Nachwehen und erste Gedanken zum zweiten Tag des NFL Drafts 2022

Die NFL hat nichts – GAR NICHTS –  von der Quarterback-Klasse 2022 gehalten – und ein paar weitere Learnings vom zweiten Tag des NFL Drafts 2022.

Quarterbacks

Kein einziger Quarterback in der zweiten Runde, nachdem schon an Tag 1 nur ein einziger QB gedraftet worden war – an #20: Eine solche Ablehnung gegenüber einer QB-Klasse habe ich noch nicht gesehen. Hell: Wir waren zuerst bei drei Runningbacks bevor wir bei drei Quarterbacks waren.

Desmond Ridder an #74 zu den Falcons
Malik Willis an #86 zu den Titans
Matt Corral an #94 zu den Panthers

Das waren die einzigen am zweiten Tag gedrafteten QBs. Sam Howell und Carson Strong sind noch am Board. Da fragst du dich schon, ob diese Gruppe so neben den Schuhen stand, dass die NFL noch nichtmal eine mittelgroße Ressourcen wie einen 2nd Rounder investieren wollte um einen Shot auf einen künftigen Franchise-QB zu kriegen. Schließlich wäre auch nicht so, dass nächstes Jahr Talent im Überfluss für jeden da wäre.

Interessant ist auch: Alle drei Day-2 QBs könnten eine Chance für Starting-Snaps als Rookies bekommen. Der nominelle Starter in Atlanta ist Marcus Mariota, den Headcoach Arthur Smith schon einmal zur Saisonmitte runtergenommen hat (in Tennessee).

Corral ist, so es nicht noch einen Trade für einen Routinier gibt, die #2 hinter Sam Darnold – da weißt du immerhin: Wenn Corral den nicht ausstechen kann, wird es mit der NFL-Karriere eh nix.

Und Willis? Wird erstmal die #2 hinter Ryan Tannehill, aber ich freue mich schon jetzt auf ein paar kreative Triple-Option-Packages mit Willis, Derrick Henry und Treylon Burks von, ähhh, OffCoord Todd Downing.

OC aside, der Spot für Willis ist durchaus reizvoll – da kannst du nur hoffen, dass Willis bereit ist auch größere Packages zu spielen, bevor Henry washed ist.

Dass die NFL ein Jahr nach dem QB-Wahn von 2021 der wichtigsten Position im Football plötzlich so abschätzig gegenüber steht, ist überraschend.

Wide Receiver

Also nur vier QBs in den ersten drei Runden. Dafür war der NFL Draft 2022 der Draft der Receiver: Siebzehn Stück! Nach dem verrückten Run zwischen #8 und #18 in der ersten Runde hat es gestern noch einmal sieben Receiver in Runde 2 und vier in Runde 3 gegeben, darunter auch so bekannte Namen wie Tyquan Thornton (Pats an #50), Velus Jones (Bears an #71) oder Danny Gray (49ers an #105).

Vor neun Jahren habe ich im Zuge meines „Bauprojekts NFL“ zum ersten Mal ausführlicher geschrieben, für wie wichtig ich die Receiver-Position erachte – nämlich als zweitwichtigste Position in der NFL nach dem Quarterback.

Es hat viele Jahre gedauert, in denen es immer wieder bissl Aufflackern gegeben hat und es schien, dass der Durchbruch der Receiver-Position endgültig bevorstand. Doch erst in der hiesigen NFL-Offseason ist der Receiver-Markt wirklich steil gegangen. Da waren zum einen die Monster-Verträge auf dem Transfermarkt – WR APY ist richtiggehend explodiert. Und dann sind da die Zillionen Draftpicks – jedes Jahr scheinen es ein paar mehr zu werden.

Fast jedes Front Office hat es mittlerweile gecheckt: Die NFL ist primär, sekundär und tertiär eine Passing-Liga, und um effizientes Passspiel aufzuziehen braucht es so viele gute Anspielstationen wie nur irgendwie möglich.

All das ist nicht neu – aber neu in der Dimension. Und es ist eine richtige, wichtige und logische Entwicklung. Klar ist auch: Der Nachschub aus dem College ist über die Jahre immer besser geworden – wen wundert’s, wenn dreiviertel des College Football Air Raid als philosophisches Vorbild genommen hat und Coaches schon in der Highschool beginnen, raffiniertere Passing-Offense zu spielen?

Auch diese Entwicklung war lange abzusehen, und selbst wenn nicht jeder Receiver-Jahrgang so tief sein wird wie die letzten 2-3 (nächstes Jahr z.B. gilt als eher dünn), so sollte die Entwicklung sich im Wesentlichen noch ein paar Jahre so fortführen.

Ich frage mich damit auch, wie gescheit es von Teams ist, Receiver so sauteuer zu bezahlen wie es die Dolphins mit Tyreek Hill gemacht haben, die Raiders mit Davante Adams, die Eagles mit A.J. Brown, usw. (über Christian Kirk und die Jags hüllen wir sowieso lieber den Mantel des Schweigens) – oder ob nicht doch der „Chiefs-Weg“ der schlauere ist: Den Superstar ziehen zu lassen und sich des billigen (und quasi jedes Jahr tiefen) Talent-Nachschubs zu bedienen.

Kansas City hat gestern gewartet, und gewartet, und gewartet, einen Trade-Down mit den Pats eingefädelt – und dann noch immer an #54 einen heimlichen Favoriten vieler, den schmächtigen Skyy Moore, gezogen. Es war ein Super-Pick, einer der coolsten des bisherigen Drafts.

Moore ist kein Tyreek Hill – und er muss es auch nicht sein. Denn Moore ist preiswert, bringt genug Talent mit um eine definierte Rolle zu spielen. Wird er zum Star, haben die Chiefs den Jackpot gezogen. Wird er es nicht: Mund abwischen und beim nächsten Mal den nächsten Youngster draften.

Edge-Rusher

Wie die Receiver sind auch die Edge-Rusher ihrem Ruf gerecht geworden. Ich zähle um die 15 Edge-Rusher in den ersten drei Runden. Gestern sind in der zweiten Runde gleich sieben Stück gezogen worden:

  • Arnold Ebiketie an #38 zu den Falcons
  • Boye Mafe an #40 zu den Seahawks
  • David Ojabo an #45 zu den Ravens
  • Josh Paschal an #46 zu den Lions
  • Sam Williams an #56 zu den Cowboys
  • Drake Jackson an #61 zu den 49ers
  • Nik Bonitto an #64 zu den Broncos

Plus drei in Runde 3:

  • Alex Wright an #78 zu den Browns
  • Cam Thomas an #87 zu den Cardinals
  • Myjai Sanders als #100 zu den Cardinals

Ojabo ist der offensichtlichste „Value Pick“ – der Mann wäre ein garantierter 1st Rounder gewesen, hat sich aber im März seine Achillessehne gerissen und wird 2022 höchstens zum Ende raus in Spurenelementen spielen. Baltimore ist ein Team, das sich leisten kann, solche Talente ohne Stress aufzubauen und ist ein idealer Landing-Spot.

Wie gerne hätten die Lions gesehen, dass Ojabo auch nur den einen Spot fällt von #45 auf #46 – sie hätten ihn mit Aidan Hutchinson vereint. Oder wäre diese Michigan/Hometown-Connection irgendwann inzestuös geworden? IDK. Jedenfalls haben die Lions in Josh Paschal direkt nach Ojabos Pick den nächsten EDGE gezogen. Paschal war einer von Jan Weckwerths Geheimtipps.

Drake Jackson hat ein super Analytics-Profile, und ging erst zum Ende der 2ten Runde raus. Auch er könnte „Value“ sein.

Die Cards haben zum Ende von Runde 3 raus noch zwei Edge-Rusher-Prospects geholt – ein guter Move, seine Tickets zu splitten.

Überblick

21 Defensive Backs in den ersten drei Runden – 12 Cornerbacks, neun Safetys. Das entspricht genau der Erwartung: In den Top-105 des Consensus Boards hatten wir auch 21 Defensive Backs.

Hier habe ich kurz aufgestellt, wie viele Prospects jeder Position in welcher Runde gegangen sind und in der letzten Spalte, wie viele davon in den Top-105 des Public Boards gerankt waren:

Pos.Rd 1Rd 2Rd 3SumPublic Board
QB1346
WR6741716
RB3365
TE1346
OT514109
OG31377
C11133
EDGE5731513
DT22378
LB2181110
CB4531213
S33398
Sum323241105105

Wir sehen: Grosso modo ist der Draft ziemlich genau wie erwartet abgelaufen. Das heißt nicht, dass es nicht auf Spielerebene doch ein paar c-r-a-s-s-e Abweichungen gegeben hätte.

Die 49ers z.B. haben zum Ende der dritten Runde raus ihren üblichen „Kyle-Shanahan-verfällt-einem-No-Name-Runningback“ Pick gemacht und Tyrion Davis-Price gedraftet. Am Consensus Board war der auf #248 gerankt. Die Niners haben ihn damit verglichen um 155 Plätze overdraftet. Das consensus-Board ist nicht der Weisheit allerletzter Schluss, aber wir können auf jeden Fall nicht behaupten, dass die Geschichte von Shannys „Overdraftet Picks“ in den letzten Jahren eine glückliche wäre:

  • Trey Sermon 2020 3te Runde
  • Jalen Hurd 2019 3te Runde
  • Dante Pettis 2018 2te Runde
  • Joe Williams 2017 4te Runde

Der nächst-deutlichste „reach“ war Tyquan Thornton – Baylor-WR, den die Patriots an #50 gedraftet haben. Von Thornton hatte ich bis heute früh noch nie etwas gehört; am Consensus Board war er ganz tief drunten die #190. Belichicks erste beide Picks in diesem Draft damit:

  • #29 OG Cole Strange: 44 Spots overdraftet verglichen mit dem Consensus Board
  • #50 Thornton: 140 Spots overdraftet

Wie viel „Benefit of doubt” wollen wir Belichick geben, weil er Bill Belichick ist?

Weitere deutliche „reaches“:

  • CB Cordale Ford (#81 Giants): 99 Spots overdraftet
  • LB Terrel Bernard (#89 Bills): 99 Spots overdraftet
  • G Jish Ezeudu (#67 Giants): 84 Spots overdraftet
  • S JT Woods (#79 Chargers): 81 Spots overdraftet
  • WR Velus Jones (#71 Bears): 69 Spots overdraftet
  • G Logan Bruss (#104 Rams): 68 Spots overdraftet

Haste nie gehört von all den Typen? Willkommen im Club.

Nun wissen wir, dass wir den negativen Einfluss von „reaches“ überschätzen, was daran liegen mag, dass NFL-Teams sehr viel mehr Ressourcen ins Scouting investieren als der Public, und weil sie oft viel klarere Vorstellungen haben, was sie mit dem Einzeltalent anfangen wollen als die Allgemeinheit. Insofern: Noch längst nicht alles verloren bei diesen Teams.

Was wir aber mit größerer Wahrscheinlichkeit wissen: „Steals“ sind oft gar nicht mal so viel „steal“ wie wir glauben. Wenn Spieler deutlich durch das Board fallen, wissen NFL-Teams oft ganz gut, warum.

LB Nakobe Dean war da so ein Beispiel. Ich habe Dean an ein paar Stellen bissi diskutiert. Dean war der beste Spieler in der gigantischen Georgia-Bulldogs-Defense. Er war die #22 am Consensus Board.

Er wurde erst an #83 von den Eagles gedraftet. So tief verglichen mit seiner Erwartung ist bis jetzt niemand anderes gefallen.

Dean galt als etwas zu schmächtig und als ein bisschen zu gut vom Georgia-Scheme „versteckt“/“beschützt“ um als vollwertiger Elite-Linebacker-Prospect wahrgenommen zu werden. Aber der wahre Grund für seinen Fall soll sein Unwillen gewesen sein, seine Schulter zu operieren. Es gibt einige medical red flags an Dean. Diese können sich als begründet herausstellen – oder auch nicht. Das wird die Zeit zeigen.

Auf jeden Fall klingt Dean nach sehr gutem „Value“ und nach einer Wette, die man Ende der 3ten Runde locker mal eingehen kann – gerade als Team wie die Eagles, die sich seit Jahren mit üblen Problemen herumschlagen.

Netter Nebeneffekt: In Philly landet Dean hinter einer Defensive Line mit seinem College-Teamkollegen DT Jordan Davis. Hinter dem 500kg-Fleischkoloss ist der ranke Dean dann auch schön protected für seine künftige NFL-Karriere.

Die nächst-deutlichen „Steals“ sind die Quarterbacks Willis (58 spots unter consensus) und Corral (49 Spots unter Consensus).

Auch der österreichische Tackle Bernhard Raimann ist dann doch ziemlich weit gefallen und wurde erst in Runde 3, an #77, von den Colts gezogen – 42 Plätze hinter seinem Consensus-Ranking.

Teams, die mir bis jetzt gefallen

Ravens – Der Favorit auf den besten Draft 2022, und das ist auch keine Überraschung. Niemand spielt das Draft-Spiel besser als seit vielen Jahren die Ravens. Gemessen am Public haben sie heuer unglaublichen „Value“ abgestaubt:

Pos.NameConsensus+/-
#14S Kyle Hamilton#2+12
#25C Tyler Linderbaum#14+11
#45EDGE David Ojabo#29+16
#76DT Travis Jones#42+34

Nochmal: Wir wissen, dass „steals“ nicht zwingend so großartige Glücksgriffe sind wie der Begriff impliziert, und Safety + Center sind nicht die allerwertvollsten Positionen um sie schon in Runde 1 zu draften.

Bloß: Hamilton hatten viele als einen der besten Prospects. Linderbaum galt als epischer Center-Prospect. Ojabo ist ein klares 1st-Round-Talent, wenn die Achillessehne nicht reißt. Und Jones fiel in all dem Wahnsinn irgendwie durch den Rost und ist ein typischer Ravens-DL: Anker gegen den Run, bissi Passrush, durchhaltevermögend genug für die Rotation.

Gerade Ojabo ist der klassischste aller Ravens-Picks: Ein Jahr bevor die Position wirklich „need“ wird gedraftet. Ojabo muss nicht 2022 spielen – wahrscheinlich kann er auch nicht. Aber dafür hat man schließlich letztes Jahr zum Ende der 1ten Runde raus das „Project“ Odafe Oweh gezogen, jetzt ein Jahr ganz passabel entwickelt – und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, dass Oweh heuer den Breakout hat. Ojabo? There’s always a next year.

Die Ravens haben all das geschafft ohne teure Trade-Ups einzufädeln. Im Gegenteil: Nachdem sie WR Hollywood Brown, einen guten, nicht überragenden Receiver, für einen 1st Rounder nach Arizona verschifft hatten, gingen sie im Tausch mit den Bills nur zwei Spots runter (von #23 auf #25) und staubten so nebenbei einen 4th Rounder dafür ab (#130).

Klar bleibt auf der eh schon nicht überwältigend besetzten Receiver-Position jetzt eine kleine Lücke. Aber das Gesamtpaket des bisherigen Ravens-Wochenendes ist eins der überzeugensten.


Chiefs – Der Trade für CB McDuffie war extrem teuer, aber das ist mein einziges Problem mit dem bisherigen Chiefs-Draft, der ganz eindeutig unter dem Motto „re-load“ steht: Füll den lückenhaft gewordenen Kader an möglichst vielen Stellen auf.

Die Chiefs haben mit ihren ersten Picks wertvolle Positionen „of need“ adressiert – CB, EDGE, WR. George Karlaftis ist vielleicht mein Lieblings-Pick der 1ten Runde. Skyy Moore an #54 fühlt sich wie ein Gewinn an – so einen kleinen Irrwisch als WR4 in die Rotation zu werfen, ist echt nice.

Dazu LB Chenal von Wisconsin zum Ende der 3ten Runde raus als ziemlich guter „Value Pick“. Der einzige *interessante* Pick ist S Bryan Cook Ende 2te Runde: Public hatte den Mann an #95.


FalconsIch mag den QB-Pick. Ich meine, an Falcons-Stelle hätte ich eher Malik Willis genommen, aber QB in Runde 3 für so ein Team ist ein Los, das sich lohnt zu kaufen.

Zu den anderen Picks hab ich gar nicht so viel Meinung: Verglichen mit dem Consensus alle gaaaaanz leicht overdraftet, aber keine teuren Trade-Ups und mit Verve Ressourcen auf die ewige Problemzone Defense geworfen.


Titans – Auch hier: Der eingangs diskutierte QB-Pick allein ist es wert, und Willis ist mein Lieblings-QB des Jahrgangs. Lass mich jetzt von einer Triple-Option-Offense träumen… nur ganz kurz, bis der Ernst der Saison beginnt.

Klar ist der Verkauf von A.J. Brown bitter – aber ich habe Verständnis. Der Preis am Receiver-Markt ist crazy, und ob Brown wirklich die 3 Mio/Jahr Discount gegeben hätte, wie er nach seiner Unterschrift für 25 Mio/Jahr in Philadelphia verkündete – who knows. Als Spieler ist Brown ein Top-10 Receiver, aber die NFL hat die Salary-Cap, und so gern diese als Mythos hingestellt wird: Sie ist real, und zwingt Teams dazu solche Entscheidungen zu treffen.

Wäre Willis ein sicherer QB-Prospect, man hätte mit Blick auf den Rookie-Vertrag argumentieren können, dass man einen Brown auch zum hohen Preis im Kader hält. Aber die Titans müssen parallel dazu noch einen bescheuerten QB-Vertrag in jenem von Ryan Tannehill mitschleifen. Da konnte ja niiiiiemand ahnen, dass ihnen der mal auf die Füße fallen würde.

Gespaltene Meinung

CardinalsTeure Trades vermieden, alle drei gedrafeten Prospects (TE McBride, EDGEs Thomas + Sanders) sind gemessen am Consensus Board sehr guter Value und gleichzeitig Positionen, an denen der Kader ganz einfach Frischblut brauchte: Die Draftpicks in Isolation gefallen mir ganz gut.

Sternchen möchte ich aber hinter den Trade für Hollywood Brown setzen. Brown wird mit seinem College-QB Kyler Murray vereint, aber war in seiner NFL-Karriere bis jetzt doch bissl viel one trick pony, um guten Gewissens einen 1st Rounder zu investieren. Auf der anderen Seite: Brown spielt noch bis zu zwei Jahre „cost controlled“, denn er war wie Murray Draftklasse 2019.

Colts & Giants – wenig Meinung zu den Prospects, aber gute Trade-Downs.

Kwesi und die Vikes – Gute Trades, hätten noch besser sein können (sollen?).

Die Panthers

Der Draft ist aus Panthers-Sicht ganz okay gelaufen: Volle Auswahl an Offensive Tackles an #6 und ein QB zum Ende des zweiten Tages raus. OT Ickey Ekwonu und QB Matt Corral sind als Paket mit das beste, was die Panthers mit ihren limitierten Ressourcen von diesem Draft erhoffen konnten.

Auf jeden Fall klingt es wie eine bessere Ausbeute als Kenny Pickett an #6 zu ziehen und dann einen teuren Trade-Up für einen OT einzufädeln. Hätte also schlimmer laufen können für eines der inkompetentesten Front Offices in der NFL.

Apropos inkompetent…

Looking for Kompetenz…

Jets – Ich weiß: Die beiden Top-10 Picks sind coole Hunde, und der dritte 1st Rounder, EDGE Jermaine Johnson, ist ein Spieler, der in den Tagen vor dem Draft sogar etwas Top-10 Hype bekommen hatte.

Aber Baby: Johnson projected nicht wirklich Elite für die NFL. Der Trade hat die Jets Ressourcen gekostet, und sie hatten Glück, dass es nicht noch mehr Ressourcen waren…

…und am allerschlimmsten: Es wäre um ein Haar nicht der einzige Trade geblieben, denn dem Vernehmen nach wollte GM Joe Douglas einen weiteren machen um in der 1ten Runde noch RB Breece Hall zu holen.

Douglas scheiterte mit seinem Trade-Versuch, aber Runningback zu Beginn der zweiten Runde wurde es trotzdem: Hall ging dann eben an #36. Für solchen Prozess kriegst du bei mir immer eine schlechte Note.

JaguarsWalker an #1 über Hutchinson und Thibodeaux, Trade-Up für einen bald 24-jährigen Linebacker in die 1te Runde hinein, dann ein Center 50 Spots höher als das Conssensus Board und ein Linebacker: Nicht die Hilfe, die sich Trevor Lawrence erhofft hatte.

Dank Doug Pederson gibt es noch a bissl Hoffnung. Aber weit sind wir nicht mehr weg von dem Tag, an dem Lawrence mit seiner Trade-Forderung an die Öffentlichkeit gehen sollte.

Packers – Finally an #34 ein Receiver-Pick, aber zu einem Preis, der nach „Gutekunst wurden die Hosen ausgezogen“ klingt. Gepaart mit dem eher unglücklichen 1st-Round-Pärchen Walker/Wyatt ist es zwar ein Draft, der den epischen 2020er übertrifft, aber der nicht viel gemacht hat um meine Meinung von Gutekunst zu verbessern.

Zum Divisonssieg wird es trotzdem reichen, denn die Vikings und Lions sind noch nicht bereit, und die Chicago Bears scheinen es geschafft zu haben, nach dem furchtbaren GM Ryan Pace einen neuen GM (Ryan Poles) eingestellt zu haben, der kein Upgrade darstellt. Merke: „Ryan“ im Vornamen deines GM-Kandidaten = automatic red flag. Phonetisch Ähnlichkeit mit „Pace“ im Nachnamen: Hände weg!

Bears-Picks:

  • CB Kyler Gordon an #39
  • S Jaquan Brisker an #48
  • WR Velus Jones an #71

Okay, es ist das dritte Mal, dass Velus Jones zur Sprache kommt. Was hat es mit dem Mann auf sich?

Einmal: Velus war am Consensus Board ein 5th Rounder.

Dann: Velus ist schnell (4.31 Sprintzeit), aber das ist das einzige, was an ihm athletisch heraussticht. Wir wissen, dass reiner Speed überschätzt ist.

Und: Velus ist alt. Sehr alt für einen Rookie. Leute, die 2019 gedraftet wurden, sind jünger als Jones.

Jones hat am College noch mit Juju Smith-Schuster gespielt – bei USC. 2016. (Hat-Tip Moo)

Bad Teams stay bad. Justin Fields = der nächste QB, der sich mit dem Gedanken an sein zweites NFL-Team anzufreunden beginnen kann.

7 Kommentare zu “Nachwehen und erste Gedanken zum zweiten Tag des NFL Drafts 2022

  1. @korsakoff, wenn du die Zeit findest würde mich interessieren, warum du so eine schlechte Meinung von Gutekunst hast.
    Klar war der 2020 Draft mindestens diskutabel, aber zur Wahrheit gehört ja auch, dass die packers in jedem der letzten 3 Jahre absolut stark in der regular season waren und zumindest in den letzten beiden Jahren auch den Kader für den super bowl einzug hatten. Das sie es dann in den entscheidenden Spielen nicht auf den Platz bringen in den Playoffs liegt meiner Meinung nach nicht alleine an nem fehlenden puzzle Stück im Kader das man direkt dem GM anlasten könnte

  2. Gutekunst = praktisch kein Jahr ohne teuren Trade-Up.
    Der Draft 2020 war nicht „mindestens diskussionswürdig“, sondern der wahrscheinlich übelste der letzten 15 Jahre.

    Salary-Cap Situation war heiße Scheiße, zu einem Punkt, dass sie Davante Adams annähernd unter Wert verkaufen mussten damit dieser nicht länger den Cap-Space blockiert.

    WR viel zu lange missachtet. Nur ein bissl mehr Investition, und sie hätten mindestens 2021 das Finale erreicht.

    Gutekunst scheint in LaFleur einen guten Move auf HC gemacht zu haben, aber gleichzeitig möchte ich LaFleur erst ohne Rodgers sehen.

    Natürlich ist nicht alles schlecht. Seine höheren Picks haben mehrheitlich eingeschlagen, wenn auch zu ständig überzogenen Kosten. Trade-Ups summieren sich. Es hat seine Gründe, warum die Packers irgendwann in einer so schlechten Cap-Situation waren.

    Wir müssen bei Gutekunst aufpassen, dass wir uns nicht zu sehr von den immerguten Regular-Season-Siegbilanzen blenden lassen.
    Packers gewinnen jedes Jahr locker die NFC North, weil sie Rodgers haben, weil die Lions + Bears absolut Trash sind und die Vikings mit Saisons vom Kaliber 9-7 happy sind anstatt den Durchbruch zu wagen.

    Angesichts der Qualität des QBs sowie der NFC-Konkurrenz ist diese sportliche Ausbeute der letzten Jahren keine krasse Enttäuschung, aber gleichzeitig auch kein Grund sich allzu sehr auf die Brust zu klopfen.

  3. Zu den Bears gibt es auch das hier noch:

    Traurig.

  4. Danke Korsakoff, einmal für die ganze Zeit und Arbeit, die du hier reinsteckst und dann auch für deine Einschätzung zum Uptrade der Packers.
    Den Watson-Pick fand ich selbst nicht schlecht, aber den Preis den man dafür gezahlt hat, war schon sehr happig…

  5. Die wenigen gedrafteten QBs finde ich wie der Hausherr schräg. Ich habe mal etwas mit Zahlen gespielt, um zu verstehen, wie die GMs denken:
    Annahme 1: Bedarf von 64 QBs (Starter + Backup)
    Annahme 2: Karrieredauer von 16 Jahren (siehe Brady, Rogers; Alex Smith war in Saison 14 bei Horrorverletzung)
    Annahme 3: 80% Erfolgsquote im Draft (normale Selbstüberschätzung 😉 von Alpha-Männchen)
    Dann muss die NFL über 16 Jahre einen Pool von 80 Plätzen neu befüllen –> pro Draft sind 5 QBs notwendig. Das würde nur 3 gedraftete QBs in einem „schlechten Jahrgang“ erklären.

  6. Karrieredauer von 16 Jahren 😉
    Luck, Newton, Kaepernick, RGIII gehörten alle zumindest mal zwischenzeitlich zur erweiterten Ligaspitze und keiner habt es auch nur in die Nähe von 16 Jahren geschafft 😉

  7. @alexander:
    Sehe ich genauso. Habe annahmen gewählt, die das Ergebnis erklären :-).
    Der Pick des gm verletzt sich nicht :-)).

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