Mit Steuerung-C und Steuerung-V: Die NFL-Combine 2014

NFL-Scouting Combine in Indianapolis – diese Woche von Mittwoch, 19.2. bis nächsten Dienstag, 24.2., alljährlich der wirkliche Start zu einer zirka zweimonatigen Hype-Maschine im Vorfeld des NFL-Drafts, wo die künftigen NFL-Profis von ihren Teams ausgewählt werden. Ich habe oft darüber geschrieben, warum ich es trotz allem immer wieder faszinierend finde, mich mit der Draft-Materie zu befassen, aber dieses Jahr bin ich draftmäßig so unbeleckt wie lange nicht mehr. Ich hab auch gerade ein bissl „emotionales Tief“ nach der langen Footballsaison. Kann an der Winterolympiade liegen. Kann am Studium liegen. Kann auch schlicht am Overkill liegen.

Aber Combine ist Combine. Ich habe wenig Zeit, aber ein paar Minuten oder Stunden NFL-Network zur Combine sollten drin sein. Sie sollten schon allein wegen des einen Mannes drin sein, der die Draft-Berichterstattung prägt wie kein anderer: Mike Mayock, der Experte vom NFL-Network, der mit so sensationeller inhaltlicher Tiefe Bericht erstattet, dass es immer wieder helle Begeisterung bei allen auslöst, die ihm zuhören.

Mayock und das NFL-Network: Ab Samstag fast 24/7 on Air. Die ersten Tage sind wie immer eher seichtes Reingleiten mit Team-Interviews und ein bissl Abtasten. Ab Samstag geht es dann auch auf dem Feld los. Gratis streamt auch NFL.com, aber ich würde nicht meine Hand ins Feuer legen, dass das immer die originale NFLN-Übertragung ist (in den letzten Jahren wurde teilweise zweigleisig gefahren)

[Es folgt der Copy’n’Paste Absatz, den ich jedes Jahr quasi Eins-zu-Eins übernehmen kann, weil er immer gültig ist]

Die Kernelemente der NFL-Combine hatte ich bereits vor einem (mittlerweile drei) Jahr(en) erklärt: Ausgewählte Athleten, die in den Draft gehen, werden in vier Tagen an Ort und Stelle im Beisein von zahlreichen Experten, Teamoffiziellen und Scouts auf Herz, Nieren und Hirn getestet. Das Schema F ist +/- folgendes:

  • Tag 1: Anreise, Vorbereitung zum Medizincheck, Kennenlernen
  • Tag 2: Abnahme der Körpermaße, Medizincheck, Medien-Session, Wonderlic-Test, Vorstellungsgespräche
  • Tag 3: Treffen mit der NFLPA, Wonderlic, Vorstellungsgespräche
  • Tag 4: Workouts, Abreise

Plus ein Drogentest, bei dem immer mal wieder ein Bauernopfer durchfällt. Die Workouts gliedern sich in haufenweise positionsspezifische und allgemeine Übungen auf. Die allgemeinen Tests sind der Sprinttest („40 Time“), der Agilitätstest („Cone Drill“), der Hochsprung aus dem Stand („Vertical Jump“), der Weitsprung aus dem Stand („Broad Jump“) und der Test für die Kraftlackel („Bench press reps“).

Die einzelnen Tests haben dabei je nach Ermessen der Scouts für die unterschiedlichen Positionen unterschiedliche Gewichtung – meistens viel zu viel Gewichtung, wofür vor Jahren der Terminus des „Workout Warriors“ kreiert wurde: Athleten, deren hoher Draftstatus in einem großartigen Combine begründet wurde, die dann aber in der NFL erstmal Probleme hatten (die beiden Vernons fallen da als erstes ein: Vernon Davis und Vernon Gholston).

Etwas detaillierter habe ich das Prozedere letztes (also mittlerweile vorletztes) Jahr und die verschiedenen Einheiten vor zwei (also: drei) Jahren erklärt. Bei NFL.com erklärt der Draftguru Mike Mayock die verschiedenen athletischen Tests und ihre Bedeutung für den Scouting-Prozess anschaulich: Combine Workouts.

[Copy’n’Paste Ende]

Was ich dieses Jahr nicht simuliert habe: Den Wonderlic-Test, den Intelligenztest, mit dem die NFL die Lern- und Aufnahmefähigkeit der künftigen Prospects testen will. Die Testergebnisse werden nicht offiziell veröffentlicht, aber was man so von den unter dem Tisch den Medien zugespielten Ergebnissen den letzten Jahren ablesen kann ist so etwas wie „Korrelation = 0“ mit den zukünftigen Profi-Aussichten der Prospects. Aber gut: Wonderlic = Gesprächsthema. Und Gesprächsthema = Interesse.


[Copy’n’Paste Modus an]

Die Combine, das Sichtungs-Trainingslager, ist eine Veranstaltung, die extrem von Stereotypen lebt. Mike Tanier von Sports on Earth hat dazu eine höchst lesenswerte Einstimmung geschrieben:

Es ist nicht alles in den Senkel zu stellen. Der Vorteil der Combine ist, dass die Talente mehr oder weniger unter gleichen Voraussetzungen in verschiedenen Trainingseinheiten vor Scouts ihre Stärken demonstrieren können, dass sie sich mit NFL-Coaches treffen können und medizinisch durchgecheckt werden können.

[Copy’n’Paste aus]


Die Stars von 2014

Die Draftklasse 2014 ist rein von den Talenten und den „Leuchttürmen“, den Quarterbacks, durchaus eine, mit der man sich schonmal länger befassen kann. Es gibt einen recht kompletten, mobilen und spielintelligenten Quarterback von Louisville, einen Schwarzen mit Namen zum Knuddeln im Bett, Teddy Bridgewater, der als Jahrgangsbester gilt.

Für die Storyline „Zweikampf“ wird derzeit der ehemalige Quarterback von Central Florida, Blake Bortles, aufgebaut, ein stattlicher 2m-Hüne mit Zahnpastgrinsen, bei dessen Qualitätsbeschreibungen man schnell bei der besseren Hälfte landet. Zumindest die Google-Bildersuche spuckt bei Bortles mehr Titten als Touchdowns aus:

Google Blake Bortles!

Google Blake Bortles!

Auch beim QB A.J. McCarron („He just wins football games“) vom x-fachen National Champion Alabama ist die Puppe an der Seite das bekanntere Subjekt.

Da ist man doch um einen Rabauken wie Johnny Manziel („Johnny Football“) heilfroh, den Quarterback der Texas A&M Aggies, einen Knaben, der mit seiner wilden Lebens- und Spielweise in kein Bilderbuch passt und auf dem Platz durch die Landschaft scrambelt als hätte er sämtliche Duracell-Häschen auf einmal aufgefressen. Manziel braucht keinen perfekten Wurfstil. Er braucht kein berühmtes Internet-Sternchen zum Schimmern. Manziel ist ein Anarch, den Stand heute sich kein Experte einzuschätzen getraut: Top-10 oder Fall in die zweite Runde?

So viele coole Quarterbacks, ein episches Abwehrtalent in DE Jadeveon Clowney, einen gigantischen WR in Sammy Watkins, aber der Superstar der Combine 2014 dürfte ein anderer sein: DE/OLB Michael Sam von der University of Missouri, ein Kandidat für die mittleren bis späten Draft-Runden. Sam galt bisher eigentlich als leicht blässliches Prospect, aber das änderte sich letzte Woche schlagartig, als Sam als erster „Aktiver“ seine Homosexualität bekannt gab.

Das Outing löste altbekannte Beiß-Reflexe von den obligatorischen anonymen Quellen in NFL-Kreisen aus, die Sam eine schwere Anfangszeit in der NFL und ein Fallen seiner Draft-Aktien prophezeien. Aber es gab auch viele Solidaritätsbekundungen aus NFL und Gesellschaft für Michael Sam, der sich in der ultimativen Testosteronhochburg, dem Gebilde „NFL“, mit einem immer noch sensiblen Thema an die Öffentlichkeit wagte.

Outsports hat die Geschichte detailliert nachzuzeichnen versucht.

Draft-Overkill

Um wieder in den STRG+V Modus zu verfallen: Ich werde wie immer Draft-nahes bringen. Aber bitte keine Scouting-Reports oder Mock-Drafts erwarten. Ich hab im Zuge des Draft-Overkills meine eigenen Prioritäten. Hier ein paar der wertvollsten Informationsquellen in englischer und deutscher Sprache:

  • Mike Mayock, wenn er wieder voll in die Berichterstattung einsteigt: Videos und Artikel. Mike Mayock ist Gesetz, denn Mike Mayock ist Gott.
  • Greg Cosell. Wo auch immer er heuer seine Podcasts machen wird: Er ist Mini-Mayock. Cosell führt auf seinem Twitter-Account Protokoll seiner Aktivitäten.
  • Matt Waldman und sein Rookie Scouting Portfolio ist zumindest bei den Skill-Players das beste Material.
  • Draft-Breakdown hat ein fassungsloses Video-Archiv zu hunderten Prospects zusammengestellt.
  • Tony Pauline und sein Draft-Insider.
  • Er schreibt „nur“ für die Homepage der Dallas Cowboys, und er schreibt nicht nur über den NFL-Draft: Bryan Broaddus, ehemaliger Draft-Stratege für mehrere gute NFL-Teams. Und immer lesenswert.

In deutscher Sprache und mit regelmäßigen, sehr ausführlichen Podcasts widmet sich Der Draft mit Christian Schimmel („koblenzer“) und Roman John („maschemist“) der Scouting- und Draft-Materie. Die letzten beiden Ausgaben #11 und #12 beschäftigen sich intensiv mit der Combine 2014.


Insgesamt ist das Scouting im Draft-Umfeld ein recht „abgeschlossener“ Bereich mit relativ gleichem Informationsstand für alle. Große Unterschiede zum Stichtag Draft (heuer: 8. Mai bis 10. Mai) hin sind relativ selten. Vieles, das man während der zwei Monate Scouting aggregiert, wird hernach auf dem NFL-Feld widerlegt, aber nie mehr auf seine Korrektheit überprüft. Trotzdem hat der Draft-Jazz seine Berechtigung, denn so intensiv befasst man sich später nie wieder mit dem Individuum „NFL-Spieler“.

College Football und NFL = Team. Draft = Individuum. Deswegen ist auch ein Michael Sam eine Story. Und die Combine ist immer ein guter Kickoff für zwei Monate Draft-Groove.

Vor der NFL-Combine 2013: Die W-Fragen

Talking Points

  • Combine allgemein.
  • Wonderlic Test.
  • Combine-Streams.
  • Combine-Teilnehmer.
  • Combine am ersten Tag.
  • Beste Draft-Seiten.

Die NFL ist wieder im Hochbetrieb: Von heute, 20.2. bis Dienstag, 26.2. ist wie alle Jahre NFL-Combine in Indianapolis. Die NFL-Combine ist, kurz gesagt, ein Sichtungs-Trainingslager für eingeladene Anwärter im NFL-Draft 2013. Es ist eine Veranstaltung, die extrem von Stereotypen lebt. Mike Tanier von Sports on Earth hat dazu eine höchst lesenswerte Einstimmung geschrieben:

Es ist nicht alles in den Senkel zu stellen. Der Vorteil der Combine ist, dass die Talente mehr oder weniger unter gleichen Voraussetzungen in verschiedenen Trainingseinheiten vor Scouts ihre Stärken demonstrieren können, dass sie sich mit NFL-Coaches treffen können und medizinisch durchgecheckt werden können.

Etwas detaillierter habe ich das Prozedere letztes Jahr und die verschiedenen Einheiten vor zwei Jahren erklärt. Bei NFL.com erklärt der Draftguru Mike Mayock die verschiedenen athletischen Tests und ihre Bedeutung für den Scouting-Prozess anschaulich: Combine Workouts.

Athletisch könnte ich höchstens noch auf der Skipiste mithalten, aber weil die meisten Footballer Flachlandtiroler sind und Indianapolis an Hügeln nicht viel hergibt, kann ich mich erneut nur in Sachen Wonderlic-Test (Ankreuztest für die Prospects) messen. Mit Schrecken las ich gestern, dass die NFL diesen Test mittelfristig ersetzen möchte und deswegen dieses Jahr einen eigenen Bogen auf die Spieler loslässt – aber nur parallel. Das heißt, es gibt auch diesmal wieder Wonderlic. Der Selbstversuch wie jedes Jahr – diesmal sogar wieder mit adäquatem Ergebnis:

Wonderlic-Test: Der Selbstversuch. Klick mich.

Wonderlic-Test: Der Selbstversuch. Klick mich.

Ob ich mich auch gut als neuer Starting-QB der Jets machen würde? Tipp an alle: Man sollte sich vor Beginn des Tests über Verhältnis Fuß/Yard informieren…

Wo und wie kann ich die Combine schauen?

Der Schedule der Combine 2013 ist auf der offiziellen Seite gelistet. Er ist wieder grob für die verschiedenen Gruppen (Quarterbacks, Running Backs, usw.) wie folgt eingeteilt:

  • Tag 1: Anreise, Vorbereitung zum Medizincheck, Kennenlernen
  • Tag 2: Abnahme der Körpermaße, Medizincheck, Medien-Session, Wonderlic-Test, Vorstellungsgespräche
  • Tag 3: Treffen mit der NFLPA, Wonderlic, Vorstellungsgespräche
  • Tag 4: Workouts, Abreise

Es beginnen heute die Special Teamer, Tight Ends und Offensive Line mit ihrem „Tag 1“. Ab morgen sind dann die Offensiv-Skillplayer dran (QB, RB, WR). Ab Freitag die Defensive-Front Seven. Ab Samstag dann die Defensive Backs. Ab Samstag geht es dann mit den TE, Special Teams und Offense Line mit den Drills los. In den vergangenen Jahren war es beim NFL-Network Usus, die Combine gratis live zu streamen, auch für uns Europäer: NFL Network – Combine live.

Für Besitzer des Gamepasses dürfte es 24/7 Coverage im Livestream des NFL-Networks geben, mit sehr viel Mike Mayock.

Wer ist da überhaupt dabei?

333 Athleten, die offiziell von der NFL dazu eingeladen wurden. Die Liste der Geladenen dieses Jahr kann man hier einsehen: Combine Participants. Wie im letzten Jahr spricht man auch diesmal ein bisschen Deutsch, denn mit dem uns schon bekannten Defensive End Björn Werner ist einer der Superstars dieses Drafts ein Junge aus Berlin. Werner wird am Freitag anreisen und seine Workouts am Montag absolvieren.

Normalerweise lädt die Combine die aussichtsreichsten und besten Athleten zur Combine ein. In diesem Jahr allerdings gibt es einen prominenten Abwesenden auf der Liste: Der Mann, den viele zum Top-Draftpick hochjazzen – Florida States Cornerback Leon Sandcastle:

Los geht es heute mit den Offensive Linern und den Tight Ends; diese werden ihre Workouts dann am Samstag absolvieren. Bei den Offense Tackles ist mit Luke Joeckel von Texas A&M auch schon der erste mögliche Konkurrent für Sandcastle auf dem Weg nach Kansas City (hält den #1-Pick) dabei. Joeckel gilt als „sicherer Pick“, aber viele schauen gern dran vorbei, dass Joeckels Quarterback Manziel hieß und beim ersten Anflug von Druck sofort losscrambelte und die Offense Line damit besser aussehen ließ als sie womöglich war.

Drei weitere Spieler kriegen einigermaßen guten Buzz: OG Chase Warmack von Alabama, den manche als dominantesten Spieler im kompletten Draft sehen, OT Eric Fisher von der kleinen Central Michigan University, der einst kaum Stipendien angeboten bekam und nun ein möglicher Top-10 Pick ist, und TE Gavin Escobar von San Diego State. Escobar, von den meisten als drittbester Tight End der 2013er-Klasse gesehen, gilt als unsauberer Blocker, aber seine Fanqualitäten sollen die Erwartungen übersteigen.

Zuckerle: Die besten Draft-Seiten

Die Draftmaterie ist faszinierend und übt auf mich seit vielen Jahren einen ganz besonderen Reiz aus. Das Internet ist voll von Scouting-Seiten, aber ich würde schätzen, dass 90% des Stuffs zum Draft im Netz aggregiert und abgeschrieben von den Big Cows im Draftnik-Lager ist. Ich habe fünf Favoriten, die mich fast vollständig abdecken:

  1. Mike Mayock [Videos][Artikel]. Halbgott.
  2. Matt Waldman Rookie Scouting Portfolio. Hat nur Skillplayers, aber die Analysen sind richtig stark.
  3. Videoarchiv von Draft Breakdown. Ich kenne deren Analysen nicht, aber die Zusammenstellung der vielen hundert Scouting-Videos ist beachtlich und sehr nützlich, um sich selbst ein paar Eindrücke von einzelnen Prospects zu verschaffen.
  4. Draft Insider von Tony Pauline. Pauline ist exzellent verlinkt in der Szene und hat viele News zu verschiedenen Anwärtern.
  5. Google Docs – ein mir unbekannter Freak hat dort eine riesige Tabelle zu allen wichtigen Zahlen rund um die Draftees gebastelt, und in der Kopfzeile gibt es unter News & Notes noch Links bis zum Abwinken (wie gesagt, man muss bei den meisten entweder vorsichtig sein, oder sie haben eh nur von Mayock und Co. abgeschrieben). Das Geilste ist aber das Textfeld unter der Tabelle, wo zu über 800 Draftees Informationen (allerdings sind die Scouting-Reports teilweise von zweifelhafter Qualität) stehen, die über tausend Word-Seiten füllen. Vui Spaß.

Letztes Jahr stieg Greg Cosell von NFL Films mit sagenhaft guten Scouting-Reports in den Himmel der Draft-Freaks auf, aber Cosell (auch bei ESPN) produziert seit einem dreiviertel Jahr nur noch diverse Podcasts und schrieb schon lange nix mehr – leider. Wenn Cosell wieder schreibt, bitte sofort melden.

Das Scouting Department der National Football Post hat mittlerweile mit dem ehemaligen NFL-Scout Russ Lande einen neuen Leiter, nachdem der starke Wes Bunting abgewandert ist. Lande fällt bisher durch extrem unkonventionelle Rankings auf und auch die Ausführlichkeit der Scouting-Reports ließ dort leider nach. Bei Lande muss man noch abwarten, ob er ein „Anti“ ist oder die Rankings bloß noch nicht aktualisiert sind. Die ewigen Jungs von Ourlads haben auch meist ganz gute Scouting-Reports; da sind ehemalige Scouts am Werk, zu deren Einschätzung man Vertrauen haben kann, dass da wenig Aggregiertes dabei ist. Ourlads ist schon seit den Achtzigern im Business, und ein klein bissl sieht man das an deren Aufmachung.

Schließlich noch ein deutsches Blog: Roman John von Der andere Footballblog übt sich ebenso im Scouten und leistet seit Wochen bewundernswerte Arbeit mit mehreren Absätzen zu allen Top-Prospects auf allen (?) Positionen. Roman John ist als realmaschemist unterwegs, und war auch auf Sideline Reporter bereits als Gastautor aktiv.

Die NFL-Combine hat uns wieder – heuer auch auf Deutsch!

Ab heute bis zum nächsten Dienstag, 28.2. ist wieder NFL-Combine in Indianapolis. Auf NFL.com wird wie in den letzten Jahren live im NFL Network mitgestreamtfor free. „NFL Network“, das bedeutet auch, dass wir wieder tagelang Mike Mayocks Analysen zu hören bekommen. Mayock ist bekannt als kompletter Draftfreak, der innerhalb von 0,3sek auf die Frage die bevorzugte Unterhosenmarke des fünfundzwanzigbesten Defensive Backs benennen kann.

NFL-Combine – whoodat?

Die Kernelemente der NFL-Combine hatte ich bereits vor einem Jahr erklärt: Ausgewählte Athleten, die in den Draft gehen, werden in vier Tagen an Ort und Stelle im Beisein von zahlreichen Experten, Teamoffiziellen und Scouts auf Herz, Nieren und Hirn getestet. Das Schema F ist +/- folgendes:

  • Tag 1: Anreise, Vorbereitung zum Medizincheck, Kennenlernen
  • Tag 2: Abnahme der Körpermaße, Medizincheck, Medien-Session, Wonderlic-Test, Vorstellungsgespräche
  • Tag 3: Treffen mit der NFLPA, Wonderlic, Vorstellungsgespräche
  • Tag 4: Workouts, Abreise

Plus ein Drogentest, bei dem immer mal wieder ein Bauernopfer durchfällt. Die Workouts gliedern sich in haufenweise positionsspezifische und allgemeine Übungen auf. Die allgemeinen Tests sind der Sprinttest („40 Time“), der Agilitätstest („Cone Drill“), der Hochsprung aus dem Stand („Vertical Jump“), der Weitsprung aus dem Stand („Broad Jump“) und der Test für die Kraftlackel („Bench press reps“).

Die einzelnen Tests haben dabei je nach Ermessen der Scouts für die unterschiedlichen Positionen unterschiedliche Gewichtung – meistens viel zu viel Gewichtung, wofür vor Jahren der Terminus des „Workout Warriors“ kreiert wurde: Athleten, deren hoher Draftstatus in einem großartigen Combine begründet wurde, die dann aber in der NFL erstmal Probleme hatten (die beiden Vernons fallen da als erstes ein: Vernon Davis und Vernon Gholston).

Ich habe natürlich auch heuer wieder den bizarren Intelligenztest „Wonderlic“ simuliert – diesmal in einer weniger trivialen und etwas „offizieller“ wirkenden Version – und im Vergleich zu den 45 Punkten im letzten Jahr ein eher enttäuschendes Ergebnis eingefahren – glaubt man der Simulation (verhältnisgerecht runterskaliert auf 15 Fragen in 3:36 Minuten), reicht es aber grad noch, um trotz zu überhaspelter Arbeit (1:04 min zu schnell geantwortet) dem NFL-MVP Aaron Rodgers die ausgestreckte Zunge entgegenzustrecken:

NFL Combine, Wonderlic Test Results

Per Klick zum Sofort-Test in Kurzfassung!

Wer Lust hat, den Test als Kurzfassung ebenso zu simulieren, sei eingeladen, per Klick auf das Bild loszuledern und sein Ergebnis in den Kommentaren zu posten.


Ein Deutscher! Ein Deutscher!

DT Markus Kuhn

Markus Kuhn - Bild: Jack Reeves/Familie Kuhn

Es wäre vermutlich an mir vorbeigegangen, aber via eMail machte mich sein Vater darauf aufmerksam: Mit DT Markus Kuhn von NC State ist diese Woche erstmals auch ein deutscher Spieler bei der Combine mit von der Partie (Vollmer war einst dazu nicht eingeladen).

Kuhn hat einen interessanten Weg zum Football hinter sich: Wurde als 15jähriger in Florida im Urlaub auf die Sportart Football aufmerksam, ging dann zum Heimatverein Weinheim, erstellte über die Jahre Videoclips und tourte dann in Sachen „Recruiting“ mit DVD in der Hand die US-Ostküste entlang von Norden nach Süden, beginnend mit den kleineren Colleges und als sie alle Interesse zeigten schließlich hin zu den BCS-Teams aus der ACC, wobei er bei North Carolina State hängen blieb – ist das Wolfpack bei uns wirklich so selten zu sehen, dass ein deutscher Defensive Tackle über Jahre an mir vorbeigegangen war, noch dazu einer von Draft-Kaliber?

Vermutlich nein. Aber in dem Jahr, als ich College Football am intensivsten verfolgte, 2009/10, war Kuhn inactive. Der Mann ist heute mit 25 Lenzen relativ alt für einen NFL-Rookie, dürfte aber gleichzeitig leichte Vorteile in Sachen „Körperbau“ besitzen. Und hat mit der Feder im Haar auch ein erkennbares Markenzeichen.


Sonst so

Kuhn wird erst am Wochenende dran sein, dann, wenn die Defensive Front Seven anreist. Den groben Zeitplan als PDF-Datei gibt es hier, wobei auf der oben verlinkten, offiziellen Stream-Seite rechtzeitig die einzelnen Gruppen genau eingetaktet aufscheinen dürften.

Die Liste mit allen teilnehmenden Athleten ist auf der offiziellen Scout-Seite zu finden.

Einige der bekannteren Draft-Anwärter habe ich bereits im Jänner auf diesem Blog vorgestellt:

Eine Frage wird dann hoffentlich auch noch in dieser Woche aufgelöst: Wie groß ist WR Justin Blackmon nun tatsächlich? Die gelisteten 1,85m von der Uni werden es eher nicht sein.

NFL Combine – Bitte nicht zuviel Grips

Zusätzlich zu den athletischen Tests gibt es in der Combine noch vier weitere wichtige – ich würde sagen, zumindest die ersten drei sind sogar bedeutender geworden als die athletischen Tests – Prüfungen für die NFL-Anwärter: Medizincheck, Vorstellungsgespräch, Drogentest und den Wonderlic-Test.

Medizincheck

Der ursprüngliche Sinn der Combine Anfang der 80er: Alle Teams können mit ihren medizinischen Abteilungen anreisen und die Spieler an Ort und Stelle durchchecken. Mit der Zeit sind 40yds dash usw. wichtig(er) geworden, aber mittlerweile sind Spieler so teuer, dass man in der NFL wieder mehr Wert darauf legt, dass die Spieler, die ja Investitionen sind, auch „ganz“ sind, denn es passiert nur allzu häufig, dass schon aus dem College physische Wracks kommen. Klingt böse, und ist von NFL-Seite auch böse gemeint.

Vorstellungsgespräch

Jede Franchise kann bis zu 60 Spieler in jeweils 15-minütigen Sessionen befragen, um sich einen Eindruck vom Spieler, seiner Liebe zum Spiel und seinem Wissen über das Spiel zu beschaffen. Es gibt davon zwar keine Bilder, aber bei ESPN wird sich Kultfigur Mel Kiper bestimmt wieder darüber auslassen, welche Spieler es nur mit viel Cheaten durch die Uni (bzw. überhaupt durch die High School) geschafft haben und welche Spieler keine Spielzüge lesen können.

Drogentest

Im Prinzip ist es unglaublich, aber kaum ein Jahr, bei dem kein Athlet positiv getestet wird. Man möchte glauben, es ist Combine, du stehst unter Rundum-Beobachtung und es entscheidet sich deine Zukunft – und dann bist du so beknackt und ziehst dir genau AN DIESEM TAG einen Grashalm rein! Gibt’s nicht?

Oh, doch.

Wonderlic Test

Der Test der Tests. Ursprünglich kreiert, um sich ein Bild von Top-Managern zu machen. Berühmt geworden durch die NFL Combine. Der Wonderlic-Persönlichkeitstest gilt als gutes Bewertungs-Kriterium für die Lernfähigkeit eines Spielers bezüglich NFL-Playbook.

Worum geht’s? Die Spieler haben 12 Minuten Zeit, um 50 Fragen zu beantworten. Die Ergebnisse werden nicht offiziell mitgeteilt, aber immer wieder sickern Ergebnisse von Intelligenzbestien durch, oder von Spielern, die so katastrophal abschneiden, dass man sich ernsthaft Sorgen um deren geistigen Zustand machen muss.

Harvard-Studenten schneiden generell top ab. QB Ryan Fitzpatrick (Bills) schaffte einst 48, Punter Pat McInally vor Urzeiten mal gar die 50. McInally glaubt selbst aber, dass sein Top-Ergebnis ihm geschadet hat:

“How did it hurt me in the draft? Coaches and front-office guys don’t like extremes one way or the other, but particularly not on the high side. I think they think guys who are intelligent will challenge authority too much.”

Auch das andere Extrem sorgt für Aufsehen. Als QB Vince Young vor fünf Jahren angeblich im ersten Versuch eine 6- SECHS VON FÜNFZIG FRAGEN – schaffte, wunderte man sich selbst in der auf Dummheit gedrillten NFL, wie der Mann ohne Hilfe überhaupt seinen Namen schreiben konnte.

Wer sein Wonderlic-Ergebnis in den IQ umrechnen möchte: Die Formel lautet über den Daumen gepeilt Wonderlic *2 + 60.

Schaut man sich die durchschnittlichen Wonderlic-Ergebnisse pro Position oder pro Beruf an, kommt Überraschendes zu Tage:

Offensive tackles: 26
Centers: 25
Quarterbacks: 24
Guards: 23
Tight Ends: 22
Safeties: 19
Middle linebackers: 19
Cornerbacks: 18
Wide receivers: 17
Fullbacks: 17
Halfbacks: 16

The average scores in other professions look like this:

Chemist: 31
Programmer: 29
Newswriter: 26
Sales: 24
Bank teller: 22
Clerical Worker: 21
Security Guard: 17
Warehouse: 15

Offense Tackles die besten? Fast so gut wie ein durchschnittlicher Programmierer?

Das Interesse war geweckt – ich schaute mir einen Probetest an. 20 typische Wonderlic-Fragen in fünf Minuten und hochgerechnet auf die 50. Die Fragen sind auf den ersten Blick trivial. Das Problem ist der Zeitdruck – Einteilung ist gefragt.

Freiwillige vor – Hier geht’s zum Selbsttest. [Für die Prüflinge – Achtung: Womöglich wird in den Kommentaren gespoilert.]

45, my ass.

NFL Combine – Wenn Hundertstel über Millionen entscheiden

Die NFL Combine ist, wie wir mittlerweile wissen, ein Präsentierteller: 300 der besten College-Spieler, die in verschiedenen Prüfungen um die Verbesserung ihres Draft-Statuses kämpfen. Heute: Die Tests zur Athletik.

Tom Brady, QB PatriotsLinks im Bild:

QB Tom Brady, ein zierlicher Average Joe und No-Name von der University of Michigan. Das war 2000. Bradys Geschichte ist bekannt. Und bezeichnend. Denn niemand traute ihm überhaupt eine mittelmäßige NFL-Karriere zu.

Diesem Teil der Combine fehlt nur das Knastkärtchen, das die Spieler hinhalten müssen: Sie werden der Öffentlichkeit in Schwimmhosen präsentiert, grimmig dreinblickend, um Größe und Gewicht bestimmen zu können. Nicht jeder ist so zierlich wie Brady. Weil auch Defensive Tackles halbnackt auf die Waage müssen, machte sich vor einem Jahr Terrance Cody zum Gespött der Nation. Wegen solcher Bilder.

Die Messungen sind wichtiger als angenommen, selbst wenn man die Messwerte von der Uni bereits kennt. Kommt ein Spieler zum Beispiel mit Übergewicht daher, wird ihm unter Garantie „lack of work ethic“, also fehlende Grundeinstellung zum Spiel vorgeworfen.

40 Yards Dash

Die Königsdisziplin – und IMHO die meist überschätzte Sichtungskomponente überhaupt – quer durch alle Sportarten: Der Sprint über die 40 Yards. Rennt der Spieler nun 4,46 oder 4,49?

Dabei wissen NFL-Scouts ungefähr, was sie von einem Athleten erwarten können. Und zu 90% bringt der Sprint über die 40yds (also 36,6m) bei der Combine dann auch keine Überraschungen. ABER: Sollte mal ein Spieler einen Ausreißer nach unten oder oben haben (und ich rede von einer Zeitdiskrepanz von maximal +/- 15 Hundertstel), darf als sicher angenommen werden, dass der Spieler in einer anderen Runde als ursprünglich angenommen gedraftet werden wird.

Beispiel: Running Back X, der als Top-15 Spieler gilt und von dem 4,40 Sekunden erwartet werden, schafft nur eine 4,54. Das Theater ist jedes Jahr aufs Neue köstlich, X wird „lack of elite speed“ nachgesagt und X wird womöglich 10-20 Plätze im Draft nach hinten fallen. So sind die Mechanismen im NFL Draft.

Zusätzlich zur Endzeit werden zwei weitere Zeiten abgenommen – nach 10yds und nach 20yds. Beide Zeitnehmungen sollen Aufschluss über die Antrittsschnelligkeit eines Spielers geben. Was an der Zeitnehmung wichtig ist: Der Athlet kann starten, wann er will. Er muss nicht auf den Startschuss warten, also ist bsp. in 4,62s keine Reaktionszeit impliziert.

Der 40yds Dash ist besonders für vier Positionen wichtig: RB, WR, CB und Kick-Coverage. Davon sind die 40 Yards auch ursprünglich abgeleitet: Ein Punt ist im Schnitt 40yds in der Luft, was 4,5 Sekunden im Schnitt dauert. Mittlerweile ist die Zeit zum Großteil nur mehr da, damit sich Medien das Maul fusselig reden können und der eine oder andere Athlet mit künstlich antrainierter 40 Time die eine oder andere Bonus-Million einsacken kann.

Es soll in diesem Jahr einen Linebacker (!) von den Nevada Wolfpack – Dontay Moch – geben, der am College angeblich 4,19s gelaufen ist. Ein Linebacker!! Sollte der Mann in der Combine auch nur irgendwo in diesen Zeitregionen unterwegs sein, hat er ein paar Hunderttausender in weniger als viereinhalb Sekunden verdient: Denn den bisherigen Rekord hält mit 4,24s RB Chris Johnson. Der galt übrigens als zu klein für die NFL – und die 40yds-Zeit hat ihn überhaupt in Runde #1 katapultiert. Also doch noch positives Beispiel für die Wertigkeit der 40 Time.

Cone Drill/Shuttle Run

Zwei Tests, um die Explosivität und Agilität eines Spielers zu testen – etwas, mit dem Barry Sanders seine hellste Freude gehabt haben dürfte. Es handelt sich um nichts anderes als um Tests, bei denen Spielers um Hütchen („Cones“) herum oder zwischen zwei Punkten hin und her laufen (Shuttle Run).

Broad Jump

Der Weitsprung aus dem Stand. Hat im Prinzip nichts mit Football zu tun, ist aber für die Scouts eine Möglichkeit, die Power in den Oberschenkeln zu messen. Denn am Ende muss der Athlet stehen bleiben. Die allerbesten NFL-Spieler kommen heute gefährlich nahe an den Weltrekord (3,71m) heran (Combine-Rekord: 3,37m).

Vertical Jump

Der Hochsprung aus dem Stand – und eine interessante Disziplin. Wenn man bedenkt, dass Basketballprofis, für die es essenziell wäre, Stichwort Dunking, im Schnitt 70-75cm schaffen, und der Combine-Rekord bei sensationellen 1,16m (46inches) liegt, könnte man den einen oder anderen Footballprofi in die NBA transferieren. Football-technisch vor allem für Wide Receivers und Cornerbacks interessant.

Bench press reps

Die Bankdrücker. Nope, es geht nicht um Nachsitzen.

Hier werden 225-Pfund-Gewichte gestemmt – was 102kg entspricht. Offense und Defense Liner sind im Zentrum des Interesses, aber auch Tight Ends und Linebackers. Nur ganz wenige schaffen 35 und mehr Reps (Wiederholungen), und der Rekord liegt bei sensationellen 51reps! 51x 102kg gestemmt – das hat Justin Ernest vor 12 Jahren gepackt. Und wird so schnell nicht übertrumpft werden.

Position-Drills

Dazu gibt es allerhand Übungen für die einzelnen Positionen, z.B. für Quarterbacks, die zeigen müssen, dass sie präzise allerhand verschiedene Routen werfen können (z.B. Slants, Outs, tiefe Bälle). Zusätzlich wird auch ganz gerne mal die Arm strenght gemessen, also wie weit ein Quarterback den Ball das Spielfeld runterfeuern kann.

Es war zwar nicht in der Combine, aber vor ein paar Jahren fiel der Quarterback der Louisiana State University auf die Knie und pfefferte so den Ball 60 Yards durch die Luft. 60 Yards. Kniend. Scouts spielten verrückt. Medienvertreter mussten schon ganz tief in der Kiste mit den Superlativen kramen, um sich gegenseitig noch übertrumpfen zu können. Ein Superstar war geboren. Sein Name: Jamarcus Russell…

NFL Combine Checklist

Am Donnerstag, 24. Februar 2011, startet in Indianapolis derdiedas NFL Combine 2011, eine sechstägige Veranstaltung, bei dem rund 300 ausgewählte College-Footballspieler auf Herz, Nieren und Hirn getestet werden. Für die NFL-Mannschaften ist das insofern interessant, als dass sie körperliche und geistige Fähigkeiten möglicher Draftpicks getestet bekommen und auch schon mal auf persönliche Tuchfühlung mit den Draft-Anwärtern gehen können.

Wie läuft das ab?

Es gibt allgemeine, positionsunabhängige athletische Tests wie den 40yds dash (Sprint), Vertical Jump (Hochsprung aus dem Stand), Broad Jump (Weitsprung aus dem Stand), Bench press reps (Bankdrücken) oder den Cone Drill (Explosivität und Richtungsänderung beim Laufen). Natürlich haben die Tests für diverse Positionen mehr Bedeutung als für andere. Die Bankdrücker sind für die Line-Spieler am interessantesten, die Sprints für die Running Backs, Receivers und Cornerbacks usw.

Weiters gibt es Drills für einzelne Positionen, wie z.B. für Quarterbacks, die zeigen müssen, dass sie verschiedenste Würfe präzise hinkriegen.

Nebenher werden die Spieler auf Drogen getestet, von Teams zu Interviews eingeladen, abgemessen und gewogen, sowie medizinisch durchgecheckt und stellen sich dem berühmt-berüchtigten Wonderlic-Test (Stichwort im Voraus: Vince Young).

Die Mär vom Workout Warrior – eine Mär?

Die Spieler trainieren sich wochenlang extra auf die Combine fit – klar, entscheidet sich doch einiges für Draft-Position und somit Kohle und Karriere. Manche kriegen das besonders eindrucksvoll hin. Das sind die sogenannten Workout Warriors oder Workout Wonders, Spieler, deren Status sich im Verhältnis zu ihren Football-Leistungen dank großartiger Combine überproportional verbessert.

Mir fällt bei dem Term Workout Warrior stets TE Vernon Davis ein, der unglaubliche Statur hatte und gewaltige Ergebnisse beim Combine erzielte und letztendlich an #6 gedraftet wurde. Davis brauchte danach jahrelang, um ein solider NFL-Spieler zu werden. Letztes Jahr war Davis Pro Bowler.

Um einiges krasser ist der Fall Matt Jones, ein QB an der University of Arkansas. Jones war ein Riese von einem Mann – und er war unfassbar schnell. Aufgrund seines Körperbaus und seiner Athletik sah man in ihm einen Wide Receiver oder Tight End in der NFL. Jones legte eine sensationelle Combine hin und wurde an #21 gedraftet. In der NFL aber floppte der Mann, spielte nie besser als mittelmäßig und wurde am Ende für Koksereien eingeknastet.

Was gibt es sonst noch?

Die Combine ist nicht die einzige Veranstaltung, bei der die Draft-Anwärter zeigen wollen, dass sie möglichst hoch gedraftet werden sollten. Jedes Jahr gibt es Athleten, die leicht angeschlagen sind oder aus anderen Gründen nicht an der Combine teilnehmen, um nicht ihre Reputation leichtsinnig zu verspielen. Teilweise werden dann (oder auch zusätzlich zum Combine) sogenannte Pro Days auf dem Uni-Campus der Athleten veranstaltet, oder private Workouts.

Einen solchen privaten Workout hat z.B. Cameron Newton schon hinter sich. Mitte Februar hat er ausschließlich für Medienvertreter (!) ein Sichtungstraining absolviert. Eine merkwürdige Strategie.

Wo kann ich gucken?

Die Combine wird in den USA exklusiv von NFL Network gezeigt ist insgesamt etwas bizarr, weil sie in einem leeren Lucas Oil Stadium stattfindet, also unter Ausschluss von Zuschauerpublikum.

NFL.com berichtet stets sehr ausführlich vom Combine, ob in Wort oder Video. Mir ist zu Ohren gekommen, dass es auf NFL.com zum Teil auch Livestreams for free geben wird. Vermutlich wird die Combine auch über einschlägige andere Streamportale im Internet laufen.

ESPN America bringt keine Live-Coverage, aber im Sports Center wird mit Sicherheit auch über die Veranstaltung berichtet.

Was macht Sideline Reporter?

Zunächst mal bin ich froh, nach sechs Wochen des puren Stresses mal ein paar Tage zum Verschnaufen zu kriegen. Von daher: Ein paar Minuten mehr Zeit für NFL-Berichterstattung. Ich werde einzelne athletische Tests und den Wonderlic-Test vorstellen.

Eintrag #2: Athletische Tests.

Eintrag #3: Wonderlic Test und was sonst noch wichtig ist.