Wie man Sexskandale nicht kommentiert – und wie man Fragen zum College Football beantwortet

Beim Thursday Night Game Cleveland – Pittsburgh heute Nacht (Achtung Spoiler zum Spielstand 3:45 vor der Halbzeit) hat die gewichtigste Stimme der NFL, jene des Hardcore-Republikaners Al Michaels, zum wiederholten Male eine Glanzleistung abgeliefert.

Es ging um das unumgängliche Thema Deshaun Watson. Michaels fabulierte über die unglückliche QB-Geschichte der Browns – they had Manziel, didn’t work out. Had Baker, didn’t work out. Now Watson, if that does not work out, than what? Jus exhume Otto Graham. Damit war die Überleitung zum „controversial“ (O-Ton Michaels) Watson-Skandal geschaffen.

Michaels betonte, dass die Owner über den 230-Mio-Vertrag vor allem deshalb nicht glücklich seien, weil die Milliardäre die Zahl quasi als Öl ins Feuer auffassten – lieber hätten sie die Flamme ausgetreten.

Aber Michaels ging weiter. Watson dürfe keine freien Masseurinnen mehr anstellen. Das ist in Michaels’ Weltsicht wohl nicht so einfach und bedürfe eines Zuckerles, denn Michaels weiter: If 230 million dollars isn’t enough for him to do what he needs to do, then I don’t know what it is.

“Die Summe muss reichen, dich zusammenzureißen und keine weiteren Weiber zu belästigen“

Michaels schaffte es in dem minutenlangen Monolog, kein einziges Mal explizit darauf einzugehen, was Watson eigentlich vorgeworfen (bzw. können wir sagen „nachgewiesen“?) wird. Ein Wort über die Opfer? Sehr viel verlangt – zu viel für Al Michaels.

Co-Kommentator Kirk Herbstreit wurde es schnell zu peinlich, er klinkte sich komplett aus der Diskussion aus und ließ Michaels allein darin, sich über Kopf und Kragen zu reden. Keine Gegenrede. Nüscht.

US-Commentary at his worst.

Wie Dialog richtig funktioniert

Damit zum College Football, wo ich diese Woche wieder sieben Fragen zum College Football an Jan Weckwerth gestellt habe, u.a.

  • Wie gut sind die Washington Huskies unter dem neuen Trainer und nach ihrem Kantersieg über das nicht zu unterschätzende Michigan State?
  • War Scott Frost in Nebraska vielleicht doch der Mann, der alles zusammengehalten hat?
  • Was braut sich mal wieder im Hotspot für Selbstüberschätzung Auburn zusammen?
  • Ist Oregon besser als gedacht?
  • WAS IST LOS MIT DEM KÜNFTIGEN LIONS QB ANTHONY RICHARDSON?

And on: Hier entlang zum Lead-Blogger.

Kollege Jan hat übrigens auf seinem Blog mittlerweile die vielen Fragen zu seinem Blog-Jubiläum beantwortet – u.a. auch meine. Ich hab noch nicht alles gelesen, aber da sind ein paar interessante Geschichten zum College Football mit dabei – hiermit Empfehlung ins Blinde hinein.

3 Kommentare zu “Wie man Sexskandale nicht kommentiert – und wie man Fragen zum College Football beantwortet

  1. Übrigens ein interessanter Stat zur Abhängigkeit der Steelers von Watt:

    „The Steelers are now 0-7-1 since the start of the 2020 season when T.J. Watt plays less than 50% of the defensive snaps for the game. When he is on the field for at least half the snaps they are 22-6 in that same time span.“

    Für manche vllt noch nicht aussagekräftig genug (Stichwort: Stimmt hier Korrelation und Kausalität?), aber auch die advanced stats zeigen, wie sehr vor allem die Defense abbaut, wenn Watt fehlt (top 5 Unit mit ihm, bottom 5 ohne ihn).

  2. Das kommt halt auch davon das die offense eh nix gerissen bekommt und da reicht dann eine nur überdurchschnittliche Defenseleistung schon nicht mehr aus, da muss man schon krass performen um das auszugleichen. und ohne einen top3 Passrusher ist das nunmal schwierig.
    Dann haben auf einmal Leute double teams die das nciht gewohnt sind und dann fällts in sich zusammen.

  3. Wobei, wenn man von Jacoby Brisett auseinander genommen wird, würde ich auch nicht mehr von einer durchschnittlichen Defenseleistung sprechen. Zumal die Steelers sich die teuerste Defense der Liga leisten, da darf dann auch ohne den Superstar schon ein bisschen mehr kommen.
    Das Ganze krankt halt daran, dass das Front Office seit geraumer Zeit zuviel Ressourcen (insbesondere im Draft) in „falsche“ Positionsgruppen steckt.

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