College Football 2011/12 – Roundup Woche 4, die Kurzversion (Update: Die Rankings sind da)

Heute nur ein klitzekleines Round-Up nach der Durchsicht der Bewegtbilder.

#1 Oklahoma – keimfreie Leistung beim 38-28 gegen Mizzou, das nicht so knapp gewesen sein soll wie es ausschaut (merke: „knapp“ = 10 Punkte-Sieg).

#2 Lousiana State – ein dominanter Auswärtssieg in West Virginia. Möglicherweise lassen sich etliche Voter finden, die LSU nun an #1 setzen, nachdem sogar QB Jarrett Lee mal eine fehlerfreie Partie spielte und die Laufdefense einfach furchterregend aussieht.

#3 Alabama – Arkansas war nicht unterirdisch, aber die Crimson Tide waren mit RB Trent Richardson voraus richtig gut, verbrannten die Hogs immer wieder durch schnelle Pässe; die Defense walzte sämtliches Laufspiel nieder und zerbröselte immer wieder mit massivem Pass Rush die Pocket der Hogs.

#4 Boise State – lockerer, recht fehlerarmer 41-21 Heimsieg über die offensivstarken Tulsa Golden Hurricane. Einzig das träge Laufspiel der Broncos macht leichte Kopfzerbrechen (2.9yds/Carry).

#5 Stanford – war spielfrei.

#6 Wisconsin – Russell Wilson wird in der Heisman-Liste nur weiter nach oben rücken. Erneute fehlerarme Vorstellung gegen einen inferioren Gegner.

#7 Oklahoma State – wird mit einem großartigen Comeback im Kyle Field langsam ernst genommen werden müssen: Die Cowboys holten 17pts auf und gewannen nach einer lahmen ersten Halbzeit 30-29 gegen Texas A&M.

#8 Texas A&M – wird aus dem BCS-Titelrennen ausscheiden. Man muss sich Sorgen um das Nervenkostüm dieser Mannschaft machen, die mit dem erstaunlich beweglichen QB Ryan Tannehill einen furiosen Start hinlegte, dann aber in Halbzeit zwei zusammenklappte. Mike Sherman hat da eine gefährliche Mannschaft beisammen – trotz allem – die um voll genommen zu werden mal einen überzeugenden Sieg gegen einen wirklich starken Gegner brauchen wird.

#9 Nebraska – lockerer Auswärtssieg in Wyoming.

#10 Oregon – die Ducks schießen sich gerade den Frust von der Seele und punkten nach Belieben gegen alles, was ihnen in die Quere kommt. RB LaMichael James mit 288yds Rushing (!) gegen die Arizona Wildcats, Oregon mit sechs Lauf-TD und zwei Pass-TD, machte weit über 450yds rushing und siegte 56-31.

#11 Florida State – so schnell kann eine Saison den Bach runtergehen. Eine Woche nach der hart umkämpften Heimniederlage gegen Oklahoma ein 30-35 gegen Clemson und das vermutliche Runterpurzeln in den Rankings. Hauptproblempunkt (wie unter der Woche skizziert): Das Laufspiel, das hinter dieser Offensive Line nicht in Gang kam. Immerhin machte DE Björn Werner eine kuriose INT, als QB Tajh Boyd ausrutschte und die Kontrolle über den Ball verlor, der in hohem Bogen direkt in Werners verdutzte Arme flog.

#12 South Carolina – Vanderbilt 21-3 geschlagen.

#13 Virginia Tech – bleibt ungeschlagen, aber kein WOW-Faktor weiterhin. Nächste Woche: Clemson.

#14 Arkansas – Tyler Wilson brauchte meistens zu lange, um unter diesem Druck werfen zu können. Als Wilson schnell warf, lief die Offense phasenweise. Allerdings konnte ohne permanente Entlastung durch das Laufspiel der Rhythmus nicht allzu lange gehalten werden. Die Defense zeigte sich überraschend solide, 38 kassierte Punkte sind eigentlich nicht verdient.

#15 Florida – es war „nur“ Kentucky, aber ein 48-10 mit einem derart gleichmäßig starken Laufspiel (über 400yds) wird dafür sorgen, dass man die Gators schneller als gedacht wieder wird ernst nehmen. Dürfte in den heute erscheinenden Rankings bereits vor Florida State sein und damit wieder die #1 im Sonnenscheinstaat.

#16 West Virginia – kassierte besagte Niederlage gegen LSU und muss sich nun darauf konzentrieren, die Big East zu gewinnen. Für das BCS-Titelrennen wird man nicht mehr in Frage kommen.

#17 Baylor – QB Robert Griffin jr. scort sich derzeit einen ab: Mal wieder fünf Touchdowns, diesmal gegen Rice. Griffin nach drei Spielen: 13 TD, 0 INT. Baylor wird eher steigen, denn fallen in den kommenden Rankings.

#18 South Florida – trieb beim 52-24 gegen UTEP den Score hoch. Überzeugend war vor allem QB BJ Daniels (202yds passing, 130yds rushing), während auch der viel diskutierte RB Scott (87yds rushing) langsam in Schwung zu kommen scheint.

#20 TCU – 55-13 gegen FCS-Konkurrenz. Für Boise State ist es enorm wichtig, dass sich die Horned Frogs in den kommenden Wochen Respekt verschaffen.

#22 Michigan – beim Brady-Hoke-Spiel gegen dessen alte Uni San Diego State war QB Denard Robinson mit gewohnt offenen Schuhlitzen zu über 200yds am Boden unterwegs. Lockeres 28-7 gegen SDSU.

#23 USC – ganz böse Auswärtsniederlage für die Trojans in Tempe: Arizona State gewann 43-22, u.a. dank einer hanebüchenen INT von QB Barkley, die über das ganze Spielfeld zum TD zurückgetragen wurde.

#24 Illinois – mühte sich redlich, aber am Ende ein wenig überzeugendes 23-20 gegen Western Michigan. Das Passspiel sah furchtbar aus, die Offense unrhythmisch und Ron Zook wird Probleme haben, die Fighting Illini dauerhaft in den Rankings zu halten.

#25 Georgia Tech – beim Spiel zweier Unis, die sich einst den National Title teilten, war Georgia Techs Option-Offense die bessere und überlieg UNC gnadenlos. GT könnte in der Coastal Division durchaus eine nicht zu unterschätzende Komponente für Virginia Tech sein.

Sonst so: Notre Dame ist nach dem 15-12 gegen Pitt 2-2 und könnte mit dem verbleibenden Schedule durchaus 8-4 bis 10-2 gehen, aber das Spiel war keine Offenbarung. Nur ein einziger Drive zeigte so was wie stimmiges Timing zwischen QB Tommy Rees und seinen Anspielstationen, der Rest war inakzeptabel, auch dank vieler Strafen. Pitt dagegen hat ein Offensivproblem, aber dass QB Tino Sunseri nicht die Lösung auf Jahre hinaus sein würde, wussten wir bereits.

Speaking of the Rankings…

Update: Die Rankings sind da. Stellvertretend quick hits zum AP Poll:

LSU wird wie oben leise vermutet an #1 gerankt. Oklahoma fällt trotz Heimsieg über die vor nicht allzu langer Zeit noch gerankten Mizzou Tigers. Oklahoma State an #5. Oregon ist schon wieder an #9, mit einem allerdings weiten (unmöglichen?) Weg in die Top-2.

Floridaist schon #12,South Florida#16. Florida State der große Verlierer nur noch an #23.

Weiters abgefallen: Texas A&M von #7 an #14, Arkansas von #14 an #18 (überraschend wenig weit runter), West Virginia von #16 an #22.

Das Coaches Poll sieht etwas anders aus: #1 Oklahoma, #2 Alabama, #3 LSU, #4 Stanford, #5 Boise State.

College Football 2011/12, Woche 4 TV-Guideline (Update)

(Update: Eurosport 2 sendet nicht wie aufgelistet Minnesota – North Dakota State, sondern Illinois – Western Michigan/danke an die Kommentatoren Little Piccolo & Maurizio)

Im College Football hat sich dieser Tage einiges beruhigt, was den Sturm um Conference-Wechsel angeht: Die Pac-12 hat verkündet, mit dem Status Quo nun doch zufrieden zu sein, was wiederum das Fortbestehen der Big 12 erstmal sichert und auch die Köpfe in der Big East rauchen damit bissl weniger (Zuschauermagnet East Carolina aus der C-USA soll um Aufnahme angefragt haben). Ganz sind die Szenarien, die hier im Blog von Seminole und Gamecock diskutiert wurden, aber noch nicht vom Tisch, Stichwort SEC-Suche nach dem 14. Team und Egomanie der University of Texas, die für ein Fortbestehen in der Big 12 auf Geld und Privilegien zum Teil womöglich wird verzichten müssen.

Woche 3 Recap

Die Florida State Seminoles sind nach einer hart umkämpften Heimniederlage gegen die Oklahoma Sooners (meine Beobachtungen zu jenem 13-23 habe ich gestern dargelegt) aus dem BCS-Titelrennen ausgeschieden, können sich aber auf den Hut schreiben, auf dem richtigen Weg zu sein. Oklahoma dagegen hat endlich mal ein richtig überzeugendes Statement-Spiel abgeliefert, auch wenn mir bei QB Landry Jones immer noch die gewisse Aura abgeht.

Beide Universitäten müssen nach dem spannenden, intensiven Duell in Tallahassee nun gegen nicht ungefährliche Konkurrenz nachlegen: #11 Florida State bei den #21 Clemson Tigers, die dem ewig anmutenden Erfolgsrun der Auburn Tigers mit einem ebenso klaren wie verdienten 38-24 VIA LUFTWEG ein Ende bereitet haben, #1 Oklahoma daheim gegen die Missouri Tigers, die ihnen in der vergangenen Saison eine deftige Abreibung verpasst hatten. Beide Spiele werden wir leider bei ESPN America nicht zu sehen bekommen. Ebenso maximal im ESPN Player: Das Duell der Offensivmaschinen #4 Boise State und Tulsa, und #22 Michigan gegen San Diego State, wo Wolverines-Headcoach Brady Hoke auf seine alte Mannschaft trifft.

Zu dem, was ESPNA und Eurosport 2 am Wochenende so zeigen.

Freitag, 23. September 2011

Cincinnati – North Carolina State (17h30 bei ESPN America)

Das Spiel, das unter dem Motto “Homecoming” von Wolfpack-Headcoach Tom O’Brien in seine Heimtstadt Cincinnati ausgetragen wird. Beide Teams stehen bei 2-1 Siegen, wenn auch die N.C. State Wolfpack ihr wichtigstes, das ACC-Spiel gegen Wake Forest, verloren haben. NC State muss diese Saison nach dem Rausmobben von QB Russell Wilson (nun Wisconsin) mit recht rundumerneuerter Offense spielen und wirkte bisher nicht sonderlich „rund“, war sehr lauflastig (98/94 Lauf/Pass).

NC State vertraut bisher vor allem auf seine knüppelharte Defense, die viele Turnovers macht, und das sagenhafte Fumble-Glück: Neun von elf in drei Spielen herumhüpfenden Eiern wurden von den Wolfpack aufgenommen – eine Bilanz, die über kurz oder lang gen .500 tendieren wird.

Samstag, 24. September 2011

BYU – Central Florida (12h30 bei ESPN America)
College GameDay (15h LIVE bei ESPN America)
Pittsburgh – Notre Dame (18h LIVE bei ESPN America)
Alabama – Arkansas (21h30 LIVE bei ESPN America)
Illinois – Western Michigan (21h30 LIVE/25.9. 9h Tape bei Eurosport 2)
West Virginia – Louisiana State (02h LIVE/25.9. um 13h Tape bei ESPN America)
Arizona State – USC (05h30 LIVE/30.9. als Tape bei ESPN America)

BYU wurde vergangenes Wochenende im sog. „Holy War“ böse, böse, böse abgeschlachtet und verlor im eigenen Stadion 10-54. Zehn zu vierundfünfzig. Die schlimmste Heimpleite ever. Und das ausgerechnet gegen den Erzfeind, ausgerechnet zu Beginn des hochgejubelten Gangs in die Unabhängigkeit. Dabei waren die Coogs eine Halbzeit lang recht solide, ehe sie im dritten Viertel den in den self destroy mode schalteten und sich immer müder wirkend wehrlos abschlachten ließen. Mit UCF kommt nun eine weitere fiese Defense nach Provo, die vor zwei Wochen bereits Boston College nach allen Regeln der Kunst ausschaltete. UCF ist allerdings noch etwas unbeständig, verlor unglaublicherweise letzten Samstag gegen die kleinen Florida International Golden Panthers. Die Partie riecht nach einem trägen Spiel, in dem beide Teams versuchen werden, ihr Laufspiel in Gang zu kriegen. Over/under zirka 18 Punkte. Oder so.

Die Livespielserie hat es in sich. Um 18h aus dem Heinz Field: Pittsburgh Panthers gegen Notre Dame Fighting Irish. Notre Dame verlor dank unzuverlässiger Offenses bereits zwei Spiele, aber Verneigung vor deren Defense: Die Goldhelme verfügen über eine Front Seven, die sich sehen lassen kann und Laufspiel für gegnerische Angriffsreihen ziemlich obsolet werden lässt. Pitt ist in den Tagen, in denen die Uni den Abgang gen ACC verkündet hat, nun ausgerechnet eine Mannschaft, die unter dem neuen Coach Todd Graham primär mit Laufspiel daherkommt (RB Ray Graham macht 5,3yds/Carry).

#3 Alabama vs. #14 Arkansas ist ein wichtiges SEC-West-Duell. Vor einem Jahr hatten die Crimson Tide ihre liebe Not mit Arkansas, nachdem sich die Hogs erst nach dummen Interceptions des damaligen QB Ryan Mallett im Schlussviertel geschlagen geben mussten. Großes Mismatch, das mir von diesem Spiel in Erinnerung geblieben ist: Bamas Laufspiel rannte nach Belieben über die Hogs drüber (RB Trent Richardson machte über 10yds/Carry, Bama insgesamt 227yds Rushing). Nun bringt man mit Richardson und Eddie Lacy ein brandgefährliches RB-Duo daher.

Neu sind auch die Quarterbacks auf beiden Seiten: Währendman über Arkansas’ Tyler Wilson bisher nur vom Hörensagen Positives vernimmt, durfte man Bamas A.J. McCarron bereits gegen Penn State beobachten: Ein Mann, der durchaus Ingredienzien besitzt, mehr als nur der Buchhalter aus dem Hinterzimmer zu sein. Auf Wilson lastet erheblicher Druck, da das Laufspiel der Razorbacks in dieser Saison verletzungsgeschwächt ist – und wie gut Bamas Defense ist, sah man bereits gegen Penn State.

Interessant ist auch die Kommentatorenpaarung von CBS: Verne Lundqvist/Gary Danielson haben die SEC sosehr im Blut, dass sie auch über die Strumpfhosenfarbe der Spielerfreundinnen zu erzählen wüssten.

Das Nachtspiel #16 West Virginia#2 Louisiana State – Hut ab vor LSU, bei so einem SEC-Spielplan Oregon und WVU zusätzlich in den Schedule aufzunehmen! – ist ein Kampf der Kulturen: Die Mountaineers haben sich unter dem neuen Head Coach Dana Holgorsen rasch daran gemacht, eine Identität als offensivgewaltige Pass-Mannschaft aufzubauen: Zuletzt beim 37-31 Spektakel gegen Maryland warf man fast 400yds und spielte konsequent mit großem Erfolg eine schnelle Hurry-Up-Offense durch.

Was die neue Angriffsstärke wert ist, wird sich in diesem Spiel zeigen, denn die LSU Tigers sind der ultimative Test. Meine Fresse, es scheint, als müsse ich Abbitte leisten, nachdem ich LSUs Abwehr als „stark“ bezeichnet habe. Diese Defense war in den Auftaktwochen mehr, sie war meisterwürdig, würgte nach der Sensations-Offense der Oregon Ducks (deren Negativ-Leistung in diesem Spiel mit der schieren Macht von LSU im Nachhinein in ein besseres Licht gerückt wird) auch den starken Option-Laufangriff von Mississippi State ohne Erbarmen ab und das Eindrucksvollste: Obwohl nicht die allerspektakulärste Unit, spielt sie Down für Down konsequent, leistet sich keine Fehler und zwickt damit jeden Angriff und seinen Rhythmus ab. Bisher waren es primär laufbasierte Angriffe, mit West Virginia kommt die erste pass first-Mannschaft – den Eindrücken zur Folge wird das LSU wurscht sein.

Selbst ist man offensiv ein durch und durch mittelmäßiges Team, das drei Viertel braucht um in Gang zu kommen, aber wer braucht mit so einer Defense mehr als eine Offense, die Turnovers vermeidet?

Das Frühstücksspiel (Kickoff 5h30 MESZ) ist ein Pac-12-Spiel, Arizona State Sun Devils vs. #23 Southern California Trojans. Für USC ist es das erste Auswärtsspiel der Saison, nach drei mehr oder minder schaumgebremsten Heimsiegen. Bisher lautete die Erfolgsformel QB #7 Matt Barkley zu WR #2 Rashaun Woods, Catch, Touchdown. Was anderes brauchte USC noch nicht und ich bin mir nicht sicher, wie es aussehen wird, wenn man stärker auf das Laufspiel setzen muss. Da hilft es zu wissen, dass man gegen die Sun Devils die letzten zwölf Spiele samt und sonders gewonnen hat. Für ASU ist das Spiel vor allem deswegen wichtig, weil man sich als zumindest zweitbeste Mannschaft der Süd-Division (hinter USC) sieht – weil USC nicht im Pac-12 Endspiel antreten darf, jedoch bereits die vermeintliche dritte Kraft Utah bereits besiegt hat, bietet sich hier vor eigenem Publikum eine ganz besondere Chance.

Sonntag, 25. September 2011

Georgia Tech – North Carolina (8h bei ESPN America)
Minnesota – North Dakota State (9h bei Eurosport 2)
Texas A&M – Oklahoma State (10h30 bei ESPN America)

(Update: Achtung, Minnesota – NDS wird NICHT als Tape gezeigt!) Bei Minnesota steht Head Coach Jerry Kill im Zentrum des Interesses. Kill war vor zwei Wochen während eines Heimspiels zusammengeklappt: Epileptischer Anfall. Unter Mucksmäuschenstille und begleitet von Scharen betender Spieler wurde Kill ins Spital gebracht, wo er drei Tage später erneut einen Anfall hatte – Minnesota war sich seiner Krankheitssituation bewusst gewesen, hatte dies in Kauf genommen. Scary, aber Kill ist schon wieder zurück, mitten im Stress des Coachens – bei Eurosport 2 am Sonntagvormittag gegen den FCS-Zwerg North Dakota State.

Was soll man zu #25 Georgia Tech vs UNC, beide 3-0, sagen? Viele Pässe wird es nicht geben: Die Tar Heels scheuen sich so gut es geht, den unerfahrenen Grünling QB Bryn Renner das Spiel in die Hand zu drücken (70 Passversuche). Da können die Gelbjacken von Georgia Tech nur müde lächeln: Unter Paul Johnsons fabulöser flexbone triple option offense wird hier gelaufen, bis sämtliche Grashalme durchgetreten sind: 163 Läufe zu 33 (!!) Pässen in drei Spielen. 427yds rushing PRO SPIEL. QB Tevin Washington ist einer, der mir aus der vergangenen Saison nicht in bester Erinnerung geblieben ist, scheint heuer aber wenigstens auf Fehlerminimierung getrimmt worden zu sein: 60,4% Completions, 7 TD, zero INT. Washington läuft nicht so elegant wie Vorgänger Josh Nesbitt, doch bisher reichte es gegen inferiore Konkurrenz zu 59.3 Punkten/Spiel. Mit UNC kommt nun eine der besten Defenses der FBS daher.

Top-Duell um 10h30 ist aber die Partie #8 Texas A&M Aggies vs. #7 Oklahoma State Cowboys, ein Offensiv-Freudenfest aus dem verrückten Kyle Field und ein Spiel, das in der Vergangenheit oft viele Punkte und enge Entscheidungen in den letzten Minuten brachte. Die Aggies sind als Team noch etwas profillos, wollen in ihrem vermeintlich letzten Jahr Big 12 in eine BCS-Bowl, die Cowboys gehören zu den Top-Offenses (408yds Pass/Spiel, 193yds Lauf/Spiel) und haben sich vergangenes Wochenende auch nicht von einer mitternächtlichen Partie in Tulsa abschrecken lassen: Wetterbedingt musste dieses Spiel drei Stunden zurückverlegt werden. Kickoff-Zeit: 0h16 Ortszeit. Null Uhr sechzehn. Die Fotos gibt es bei ESPN.com.

Ein bisschen Bedenken hätte ich ob der plötzlichen Fehleranfälligkeit von QB Brandon Weeden (6 INTs in drei Spielen), solange jedoch WR Justin Blackmon über 100yds/Spiel und seinen tagtäglichen Touchdown und RB Joseph Randle 6.1yds/Carry und zwei TD/Spiel machen, dürfte die optisch wunderschöne Offense der Cowboys nicht allzu weit vom Kurs abkommen. Wobei… Sarkasten sähen Blackmon auf dem absteigenden Ast nach dem schlechtesten Spiel seiner Karriere in den sonntäglichen Morgenstunden von Tulsa: 7 Catches, 57yds, 1 Touchdown. Noch Fragen?

Dienstag, 27. September 2011

Arizona – Oregon (11h30/28.9. um 16h30 bei ESPN America)

Die #10 Oregon Ducks sind nach der verheerenden Auftakt-Vorstellung gegen LSU wieder auf dem Weg der Besserung und haben bereits wieder einen Schnitt von mehr als 50 Punkten/Spiel. Der option-lastige, sehr schnelle Angriff ist auch in Spurenelementen wieder zurück und zuletzt machte auch RB LaMichael James wieder seine obligatorischen 204yds in einer einzigen Partie. Als recht überzeugende Alternative hat sich auch der Freshman RB DeAnthony Thomas angeboten, der gleichermaßen als Ballträger, wie als Returner und Ballfänger überzeugt. Dazu scheint im Passspiel zwischen QB Darron Thomas und den vielen neuen Wide Receivers das Band immer enger zu werden.

Die Arizona Wildcats treffen auf die dritte Top-10 Mannschaft in Serie und haben zwar ihrerseits einen überzeugenden Quarterback (Nick Foles), aber ein desaströses Laufspiel und eine poröse Defense. Erinnert alles ein wenig an das Spiel in der letzten Saison zu Thanksgiving, als Arizona eine Halbzeit lang ordentlich mithalten konnte, ehe man am Ende 34 Punkte in der zweiten Halbzeit und eine deftige 29-48 Klatsche abkassierte.

Mittwoch, 28. September 2011

Kentucky – Florida (14h bei ESPN America)

#15 Florida scheint auf dem aufsteigenden Ast zu sein, QB John Brantley wirkt vergleichsweise richtig souverän in der Pocket, der Star der Mannschaft ist aber der charakterlich etwas unkoschere RB Chris Rainey, der sowohl im Lauf-, als auch im Passspiel doppelt so viele Yards wie der teamintern Nächstbeste aufweisen kann. Es gibt durchaus Anzeichen zu glauben, dass die Gators sich ein enges Duell mit South Carolina liefern werden, wenn es um den Einzug in das Endspiel der SEC geht.