Fertig gefishert

Die Tennessee Titans haben Head Coach Jeff Fisher entlassen. Eine Überraschung, nicht wegen der Entlassung itself, sondern vor allem wegen des Zeitpunkts. Fisher stand zwar lange wegen des schwelenden Streits mit QB Vince Young auf der Kippe, aber Anfang Jänner schien es ausgemachte Sache, Young rauszuschmeißen und Fisher zu behalten.

Der Zeitpunkt der Entlassung könnte für beide Seiten ungünstig sein. Die Titans haben einen leer gefegten Head-Coach-Markt. Fisher hat keine offenen Head-Coach-Stellen zu besetzen, es sei denn, es findet sich noch ein Team mit Reaktionismus.

Fisher war 16 Jahre lang Head Coach für die Titans bzw. vor dem Umzug noch für die Houston Oilers. Der Erfolgreichste war der Mann nicht, aber die chronisch schwächelnde Franchise hat unter ihm, QB Steve McNair und RB Eddie George vor 11 Jahren die Superbowl erreicht und nur denkbar knapp verloren. Fisher kann vor allem von einigen bärenstarken Jahren zu Beginn der 2000er zehren, als die Titans Jahr für Jahr Titelanwärter waren. Seitdem ist nicht mehr viel gegangen. Trotzdem galt Fisher als ziemlich unantastbar, bis in der letzten Saison ein 0-6 Start hingelegt wurde. Dann kamen die Streitigkeiten mit Young dazu, den Fisher eigentlich nie haben wollte und dessen geistige Reife eines Dreizehnjährigen Fisher nie geschmeckt hat – was dem Owner Bud Adams nicht passte, der Young als Koryphäe ansah. Dennoch gewann Fisher das „Duell“ mit Young – und ist trotzdem raus.

Zweiter Punkt, der in Nashville nicht gern gesehen wurde: Fisher brachte in der aktuellen Saison zur Unterstützung des krebskranken OffCoord Heimerdinger seinen eigenen Sohn mit. Vetternwirtschaft wird von Adams nicht gern gesehen, aber ich bin mir nicht sicher, ob er Fisher deswegen rasiert hat. Schon eher, weil der komplette Trainerstab vor einem Umbau gestanden hätte.