Coaches und GMs im AFC-East-Karussell

Nach dem alljährlichen black monday gab es etliche offene Trainer- und GM-Stellen. Die meisten sind nun besetzt. Werfen wir einen Blick auf die AFC East, in der es nur wenige neue, dafür viele alte Gesichter gibt. Weiterlesen

NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week 7

Weil korsakoff sich rumtreibt, kommt die Vorschau auf die Spiele des siebenten Spieltages heute von mir. Das Sunday Night Game hat erwartungsgemäß alle Schlagzeilen dominiert, aber auch vorher wird schon gespielt. Im Fernseher kann man die folgenden Spiele sehen:

  • 19h00  Philadelphia – Dallas
  • 19h00  Detroit – Cincinnati (*)
  • 22h25  Kansas City – Houston
  • 22h25  Green Bay – Cleveland (*)
  • 02h25  Indianapolis – Denver

alles auf Sport1US. PULS 4 überträgt ab 22h30 das Spiel Green Bay Packers vs. Cleveland Browns. Im Internet sieht man alle Spiele mit dem Game Pass. Den kann man auch ausprobieren: das Free-Game im Gamepass ist Atlanta Falcons – Tampa Bay Buccaneers.

Die 19.00-Uhr-Spiele

Mit dem GamePass könnte man zum Beispiel San Diego Chargers (3-3) in Jacksonville (0-6) gucken. Muß man aber nicht. Man könnte stattdessen Buffalo (2-4) in Miami (3-2) versuchen. Ich bin ein großer Fan der Bills-D. Diese vereint unter der Aufsicht von Mike Pettine viel individuelles Talent (Williams & Williams, Dareus, Byrd, Gilmore) mit einem komplexen System, das Pettine als rechte Hand Rex Ryans bei den Jets mitentwickelt hat. Ein guter Gegner, um zu sehen, ob Miamis Quarterback Ryan Tannehill wirklich „for real“ ist. In den letzten Wochen sah er meistens so aus. Auf der anderen Seite ist E.J. Manuel noch ausgeknockt mit kaputtem Knie und so wird Thad Lewis zu seinem zweiten Start kommen. Lewis hat bei Duke unter QB-Guru David Cutcliffe gelernt, auf den auch Peyton Manning schwört. Nur hatte es wahrscheinlich auch Gründe, daß Lewis nicht gedraftet wurde und es wird eine bärenstarke Leistung der Defense brauchen, um Miami zu schlagen.

Auch gucken könnte man das andere Divisionsduell der AFC East. Die New England Patriots (5-1) fahren in die Meadowlands zu den New York Jets (3-3). Ja, 3-3 stimmt wirklich. Niemand hat vor der Saison irgendwas auf Gang Green gegeben, aber wie immer mit Rex Ryan kann man auf eine furchteinfößende Verteidigung bauen. Die wird es schwerer haben als im Hinspiel in Woche 2, denn Robert Gronkowski wird das erste Mal in dieser Spielzeit zum Einsatz kommen. Außerdem ist Antonio Cromartie angeschlagen.

Die einzige Niederlage holten sich die Pats bei den Cincinnati Bengals (4-2) ab, die um 19.00 bei den Detroit Lions (4-2) antreten. Die Bengals hatten bereits einige komische Schwächephasen in ihren bisherigen Spielen, haben aber eben auch gegen New England und die Packers gewonnen. Vieles hängt an QB Andy Dalton, der sich scheinbar nicht weiterentwickelt hat. Schön anzusehen ist bei Cincy neben A.J., Green und der Defensive Line vor allem Rookie RB Gio Bernard. Das schönste direkte Duell dürfte wohl Calvin Johnson vs Leon Hall werden; das entscheidende wahrscheinlich RB Reggie Bush und TE Joseph Fauria gegen LBs Vontaz Burfict und Ray Maualuga. Wenn diese beiden Schildkrötoen im Decken des prototypischen space players und des riesigen Tight Ends nicht über sich hinauswachsen, wird der ehemalige Heisman Trophy Gewinner jeden dritten Versuch in neuen ersten verwandeln und UDFA Fauria wieder einige TDs fangen.

Weil ja irgendwer die NFC East gewinnen muß, spielen die Dallas Cowboys (3-3) und die Philadelphia Eagles (3-3) direkt gegeneinander. So ist sichergestellt, daß wenigstens eine Mannschaft der Division eine positive Bilanz hat. Während die vorigen drei Partien alle mit guten bis starken Verteidigungsreihen glänzen, sollte dieser Klassiker ein zu einem wilden shootout werden. Dez Bryant für 200 Yards, Tony Romo wieder für 500, Jason Witten mit 3 TDs?  Warum nicht! Da bei den Cowboys außer Jason Hatcher die gesamte D-Line verletzt ist, sollten auch die Eagles genügend Platz für ihr gefürchtetes Laufspiel bekommen. QB Nick Foles wird wieder starten, nachdem er in den letzten anderthalb Spielen ganz anständig aussah und Michael Vick weiterhin an Muskelproblemen laboriert.

Da auch die anderen Mannschaften so schlechte Bilanzen haben, sind die Washington Redskins (1-4) noch lange nicht raus aus dem Rennen. Heute bekommen sie Besuch von den Chicago Bears (4-2). Die beiden großen Bären Brandon Marshall und Alshon Jeffery sind viel zu viel für Washingtons gurkige secondary. Da braucht es schon eine erstklassige Leistung von Robert Griffin. Chicago hat auch keine besonders gute D, es könnte auch hier in Punktefestival geben – wenn Griffin es mal schafft, ohne Turnovers auszukommen.

Die NFC South dürften die New Orleans Saints (5-1, bye week) spätestens mit den Verletzungen von Julio Jones und Roddy White eingetütet haben. Die Atlanta Falcons (1-4) empfangen die Tampa Bay Buccaneers (0-5) zum Krisengipfel. Neben White und Jones fehlen auch RB Steven Jackson und LT Sam Baker. Tampas einzigartiger Coach Greg Schiano läßt wieder Rookie Mike Glennon starten gegen eine Verteidigung der Falcons, die fast so viele Verletzte hat wie die Offense. Tampa hat drei der Spiele nur mit drei oder weniger Punkten Unterschied verloren; sie haben Darelle Revis, der gar nicht weiß, wen er jetzt verteidigen soll (Tony Gonzalez?); und Doug Martin sollte jede Menge rushing yards gutmachen können – Vorteil Bucs.

Auch die Carolina Panthers (2-3) werden den Saints nicht mehr gefährlich werden. Dafür ist die Offense zu schlecht. Cam Newton bekommt keine Konstanz in sein Spiel, er hat keine guten WRs und sogar Steve Smith hat in den letzten Wochen geschwächelt. Dafür reißt die Verteidigung alles raus. Die Schwachstelle ist ganz klar das Defensive Backfield, aber Sam Bradford wirft ja zum Glück keine Pässe über mehr als 10 Yards. Die St Louis Rams (3-3) leben ebenfalls von ihrer Defense, die auch gegen Carolina gut aussehen sollte. Enges Spiel, aber falls Ron Rivera weiterhin vom 4th-Down-Monster besessen ist, gewinnen natürlich die Panthers.

Die 22.05/22.25-Uhr-Spiele

Zwei der späten Spiele sind so seltsame Interconference Games: San Francisco (4-2) in Tennessee (3-3) und Cleveland (3-3) in Green Bay (3-2). Die Packers haben so viele Verletzte, daß sie im schlimmsten Falle nicht mal die 46 Spieler zusammenbekommen, die sie maximal einsetzen dürften. Unter anderem fehlen die WRs James Jones und Randall Cobb, die LBs Clay Matthews, Nick Perry und Brad Jones. Upset alert, auch mit Brandon Weeden als starter.

Trap game alert gibts es im Arrowhead Stadium, wo Eintracht Langeweile (6-0) die Houston Texans (2-4) empfängt. Die Offense um Alex Smith hat letzte Woche gegen Oakland nur 17 Punkte gemacht. Überlagert wird die offensive Langeweile von der Defense, die bis jetzt schon absurde 31 Sacks und 18 Turnovers für sich verbuchen konnte. Wenn Houstons Angriff um Case Keenum, der seinen ersten Start machen wird, ohne Ballverluste auskommt, wird das ein Spiel mit wenigen Punkten und knapp bis zum Schluß. Die Texans haben schließlich immer noch J.J. Watt und überhaupt eine Defense, die in dieser Saison noch nie mehr als 300 Yards zugelassen hat.

Zu guter letzt noch ein Klassiker: Baltimore Ravens (3-3) im Heinz Field zu Pittsburgh (1-4). Beide Mannschaften haben sich immer noch nicht gefunden und zeigen sich sehr launisch von Woche zu Woche. Zumindest bei Pittsburgh ist ein Aufwärtstrend erkennbar, während man Baltimore nie sicher sein kann, was man am Sonntag bekommt. Nichtsdestotrotz: noch sind beide Teams nicht so schlecht, als daß man die beste rivalry der letzten Jahre verschmähen sollte.

Das Sunday Night Game

Denver Broncos (6-0) zu Gast bei den Indianapolis Colts (4-2). Dazu ist im Grunde schon alles geschrieben worden (außer das, was heute später noch von seminole kommt). Die storylines: Peyton kommt zurück nach Hause; kann Denvers Offense weiterhin auf Rekordniveau spielen?; Von Miller kehrt zurück; Andrew Luck und der Druck im Duell der Generationen; wie überbewertet ist Indys-D?; kann Trent Richardson für 100 Yards laufen?; und vor allem und wieder PeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeyton. Manchmal kann zu viel media coverage einem so ein Spiel auch vergraueln. Aber es sollte natürlich ein großartiges Spiel werden und gilt völlig zu Recht als eines der Highlights dieser regular season. Viel Spaß!

Vorschau Woche 10, SNF Patriots@Jets

Wie in der Früh angekündigt, wird hier in Zukunft Herrmann regelmäßiger Beiträge schreiben. Heute geht es um das Sunday Night Game von heute Nacht.


As the world turns… Als wir uns das letzte Mal dem Klassiker Jets-Patriots gewidmet haben (und man lasse sich nur nicht einreden, das sei gar keine “echte” große Rivalry), hingen die Blätter noch an den Bäumen, die Patriots-Offense war das heißeste Ding seit Erfindung des Geldes und der Schreiberling selbst war noch kein Sidelinereporter an der Seite von korsakoff. Seitdem haben die Jets drei Spiele in Folge gewonnen und teilen sich mit einem 5-3-record den ersten Platz in der AFC East mit den Mannschaften aus New England und Buffalo.

Das soll hier keine Executive Summary werden, sondern wir wollen uns auf einen Punkt konzentrieren: New Englands Offense gegen New Yorks Defense. Das Matchup Pats-D gegen Jets-O soll hier nur ganz kurz und nicht umfassend abgehandelt werden: wenn das Laufspiel New Yorks funktioniert, funktioniert auch der Rest. Wenn nicht, funktioniert gar nichts. Und die Lauf-D der Patriots ist nicht die allerschlechteste.

Die Patriots seit haben dem letzten Spiel gegen den Divisionsrivalen in Woche 5 das große Zittern bekommen, seitdem nicht ein Mal mehr als 20 Punkte gemacht (20 gegen die Cowboys, 17 gegen die Steelers und 20 gegen die Giants) und sahen ihre hochgelobte Offense entzaubert. Am schlimmsten sah der Angriff um Tom Brady gegen Pittsburgh aus und das Überraschendste daran war, daß die Steelers es mit einer anderen taktischen Marschroute geschafft haben als die Jets bei ihrem letztjährigen Playoffsieg.

Die Grundidee beider, der Jets wie der Steelers, war gleich: die WR an den Seitenlinien verteidigt man 1-gegen-1, das reicht aus, weil Branch, Ochocinco, Taylor Price oder auch TE Hernandez vielleicht mal einen oder zwei Bälle fangen, aber uns nicht das Genick brechen werden. Der Unterschied lag in der Defense, die sie zwischen den Seitenlinien gespielt haben.

Pittsburghs Dick LeBeau, gebranntes Kind nach der Klatsche gegen New England letztes Jahr, als Brady genüßlich Zone-Coverage um Zone-Coverage auseinandergenommen hat, versuchte einfach mal was ganz Neues, was sich (seltsamerweise?) bis jetzt noch niemand getraut hat: Mann-Verteidigung mit Bump-and-run an der Line of Scrimmage und als Highlight oben nur einen Safety. Damit waren die Receivers der Pats völlig überfordert und das gewohnte Timing zwischen QB und WR war wie weggeblasen. Weil der zweite Safety – in der Regel ein Herr namens Polamalu – damit “in the box” war, wurde einerseits Bradys beliebte Mitte für die TEs und Welker mit einem Extramann abgedeckt und andererseits hatte auch das Laufspiel einen zusätzlichen Verteidiger gegen sich.

Die Jets hatten einen ähnlichen Ausgangspunkt, haben den Rest aber ein wenig anders gemanaget. Also auch: außen eins gegen eins. Und auch: Mitte zu. Aber Rex Ryans Jungs aus den Meadowlands haben das getan mit Zonenverteidigung. Bis auf zwei Cornerbacks haben alle Spieler der Secondary (die Jets haben hauptsächlich Dime gepielt) im Umkreis der Hash Marks ihre Zonen verteidigt. Und oftmals haben sie nur 3 Pass Rusher aufgeboten und 8 Mann (!) in die Paßverteidigung geschickt. New England hat das diese Saison in Woche 5 mit viel hard-nosed Laufspiel gekontert. Aber wenn die Jets ihre Strategie mit der Steelers-Taktik verbinden, wird auch das wohl nicht funktionieren.

Der Angriff von Belichick, Brady und OC Bill O´Brien braucht eine neue Idee, einen neuen wrinkle. Irgendetwas Neues. Mehr 3-WR- oder 4-WR-Sets vielleicht, ein kreativeres Laufspiel, ein Pärchen Ocho/Brady, das endlich lernt, miteinander zu spielen oder einfach nur einen Deep Threat. Brandon Tate war es nicht, Vielleicht kann es Taylor Price sein,

Ich möchte keinesfalls klingen wie ein “Fan, der vom Gestern lebt” (Uli Hoeneß), aber wo ist der Deep Threat – formerly known as Randy Moss? Es hat schon einen Grund, warum alle guten Mannschaften so einen in ihren Reihen haben und sogar ein Schüler Belichicks wie Thomas Dimitroff  seine Karriere aufs Spiel setzt, um einen Julio Jones zu draften. Das ist kein Plädyer pro Moss, aber von irgendwoher muß er kommen, der schnelle Receiver mit den langen Schritten, der tief gehen kann.

Für die Patriots ist dieses Spiel sehr viel wichtiger als für die Jets. Es könnte das erste Mal seit 2002 werden, daß Bellys Pats drei Spiele in Folge verlieren. Wenn man dazu nimmt, daß New England seine letzten drei Spiele in den Playoffs verloren hat und der letzte Sieg in diesen aus der Saison 2007 datiert, kann man tatsächlich so langsam mit dem Abgesang auf die Patriots der Belly/Brady-Ära beginnen.

Oder, wenn man nochmal den letzten Optimismus zusammenkratzen will, könnte dieses Aufeinandertreffen einen Wendepunkt markieren wie das Spiel in Woche 5 der Saison 2003 (38-30 gegen die Titans), das den Beginn der längsten Siegesseries der NFL-Geschichte einläutete: 21 Spiele in Folge ungeschlagen und Siege in den Super Bowls XXXVIII und XXIX.

Es wird sich zeigen und das Spiel hat als Sunday-Night-Ansetzung auch einen würdigen Platz dafür.

Lesestoff für’s Wochenende: Patriots-Talk mit Herrmann

Bill Belichick

Bill Belichick, der beste Football-Coach der Gegenwart - ©Flickr

In diesen Tagen wird der neue Tarifvertrag abgeschlossen, der sogar eine komplette Preseason ermöglicht. Die nächsten Tage werden chaotisch ablaufen, nachdem mehr oder weniger zeitgleich Rookies und Free Agents verpflichtet, die Kader ausgemistet werden und nebenbei finden auch die Trainingslager statt. Volles Programm also für die 32 NFL-Teams.

Niemals unspannend ist die Situation in New England, wo mit Bill Belichick nicht nur ein sehr guter Trainer am Werk ist, sondern auch ein Alleinherrscher, dessen Transaktionen immer wieder für Verblüffung sorgen. Diesmal gehen die Patriots mit mehr Fragezeichen in den August als in den April – einer fragwürdigen Draft-Strategie sei „Dank“. Wird Belichick den Kader kurzfristig noch radikal umbauen, oder sich mit vorhandenem Personal durchwursteln? Ich habe mich darüber mit Herrmann von Vier Viertel plus Nachspielzeit – seines Zeichen Patriots-Fan und hier schon mehrfach als Gastkommentator aufgetreten – unterhalten.

#1 Der gedachte Kader der Patriots schaut aktuell recht wild aus, nachdem Belichick trotz dringender Not lieber ein halbes Dutzend Angriffsspieler anstelle von Pass Rushers draftete. Wird Belichick auf Creative Coaching vertrauen oder doch noch einen Pass Rusher aus der Free-Agents-Lotterie ziehen, obwohl gerade die Auswahl an 3-4 DE/OLBs recht beschränkt ist?

Das leidige Pass-Rusher-Thema. Mittlerweile schon seit Jahren. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum Belichick in den letzten drei Jahren keinen Pass Rusher gedraftet hat. Zumindest hat man mit Mike Wright und Ty Warren zwei herzeigbare Pass Rusher als 3-4-DE. Warren hat die gesamte letzte Saison verletzt gefehlt; Wright kam in den zehn Spielen vor seiner Verletzung auf 5,5 Sacks. Bei den OLBs sieht es sehr dünn aus.

Tully Banta-Cain hat 2010 enttäuscht; Jermaine Cunningham ist am besten als DE in der 4-2-Nickel-Defense; Rob Ninkovich sah zeitweise ganz gut aus; Eric Moore bei einigen Kurzeinsätzen auch. 6th-rd pick Markell Carter wird wohl keine Rolle spielen. Da ist nicht einer so gut, daß er ein starker Starting-OLB wär. Cunningham, TBC, Ninkovich und Moore kann man alle in bestimmten Situationen bringen und manchmal sehen sie dabei sogar recht gut aus. Aber wenn man den Super Bowl gewinnen will, kann das nicht ausreichen.

Ein perfekt passender FA wäre Matt Roth, Cleveland Browns. Roth hat, wenn er auf dem Feld war, stark gegen den QB gearbeitet; er sollte sich sehr schnell in der Defense zurechtfinden, weil er in den letzten beiden Jahren unter den Belichick-Schülern Eric Mangini und Rob Ryan gespielt hat; und er sollte auch nicht allzu teuer sein.

#2 Die Patriots halten trotz ihres Status als pass first team einen Wust an Running Backs zur Auswahl, vom opportunistischen Green-Ellis über den wuseligen Woodhead hin zu zwei untersetzten, kräftigen, fangstarken Rookie-Backs. Wer wird bleiben dürfen und was wird aus Taylor, Morris und vor allem Faulk?

Green-Ellis und Woodhead sind gesetzt. Wenn die beiden Rookies Vereen und Ridley sich nicht total dämlich anstellen, wird auf jeden Fall Taylor keinen Platz mehr haben und höchst wahrscheinlich Morris auch nicht mehr. Die Pats werden nur vier RBs im aktive Kader haben. Prediction: Boston Legal, Woodhead, Faulk und einer der beiden Rookies sind im Team; der andere Rookie kommt in die Practice Squad – so lange, bis Faulk sich verletzt (over/under 4 Wochen); dann tritt Faulk zurück, Rookie rückt auf und in die Practice Squad kommt wieder Thomas Clayton.

#3 Ryan Malletts Einberufung hinterlässt immer noch offene Münder: Ein Raketenarm in einer Kurzpassoffense, ein angebliches Problemkind in der ultimativen team first-Franchise. Ist Mallett wirklich längerfristig als Brady-Ersatz angedacht und was bedeutet der Pick kurzfristig für Brian Hoyer?

Ich glaube Mallett wird in ein sehr kompetetives Umfeld geschmissen – und das gewollt. Er wird das Training Camp als Nr. 3 hinter Brady und Hoyer beginnen und wird sehr stark sein müssen, um an Hoyer vorbeizukommen. Mir hat Hoyer (in den Pre-Season-Games) immer sehr gut gefallen und wenn er so weitermacht, wird er der längstdienende QB-Backup der Pats sein seit Matt Cassel. Und er hat schonmal einen 3rd-round-pick ausgestochen: Kevin O`Connell. (2008, war schnell vergessen. Wurde dann von den Jets unter Vertrag genommen.)

Die Patriots haben schon öfter mal Spieler geholt, die Peronal Red Flags hatten. Wenn Mallett sein Ego zurückstellt und gut arbeitet, könnte er durchaus mal der Nachfolger von Brady werden. Wenn Mallett sofort einschlägt und alle überzeugt, wird Hoyer wohl getradet. Es war nicht überraschend, wenn man einen 4th- oder 5th-rd Pick für ihn bekommt. Ansonsten bekommt Mallett ein „Redshirt“ und kämpft in der nächsten Preseason wieder gegen Hoyer.

#4 Die Offensive Line hinterlässt mich nach dem Rücktritt von Steve Neal etwas ratlos. Mankins wird mit der Franchise Tag unglücklich sein, Cannon ist Rookie und krankheitsbedingt wohl nicht einsatzfähig, Light ist Free Agent und mit Vollmer und Solder sind die beiden Tackles jung und vor allem beide eher prototypische Left Tackles. Wird die rechte Seite zum Problemfall?

Die O-Line-Situation sieht allerdings ziemlich durcheinander aus. Zwei Starters sind FAs (LT Matt Light und LG Logan Mankins). Dazu zwei Rookies mit großem Potential: 1st-rd pick mit Tackle Nate Solder und Marcus Cannon, der sehr viel Talent aber leider auch einen Tumor mitbringt und eine Chemotherapie hinter sich hat. Dazu der Rücktritt von Stephen Neal und ein Nick Kaczur, der die gesamte letzte Saison verletzungsbedingt (Rücken) gefehlt hat.

Aber wenn man die fünf Teile der O-Line sortiert, erkennt man schon ein Gesamtbild. (1) Center Dan Koppen bleibt der Anker in der Mitte. (2) Tackle Sebastian Vollmer bleibt auch Starter, entweder links oder rechts. (3) Als Right Guard läuft bei Belichick immer jemand auf, den sein Mentor Bill Parcells als „JAG“ bezeichnet – Just Another Guy. Das wird auch in der kommenden Spielzeit wahrscheinlich Dan Connolly bleiben. Oder eben ein JAG. (Rich Ohrnberger vielleicht, 4th-round pick 2009). (4) Entweder Light oder Mankins wird auf jeden Fall gehalten, ganz sicher.

Ich bin mir auch recht sicher, daß es Mankins sein wird. Entweder per Franchise Tag (je nach CBA oder/und Ausnahmeregelung für die kommende Saison) oder über einen langfristigen Vertrag. Mankins ist der beste Guard der Liga. Punkt. Als Blocker im Laufspiel ist er so gut, daß es in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison so aussah, als wär BenJarvus Green-Ellis ein richtig guter Running Back. Ich hab zwar keine Zahlen, die das beweisen, aber ich würde behaupten, daß The Law Firm 108% seiner Yards hinter Mankins gemacht hat. Dann bleibt (5) nur noch ein Tackle-Spot. Ich glaube nicht, daß Light von den Patriots einen längerfristigen Vertrag angeboten bekommt, der ihn in New England hält. Er wird ein Angebot bekommen, es aber ablehnen, weil er von mehreren Teams bessere Verträge (längerfristig oder mit höherer Garantiesumme) wird vorliegen haben. Dann gibt es zwei Optionen: entweder Solder schlägt so ein, daß er von Woche 1 an Starting Tackle spielt, rechts oder links und Vollmer dann gegenüber. Oder Kaczur bekommt seinen alten Right Tackle Spot wieder und Vollmer geht auf links. Ich tippe auf – von links nach rechts: Vollmer, Mankins, Koppen, Connolly, Kaczur.

#5 Da der Kader nicht unspannend ist: Wenn du einen Free Agent für die Patriots picken könntest: Wen würdest du nehmen?

Ein guter WR. Trotz der Pass-Rushing-Situation. Am liebsten Sidney Rice, zuletzt Minnesota Vikings. Mit Rice hätten die Patriots wieder den schnellen und großen (1,93m) „field-stretcher“, den sie 2007-09 mit Randy Moss hatten. Wenn man sich die starke 2010er-Offense verstärkt um Rice ausmalt, kann man wieder von Zuständen wie anno 2007 träumen.

Alternative wär hier noch Vincent Jackson zu nennen, der noch besser passen würde, aber das Franchise Tag bekommen hat – aber wir wissen ja alle nicht, ob es das unter dem neuen CBA noch geben wird. Und auch möglich ist die Verpflichtung von – nicht lachen – Chad Ochocinco, der zwar kein FA ist, aber trotzdem auf dem Markt ist. Und – jetzt bitte nicht vom Stuhl fallen vor Lachen -Randy Moss himself. Wenn Moss eine Rolle akzeptiert, die unter der eines Franchise Guys liegt. Für so ungefähr 30 Snaps pro Spiel nur geradeaus laufen und den Safeties Angst machen. Ich habe nicht so viel Vertrauen in Brandon Tate und Taylor Price.

Nr. 2 wär Matt Roth.

#6 Im vergangenen Jahr waren Rookies ein integraler Bestandteil der sensationellen Patriots-Saison. Irgendeine Chance, dass die Rookie-Klasse von 2011 jene von 2010 noch übertrumpfen kann?

Die diesjährigen Rookies sind gute Ergänzungen, aber keine Spieler, die á la Clay Matthews oder Devin McCourtey sofort große Wellen schlagen. Die größten Chancen, sofort eine Hausnummer zu werden, hat Nate Solder – sollte er den von Anfang an spielen. Gerade als O-Liner muß man nicht mal überragend spielen, um mit „großem Namen“ (sprich 1st-round pick in einem guten Team) als „überragend“ durch viele Kolumnen und NFL Network zu geistern (vgl. Maurkice Pouncey).

2nd-rd pick CB Ras-I Dowling wird erstmal als Nickelback anfangen, wenn er sich – hinter McCourtey und dem zurückkehrenden Leigh Bodden – gegen Kyle Arrington durchsetzen kann. Er wäre nicht der erste CB der Patriots, der in der zweiten Runde gedraftet wird und dann floppt (vgl.  Darius Butler, 2009; Terrence Wheatley, 2008.) Einer oder beide Running Backs könnten ins Spotlight geraten, weil sie spektakuläre Läufe und Touchdowns produzieren, aber ein neuer Corey Dillon wird in der kommenden Saison keiner der beiden sein.

#7 Wenn Bill Belichick vier Monate Freizeit zum Videostudium bekommt, sind die Zeichen für die Konkurrenz auf Alarm gesetzt. Nun ist mit Bill O’Brien sogar mal wieder ein offizieller Coordinator ernannt worden. Kann der Lockout unter diesen Vorzeichen für die Patriots trotz ihrer vielen jungen Spieler sogar ein Vorteil sein?

Jede Strategie ist nur solange absolut überlegen, wie sie neu ist und ein Überraschungsmoment hat. Man kann jede Offense (und auch Defense) schlecht aussehen lassen, wenn man sie nur gut genug kennt, genügend Videos studiert und das System durchschaut hat. (Ausnahmen: Peyton Mannings Offense und Dick LeBeaus Defense) Die Pats-Offense war auch vor 2007 gut, obwohl Brady nur Anspielstationen hatte, die kein verünftiger GM als WR verpflichten würde. 2007 hatten sie dann unter McDaniels/Belly ein völlig neues System und niemand konnte sie stoppen.

2009 war das System dann nicht mehr alles niedermetzelnd – die Gegner hatten es oft genug gesehen und verstanden und haben Wege gefunden, es zu bremsen. 2010 dann hatten Belly/O´Brien ein wiederum völlig neues System und – bis zu Rex Ryans grandiosem Gameplan in den Playoffs – waren die Patriots mit zwei Rookie Tight Ends und alten und sehr jungen WRs in der Lage, gegen jeden Gegner zu scoren.

Ich bin mir sicher, daß Belly und O´Brien (und Nick Caserio, der da auch immer mit drinhängt), wieder einige neue wrinkles eingebaut haben und damit zwei Schritte „ahead of the Curve“ bleiben. Der Lockout könnte in diesem Sinne also tatsächlich vorteilhaft gewesen sein, weil der Coaching Staff mehr Zeit hatte, um sich neue Dinge auszudenken.

#8 Die Bills bauen langsam auf, die Dolphins sind auf der Suche nach Offensivgeistern, während die Jets eine starke Start-Formation aufbieten können, aber auch einen Kader mit wenig Tiefe. Welche Mannschaft wird New England am ehesten in der AFC East schlagen können?

Buffalo ist chancenlos. Bei den Jets hängt viel von den Free Agents hab. Aber mit Rex Ryans Defenses muß man immer rechnen. Er hat in den letzten Playoffs die Offenses von Peyton Manning UND von Brady/Belly plattgemacht. Das kann man gar nicht überbewerten. Aber der Angriff ist zu schlecht. Wenn der bestenfalls mittelmäßige Mark Sanchez jetzt auch noch mindestens einen seiner beiden besten Receiver Santonio Holmes/Braylon Edwards verliert und wenn dann die O-Line auch nur ein Mü schlechter spielt als in den letzten beiden Jahren, dann werden die Jets um die Playoffs sehr zu kämpfen haben. Die Dolphins haben eine sehr gute D und wenn sie dazu auch noch eine einigermaßen patente Offense zusammenzimmern können unter ihrem neuen Offensive Coordinator Brian Daboll, dann können sie die Jets als Hauptkonkurrent der Pats ablösen.

#9 Und schließlich: Auf welches Patriots-Spiel in der Regular Season freust du dich zu diesem Zeitpunkt am allermeisten – mit Ausnahme des Season Openers?

J-E-T-S, Jets Jets Jets. Es gibt nichts schöneres als Spiele gegen den Erzfeind. Vor allem, wenn der Erzfeind so ein Großmaul als Coach hat und der QB so ein junger Schönling aus Kalifornien ist und diese Typen eine 14-2-Saison kaputt gemacht haben. Woche 5 in Foxboro und in Woche 10 in den Meadowlands als Sunday Night Game.

New England Patriots in der Sezierstunde

Die Patriots – eines meiner Lieblingsthemen: Eine spannende Mannschaft mit spannendem Coach und einer interessanten, nicht begeisternden, Spielweise. 2010/11 hat ESPN America sagenhafte 12 Spiele in der Regular Season mit den Patriots LIVE übertragen. Das sind 75% der Regular Season. Das liegt zum einen daran, dass die Patriots stets ein Titelanwärter sind. Und zum anderen, dass die Patriots in dieser Saison einen sehr attraktiven, wie auch richtig schwierigen Spielplan bestehen mussten.

Rückwirkend betrachtet liest sich meine im September aufgestellte Prognose gar nicht so übel:

Es sieht irgendwie so aus, als würde Belichick hier eine junge Defense heranzüchten, die in ein bis zwei Jahren wieder Topniveau erreichen kann. Bis dahin muss die Pass-Offense um QB Tom Brady die Gegner outscoren.

Etwas weiter unten, Kommentar #11, schrieb ich:

Für mich sieht es damit danach aus, als würde Belichick auf 2011 oder 2012 spekulieren, um dann mit einer gereiften, dominanten Defense und einem QB Brady sein letztes Halali blasend noch ein- bis zweimal einen Angriff auf den Titel starten und sich dann in Rente begeben.

Wobei ich auch für diese Saison an eine gefährliche Patriots-Mannschaft erwarte. Ich weigere mich, Brady/Belichik aus dem Titelrennen auszuklammern, trotz Baltimore.

QB Tom Brady, Patriots

Tom Brady - ©Wikipedia

Zu dem Zeitpunkt konnte man das Fiasko Moss nur vage vorausahnen. Umso beeindruckender, wie die Patriots nach der Umstellung der Offense funktionierten: Ein paar abgewichste Spiele (Baltimore, San Diego), die mit Glück, Geschick und dreißig Kilo Eiern in der Hose gewonnen wurden, und dann eine zweite Saisonhälfte vom Allerfeinsten. Wie die Patriots gegen Pittsburgh aufs Spielfeld marschierten und ohne Rücksicht auf ihr Laufspiel mit einer Orgie an Kurzpässen zack-zack-zack die beste Defense der NFL zertrümmerten, das war methodischer Offensiv-Football in seiner reinsten Form.

Basis von allem: Eine herausragende Offensive Line, die trotz des zickigen OG Logan Mankins blockte Gegenspieler wie sonst nur die Republikaner Reformen, und QB Tom Brady alle Zeit der Welt gab. Brady konnte sich in Ruhe einen seiner 527 Passempfänger ausgucken – und fand fast immer sein Ziel. Bradys absolute Zahlen sind irre: 3900yds (okay), 36 TDs (sehr, sehr stark), 4 INTs (Bitte neuen Superlativ erfinden).

Im Schlepptau des Pass-Spiels und der O-Line funktionierte auch das Laufspiel, trotz völlig unbekannter Spieler wie Green-Ellis oder Woodhead. Überhaupt Woodhead: Der Mann kann exemplarisch für das System „Bill Belichick“ hingestellt werden. Ein Mann aus dem Gar Nichts, von der Straße aufgeklaubt und so perfekt in ein System eingebaut, dass gegnerische Defenses den flinken Woodhead, den einst keiner wollte, eigens abdecken mussten. Oder halt die Nadelstiche zu spüren bekamen. Wie New England in den letzten Wochen der Regular Season die Wunden der gegnerischen Defenses offenlegte, das hatte was.

Das DVOA für die Patriots-Offense 2010/11 in der Regular Season: 46,1%, ein Wert ohne Worte, besser noch als derjenige der 2007er Patriots, und der beste ever (ich habe nur die letzten 15 Jahre eingespeist) laut Datenbank. Immerhin wurden Defenses wie Pittsburgh, Jets, Chicago, Green Bay oder Minnesota in Grund und Boden gespielt.

Was ist also schief gelaufen?

As expected: Die Defense. Man kann mit dem Einen argumentieren:

…aber sie haben doch Turnovers gemacht!

Leser von Sideline Reporter wissen: Turnovers sind wichtig. Aber ich würde bei meiner Defense nicht darauf vertrauen, dass sie drei Dutzend Turnovers (oder mehr) produziert. New England machte eines: Sie holten sich starke 25 INTs und schnappten 13 Fumbles. Top-Werte. Aber wenn deine Defense #11 gegen den Lauf ist und gar nur #30 gegen den Pass, dann reicht eben einmal ein Tag, an dem kein Turnover produziert wird, für eine überraschende Niederlage.

Gepaart mit einer etwas überrumpelten Offense nicht in Bestverfassung bedeutet das in der ultraengen AFC schon mal das schnelle Aus. So geschehen gegen die New York Jets. Kein Turnover gegen einen opportunistischen Gegner gemacht. Und raus.

Wo den Hebel ansetzen?

Beginnend mit der Offense, gibt es durchaus Fragezeichen. Die Basis der Patriots wackelt – die Offensive Line. LT Matt Light wird ein Top-Jahr nachgesagt. Light ist vertragslos. OG Mankins gilt als einer der Allerbesten. Mankins spielt seit Jahren unterbezahlt und möchte nun finanziell aussorgen, sprich: Einen Topvertrag. In New England oder sonst wo. Jetzt hat man ihm das Preisschild (Franchise Tag) aufgesetzt. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen…

Womöglich gibt New England Light seinen Vertrag und lässt Mankins ziehen. Oder umgekehrt. Schwer vorstellbar mit New Englands Geschichte im Hinterkopf, dass wirklich beide zu adäquatem Saldo gehalten werden können. Oder wollen.

Auf der RB-Position sind 4 Männer ohne Vertrag: Green-Ellis wird sicherlich bleiben, aber dann? Fred Taylor? Sammy Morris? Kevin Faulk könnte als Publikumsliebling zurücktreten, und weiterhin in der Organisation mitarbeiten. Im Prinzip halte ich es auch nicht für ausgeschlossen, dass sich Belichick mit einem seiner fünftausend Draftpicks einen Running Back einkauft (Carolina zum Beispiel weiß nicht, was sie mit Williams und Stewart anfangen sollen).

Jerod Mayo

Jerod Mayo - ©Flickr

Die Defense sitzt auf dem kürzeren Hebel. Hier braucht es Verstärkungen. Die Defense Line ist gut, aber seit Seymours Abgang nicht Spitze. Die Linebacker sind dafür sehr junge und haben mit ILB Jerod Mayo den neuen Anführer gefunden, mit Cunningham und Spikes zwei junge Talente. Aber der dominante Pass Rusher, den New England so dringend braucht, der fehlt.

Die Secondary könnte IMHO einen oder zwei Topmänner brauchen. CB McCourty scheint höheren Ansprüchen irgendwann genügen zu können (7 INTs, aber auch recht oft böse verbraten worden), aber dahinter wird es schnell eng und CB Butler wird so schnell keine Starts mehr machen. Offenses mit mehreren Wide Receivers haben Feiertage gegen die Patriots veranstaltet (um dann mit Kater, sprich INT, aufzuwachen, aber das ist wie gehört ein anderes Thema).

Die Lösungsansätze

Jeder NFL-Interessierte wird das Kommende schon x-mal gehört haben: Bill Belichick hat sechs Draftpicks in den ersten drei Runden, je zwei pro Runde und insgesamt die #17, #28, #33, #60, #74 und #92. Belichick hatte jahrelang mäßige Drafts, aber 2010 war ein Bombenjahr: CB McCourty, die LBs Cunningham und Spikes, die TEs Gronkowski und Hernandez und der sensationelle Punter Zoltan Mesko waren in dieser Saison Haupt-Protagonisten eines 14-2 Teams.

Wenn Belichick diesmal gut draftet, wird New England für die Zukunft happig, zumal Brady noch 3-4 Jahre spielen wird. Am Draft-Tag ist mal wieder alles möglich: Belichick, der nach oben tradet, um einen großen Namen zu holen. Oder nach unten tradet, um auch 2012 wieder 386 Picks zu haben. Sicher ist nur: Belichick wird nicht ruhen.

Die Prioritätenliste würde ich in etwa so verorten:

a) Pass Rusher (im Optimalfall ein hybrider Mann DE/OLB)
b) Cornerback (zumindest für die Tiefe des Kaders)
c) Offense Line (Guard oder Tackle)
d) Safety (Strong Safety)
e) Wide Receiver (falls zufällig vorhanden ein #1-Mann wie Moss)

Same procedure as every year: New Englands Kader schaut schon jetzt gefährlich wettbewerbsfähig aus. Belichick ist bekannt dafür, aus dem vorhandenen Material immer mehr zu machen als andere Coaches. Daher werde ich nicht von meiner allerersten Wettregel abweichen, die da lautet: Setze niemals gegen die New England Patriots.

Andere Teams in der Sezierstunde gibt es hier.