College Football 2016 – Rivalry Weekend Preview

Der größte Spieltag des Jahres im College Football. Wir kommen durch den folgenden Eintrag, ohne den Apple Cup zu spoilern. Die gestrigen Ergebnisse in ACC und MWC sind aber mit im Artikel impliziert. Weiterlesen

Samstagsvorschauer 2016, Woche 2: Battle of Bristol

Der herausragende Event am heutigen 2ten Spieltag ist #17 Tennessee Volunteers – Virginia Tech Hokies (2h, ESPN-Player), das im 150.000 Zuschauer fassenden (!) Bristol Motor Speedway („The Last Great Colosseum“) stattfindet. Dort, wo normalerweise die NASCAR in diesem 1/2 Meile Oval ihre Runden dreht, werden heute Tennessee und Virginia Tech vor einer neuen, schwer zu schlagenden Rekordkulisse im „Battle of Bristol“ gegeneinander antreten. Weiterlesen

Die Königsklasse: SEC West | 2015/16 Preview

Die Western Division der Southeastern Conference (SEC) gilt als absolute Parade-Division im College Football. Der hier gespielte Football ist der schnellste und härteste landesweit und hat die meisten Ähnlichkeiten mit dem Profifootball, auch wenn es die Provinzler im US-Süden niemals zugeben würden. Weiterlesen

College Football 2014/15, Week 10 Liveblog

Ich musste in der Nacht noch unerwartet Taxidienst spielen, daher konnte ich die zweite Halbzeit erst heute früh schauen. Zusammenfassung des großartigen Spiels aus Spoilergründen erst nach dem Sprung. Weiterlesen

College Football 2014, Week 10 Preview: Die Kracher kommen, wenn es finster wird

Die Warnung sei für das Wochenende vorausgeschickt: Heute Nacht wird in den Vereinigten Staaten mit der Umstellung auf die Winterzeit nachgezogen. Die College-Spiele von heute werden noch um eine Stunde früher angepfiffen als gewohnt (also um 17h, 20h30 usw.), aber ab morgen gelten wieder die sechs Stunden Zeitdifferenz zwischen MEZ und US-Ostküste.

Dafür ist heute ein sehr guter Tag für College-Football, auch bei SPORT1 US, das die wichtigsten Spiele im Programm hat. Um 14h30 wird mit einer Aufzeichnung vom Donnerstagsspiel Louisville Cardinals#2 Florida State Seminoles begonnen. Es war ein Spiel, bei dem man nicht zur Pause ausschalten sollte. Weiterlesen

Samstagsvorschauer, Woche 7 | College-Football 2014/15

College-Football ist seit der Chaos-Week vor sieben Tagen in aller Munde: Gleich fünf Top-10 Teams fielen innerhalb weniger Stunden einer Orgie an Upsets zum Opfer, die man seit mindestens sieben Jahren so nicht mehr gesehen hat: Oregon, Oklahoma, Alabama, UCLA und Texas A&M kassierten überraschende Pleiten gegen niedriger gerankte Teams und sind von nun an im Must-Win Modus, wollen sie nicht frühzeitig die Playoff-Chancen den Bach runter fließen lassen.

Jetzt also Woche 7 – leider mit einem schlechten Programm bei SPORT1 US. Aber davon wollen wir uns die Laune nicht verhageln lassen. Weiterlesen

Southeastern Conference | Vorschau 2014/15

Die Southeastern Conference (SEC) gilt seit gut einem Jahrzehnt als Königsklasse im College-Football, auch wenn sie in der letzten Saison nach sieben Jahren Regentschaft erstmals nicht den Landesmeister stellte. Am Selbstverständnis der Menschen wird sich deshalb aber fürs erste wenig ändern: Die SEC ist die Liga, in der der schnellste College-Football gespielt wird, in der die meisten Zuschauer ins Stadion strömen, und wo die Folklore gelebt wird wie nirgendwo sonst. College-Football ist in der Region im US-Südosten Ersatzreligion und ein Medium, die Komplexe gegenüber den urbaneren Regionen im Norden zu bewältigen.

Zu Beginn der gewohnte Rundumblick zur besseren Einordnung der einzelnen Mannschaften: Auburn ist der Titelverteidiger, Auburn spielte im BCS-Endspiel, aber auch wenn Alabama in den offiziellen Polls nur als viertbeste SEC-Mannschaft gerankt war, nach SRS stellten sie wenig überraschend die potenteste Mannschaft.

Blick auf die Saison 2013/14 in der Southeastern Conference

Blick auf die Saison 2013/14 in der Southeastern Conference

Record = Bilanz in allen Saisonspielen
Conf. = Record in Conference-Spielen
AP-Poll = finale Platzierung im AP-Poll
SRS = Simple Ranking System 2013/14
SRS-Rank = Platzierung im SRS 2013/14 Weiterlesen

BCS-Championship 2013/14: #1 Florida State Seminoles – #2 Auburn Tigers live

Ich mache jetzt hier oben zu, damit niemand gespoilert wird, der sich das Spiel noch ansehen möchte. Wer es nicht gesehen hat, sollte es sich anschauen. Es war ein grandioses Endspiel. Hinter der Klick gibt es den Liveblog. Weiterlesen

BCS National Championship 2014 Preview: #1 Florida State Seminoles – #2 Auburn Tigers

Heute Nacht, ab 02h30 (live bei SPORT1 US und im ESPN-Player), findet in der altehrwürdigen Rose Bowl Schüssel in Pasadena (Kalifornien) das letzte BCS National Championship Game ever statt (ab nächstem Jahr: Playoffs, Baby!). Die Ansetzung hat einen gewissen Charme: #1 Florida State Seminoles (13,0 ACC-Champ) vs #2 Auburn Tigers (12-1, SEC-Champ). Sie hat Charme, weil sie relativ unerwartet kommt und sich relativ „neu“ anfühlt.

Es ist für einmal nicht das Duell SEC gegen Pac-12, oder Big 12, oder SEC gegen SEC oder SEC gegen Notre Dame. Die Auburn Tigers kommen zwar aus der alles dominierenden Conference der letzten Jahre, der SEC, und standen zuletzt vor erst drei Jahren im Endspiel (und gewannen), aber das nahm man damals wie heute als eine Art „New York Giants Freak-Lauf“ wahr. Auburns Final-Run diesmal kommt ebenso überraschend.

Dazwischen lagen zwei horrende Jahre für diese Uni, inklusive des Total-Absturzes 2012. In der Folge wurde bei Auburn reiner Tisch gemacht, der Meistercoach von 2010 Gene Chizik entlassen, und mit Gus Malzahn der OffCoord des damaligen Meisterteams als Head Coach zurückgeholt und installiert. Malzahn steht für spread-run option Offense im Angriff, und mit solchem walzte sich seine Mannschaft erst unauffällig, dann als dark horse, dann als „Team of Destiny“ durch die Saison. Im November verbündeten sich die Tigers dann mit Schutzengeln gegen Georgia, und als sei das nicht genug auch noch in der einmaligen, einzigartigen Iron Bowl 2013 gegen die damalige #1 Alabama:

Florida State ist ein anderes Kaliber. Die Seminoles waren in den 80er und 90er Jahren eine absolute Macht im College-Football, aufgebaut von der Trainerlegende Bobby Bowden, aber mit Bowdens zunehmender Vergreisung in den 2000ern versank auch FSU immer weiter im Mittelmaß. Seit 2007 wurde Bowden der dynamische, junge OffCoord Jimbo Fisher als Headcoach in spe zur Seite gestellt, aber Bowden weigerte sich jahrelang beharrlich, seinen Rücktritt einzureichen. So kam es vor vier Jahren zu einer relativ abrupten, offiziell mit „Rücktritt“ überschriebenen Hinauskomplimentierung des Bobby Bowden, und Fisher übernahm das Zepter in Tallahassee.

In Fishers ersten Amtsjahren standen die Noles jahrelang für das Eine: Große Erwartungen, große Enttäuschungen. Nicht, dass FSU eine schwache Mannschaft gestellt hätte, nein, es war vielmehr das Problem „die PS nicht ganz auf den Boden bekommen“: Ein oder zwei Spiele wurden stets verloren. Bis heuer.

Chris B. Brown hat bei Grantland.com einen schönen Artikel geschrieben darüber, wie Jimbo Fisher in den vier Jahren am Ruder die Florida State Seminoles wieder zu einer großen landesweiten Macht gebaut hat:

Darin schildert er die Denke des Jimbo Fisher, der einst als Schüler Nick Sabans dessen Ideen weitergesponnen hat: Recruiting ist wichtig. Hole dir die besten Athleten, und du wirst gewinnen. Fisher als Offensivgeist verfolgt dabei die eher unkonventionelle Methode, in erster Linie Abwehrspieler an die Uni zu holen, im Vertrauen darauf, dass er die Offense mit seinem Coaching hinbiegen wird. Mit wenigen Ausnahmen: Drei bis vier Super-Athleten braucht Fisher für seine Offense. Das ist die Alabama-Methode, und diese Alabama-Methode darf heute nicht gegen das echte Alabama das Endspiel bestreiten, sondern gegen dessen Erzfeind, Auburn.

Florida State Seminoles 2013/14

Alle zur Verfügung stehenden Metriken legen den Schluss nahe, dass wir es bei den Seminoles 2013 mit der vielleicht dominantesten Mannschaft der letzten Jahre zu tun haben, den mehrfachen Titelträger Alabama eingeschlossen. Der Schedule von Florida State ist als ACC-Uni zwar nicht der allerheftigste, aber FSU dominierte ihn deutlich: Der durchschnittliche der 13 Siege beträgt 42 Punkte. Zweiundvierzig. Und es wäre nicht so, dass man gegen eine Sunbelt Conference gespielt hätte.

Das Gesicht, der Superstar, ist der Freshman-QB #5 Jameis Winston, aktueller Gewinner der Heisman-Trophy trotz undurchsichtigen Vergewaltigungsanschuldigungen. Winston stieß letztes Frühjahr schwer gehypt zur Mannschaft, und alle glaubten, er könne dem Buzz nicht standhalten – eine eigentlich „logische“ Annahme. Aber dann passierte, was niemand erwartet hatte, und Winston übertrumpfte die Erwartungen. Er pulverisierte sämtliche Rekorde. Würde Winston in den Draft gehen, er wäre der #1-Pick. Er wirkt für einen 19jährigen Frischling sehr reif, mit seiner Granate von Wurfarm auch mächtig als Waffe für ein tiefes Spiel.

FSUs Offense ist aber nicht bloß Winston. Das RB-Trio Wilder/Freeman/Williams (zusammen 36.5 Rushes/Spiel für 5.7yds/Carry) und der WR/TE-Corp um die künftigen NFL-Picks Benjamin/Shaw/Green/O’Leary (Benjamin/Shaw jeweils mit „nur“ um die 50 Catches für um die 950yds) bürgen für große Tiefe im Kader und dürften gegen die Auburn-Defense durchaus den einen oder anderen Touchdown auf das Tablett bringen.

Die Noles-Defense verlor in den letzten Jahren etliche 1st und 2nd-Round Draftpicks in die NFL (DE Björn Werner, DE Carradine, CB Rhodes…), und gehört diesmal dennoch wieder zu den besten im Lande. Der herausragende Spieler ist DB #20 Lamarcus Joyner, der für manche NFL-Scouts zu klein gewachsen ist um es in der NFL zu schaffen, aber wer Joyner am College spielen sieht, dem dürften die Augen aufgehen.

Das schwierige an der FSU-Defense: Die Schwachstelle ist nicht eindeutig ausfindig zu machen. Nach Advanced-Metrics wie FEI oder S&P von Football Outsiders ist man die #3 in Standard-Downs (z.B. 1st-und-10), die #6 in Pass-Downs (also 2nd/8 oder 3rd/5 oder 4th/5 und schlimmer), und die #5 in Laufspiel-Downs.

Auburn Tigers 2013/14

Eines hat Florida State dieses Jahr aber noch nicht gesehen: Ein Laufspiel wie jenes von Auburn. Die Tigers haben keine Scheu, ihr von Gus Malzahn kreiertes und weiterentwickeltes spread option Offense-System eiskalt durchzuziehen. Sie laufen im Schnitt 52x pro Partie und erzielen pro Lauf 6.5yds. Geworfen wird bei Auburn nur 20x/Spiel. Auch hier liefert Chris B. Brown bei Grantland die hervorragende inhaltliche Tiefe hinter dem Design der Tigers-Defense:

The backbone of Auburn’s current rushing attack has been an amped-up version of the zone-read, which gives Marshall as many as four options: (1) throw a receiver screen, (2) hand it to Mason, (3) keep the ball, or (4) keep the ball and then toss it to a receiver who can sit in an open area of the defense if the man covering him comes up for the run — a form of the quadruple-option.

Quelle: The Making of a Modern-Day Guru (Chris Brown).

Malzahn gilt als einer der markantesten Offensiv-Köpfe Amerikas, schon lange vor seiner Zeit bei Auburn. Man kann sich das wirklich mal gut durchlesen, wenn man weitergehend am American Football interessiert ist. Malzahn ist im Gegensatz zu Jimbo Fisher (Fokus auf Recruiting und perfekte Umsetzung) mehr der Bastler, der sich über sein Offense-Scheme definiert.

Der Motor der Offense ist RB #21 Tre Mason (283 Rushes, 1621yds, 22 TD), ein wendiger, quicker Back, den man allzu lange unterschätzte. Aber der Star ist trotzdem ein anderer: QB #14 Nick Marshall, letztes Jahr noch ein Defensive Back im Kader, der nur aufgrund der akuten QB-Not umgeschult wurde, und heuer als gemachter Mann dasteht: Marshall erlief über 1000yds, und machte 1700 Pass-Yards, und vor allem: Vermeidet die großen Böcke.

Durch die Bank ist Auburn eine eindimensionale Offense: Man ist nach selbiger S&P-Metrik die #3 in Rushing-Downs, aber wenn es mal eng wird und man zum Werfen gezwungen wird, ist man „nur“ die #21 nach Effizienz. Okay, Auburn läuft im Zweifelsfall auch im 3rd-und-10, aber wie erfolgreich das gegen eine der besten Defenses der Saison ist, steht auf einem anderen Blatt.

Auburns Abwehr ist der andere Knackpunkt: Wie gut ist diese Defense wirklich? Sie wurde zuletzt von einem ersatzgeschwächten Georgia und von Mizzou platt gemacht, und auch Alabama klopfte in besagter Iron Bowl immer und immer wieder in der RedZone an. Allein, Auburn konnte mit mehreren Stands antworten.

Wie klar ist Florida State favorisiert?

SRS sagt: „Mit 12.5 Punkten“. Das wäre eine heftigst klare Favoritenstellung pro Seminoles. Die Wettbüros eröffneten ihre Lines bei runden 8.5 Punkten. Wie man es dreht und wendet, alle sehen Florida State vorn. Diese Mannschaft sieht zu dominant, zu komplett aus, als dass man sie gegen ein Auburn verlieren sieht, ein Auburn, das dieses Jahr gleich mehrmals das Schicksal anrufen musste, um überhaupt hierhin zu kommen.

So oder so kann man ein unterhaltsames Spielchen erhoffen: Florida State scheut sich nicht, auch spektakuläre Plays auszupacken, und schon allein dieser unbeschwert aufspielende QB Winston ist immer einen Blick wert. Im Gegensatz ist Auburns Offense-System qua Design ein Hingucker.

Florida State als klarer Favorit, aber Spaziergang dürfte es keiner werden.

Akademische Vierstelstunde 2013, #15: Die Bowl Season steht

Letzer Recap der College-Football Regular Season 2013 vor den Prüfungssessionen („Bowl Season“), und es war noch einmal ein würdiges Wochenende. Talking-Points heute sind die letzten Entscheidungen, kurzer Heisman-Ausblick, BCS-Buster, letztes BCS-Ranking und der Spielplan für die Bowl-Season 2013/14. Der Reihe nach. Weiterlesen

SEC-Finale 2013: #3 Auburn Tigers – #5 Mizzou Tigers

[02h07] In wenigen Minuten wird das ACC-Finale #1 FSU – #20 Duke angepfiffen, und wenige Minuten darauf beginnt das Big Ten Finale #2 Ohio State vs #10 Michigan State.

[02h06] Endstand #3 Auburn Tigers 59, #5 Missouri Tigers 42. Jo. Keine zwei Jahre ist es her, da hat das Volk aus dem Süden die Midlands und West Coast für solche Ergebnisse als Pussys abgetan.

[02h03] Muss ich noch einmal protokollieren, dass ich extrem viele Sympathien für die Missouri Tigers entwickelt habe? Mizzou wird das SEC-Endspiel verlieren, aber die Jungs von Gary Pinkel haben trotzdem ein super-Jahr gespielt. Die Defense ist besser als sie es heute gezeigt hat, aber das Spiel hat sich entwickelt wie es war, und es hatte niemand auf niemanden mehr Zugriff.

Mizzou wird fast sicher kein alljährlicher Contender in der SEC, dafür fehlen einfach die Ressourcen, aber es reicht vielleicht hin und wieder für eine gute Geschichte wie eben dieses Jahr. Einen neuen Fan hat diese Mannschaft dieses Jahr gewonnen.

Zu schade, dass Missouri nun wohl nicht einmal einen „at-large“ Platz in der BCS bekommen wird, da der zweite SEC-Platz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ab Alabama gehen wird (Orange Bowl? oder… oder… Iron Bowl reloaded in der Sugar Bowl?)

[01h59] Hut ab vor den Auburn Tigers, die wirklich eine erstklassige Naturgewalt an Spread-Run Option Offense aufbringen, das von einer mittlerweile gebrochenen Mizzou-Defense nicht mehr in den Griff zu kriegen ist.

Hut ab vor Gus Malzahn, den Architekten des 2010er-BCS Teams, der zurückkehrte und den Scherbenhaufen, den Gene Chizik hinterließ, aufräumte. Die Auburn-Offense würde ich gern gegen FSU sehen. Was ist sie wert? Sie sah gegen die starken Defenses wie Alabama oder LSU recht „normal“ aus, aber wer sieht gegen die schon sensationell aus?

Hut ab vor Malzahn auch wegen seines Muts. Onside Kick ausgespielt, 4th-Down ausgespielt. Die Defense ist natürlich nicht wirklich National Title Kaliber, aber nun gut…

Team of Destiny 2013 wird nun dafür sorgen, dass Ohio State sein B1G-Finale abschenkt, oder?

[01h54] Auburn 59, Mizzou 42/Q4 4:22. 15yds-Lauf Tre Mason. Die Entscheidung: 4th-Down und 1, quicker Pass für WR #15 Green-Beckham, aber incomplete. Der Verteidiger: Chris freaking Davis, der schon letzte Woche das Spiel gegen Alabama entschied. Auburn mit RB Mason übernimmt und Mason schlägt den Sargnagel ein.

[01h51] Im ESPN-Player ist eben das Pac-12 Finale #7 Stanford @ #11 Arizona State gestartet.

[01h50] Punt auch für Auburn. Punt geht an die 3yds Line. Sechseinhalb Minuten to go. Mizzou braucht nun einen TD, oder die Partie ist de facto vorbei.

Selbst wenn: Das völlig unnötig verschwendete Timeout von eingangs Q3 wird dann fehlen.

[01h41] Sack gegen Franklin und Mizzou muss tief aus der eigenen RedZone heraus punten. 49yds-Punt, aber Auburn hat nun 10min vor Ende den ersten Matchball.

[01h33] Auburn 52, Mizzou 42/Q4 11:09. 0.5yds-Sneak für RB Mason. Das sieht natürlich wie die tödliche Führung aus – und vielleicht ist sie das – aber wenn Auburn s’nächste Mal nur ein Field Goal macht…

[01h25] Während wir hier auf ein Big-12 kompatibles Endresultat hinstreben (Punkterekord für SEC-Finals wurde schon gebrochen), ist in der „echten“ Big 12 die Entscheidung gefallen: Baylor kanterte Texas in der zweiten Halbzeit nieder, gewinnt 30-10 und fährt in die Fiesta Bowl, wo allerdings wohl „nur“ UCF warten wird.

Drittes Viertel

[01h22] Ende Q3. Wahnsinniges Spiel, das nun nur noch aus Big-Plays auf beiden Seiten besteht. Auburn hatte nach dem TD nur neun Sekunden im Q3 auf der Uhr, aber das langte für einen weiteren 43yder in die Mizzou-Platzhälfte. Auburn ist damit bei 493 Rush-Yards in 60 Versuchen (8.2 YPC).

[01h18] Auburn 45, Mizzou 42/Q3 0:09. Das Kätzchen zuckt noch: 5yds-TD plus 2pts-Conversion jeweils mit QB-Draws für #1 Franklin. Schlüssel-Play war ein 65yds-Lauf für RB #20 Henry Josey, der eine monströse Lücke nutzte. Josey wurde von S #19 White gen Seitenlinie getrieben und 3yds aus dem Spielfeld in vollem Lauf in den Transportwagen geschubst und schlug voll mit dem Kreuz ein. Ein Play, wäre Suh der Übeltäter gewesen, er wäre zirka eineinhalb Jahre aus dem Verkehr gezogen worden.

[01h14] Auburn 45, Mizzou 34/Q3 0:31. 15yds-TD der Abrissbirne #44 Curtis-Paine. Oregon-artiger Speed von Auburn nun zwischen und nach den Snaps, und es geht immer downhill über die Line drüber. Selbst im Wege stehende Refs sind keine Hinternisse mehr und Missouri wird komplett überrollt. Fast 500 Lauf-Yards von Auburn.

[01h11] Eine relativ klare Fehlentscheidung der Refs im 3rd-Down und 8 kostet Mizzou einen Drive: Anstelle von 3rd-und-3 kriegt Mizzou ein Phantom-False Start angehängt, und hat bei 3rd-und-13 klarerweise keine Chance.

[01h06] Auburn 38, Mizzou 34/Q3 3:21. Counterpunch. 1yds-Lauf für RB #20 Grant. RB Mason killt Missouri weiterhin auf alle erdenklichen Weisen, humpelt dann aber müde und leicht angeschlagen runter. Missouri lässt zum dritten Mal en suite einen DE-Position offen, und exakt dann – als es eigentlich vorhersehbar ist ohne Mason im Line-Up – behält QB Marshall den Ball und kommt an die 1 durch; von dort staubt Grant ab.

[01h00] Auburn 31, Mizzou 34/Q3 5:35. 10yds-Pass für den komplett allein gelassenen RB #6 Murphy. Gewaltiger Mizzou-Drive nun: Erst macht „DBG“ per intelligentem Lauf den großen Raumgewinn, dann hat Franklin in RedZone-Nähe wenig Probleme, Auburn zu zerlegen: WR #21 Sasser war meterweit offen, danach Murphy.

[00h57] Oha, die SEC-Hauskommentatoren Lundqvist/Danielson sorgen für garantierten Ärger, indem sie zugeben „es wäre unfair, wenn wir ein one loss SEC-Team einem ungeschlagenen ACC/Big Ten Team vorzögen“.

Das ist bei Danielson eine völlig neue Sichtweise. Ich staune.

[00h53] Auburn 31, Mizzou 27/Q3 8:22. Missouri spielt nun noch enger an der Line of Scrimmage und stopf die Löcher quasi mit einer „Fünf-Mann-Line“ oder „Sechs-Mann-Line“. Das ist keine klassische Box mehr, sondern alle Mann direkt vor der Offense Line. Auburn versucht es trotzdem über die Mitte – und scheitert. Am Ende muss ein tolles 53yds FG herhalten.

[00h46] Es geht nur ein 1st-Down weit, danach muss nach drei Incompletions (eine in jede Himmelsrichtung) wieder der Punt her. Auburn wird nach kurzem Return von #11 Davis in Mittelliniennähe beginnen.

[00h39] Auburn stoppt sich prinzipiell selbst: Erst ein 12-Mann Hudlle mit 5yds Raumstrafe bestraft, und dann stolpert RB Mason als wäre er tatsächlich in der ersten Halbzeit komplett ermüdet. Dann folgt der Punt an die MIZ-6yds Line.

[00h33] Mizzou muss schon nach eineinhalb Minuten im dritten Viertel ein Timeout ziehen, weil die Defense nicht die richtige Aufstellung durchgesagt bekam. Das kann sich in einem engen Spiel noch bitterböse rächen.

[00h25] Das dauert lange dieses Jahr, bis die SEC mit ihrer zweiten Halbzeit raus kommt. Andere Jahre hatten wir um halb eins MEZ schon die ersten Drives im Q3 ausgespielt.

Zweites Viertel

[00h05] Halbzeit Auburn Tigers 28, Missouri Tigers 27.

Spannendes und sehr gutklassiges SEC-Endspiel, das die hohen Erwartungen auf andere Weise erfüllt als man geglaubt hatte. 55 Punkte in einem SEC-Endspiel? Ok, aber zur Pause?? Das ist doch reichlich eigenartig.

Bei Missouri ist es bedenklich, wie man diese vielen und langen Läufe nicht in den Griff kriegt. RB Mason ist ein Superspieler, aber so einfach wie das für ihn geht, hat er 100 von den 190yds ohne einen Schweißtropfen gemacht.

Immerhin hat Mizzou zuletzt besseren Zugriff auf die gelegentlich eingestreuten Giftpfeile in Form von Marshall-Pässen bekommen. Auburn muss sich fragen, wieso man nur mit einem Punkt führt.

Auf der anderen Seite: Auch Missouris Angriff macht ein sehr, sehr gutes Spiel, ist vielleicht noch variabler und breiter aufgestellt. Aber es sieht halt immer noch dominanter aus, wenn eine Mannschaft über eine andere drüberläuft, als wenn sie 50/50 Pass spielt.

Müsste ich jetzt tippen, würde ich sagen, dass Auburn zumindest die besseren Eindrücke hinterlassen hat und nur wegen der Turnovers nicht deutlicher führt.

[23h59] Auburn 28, Mizzou 27/Q2 0:18. Lupenreiner Anschluss für Missouri: QB Franklin 55yds für den über weite Strecken im zweiten Viertel mit Schulterverletzung draußen sitzenden WR #15 Dorial Green-Beckham. Das war nun aber ein überzeugender Mizzou-Drive: 6 Plays, 92yds und grad noch vor der Pause gescort.

[23h50] Mizzous Offense und Trainerstab mit einer unglücklichen Punt-Entscheidungim 4th-und-1 (generell die Situation nicht allzu gut gehandelt), aber immerhin: Direkt im Anschluss an den starken Punt verteidigt die Defense zwei Screen-Plays gut und zwingt Auburn mehrere Yards für Raumverlust auf. Erstmals seit gefühlten Ewigkeiten kein Score für Auburns Offense.

[23h34] Auburn 28, Mizzou 20/Q2 6:26. 3yds-Run für RB #21 Mason, dessen großer Big-Play schon direkt davor kam (52yds). Mizzou wird da irgendwas dagegen anstellen müssen, denn Mason kannst du nicht weiterhin 21 Carries für 189yds und 2 TD (9.0 YPC) geben.

[23h32] Baylor vs Texas ist übrigens 3-3 in die Halbzeit gegangen. Ein Abwehrfestival in einem eiskalten Stadion, in dem offenbar beide Offenses eingefroren sind.

[23h29] Auburn 21, Mizzou 20/Q2 7:19. Stilistisch nix Neues von Mizzou. Sie bewegen den Ball auch relativ einfach, auch unter Mithilfe von Strafen gegen Auburn, um dann in der RedZone das 36yds-FG nehmen zu müssen.

[23h22] Auburn 21, Mizzou 17/Q2 10:25. 7yds-Lauf für RB #21 Tre Mason. Erneut so ein unaufgeregter, langer Drive, 8 Plays, 75yds. Missouri kriegt einfach zu wenig Zugriff. Wenn es langt, dann war es bisher immer sofort ein Turnover, aber darauf kannst du dich nicht verlassen.

[23h13] Auburn 14, Mizzou 17/Q2 13:11. Dann kommt auch der Fehler von Auburn – und er ist teurer: Marshall mit dem dritten Fumble des Tages (wieder von DE #47 Ealy freigeschlagen), und CB #31 Gaines returniert 11yds zum TD in die EndZone.

[23h07] Kaum gelobt, wirft Franklin zur Freude von CBS eine Interception: CB #9 Whitehead fährt unter den zu kurz geworfenen Ball und macht die INT in der RedZone.

Erstes Viertel

[23h03] Ende von Q1 in einem äußerst unterhaltsamen Footballspiel: Auburn ist die gefühlt etwas bessere Mannschaft. Man ist physischer, und man führt die Run-Option Plays konsequent aus – mit zwei Kritikpunkten allerdings: Fumbles. Für den ersten konnte Marshall nix, aber der zweite geht auf seine Kappe. Beide Male gab es keine Punkte für Auburn. Darüber hinaus aber saubere Auburn-Leistung: Marshall musste erst 2x werfen: 2x complete für Coates, 92yds, TD. Es waren die Big-Plays, die Bill Connelly angesprochen hat.

Missouri ist einen Tick weniger überzeugend, aber die Unterschiede sind marginal. QB Franklin hat wenig Zeit, improvisiert aber gut und hatte einige sehenswerte Plays. Man probiert bei Mizzou mehr, Lauf und kurze wie lange Pässe durchzumischen.

[22h56] Der mutige Call bleibt ohne Konsequenz, weil QB Marshall den Ball fumbelt und dadurch aus einem aussichtsreichen Drive ein langes Field Goal wird, das der Auburn-Kicker aus über 50yds volle Pulle daneben schießt.

[22h50] Eier! Auburns Coach Malzahn sagt wie schon letzte Woche einen Onside-Kick an, und der gelingt! Auburn bleibt also im Ballbesitz.

[22h48] Auburn 14, Mizzou 10/Q1 4:09. Das Offensivspektakel geht weiter: Mizzou erst nicht in der Lage, einen Screenpass für #18 Coates plus seinen 54yds-Lauf danach zu stoppen, und dann kann QB #14 Marshall bei einem einfachen Option-Spielzug in die Endzone traben – 9yds und untouched. Die Wiederholung zeigt dann auch, warum: Auburn hat das sehr souverän gemacht, und alle haben das gleiche gelesen.

[22h44] Die CBS-Crew Lundqvist/Danielson ist auch sehr neutral drauf: Die Tonlage bei Auburn- und Mizzou-TDs hat unverkennbar zwei Aggregatzustände, und dann echauffiert sich Danielson wegen einer kaum bemerkbaren Ballbewegung beim Mizzou-TD eben.

[22h41] Auburn 7, Mizzou 10/Q1 5:40. Prachtvoller 28yds-TD Pass von QB #1 Franklin für WR #15 Dorial Green-Beckham, der seinen halben Meter Größenvorteil gegen den CB #6 Mincey nutzt. Super gelesen von Franklin, dass der Safety beim ersten Playaction-Fake anbiss und sich dahinter das 1-vs-1 aufmachte, bei dem es nur einen Sieger geben konnte.

[22h33] Auburn 7, Mizzou 3/Q1 8:22. Malzahn greift zum ersten Mal in die Trickkiste: QB #14 Nick Marshall versteckt sich mit dem Ball im Backfield, lässt einen heranrauschenden Linebacker aussteigen und geht tief: WR #18 Coates (machte letzte Woche den Ausgleich gegen Alabama) klaubt den Pass sehenswert in der EndZone zum 38yds TD herunter.

[22h23] Auburn 0, Mizzou 3/Q1 10:50. 41yds-FG, nachdem Missouris Offense sogar fast einen TD verschenkt hat, weil QB #1 Franklin einen Pass warf für eine Route, die der WR nicht gelaufen war.

[22h18] Erster Paukenschlag in Atlanta: Mizzou-DT #47 Kony Ealy schlägt Auburns QB #14 Nick Marshall von der „Blind-Side“ den Ball aus der Hand, und ein Mizzou-DL erobert den Ball. Missouri wird damit gleich in exzellenter Feldposition beginnen.

[22h12] Aus der Conference USA: Die kleinen Rice Owls haben ihren ersten Conference-Titel seit fünfeinhalb Jahrzehnten geholt: 41-24 Endspiel-Demontage von Marshall.

[22h03] Auburn gegen Mizzou… nochmal: Im Sommer hatte ich Auburns als „Totalschaden“ und völlig chancenlos bezeichnet; Missouri hatte ich als etwas besser, aber ebenso aussichtslos auf höhere Ehren gesehen. Beide hatte ich nichtmal annähernd mit „BCS-Ranking“ oder „SEC-Endspiel“ in Kontext gesetzt.

[21h56] SPORT1 US ist angeblich vorhin beim Bedlam-Derby eine Minute zu früh ohne Erklärung raus gegangen um eine Konserve von gestern zu zeigen. Pfeifen.

[21h53] Die Punkte, die Bill Connelly in seiner Vorschau anspricht:

  • Es wird viel Laufspiel von Auburn über die Spielfeldmitte gehen. Das ist ein „Stärke gegen Stärke“ Matchup.
  • Obwohl beide Offenses relativ viel „kleinwichsen“, entstehen die Scores meistens dann, wenn es 1-2 Big-Plays im Drive gibt. Mehr als 8-10 Plays bringt keine Offense hintereinander zustande.
  • Mizzou hat fast keine Offense-Spielzüge für Raumverlust, aber Auburns Front-7 gehört zu den besten Units an der Line of Scrimmage.
  • Was wird in den 3rd-und-5 Downs passieren? Laufspiel ist zu erwarten, aber beide Coaches werden die eine oder andere Überraschung auffahren.
  • Missouri ist verletzungsgeplagt, Auburn sehr unerfahren.
  • Hidden Champ: Es kann sein, dass eines der beiden Teams eingeht. Beide sind nicht überaus tief besetzt. Aber keine Ahnung, wer es sein wird.

Bill Connelly ist mein Lieblings-Analyst im College-Football. Er ist auch ein ehemaliger Student der University of Missouri.

[21h37] Liveblogging vom SEC-Finale 2013, #3 Auburn Tigers vs #5 Missouri Tigers. Zum Spiel habe ich schon am Vormittag eine Einleitung nebst kurzer Einschätzung geschrieben. Kickoff ist 22h. Es ist der erste Teil der BCS-Trilogie, die heute Nacht ab 2h mit ACC-Finale (#1 FSU) und B1G-Finale (#2 Ohio State) fortgesetzt wird.

In der Big 12 Conference ist eben die Conference-Entscheidung vertagt worden: #17 Oklahoma schlug #6 Oklahoma State in deren Stadion nach dramatischer Schlussphase mit 33-24 (Schlussphase habe ich in den Kommentaren getickert). Der Underdog Oklahoma spielte wie ein Underdog spielen sollte: Risikoreich, drei 4th-Down ausgespielt, darauf geschissen, dass der Starting-QB vor der Halbzeit verletzt runter musste. Etwas Glück für Oklahoma bei einem Puntreturn-TD und einer haarscharf nicht gegebenen INT gegen die Cowboys, aber: Ich habs am Morgen schon angekündigt: Die Sooners scheinen gegen Oklahoma State immer eine Nummer größer zu spielen als im restlichen Saisonverlauf.

Damit gibt es nun parallel zum SEC-Finale auch die Entscheidung in der Big 12 Conference: #9 Baylor gegen #25 Texas Longhorns aus Waco/TX. Der Sieger spielt in der Fiesta Bowl. Baylor könnte aber als Verlierer des Spiels u.U. noch eine „At-large“ Einladung kriegen, ist aber eher unwahrscheinlich.

College-Football 2013/14, Week 15 Preview: Finale Furioso?

Wir wären um ein Haar auf ein unspektakuläres Saisonende hingesteuert, aber das Thanksgiving-Wochenende hat nicht enttäuscht und mit einigen bizarren Ergebnissen das Feld bereitet für einen letzten Samstag, der es in sich hat. Heute rege ich mich nichtmal darüber auf, dass es keine SEC in Deutschland gibt, denn in England gibt es sie. Aber der Reihe nach, heute etwas ausführlicher als gewohnt. Weiterlesen

Die Akademische Viertelstunde, Week 14: Das unvergessliche Thanksgiving-Wochenende im Rückspiegel

korsakoff hat gestern schon das absolute Highlight des Thanksgiving-Wochenendes aufgearbeitet, den Iron Bowl 2013 zwischen Auburn und Alabama, aber es war auch andernorts viel los an diesem vorletzten Spieltag der Regular Season, einem der besten und spannendsten aller Zeiten, wie es hier alle zu formulieren pflegen. Akademische Viertelstunde zum vorletzten Mal in einem Herbst, in dem am Ende doch alles anders gekommen ist wie man es erwarten durfte. Das war eh klar, denn wir sprechen immer noch über College Football. Weiterlesen

Iron Bowl 2013: Kick, Bama, Kick!

In den Vereinigten Staaten wird darüber diskutiert, ob das Finish in der Iron Bowl 2013, #4 Auburn Tigers#1 Alabama Crimson Tide das beste aller Zeiten gewesen ist. Ich habe nicht genug College-Football in meiner Vita gesehen um in dieser Diskussion ernsthaft mitreden zu können, aber: Mein Fresse. Das Ding gehört nahe heran an die Top-5. Es ist der würdige Nachfolger von Punt Bama Punt. Es ist vielleicht sogar besser.

Der Reihe nach. Weiterlesen

Rivalry-Weekend Preview 2013

Der College-Samstag nach Thanksgiving ist für gewöhnlich einer der spektakulärsten des Jahres: Dutzende klassische Rivalrys werden ausgespielt, und weil gleichzeitig die meisten Entscheidungen oder Vorentscheidungen in den Conferences und National-Rankings fallen, ist eigentlich immer Action bis in die frühen Morgenstunden angesagt.

Iron Bowl 2013: Alabama Crimson Tide – Auburn Tigers

Sportlich wie kulturell ist die Iron Bowl dieses Wochenende das unbestrittene Top-Matchup: #1 Alabama (11-0) gegen #4 Auburn (10-1) entscheidet über den Einzug in das SEC-Finale. Für Alabama geht es zusätzlich natürlich um den höchstmöglichen Preis, die Qualifikation für das BCS-Endspiel, für die man dieses Jahr wohl ungeschlagen durchkommen muss (Auburns Chancen darauf sind eher gering).

Dass es in der Iron Bowl dieses Jahr um so viel geht, gießt nur zusätzliches Öl ins Feuer, das in dieser Rivalität brennt. Alabama gegen Auburn, das ist vielleicht die heftigste Rivalität des College-Football, zwei Provinzstädte im Bundesstaat Alabama gegeneinander. Die Rivalität zwischen Alabama-Tuscaloosa und Auburn ist so heftig, dass in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zwischenzeitlich vier Jahrzehnte lang nicht gegeneinander gespielt wurde – wegen einem läppischen Streit zwischen zwei Studentengruppen. Erst per kommissionellem Einschreiten der Staatsregierung in Alabama wurde das Spiel 1948 nach vier Jahrzehnten wieder eingeführt.

Iron Bowl – der Name rührt nicht von den eisenharten Defensivschlachten, sondern vom einstigen Austragungsort der Partie Crimson Tide vs Tigers: Birmingham/Alabama, die Stadt, die zu jener Zeit ungefährliches neutrales Feld bot und bekannt war für ihre Stahl- und Eisenindustrie. Erst seit Ende der 80er spielt Auburn die Rivalry zuhause, erst seit Ende der 90er spielt Alabama zuhause. Über die weitere Bedeutung habe ich vor drei Jahren schonmal ein paar Absätze zur näheren Erläuterung geschrieben (nach dem einleitenden BCS-Teil).

Das war damals wenige Tage vor dem Spiel der Spiele, Iron Bowl 2010, eine Partie, die mein Herz zerbrach und bereits vor dem Schreckgespenst „Kyle Brotzman“ alle BCS-Titelträume der Boise State Broncos zerbrach. Cam Newton, ich liebe dich, aber ich hasse dich auf ewig für jenes Spiel.

Für Alabama ist es – wir kehren zurück in die Gegenwart – die Chance, auch mal Schlagzeilen zu produzieren: Die Crimson-Jungs von Nick Saban lavieren sich dieses Jahr souverän, aber völlig unspektakulär durch die Saison. Das größte Spiel im September wurde in einem Shootout gegen Texas A&M gewonnen, ehe man im November auch mit LSU kaum Probleme hatte. Alabama 2013 ist nicht mehr so gut wie die Ausgaben von 2011 oder 2012, dafür im Gegensatz zu den Vorgängerversionen ungeschlagen. Man ist wandlungsfähiger geworden: Die Defense ist nicht mehr die Unit, die alles und jeden plättet, zumindest hatte sie dieses Jahr das eine oder andere schlampige Spiel (plus wurde von Manziel überrollt); dafür ist die Offense variantenreicher geworden. QB A.J. McCarron hat durchaus das Potenzial, einen Gegner auf mehr als einem Standardrepertoire von drei Pass-Routen zu schlagen, und bei den Runningbacks gibt es Talente ohne Ende.

Auburn dagegen ist die Sensation des Jahres. Im Sommer hatte ich diese Jungs als „SEC-Bodensatz“ eingestuft, und ihnen nicht den Hauch einer Chance gegeben. Ich kann weiterhin verteidigen, warum: So okay das Recruiting in Auburn die letzten Jahre war, so katastrophal spielten die Tigers in den letzten beiden Jahren. Z.B. wurden sie vor exakt einem Jahr von – eben – Alabama 49-0 geplättet, und das Ergebnis spiegelte nicht im Ansatz die wahren Kräfteverhältnisse wider. Der Coach seither wurde ausgetauscht, aber ich habe nicht erwartet, dass Gus Malzahn so schnell den Turnaround schaffen würde.

Klar, Auburn hatte Glück (s. Verzweiflungspass gegen Georgia), aber sie bestechen dieses Jahr auch durch flüssige Offense und durch die Bank diszipliniertes Spiel. Sie sind eine legitime Spitzenmannschaft, und das macht aus Malzahn IMHO den Coach des Jahres.

So. Leider ist das Spiel als SEC-Topspiel der Woche (des Jahres?) mal wieder Teil des CBS-Pakets, und damit außerhalb allem, was man über offiziellen Weg bei SPORT1 US oder im ESPN-Player hierzulande empfangen kann. (Ich würde ja niemals raten, woanders nach Bewegtbildern zu suchen). Auf alle Fälle: Obwohl Auburn so überraschend stark ist, ist Alabama klarer Favorit, die Partie zu gewinnen, zumal zuhause. SRS favorisiert Bama mit 10 Punkten, eine „Advanced“-Version (Rausrechnen der Gurkengegner aus der FBS und FCS) gar mit 14.

Sendepläne

Es sind die Spieltage, an denen man sich ESPN America zurückwünscht. Bei SPORT1 US kocht Schmalshans Küchenmeister:

18h    Michigan - #3 Ohio State
21h30  Georgia Tech - Georgia

Nachts gibt es nur NBA-Basketball. EUROSPORT 2 mit dem Tape von Indiana – Purdue ab 23h.

Im ESPN-Player werden voraussichtlich folgende FBS-Spiele angeboten:

  • 18h: #2 FSU-Florida, Michigan-#3 Ohio State, UNC-#24 Duke, UConn-Rutgers, Memphis-Temple
  • 18h21: Vanderbilt-Wake Forest
  • 18h30: NC State-Maryland
  • 20h: Colorado State-Air Force, Georgia State-South Alabama,
  • 21h30: TCU-#9 Baylor, #15 Wisconsin-Penn State, Georgia Tech-Georgia, New Mexico State-Idaho, Syracuse-Boston College, Virginia-Virginia Tech
  • 22h: Western Kentucky-Arkansas State
  • 1h: #10 South Carolina-#6 Clemson, Kentucky-Tennessee, ULL-ULM
  • 1h45: #5 Mizzou-#21 Texas A&M
  • 2h: #23 USC-#22 UCLA
  • 4h15: Boise State-New Mexico
  • 4h30: UNLV-San Diego State

Streifzug durch die Klassiker

The Game (18h, SPORT1 US und ESPN-Player) – Besonders einfallsreich waren die Ohio State Buckeyes (11-0) und die Michigan Wolverines (7-4) bei der Benennung ihres alljährlichen Superklassikers nicht, aber das soll uns nicht stören. The Game ist das größte Spiel der Big Ten Conference, die alljährliche Auseinandersetzung zwischen den über die Jahrzehnte dominierenden Unis der Big Ten. Das Spiel ist seit jeher der Abschluss der Regular Season um die Großen Seen und entschied häufig darüber, wer denn nun in die Rose Bowl einziehen würde. Dieses Jahr entscheidet es prinzipiell nicht mehr viel: #3 Ohio State ist bereits für das Big-Ten Finale qualifiziert und braucht schon gewaltige Ausrutscher von Alabama oder FSU, um noch durch die Hintertür ins BCS-Finale zu gelangen, während Michigan sich schwer enttäuschend durchs Jahr kämpft. Ohio State ist ungeschlagen und hat in der nunmehr fast zweijährigen Ägide unter Headcoach Urban Meyer noch kein einziges Spiel verloren, und trotzdem nimmt niemand die Buckeyes wahr. So geht es dir, wenn du erst eine Bowl-Sperre absitzen musst (2012) und dann einen windelweichen Schedule in einer mittelmäßigen Conference (Big Ten 2013) spielst. Ich halte Ohio State nicht für die drittbeste Mannschaft des Landes, aber Top-10 Material sind sie allemal; das SRS sieht die Buckeyes mit ihren Offensivstars QB Braxton Miller und RB Carlos Hyde mittlerweile als #6 im Lande.


Sunshine Showdown (18h, ESPN-Player) – Florida Gators gegen #2 Florida State Seminoles (11-0), keine jahrhundertealte Tradition, aber aufgrund der bestialischen Duelle in den 90ern, in denen fast jedesmal der Landesmeistertitel auf dem Spiel stand, gehört Florida-FSU zu den anerkannt größten Rivalitäten der Staaten. FSU scheint heuer endgültig von den Toten auferstanden zu sein und ist zwei (machbare) Siege vom BCS-Endspiel entfernt.

Florida (4-7) blamierte sich letzten Samstag bis auf die Knochen und kassierte gegen den FCS-Zwerg Georgia Southern (!) im eigenen Stadion (!!) eine 26-20 Pleite (!!!) und das noch nichtmal im typischen „Underdog-Modus“: Keine Zillionen Turnovers und fünf Return-TDs für Georgia Southern, ja noch nichtmal ein einziger komplettierter Pass für die Zwerge (sic!) sondern schlicht 400 Rush-Yards und physische Demonstration. Wer noch daran zweifelte, ob Head Coach Will Muschamp die Saison überleben würde, bekam eine klare Antwort.

Jetzt also in FSU das vermeintlich beste Team des Landes. Bei FSU ist es aufgrund des Wirbels um den wegen sexueller Belästigung (oder Vergewaltigung) am Pranger stehenden QBs Jameis Winston alles andere als ruhig, aber die Noles waren dieses Jahr so dominant, dass Florida den größten Leistungssprung aller Zeiten innerhalb einer Woche braucht, um hier nicht unterzugehen. Oder war Georgia Southern ein Täuschungsmanöver? Verleiht das Lokalderby magische Kräfte? Erleben wir die Sensation des Jahres? Wer sich traut zu wetten, ist mutig.


Clean, Old Fashionated Hate (21h30, SPORT1 US und ESPN-Player) – Das Duell zwischen den beiden größten Footballprogrammen in Georgia: Die University of Georgia aus Athens gegen die Georgia Tech University aus Atlanta. Beide erleben eine enttäuschende Saison, wobei Georgia (7-4), oft dokumentiert, insbesondere durch eine üble Verletzungsmisere runter gezogen wurde. Man hat bereits vier Niederlagen auf dem Konto; ein Sieg über Georgia Tech und seine bildhübsche triple option offense aus der Flexbone-Formation (das Werk des Head Coaches Paul Johnson) würde die Saison wenigstens emotional retten. Allerdings muss man auf den langjährigen QB Aaron Murray verzichten, der sich letzte Woche das Kreuzband riss und nicht mehr für Georgia auflaufen wird.


#10 South Carolina – #6 Clemson (1h) – Für South Carolina (9-2) geht es außer der Ehre um nix mehr, aber Clemson (10-1) kann mit einem überzeugenden Sieg (oder auch nur „mit einem Sieg“) eine hervorragende Ausgangsposition schaffen, um als „at-large“ Kandidat für die BCS-Bowls gehandelt zu werden: Clemson als 11-1 Team wäre eine logische „at-large“ Wahl für die Orange Bowl-Veranstalter (sofern FSU das BCS-Finale erreicht).


Stanford Cardinal vs Notre Dame Fighting Irish (1h, nur für Trüffelschweine) – Zwei der besten akademischen Bildungsanstalten der Vereinigten Staaten in einer Rivalry, die möglicherweise nicht mehr ewig Bestand haben wird, da Notre Dame sich der ACC annähert und immer weniger Platz im Schedule findet. Im Spiel selbst geht es eigentlich nur um die Goldene Ananas: Stanford (9-2) ist aus dem National Title-Rennen, aber zumindest fix für das Pac-12 Finale nächsten Freitag qualifiziert; Notre Dame (8-3) huscht unsichtbar durch die Saison und ist darauf bedacht, nur nirgends mehr Manti Teo-like anzuecken.


#23 USC vs #22 UCLA (2h, ESPN-Player) – das Stadtderby von Los Angeles ist sportlich nicht mehr allzu relevant, außer man findet es spannend, sich über die Mehr- oder Minderwertigkeit von Sun Bowls und Las Vegas Bowls zu unterhalten. Vielmehr geht es im Duell zweier enttäuschter Unis um die Ehre bzw. für Southern Cal (8-3) auch darum, sich baldigst zu entscheiden, welche Richtung man auf der semivakanten Headcoach-Position einschlagen will: Einen Starcoach oder geht man tatsächlich zur Überraschung aller mit Interimslösung Ed Orgeron in die Zukunft (ich würde nicht drauf wetten).

Die anderen relevanten Spiele von heute

North Carolina vs #24 Duke (18h, ESPN-Player) – Duke kann mit Auswärtssieg beim großen Feindbild UNC seinen Platz im ACC-Finale sichern. Aber aufgepasst: So groß der Name Duke (9-2) ist, so klein ist das Footballprogramm, und auch der SRS ist nur irgendwo drunten im Mittelfeld angesiedelt. Leichter Favorit ist UNC (6-5).


TCU – #9 Baylor (21h30, ESPN-Player) – die Neuauflage eines der fünf besten Footballspiele, die ich in meinem Leben je gesehen habe: TCU-Baylor zum Season-Opener 2011, mit dem Coming-Out des damals noch unbekannten Robert Griffin III. Es war das Spiel der Spiele. Diesmal sind die Vorzeichen klar: TCU ist mit 4-7 und einer Orgie an Verletzungen komplett abgekackt und ohne Chance auf die Bowl-Season, während Baylor eine phänomenale Saison spielt, allerdings letzte Woche einen herben Dämpfer erlitt: 17-49 bei Oklahoma State. Baylor (9-1) hat noch Chancen, die Big 12 zu gewinnen und die Fiesta Bowl zu erreichen, muss dabei aber dringend heute und nächste Woche gegen Texas gewinnen, und dann noch auf eine Niederlage von Oklahoma State nächste Woche hoffen.


#5 Missouri vs #21 Texas A&M (1h45, ESPN-Player) – es ist das Duell zwischen den beiden 2012 in die SEC aufgenommenen Unis. Texas A&M war 2012 das sexy-Baby, mit der Rampensau QB Johnny Manziel als Heisman-Sieger und „Face of the University“; dieses Jahr ist es umgekehrt: Gary Pinkels Mizzou Tigers rocken die Liga und haben heute mit einem Heimsieg über die Aggies die große Chance, sich für das SEC-Finale am nächsten Samstag zu qualifizieren. Mizzou ist 10-1 mit einer unglücklichen Overtime-Pleite gegen ebenso bewundernswerte #10 South Carolina Gamecocks – und genau diese Overtime-Pleite würde den Tigers zum Verhängnis, wenn Mizzou heute verliert: Aufgrund des direkten Duells würde Mizzou rausfliegen. Missouri hat eine rundum komplette Mannschaft, keine großen Superstars, und Pinkel kann auf QB wieder auf Starter James Franklin zurückgreifen, wobei manch einer durchaus gerne weiterhin Maty Mauk sehen würde, der als Ersatz richtig gut war.


Duel in the Desert (3h30, nur für Trüffelschweine) – #12 Arizona State Sun Devils gegen Arizona Wildcats. Die Sun Devils von der Party-Uni Arizona State (u.a. mit 45000 Studenten größte staatliche Uni in den Vereinigten Staaten) können sich mit einem Sieg das Heimrecht für das Pac-12 Finale nächste Woche gegen Stanford sichern. Bei Niederlage muss man nächste Woche nach Palo Alto fahren und das Endspiel auswärts bestreiten.


Boise State vs New Mexico (4h15, ESPN-Player) – abhängig vom Ausgang des um 20h ausgetragenen Spiels Utah State-Wyoming (Utah State dabei hoch favorisiert) hat Boise State (7-4) mit einem Heimsieg spätnachts noch die Chance, sich durch die Hintertür doch noch für das MWC-Finale zu qualifizieren. Der Sieg selbst ist gegen die New Mexico Lobos fix eingeplant.