Das System New England: Do Your Job

In den letzten Jahren hat es sich er kleinen Tradition entwickelt, die Superbowl-Teilnehmer in der Woche vor dem großen Spiel einleitend vorzustellen. Nun will es der Teufel so, dass sich die New England Patriots zum Superbowl-Dauergast entwickelt haben und zum dritten Mal seit Bloggründung im NFL-Finale stehen. Weiterlesen

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Gedanken zum Trade von Jamie Collins nach Cleveland

Trading Deadline in der NFL – und Bill Belichick hat wieder zugeschlagen:

LB Jamie Collins zu den Cleveland Browns. Als Gegenleistung erhalten die Patriots einen 3rd Round Pick der Browns aus dem Pool der Compensatory Picks, die die NFL für abgegebene Free Agents alljährlich verteilt. Diese Compensatory Picks dürfen im kommenden Jahr zum ersten Mal getradet werden. Weiterlesen

NFL 2016, Woche 3: Date am Donnerstag – Texans @ Patriots

Thursday Night Football mit Houston Texans (2-0) @ New England Patriots (2-0), es spielt: Bill Belichick. Belichick mit seinen beiden aktuellen Lieblingsschülern Josh McDaniels und Matt Patricia gegen deren Vorgänger Bill O’Brien und Romeo Crennel (plus einem seiner Lieblingsspieler, Mike Vrabel, als LBs-Coach). Den ganzen Sommer wurde über New Englands Offense geredet, interessanter ist aber die Defense.

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Aus Spielersicht: Combine, Patriots, Rams

Podcast-Juwel: der ehemalige NFL-Spieler WR T.J. Moe plaudert aus dem Nähkästchen über seine Combine 2013 und über seine Zeit in der NFL bei den Patriots und Rams.

Einige schöne Insights über Belichick und überhaupt die Organsiation der Pats; als auch über die Rams und Fisher. Hier entlang:

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Vorschau AFC Championship Game 2015/16: New England Patriots @ Denver Broncos

Championship Weekend!

Manning v Brady XVII! Das fünfte AFC Championship Game in Folge in für diese Patriots!! Das zehnte AFC Championship Game für die Belly-Brady-Combo!!!

Das Internet ist schon voll mit Stories zu diesen Storylines; in diesem Eintrag mehr zu strategischen Entscheidungen und Match-ups im diesjährigen AFC Championship Game New England Patriots (13-4, #2 Seed) @ Denver Broncos (13-4, #1 Seed), Kickoff 21.05Uhr. Bei den üblichen Verdächtigen CBS (mit Nantz/Simms), ran.de/Sat1 und PULS4. Weiterlesen

Vorschau Divisional Playoffs 2015/16 – Kansas City Chiefs @ New England Patriots

Football!

Das schönste Wochenende des Jahres: die acht besten Teams an zwei Tagen gegeneinander – besser geht’s nicht. Sieben der acht verbliebenen Teams sind in korsakoffs Power Ranking in den Top-8. Bei den Football Outsiders sind nach DVOA alle acht Teams in den Top-10. Wir fangen an im Nordosten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und wohl zumindest zeitweise auch Niederschlag, bei diesen Temperaturen kann das alles mögliche sein von Regen über Eisregen bis hin zu echtem Schnee.

22.35 Uhr: Kansas City Chiefs (12-5, #5 Seed) @ New England Patriots (12-4, AFC East Champions, #2 Seed). Im Gamepass mit The Bird & The Beard, Ian Eagle und Dan Fouts. Bei Pro7Maxx und ran.de ab 22.10 mit ? (steht auf der ran.de Seite leider nicht) und natürlich bei PULS4. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2015, Week 16 | Ehre, wem Ehre gebührt

Heute mal wieder eine ausführliche Version des Power-Rankings mit dem Versuch, einige Playoff-Mannschaften etwas genauer zu durchleuchten. Weiterlesen

NFL Power Ranking 2015, Week 11 | Ruhe im Saal!

Es war für mich eine der Szenen des Jahres: Monday Night Game New England vs Buffalo, drittes Viertel. Brady auf einem Rollout, wirft den Pass. Deutlich hörbar folgt ein Pfiff, der für einen Moment die Zeit stehen lässt. Patriots-WR Amendola macht den Catch und läuft der stehen gebliebenen Defense auf und davon. Amendola hätte den Touchdown gemacht, aber der Spielzug wird abgebrochen.

Fehlentscheidung der Referees, deren Pfiff im Nachhinein damit begründet wurde, dass der Side-Judge den Ball aus den Augen verlor. Wir können drüber diskutieren, ob den Patriots ein Touchdown geraubt wurde, wie ESPN in der Übertragung mehrfach wütend schnaubte. Gegen einen stehen bleibenden Gegner ist leicht stürmen. Aber es war eine Fehlentscheidung.

Die Patriots bekommen den Catch trotz Pfiff vor dem Catch gutgeschrieben, aber keine Yards danach. Das komplette Gillette Stadium mutiert im Ärger um den geraubten TD minutenlang zum Lynchmob, während Referee Steratore den Call erklärt. Nur einen interessiert’s nicht. Weiterlesen

Regeln sind da um gecoacht zu werden

Auf Pressekonferenzen mit Bill Belichick können dir die Füße einschlafen. Belichick versteht es wie kein Zweiter, unliebsamen Fragen durch Ignoranz auszuweichen. Das hat ihm den Ruf eingebracht, nicht der umgänglichste Mensch unter der Sonne zu sein. Dass es den anderen Belichick auch noch gibt, bewies der Mann, als er am Dienstag auf die Frage einging – Coach, wie bringst du deinen Spielern das Regelwerk der NFL bei? Belichicks Antwort sei hier ungekürzt abgedruckt: Weiterlesen

Ode an Bill Belichick

Bill Belichick

Der Teufel in der Kaputze

Die New England Patriots spielen am Sonntag zum sechsten Mal in den letzten 14 Spielzeiten in der Super Bowl – Testament einer Organisation, die es in der Ära von Salary Cap und Free Agency besser als alle anderen geschafft hat, die Wetten zu schlagen und eine ganze Epoche zu prägen. Testament vor allem eines Mannes: Bill Belichick, Head Coach und General Manager in Personalunion. Weiterlesen

NFL Vorschau 2014 – New England Patriots

Die ausführliche Vorschau für die New England Patriots kommt in ungewohnter Form als Q&A: Hausherr korsakoff fragt, ich als langjähriger Pats-Fan antworte. Belly, Brady, Revis – es ist alles dabei. Die Fragen kursiv und fett, die Antworten jeweils darunter.

#1 Die New England Patriots haben seit zehn Jahren keine Superbowl mehr gewonnen, sind aber jedes Jahr nahe dran. Großen Anteil am Erfolg haben beide, aber wer hat mehr: Head Coach Bill Belichick oder QB Tom Brady? Weiterlesen

NFL-Franchises in der Vorstellung, #22: New England Patriots

Über lange Jahre eine graue Maus, gelten die New England Patriots seit gut einem Jahrzehnt als Modellfranchise. Grund dafür ist eine Reihe glücklicher Fügungen, aber auch bemerkenswerte Konstanz unter dem vielleicht besten Coach aller Zeiten. Weiterlesen

New England Patriots in der Sezierstunde

Die New England Patriots sind gleichzeitig das Murmeltier und das Chamäleon der NFL. Murmeltier, weil sie die gefühlt zwanzigste 12-4 Saison en suite absolviert haben und in der Titelvergabe zumindest leise mitsprachen. Chamäleon, weil diese Mannschaft in den letzten Jahren eigentlich mindestens zehn Mannschaften war. Allein in der abgelaufenen Saison 2013/14 war man mehr oder weniger ohne zeitliche Trennung offensive Trostlosigkeit, defensives Bollwerk, dann wieder offensive Passgewalt mit defensivem offenen Scheunentor, dann wieder ein Wirbelwind von Lauf-Offense mit Hand zur Interception in der Defense. Man war alles in einem – mal wieder.

Die Größe des Head Coaches / General Managers Bill Belichick muss nicht weiter diskutiert werden. Man kann allerdings nicht oft genug unterstreichen, dass diese Kombination aus so langer Erfolgsserie aus 12-4 Saisons aufwärts und der Wandelbarkeit der Belichick-Mannschaften ziemlich einmalig in der Profifootballgeschichte sein dürfte. Dass New England seit mittlerweile zehn Jahren keinen Titel mehr gewonnen hat, ist eigentlich ein Treppenwitz. Im Prinzip wären die Patriots mal wieder dran.

Überblick 2013

Record        12-4    CC
Enge Spiele    7-4
Pythagorean   10.7     8
Power Ranking  0.569  11
Pass-Offense   6.2    15
Pass-Defense   6.3    15
Turnovers      +9

Management

Salary Cap 2014.

2013/14 endete in einer 12-4 Saison mit einem Playoff-Kantersieg gegen Indy und einem gefühlten Playoff-Debakel in Denver. Es hätte aber auch alles ganz anders kommen können. Die vier Pleiten im Grunddurchgang waren allesamt Freakspiele, die leicht auch hätten gen Patriots ausschlagen können. Auf der anderen Seite hatte man auch sieben knappe Siege, darunter umstrittene Dinger wie gegen New Orleans oder Cleveland. Man war am Ende erstaunlich mittelmäßig in den meisten Effizienz-Kategorien, aber vielleicht war man dann doch wieder nur ein paar präzisere tiefe Bomben von der Superbowl entfernt.

Ein Problem der abgelaufenen Saison war unter anderem das enorme Verletzungspech: Zeitweise waren beide Offensive Tackles im Krankenstand, der Corp der Wide Receiver sah jede Woche neu aus, TE Gronkowskis Geschichte ist bekannt, und in der Defense verabschiedeten sich nacheinander LB Mayo, DT Wilfork und immer wenn es um die Wurst ging, wie gewohnt auch der CB Talib.

In der Offseason antwortete Belichick darauf nicht mit dem Versuch, Kadertiefe auszubauen, sondern – ungewohnt für ihn – mit einigen Star-Einkäufen. Im Gegenzug wurde eine ganze Latte an Hinterbänklern oder zu alten Spielern hinausgeschmissen. Und auch nicht charakteristisch: Mit dem abwanderungswilligen DT Wilfork wurde vertraglich nachgebessert. So viel win now Modus waren die Patriots zuletzt im Frühjahr 2007.

Die Story der Offseason war der Einkauf von CB Darrelle Revis, dem besten Manndecker der NFL. Die Auswirkungen des extrem potenten Moves und Vertrags hatte ich schon diskutiert. Fakt ist: Revis ist, wenn schematisch korrekt eingesetzt, konkurrenzlos in der NFL. Er spielt das Spiel auf einem anderen Level als alle anderen Cornerbacks. Er ist der einzige, dem man bedingungslos den besten Receiver des Gegners anvertrauen kann – und das ist ja die Kernbotschaft des Defense-Genius Belichick: Schalte den gefährlichsten gegnerischen Spieler aus.

Revis ist mit seinen einzigartigen Fähigkeiten im direkten 1-vs-1 aber noch mehr: Er ermöglicht einem Coach, seine Safetys schematisch anders einzusetzen. Anstatt jedem Cornerback zumindest theoretisch einen Safety als Absicherung gegen den worst case (= 70yds Touchdown-Pass) in die Nähe zu stellen, kannst du Revis auch vier Viertel plus Overtime allein auf dem Egotrip gegen die Johnsons und Fitzgeralds lassen. Allein auf der Insel. Daher gründet auch Revis Island™.

Revis ist allerdings auch ein finanzielles Risiko: In der Praxis ist er ein 12 Mio./Jahr-Mann, der auch nächstes Jahr auf alle Fälle Geld gegen die Salary-Cap der Patriots zählen wird. Revis wird nur 2014 unter seinem Vertrag in New England spielen. Spätestens im März 2015 muss nachverhandelt werden, oder es kommt die Trennung.

Viel, sehr viel freundlicher ist da der Dreijahresvertrag, der CB Brandon Browner untergejubelt wurde. Browner ist ein original Gründungsmitglied der viel diskutierten Legion of Boom in Seattle, durfte aber in den letzten Monaten aufgrund einer komplizierten Dopingsperre nur noch als Teilzeitkraft mitwirken und geriet fast in Vergessenheit. Browner ist kein Revis, er gilt aber auf der Höhe seines Schaffens als sehr, sehr solider Mann, der der Secondary im schlimmsten Fall Tiefe gibt.

Im Gegenzug wurde CB Talib ziehen gelassen – angesichts des verrückten Vertrags, den Talib in Denver bekam, und Revis/Browner ein guter Move von den Patriots. Der jahrelange Schwachpunkt Defensive Backfield liest sich bei den Patriots mit einem Mal qualitativ hochwertig:

  • CB Revis / CB Browner als Starter außen
  • CB Arrington als Starter im Slot
  • CB Ryan / CB Dennard als Backups
  • FS Devin McCourty
  • SS Wilson / Gregory / Chung als Konkurrenzkampf

Ein Dennard zum Beispiel gilt ja auch nicht als Gurke, höchstens als Knalltüte, der jederzeit mit einem Fuß im Knast steht. Etwas irritierend ist die Rückholung von Chung aus dem Exil in Philadelphia, aber gut. Alles muss man dann auch net verstehen.

„Vorne“ steht mit dem beendeten Vertragsstreit mit dem Ankermann Wilfork sowie der Rückkehr des ILBs Mayo zumindest die Achse wieder. Die Front-Seven der Patriots ist gleichzeitig frustrierend und aufregend, weil sich dort mittlerweile eine einmalige Ansammlung aus Supertalenten tummelt, die aber nie zugleich ihr ganzes Potenzial ausschöpfen können.

Zuerst die Linebackers: Mayo ist mit seiner Spielintelligenz ein Leadertyp, aber spielerisch laufen ihm vielleicht mittlerweile andere schon davon. Der junge DE/OLB Jamie Collins, im Belichick-System zuletzt der Weakside Linebacker, zum Beispiel, ein brutal schneller Mann, der für Momente in seiner Rookiesaison 2013 wie ein Weltklassemann aussah und nur noch besser werden sollte. Oder der Mann, der feuchte Träume wahr werden lässt: LB Dont’a Hightower, einer meiner Lieblingsspieler seit Jahren, der sich in zwei Jahren zu einem kompletten Spieler entwickelt hat. Das ist ein LB-Kern, der allenfalls noch einen oder zwei bessere Backups als Absicherung verträgt.

Dann Defensive Ends: DE Chandler Jones war erst vor zwei Jahren ein Erstrundenpick, und mit seinen 10 Sacks liest sich die Bilanz nicht übel, aber Jones hat immer wieder Aussetzer. Er ist gebaut wie der prototypische End der NFL 2014, und alle bescheinigtem ihm schon immer eine glänzende Zukunft, aber er schaffte es bisher nicht, die extrem hohen Erwartungen zur Zufriedenheit aller zu erfüllen. Mehr geliebt wird da anscheinend der harte Arbeiter auf der anderen Seite, Rob Ninkovich, eine Art neuer Vrabel. Das ist in Kombination guter, aber nicht herausragender Passrush. Es ist höchstens potenziell herausragender Passrush.

Dann Tackle: Wilfork ist, wenn fit, gesetzt. Mit seinem schätzungsweise zwei Zentnern zählt er eigentlich für zwei, und das fühlte sich dann letztes Jahr nach seinem Ausfall auch erstmal so an. Die Lücke, die Wilfork hinterließ, war extrem, auch wenn sich seine Backups um Chris White und Tommy Kelly besser schlugen als befürchtet.

In der Defense sehe ich durchaus die Option für New England, Defensive Tackle und Defensive End hoch zu priorisieren. End als Ergänzung zu Jones/Ninkovich. Tackle mit kurz- (Verletzungen, Kadertiefe), aber auch mittelfristigem Fokus (Wilfork ist 33). Es schadet nie, genügend Line-Männer zu haben, deswegen gehe ich auch bei einem Anarchisten wie Belichick davon aus, dass irgendwann in den ersten ein oder zwei Runden als Minimum ein Defense Liner gezogen wird.

Die Offense ist eine andere Art von Baustelle. Hier wird 24/7 geschraubt und gewerkelt, mit zuletzt immer wechselhafteren Erfolgen. OffCoord McDaniels ist fachlich mittlerweile unumstritten, aber er hat nur begrenzt satisfaktionsfähiges Material zum Arbeiten.

QB Tom Brady ist natürlich der Mann um den sich alles dreht, allerdings wurden die Schwachstellen in Bradys Spiel in der letzten Saison schon phasenweise brutal offen gelegt. Die „Lochpässe“ im AFC-Conference Championship Game in Denver stehen nur stellvertretend für eine Phase in Bradys Footballkarriere, in der er schlicht keinen qualitativ überragenden tiefen Ball mehr werfen kann. Brady war nie der ganz große Bomber – er profitierte halt ein paar Jahre lang von einem Randy Moss in Hochform, der jeden 60yder zum Touchdown verwertete, egal wie präzise oder hart geworfen.

Vielleicht würde Brady diesbezüglich ein deep threat auf Wide Receiver helfen – ein Spieler, der mit Geschwindigkeit die tiefen Routen laufen kann und sich im Idealfall im vollen Sprint an einen suboptimalen Ball anpassen kann. Die WR-Klasse 2014 im Draft ist gut besetzt, und mit Leuten der Güteklasse Cooks/Oregon State sind auch diese tiefen Waffen dabei. Einer von denen stünde den Patriots schon sehr gut zu Gesicht.

Es ist eh Wahnsinn, wie New England mit diesem WR-Corp 2013 überleben konnte. Für 2014 wurde bisher nicht viel geändert. Die Sicherheitsoption Edelman wurde gehalten. Edelman ist der neue Welker, mit 175 Anspielen, 121 Catches für 1229yds und 7 TD. Nur jeder fünfte Pass auf Edelman geht weiter als 15yds. Er ist keiner, der aus eigener Kraft gegen die besseren Cornerbacks durchkommt, aber er ist nervtötend, wenn er im Gewirrl der Spielfeldmitte zum siebten Mal ein 3rd-und-6 mit einem 6yds-Catch verwertet.

Quasi der gleiche Spielertyp, nur etwas explosiver, etwas größeres Potenzial, aber brutal viel mehr Verletzungsgefahr ist Danny Amendola, erst letztes Jahr geholt, und dann wieder vier Spiele mit Zipperlein ausgefallen. Amendola hat einen recht teuren Vertrag, und man munkelt, dass er noch ein Opfer der Salary-Cap werden könnte – vielleicht am 1. Juni. Bleibt er, hat New England zumindest zwei weiße Irrlichter für die Zonen zwischen und um die Hashmarks.

Langfristiger ist da schon der Block um die blutjungen WR Aaron Dobson, WR Kenbrell Thompkins und WR Josh Boyce sowie den eingekauften Brandon LaFell ausgelegt. Erstere zwei sind von der Anlage her klassische Wideouts: Groß, kräftig, sprungstark. Gerade bei Dobson merkte man letztes Jahr aber, dass die Umstellung von einer Conference-USA auf die NFL doch schwieriger ist als angenommen, und Dobson bekam dann auch noch wegen zu vieler Drops in einer anfänglich schlicht nicht funktionierenden Offense auf die Fresse. Es ist zu früh, ihn abzuschreiben.

Fazit: Bei den Wide Receivern ist es schwierig, noch viel zu machen. Man hat viele junge Ressourcen in die Position investiert und angesichts der Eingewöhnungsprobleme auf dieser Position könnte auch ein Rookie erstmal keine allzu große Hilfe sein. Einen Draftpick investieren würde ich allenfalls für einen klassischen deep threat, der die Offense lang machen kann. Sollte dieser deep threat kommen, dürfte ein Amendola in New England Geschichte sein.

Der Seuchenvogel in der Patriots-Offense ist natürlich TE Gronkowski, auf der Höhe seines Schaffens der beste Tight End in der NFL, aber Gronkowski wurde in den letzten Jahren von einer unheimlichen Masse an Verletzungen außer Gefecht gesetzt: Handbruch, Komplikationen nach Handbruch, Kreuzbandriss, und da haben wir noch nicht über die schlimmste gesprochen: Den Rücken. Gronkowski ist körperlich quasi ein Wrack. Du kannst nicht mehr auf ihn als Vollzeit-Starter bauen. Du kannst höchstens hoffen, dass er die Regular Season so gut es geht aussetzt um wenigstens in den Playoffs einsatzfähig zu sein. Ersatzplan ist Hoomanawanui, der trotz schlechter Leistungen gehalten wurde (werden musste?). Wird hier noch nachgebessert?

Bradys Stärke ist seine tödliche Präzision auf den kurzen und mittellangen Routen. Es ist seine jahrelange Erfahrung, sein Wissen um die Intentionen der Defense. Aber Brady hat auch eine Schwäche: Sieht er zu schnell im Spielzug Druck vom Passrush, geht seine Effizienz exponentiell gen „austauschbar“. Letztes Jahr kassierte Brady hinter einer wackeligen Backup-Offense Line 43 Sacks – ein für ihn unerhörter Wert. Mindestens genauso schlimm sind die tausend Incompletions, die Brady in solchen Momenten zu werfen pflegt.

Da ist die Offensive Line gefragt. Die war in New England über viele Jahre immer verlässlich (außer 2013, aber die Gründe sind bekannt). Das lag zum einen am Festhalten an der Strategie, häufig Erst- und Zweitrundenpicks auf OL machen. Zum anderen lag es am harten Hund, dem OL-Coach Dante Scarnecchia, der nach der Saison aber seinen Rücktritt bekannt gab. Wie wird sich sein Verlust auswirken?

Nun sollten LT Solder und RT Vollmer wieder einsatzbereit sein. C Wendell wurde trotz einer viel kritisierten Saison gehalten. LG Mankins ist bis auf seine Superbowl-Einsätze auch ein Spieler, auf den du schon zehn Jahre konstant bauen kannst. Die RG-Position ist noch in der Schwebe, aber wir wissen von Belichick, dass diese seine am niedrigsten priorisierte Position in der Offense ist. Vielleicht wird der Springer Cannon dort eingesetzt. Komplett ausschließen würde ich einen hohen Draftpick-Invest in die Offensive Line bei den Patriots aber nicht: Zum einen macht Belichick das immer gern, zum anderen ist vor allem Vollmer mit seinem Rücken kein verlässlicher Kandidat, alle Spiele bestreiten zu können.

War noch was? Running Backs, anyone? Legarrette Blount wurde wie erwartet ziehen gelassen, aber mit Ridley (trotz Fumble-Anfälligkeit), Bolden und dem „halben Gronkowski“ Shane Vereen gibt es noch etliche gute Backs. Nicht auszuschließen, dass mit einem mittleren Draftpick noch ein kräftiger Power-Back für den Geschwindigkeitswechsel addiert wird. Dann könnte man vielleicht Vereen noch konsequenter das machen lassen, was er letztes Jahr schon tat: Eine Art Gronkowski-Rolle spielen. Würde zwei Fliegen auf einen Schlag schlachten.

Summa summarum sind die Patriots mittlerweile deutlich besser aufgestellt als in der letzten Saison. Die Blutauffrischung in der Defense über die letzten Jahre zahlt sich langsam aus, und mit Revis ist vielleicht das noch fehlende Puzzleteil angekommen um wirklich wieder eine verlässliche Defense aufs Feld schicken zu können. Ich erwarte von der Abwehr in diesem Herbst einen großen Sprung nach vorn. Vielleicht noch ein, zwei hohe Draftpicks für die Rotation in der Line, dann passt das.

Die Offense ist vielleicht nimmer der Juggernaut früherer Tage, aber sie wird auch dann zumindest im Soll liegen, wenn keine tiefe Bedrohung mehr aufzutreiben ist. Alles in allem dürfte New England damit in der AFC wieder auf einer Stufe mit Denver zu sehen sein, sprich: Klarer Mitfavorit auf den Superbowl-Einzug.

Belichick und die Insel

CB Darrelle Revis unterschrieb in New England einen nicht alltäglichen Zweijahresvertrag über insgesamt theoretische 32 Mio. Dollar – aber praktisch ist es eher ein 12-Mio. Deal über ein Jahr. Dazu gleich mehr. Der Deal gestattet Revis zumindest bis auf weiteres, sich als bestbezahlter Cornerback auf Basis des durchschnittlichen Jahresgehalts (APY/average per year) zu bezeichnen – ein Titel, der Revis offensichtlich wichtig ist. Der Move ist ein extrem potenter.

Diese Offseason ist gekennzeichnet vom Versuch des Wettrüstens der Teams mit den „Großen Alten“ auf Quarterback – Denver mit Manning, New Orleans mit Brees und mit Abstrichen New England mit Brady – um a) zum einen die letzten produktiven Jahre ihrer Star-QBs zu nutzen und b) mit den Monsterteams in Seattle und San Francisco Schritt zu halten.

Die Patriots verweigern sich dabei, die großen und teuren – und deshalb riskanten – Langzeitverträge auszupacken. Der Move ist ein klassischer Belichick: Einem Superstar Superbedingungen bieten. Ihm gerade noch Marktwert bezahlen, ohne aber die großen Gelder und potenzielle mittelfristige Schäden in der Gehaltsstruktur seiner Mannschaft zu wagen.

Der Revis-Vertrag in New England ist so strukturiert wie es nur die Patriots sich trauen: Dauer zwei Jahre, 32 Mio. insgesamt mit 10 Mio. Handgeld. Praktisch sieht das so aus:

Der Revis-Deal in New England - Klick zum Original

Der Revis-Deal in New England – Klick zum Original

Revis erhält ein Handgeld von 10 Mio. Dollar (linear abgeschrieben auf zwei Jahre), ein Grundgehalt von 1,5 Mio. und einen Roster-Bonus von 33.333,33 US-Dollar für jeden seiner ersten 15 Einsätze im ersten Jahr – macht eine Cap-Zahl von maximal 7 Mio. fürs erste Jahr.

Das zweite Jahr – da musste kein Prophet sein – wird Revis nicht unter diesem Vertrag spielen: Sollte er zum Aprilscherzen aufgelegt sein und am 1.4.2015 noch im Kader stehen, erhält er nach derzeitiger Klausel einen Roster-Bonus von 12,5 Mio. Dollar; dazu gesellen sich 7,5 Mio. Dollar Grundgehalt plus die zweite Rate der Handgeld-Abschreibung für eine unreale Cap-Zahl von 25 Mio. Dollar.

Es ist also wahrscheinlich, dass Revis entweder in einem Jahr gecuttet wird oder der Vertrag überarbeitet wird.

Für die Patriots ist der Deal faktisch ein Einjahresvertrag über 12 Mio. Dollar, von dem im ersten Jahr 7 Mio angeschrieben werden, im zweiten 5 Mio., d.h. sie verteilen die Kosten auf zwei Jahre.

Für Revis ist erstmal finanziell ein Erfolg, weiterhin die höchste Summe unter seinen Positionskollegen einzustreichen, und mehr: Er verhindert auf alle Fälle, nächstes Jahr eine Franchise-Tag übergestülpt zu bekommen – und er bleibt mit theoretischen 16 Mio/Jahr einer der teuersten Abwehrspieler in der NFL. Revis wird in 12 Monaten auf alle Fälle in den Verhandlungen mit den Patriots (so es soweit kommt) am längeren Hebel sitzen – und im Falle einer Nicht-Einigung wird er 29jährig noch einmal als heiße Ware auf den Transfermarkt kommen.

Zum Sportlichen.

Belichick kriegt mit Revis eine lebende Cornerback-Legende. Einen Spieler, dem du, so erzählen es die Auguren, den gegnerischen Top-Receiver im Alleingang anvertrauen kannst, ohne zusätzlichen Safety oder besondere Coverage-Tricks. Bilder wie diese waren bei Jets-Spielen mit Revis Regel, nicht die Ausnahme (der Gegenspieler im Beispiel ist der anerkannt bockstarke Vincent Jackson) – ein Revis, der locker eine Hälfte der Spiefeldseite im Alleingang kontrolliert. Der Safety kann sich auf die Unterstützung der anderen Seite freuen. Das ist der Traum eines jeden Defensive Coordinators.

Revis vs Jackson: Wo steht der Safety?

Revis vs Jackson: Wo steht der Safety?

Revis vs Jackson (2): Der Safety! Jetzt steht er noch östlicher

Revis vs Jackson (2): Der Safety! Jetzt steht er noch östlicher

So wurde Revis Island geboren. Auch wenn Revis nicht mehr die Form der großen Jahre 2009-2010 haben sollte, als er teilweise selbst die Fitzgeralds und Johnsons ohne Umstände kalt stellte, so wird Belichick doch einen Weg finden, den gemeinhin als besten Manndecker anerkannten Revis bestmöglichst zu nutzen.

Belichick kriegt ihn für ein Geld, das mit der Salary-Cap in New England gerade noch vereinbar ist. Revis bleibt zumindest bis Sherman in Seattle und Peterson in Arizona ihre Verträge verlängern (beide sind bedeutend jünger!) der teuerste Cornerback der Liga, aber nicht mehr um 160%, sondern faktisch nur noch um 120%. Abschreiben kann es New England über zwei Jahre und hat somit noch genügend Freiraum um weitere Moves in dieser Free-Agency zu machen.

Erstmal steht noch ein internes Problem an: Die Vertragsgespräche mit DT Vince Wilfork laufen nicht gut. Es soll sogar soweit sein, dass Wilfork auf dem Free-Agent Markt landen könnte. Streitpunkt ist Wilforks Gehalt 2014/15, das 7.5 Mio betragen soll und 11.6 Mio gegen die Salary-Cap zählt. Wilfork ist 31 Lenze, kommt aus einer Saison mit Verletzung und war nun ein Jahrzehnt lang der große Ankermann in der Defensive Line der Patriots.


Der APY-Schnitt der 50 aktuell teuersten Cornerbacks zeigt übrigens auch schön die Mehrklassengesellschaft: Über allen thront noch immer Revis. Der Graph unten vergleicht den theoretischen Revis-Wert (und gleichzeitig den Vertragswert, den Revis in Tampa hatte) mit dem effektiven (gestreiftes Muster).

Dahinter kommt die 10 Mio/Jahr Klasse, die noch einmal gnadenlos aufzeigt, welch krasse Verträge die Herrschaften Shields und Davis da geschenkt bekamen.

Dann kommt die 8 Mio/Jahr Region mit einer Serie an bekannten, guten Namen. Recht deutlich darunter liegen überraschenderweise Jungs wie Alterraun Verner, dessen billiger Vertrag in Tampa schon erstaunlich ist, gemessen an dem Hype, der um Verner gemacht wurde:

Revis vs Rest der Liga (Klick zum Vergrößern)

Revis vs Rest der Liga (Klick zum Vergrößern)