Florida State Seminoles 2017/18 Preview

Die Florida State Seminoles gelten im Vorfeld der Saison 2017/18 als komplettestes Footballteam neben Alabama und Ohio State, und werden daher auch als größter Favorit in der ACC angesehen. Weiterlesen

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Clemson Tigers 2017/18 Preview

„Clemsoning“ war jahrelang das amerikanische Synonym für Vizekusen – das Versagen in den wirklich wichtigen Momenten. Der Term kam von der Footballmannschaft der Clemson Tigers, die in den Vereinigten Staaten über viele Jahrzehnte den Ruf „genossen“, trotz potenter Ausgangslage immer wieder unerwartet kurz vor dem Ziel zu stolpern. Weiterlesen

College Football Preview 2017: Atlantic Coast Conference

Die SEC ist die prägende Conference im College Football unserer Zeit, aber im abgelaufenen Herbst, 2016/17, wurde ihr für ein Jahr der Rang abgelaufen von der kleinen, farblosen Cousine, der Atlantic Coast Conference (ACC) entlang der US-Ostküste. Weiterlesen

ACC Preview: #12 Florida State Seminoles – #3 Clemson Tigers

College Football bringt an Woche 9 einen der großen Schlager der Saison: Das ACC-Duell #12 Florida State Seminoles (4-2) vs #3 Clemson Tigers (7-0), die Partie, die möglicherweise bereits die Entscheidung in der ACC-Atlantic bringt – sofern sie einen Sieger Clemson hervorbringt. Weiterlesen

Akademische Viertelstunde 2016 nach dem Schlager von Clemson

Der ACC-Kracher #5 Clemson Tigers vs #3 Louisville Cardinals am Samstag hat gehalten, was er versprochen hat. Es war ein fulminantes Spiel, das die ganze Palette bot, was College Football so großartig macht: Intensität, knisternde Atmosphäre, Team zieht auf und davon, Comeback, Gegen-Comeback, fehlerhafte Offense gepaart mit eingestreuten Monsterspielzügen und ein Kampf zwischen zwei absolut famosen Quarterbacks. Entschieden wurde die Partie standesgemäß in der letzten Minute. Entscheidend war ein Yard. Weiterlesen

#10 Louisville Cardinals – #2 Florida State Seminoles live

[21h27] Endstand Louisville Cardinals 63, Florida State Seminoles 20. Ein Endergebnis, das niemand hatte kommen sehen. Noch nie ist eine #2 in den Rankings so brutal abgeschlachtet worden wie heute FSU, auch wenn man in den letzten Minuten noch Ergebniskosmetik betreiben konnte. Aber FSU wurde in allen Belangen niedergemacht, Offense, Defense, Special Teams. Es war eine komplette Machtdemonstration von Louisville.

QB Lamar Jackson ist den Hype wert, keine Frage. Der große Chris Brown macht auf Twitter den Vergleich zwischen Jackson und Michael Vick – und der ist so weit nicht hergeholt. Jackson ist ein fassungslos mobiler Athlet, und er hat eine Rakete von Wurfarm wie einst Vick. Wie auch Vick ist er zuerst Athlet, erst dann Werfer.

Louisville wird in den AP Ranking in die Top-5 klettern. In 2 Wochen wartet @Clemson. Gewinnen die Cards auch dort, könnte es im November einen unwahrscheinlich hochklassigen Showdown mit einem anderen gegenwärtigen Liebling, #6 Houston, geben – mit den Playoffs auf dem Spiel. (okay, jetzt gehen wir schon sehr, sehr weit…) Weiterlesen

Samstagskracher zur besten Sendezeit: #10 Louisville Cardinals vs #2 Florida State Seminoles

Der morgige Samstag im College Football ist prall gefüllt mit absoluten Hochkarätern, aber: Nicht alle sind bei uns zu sehen, und manche erst spätnachts angesetzt. Mit der einen großen Ausnahme: #10 Louisville Cardinals – #2 Florida State Seminoles, das die ACC-Spielplangestalter dankenswerterweise bereits morgen um 18h abends MESZ angesetzt haben. Ein solch hochkarätiges Spiel um diese Zeit – datt war in den letzten Jahren sehr selten geworden. Weiterlesen

Atlantic Coast Conference | College Football 2015/16 Preview

Die Atlantic Coast Conference (ACC) gilt im heutigen Verständnis als zirka viert- oder fünfbeste Liga im College Football: Im US-Süden ist man relativ klar nur die zweite Geige hinter der SEC, und im Vergleich zur Pac-12 und Big 12 Conference schneidet man eine Spur zu blass in der Tiefe ab. Trotzdem konnte die ACC in den letzten Jahren an Selbstvertrauen tanken, und 2013/14 mit den Florida State Seminoles nach langer Zeit auch mal wieder den Landesmeister stellen. Weiterlesen

College Football 2014/15 – Die Conferences

Wie aus den vergangenen Jahren gewohnt, wird auch die anstehende Saison im College-Football nicht ohne veränderte Zusammenstellung der Conferences über die Bühne gehen. Die letzten Auswirkungen der großen Conference-Umwälzungen der Jahre 2010-2013 werden nun offiziell, mit erneut über zehn Mitgliedswechseln zur anstehenden Saison. Eine Übersicht. Weiterlesen

The Countdown, T-minus 10: Clemson Tigers

Clemsons Memorial Stadium fasst 82.000 und wird "Death Valley" genannt - Bild: Wikipedia.

Clemsons Memorial Stadium fasst 82.000 und wird „Death Valley“ genannt – Bild: Wikipedia.

The Countdown

#10 Clemson Tigers.
ACC, Atlantic Division.
2012: 11-2.

Die Clemson Tigers gehören zu den “Kult”-Teams (sorry ‘bout that) im College Football. Sie kommen aus einer Kleinstadt in South Carolina, spielen in einem markanten 80.000er-Stadion mit Spitznamen „Death Valley“, haben sich den Ruf des ewigen Verlierers in der Crunch-Time erarbeitet, und trotzdem Anfang der 80er mal einen Landesmeistertitel geholt. Clemson gehört zur Folklore im College-Football wie, sagen wir, Kaiserslautern in den deutschen Fußball. Minus Fritz Walter, minus ewiges Verweisen auf die WM-Helden aus den frühen 50ern. Clemson ist Provinz, Tradition und Moderne, und somit Sinnbild für die Welt des College-Football.

Das klassische Clemson-Syndrom konnte auch unter Head Coach Dabo Swinney (seit 2009 im Amt) nicht ganz abgelegt werden: Mal krankte die Offense, dann explodierte diese zeitgleich mit der Implosion der Defense. Vor zwei Jahren gewann Clemson zwar die ACC, aber völlig unnötige Pleiten trübten auch damals das Gesamtbild und verstärkten den Eindruck des Teams, das sein gigantisches Potenzial nie gänzlich auszunutzen weiß. Clemson hat Potenzial für die Top-3, beendet die Saison aber klassischer Weise zwischen #10 und #15. So war es schon immer. Wird es auch immer so sein?

Diese Saison stehen die Vorzeichen nicht schlecht: Der Schedule ist machbar. In der ACC dürfte man mit Florida State durchaus auf Augenhöhe sein, aber out of conference warten zwei heikle Spiele gegen Georgia (zuhause) und @South Carolina. Ein ungeschlagenes Durchkommen ist nicht ganz außer Frage, aber es würde doch… irgendwie überraschen. Als „Trostpreis“ ist aber zumindest der ACC-Gewinn realistisch.

Clemson dürfte in erster Linie dank seiner Offensiv-Power optisch ein Hochgenuss sein. Der schwarze QB Tajh Boyd hat eine erstaunliche Entwicklung genommen, und mittlerweile halte ich es nicht mehr für ausgeschlossen, dass Boyd nächsten April ganz weit vorn im Draft gezogen wird. Boyds Statur ist eher gedrückt (1,81m), aber ein wendiger Mann für Scrambles und die Pässe, Baby: Der Wurfstil ist nicht der konventionellste, aber diese Furchtlosigkeit vor Würfen in engste Deckung – das ist NFL-reif vom Selbstvertrauen und von der Präzision. Boyd ist mit seinem rücksichtslosen Spielstil (u.a. 155 Scrambles 2012) aber auch ein permanentes Verletzungsrisiko.

In WR Hopkins und RB Ellington gingen zwar zwei Leistungsträger in die NFL, aber dafür bleibt WR Sammy Watkins, mittlerweile Junior und nach einem enttäuschenden Jahr 2012 geläutert. „Enttäuschend“ liest sich für Watkins noch immer wie ein gutes Jahr für einen durchschnittlichen Receiver (57 Catches für 708yds, 14 Rushes für 97yds, 13 Returns für 257yds), aber Watkins ist kein Durchschnittsmann, war vor zwei Jahren als Freshman eine Offenbarung: Ein Rastaman, der unbekümmert zum Einstand alles in Grund und Boden spielte was sich ihm in den Weg stellte. Watkins soll nun in der Form seines Lebens sein. Tja, und dann sind da noch der RB Rod McDowell und WR Martavis Bryant (letztes Jahr 30yds/Catch!). Hehe, und OffCoord Chad Morris, der spätestens im Winter einen Headcoach-Posten angeboten bekommen wird.

In der Defense ist Brent Venables der Coordinator. Venables steht bei mir seit seiner Zeit bei Oklahoma in einem etwas zwielichtigen Ruf, weil er seine Secondary auch gegen 5WR-Sets häufig blank stehen lässt. Die Secondary ist in Clemson der schwächste Mannschaftspart, wogegen in der Front-Seven außer dem besten Passrusher DE Malliciah Goodman (7 Sacks) alle wichtigen Spieler zurückehren.

Der Schedule für Clemson ist nicht ungünstig: Florida State als schwerster ACC-Gegner muss nach Clemson kommen, und die beiden „anderen“ richtig schwierigen Gegner Georgia und @South Carolina sind wie gesagt out of conference. Clemson hat gute Chancen, die ACC zu gewinnen, aber BCS-Titelchancen gebe ich den Tigers keine.

Die Akademische Viertelstunde: Atlantic Coast Conference (ACC) im Sommer 2013

Die A.C.C. durchlebte in den vergangenen 15 Jahren einen schleichenden Niedergang und lebte lange Zeit nur noch von ihrem Ruf früherer Tage. In den letzten paar Jahren nicht mal mehr davon: Sie wird mittlerweile nur noch als mittelmäßig wahrgenommen, obwohl sich einige der bekanntesten Footballmannschaften des Landes (Florida State, Miami, Clemson, North Carolina) darin tummeln. Aber die letzten TV-Verhandlungen haben der Liga die Augen geöffnet: Sie fielen mit 150 Mio./Jahr um fast die Hälfte schlechter aus als jene in vergleichbaren Ligen wie der Big Ten.

Die Reaktion war die Hereinnahme von zwei Universitäten aus der Big East Conference: Pitt und Syracuse. Beide haben nicht den größten Sex-Appeal, aber sie sind wenigstens sehr gute Basketball-Unis, was in einer Conference, die sich rühmt, auch im Basketball gut sein zu wollen (immerhin sind Duke und North Carolina zwei der erfolgreichsten BB-Programme), nie von Nachteil ist.

Sportlich befürchten viele eine Verwässerung. Andere halten das Feld eh schon für so verwässert, dass da nix mehr schief gehen kann. Und im nächsten Jahr wird Maryland abspringen und dafür das attraktivere Louisville dazustoßen. Louisville wollte aber eigentlich immer mit aller Gewalt in die Big 12 Conference, musste sich dann aber mit dem „Trostpreis“ ACC zufrieden geben. Damit ist der Status der ACC auch am besten beschrieben.

Und seine Hand ins Feuer legen will noch niemand, ob Florida State, Miami und Clemson wirklich dauerhaft in dieser Conference bleiben wollen. Immerhin: Die nächsten zwei, drei Jahre wird es Stillhalten geben.

Sehen wir’s sportlich: Der korsakoff-Take

Dachterrasse: Florida State, Clemson
Zweiter Stock: Virginia Tech, UNC, Pitt
Erdgeschoss: Miami/FL, Georgia Tech, NC State, Syracuse, Duke
Kellerkinder: Boston College, Wake Forest, Virginia, Maryland

BCS-Titelkandidaten: keine.

Bei der ACC ist, wie wir mittlerweile wissen, der Name größer als die Qualität. Selbst die beiden Favoriten FSU und Clemson haben viele Fragezeichen, weil inmitten oder kurz vor einem Umbruch. Beide dürften 2013 chancenlos in Sachen BCS-Titel sein, denn dafür reicht wohl noch nicht einmal eine ungeschlagene Saison.

Es gibt ein extrem dünnes Verfolgerfeld, dafür aber sehr viele schwächelnde Teams in den unteren Ebenen, bei denen viele vor einer ungewissen Zukunft stehen. Virginia Tech und UNC sind immerhin wieder auf dem Weg nach oben, und bei den quasi toten Miami Hurricanes rührt sich zumindest irgendwas, aber im Prinzip ist 2013 die halbe Liga sportlich nicht ernst zu nehmen und wird nur 5-6 Siege zusammenkratzen, weil irgendjemand in der ACC ja die Spiele gewinnen muss. Ach, und: Miami und UNC könnten aufgrund diverser aufgedeckter Skandale noch eins auf die Fresse bekommen; der NCAA-Hammer ist da relativ unberechenbar.

Nach dem SEC-Finale und vor dem Bowl-Geschacher: Der Zwischenstand

Die Messen sind gelesen. Alles wissen wir noch nicht, weil die finalen BCS-Rankings erst heute Nacht rauskommen werden. Trotzdem schon mal ein Blick auf Bowl Season und Titelrennen. Aus Spoilergründen nach dem Sprung. Weiterlesen

Atlantic Coast Conference 2012/13 Preview

Nächste Conference, die in Unsicherheit lebt. Da sind zum einen die drohenden Schwerter über den Footballprogrammen von North Carolina und Miami, zum anderen die von anderen Conferences bezirzten Attraktionen Clemson und Florida State, deren Verbleib nicht sicher ist.

Atlantic Division

Florida State und seine BCS-Ambitionen hatte ich bereits unter der Lupe, und sie sind der fraglose Favorit in Division und Conference. Aber auch die Clemson Tigers schlafen nicht und sind immer für eine Überraschung gut – so wie 2011, als sie nach Jahren der Anämie plötzlich eine sensationelle Offense rund um QB Tajh Boyd und den genialen Freshman-WR Sammy Watkins auffuhren. Gemeinsam mit dem superben RB Andre Ellington boten die knallorangenen Tigers richtiges Spektakel, aber waren halt auch brutal unkonstant: Kantersiegen über Virginia Tech folgten Schlappen gegen NC State und in der Orange Bowl ein 33-70 (!) gegen West Virginia.

Völlig unerwarteterweise brach 2011 aber die jahrelang so starke Defense ein, und selbst der Superstar, LB Stephone Anthony, ist so ein Mann, der in einem Play dem Gegner den Kopf ausreißt und im nächsten einen 50yds-Lauf aufgibt. Nun ist mit DefCoord Brent Venables aus Oklahoma ein neuer Mann da, den durchaus nicht alle – mich eingeschlossen – mit offenen Armen empfangen würden. Wer will aus so einer Mannschaft schlau werden? Prädikat: Leverkusen des Colleges Football. Kann potenziell jeden putzen, aber auf dem Weg zur Meisterschaft wird gewiss irgend ein überflüssiger Bock geschossen.

Dem Rest der Division ist nicht allzu viel zuzutrauen. Das NC State Wolfpack des stets grantig dreinschauenden Chefcoachs Tom O’Brien spielt eine bizarre Offense, läuft extrem viel, obwohl das Laufspiel die absolute Schwäche im Kader ist, querbeet durch alle Running Backs hindurch. QB Mike Glennon ist dagegen ein Grünling, aber nach allen Datenbankeinträgen nicht der schlechteste. Schon langsam die Hype-Maschine anwerfen können wir bei CB David Amerson, der im nächsten NFL-Draft schon als potenzieller Top-Pick gehandelt wird.

Bei Wake Forest sind die beiden Stars der sympathische Head Coach Jim Grobe und QB Tanner Price, der eine fabulöse Saison spielte und mit WR Michael Campanaro über einen exzellenten neuen Wide Receiver verfügen soll. Die Defense der Demon Deacons ist nicht die härteste im Tackling, nicht die überzeugendste gegen das Laufspiel, aber schaut sehr flink und wendig im Backfield aus… ach, und einen habe ich noch. Der Noseguard (auch: Nose Tackle) heißt Godspower Offor. Godspower. Offor. Was für ein geiler Name.

Die Maryland Terrapins (Terrapin = Schildkröte) sind dagegen nach einem Jahr in schlichtweg bizarrer Ausrüstung und mit einer komplett kollabierten sportlichen Bilanz (auf 2-10) erstmal auf Wiedergutmachung aus. Head Coach Randy Edsall ist nach nur einem Jahr verhasst wie Furunkel im Intimbereich und steht bereits mächtig unter Zugzwang: Gleich mehrere Schlüsselspieler hauten in der Offseason ab und dann wurden auch noch beide Coordinators geschasst.

Schlechter – respektive: resignierter – ist die Stimmung nur noch bei den Boston College Eagles, wo das Präsidium bereits in den Modus der Verzweiflungsrhetorik geschaltet hat, inklusive gebetsmühlenartiger Lippenbekenntnisse zu HC Frank Spaziani. Was ist das Problem? Ich habe Verbindungen in den Studentenkörper von Boston College und was man so hört, ist es:

  1. Stillstand.
  2. Stillstand.
  3. Stillstand.

Jedes Jahr dieselbe Leier. 8-4 auf 8-4 auf 8-4 auf 8-4 Saison. Zwischendurch ein Ausreißer nach unten. Aber keiner nach oben. Man hat die Schnauze voll von den Sun Bowls und Belt Bowls und Music City Bowls dieser Erde. Nun ist der beste Abwehrspieler in LB Luke Kuechly in die NFL gegangen und der beste Offensivspieler in RB Montrel Harris zu Temple gewechselt, und im Angriff der vierte OffCoord in zwei Jahren (!) installiert – ob’s hilft?

Für deutsche Fans dürfte das Boston College aber auf alle Fälle sehenswert sein, weil dort mit DE Kasim Edebali (müsste ein 89er Jahrgang sein) ein Landsmann mitwirkt – Edebali ist Hamburger und seit 2007 in den Staaten. Wenn mich meine Game-Logs nicht täuschen, hat er letztes Jahr minimum zwei Starts gehabt.

Coastal Division

In der Paralleldivision “Coastal” gibt es diesmal keinen eindeutigen Favoriten. Das liegt in erster Linie daran, dass beim langjährigen Zugpferd, den Virginia Tech Hokies, viele Fragezeichen aufgetaucht sind: Drei Viertel der Offense müssen ersetzt werden, das Defensive Backfield ist ein Torso und der Schedule auch nicht ganz einfach.

Hoffnungsträger im Angriff sind der monströse QB Logan Thomas, dessen Einstandsjahr 2011 ganz ordentlich war – ein mobiler 2m-Hüne, gute Wurftechnik, insgesamt noch ausbaufähige Vorstellungen. Man hofft, dass der Head Coach Frank Beamer endlich seinen extremen Konservativismus aufgibt und um Thomas herum eine aufregendere Offense spielen lässt, aber wenn ich so lese, dass sich Beamer beim Gedanken an die neue Freshman-Granate, RB Michael Holmes, fast einen runterholt, bin ich da nicht so zuversichtlich…

Auf der anderen Seite kontern die Georgia Tech Yellow Jackets von Paul Johnson halt auch nur mit einer wenn auch ausgefallenen Triple-Option-Offense aus der Flexbone-Formation. Zugegeben: Das ist eine der spektakulärsten Mannschaften zum Einschalten an einem Donnerstagabend, wenn 80x/Spiel gelaufen wird, mit drei eingestreuten tiefen Bomben. Dumm ist da höchstens, dass mit WR Stephen Hill der möglicherweise entscheidende Mann mittlerweile NFL-Profi ist. Weil auch die Defense Fragezeichen hat, dürfte es als Überraschung zu werten sein, sollte Georgia Tech wirklich den Hokies Paroli bieten können.

Aber wer sonst? Die sympathischen Virginia Cavaliers waren mit ihrem 8-5 Record zuletzt schon heilfroh und verschwiegen wissend, dass der nur aufgrund einer 5-1 Bilanz in Spielen mit einem Score Differenz zustande gekommen war. Und in der Secondary muss der komplette Starting-Lineup ersetzt werden.

Die einstigen Giganten von der University of Miami, die Hurricanes („Canes“) sind nach dem großen Shapiro-Skandal (Kurzform: Booster/Fan spendierte den Spielern Geld, Autos und Nutten und packte Jahre später – 2011 – im Knast zwei Journalisten alles aus, was er auf der Seele hatte) in Erwartung richtig ernsthafter NCAA-Sanktionen. Der Head Coach Al Golden ist in der schwierigen Situation, eine Mannschaft für die Zukunft zu bauen, ohne zu wissen, wohin sie die oftmals unberechenbaren NCAA-Regelhüter überhaupt führen werden. Dazu kommt, dass Golden mit seinen undurchsichtigen persönlichen Verbindungen jetzt schon selbst ins Visier der Ermittler geraten ist.

Sportlich war das letztes Jahr gar nicht so übel: Eine 6-6 Siegbilanz mit einer 2-6 Bilanz in den engen Spielen zeigt: Miami ist keine Lichtjahre von der Spitze entfernt. Die Offense ist zwar brutal unerfahren, aber der RB Randy „Duke“ Johnson ist ein fantastisch explosiver Spieler, und in der Defense baut die bärenstarke Front-7 um den DE Anthony Chickillo, der in vier ESPNA-Übertragungen bei mir mit neun Datenbank-Nennungen aufschlägt – heißt: Der Mann ist auffällig. Schwierigkeiten soll die fehlende Tiefe bereiten, weswegen es essenziell sein könnte, dass S Ray-Ray Armstrong nach wochenlangem Gerichtsstreit mit der NCAA nun möglicherweise doch seine Spielberechtigung erstritten hat.

Die Duke Blue Devils dagegen sind mit Sicherheit kein Kandidat. Duke ist eine Basketballmacht und im Football schon froh, wenn sie vier Spiele pro Saison gewonnen haben. Und die North Carolina Tar Heels, die sportlich was auf dem Kasten hätten, sind wegen eines Booster-Skandals in diesem Jahr von der Bowl Season ausgeschlossen und spielen deshalb nur außer Konkurrenz mit. Trotzdem lohnt es sich, UNC zuzuschauen: Hier ist mit Larry Fedora ein neuer Head Coach am Werk, der zuletzt bei Southern Miss großartige Arbeit geleistet hat und auch eine durchaus unterhaltsame „Bend-but-don’t-break“-Defense hatte spielen lassen. Fedora ist aber primär offensivorientiert und sollte bei UNC mit QB Bryn Renner und RB Gio Bernard zwei Super-Athleten zum kreativen Arbeiten vorfinden.

College Football 2011/12 Preview: Atlantic Coast Conference (ACC)

FBS-Preview 2011/12, die Achte. Die Atlantic Coast Conference ist im Westen Osten (memo: die Atlantikküste befindet sich im OSTEN) der Staaten beheimatet, quer von Nord nach Süd, beginnend mit Massachusetts (Boston College) bis nach Südflorida (Miami). Trotz einiger ganz großer Namen ist nicht nur die Basketball-Abteilung, sondern vor allem die Football-Abteilung der ACC in den letzten Jahren immer durchwachsener geworden, obwohl sich im hochklassigen Highschool-Sport Floridas die Footballtalente schier auf die Füße treten.

(Für eine abgespeckte Variante bitte zu meinem Spox-Eintrag wechseln)

Atlantic Division – Seminoles vs. World

„Durchwachsen“ war jahrelang das Stichwort, das zu den Florida State Seminoles geführt hat. Seit dem unschönen Abgang von Headcoach-Legede Bobby Bowden ist in Tallahassee aber neuer Schwung eingekehrt, wofür vor allem ein Mann zuständig ist: Jimbo Fisher, jahrelang Bowdens Nachfolger in spe. Fishers Debütsaison 2010/11 war recht vielversprechend.

In der Offense ist mit dem hohen Draftpick Chris Ponder der Quarterback abhanden gekommen, doch so bizarr es klingt: Nachfolger E.J. Manuel, ein Ziehkind Fishers, könnte mit seiner Beweglichkeit gar die bessere Option für diese Offense sein – denn die RedZone-Offense war alles andere als überzeugend (Chick-fil-A Bowl!!).

Positiv für Manuel: Seine Erfahrung von mehreren Einsätzen für den verletzungsanfälligen Ponder, eine erfahrene Offensive Line und ein sehr breit aufgestelltes Laufspiel für verschiedenste Spielsituationen. Allenfalls der 120kg-Brecher fehlt. Ähnliches gilt für das Passspiel: Zwischen Sprintern und possession receivers ist alles dabei – inklusive Erfahrung.

Die Defense lebt in erster Linie von einem aggressiven Pass Rush, der angeführt wird von DE Brandon Jenkins, der 2010/11 aus dem Nichts zur absolut dominanten Waffe explodiert ist und im Winter in Richtung NFL abwandern könnte. Mit sehr guten Starter-Chancen ausgestattet ist DE Björn Werner. Deutsche Verpackung, deutscher Inhalt: Werner ist vor eineinhalb Jahren von den Berliner Adlern über Highschool-Umwege an die FSU gegangen, hat geheiratet und gilt als legitimer Starter.

Neben dem Quarterback zerreißen sich die meisten über die Secondary das Maul, was hauptsächlich an der phänomenalen Rekrutierungsarbeit in den letzten Jahren liegt. Das geht soweit, dass der massivst gehypte LaMarcus Joyner nur Free Safety spielen darf, da die Passdeckung vom aufstrebenden Pärchen CB Xavier Rhodes/Greg Reid gebildet wird. Reid ist nebenher ein brillanter Punt Returner.

Seit Mark Stoops (Bobs Bruder) die Seminoles-Defense coacht, hat diese Uni die Siebenmeilenstiefel in der Entwicklung angezogen, und das erschreckenste: Die meisten Athleten sind entweder noch zwei Jahre spielberechtigt oder aus dem nie versiegenden Talentepool von Floridas High Schools bald ersetzbar.

Die allermeisten sehen Florida State irgendwo in der Nähe des National Titles spielen, trotz des neuen Quarterbacks, und der Schedule hält außerhalb der schwachen ACC-Aufgaben nur zwei echte Prüfsteine bereit. Die haben es allerdings in sich: Woche 3 kommen die womöglich an #1 gerankten Oklahoma Sooners ins Stadion und zu Thanksgiving muss man zu den verhassten Florida Gators. Eine einzige Saisonniederlage könnte aufgrund der schwachen ACC schon zu wenig sein hinsichtlich BCS-Titelambitionen.

Und dann ist da noch jenes beklemmende Gefühl, wenn eine Mannschaft quasi per Reputation aus dem Nichts zum Titel-Kandidaten in der BCS gehypt wird. Ein erfolgreiches Ende einer solchen Mission wäre IMHO eine Weltneuheit.

Der Rest der Atlantic Division sieht sich in der Rolle des Spoilers für Florida State. Die Clemson Tigers zum Beispiel, ein Kultteam daheim in einer Kleinstadt in South Carolina. Stichwort Memorial Stadium, genannt Death Valley, gelegen in einem Tal mit Blick auf einen Friedhof. Clemson war jahrelang gecoacht von Terry Bowden, dem Sohnemann von FSUs Bobby, aber seit drei Jahren ist Dabo Swinney am Werk – und schon schwer unter Druck: Trotz schneller, spektakulärer Defense reißt man wenig, weil die Offensividentität pure Langeweile ist.

Swinney wird in dieser Saison auf die Trumpfkarten „No-Huddle-Offense“ (eine in der ACC kaum bekannte Offensivtaktik) und „Verjüngung“ setzen und kann dabei auf alle Fälle auf eine sensationelle Recruiting-Class verweisen: RB Mike Bellamy z.B. wird gehypt ohne Ende und soll sofort starten. Sollte Swinney gehen müssen – und eine weitere durchwachsene Saison ist angesichts des brutalen Schedule nicht ausgeschlossen – wird er auf alle Fälle einen großartigen Recruiting-Jahrgang hinterlassen.

Die kleine Uni Wake Forest ist unter dem sympathischen Coach Jim Grobe eine Wundertüte, mal ohne Ambitionen zu 8-5 und ACC-Champ, mal als Anwärter 3-9, wie 2010/11, weswegen in diesem Sommer die Erwartungen niedrig sind. Grobe setzt auf eine erfahrene Offense und auf guten Pass Rush in der Defense. Ob das gegen neun Gegner mit Bowl-Ambitionen reichen wird?

Beim innerstaatlichen Rivalen North Carolina State sind die Probleme hausgemacht: 2010/11 war überraschend positiv (9-4), aber in der Offseason schaltete der eigentlich erfahrene Head Coach Tom O’Brien den Selbstzerstörungsmodus ein und mobbte QB Russell Wilson ohne erkenntlichen Grund vom Campus. Nun muss ein unerfahrener Quarterback hinter einer rundumerneuerten Offense Line antreten – O’Brien wird jetzt schon wissen, welche Schlagzeilen ihm im Falle eines Kollapses drohen.

Auch 9-4 schafften die Maryland Terrapins und trotzdem musste der Stratege hinter dem kontinuierlichen Aufstieg der Terps gehen: Ralph Friedgen ist mittlerweile durch UConns Randy Edsall ersetzt. Edsalls Wechsel spricht für dessen Ambitionen: Hätte er dank Fiesta Bowl bei UConn einen gemütlichen Job bis ans Lebensende gehabt, wird das Leben in Maryland etwas turbulenter sein. Ich gehe davon aus, dass Edsall eine ähnlich lauforientierte Offense wie bei UConn spielen lassen wird, wobei der QB Danny O’Brien 2010/11 tolle Zahlen hingelegt hat: 2438yds, 22 TD, 8 INT, und das als Freshman.

Im hohen Norden der ACC kämpfen die Boston College Eagles im Land der Patriots um Aufmerksamkeit und es bestehen ernsthafte Zweifel, ob das Bostoner Urgestein Frank Spaziani sich als Head Coach eignet. Spaziani wird seine ultralangweilige Offense vorgehalten, so was wie die College-Version von Marty Ball – aber bei einem RB wie Montel Harris (über 3600yds in drei Jahren) und einem so unerfahrenen QB wie Chase Rettig sollte man so was nachsehen.

Boston Colleges große Stärke ist die Laufdefense mit LB Luke Kuechly, der sensationell gut sein soll und im Schnitt pro Spiel 14,1 Tackles macht. Über Kuechly schreibt der großartige Paul Myerberg folgendes:

Kuechly is a middle linebacker straight from central casting, a big, tall, tough, nasty, rough, gritty, unstoppable tackling machine – 183 of them a year ago, most in the F.B.S., after ranking second in the nation in that category as a freshman.

Allerdings müssen die Eagles einen verdammt ungünstigen Schedule spielen, inklusive der drei vermeintlichen Topteams aus der anderen Division.

Coastal Division – Hokies vs. World

Die sich da recht sinnfrei „Coastal Division“ nennt. Und während wir in der Atlantic-Version aus dem Süden in den Norden gefahren sind, drehen wir um und beginnen diesmal mit den Virginia Cavaliers, kein sportlicher Topfavorit, aber eine sympathische Uni mit viel Frischwind aus dem Trainerbüro. Head Coach Mike London ist seit 2010 am Werkeln und hat mit seinen drei Grundprinzipien einiges bewegt:

Go to class.
Show class.
Treat people with dignity and respect.

Das muss man bei 90-Mann-Kadern erstmal durchhalten. Das Substanziellste an Londons Arbeit bisher: Trotz 4-8 ist von Malaise nicht mehr viel zu spüren, da die Cavs vor Feuer glühen und sämtliche Gegner mit blauen Flecken aus dem Stadion prügeln. London hat auch trotz unterlegener Ressourcen bisher den Wettbewerb um die besten innerstaatlichen Talente gewonnen.

Und zwar gegen die Virginia Tech Hokies, kein schwacher Gegner auf diesem Gebiet. Die Hokies sind unter Head Coach Frank Beamer (im 25. Jahr in dieser Position) seit Jahren eine Konstante, fast immer irgendwo zwischen 10 und 20 in den verschiedenen Polls vertreten. Der ganze große Wurf ist noch nicht geglückt – und nun ist der Hauptgrund für die starke Mannschaft der Vorsaison weg: QB Tyrod Taylor. Der neue ist das sagenhaft gebaute Mischlingskind Logan Thomas (1,98m, 115kg), ein Mann mit einem Spielstil wie Cameron Newton. Die Defense zeichnet eine starke Front Seven mit großem Zug zum Quarterback aus. Potenzielles Plus im Rennen um das BCS-Endspiel: Ein recht lauwarmer Schedule… bis dann im ACC-Finale womöglich Florida State wartet?

Von Virginia nach Carolina, genauer gesagt: North Carolina, wo sich im Herzen des Bundesstaates vier Unis auf 50km Radius die Kante geben. Wake Forest/NC State aus der Atlantic Division, und dann die beiden Basketball-Universitäten in Durham (Duke) und Chapel Hill (UNC). Zwei verfeindete Unis wie Feuer und Wasser. Die  Duke Blue Devils sind im Football allerdings keine große Nummer, was sich an der Bilanz von Head coach David Cutcliffe ablesen lässt: 12-24 in drei Saisons – eine der besten Footballbilanzen in Dukes Geschichte. Kopfschmerzen macht die katastrophale Defense, während die Offense um den starken RB Desmond Scott über recht gute Bausteine verfügt.

Sehr viel ambitionierter ist das Footballprogramm der University of North Carolina Tar Heels aus Chapel Hill – die Hellblauen fallen Jahr für Jahr mit massiven Recruiting-Bestrebungen auf. So massiv, dass die seit Jahren kochenden Gerüchte um Bestechungsgelder zum Jüngsten Gericht führen könnten: Über UNC schwebt die Death Penalty, die Auflösung des Footballprogramms. Als erste Gegenmaßnahme wurde vor drei Wochen Chefcoach Butch Davis wegen zu großer Toleranz mit seinen korrupten Assistenzcoaches gegangen. Da auch am amerikanischen College die Hiobsbotschaften in Salamitaktik nach außen dringen, werden wir in schönen Abständen bald mehr erfahren – ich kann mir kaum vorstellen, dass die Turbulenzen die sportliche Bilanz nicht beeinträchtigen werden.

Dabei wäre Potenzial vorhanden (harhar, woher denn bloß?), vor allem in der Defense, wo der angehenden Superstar-DE Quinton Coples nach einer Saison als DT-Notnagel nun neben dem angehenden Superstar-DT Donta Moss-Paige für Rabatz sorgen wird. In der Offense sind die Top-Spieler noch höchst unkonstant. WR Dwight Jones fing 2010/11 946yds, die sich so verteilen: 233yds gegen Florida State, 198yds gegen Virginia, 121yds gegen Duke, 394yds gegen die restlichen neun Gegner. Der Schedule ist einfach, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass UNC es bis ins ACC-Finale schaffen kann.

Ihre ganz eigenen Erfahrungen mit NCAA-Auditoren haben die Georgia Tech Yellow Jackets jüngst gemacht (und dabei keine gute Figur abgegeben), doch man scheint mit einer vierjährigen Bewährungsstrafe und 100.000 Dollar Bußgeld und einem nachträglich aberkannten ACC-Titel davonzukommen.

Schlimmer für Headcoach Paul Johnson ist: QB Josh Nesbitts College-Karriere ist zu Ende. Wir sprechen hier von dem Quarterback schlechthin für Johnsons spektakuläre Triple-Option-Offense aus der Flexbone-Formation. Ersatzmann Tevin Washington war zulezt kein adäquater Ersatz und schon kriechen die Stänkerer wieder aus ihren Löchern und werfen Johnson die angeblich antiquierte und gegen schnelle Defense ineffiziente Option-Offense vor. Dabei sähe ich den größten Handlungsbedarf im Defensive Backfield, das reihenweise verbrannt wurde.

Das verblassende U

Und damit ganz tief in den Süden Floridas: Welcome to The U, Welcome to the Miami Hurricanes, dort, wo vor zwei Wochen einer der massivsten Korruptions-Skandale ever im College Football aufgedeckt wurde.

Mitten drin: Ein Booster, der durch Immobilienspekulation in jungen Jahren extrem reich geworden war, und sich mit Geld, Partys, Nutten und allerlei sonstiger Zuwendungen Hurricanes-Spieler als „Freunde“ kaufen wollte. Der Booster – Nevin Shapiro – sitzt mittlerweile seit Dezember wegen illegalem Pyramidensystemspiels („Ponzi“/Schneeballsystem) 20 Jahre im Knast.

Die Tragikomödie: Als Shapiro vergangenen Herbst in Schwierigkeiten geriet, rief er seine „Freunde“, NFL-Superstars wie Andre Johnson/Wilfork/Vilma/Konsorten, an und wunderte sich, dass diese überhaupt kein Interesse an möglichen Hilfestellungen zeigten. Tief enttäuscht packte Shapiro bei Yahoo! aus – den Canes drohen nun massivste Sanktionen, das Damoklesschwert death penalty ist nicht ganz ausgeschlossen.

Treppenwitz: Bei den jüngsten NCAA-Ermittlungen gegen USC war Paul Dee mit weit aufgerissener Klappe („Große Programmen müssen groß bestraft werden“) Chef-Ermittler. Paul Dee, der Direktor der Sport-Abteilung bei den Miami Hurricanes über all die Jahre, in denen Shapiro unbeaufsichtigt mit der halben Mannschaft ins Bett hüpfte.

Fraglich, wie sich die Mannschaft machen wird – immerhin sind mehrere aktuelle Spieler auch im Verdacht, mit Shapiro verbandelt gewesen zu sein. Und dann kommt noch der Fakt, dass die Mannschaft einen neuen Head Coach bekommen hat: Al Golden (aus Temple/Philadelphia gekommen), der den netten, aber glücklosen Randy Shannon, einen (zu?) sehr auf Kontrolle bedachten Schwarzen, ablöst – und für die Hurricanes ein Risiko ist: Golden gilt seit Ewigkeiten als Joe Paternos Nachfolger in Penn State – wenn Golden bei diesen Widrigkeiten halbwegs Erfolg haben wird und Paterno irgendwann in den nächsten 15 Jahren doch mal seinen Job niederlegt… who knows, Golden wird dann wohl weg sein.

Goldens Spezialität ist, Defenses aufzubauen. In Miami findet er eine statistisch hervorragende Mannschaft vor: #1 in der ACC in der Offense, #3 in der ACC in der Defense. Ein Mysterium, dass es nur zu sieben Siegen reichte – Shannons Schwächen im Clock Management waren allerdings legendär.

So findet Golden einen insgesamt höchst talentierten Kader vor, dessen größtes Fragezeichen aber ausgerechnet der Quarterback ist: Jacory Harris, ein Mann mit bei Zeiten fürchterlichen Aussetzern, der ganze Drives und Spiele im Alleingang kaputt machen kann. Harris kann sich mittlerweile seines Platzes nicht mal mehr so sicher sein: In der Hinterhand wartet mit Stephen Morris ein junger Mann. „Jung“, nicht „überzeugend“, ansonsten wäre Harris wohl schon lange abgesägt.

Knackpunkt für Golden neben den möglichen Sperren für die halbe Mannschaft: Weil nach dieser Saison haufenweise Seniors die Uni verlassen werden, müssen parallel zum Saisonablauf massivste Ressourcen ins Recruiting gesteckt werden – Zeit, die in der Entwicklung der Mannschaft fehlen könnte – und in den nächsten Jahren werden viele, sehr viele Stipendien von der NCAA gestrichen werden.

Nur noch vier Conferences übrig? Morgen im neunten Teil wird es nach schwere Rucksäcke voller Tradition geben.

College Football #14 Preview: Tierisches Spektakel

Letztes Wochenende Regular Season im College Football, wenn wir das traditionsreiche Duell zwischen US Army und US Navy am 11. Dezember mal ausklammern. An diesem Samstag entscheidet sich die Besetzung des BCS National Championships Games.

Road to Glendale

Ich habe kein schlechtes Gewissen, das vergangene Wochenende gehypt zu haben. Die Nacht von Freitag auf Samstag war lang (bis 9h) und schmerzhaft, aber vom Spannungsbogen großartiges Kino. Boise State ist aus dem Rennen für das Finale in Glendale, Arizona nach dem sehenswerten 31-34 (OT) in Nevada raus. #3 TCU hat seine zwölf Saisonspiele allesamt gewonnen, muss nun auf eine Niederlage der beiden Top-Gesetzten hoffen. #2 Oregon hat nach wackeliger erster Halbzeit seine ganze Klasse in Halbzeit zwei gegen Arizona aufblitzen lassen. #1 Auburn hat den Abend mit dem größten Comeback seit Led Zeppelin in Iron Bowl Nr. 75 eingeleitet. Der Hype für Samstag wird sich auf Auburn und Oregon begrenzen, auch wenn (leider) schon die ersten Experten dem Worst Case (Niederlage von einem der beiden oder beiden) schon vorbeugen, und Szenarien durchspielen, wie Wisconsin oder Stanford an TCU vorbeirutschen könnten – obwohl alle drei nicht mehr spielen.

Reser Stadium

Der Biberenten-Club

Samstag um 21h30 bricht in Corvallis der Bürgerkrieg aus. Und das sogar mit Grund: Die Oregon Ducks halten Einzug im Reser Stadium (Bild). Zeit für die siebtälteste Rivalität im US-College-Football: Oregon State Beavers gegen Oregon Ducks. Biber gegen Enten. Im Volksmund auch Civil War genannt, ganz einfach aufgrund der großen innerstaatlichen Konkurrenz. Seit 1894 spielen die beiden Unis gegeneinander, abwechselnd in Eugene (Ducks) und Corvallis (Beavers) und früher auch in Portland.

Oregon State und Oregon sind die bei den einzigen FBS-Mannschaften in Oregon und daher ist dieses Spiel auch so etwas wie die Football-Meisterschaft von Oregon. Der Sieger erhält die Platypus Trophy. Eine sehr geile Idee: In unserer schönen deutschen Sprache ist „Platypus“ nix anderes als das Schnabeltier, eine Kreatur mit Entenschnabel und Biberschwanz. Dass das Schnabeltier nur in Australien vorkommt, da kann man schon mal ein Auge zudrücken.

Reizvoll an der Auseinandersetzung ist auch die geringe Distanz zwischen den beiden Unis: Nicht mal eine Autostunde liegen Corvallis und Eugene auseinander. Die beiden Städte liegen im Willamatte Valley, der bevölkerungsreichsten Region im ganzen Staat Oregon. Die Spannung zwischen Ducks- und Beavers-Zuneigung zieht sich quer durch die Familien, wie auch anders bei zwei so großen Unis (je ca. 24.000 Studenten)?

Hooligans und Kloschüsseln

Auseinandersetzungen gab es schon in den Anfangszeiten. Die Rückkehr von einem siegreichen Auswärtstrip beim Rivalen wurde gerne exzessiv gefeiert. 1972 dachten sich die Ducks-Fans, die Feier könnte man doch vorverlegen, und rissen die Torstangen aus der Verankerung. Der Versuch, auch die andere Endzone zu erobern, endete in einer gepflegten Massenschlägerei.

Das anerkannt schlechteste Footballspiel zwischen den beiden fand 1983 statt. Sauwetter im nasskalten Nordwesten der USA, und eine Orgie an Fumbles, Turnovers und verschossenen Field Goals waren für ein 0-0 verantwortlich. Das letzte punktelose Spiel in der Division I – mittlerweile wurden die Remis abgeschafft. Das Spiel wird in den Annalen nur mehr Toilet Bowl genannt. Die Kloschüssel. Da kann man es dann auch runterspülen.

Oregon State und Oregon sind keine landesweiten Footballmächte wie die Pac-10-Mitstreiter USC, Stanford oder Washington. Oftmals spielten da mittelmäßige Footballmannschaften gegeneinander. So auch 1998, als der Bürgerkrieg erstmals verlängert werden musste, zweimal sogar. Letzter Spielzug der ersten OT, das Feld wird gestürmt. Nach gut einer Viertelstunde ist es erst geräumt, um den letzten Play nach Strafe zu wiederholen. Zuletzt ging es aufwärts mit beiden Programmen: Mehrmals wurde um die Pac-10 Meisterschaft gespielt. 2008 stürmten die Ducks in Corvallis zu einem 65-38 und verwehrten den Beavers den Rose-Bowl-Einzug. 2009 gelang den Bibern nicht zu Revanche: Oregon gewann daheim und fuhr nach Pasadena.

Speed-Offense und Charakterköpfe

Am Samstag wird Oregon State im eigenen Stadion versuchen, den Ducks den erstmaligen Einzug ins BCS National Championship Game zu vermasseln. Um so viel ging es noch nie: Nicht nur staatliche, sondern nationale Meisterschaft!

Oregon ist seit einiger Zeit aus diversen Gründen in den Schlagzeilen: Sensationellem Offensiv-Football stehen kriminelle Studenten gegenüber. Der Reihe nach: Chip Kelly ist seit 2009 nicht mehr OffCoord, sondern Head Coach in Eugene. Kellys erstes Spiel fand im September 2009 in Boise statt. Am Spielende prügelte Star-RB Legarrette Blount einem Gegenspieler gegen das Kinn. Blount wurde intern suspendiert. In Kellys Mailordner landete eine Zahlungsaufforderung eines wütenden Fans: Mit Bitte, die vergeudeten $649 für den beschämenden Auswärtstrip zurückzuerhalten. Kelly verlangte vom Fan die Adresse. Tief beeindruckt nahm der Fan seine Zahlungsaufforderung zurück. Kelly hat Klasse. QB Jeremiah Masoli nicht. Masoli wurde beim Diebstahl auf dem Campus erwischt. Kelly schmiss Masoli raus und machte QB Darron Thomas zu dessen Nachfolger. Masoli spielt mittlerweile mäßig erfolgreich für Ole Miss. Dritter Star, drittes Vergehen: RB Lamichael James (Heisman-Kandidat, im Bild) stellte sich im vergangenen Winter als Frauenschläger heraus. James wurde aber nur ein Spiel gesperrt. Zu wichtig ist der Mann für diese Offense.

Chip Kellys OffenseUnd es ist nicht einfach nur eine Offense. Es ist die Offense. Kelly lässt ein Hurry-Up spielen, das siehst du kein zweites Mal. Selten, dass die Playclock auf unter 20 Sekunden tickt. Und das nicht gegen Halbzeitende, sondern konstant. Das Bild ist eine Anspielung auf Kellys Offense: SIX POINTS! Und die halbe Defense ist noch nicht mal an der Line of Scrimmage. Die Ducks laufen mit James und seiner Armada im Schnitt 300yds pro Spiel. Dazu kommen 241,7yds von QB Thomas. Macht sensationelle 541,7yds Offense PRO SPIEL. Oder 50,5 Punkte im Schnitt. Dem gegenüber steht eine ordentliche Defense.

Oregon State erlebt heuer ein Auf und Ab. Mit 5-6 ist man noch nicht bowl-eligible. Da kommt der Rivale grad recht. Am vergangenen Samstag schenkten die Beavers ihr Spiel in Stanford ab (0-38), waren mit den Gedanken wohl schon in Corvallis. Größte defensive Waffe der Beavers ist DT Stephen Paea, der die Triple-Option-Plays um QB Thomas und RB James (ich sage nur: Huffs Touchdown-Lauf) stoppen soll. Statistisch hat OSU keine Chance: Die Lauf-Defense ist trotz Paea unterirdisch und die Offense bestenfalls unterdurchschnittlich.

Trotzdem: Es ist Bürgerkrieg, da werden Kräfte frei. Eigenes Stadion. Vermutliches Scheiß-Wetter. Enges Reser Stadium. Es ist angerichtet.

Gockel und gestreifte Kätzchen

In Oregon herrscht wegen Bibern und Enten also Ausnahmezustand, und zeitlich fast parallel (22h00) und LIVE bei ESPN America matchen sich im Georgia Dome von Atlanta die nächsten zahmen Viecher um eine Trophäe. Nicht um ein bronzenes Schnabeltier, sondern um die SEC-Trophäe. Aufeinandertreffen die #1 Auburn Tigers und die #19 South Carolina Gamecocks. Tiger gegen Kampfhähne.

Über Auburn ist viel geschrieben und gesagt worden. Mit einem Sieg stehen die Tigers sicher im BCS-Finale. Mit einer knappen Niederlage, glaubt man den Experten, wohl auch. Die Tigers werden natürlich weiterhin auf den zwielichtigen QB Cam Newton setzen, dessen spektakuläre Spielweise ebenso Schlagzeilen produziert wie die undurchsichtige Geschichte dahinter. Am heutigen 1. Dezember ist Newton von der NCAA für spielberechtigt erklärt worden.

Auburn ist spätestens seit dem riesigen Iron-Bowl-Comeback der klare Favorit für dieses Spiel. Auch wenn Alabama über weite Strecken die Blaupause dafür geliefert hat, wie man Newtons Big Plays halbwegs eindämmt.

Steve Spurrier - Footballcoach der South Carolina GamecocksSouth Carolina wird seit einigen Jahren von Steve Spurrier (Bild) gecoacht. Spurrier, dessen Fun’n’Gun-Offense die SEC revolutioniert hat, aber in der NFL gescheitert ist. Man rieb sich nach Spurriers Debakel bei den Washington Redskins verwundert die Augen, dass der Star-Coach an die kleine University of South Carolina wechselte. In einer Division mit den Größen Florida (Spurriers Ex-Team), Tennessee und Georgia setzten sich heuer nach einigen durchwachsenen Jahren ausgerechnet Spurriers Kampfhähne durch – dank eines Kantersiegs in Gainesville vor ein paar Wochen.

South Carolina bietet mit QB Stephen Garcia einen Mann auf, der heuer einen Entwicklungssprung gemacht hat. Garcia ist großgewachsen und ein relativ sicherer Pass-Spieler im dritten Uni-Jahr. Ihm zur Seite stehen mit Freshman RB Marcus Lattimore (1114yds, 17 TDs) und WR Alshon Jeffery (zweites Jahr, 1351yds, 8 TDs) zwei hochtalentierte junge Offensivwaffen. Dazu besitzen die Gamecocks einen ganzen Haufen an Ergänzungsspielern auf den RB- und WR-Positionen, sodass die Last schön verteilt wird.

Die Defense ist recht solide, lässt wenige Yards zu und 20,2 Punkte im Schnitt. Nix Überragendes, aber durchaus die Stärke der Gamecocks.

Für South Carolina geht es in dem Spiel nicht nur darum, dem SEC-Rivalen Auburn die BCS-Finalträume zu zerstören, sondern vor allem darum, erstmals den SEC-Titel zu gewinnen. Dann wäre ein Platz in der Sugar Bowl garantiert. Für South Carolina der größte Erfolg ever. Aber Auburn ist eine große Hürde, eine, der die Gamecocks in der Regular Season nicht gewachsen waren: Knappes 27-35 Ende September.

Spektakel ja. Aber kein tierisches

Big-12-Finale zwischen den #9 Oklahoma Sooners und den #13 Nebraska Cornhuskers. Gespielt wird im monströsest möglichen Stadion: Cowboys Arena in Arlington zwischen Fort Worth und Dallas.

Die Oklahoma Sooners sind eines der drei, vier erfolgreichsten Footballprogramme der letzten Jahrzehnte und eine ständige Macht in der Big 12. Dank eines wilden 47-41 über die Oklahoma State University am letzten Samstag rutschten die Sooners im letzten Zacken noch ins Endspiel der Big 12. Ins vorerst letzte Endspiel. Später mehr.

Coach Bob Stoops schafft es seit Jahren, seine Sooners ganz oben zu halten, trotz Abgängen von Spielern wie QB Sam Bradford oder RB Adrian Peterson. Allein: Der ganz große Durchbruch gelang Oklahoma nicht, und auch heuer landete man „nur“ auf Rang neun, nach zwischenzeitlichem Platz 1 im Ranking. Die Sooners sind eine passgewaltige Mannschaft, angeführt von QB Landry Jones, der schon als Freshman sehr, sehr viele Yards und Touchdowns produziert. RB DeMarco Murray ist in seinem letzten Jahr und gilt als möglicher Draftpick für die mittleren Runden.

Nebraska wird zum letzten Mal ein Big-12-Spiel bestreiten. Die Cornhuskers wechseln zur kommende Saison in die Big Ten, die dann eigentlich eine Big Twelve sein sollte. Im Gegensatz dazu wird die Big 12 eher eine Big 10 sein. Wie auch immer, mit den Cornhuskers verlässt die Big 12 eines seiner Zugpferde. Die Maisschäler sind mehrfacher National Champion und Conference-Sieger.

Das Team 2010 spielt sehr defensiven Football. Es werden nicht viele Punkte erzielt, aber eben auch nicht viele zugelassen. „Vorne“ geht die Post am Boden ab: RB Helu und QB Martinez sind sehr laufstark, dafür wird in Nebraska nur sehr wenig gepasst. Die Huskers haben heuer nur zweimal verloren, beide Male gegen texanische Teams, und hätten sie nicht vor zwei Wochen gegen die Aggies 6-9 verloren, sie wären vielleicht in der Position, auch ohne Big-12-Titel eine BCS-Bowleinladung zu bekommen.

Der Sieger spielt in der Fiesta Bowl. Der Verlierer darf in ein paar Wochen wieder nach Arlington fahren, zur Cotton Bowl Classic, die nicht mehr in der Cotton Bowl zu Dallas ausgespielt wird, sondern ebenso im aufgeplusterten Monster der Dallas Cowboys.

Big-12-Championship. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, um 2h. Live bei ESPN America.

Der letzte Schrei: Von Indianern und Orangen

ACC-Championship in Charlotte, North Carolina. Die #21 Florida State Seminoles treffen auf die #15 Virginia Tech Hokies (das Spiel wird am Sonntag um 13h auf ESPN America aufgezeichnet). Seminoles (ein Indianerstamm), Hokies (ein Schlachtruf) und der Hauptpreis: Der Platz in der Orange Bowl (Miami).

Die Florida State Seminoles mussten bis zuletzt zittern und auf eine Niederlage von North Carolina State in Maryland hoffen. Das ist „gelungen“, wodurch die FSU im Jahr eins nach Bobby Bowden erstmals seit Jahren wieder im ACC-Finale mitspielt. Der neue Head Coach ist Jimbo Fisher, während Bowden dieser Tage eine US-Truppe im Nahen Osten für ein „Spaß“-Spiel coacht.

Unter Fisher ist vor allem die Defense der Seminoles besser geworden. Richtig viele Punkte wurden nur zweimal abgegeben, und das eher zu Saisonbeginn. Seither sind es meist zwischen 14 und 19 Punkten, ein sehr guter Wert. In der Offense verlässt man sich sehr auf das Laufspiel, das hinter dem dominanten Blocker Rod Hudson mit einer Handvoll guten Running Backs recht erfolgreich ist. Zudem wird QB Christian Ponder sein vorletztes Spiel für Florida State absolvieren. Ponder ist Senior und gilt als NFL-kompatibel, verschob seinen College-Abschied im vergangenen Jahr aber noch einmal. Anfang Jänner ist für Ponder Schluss – und was gäbe es für den Student, der sich von Bodyguards bewachen lässt, Schöneres als einen Abschluss in der Orange Bowl im eigenen Staat Florida, noch dazu im Stadion des Erzfeindes Miami Hurricanes?

Die Hokies haben eine merkwürdige Saison erlebt. Zu Saisonbeginn eine Last-Minute-Niederlage gegen Boise State kassiert und eine Woche später der GAU: Heimniederlage gegen James Madison? Nie gehört? Nicht schlimm: James Madison ist ein FCS-Team (Division I-AA) und selbst dort nur Bodensatz. Die Hokies haben sich von dem Fiasko aber schnell erholt und seitdem nicht mehr verloren. Basis auch hier: Starkes Laufspiel und eine Verteidigung, die wenige Punkte zulässt.

Eigentlich ist Virginia Tech Favorit. Aber wer will ausschließen, dass die durchaus eher mittelmäßigen Seminoles am Ende die von Kopf bis Fuß durch und durch mittelmäßige Atlantic Coast Conference in der Orange Bowl repräsentieren werden?