NFL Rückschau Week 2: Primetime-Spiele

Ein paar nicht wirklich gut sortierte Gedanken zu den NFL Primetime-Spielen von Sonntag und Montag.

Packers – Bears 27:10. Es war ein Spiel, das nicht viel für Analyse hergibt. Geren Bay konterte den ersten Bears-TD mit einem schnellen eigenen TD, und danach dominierte die Packers-Front die hoffnungslose Bears-O-Line. Chicago hatte drei 3&outs in Folge, während Green Bay zwei lange, smoothe Touchdown-Drives drüberlegte und zur Pause 24:7 führte.

Damit war das Ding durch – aber es war schon auffällig, wie wenig die Bears sich überhaupt an einem Comeback versuchten. QB Justin Fields hatte in der ganzen zweiten Halbzeit nur neun (!) Dropbacks. Zugegeben: Die sahen größtenteils hoffnungslos aus. Zwei Sacks, eine INT.

Fields beendete den Tag mit 14 Dropbacks: Nur sieben Completions in elf Würfen, 3 Sacks. Elf Würfe in einem Blowout-Loss kommt einem Misstrauensvotum der kompletten Offense gegenüber gleich.

Aber was willst du machen: Richtig strukturierte Offense ist mit Fields schon qua Fields‘ Tendenzen nicht einfach, aber wenn die O-Line ihrem Namen nicht gerecht wird und es quasi keine Receiver zum Anspielen gibt, dann sieht es eben so erbärmlich aus.

Wenn wir heute Nacht die Eagles-Defense gegen Minnesota angeschaut haben, dann verdient sich die Packers-Defense für ihre desaströse Vorstellung in Woche 1 umso mehr ein kritisches Auge. Ich weiß nicht, ob das Bears-Spiel viel getan hat um der Skepsis dieser Unit gegenüber genug Einhalt zu gebieten.


Bills – Titans 41:7. Kantersieg von vorne bis hinten. Die Bills dominierten alle Facetten mit einer Eindeutigkeit, die in der NFL selten ist.

Offense – Allen für Diggs war der große Winner. Beide spielten nur drei Viertel, aber genug für Allen um 26/38 für 317 Pass-Yards mit 4 TD zu gehen, und für Diggs um 12 Catches in 14 Targets zu fangen und 148 Yards mit 3 TD zu machen. Tennessee bekam nach ein paar Anflügen von Pressure ganz zu Beginn praktisch nie Zugriff.

Mehr musste Buffalo nicht zeigen. Es reichte trotzdem für 41 Punkte in drei Vierteln.

Defense – Die Bills-Line dominierte die Titans-Front. Was allein wieder Von Miller an Chaos in der Titans-Pocket veranstaltete, war schon heftig. QB Tannehill sah absolut kein Land und mit 55% Completion Rate, 2 wilden INTs und zwei langen Sacks.

Laufspiel gegen eine nicht immer die Box vollstellende Bills-Front? Derrick Henry keine 2 Yards/Carry. Das einzige, was irgendwie für Tennessee ging: Paar kurze Pässe für Treylon Burks. Weil ihr Play-Action wie so oft in solchen Spielen exposed wurde, spielten die Titans die Partie am Ende mit Malik Willis zu Ende. Der zeigte die berüchtigte Tendenz, ständig sofort loslaufen zu wollen.


Eagles – Vikings 24:7. Dominante Performance der Eagles offensiv (erste Halbzeit) und defensiv (mehr oder weniger ganzes Spiel).

Die Eagles-Offense lief ganz am Anfang ständig in offene Boxen (Minnesota oft nur mit sechs Mann in der Box), und hatte schnell Erfolg. Hurts, Sanders und Scott hatten haufenweise solide Runs. Viele kurze 3rd Downs. Als Minnesota ein bisschen umstellte, begann Hurts mit RPOs sichere Pässe zu nehmen.

Das klappte die ganze Partie über. Hurts verteilte den Ball souverän querbeet: A.J. Brown acht Targets (fünf Catches, 70 Yards), Devonta Smith sieben Targets (für 7 Catches, 80 Yards), Dallas Goedert sechs Targets (5 Catches), dazu fünf Checkdowns auf die Runningbacks und ein Deep-TD für einen völlig alleingelassenen Quez Watkins, wo man nicht mal sagen könnte „zwischen den Zonen“, denn da war ganz einfach niemand weit und breit:

Noch deutlicher wird es mit den Tracking-Dots – keine Ahnung was #24 Bynum da macht:

Philly hatte nichtmal dann echte Probleme, als die Refs zum wiederholten Male „illegal man downfield“ callten – so häufig habe ich das in der NFL nicht oft gesehen. Das hätte die Effizienz der RPOs bremsen können. Tat es aber nicht, weil die Offense einfach physisch besser war.

Der Halbzeitstand war dann auch gleich der Endstand (was in der NFL selten ist). Die ganze zweite Halbzeit über spielten die Eagles-Verteidiger Katz und Maus mit QB Kirk Cousins: Vorne gute Pressure, gemischt mit vereinzelten Blitzes – und Cousins warf einen Interception-würdigen Pass nach dem anderen.

Ehrlich: Cousins hatte drei INTs, aber das hätten auch acht oder zehn sein können. NFL-QBs verlieren nicht oft so klar die Nerven wie Cousins in diesem Spiel.

Allgemein bekamen die Vikes ihr Play-Action-Spiel überhaupt nicht in Gang. Immer wieder war Cousins zu einem kurzen Checkdown gezwungen. Viele Plays endeten hinter oder knapp über der Anspiellinie.

Auch Justin Jefferson: In dieser Partie kein wesentlicher Faktor, trotz 6 Catches für 48 Yards bzw. trotz 12 Targets. Die Vikes versuchten Jefferson auf Druck zu füttern, aber die Eagles dominierten mit ihrer Man-Coverage und Jefferson hatte nie auch nur ansatzweise solche Räume wie letzte Woche.

Die Eagles waren letzte Woche defensiv noch ziemlich lasch gegen Detroit. In diesem Spiel war schon auffällig, wie aggressiv die Vikes auf die Pass-Catcher gingen und ständig eine Hand am Catch-Point dran hatten.

Ist Philly damit ein NFC-Spitzenteam?Abwarten und Tee trinken. Ich vertraue Hurts als Passer noch immer nicht genug, und dass die Defense so dominierte lässt mich erstmal ein genaueres Auge auf die Vikings-Offense werfen. Philly hatte Minnesota die ganze zweite Halbzeit über im Sack, aber sie machten den Sack irgendwie auch nie richtig zu. Es gab mehrere Momente, in denen Minnesota hätte zurückkommen können – bloß warf Cousins dann immer die nächste INT statt dem TD.

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