…aber Cincinnatis Coaches tendieren zu viel zu viel Early-Down-Rushing und torpedieren damit ihre eigene Offense. Gegen die Packers ist das Playcalling ein kritischer Faktor, auch wenn deren Offense noch nicht ganz den Groove der letzten Saison entwickelt hat.

Was nebenbei spannend ist: Wie gut ist die nach EPA/Play im NFL-Mittelfeld klassierte Bengals-Defense wirklich? Green Bay ist ihr bislang größter Offense-Test.


Bei Vikings-Lions wäre alles andere als ein Minnesota-Sieg eine Überraschung. Die Vikes fühlen sich mit ihrer 1-3 Bilanz mächtig unterschätzt an. Letzte Woche stockte ihre Offense ganz extrem gegen Cleveland, aber wir haben letzte Woche bei Justin Fields auch gesehen, welche heilende Wirkung eine Lions-Defense für eine von Cleveland abgewürgte Offense haben kann.

Ob sie allerdings Kirk Cousins‘ Risikoaversion noch einmal in diesem Leben heilen kann? Call me extrem skeptisch.

Steelers – Broncos fühlt sich wie ugly Football an – insbesondere wenn Teddy Bridgewater bei Denver wirklich ausfallen sollte. Die Steelers sind in den Wettbüros leichter Favorit, aber in der Prognose muss das Risiko eines Drew-Lock-Einsatzes eingespeist sein.

Denvers Defense ist konzipiert um tiefes Passspiel wegzunehmen. Wenn Chase Claypool keine zwei tiefen Bälle fängt, ist das dink&dunk Passing von Ben Roethlisberger viel zu ineffizient um den Ball wirklich vernünftig zu bewegen. Das ist mittlerweile auch bei Bens Receivern angekommen:

Tampa – Miami sollte ein Spaziergang für die Buccs werden. Ich sehe keine Chance, wie die Miami-O-Line gegen die Bucs-Monster gegenhalten soll, und Jacoby Brissett in unruhiger Pocket kannst du gegen so einen Gegner vergessen.

Washington – Saints klingt wie das Spiel mit der meisten Varianz, was an den beiden aufregenden, aber schwierig einzuschätzenden QBs liegt: Tyler Heinicke und Jameis Winston. Was Heinicke allein letzte Woche an spektakulären Plays aus dem Arm schnackelte, suchst du ansonsten in der NFL vergebens – aber ein Flameis ist jederzeit in der Lage, das zu toppen.

Panthers – Eagles ist das Aufeinandertreffen zweier Offenses, die durchaus besser performen als vor der Saison befürchtet. Sowohl Sam Darnold als auch Jalen Hurts wirken einen Tick stabiler als gedacht – wobei wir gerade bei Darnold noch abwarten müssen, wie nachhaltig die Entwicklung ist.

Die Philly-Defense wurde letzten Sonntag von den Chiefs komplett an die Wand genagelt (7 Drives: 1 INT und 6 Touchdowns). Die Panthers-Defense wird aktuell mit wöchentlich einem neuen Cornerback (letzte Woche C.J. Henderson, diese Woche Stephon Gilmore) verstärkt und könnte under the radar auch gegen bessere Offenses performen. Ich verstehe nur nicht die Eile, mit der Carolina sich verstärkt. Es wirkt fast, als sähen sich die Panthers schon im Contender-Fenster.


Jacksonville – Tennessee ist die Chance für Trevor Lawrence, gegen eine kaputte Defense Punkte zu scoren, aber ehrlicherweise fokussiert sich bei den Jaguars momentan eh alles auf eine andere Personalie: Head Coach Urban Meyer.

Der ist nach seinem „illegal use of hands“ unter der Woche massiv in die Kritik geraten und soll den halben Locker-Room gegen sich aufgebracht haben. Meyer gab nach seinem vielfach verrissenen Kurztrip ins Nachtleben von Ohio Mitte letzter Woche eine Presseerklärung ab, bei deren Betrachtung du nicht glauben kannst, dass so ein Typ eine Footballmannschaft anführen kann:

So nebenbei gleich noch Lawrence mit seinem Ausstand angeschwärzt: Ich würde Stand heute keine Extremität ins Feuer legen dafür, dass Meyer das Saisonende als Jaguars-Headcoach erlebt.


Texans – Pats ist der Sympathentreff. Bill Belichick mit seinem Staff bei seinen ex-Schülern wie Nick Caserio oder Jack Easterby, die in Punkto Kommunikationsstrategie schon die gleiche Geheimniskrämerei wie die Vorbilder in Foxboro implementiert haben – allerdings ohne die geringste Chance, dieses Vorgehen mit brauchbaren Resultaten zu untermauern.

Spätschicht ab 22h

  • Las Vegas Raiders – Chicago Bears (22h05)
  • Los Angeles Chargers – Cleveland Browns (22h05)
  • Dallas Cowboys – New York Giants (22h25)
  • Arizona Cardinals – San Francisco 49ers (22h25)

Coole Spätschicht.

Raiders – Bears ist das “Khalil Mack Revenge Game“: Zum ersten Mal seit dem berüchtigten Trade vor drei Jahren trifft Mack auf sein altes Team, das in den letzten Jahren aus all den akquirierten 1st Roundern erbärmlichen Gegenwert gedraftet hat.

Sportlich interessieren zwei Dinge:

1) Wie werden die Bears für den unter der Woche zum Starting-QB ernannten Justin Fields gameplannen? Fields hat gegen Detroit sensationelle Würfe gezeigt, sah aber gegen eine druckvolle Front wie Cleveland katastrophal aus.

Las Vegas hat einen Passrush, der in den ersten drei Wochen schwache O-Lines zerstört, aber letzte Woche gegen die Chargers-Line auf Granit gebissen hat. Chicagos O-Line ist qualitativ eher auf Höhe der schwächsten Pass-Protections anzusiedeln, weswegen schon spannend wird, was die Bears Fields an zusätzlichem Schutz geben.

Wird Chicago „max protection“ spielen, wie schon letzte Woche gegen Detroit angedeutet? Wird man dann doch mal etwas quick game und ein paar Screen-Konzepte einbauen? Oder wird man Fields wie bei den Browns vor die Hunde werfen?

2) Derek Carr. Die ersten Wochen war Carr sehr solide, aber von den Chargers wurde er über weite Strecken ziemlich entzaubert, was Joey Bosa genüsslich so kommentierte:

Carr reagierte, wie ein Carr immer reagiert: Pikiert. Trotzdem ist die Chance gering, dass die beleidigte Leberwurst heute einen langen Nachmittag erlebt, denn Chicagos Front hat theoretisch nicht die PS um Carr häufig und schnell unter Druck zu setzen.


Chargers – Browns: Geiles Duell, für das es sich lohnt aufzubleiben. Beide Teams stehen bei 3-1. Beide haben viel gezeigt sich auf die Schultern zu klopfen. Beide werden von modernen, Analytics-orientierten Trainerstäben angeführt und schöpfen pro Spiel das maximale Potenzial im Playcalling aus.

Beim Duell Bolts-Offense gegen Browns-Defense gibt es IMHO eine Sollbruchstelle: Chargers-RT Storm Norton gegen EDGE Myles Garrett. Garrett spielt üblicherweise an der anderen Flanke – und kreiert dabei bislang die drittmeisten Pressures der Saison. Aber gegen einen hart an der Grenze zum NFL-untauglichen Starter wie Norton könnten die Browns verleitet sein, ein gigantisches und potenziell entscheidendes Mismatch zu kreieren (auch wenn Garrett nicht ganz fit sein sollte).

Die Chargers haben mehrere Möglichkeiten, das Problem zu umgehen. Sie können Garrett doppeln oder noch extremer in Kurzpassmodus schalten als eh schon. Aber beide Optionen limitierten die Möglichkeiten der Offense.

Vorteil Chargers: QB Justin Herbert spielt eine faszinierend gute Saison. Herbert ist nicht mehr so abhängig von Big Plays wie letztes Jahr. Er macht praktisch keine Fehler, wirft eine der höchsten Raten an fangbaren Bällen und trifft im Zweifelsfall auch engste Fenster. Gegen Clevelands schnelle und aufsteigende Defense, die sogar in Denzel Ward einen Corner hat um Keenan Allen auf die Füße zu steigen, wird Herbert unabhängig vom Kriterium auf Right Tackle eine Super-Partie brauchen.

Beim Matchup auf der anderen Seite geht es vor allem um die Frage, was mit Baker Mayfield los ist. Baker hat zwei wackelige Spiele hinter sich – und „wackelig“ ist beim Blick allein auf das Minnesota-Spiel letzten Sonntag ein Understatement. Eigentlich war Baker richtig verwachst.

Einige Stimmen wollen die plötzliche Unsicherheit an der Rückkehr von WR Odell Beckham festmachen, aber Punkt ist auch: Baker war in allen drei NFL-Jahren immer ein bissl streaky. Er hatte immer Phasen, in denen es gut lief und Phasen, in denen es schlecht lief. Außerdem kamen unter der Woche Gerüchte auf, dass Bakers linke Schulter ausgekugelt war. Das ist nicht die Wurfschulter, aber schmerzhaft ist es allemal. Ich weiß nicht, wie gut sich sowas als Entschuldigung für eine Serie an schlecht platzierten Pässen eignet.

Ansonsten?

Die Browns haben gute O-Line um einen Joey Bosa in Schach zu halten, aber LT Jedrick Wills humpelte die letzten Wochen immer wieder übel übers Feld und musste zuletzt immer wieder für einige Serien vom Feld.

Und natürlich ist die Chargers-Defense wie gemacht dafür, Big Plays zu verhindern. Laufspiel geht gegen eine der schwächsten Rushing-Fronts immer (und die Browns sind hervorragend darin), aber es wird den einen oder anderen Big Play brauchen, vielleicht über Beckham oder Anthony Schwartz. Bloß: L.A. hat heuer erst drei Pässe über 20 Yards aufgegeben.

Ich bin echt gespannt. Das ist eins der coolsten Matchups der bisherigen Saison. L.A. ist leichter Favorit, aber ich kann mir alles vorstellen.


Cowboys-Giants ist mit zwei starken QBs (Daniel Jones‘ Entwicklung wird von mieser Infrastruktur überschattet) ein sneaky spannendes NFC-East-Duell, bei dem sich zwei Headcoaches versuchen werden, an Schlechtigkeit gegenseitig zu übertrumpfen.


Und Cardinals – 49ers ist ein crazy interessantes NFC-West-Duell, bei dem beide Mannschaften versuchen werden, immediates Kapital aus der Russell-Wilson-Verletzung zu schlagen. Über das Spiel könnte man Aufsätze schreiben.

Es ist ein Philosophie-Duell zwischen dem Outside-Zone-Scheme von Kyle Shanahan und der Air-Raid von Kliff Kingsbury. Aber es ist auch die Frage, inwiefern Scheming einen Quarterback-Nachteil kaschieren kann.

Arizona ist das einzige ungeschlagene Team der NFL. Bei den bislang erstaunlichen Cards gibt es zwei entscheidende Fragen:

  1. Wie stabil ist die fantastische Entwicklung bei QB Kyler Murray?
  2. Wie stabil ist die Defense?

Murray ist einer der Stars der bisherigen Saison. Ich war lange Kyler-Stan, aber nach der schwachen zweiten Saisonhälfte letztes Jahr hatte ich mich in den letzten Monaten immer wieder gefragt, ob Kingsburys stagnierendes System für die maue Cardinals-Offense zuständig war, oder ob Kyler einfach doch nicht so gut sei wie ich immer gedacht hatte.

Bis jetzt sieht es so aus als würde mich Murray Lügen strafen. Er bringt über 75% fangbare Pässe an den Mann und serviert auch rattenscharfe Bälle auf schwierigen Routen wie die patentierte Gronkowski-Seam-Route auf seine Tight Ends.

Und so nutzt Kyler in Kombination mit seinem elektrisierenden Scrambling alle Hebel, die ihm die verstärkte O-Line und der breit aufgestellte Receiver-Corps bietet. Ist es nur eine Momentaufnahme wie schon letztes Jahr zwischendurch? Oder ist die bislang in allen Phasen des Spiels gezeigte Stabilität diesmal nachhaltig?

Auf der Gegenseite: Wie gut ist Arizonas Defense? In der Laufverteidigung gibt es Schwachstellen (#31 bei PFF), die von San Francisco ausgetestet werden sollten – aber dafür ist die Passing-Defense der Cards in den ersten Wochen eine der größten positiven Überraschungen. Sie gibt nicht viele Big Plays auf. Sie ist allerdings auch etwas abhängig von Turnovers des Slot-Corners Byron Murphy und wirkt mit ihrem brutal dünnen DB-Depth Chart stets auf Messers Schneide.

Was wird Shanahan machen? OT Trent Williams und TE George Kittle stehen auf der Kippe, aber nicht nur sie: Kann er den angeschlagenen Garoppolo noch einmal bringen, oder sehen wir das Debüt von Trey Lance als Starting-QB?

Lance wäre schon geil. Er hat als Passer letzten Sonntag massive Unzulänglichkeiten offenbart wie zu späte Würfe, zu viel Tendenz sich selbst Pressure zu kreieren. Aber als Runner bietet er gigantische Upside für Zillionen QB-Options um Linebacker und Safetys in unspielbare Situationen zu bringen. Kommt Lance, sehe ich über 70 Rushing-Yards und mindestens einen tiefen Pass-Play.

Nachtschicht ab 02h20

  • Kansas City Chiefs – Buffalo Bills

Das Topspiel der Woche ist die Neuauflage des AFC Championship Games. Pregame ist dieses Spiel ein ganz guter Gradmesser für unser Verständnis von Football im Jahr 2021.

Die Chiefs sind überraschenderweise nur 2-2, haben die #32 Defense nach EPA/Play, aber die #1 Offense nach EPA/Play.

Die Bills haben die #1 Defense nach EPA/Play und eine Top-5 Offense. Und trotzdem sind die Chiefs in dieser Partie in den Wettmärkten auch über den Heimvorteil hinaus favorisiert.

Der Clou: Defense ist viel mehr random als Offense, und die Chiefs sind auf historischem Trip unterwegs. Sie machen fast 0.3 EPA/Play. QB Patrick Mahomes macht über 0.5 EPA/Play und das, obwohl er selbst noch gar nicht so richtig ins Rollen gekommen ist.

Mahomes hat diese Saison weniger Big Plays als gewohnt. Er hat mehr Interceptions, auch in kritischen Momenten eines Spiels. Aber abseits der positiven und negativen Ausreißer spielt Mahomes in seinem regulären Stuff seinen Stiefel humorlos herunter.

Es hilft, dass die Chiefs Tyreek Hill und Travis Kelce in Hochform haben. Was allein Hill zuletzt für Plays aus kurzen Anspielen und unmöglichen Winkeln heraus kreiert hat, ist eindrucksvollster Stoff, und so fällt bis jetzt gar nicht auf, dass KC weiter auf der Suche nach der #3 im Passing-Game ist. Vielleicht ist es bis zu seiner nächsten Suspendierung der ewige Josh Gordon, der unter der Woche in den Kader aufgenommen wurde.

Was kann die an #1 klassierte Bills-Defense da entgegenwerfen? Die bisherigen Offenses, gegen die Buffalo gespielt hat, waren allesamt für die Fische: Pittsburgh, Miami, Washington, Houston. Eine Defense aus elf korsakoffs wäre dabei in den Top-10 klassiert. Die Frage ist also, was das starke Ranking gegen den besten Angriff der NFL wert ist.

Und natürlich, wie es Buffalo anlegt. Letzte Saison haben die Bills in der Regular Season alle Mann aus der Front abgezogen und in die Deckung zurückgestellt. Sie haben die Chiefs zum Laufspiel förmlich eingeladen – und die Chiefs haben es dankbar angenommen und über 8 Yards/Carry gemacht. Das darf so nicht wieder passieren, wenn die Bills eine Chance haben wollen, aber strategisch ist so eine Herangehensweise gegen Mahomes durchaus empfehlenswert.

Zu beachten ist: KCs O-Line kommt im Run-Blocking immer besser ins Rollen, aber die Bills-Defense ist personell in der Front auch wesentlich tiefer besetzt als noch letztes Jahr. Aber zu beachten ist auch: In den Playoffs haben die Bills gegen Mahomes konventioneller gespielt (unnd sind trotzdem untergegangen). Wenn sie nicht hie und da Druck auf Mahomes hinkriegen, sprechen wir schon von GAME OVER, bevor wir auf die andere Seite des Matchups wechseln.

Denn das ist vielleicht das entscheidende: Wie effizient ist Josh Allen gegen die bislang enttäuschende Chiefs-Defense? Allen spielt nicht auf dem Level von 2020, hat sich nach dem schwachen Saisonstart aber konsolidiert. Gegen die Chiefs sind theoretisch alle Möglichkeiten im Game-Planning offen, denn die Unit von DefCoord Steve Spagnuolo bietet überall Angriffspunkte.

Die aber muss man auch erstmal attackieren. Passivität gegen die Chiefs ist ein Rezept für Desaster. Auf dem Papier hat Buffalo die richtigen Spieler und auch die richtigen Coaches um mit den Chiefs mitzuhalten.

Vor der Saison hätte ich gedacht, dass die beiden Coaches in diesem Spiel vielleicht ein paar Kniffe zurückhalten könnten, weil man schon an ein etwaiges Rückspiel in den Playoffs denkt. Aber weil die Chiefs nur bei 2-2 stehen, hat Buffalo plötzlich eine goldene Chance, mit einem Sieg eine bereits entscheidende Distanz im Rennen um den #1 Seed zu legen.

Müsste ich tippen, würde ich aber immer mit den Chiefs gehen. Trotz der zwei Chiefs-Pleiten sind NFL-Defenses in der laufenden Saison noch den Beweis schuldig, die Chiefs ernsthaft verteidigen zu können. Ich erwarte einen klaren Heimsieg und das Comeback der Chiefs als AFC-Contender #1.

4 Kommentare zu “NFL Sonntagsvorschauer 2021 – Woche 5

  1. Bei Winston ist eigentlich nur die Frage was Payton mit seinem Playcalling vorhat.

    Die Saints sind derzeit eine Run Heavy Offense mit viel zu wenig Play Action. Über 60% ihrer First Downs sind Läufe und (zweitmeiste in der Liga) und haben insgesamt die drittmeisten Laufversuche. Erfolgreich sind Sie damit gar nicht im Gegenteil. Play Action verwenden Sie nur bei 26% der Dropbacks (Auszug PFF zur PA Statistik Winston: Winston’s 12.6 yards per attempt ranks third, his 91.2 PFF passing grade ranks fourth and his three big time throws is tied for 5th most. he has thrown ZERO turnover-worthy throws off of PA).

    Payton scheint mehr Angst vor Interceptions durch Winston zu haben als das er Spiele mutig callen und dadurch eventuell gewinnen will. Nach dem ersten Spiel war sein Playcalling viel zu vorhersehbar für gegnerische Verteidigungen. Wenn er das nicht ändert kann er Winston in der Offseason zumindest billig verlängern, mehr aber auch nicht.

  2. Sind wir sicher das die Jets keine College Mannschaft ist, die sich versehentlich in die NFL verirrt hat? Wow…was eine grauenhafte 1.HZ

  3. Finde schlimm was für loser Teams die immer nach London senden. Das ist keine gute Werbung für die NFL , wie wär’s Mal Lamar vs Patrick mahomes das würde Eindruck machen.

  4. Pingback: NFL 2021 – Woche 5 Liveblog | Frühschicht | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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