NFL-Frühstückseier vom Freitag 05.03.2021

Paar News aus der NFL – Russell Wilson, Ben Roethlisberger, Thomas Davis, ein anstehendes Blutbad und ein richtig geiler Vorschlag zur Lösung der NFL-Overtime.

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Nachwehen vom NFL-Playoffspiel Steelers – Browns

Traumhafter Tag für die Cleveland Browns. Ich habe heute mehrere PNs von glücklichen Browns-Fans bekommen. Nach so vielen Jahren schierer Inkompetenz wurde es mal Zeit, dass auch mal etwas für die Browns läuft.

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All-32: Pittsburgh Steelers 2020 Preview

Guten Morgen. Als erstes der Verweis auf den Lead-Blogger, wo Fabian Sommer gestern ein Interview mit Alexander Honig geführt hat, der von den TCU Horned Frogs als Quarterback rekrutiert wurde. Honig wechselt im Winter in die Vereinigten Staaten und erzählt ein bisschen was vom Recruiting-Prozess, seinen Erwartungen und gegen welche Defenses er am liebsten spielt.

Und damit zur NFL-Vorschau von heute. Thema Pittsburgh. Steelers-Quickie? Immer gern.

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Pittsburgh Steelers in der Sezierstunde

Die Pittsburgh Steelers gehören zu den besten Mannschaften in der NFL – allein: Sie haben in den letzten Jahren zu wenig Kapital aus ihrer Qualität geschlagen. Der letzte Titelgewinn liegt mittlerweile neun Jahre zurück, die letzte Superbowl-Qualifikation ist auch schon sieben Jahre her. In den Jahren seither qualifizierte man sich zwar fünfmal für die Playoffs – aber man erreichte nur ein einziges Mal das Conference-Finale. Meist war nach guter bis exzellenter Regular Season schon vorher Schluss. Weiterlesen

Vorschau Divisional Playoffs 2015/16: Pittsburgh Steelers @ Denver Broncos

Abschluß der Divisional Playoffs 2015/16: Pittsburgh Steelers (11-6, #6 Seed) @ Denver Broncos (12-4, AFC West Champions, #1 Seed). Kickoff um 22.40Uhr mit Jim Nantz und Phil Simms auf CBS; oder auch bei Sat.1/ran.de und PULS4.

Keine Spoilers hier, die gibt es alle in korsakoffs Liveblogs. Hier die spoilerfreie Vorschau auf Steelers @ Broncos nach dem Klick. Weiterlesen

Vorschau Wild Card Playoffs 2015/16: Pittsburgh Steelers @ Cincinnati Bengals

Runde Zwei am heutigen AFC Wild Card Saturday: Pittsburgh Steelers (10-6, #6 Seed) @ Cincinnati Bengals (12-4, AFC North Champion, #3 Seed), Kickoff: 02.15Uhr. Via NFL Gamepass überträgt CBS mit Jim Nantz und Phil Simms; also sollte man unbedingt eine der deutschsprachigen Übertragungen wählen: PULS4 in Österreich oder Sat.1/ran.de mit Frank Buschman und Patrick Esume. Weiterlesen

NFL Notizblock, Week 2: MNF Pittsburgh Steelers @ Cincinnati Bengals

Es war das typische AFC-North-Duell, wie man es erwarten konnte: gute Defense, harte Hits und wenig Punkte. Da Steelers/Bengals aber noch lange nicht die Intensität der Steelers-Ravens-Rivalry hat, mangelte es streckenweise an Aufregung. Aber hey: nächste Woche spielt Oakland Monday Night. Also suchen wir mal das Positive.

Noch vor dem ersten Kaffee heute morgen ist sofort Troy Polamaulu aufgefallen. Mr. Hit&Shoulders sticht nicht nur aufgrund seiner Mähne ins Auge, sondern auch weil er eine einmalige Rolle spielt. Vor dem snap ist er überall zu sehen: mal neben den OLBs, mal zwischen den ILBs, mal im slot wenn er einen TE in man coverage nimmt und manchmal gar nicht, wenn er ganz tief auf der Jagd nach Interceptions seine Kreise zieht. Gegen Cincinnati hat er immer mal wieder hier und da ein play gemacht, aber das ganz große Ding war nicht dabei. (Aber fast: einen screen pass hat er so schnell erkannt, daß er beinahe schon in der passing lane war, bevor Dalton denn Ball geworfen hat. Haarscharf am pick six vorbei.)

Stats / Gamebook

Gamebook

Der zweite Spieler, der bei Pittsburghs D immer auffällt, ist Cornerback Ike Taylor. Schon seit Jahren verteidigt er in jedem Spiel den Nr.1 WR der gegnerischen Mannschaft und schon seit Jahren macht er kaum Fehler dabei. Er ist nicht der schnellste Mann unter der Sonne, aber dafür recht groß mit knapp 1,90m und vor allem technisch perfekt und einer der klügsten Defensive Backs diesseits von Darrelle Revis. Gestern hat er A.J. Green verteidigt, stark wie eh und je: 14 targets, nur sechs completions für 41 Yards.

Wie eh und je hat auch die Steelers-D insgesamt verteidigt: sehr diszipliniert, kaum missed tackles, keine blown coverages. Daß ILB Larry Foote verletzt fehlte (für ihn spielten abwechselnd Kion Williams und Vince Williams) und OLB James Harrison nicht mehr da ist (für ihn spielte Rookie Jarvis Jones) fiel nicht unbedingt negativ auf, aber die jungen Ersatzleute machen noch nicht den großen impact. Jede Menge kurze Pässe zu Green und Mo Sanu, kurze Pässe zu den TEs Tyler Eifert und Jermaine Gresham und 30 Läufe von BJGE & Bernard haben immerhin für 20 Punkte gereicht.

Auf der anderen Seite des Balles sah es dagegen sehr un-Steelers-mäßig aus. Der wild scramblende, Verteidiger abschüttelnde, den Ball übers gesamte Spielfeld prügelnde Ben Roethlisberger ist nur noch sehr selten zu sehen. Seine speed guys Antonio Brown und Emmanuel Sanders fangen jetzt ständig screens statt tief zu laufen; TE Heath Miller fehlt an allen Ecken und Enden; der beste OLiner fehlt auch; nur das Laufspiel ist wie immer: 2,8 yards per carry.

Das paßt nicht viel zusammen in Pittsburghs Angriff. Immerhin konnte Cincys DT Geno Atkins ganz gut eingebremst werden, soweit ich das sehen konnte. Spielte er auf der rechten Seite der Offense, kam Guard David DeCastro ganz gut mit ihm klar; stand er links, bekam er so gut wie immer ein double team. DE Michael Johnson hat dafür umso mehr Terror gemacht. Schwächen haben die Bengals immer noch in der Mitte hinter der DLine, wenn in der Nickel-D Ray Maualgua und Vontaz Burfict TEs oder RBs decken müssen.

Cincinnati bleibt unspektakulär, aber wie schon letzte Woche gegen Chicago mehr als solide. OC Jay Gruden ist sehr kreativ mit seinem TE-Duo, und wenn das noch gefährlicher wird (gestern zusammen neun catches, 132 Yards) und Rookie RB Gio Bernard mehr Vertrauen und mehr carries bekommt (neun touches, 65 Yards, TD), kann dieser Angriff nur besser werden. Die Bengals bleiben Favorit auf die AFC-North-Krone. Pittsburgh ist nocht nicht ganz veloren, dafür ist die Defense zu stark. Aber irgendwas müssen sich OC Todd Haley und HC Mike Tomlin überlegen. Nächste Woche spielen sie wieder in prime time, zu Hause gegen Chicago. Bei einem 0-3-Start könnte es sogar in Pittsburgh lautere Unruhe geben.

Pittsburgh Steelers in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record         8-8    --
Enge Spiele    5-6 
Pythagorean    8.7   (14)
Power Ranking   .530 (12)
Pass-Offense   6.2   (16)
Pass-Defense   5.3    (2)
Turnover       -10

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Bei den Pittsburgh Steelers heißt es langsam Abschied nehmen von den letzten Recken einer erfolgreichen Spielergeneration. Mit den notgedrungenen Verabschiedungen von OLB Harrison oder DT Hampton gehen die beiden letzten Eckpfeiler der einst gefürchteten Steelers-Defense. Wenn die Dynamik in der Defense völlig erlahmt und die Verletztenliste jede Woche länger wird und die Knochen der Strategen auf dem Feld zu ächzen beginnen, weißt du: Das Ende einer Ära ist nah.

Eigentlich fassungslos: Die Steelers standen vor zwei Jahren noch in der Superbowl und waren 2011/12 immer noch eine der besten NFL-Mannschaften bis zu einem Freakviertel gegen Tebow. In der abgelaufenen Saison aber zeigte sich auf einmal in aller Brutalität die Leistungserosion in einem Team mit Alterungserscheinungen.

Es ist für den stillen GM Mike Colbert keine Zeit für Sentimentalitäten: Pittsburgh musste nach Jahren des Hinauszögerns den harten Schnitt wagen und einige der letzten Superbowl-Helden rausschmeißen. Im Hintergrund warten schon einige jüngere Athleten, gut gedraftet, aber bisher zumeist noch mit wenig Erfahrung als Starter.

Steel Curtain

Seit den 70er Jahren die Basis fast jeder Steelers-Mannschaft, und 2012/13 trotz vieler Probleme immer noch halbwegs passabel: Die Defense. Aufgegebene 5.3 NY/A im Passspiel sind der zweitbeste Wert in der Liga, die 58% Erfolgs-Quote gegen den Lauf immer noch #11. Die Steelers waren mit 25.99 Yards/Drive immer noch die zweitbeste Defense, aber es hakte an dem einen: Turnovers. Seit zwei Jahren erzwingen Steelers-Verteidigungen fast keine Turnovers mehr (z.B. sind 1.9% INT-Quote schwach). Glücklicherweise sind just die Turnovers die volatilste Statistik und Regression zur Mitte passiert schneller als man „Fumble“ aussprechen kann.

Und nun der unglückliche Part: Die Steelers haben schwere Probleme im Passrush (OLB Harrison entlassen, OLB Woodley fast nur noch verletzt) und mit CB Ike Taylor ist der beste Deckungsspieler nicht mehr viele Snaps vom Karriereende entfernt. In der Defense Line wurde der zirka siebenundachtzig Jahre alte NT Casey Hampton entsorgt, und zurück bleibt eine Unit von jungen Spielern, denen nicht jeder traut: Ziggy Hood, Alameda Ta’amu, Cam Heyward (plus DE Keisel aufm letzten Halali).

Auf Linebacker braucht Pittsburgh besser heute als morgen junge Passrush-Verstärkung für die „Edges“ (also OLBs), nachdem von der einst gefürchtetsten Unit in der NFL nur noch ILB Lawrence Timmons übrig ist. In der Secondary passt die Safety-Position, wenn Clark und Polamalu einsatzfähig sind; das ist kein „wenn“, an dem man nur locker vorbeischauen sollte, denn insbesondere Polamalu ist seit mehreren Jahren geplagt von Zipperlein – Folgen seiner über Jahre knochenharten Spielweise?

Auf Cornerback wie schon geschrieben: Ein paar Jungstars sind nie von Schaden.

Offense

QB Ben Roethlisberger hatte ein gutes, kein großartiges Jahr, aber Big Ben war auch mehr verletzt oder auf Schmerzmitteln als einem jeden GM lieb sein kann. Es ist ein Nebenprodukt einer seit vielen Jahren einfach nicht in harmonierenden Offensive Line. Ein wichtiger Grund, erraten: Verletzungen. Woran liegt es, dass Pittsburgh seit längerem so viele Verletzungsprobleme hat? Ist es Zufall und Pech? Ist es das Heinz Field, eines der anerkannt schlimmsten Spielfelder in der Liga? Ist es nur das Alter?

In der O-Line tendiere ich dazu zu sagen: Nope, kein Altersproblem. Die OTs Gilchrist und Adams sowie OG DeCastro sind blutjunge Spieler, Rookies oder Jungs im zweiten Jahr, allesamt hoch gedraftet, allesamt mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht, aber sie alle verpassten 2012/13 Großteile der Saison. OT Colon ist weg. Es sind junge Spieler (u.a. auch C Pouncey und die genannten Langzeitverletzten) da, und wenn sie mal gesund bleiben, dürfte das Potenzial nicht das schlechteste sein.

Neu ist im Übrigen O-Line Coach Jack Bicknell jr., der aus Kansas City kommt und dort verantwortlich war für eine sehr gute Blocking-Unit für den Lauf. Das ist was, das Pittsburgh verzweifelt sucht. Die Steelers wollen seit ein paar Jahren zurück zu ihren Wurzeln, weg von der luftigen Offense, hin zu mehr ground’n’pound (scheiß auf alle NFL-Trends!) – mit folgendem Resultat 2012/13: 34% Erfolg-Quote, #31 in der Liga.

Einige Schuld dürfte die Offense Line betroffen haben, aber auch die Backs galten als nicht unbedingt Spitzenklasse: RB Mendenhall ist nun in Arizona, war aber eh meist – yup – verletzt. RB Chris Rainey wurde schon nach einem Jahr aufgegeben und gefeuert. Dywer und Redman wurden gehalten, aber es ist nicht auszuschließen, dass Pittsburgh sich noch einen Back draftet, auch wenn OffCoord Haley mit Backs ähnlich viel anzufangen weiß wie der Papst mit Kondomen.

Haley will Passspiel, wenn auch in teilweise merkwürdiger Verpackung (Roethlisberger fetzte sich öffentlich wegen des PlayCallings). Allerdings musste mit Mike Wallace der Top-WR ziehen gelassen werden – Pittsburgh hat nach Jahren des Alterns Schwierigkeiten mit der Salary Cap. WR Emmanuel Sanders ist als RFA auf dem Spielermarkt für einen 3rd-Rounder zu haben und die Steelers hätten Probleme, gegen einen Vertragsentwurf mit frontloading ihr Vorkaufsrecht zu ziehen. Der einzige Receiver mit Langzeitvertrag ist Antonio Brown, dem ein enttäuschender Herbst nachgesagt wurde. Dafür wurde der einstige Steeler, der verlorene Sohn Plaxico Burress per Einjahresvertrag aus den Rente geholt. Die Tight Ends passen: Miller und Spaeth sind mehr als solide.

Die Backup-QBs wurden auch ausgetauscht: Gradkowski und Wilson für Batch und Leftwich.

Ausblick

Die Probleme sind denke ich aufgezeigt. Trotzdem sind die Steelers immer noch ein Team, das mit einem etwas gesünderen Kader locker in die Playoffs eingezogen wäre. Man putzte auch letzten Herbst viele gute Teams, verschenkte aber unnötig Spiele gegen Gurkenteams wie Tennessee. Man musste wochenlang ohne den Superstar Roethlisberger antreten und wenn der mal spielte, war er unter ärztlich genehmigten Drogen.

Viele der Probleme sind mittelfristiger Natur: Der Kader muss schnellstens verjüngt werden, oder man schmeißt die Jahre 2015-2017 weg. Und der Umbau muss via Draft passieren, bis man finanziell wieder auf so guten Beinen steht, dass man sich teure Verträge wieder leisten kann.

Pittsburgh 2013/14: Die großen Problemzonen sind Passrush und Cornerback sowie Running Back und die Tiefe auf beiden Seiten der trenches (Anspiellinie). Mit etwas weniger Verletzungspech und dem einen oder anderen generierten Turnover in der Abwehr spielen auch alte Steelers wieder vorne mit.

„Jede Menge Können… Und ein bisschen Glück.“

Prolog: Es gibt, wie ich jüngst geschrieben hatte, mittlerweile mehrere lesenswerte deutsche Football-Blogs bei WordPress. Eines davon ist das neue Hardcount-Blog von Flo Zielbauer und Benni Köpfle, wo ich den Lesern rate, mal vorbeizuschauen. Die beiden scheinen vor allem auf Regelkunde und Spielzuganalyse fokussiert. Flo Zielbauer hat heute eine Kostprobe für Sideline Reporter geschrieben.


Monday Night Football in Pittsburgh, PA. Die erste Hälfte neigt sich dem Ende, die Anzeige auf Jon Grudens „This guy“-Zähler nähert sich mit bedenklicher Geschwindigkeit der Dreistelligkeit. Es gießt seit Stunden wie aus Eimern und die Gastgeber liegen 10:3 gegen Kansas City zurück. Moment mal. Gegen die Chiefs? Oh ja, Gegen die Kansas City Chiefs.

Die Steelers sehen sich mit einem 1st & Goal von der Sieben-Yard-Linie konfrontiert. Sie entscheiden sich hier für schweres Personal, Mike Wallace ist der einzige Receiver auf dem Feld und zur Rechten der Formation als Split-End aufgestellt. Die Steelers geben den Chiefs mit ihren Extra-Linemen und der engen Formation einen Run-Look, den die Chiefs auch mit neun Mann in der Box entsprechend respektieren.

line of Scrimmage

@NFL-Gamepass

Der Playcall der Steelers ist trotz des hefitgen Run-Looks ein Passspielzug mit maximaler Protection. Acht Mann kümmern sich ausschließlich um den Schutz von Quarterback Ben Roethlisberger, Tight End Heath Miller und der schon angesprochene Wallace sind die einzigen eingeplanten Anspielstationen. Die Routen sind eine Crossing Route für Miller und ein Double Move für Wallace, der in der allgemeinen Terminologie Post-Corner genannt wird (Route beginnt in Richtung Goalpost, aber es gibt einen zweiten Richtungswechsel richtung Ecke der Endzone). Das Play ist recht simpel und schnell zu lesen, Roethlisberger hat drei Optionen:

  1. Blitzen die Linebacker bestraft er sie mit einem schnellen Wurf zu Miller auf der Shallow-Cross-Route.
  2. Ist dies nicht der Fall, wendet er sich zu Wallace, simuliert einen Wurf auf der Post-Route („Pump Fake“), hofft dass sein Verteidiger sich davon verwirren lässt und wirft zu Wallace in die Ecke der Endzone.
  3. Sollten die Linebacker nicht blitzen und der Cornerback nicht auf den Fake anbeissen, muss Ben den Ball ins Aus werfen, den Spielzug abhaken und zum nächsten übergehen.

Soweit zur Theorie. Wie ist es aber nun in der Praxis abgelaufen? Hier die Situation direkt nach dem Snap:

Snap

@NFL-Gamepass

Ein Blick aus dem Augenwinkel reicht Ben, um zu sehen dass Option 1 gestorben ist, Miller wird links von Corner und Outside Linebacker in die Zange genommen und in der Mitte warten noch zwei Inside Linebacker, die nicht blitzen. In der Mitte schielt Safety Eric Berry ins Backfield auf Running Back Jonathan Dwyer, was Mike Wallace outside ein 1 on 1 gegen Cornerback Brandon Flowers verschafft. Ein Wort zu Flowers: Verdammtnochmalgutundzwarsorichtigwennnichtsogareinerderbestenderliga! Das 1 on 1 auf der rechten Seite ist der optimale Look für den Double Move und so führt Big Ben den Pump Fake aus.

drop-back

@NFL-Gamepass

Brandon Flowers (roter Kreis) hat schon ein paar Double Moves gesehen in seinem Passverteidiger-Leben. Dieser spezielle schafft es sehr zum Unbehagen der Steelers nicht ihn aus der Fassung zu bringen. Er klebt an Wallace wie eine Schmeissfliege an einer Windscheibe und scheint den Pittsburghern den Spielzug mit seiner Aufmerksamkeit versaut zu haben.

Dann kommt dieser Moment. Roethlisberger ist nicht bereit, das Play aufzugeben und er weiss um Wallaces Speed. Und so entscheidet er sich für eine Mischlösung aus Option 2 und 3. Er wirft den Ball eigentlich weg. Er wirft ihn aber an einen Ort an den Wallace mit übermenschlichem Einsatz eventuell erreichen könnte. Und genau von so etwas wurden wir Zeuge Montag Nacht. Der Screenshot unten zeigt das Geschehen kurz nachdem Ben den Ball loslässt. Die rot gestrichelte Linie zeigt die Flugkurve des Balls. Bei genauem Hinsehen erkennt man sogar, dass Wallace zu diesem Zeitpunkt sogar noch hinter Flowers zurücklag auf dem Weg zum Ball.

roethlisberger pass

@NFL-Gamepass

The rest is history – Wallace macht einen un-glaub-lich-en Starting-With-One-Hand-and-ending-between-the-legs-Catch, der den Steelers den Ausgleich kurz vor der Hälfte bringt, und Brandon Flowers bleibt nichts anderes übrig, als ungläubig den Kopf zu schütteln. Der Wurf von Roethlisberger war allererste Sahne und klappt in dieser Form vielleicht in einem von zwanzig Versuchen. Aber was will man machen, wenn sich zu jeder Menge Können auch noch eine gewisse Portion Glück gesellt? – Einfach zuschauen und staunen, Brandon Flowers.

@SBNation.com


As just written, nochmal: Hardcount.wordpress.com.

Recap Week 9: New York Giants – Pittsburgh Steelers

Spoilerwarnung at the top.

Es war vielleicht das beste Saisonspiel der Pittsburgh Steelers, die ihre Partie trotz hektischer Anreise in die Meadowlands 24-20 gewannen und wirklich die rundere, bessere Mannschaft an diesem Tag waren.

Die Steelers gruben sich aus einem psychischen Loch, in das sie in der ersten Halbzeit mit drei, vier fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen geworfen wurden: Zwei Pass Interferences gegen Steelers-DBs waren so lauwarm, dass dagegen das (geschenkte) Personal Foul gegen S #25 Ryan Clark wie eine verständliche Entscheidung der Refs aussieht… Okay: Clarks Hit sah im Realtempo schon sehr heftig aus, und kann insofern wohl entschuldigt werden.

Richtig geschenkt schaute dagegen der Giants-TD zum zwischenzeitlichen 14-7 für New York aus, ein Fumble-Return des LBs Michael Boley: QB Big Ben Roethlisberger hatte den Ball im Wurfversuch verloren. Yup, der Ball kam seeeeehr früh in der Wurfbewegung raus, aber ich hätte doch spätestens nach Instant Replay doch die wohl „richtigere“ Entscheidung – Incomplete Pass – erwartet gehabt.

Sei’s drum. Die Steelers spielten die Giants auch so aus. Hilfe kam von den Special Teams mit mehreren langen Returns, aber spätestens in der zweiten Halbzeit brauchte Pittsburgh nicht mal mehr diese: Roethlisberger machte kein überragendes, aber ein kontrolliertes Spiel und verteilte die Eier entweder auf den heiß laufenden RB #33 Isaac Redman (IMHO die eigentlich bloß zweite oder dritte Option im Steeler-Backfield) oder an die wuseligen Wide Receivers.

Herausragend war dabei vor allem der Touchdown-Lauf des WR #17 Mike Wallace, der sensationellen Speed zeigte und die eigentlich exzellent positionierten Giants-DBs einfach mal so wie Statisten aussteigen ließ – und das im vierten Viertel, in ELIS VIERTEL.

Der angebliche „Clutch“-Eli brachte in Halbzeit zwei kein Bein mehr auf den Boden, kollabierte unter dem doch beträchtlichen Druck der Steelers und fabrizierte zwei oder sogar drei Three’n’Outs en suite, als seine Wunderkräfte als Comebacker am dringendsten benötigt gewesen wären.

Interessant war auch die von Steelers-Chef Mike Tomlin gewohnte Aggressivität. Ein 4th down wurde konventionell ausgespielt. Ein weiteres nicht: Ganz nah an der EndZone versuchte sich Pittsburgh an einem Fake-Fieldgoal, das durch eine bärenstarke Reaktion eines „Blauen“ verhindert werden konnte. Ich meine, als Defense wäre ich bei so kurzen Fieldgoals immer auf einen Fake besonders aufmerksam, weswegen ich eigentlich erwartet hätte, dass die Steelers wenn, dann per Sneak oder kurzen Lauf auf traditionelle Weise den Versuch angehen würden.

War wurscht. Steelers gewinnen. Steelers back in the hunt.