Licht ins Dunkel: NFL Playoff-Bild für den letzten Spieltag

Ein kurzer Nachklapp zum gestrigen 17ten NFL-Spieltag mit Playoff-Szenarien, Spielplan von Woche 18 und Draft-Reihenfolge.

Nach dem interessanten vorletzten Spieltag sind elf von 14 Plätzen vergeben.

AFC-Playoffbild

In der AFC haben wir qualifiziert:

  • Tennessee Titans (11-5)
  • Kansas City Chiefs (11-5)
  • Buffalo Bills (10-6)
  • New England Patriots (10-6)
  • Cincinnati Bengals (10-6)

Titans, Chiefs und Bengals haben ihre jeweiligen Divisionen im Sack. In der noch zu vergebenen AFC East halten die Bills den Tie-Breaker. Am letzten Spieltag spielen die Bills gegen die Jets und die Patriots in Miami. New England braucht ein besseres Ergebnis aus die Bills.

Im Rennen um den #1 Seed haben die Titans dank der Chiefs-Pleite wieder die Oberhand gewonnen. Tennessee und Kansas City sind punktgleich, aber die Titans haben im Oktober das direkte Duell gewonnen.

Die Titans spielen in Houston – ein eigentlich einfaches Los, aber die Texans haben Tennessee heuer schon einmal geschlagen. Kansas City spielt in Denver. Kansas City braucht ein besseres Ergebnis als Tennessee um an den Titans vorbeizuziehen.

Verlieren Kansas City und Tennessee, haben auch noch Cincinnati und sogar New England eine Chance auf den #1 Seed.

In einem möglichen three way tie bei 11-6 mit Titans, Chiefs und Bills lautet das Seeding: #1 Titans, #2 Bills, #3 Chiefs.

In einem möglichen three way tie bei 11-6 mit Titans, Chiefs und Patriots wären die Pats die #1 vor #2 Tennessee und #3 Kansas City.

Es gibt auch noch Freak-Szenarien mit vier Divisionssiegern bei 11-6.

Sind diese vier Teams Bengals, Titans, Chiefs und Bills, werden die Bengals die #1 Seed. Dann wäre Cincinnati vor #2 Tennessee, #3 Buffalo und #4 Kansas City.

In einem Szenario mit 11-6 für Bengals, Titans, Chiefs und Patriots wären dagegen die Pats die #1 vor #2 Bengals, #3 Tennessee und #4 Chiefs.

Soweit ich das überblicke, haben die Bills keine Chance mehr auf den #1 Seed, weil sie dann immer einen Tie-Breaker mit Tennessee verlieren würden.

Die Miami Dolphins (8-8, RIP), Cleveland Browns (7-8) und Denver Broncos (7-9) wurden gestern aus dem Playoffrennen eliminiert. Die Kandidaten für die letzten beiden Wildcards sind demnach:

  • Indianapolis Colts (9-7)
  • Los Angeles Chargers (9-7)
  • Las Vegas Raiders (9-7)
  • Baltimore Ravens (8-8)
  • Pittsburgh Steelers (7-7-1)

Chargers und Raiders spielen sich einen der beiden Plätze im direkten Duell untereinander aus. Das Spiel wurde zum Sunday Night Game bestimmt – das letzte Spiel der Regular Season, ein Endspiel um den Einzug in die Playoffs.

Im Fernduell zwischen Colts und Ravens/Steelers haben die Colts einen deutlichen Vorteil: Sie haben ein Spiel mehr gewonnen als Baltimore, eineinhalb mehr als Pittsburgh, und den viel einfacheren Gegner: Indy muss nur noch zu den wirklich unterirdischen Jaguars.

Die Ravens brauchen einen eigenen Sieg gegen Pittsburgh und eine Colts-Niederlage.

Die Steelers müssen erstmal heute Nacht gegen das ausgeschiedene Cleveland gewinnen um überhaupt noch mit Chancen in die letzte Woche zu gehen. Und dann brauchen sie einen Sieg über Baltimore und eine Niederlage der Colts.

(*) Update – Moo hat auf Twitter auf ein mögliches NFL-Gijon-Szenario hingewiesen, das der NFL als Schreckensszenario dienen dürfte: Sollten die Colts gegen die Jaguars verlieren, wären Chargers und Raiders mit einem Remis beide für die Playoffs qualifiziert.

NFC-Playoffbild

In der NFC haben sich gestern die Philadelphia Eagles trotz eines kleinen Unfalls als sechstes Team qualifiziert. Damit haben wir jetzt in den Playoffs:

  • Green Bay Packers (13-3)
  • Tampa Bay Buccaneers (12-4)
  • Los Angeles Rams (12-4)
  • Dallas Cowboys (11-5)
  • Arizona Cardinals (11-5)
  • Philadelphia Eagles (9-7)

Der ganze gestrige Spieltag ist im Prinzip für die Packers gelaufen: Mit eigenem ungefährdetem Sieg gegen einen nicht NFL-tauglichen Gegner auf QB den #1 Seed fixiert, Buccaneers verlieren das Gesicht und Antonio Brown, Cowboys verlieren Spiel und WR Michael Gallup per Kreuzbandriss bei einem TD.

Green Bay ist also fix die #1 der NFC. Die Seeds #2 bis #5 werden unter diesen vier Mannschaften verteilt: Buccaneers, Rams, Cowboys, Cardinals.

Buccs und Cowboys haben ihre Divisionen eingetütet, während in der NFC East die Cardinals (gegen Seattle) noch die Rams (gegen San Francisco) überholen können, wenn sie bei einer Rams-Pleite gewinnen.

Die Rams haben den #2 Seed in eigener Hand, und zwar mit einem Sieg gegen San Francisco. Verlieren sie das Spiel, zieht Tampa mit einem Sieg vorbei.

Verliert auch Tampa, kann Arizona dann mit Sieg gegen Seattle auf #2 hochspringen.

Verliert auch Arizona, kann Dallas mit einem Sieg und 12-5 Bilanz in einem three way tie mit Rams und Buccs noch den #2 Seed holen. In dem Fall gälte dann: #2 Cowboys, #3 Rams, #4 Buccaneers.

Der letzte NFC-Wildcardplatz geht entweder an die Saints oder die 49ers. Die 49ers holen sich den Platz, wenn sie entweder bei den Rams gewinnen oder die Saints ihr Spiel in Atlanta nicht gewinnen. Anders: Die 49ers verlieren den 9-8 Tie-Breaker gegen die Saints – in allen anderen Fällen sind sie durch.

Philadelphia ist schon durch, aber hat im interessanterweise im Gegensatz zu den 49ers den #6 Seed nicht in eigener Hand. Beenden Eagles und 49ers die Saison punktgleich bei, ziehen die 49ers wegen des direkten Duells vorbei. Aber die Eagles können anders als die 49ers nicht mehr aus den Playoffs fallen, weil sie den Tie-Breaker gegen die Saints gewinnen.

Die Niners werden mit einem eigenen Sieg bei den Rams die #6. Bei einer Niederlage und gleichzeitigem Saints-Sieg fliegen dagegen ganz aus den Playoffs. In diesem Fall wären die Eagles dann #6 und die Saints #7.

Der Spielplan von Woche 18

Wir haben zwei Samstagsspiele in der Nacht von 9. auf 10. 8. auf 9. Jänner:

  • Denver Broncos – Kansas City Chiefs (22h30)
  • Philadelphia Eagles – Dallas Cowboys (02h15)

Die Chiefs müssen gegen die ausgeschiedenen Broncos gewinnen, um ihre kleine Chance auf den #1 Seed zu bewahren. Dallas braucht einen Sieg in Philly um noch Chancen auf einen höheren Seed als #4 zu halten, während die Eagles erst am Sonntag wissen ob ihr etwaiger Sieg überhaupt etwas wert war, denn ob sie von #7 auf #6 rutschen, hängt nicht von ihnen ab.

Die Frühschicht am Sonntag um 19h hat nicht viele Implikationen:

  • Cleveland Browns – Cincinnati Bengals
  • Detroit Lions – Green Bay Packers
  • Minnesota Vikings – Chicago Bears
  • New York Giants – Washington
  • Jacksonville Jaguars – Indianapolis Colts
  • Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers
  • Houston Texans – Tennessee Titans

Cincinnati kann mit einem Sieg eventuell sein Seeding verbessern. Dazu geht es um eine der beiden AFC-Wildcards im Fernduell zwischen Colts und Ravens/(eventuell) Steelers.

Tennessee kann mit Sieg den #1 Seed fixieren, sofern die Chiefs am Samstag überhaupt gewonnen haben.

Die Spätschicht (alles um 22h25) sieht dann:

  • Atlanta Falcons – New Orleans Saints
  • Los Angeles Rams – San Francisco 49ers
  • Buffalo Bills – New York Jets
  • Miami Dolphins – New England Patriots
  • Arizona Cardinals – Seattle Seahawks
  • Tampa Bay Buccaneers – Carolina Panthers

Hier wird die letzte NFC-Wildcard im Fernduell zwischen 49ers und Saints ausgespielt. Die Niners sind dabei schon in einer tricky-Situation, denn für ihren Gegner Rams wie auch für Tampa Bay geht es auf jeden Fall zumindest noch um das Seeding.

Ebenso: Fernduell um den Gewinn der AFC East zwischen Bills und Patriots.

Sidestory: Kann Arizona noch hochspringen auf #2?

Ich weiß: Viel mehr Thrill kann ich da leider nicht anbieten, aber gemessen an dem, was der letzte Spieltag noch hergibt, haben die Schedule-Maker einen perfekten Job gemacht und die Spiele startend mit Samstag genau ideal platziert.

Sunday Night Game

  • Las Vegas Raiders – Los Angeles Chargers

Der Sieger holt die letzte AFC Wildcard. Bei einem Remis sind die Chargers durch.

Rennen um den #1 Draftpick

Die Jaguars halten den Pick momentan mit 2-14 Bilanz. Sie können noch an den Lions (2-13-1) vorbeiziehen. Keines der beiden Teams fällt auf jeden Fall tiefer als #2. Die Lions spielen am letzten Spieltag gegen eine Packers-Mannschaft, für die es um nichts mehr geht.

„Dahinter“ folgen drei 4-10 Teams (Texans, Giants, Jets), ein 5-11 Team (Carolina) und drei 6-10 Teams (Seahawks, Bears, Washington), von denen zwei ihren Pick bereits verkauft haben (Seahawks an die Jets, Bears an die Giants).

Es ist also wahrscheinlich, dass Jets und Giants im Draft 2022 jeweils zwei Top-10 Picks halten. Eine perfekte Ausgangslage in New York um mit dem Gespann Dave Gettleman und Joe Judge weiterzumachen…


NB: Später kommt noch ein bissl was zum heutigen Monday Night Game und dem bevorstehenden Rücktritt von Ben Roethlisberger.

11 Kommentare zu “Licht ins Dunkel: NFL Playoff-Bild für den letzten Spieltag

  1. Oh Mann, das sieht gar nicht so gut aus für die Niners. Rams werden da wohl mit den Startern spielen, weil die Cardinals gewonnen haben, und die Saints spielen nur gegen die Falcons. Mir schwant Schlimmes.

  2. Sehr schön zusammengefasst. Kleine Anmerkung, die Samstagspiele sind in der Nachg vom 8.1 zum 9.1. Der 10.1 ist der Montag

  3. @ActionDirecte: Danke! Ist korrigiert.

    @Ninerz: Aber Saints sind längst auch keine sichere Tüte, und so wie Stafford ab und an drauf ist, ist ein Rams-Kollpas auch alles andere als ausgeschlossen.
    Niners sind kein unbedarftes Team.

  4. Die Bengals haben mir sehr gut gefallen 🙂
    Klar sind sie nicht so konstant und haben gestern zum ersten Mal außer vllt. gegen die Ravens einen richtig guten Gegner überzeugend geschlagen aber das Potenzial für einen Playoff Run ist schon da.
    Auf jeden Fall mehr als zB bei den Colts, Steelers oder Ravens. Das ist schon sau cool, was Joe Burrow und Kollegen da veranstalten, ich hoffe einfach mal dass sie in den PO nicht wie früher immer den Schwanz einziehen sondern zumindest 1, 2 Games aufgeigen, wäre jetzt aber nicht mehr vollkommen überrascht wenn das schon ganz weit geht 😀

    Gruß von einem neuen Bandwagoner Fan!

  5. Danke für die Aufstellung, sehr informativ. Wäre ja grandios wenn die Bengals den No 1 Seed holen 🙂

    @FloBlogs: Würde dir ja gern zustimmen aber realistisch gesehen gibt es schon AFC Teams denen ich einen SB Run viel eher zutrauen würde. Chiefs ist natürlich obvious (Bei aller Klasse von Burreaux und Chase haben die Chiefs das ja noch mehr weggeworfen als die Bengals gewonnen), aber auch Chargers: Haben die Bengals schon einmal klar geschlagen, Herbert > Burreaux (muss ich leider zugeben), besserer HC. Haben halt eine miese Run Def, aber wenn Bosa + Derwin 3 Spiele heißlaufen sind sie keine Frage besser. Und 2 Def. Stars heißlaufen ist die bessere Wette als drauf zu setzenn dass die Bengals mit ihrem Cupcake Schedule schon endgültig for real sind.

    Bengals über Bills und Pats setzen ist auch gewagt, vielleicht über Titans und Colts.

    Aber klar, da kann alles passieren 🙂 Das macht diese NFL Saison so spannend 😎

  6. @Fux
    Bin gespannt ob Burrow überhaupt spielen wird.
    Eigentlich geht es ihnen nicht mehr um viel. Klar sie haben eine (geringe) Chance den 1st Seed und damit die Bye Week, aber will man das wirklich riskieren nachdem er gestern schon am Ende rumhumpelte? Wäre es eine beinahe sichere Nummer, klar. Ab auf den Platz und hol den 1st.
    Aber so wenn X Rädchen genau passen müssen…

  7. Pingback: Montagsvorschauer: Ben Roethlisbergers letztes Heimspiel | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  8. So wie es aussieht, dürften die Jags zum zweiten Mal in Folge First Overall picken. Ich habe es mal nachgeschaut: Ist gar nicht so selten gewesen, dass Teams zweimal in Folge oder innerhalb von drei Jahren den ersten Pick hatten.
    Ich hätte gedacht, wenn ein Team sieben Runden lang immer als Erstes pickt, dass sie ein-zwei Topspieler und drei solide Spieler ziehen und in den folgenden Jahren kein Kanonenfutter mehr sind. Insbesondere bei Spitzenpicks wie Aikman, Bo Jackson oder Myles Garrett.
    So kann man sich irren.

  9. Das hatte ich oben nicht: Gijon-Alarm, falls die Colts gegen JAX verlieren

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