Die sechste Kerze brennt

Sechster Blog-Geburtstag. Mach‘ Du das mal und mach‘ das ruhig ein bißchen persönlich, hat korsakoff geschrieben an einem Novembersonntag. Ein Footballsonntag, natürlich. Wer genügend Bildschirme hat, kann an einem Sonntagabend 2016 drei Bildschirme füllen: ein Spiel über den Gamepass, die Redzone über DAZN und das Topspiel über Pro7Maxx/ran.de oder PULS4. Football scheint recht beliebt zu sein bei den Leuten. Wo kommen diese Leute her? Ein Beispiel. Weiterlesen

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Mahlzeit.

Ende Juli und damit die Feststellung, dass die US-Footballsaison näher rückt. So banal wie sie klingt, ist diese Feststellung für mich dieser Tage gar nicht. Denn der Football 2016 ist für mich in diesem Moment noch sehr fern.

Wie weit ich vom Football weg war, merkte ich vor einer Woche, als ich beim Überfliegen von Sommercamps zufällig auf die „News“ der Entlassung von Baylor-Coach Art Briles stieß. Briles war am 26ten Mai wegen der Ignoranz von Sexskandalen an der Baylor University trotz all seiner sportlichen Erfolge gefeuert worden. Keine Chance, dass solche Nachrichten früher länger als zwei Tage an mir vorbeigegangen wären. Bei Briles dauerte es zwei Monate.

So weit war ich weg vom Thema.

Die Distanz hat auch gut getan. Weiterlesen

Der Jahresbericht 2015

Die Elfen von WordPress haben wie jedes Jahr einen Jahresreport zusammengestellt. Die Zusammenfassung sei hier veröffentlicht. Wer es genauer wissen will, ist eingeladen, den Link unten anzuklicken.

Wordpress Jahresbericht

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 660.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 28 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

2015 war ein schwieriges Jahr. Ich hatte bis Weihnachten lange keinen freien Tag mehr. 2016 wird noch schwieriger. Ab morgen bin ich nicht mehr bloß Arbeitnehmer. Ab morgen bin ich auch Arbeitgeber. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Prost Neujahr, auf dass nächstes Jahr hier jeder wieder in brauchbarem Zustand vorbeischaut. Damit wir in 28 Jahren den Louvre gefüllt haben. Oder etwas früher.

Der Jahresbericht 2014

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt. Ich veröffentliche mal die Zusammenfassung. Wer mehr erfahren will, kann gerne auf den Link unten klicken, wobei die Zahlen ein paar Tage alt sind und die Lovre-Rechnung… nicht ganz stimmen kann.

Hier ist ein Auszug:

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 620.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 26 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Prost Neujahr und passt auch euch auf. Ich möchte morgen hier jeden einzelnen wieder in angemessenem Zustand begrüßen können.

Die vierte Kerze brennt

Es gibt Leser, die wissen wollten, welchen Mannschaften ich im American Football die Daumen drücke, wenn es nicht um die erklärte Lieblingsmannschaft Detroit Lions geht. Das ist eine Frage, die dazu einlädt, mein generelles Verhältnis zum amerikanischen Football, ja vielleicht darüber hinaus zum US-Sport, einzuordnen.

US-Sport war für mich immer eine etwas freakige neue Welt, in die einzutauchen spannend war – schon allein deshalb, weil er so lange nur über Liveübertragungen in finsterster Nacht erreichbar war, und weil er für mich lange Zeit mehr mit den liebevoll aufbereiteten Übertragungen im österreichischen Fernsehen assoziiert wurde als mit einer bestimmten Mannschaft oder einem bestimmten Spieler.

Fußball ist das, womit man aufgewachsen ist. Es ist der Sport, den man selbst betrieben hat. Es ist der Sport, an dem man sich reiben kann. Der US-Sport ist bis heute das Fremde geblieben, bei dem es mir noch immer nicht leicht fällt, klare Identifikationspunkte auf Spieler- und Mannschafsseite zu finden. Mit „klar“ meine ich eine annähernde Verbundenheit wie es mit einer deutschen Fußballnationalmannschaft oder einer irischen Rugbymannschaft oder einfach nur dem nächstbesten Dorfverein der Fall ist.

Mit fällt es leichter, Emotion für ein College aufzubringen als für einen Proficlub. Mir fällt es auch leichter, Emotion aufzubringen für ein Team als für ein Individuum. Diese Eindrücke mögen sich im Football dadurch verstärken, dass die Spieler selbst gesichtslose Krieger sind, versteckt hinter Helmen mit Stahlgittern, und die Coaches sauer dreinschauende vermummte alte Säcke sind, die an der Seitenlinie in ihren Headsets in einer eigenen Welt leben.

Für die Detroit Lions konnte ich schon immer Sympathien aufbringen. Detroit ist eine verfallende Stadt. Die Bilder eines Hasenhaken schlagenden Barry Sanders haben die Neugier einst nur größer gemacht. Über allem steht die Misere, die diese Mannschaft begleitet. Diese Erfolgslosigkeit. Ich hoffte so lange, dass diese Franchise die Kurve kratzt. Ich hoffe bis heute.

Quasi mein „1b-Team“ sind die New England Patriots, aber es ist weniger eine Liebe als mehr die Anerkennung für eine so lange so konstant erfolgreiche Führung, die auf alles scheißt was in der sozialistischen NFL den anderen Probleme bereitet: Abwerben von Coaches, Spielerabgänge, Verletzungen, Rivalitäten. Bill Belichick ist der beste Manager im American Football. Er hat es geschafft, die Wetten zu schlagen. Wird Zeit, dass er mal wieder den ganz großen Wurf macht.

Dann gibt es die ewigen Underdogs, bei denen ich nur darauf warte, dass sie mal den Durchbruch schaffen um auf den Bandwagon aufzuspringen. Die Buffalo Bills oder die Minnesota Vikings sind hier zuallererst zu nennen, zwei kleine Teams aus kleinen Märkten, beide mit je vier Superbowl-Qualifikationen ohne die Lombardi Trophy jemals gewonnen zu haben.

Oder die beiden Lokalrivalen aus Ohio, Cincinnati Bengals und Cleveland Browns: Zwei geschichtsträchtige Mannschaften, die so viele Versuche unternommen haben an den Glanz der alten Zeiten anzuschließen, dass es immer wieder erstaunlich und herzzerreißend ist, wie es immer wieder schief gehen kann weil entweder die Mannschaften aufgelöst werden oder sich die Franchise-Quarterbacks alle Bänder zerfetzen.

Dann gibt es die klassischen black’n’blue-Mannschaften, die zu jeder Sportliga der Welt gehören und die es als Konstanten und Beweis der langen Geschichte einfach braucht. Teams wie Pittsburgh, Green Bay, Chicago oder Philadelphia sind zumindest nie welche, gegen die ich die Daumen drücken würde.

Die NFL ist für mich auch eine Liga, in der es mir leicht fällt, periodisch für das eine oder andere Jahr diversen Clubs die Daumen zu drücken, weil geile Spielweise, mutige Coaches, interessante Spielertypen oder einfach Pechvögel hoch drei. Die Carolina Panthers habe ich immer mal wieder unterstützt – einst, weil sie mit der besten Defensive Line und diesem Jake Delhomme die Superbowl gestürmt haben wie nie zuvor ein Außenseiter die Superbowl gestürmt hat, dann, weil sie mit dem weltabgewandtesten aller Coaches, Ron Rivera, begannen die Zahlen zu nutzen.

Die Jacksonville Jaguars unter David Garrard. Die Tampa Bay Buccaneers mit Josh Freeman. Die Tennessee Titans unter Steve McNair. Die Arizona Cardinals unter Kurt Warner. Die New Orleans Saints in den ersten Jahren unter Brees. Sie alle sind Mannschaften, denen ich intensiv die Daumen gedrückt habe, für deren Franchises ich mich darüber hinaus jedoch nur selten erwärmen konnte.


Sideline Reporter wird heute vier Jahre alt. Wurde Zeit, dass diese Hackordnung mal geklärt wurde. Sideline Reporter befindet sich gerade in einer etwas schwierigen Phase, da die Arbeit mal wieder überhandnimmt. Das führte am Donnerstag sogar dazu, dass doch grad das allererste Mal in der vierjährigen Existenz dieses Blogs eine Spieltags-Vorschau komplett ausgefallen ist.

Dass das nicht einreißt, dafür bürgen meine Zappelfinger. Dass die Prioritäten in den letzten Monaten aber verschoben werden mussten, sieht man auch an der obligatorischen Statistik, die ich jetzt nachfolgend aktualisiert hochlade – so wenige Blogeinträge hatte das Sideline Reporter Blog im Lauf von 365 Tagen noch nie.

Blogstatistik, Jahr 4

Blogstatistik, Jahr 4

Schauen wir was die Zukunft bringt.

Sideline Reporter zu Gast in der Doppelstunde

Ankündigung: Heute von 20h – 22h geht es in der „Doppelstunde“ beim Online-Radio Detektor.fm um American Football. Unter anderem wird es in einer knapp zehnminütigen Rubrik Sportmedium der Woche um das Sideline Reporter Blog gehen, wo ich Frage und Antwort stehe.

Es geht grob um folgende Themen: Was ist die Motivation hinter dem Bloggen über ein Freakthema wie Football? Wie interpretiert man Statistiken im Sport? Was ist die Idee hinter dem Power-Ranking in der hiesigen Auslegung?

Der Jahresbericht 2013

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an. Ich veröffentliche mal die Zusammenfassung. Wer mehr erfahren will, kann gerne auf den Link unten klicken.

Hier ist ein Auszug:

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 420.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 18 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Prost 2014.

Die dritte Kerze brennt

Es war vor drei Jahren an einem tristen Novembertag. Ich saß an einem Forschungsprojekt, und zappte in der Pause die Wochenend-Tapes vom Festplattenrecorder. Ich schrieb damals NFL-Artikel für SPOX.com, weil ich eben gern schrieb, aber die Software dort war umständlich und ging mir schon längere Zeit gepflegt auf den Senkel. In einer Art Kurzschlussreaktion reaktivierte ich meinen brach liegenden WordPress-Account, mit dem ich ein Jahr zuvor, im Heiligen Jahr 2009, meinen (nicht unumstrittenen) Beitrag zur politischen Selbstbestimmungsdebatte in Südtirol geleistet hatte. Mein altes Blog Die Goldene Mitte blieb geschlossen. Ich öffnete ein neues.

Sein Name sollte mit American Football assoziierbar sein. Ich dachte nicht lange darüber nach. Erin Andrews flimmerte übern Schirm, und mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Sideline Reporter, ein im US-Sport bekannter, mehr, meist weniger nützlicher Bestandteil des Spiels, und rein zufällig nebst immanenter Bedeutung „Berichterstattung“. Ich war begeistert, tippte es ein, klickte mich durch die kurze Blog-Registrierungsphase, und wenige Minuten später war der erste Blogeintrag pronto.

Erst im Lauf der nächsten Tage dämmerten mir bessere Titel. Double Coverage zum Beispiel, was sich im wahrsten Sinne des Wortes doppelt angeboten hätte, denn der Fokus liegt hier auf zweierlei: NFL und College Football. Und coverage ist im US-Gebrauch von „Berichten“ auch keine Welten entfernt. Oder Armchair-Quarterback als Vorläufer des Pocasts Sofa-QBs. Oder Mister Irrelevant. Blog Interference. Hash Marker. Oderoderoder. Es war nunmal so. Das Blog war schon bekannt gemacht, von dogfood auf Allesaussersport unter ursprünglichem Namen beworben. Ich konnte eh nix mehr ändern.

Die Besucher konnte ich anfangs trotz allem per Handschlag begrüßen. Ich merkte mir ihre Namen und ihre Gesichter. Der Liveblog zu einem der wichtigsten, besten Footballspiele der letzten zehn Jahre, der Iron Bowl 2010, wurde verfolgt von 226 Hits. Nicht User oder Browser. 226 Hits. Fünf oder sieben Leute, maximal. Mir war es schnuppe. Ich schrieb gern. Und mit der Zeit kamen immer mehr Leute von verschiedenen Quellen.

Das Bloggen erwies sich als sehr praktisch. Das Schreiben gab mir die Möglichkeit mich auszudrücken, mit Leuten einen Sport zu diskutieren, über dessen Existenz bei uns niemand weiß. College Football. Ich bin der einzige Mensch in Südtirol, der bei „West Virginia“ nicht sofort an Discodance und heiße Nächte denkt. (okay, nicht ganz. Unsere beste Sportschützin hält ein Sportstipendium bei WVU. Wir sind also zu zweit)

Bloggen braucht Zeit, aber die halbe Stunde finde ich. Halbe Stunde. Mehr gibt es nicht, mehr habe ich nicht, zumindest meistens. Ich hab mir mehrfach gedacht, porca miseria, lass es sein. Doch dann, ganz unverhofft, du lallst um fünf zur Tür herein, und es fehlt noch eins für den beruhigten Schlaf: Der Zwischenstand College-Football. Man hängt am Sport, trotz allem. Das ist fanatisch, ich weiß. Aber es ist auch praktisch. Am nächsten Tag hast eh alles vergessen. Keine Furcht vor Spoiler.

Schreiben ist Evolution. Am Anfang versuchst du dich an besonders knackigen Formulierungen und witzigen Analogien. Das verliert sich mit der Zeit. Irgendwann bist du’s gewohnt. Das Blog wird täglich Brot. Du entwickelst deinen Stil, und denkst nicht mehr darüber nach. Die Einträge entstehen im Flow, der Blick auf den Schedule, auf die Stats, der Griff zur Tastatur, und fertig ist das Ding. Es ist wie Plaudern aus dem Nähkästchen; der Partner ist der Bildschirm, aber das ist das Los des Footballfans.

Ich suche keine Perfektion, denn Perfektion kostet Zeit, die ich nicht habe. Viel reinpumpen, aber die Basics ignorieren: Tipp- und Satzzeichenfehler gehören zu diesem Blog wie die kruden Zahlen, die manchen Leser mit offenen Armen auf eine andere Seite treiben. Ich hab so manchen Bolzen geschossen. Das ist halt so. Wir scheißen auf Grammatik und Gepflogenheiten einst erlernter Essay-Struktur. Es ist ein Blog. Es gibt kein Geld, es gibt koa Zeit, es gibt nur Meinung.

Sideline Reporter existiert nun seit drei Jahren. Dies ist der 1461te Blogeintrag. Es geht nicht ohne Zahlen, daher wie immer der Zwischenstand, diesmal nach dem dritten Jahr.

STAT                GESAMT   |   3. JAHR      2. JAHR      1. JAHR
Blogeinträge         1.461   |       523          483          455
Seitenaufrufe      810.123   |   395.587      272.313      142.223
Bester Tag           7.869   |     7.869        4.480        3.892
Kommentare           8.217   |     3.530        2.319        2.368
Neue Abos              572   |       487           38           47

Die Reichweite ist noch immer klein, aber das hat sein Gutes: Keine Trolle, nur Freaks und Junkies. Und damit macht das Bloggen Spaß. Auch weiterhin.

Sideline Reporter goes Facebook

Ein Teil meines Tagesgeschäfts hängt immer noch im Business-Development unseres Unternehmens. Vor zwei Wochen war Marketing-Masterplanning, Strategie und operative Umsetzung dran. Wir hatten einen phänomenalen Professor, den einzigen Professor den ich kenne, der straight nach vorne arbeitet und in Workshops konkret arbeitet, der immer und immer wieder über die Wichtigkeit von Funken über möglichst viele Kanäle sprach. Du musst erreichbar sein. Du musst zu den Leuten hallo sagen. Du darfst nicht vergessen werden. Und nicht übersehen. Wir haben in der Arbeit schon etliches davon umgesetzt – in kürzester Zeit.

FacebookButtonIch habe gestern eine Facebookseite von Sideline Reporter aufgemacht. Nicht nur, aber auch aufgrund der Gespräche mit dem Professor. Ich arbeite in einer Branche, die mit Medien erstmal gar nix zu tun hat. Wir sind hemdsärmeliger. Aber ich hab auch schon mehrfach Wünsche – in den Kommentaren, aber vor allem via eMail – bekommen, die ganz gerne über Kanäle wie Twitter oder Facebook an Artikel erinnert werden.

Ich bin nicht vollends überzeugt davon, Content auf vielen Kanälen zu verstreuen. Ich war eigentlich immer eher ein Fan davon, ein Thema an einem Ort zu diskutieren. Trotzdem habe ich vor kurzem den Twitter-Account und das Blog zusammengeschaltet. Mein Twitteraccount lebt eh nicht richtig, da ich quasi ohne zeitliche Ressourcen arbeite.

Ich versuche es nun vorerst auch mit der Facebook-Seite. Über die Inhalte muss ich mir noch im Klaren werden. Ich möchte dort eigentlich nicht bloß die Link-Schleuder geben, sondern auch und vor allem auf lesenswerte Artikel, Blogs und Studien abseits dieses Blogs verlinken. Die Saison geht bald los. Bis dahin ist noch viel Vorbereitungsarbeit zu leisten.

Facebook ist auch ein weiterer Versuch, den Flow der Leser besser nachvollziehen und verstehen zu können. Wenn man sich die Benutzerstatistiken über einen längeren Zeitraum anschaut, merkt man, wofür sich die Leser interessieren, welche Themen

Zur Facebook-Seite geht es hier: Sideline Reporter Blog @ Facebook. Der Gefällt mir-Button ist Pflicht. Gerne auch andere Freunde einladen. Neue Leser sind immer willkommen. Und wer besondere Wünsche hat, bitte gerne in den Kommentaren oder auf der Facebookseite anbringen. Wir werden schauen, was sich umsetzen lässt. Einen Versuch ist’s wert.

Die zweite Kerze brennt

Ist wirklich schon wieder ein Jahr vergangen? Heute wird Sideline Reporter „2“, und es war ein recht aktives, spannendes zweites Jahr. Von ausgiebiger Bowl Season über Diskussionen um die Packers-Schwächen über eine Superbowl mitten in der Prüfungsvorbereitung hin zu einem Gamepass-Ankauf, der drei bis vier Footballspiele zum Einschlummern zulässt war relativ viel dabei, was das Footballherz begehrt. Es ist mir leider beruflich nicht mehr möglich, die langen Nachtspiele live mitzubloggen, aber dafür eröffnen sich dank „condensed games“ neue Möglichkeiten der Spielbetrachtung, die genutzt werden wollen.

Ein paar Statistiken für den Zeitraum von 9.11.2011 bis zum heutigen Tage.

STAT               2. JAHR      1. JAHR
Blogeinträge           483          455
Seitenaufrufe      272.313      142.223
bester Tag           3.892        4.480
Kommentare           2.319        2.368
neue eMail-Abos         38           47

Das Blog ist seit dem ersten Geburtstag auch redaktionell gewachsen: Seit 13. November 2011 sitzt Alexander Herrmann mit im Boot und hat in seither 86 Einträgen über Taktik und GamePlanning dazu beigetragen, dass sich die Seite von reinem TV-Gucken und Zahlenspielereien weiterentwickeln konnte.

Seit 2. Juli 2012 ist offiziell auch Sabine (a.k.a. Seminole) als Praktikantin eingestellt und hat ihre Tätigkeit vom reinen Zubereiten neuer Studien und Informationen aus den Staaten auf das Schreiben erweitert.

Mittlerweile gibt es quer durch die WordPress-Landschaft ja erfreulich viele lesenswerte deutsche Football-Blogs, und wir wollen natürlich weiterhin unseren Beitrag dazu leisten. Cheers.

Der Bloginnenraum spricht

Aus der Controlling-Zentrale von Sideline Reporter: Eine kurze Ergebnispräsentation. Der September 2012 war nicht nur der aktivste Monat ever für dieses Weblog, sondern gemessen an den Klickzahlen auch der bestbesuchte nach dem Playoffmonat Jänner 2012, der (natürlich) weiterhin unerreicht bleibt.

33.233 Seitenaufrufe in diesem Monat bedeuten einen Schnitt von 1108/Tag, mit dem besten Tag am 9.9.2012, dem ersten NFL-Sonntag in dieser Saison. Ohne die Seite größer machen zu wollen als sie ist (wir sprechen von „Seitenaufrufen“, nicht von „verschiedenen Browsern“ oder „unterschiedlichen Besuchern“): Der neue „Rekord“ stimmt positiv, vor allem angesichts der extrem limitierten Ressourcen zeitlicher, „redaktioneller“ (just kidding) und gestalterischer Natur.

Keine Ahnung, wie trotz ständigem Wesens auf Achse inklusive mehrerer Auslandsbesuche diesmal 55 Blogeinträge drin waren. Die fünf meist gelesenen Einträge des Monats (liveblogging-frei) waren:

Vor der NFL-Saison 2012/13            667 Aufrufe
Der Aufschrei                         595 Aufrufe
NFL Gamepass - Ein Erfahrungbericht   418 Aufrufe
Nach dem Sturm von Seattle            392 Aufrufe
SPORT1+ überträgt die NFL-Saison      390 Aufrufe

Über die Suchmaschinen wird dieses Blog wahlweise über die deutschen Football in den Staaten, diverse Gamepass- oder Termin-Suchen gefunden, oder über Schmankerln wie „grey cup across canada + was ist das?“,  „welches software braucht man um mathletics zu verwenden“ (datt Hirn), „relative watt-soll-leistung tabelle frauen“ (hier entlang), „hab ich als österreicher eine chance in der 1. college football liga“ (Probieren geht über Studieren!), „zen-meister joshua diese grünschnäbel-meister“ (?), „bilder von heroinpfeifen“ (??), エロメイト (???), „bitte vick mich“ oder „einfach nur ficken s.f“ gefunden, mit Grüßen an einen Kicker von Penn State…

Kurzum: Ein buntes Gemisch. An der Stelle geht auch der Aufruf an die Leser, das Blog bei Gefallen via Twitter oder Facebook oder andere Kanäle bekannt zu machen – all das, was uns hier drinnen nicht vollumfänglich möglich ist. Wir kümmern uns um den Inhalt.

Des weiteren: Im eMail-Ordner liegen noch unbeantwortete Fragen und Anfragen einiger fleißiger Leser. Ich bitte um Verzeihung, wenn noch Reaktionen ausstehen – die Zeit wird (hoffentlich) nicht bloß offene Wunden heilen, sondern auch irgendwann Antworten liefern. Vielleicht schon bald.

Back to Business, mit Eiern aus dem Norden und weiblichen Frequenzen aus dem Süden

Das Ende der Fußball-EM markiert gleichzeit das Wiedererwachen des Sideline Reporter-Blogs, der nach selbstauferlegter Sommerpause mit der Footballsaison am Horizont wieder Fahrt aufnehmen wird.

Die ersten Eier fliegen schon

Am vergangenen Freitag hat die CFL-Saison 2012 begonnen. „CFL“ wie „Canadian Football League“, nicht zu verwechseln mit dem US-Pendant. Denn obwohl sich haufenweise ehemalige Studenten aus US-Colleges in der CFL tummeln, sprechen wir bei „CFL“ nicht von American, sondern von Canadian Football. Das heißt: Anstelle von vier Downs nur drei Downs, dafür 12 statt nur 11 Spieler auf dem Platz. Drei Downs bedeutet in Theorie und Praxis: Laufspiel wird im Vergleich zur NFL entwertet, dafür sieht man teilweise richtige Pass-Orgien und viel mehr Risiko, was im Umkehrschluss zu einer Aufwertung von Special Teams führt, die bei den meist kurzen Drives viel häufiger zum Einsatz kommen. Für zusätzliche Action sorgt die Bewegungsfreiheit der Spieler vor dem Snap, weshalb Spielzüge schwer antizipierbar sind und sich an der Anspiellinie oft geselliger Knuddelmuddel abspielt.

12 Spieler statt 11, dafür aber auch ein größeres Spielfeld: 110yds lang plus jeweils 20yds in jeder Endzone, macht eine Gesamtlänge von 150yds. Die Torpfosten stehen in etwa da, wo sie vor Urzeiten auch in der NFL gestanden hatten: Nahe der Goal Line, in der EndZone.

Canadian_football_field CFL

Ausmaße eines CFL-Spielfelds (via Wikipedia)

Gepunktet wird wie in der NFL mit dem Zusatz eines Singles (offiziell bitteschön: rogue), eine Situation, die einem Safety ähnelt mit dem Unterschied, dass beim Safety die Offence snappt, beim Single hingegen die ballführende Mannschaft den Ball von einem Kick/Punt annimmt. Ein Single ist – völlig überraschend – einen Punkt für die verteidigende (bzw. kickende) Mannschaft wert. Die Two-Point-Conversion nach dem Touchdown findet außerhalb der 5yds-Line statt.

Zeitmanagement in der CFL ist ein wichtiger Faktor, da jede Mannschaft nur ein Timeout besitzt und nur 20 Sekunden zwischen den Snaps bekommt, was für einigen optischen Thrill sorgt.

Und dann wäre noch, aufmerksame Leser werden es schon gemerkt haben, die unterschiedliche Schreibweise: Offence und Defence.

Die aktuelle Saison

Die Saison 2012 ist etwas Besonderes, weil am Saisonende der 100te Grey Cup ausgespielt wird. Der Grey Cup ist die älteste Football-Trophäe Amerikas, und wie zur ersten und 50ten Auflage wird der Grey Cup 2012 in Toronto ausgespielt werden. Dumm ist da höchstens, dass in der CFL mit ihren acht Teams sechs Teams die Playoffs erreichen. Das heißt: Nach 18 Spielwochen scheiden erstmal nur zwei Teams aus. Im letzten Jahr waren die heimischen Toronto Argonauts eines von ihnen…

Wo kann ich die CFL sehen?

Nach mehreren Jahren Abstinenz ist ESPN America in der laufenden Saison wieder mit von der Partie (offizielle ESPNA-Seite zur CFL) und wird eine ganze Reihe an Live- und „As live“-Spielen zeigen. Zum Beispiel in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch 3./4.7. die Partien BC-Winnigpeg (02h) und das Eröffnungsspiel Hamilton – Saskatchewan (05h), mit den Roughriders in einer ungewohnten weißen (diese Helme!) Trikotkollektion. Auf offiziellem Wege gibt es weiters die „As live“-Tapes auf der Homepage vom Broadcaster TSN.com. – mehr Bilder, höhere Wahrscheinlichkeit, dass es heuer auf diesem Blog mehr von der CFL als im vergangenen Jahr geben wird.

Mehr zur Canadian Football League und zur neuen Saison auf alle Fälle in Kürze.

Directly from Bloomington, Indiana

ESPN hatte Erin Andrews. NBC hat Alex Flanagan. Unsere neue Sideline Reporterin wird Sabine sein, von der wir unter dem vielsagenden Pseudonym Seminole an dieser Stelle schon das eine oder andere Mal lesen durften.

Seminole ist eine Ehemalige der Florida State University und seit einiger Zeit mit Unterbrechungen arbeitend in Bloomington/Indiana unterwegs, der Heimat der Indiana University und damit auch der geschätzten Kelley School of Business. Seminole wird in homöopathischen Dosen aus den Staaten berichten.

Ein paar Meilen weiter wird in Indianapolis das größte Quarterback-Talent seit Ewigkeiten seinen NFL-Einstand geben, und Seminole ist darüber hinaus stets bestens über College Football und dessen Drumherum (sprich: Death for the BCS) und insbesondere die Florida State Seminoles informiert. Bisherige Einträge ihrerseits gibt es hier.

Der Rest wird bleiben wie gehabt: Meinungsstark. Selbstverliebt. Egozentrisch. Und immer mit dem Herzen für die Underdogs. Für Underdogs wie unseren Freund, den Rhino. (/via Smart Football)

EUROtime… und Sideline Reporter verabschiedet sich in den Sommerurlaub

In Sachen Unterhaltungswert kommt die Fußball-Europameisterschaft nicht an die Weltmeisterschaft heran. Keine EURO kann dir einen WM-Debütanten Südsamoa bieten, der nach 0:1-Auftaktniederlage mit zwei Pfostenschüssen gegen die brasilianische Elf in blanke Panik ausbricht und der Trainer ins Kreuzfeuer des Boulevard gerät.

Dafür ist die EURO das vermutlich qualitativ dichteste, spielerisch hochwertigste Turnier überhaupt. Wer an die Ausgaben 2004 (abgesehen vom Sieger) und 2008 (abgesehen vom Finalverlierer) zurückdenkt, wird dies bestätigen.

Offensiver Fußball. Spanien gegen Italien. Deutschland gegen Holland. England gegen Frankreich. Polen gegen Griechenland. Das russische Angrifftrio Kerzhakov/Arshavin/Shirokov. Die Hacke Ibrahimovic. „Radschlag“ Robbie Keane auf dem letzten Halali.

Zu allen hoffentlich rassigen Spielen gesellt sich bei der vorhandenen Leistungsdichte und der großen Portion Zufall auch eine gewisse Unvorhersehbarkeit ob des Ausgangs der Spiele, und ich mag das.

Das zweitbeste Turnier der Welt. Ab heute, 18h. Sideline Reporter wird aus gegebenem Anlass, aber auch aufgrund der Untätigkeit in der NFL und der Ungewissheit im College Football, für drei Wochen durchschnaufen und sich im Juli gut gebräunt aus dem Sommerschlaf zurückmelden.

Bloghit

#in eigener Sache

Sideline Reporter ist bei Hitmeister zum Top-Blog in der Kategorie Sport/Fitness vorgeschlagen. Ab heute findet eine Woche lang die Abstimmung statt, an der jeder Leser eingeladen aufgefordert ist, für dieses Blog abzustimmen. Als Belohnung gibt es nächste Woche *eventuell* die Draft-Guideline 2012.

MFG,
Team Sideline Reporter