Kurze NFL Draft-Einführung 2022: Offense

Am Donnerstag beginnt der NFL Draft 2022.

Der größte Teil des heurigen Pre-Draft-Prozesses ist an mir vorbeigegangen. Die Stunden, die ich in vergangenen Jahren vor J.T. O’Sullivans Youtube-QB-Studien oder mit den Preview-Podcasts verbracht habe, war ich in den letzten Wochen auf meiner Baustelle. Seit ich eigenständig Eisenkörbe binden kann, fühle mich schon als halber Maurer.

Dafür fühle ich mich so schlecht auf den Draft vorbereitet wie zuletzt 2017 oder vielleicht 2008 – könnte unglücklicheres Timing sein, nachdem der Draft 2022 in Ermangelung von wirklich spektakulären Prospects recht wenig Hype hervorruft.

Vielleicht ist an diesem geringen Buzz aber auch nur der Umstand schuld, dass ein Viertel der NFL – acht Mannschaften – ihren 1st Rounder bereits verkauft haben und Stand jetzt insgesamt nur 24 Teams in der ersten Runde picken.

Vielleicht sind die beiden Umstände – wenige Teams mit 1st Roundern und mittelmäßiger Jahrgang – aber auch miteinander verknüpft. Who knows.

Hier also eine kurze Einführung in die Offense, sozusagen als persönlicher Startpunkt um Ende der Woche zumindest einigermaßen abschätzen zu können was da in Las Vegas unter wahrscheinlich spektakulären äußeren Bedingungen abgegangen ist.

Ich hab Arif Hasans Consensus Public Board von „The Athletic” mit angeführt, sozusagen als Indikator dafür, wo die öffentliche Meinung die einzelnen Prospects aktuell verortet.

Quarterbacks

Die Leuchtturm-Position ohne Leuchttürme.

Immer, wenn kein QB auch nur in der Nähe der Top-10 gelistet wird, wissen wir: Die Experten sehen die Klasse als richtig schwach an. Und schon letzte Woche hatte ich drauf hingewiesen, dass es innerhalb der ersten sechs QBs kein allgemein akzeptiertes Ranking gibt.

Malik Willis wird am häufigsten als QB1 gelistet, aber es gibt genug Mock Drafts, in denen Kenny Pickett als erster QB vom Board geht. Ein Carson Strong – am Public Board mit deutlichem Abstand die #6 – ist z.B. bei Adrian Franke der QB2. Als kolportierter Draftspot für den ersten gedrafteten QB ist zwischen #2 (Lions) und Mitte/Ende erste Runde ist alles dabei.

Public BoardNameUniversität
28Malik WillisLiberty
34Kenny PickettPittsburgh
45Matt CorralMississippi
46Desmond RidderCincinnati
51Sam HowellNorth Carolina
80Carson StrongNevada
162Bailey ZappeWestern Kentucky

Willis ist wohl der QB mit dem größten physischen Potenzial. Er ist der mit Abstand schnellste und beste Runner und hat einen monströsen Wurfarm. Aber Willis ist als Senior gar nicht mehr so jung. Er hat bis jetzt kaum NFL-typische Konzepte gespielt und gilt als QB, dem Antizipation bis jetzt ein Fremdwort ist. Seine Pässe streuen am Tape ziemlich stark, weswegen sein durchschnittlicher CPOE (Completion Percentage over Expectation) doch einigermaßen überraschend gut ist:

Als Runner wird er oft mit Lamar Jackson verglichen, aber die Verbindung sehe ich nicht wirklich. Jackson ist ein eiskalt berechnender Finesse-Runner, der fast nie den Kontakt sucht. Willis läuft tendenziell lieber über den Gegner drüber und ähnelt damit eher einem Cam Newton. Wie lange er mit so einem Spielstil auch bei erfolgreichem NFL-Einstand durchkommt, ist offen.

Pickett ist ein deutlich präziserer Werfer als Willis, ist aber gleichzeitig ein Prospect ohne herausstechende physische Attribute. Solche QBs schaffen es in der NFL meistens nur über „Mind Games“ (sie müssen also ein perfektes Verständnis für den mentalen Prozess des NFL-Quarterbacking entwickeln). Aber genau diese Hirnwindungen sind vom Scouting bis heute quasi nicht zu prognostizieren, weswegen das Gesamtpaket Pickett letztlich zu durchschnittlich sein könnte.

Auf der anderen Seite: Over/Under für Picketts Draft-Spot ist in vielen Wettbüros momentan Pick 12.5.

Corrall ist ein besserer Athlet, aber er hat in einer Offense gespielt, die praktisch allein aus RPOs bestand. Die sind in der NFL eher ein Goodie als ein integraler Bestandteil einer Offense. Auch hier gilt: Jede Projection von Corrall basiert eher auf Gefühlen als auf harten Fakten.

Ridder gilt als mental recht weit, aber sein Wurfarm streut. Außerdem könnte er ein One Year Wonder sein.

Howell hat den besseren Arm, aber eine schwache letzte Saison gespielt. Auch er spielte bei UNC in einer Offense, die wenig mit der NFL zu tun hat. Die Würfe hat Howell allemal drauf, aber nicht in der notwendigen Konstanz.

Positiv: Letzte Saison, nachdem sein kompletter Support Cast hoch gedraftet in die NFL gegangen war, überraschte Howell mit ungeahnten Rusher-Qualitäten und zeigte damit Anflüge eines unerschrockenen „just wins“ QBs.

Bloß: Sein Rushing ist mangels Athletik kaum auf die NFL übertragbar, und als Werfer brachte Howell ohne Elite-Receiver nicht viel zustande.

Strong ist der immobile Pocket-Passer, der in der heutigen NFL abseits von Tom Brady quasi ausgestorben ist.

Willis gilt im Public als der QB mit der größten Entwicklungsschance:

Wenn Experten Willis auf einer Stufe mit Justin Fields oder Trey Lance sehen, dann scheint die Evaluierung nach den Erfolgsfällen wie Josh Allen oder Justin Herbert sehr deutlich in Richtung „Potenzial“ umgeschlagen zu haben. Davon ab hatten selbst Fields oder Lance gefühlt klar NFL-kompatiblere Projection als Willis.

Und das, obwohl Fields mit seiner Tendenz, in Sacks hineinzulaufen, schon ein problematischer Pocket-QB war. Aber Willis ist in dieser Hinsicht nochmal eine ganze Ecke brutaler – wie übrigens auch Howell: Beide kassieren gemessen an der Erwartung fassungslos viele Sacks:

Letztlich bleibt QB aber die wichtigste Position, und weil bei jedem der Top-6 QBs zumindest theoretisch die Möglichkeit besteht, dass sie es als Starting-QBs in der NFL schaffen könnten, werden einige von ihnen hoch gedraftet gehen. So sehen auch die Wettmärkte praktisch alle QBs höher gehen als am oben gelisteten Public Board:

Nur so nebenbei: Auf diesem Public Board findet man gaaaaaaanz unten, an #285, noch den Namen Brock Purdy. Der Iowa-State-QB war irgendwann vor Jahren mal als möglicher 1st Rounder gehandelt worden. Jetzt gilt er noch nichtmal mehr als „draftable“. So kann eine Karriere im Sand verlaufen.

Runningbacks

Mit den Runningbacks habe ich mich aus Gründen kaum beschäftigt. Einmal ist die Position zu unwichtig. Und zweitens sind Runningback-Prospects am Ende des Tages schlicht und ergreifend abhängig davon, wohin sie gedraftet werden – kriegen sie gute Offensive Line? Werden sie in Early-Downs verheizt? Dürfen sie mit einem mobilen QB spielen?

In Spurenelementen gilt diese „Scheme-Frage“ natürlich für alle Position. Aber für keine so stark wie für den Runningback.

Bei der Klasse von 2022 fällt auf, dass fast alle Top-Prospects von den ganz großen Colleges kommen, was zumindest mal für eine ordentliche athletische Basis spricht.

Richtig komplette Backs soll es außer Breece Hall nicht geben. Kenneth Walker ist der bekannteste unter allen Backs. Er hat es mit famosen Zahlen fast zum Heisman-Sieger gebracht. Walker ist ein schwächerer Ballfänger als Hall. Beide sind athletisch nördlich der 9.2 auf dem RAS-Score Sheet [Walker][Hall], u.a. weil beide pfeilschnell sind.

Public BoardNameUniversität
36Kenneth Walker IIIMichigan State
39Breece HallIowa State
63Isaiah SpillerTexas A&M
86Dameon PierceFlorida
98James CookGeorgia
106Brian Robinson Jr.Alabama

Wide Receiver

Receiver ist immer eine spannende Position, weil sie so viele verschiedene Facetten und Jobbeschreibungen hat – siehe hier meinen alten Artikel „Drei Positionen in einer“. Und es mögen mehr als drei Positionen sein.

Tendenziell suchen Teams zuerst nach einem WR1 „X“ Typen, der Press-Coverage an der Anspiellinie schlagen kann, denn das ist die wertvollste Qualität.

Aber auch relativ eindimensionale Deep-Threats können Freiräume im Schemen verschaffen – und Possession Receiver, die sich freilaufen und Zillionen Catches über die Mitte machen, haben auch immer ihre Berechtigung.

Gefährliche Prospects sind meistens die, bei denen sich die Beschreibung recht schnell auf YAC und Gadget-Aspekte fokussiert. Das ist dann wie bei QBs und RPOs: Nice, aber eher Goodie als Essenz.

Analytics hat in den letzten Jahren auch gezeigt, dass Separation vermutlich die wichtigste Qualität im Spiel eines Receivers ist, aber dass diese Qualität wie viele andere nicht so wirklich gut prognostizierbar ist.

Public BoardNameUniversität
10Garrett WilsonOhio State
11Jameson WilliamsAlabama
15Drake LondonUSC
19Chris OlaveOhio State
20Treylon BurksArkansas
30Jahan DotsonPenn State
40George PickensGeorgia
47Christian WatsonNorth Dakota State
57Skyy MooreWestern Michigan
58John Metchie IIIAlabama
66Jalen TolbertSouth Alabama
72Alec PierceCincinnati
81David BellPurdue
87Wan’Dale RobinsonKentucky
90Khalil ShakirBoise State
94Calvin Austin IIIMemphis
113Justyn RossClemson

Es ist nicht einfach, sich einen Überblick über die Klasse zu machen. Echten WR1 „X“ Typen gibt es abseits von Drake London und vielleicht noch George Pickens nicht – und London ist etwas langsam um einen der ganz hohen Picks in den Top 5 zu rechtfertigen, während es von Pickens nach disziplinarischen Problemen und schweren Verletzungen etwas wenig Tape zur allgemeinen Beruhigung gibt.

Jameson Williams ist etwas eindimensional, aber mit seinem grandiosen Speed vermutlich der beste Deep-Threat. Es war Williams, der Alabamas Offense letzte Saison geführt hat. Nach seiner Kreuzbandverletzung im National Championship Game war es um Bamas Offense geschehen. Es mag eine vertretbare Meinung sein, Williams trotz der Verletzung und trotz des Fehlens eines wirklich kompletten Skill-Sets als den besten WR-Prospects des Jahrgangs zu sehen.

Persönlich ist Chris Olave einer meiner langjährigen Football-Fetische: Receiver, für dessen Smoooooooooothness es nicht genug oooooooooooos im Alphabet gibt, aber körperlich etwas zierlich – zu zierlich für den Sprung in die NFL-Elite?

Olave gilt als recht sicherer 1st Rounder. Aber als WR1 scheint sich der Public auf Olaves College-Teamkollegen Garrett Wilson geeinigt zu haben. Wilson ist ein schwer greifbarer Receiver-Typ. Sein hohes Ansehen unter Scouts lässt sich am Ende des Tages auf eine Art „gemeinsamen Nenner“ reduzieren: Er ist in sehr vielen Aspekten sehr gut, nirgendwo echt herausragend, und hat auch keine krassen Schwächen.

So by the way sei noch erwähnt: Olave, Wilson und Williams waren vorletztes Jahr noch alle drei Teamkollegen bei Ohio State. Williams transferierte dann im Frühjahr 2021 runter nach Alabama, weil er keine Chance sah, an Olave und Wilson im Line-Up vorbeizukommen. Ich weiß nicht, ob man Williams den Move negativ auslegen kann: Denn wie soll er eine reelle Chance gesehen haben, an zwei künftigen 1st Round Prospects wie Olave oder Wilson vorbei genug Spielzeit zu bekommen um sich für den Draft zu empfehlen?

Wie soll man von den Buckeye-Coaches verlangen, zwei solche Receiver vom Feld zu nehmen, wenn sie durch die Bank großartig performen?

Andererseits: Letzte Saison hat bei Ohio State der für den Draft noch zu junge Jaxon Smith-Njigba geschafft, was Williams nie gelungen war: Olave und Wilson mit zunehmendem Saisonverlauf mehr und mehr den Rang abzulaufen.

Treylon Burks scheint total umstritten zu sein. Bei Arkansas war er über Jahre die einzige echte Waffe, musste mit schwachen QBs spielen. Er lieferte monströse Zahlen, aber die sind angesichts der auf ihn fokussierten Offense wahrscheinlich etwas irreführend. Als Prospect hat Burks auf viele verschiedene Arten gewonnen, aber ist gefährlich nahe am „Gadget“-Label. Bei der Combine lief er mit 4.54 Sekunden eine etwas langsame Sprintzeit, die er nachher auf dem Pro Day auch gar nicht mehr zu verbessern versuchte. Burks könnte natürlich in Runde 1 gehen, wenn ein entsprechendes Team sich auf seine Vielseitigkeit versteift. Aber gleich vorstellbar ist ein Fall runter bis Mitte zweite Runde.

Pickens von Georgia hat wie eingangs angedeutet das neben London vermutlich das zweitgrößte „X-Receiver Potenzial“ der Klasse. Aber Pickens ist ein schwieriger Typ, und er hat 2021 erst im National Championship Game gespielt. Zweite Runde sollte es dennoch mindestens werden.

Von Dotson höre ich viel Gutes. Er litt am College unter miesem QB-Play, soll aber als Individual-Prospect einiges auf dem Kasten haben, was einen hohen Pick rechtfertigt.

Skyy Moore ist nicht nur wegen seines – mit Verlaub – geilen Vornamens ein Geheimtipp vieler. Moore hat fast Zwergenmaße für einen NFL-Receiver, ist aber so beweglich, dass er nicht bloß für Defensive Backs unwiderstehlich sein könnte – sondern auch für NFL GMs spätestens in der zweiten Runde des Drafts.

Bei den Mid-Roundern werden Leute wie Bamas Yards-Maschine Metchie III, der unathletische, aber sehr spielintelligente David Bell oder aber auch der einstige Wunderknabe Justyn Ross von Clemson verortet.

Der Fall Ross ist ziemlich extrem: Nach seiner epischen Freshman-Saison 2018 wollte man Ross schon zum direkten Sprung in die NFL raten, aber dann wäre seine Karriere wegen einer Wirbelsäulenverkrümmung fast zu Ende gewesen. Das letzte Jahr von Trevor Lawrence verpasste Ross wegen einer notwendigen Operation – und letztes Jahr soll er nach seinem Comeback a) nicht wieder der gleiche gewesen sein und b) auch einfach Pech mit unterirdischem Quarterbacking gehabt haben.

Ich hab Ross letztens nicht mehr verfolgt. Vielleicht ist das mit der Wirbelsäule wirklich so kritisch. Vielleicht ist er aber auch ein Value-Pick, dessen Potenzial wir längst unterschätzen, weil seine beste Zeit so lange her ist, dass wir sie fast vergessen haben.

Allgemein gilt also: Viele sehr gute Prospects, von denen durchaus auch einige nicht explizit genannte in der 1ten oder 2ten Runde gehen könnten, aber keine wirklichen Elite-Prospects wie in den letzten Jahren CeeDee Lamb oder Ja’marr Chase.

Tight End

Wenn die Receiver schon schwer zu greifen sind, was sind dann Tight Ends?

Analysen haben gezeigt, dass so gut wie gar nichts an Tight-End-Prospects gut zu prognostizieren ist, weil die Position in der NFL so viele Aspekte verlangt, die am College so gar nicht gespielt werden.

Unter dieser Prämisse ist die Klasse von 2022 zwar gesichtslos, aber durchaus nicht hoffnungslos. Viele der besseren Tight Ends waren einst Mid-Rounder bis Late-Rounder.

Am Public-Board gibt es keinen nominellen 1st Rounder und in Trey McBride auch nur einen potenziellen 2nd Rounder. Bei McBride ist zu betonen, dass er letztens in immer mehr Mock Drafts in Runde 1 auftaucht, was zumindest für gutes Standing hinter den Kulissen spricht.

Die anderen Tight Ends sind komplette „Projects“.

Public BoardNameUniversität
43Trey McBrideColorado State
68Greg DulcichUCLA
76Jeremy RuckertOhio State
89Isaiah LikelyCoastal Carolina
100Jelani WoodsVirginia

Auffällig ist noch, dass Jalen Wydermyer, einst der bekannteste TE-Prospect, nach wirklich verheerenden Workouts mittlerweile auf #135 am Public Board gefallen ist, und in einigen Mock Drafts noch nicht mal mehr als „draftable“ aufscheint.

Offensive Tackle

Die Offense-Tackle-Klasse gilt als hervorragend in der Spitze besetzt, aber etwas dünn in den mittleren Runden.

Die Top-3 sind im Common Sense Ikem Ekwonu, Evan Neal und Charles Cross.

Ekwonu gilt als der beste Run-Blocker in diesem Trio, hat aber bis jetzt nicht so wirklich viel hochklassiges Pass-Blocking gezeigt. Adrian Franke z.B. hat irgendwo mal anklingen lassen, dass Ekwonu vielleicht ein besserer Guard als Tackle wäre. Das klingt dann für mich nicht unbedingt nach einem Prospect, das man zwingend in den Top-10 draften sollte.

Cross gilt als bester Pass-Blocker. Man darf aber nicht vergessen zu ergänzen, dass Cross bei Mississippi State unter Mike Leach in einer reinen Air-Raid-Offense gespielt hat, die mit ihren „wide splits“ recht weit davon entfernt ist, was die NFL in einem Pass-Blocker verlangt.

Es gibt die guten Beispiele von Air-Raid-Transitions in die NFL, aber z.B. Andre Dillard war vor ein paar Jahren auch ein Mike-Leach-OT, der als 1st Rounder in der NFL gar nix gerissen hat.

Neal ist der beste Athlet in dem Trio, soll aber Probleme mit der Balance haben. Einst galt Neal als einer der Favoriten auf den #1 Overall Pick. Er ist noch immer ein ziemlich sicherer Top-10 Pick.

Der beste Athlet unter allen Tackles ist Trevor Penning vom kleinen Northern Iowa College, das noch nichtmal in der FBS spielt. Penning hat eine 9.95 im RAS Score aufgelegt. Als Prospect hat er noch ziemlich deutliche technische Schwächen. Aber Freak-Testwerte wie jene von Penning übten in den letzten Jahren häufig genug Anziehungskraft auf GMs aus, dass sie allzu gern über die Schwächen hinweggesehen haben.

Cool: Der Österreicher Bernhard Raimann scheint in der landläufigen Meinung an der Schwelle zum 1st Rounder auf. PFF listet Raimann seit Monaten sogar als Mid-1st Rounder.

Raimann ist mit bald 25 Lenzen natürlich schon ziemlich alt für einen NFL-Rookie. Aber weil Raimann erst vor zwei Jahren von Tight End als Tackle umgeschult wurde und in den zwei Jahren einen so großen Sprung gemacht hat, gilt er dennoch als heißer Geheimtipp, bei dem GMs gewillt sind am Alter vorbeizuschauen.

In Summe soll keiner der heurigen Anwärter an die Klasse der Elite-Prospects der letzten Jahre wie Penei Sewell oder Rashawn Slater heranreichen. Aber weil die Draftklasse 2022 auch auf anderen Positionen nicht genug High-End-Talent besitzt, werden mit Sicherheit mindestens ein oder zwei, vielleicht drei, Tackles in den Top-10 gehen.

Public BoardNameUniversität
3Ikem EkwonuNorth Carolina State
4Evan NealAlabama
7Charles CrossMississippi State
25Trevor PenningNorthern Iowa
35Bernhard RaimannCentral Michigan
53Tyler SmithTulsa
61Daniel FaaleleMinnesota
70Nicholas Petit-FrereOhio State
75Abraham LucasWashington State

Interior Offensive Line

Auch iOL ist gut besetzt. Der Center Tyler Linderbaum von Iowa gilt sogar als so guter Prospect, dass er immer wieder in der ersten Hälfte der 1ten Runde gelistet wird – eigentlich unerhört für einen Center.

Natürlich wird Linderbaum damit schnell zu einer Frage von „Positional Value“ – wie viel ist selbst der beste Center in der NFL 2022 wert?

Public BoardNameUniversität
14Tyler LinderbaumIowa
21Kenyon GreenTexas A&M
23Zion JohnsonBoston College
64Darian KinnardKentucky
73Cole StrangeChattanooga
82Dylan Parham (OG)Memphis
84Sean RhyanUCLA
85Jamaree SalyerGeorgia
96Ed IngramLSU

Ein Kommentar zu “Kurze NFL Draft-Einführung 2022: Offense

  1. Ich finde im Draft vor allem die Wide Receiver spannend – weniger wegen der Kandidaten aus dem College, sondern weil so viele Teams in der off-season ihre WR Gruppe umgebaut haben. So treffen jetzt Teams die eh ein bisschen frischen Input bzw Nachwuchs brauchen könnten wie Orleans, Pittsburgh, Falcons, Chicago auf Teams die wegen Trades mindestens einen WR brauchen (Dallas, GB). Dazu noch die Kandidaten, die so viele Löcher im Kader haben dass ein WR Sinn macht wenn er im Moment des picks aus Sicht des Teams BPA ist (Houston, Detroit, Jets, evtl Washington).

    Das macht jetzt schon 10 Teams, bei denen ich als GM über einen WR in der ersten Runde nachdenken würde… Und die Liste ist glaube ich noch nicht vollständig: mindestens die Eagles könnten auch WR draften, obwohl sie vielleicht eher an die DL denken. Die Patriots sind auch nicht ohne Fragezeichen bei ihren WRs. Und Kansas hat zwar schon Ersatz für Hill verpflichtet, aber ob sie mit dieser Gruppe in die Saison gehen wollen?
    Insofern: ich bin gespannt wer am Ende wo landet, welches Team wegen der großen Nachfrage zum Uptrade greift und bei welchem Team man am Ende das Gefühl haben wird, dass auch nach dem Draft ein WR fehlt. (Mein Tipp für Letzteres: Patriots, GB)

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