NFL-Transfermarkt 2020: Die ersten großen Verträge sind unterschrieben

Wer es gestern nicht mitbekommen hat: Das neue CBA wurde von den Spielern knapp gutgeheißen. Es ist bereits in Kraft. Alles weitere haben ich schon gestern geschrieben. Ergänzenswert ist höchstens, dass nur 1978 der etwas über 2500 stimmberechtigten Spieler zur Wahl gegangen sind. Nur 80% Wahlbeteiligung. Warum sollte man sich auch zu einer Abstimmung aufraffen, bei der das eigene Gehalt auf dem Spiel steht?

Jetzt sind die Rahmenbedingungen, unter denen die Free Agency abläuft, bekannt. Bekannt ist mittlerweile auch, dass es heute definitiv losgehen wird: Weiterlesen

NFL Vorschau 2014 – Arizona Cardinals

Die Arizona Cardinals haben 2013 eine ganz starke Saison gespielt – leider in der NFC West. Sie waren zwar die einzige Mannschaft, die in Seattle gewinnen konnten, waren aber am Ende mit 10 Siegen nur Dritter der toughest division in football. Weil für die Playoffs auch außerhalb der NFC West mindestens 11 Siege nötig waren, reichte es nichmal für eine Wild Card.

Selbst für die sechs Niederlagen muß sich niemand in der Wüste schämen: New Orleans, Seattle, San Francisco, Philadelphia, St. Louis – vier der fünf Teams waren in den Playoffs, Hawks und Niners sogar im Championship Game. Blöd ist nun, daß Arizona auch 2014 wieder in der NFC West spielt. Weiterlesen

Arizona Cardinals in der Sezierstunde

Die Arizona Cardinals waren eine der positiven Überraschungen des abgelaufenen Jahres mit ihrer verdienten 10-6 Bilanz in der knüppelharten NFC West. Sie verpassten die Playoffs aufgrund eben dieser Divisionsstärke, aber sie hinterließen trotzdem einen extrem starken Eindruck, und jede Wette: Es waren fünf oder sechs Teams froh, dass die Cards letztlich nicht in die Post Season kamen… zu mächtig wirkten sie in der Saisonschlussphase.

Die Cardinals waren viele Jahre unter dem Headcoach Ken Whisenhunt berüchtigt dafür gewesen, eine unterirdische Pass-Offense durchschleppen zu müssen, in der sich niemand entscheiden konnte, ob die Qualität des Quarterbacks oder jene der Offensive Line schlechter war. Letztlich wurde Whisenhunt genau deswegen gefeuert und im letzten Winter durch Bruce Arians (ex-OffCoord der Steelers und Colts) ersetzt.

Überblick 2013

Record        10-6
Enge Spiele    5-3
Pythagorean    9.5     9
Power Ranking  0.633   7
Pass-Offense   6.5    10
Pass-Defense   5.5     7
Turnovers       -1

Management

Salary Cap 2014.

Die zweite wichtige Neuerung: QB Carson Palmer wurde aus Oakland geholt. Palmer, ein ehemaliger 1st-Draftpick der Cincinnati Bengals, ist einer der NFL-Profis mit diesen einzigartigen Karriereverläufen, über die du Bücher schreiben könntest. Gekommen als große Hoffnung, die siechenden Bengals zu revitalisieren, und schon im zweiten Jahr als Starter dort ein All-Pro würdiges Kaliber mit dem ersten Playoffeinzug der Mannschaft seit zwei Jahrzehnten. Es ging zuhause gegen den Erzfeind Steelers, und im allerersten Offense-Spielzug brachte Palmer einen 70yds Pass downfield an den Mann. Ein Traumstart… bis die Kamera ins Backfield schwang. Dort lag Palmer mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Er war von einem Steeler lang genug am Bein festgehalten worden, dass Palmers Knie sich verdrehte und so ziemlich alle wichtigen Bänder im Knie rissen.

Der Anfang vom Ende Palmers als Superspieler: Er kam zwar zurück, aber er ward nie mehr so gut. Zwei Jahre später musste er seine Sehnen im Wurfarm via Tommy John-Operation flicken lassen. Später zerstritt er sich mit dem Owner Mike Brown in Cincinannti und bestreikte frustriert vom Misserfolg der Bengals-Franchise seine Mannschaft. Wurde für einen behämmerten Tauschhandel nach Oakland verschifft, wo er die Raiders (!) trotz einer Orgie an Interceptions um ein Haar in die Playoffs geführt hätte. Wurde in Oakland rausgeschmissen, und ging in seinem dritten Frühling nach Arizona.

Kein Mensch hält Palmer mehr für einen Elite-QB, aber er ist ein gigantisches Upgrade über alles an Quarterbacks, was die Cards seit dem Karriereende Kurt Warners nach der 2009er Saison so durchschleppen mussten. Palmer warf zwar auch 2013 viele Interceptions (22 an der Zahl), aber im Verlauf der Saison stabilisierte sich die Offense unter seiner Führung immer besser. Palmer warf über den Saisonschnitt nur 23% tiefe Pässe, komplettierte dabei 63% für insgesamt 6.5 NY/A – ein Wert, der für Cards-Verhältnisse Sektkorkenknallen bedeutet.

Palmer ist 34, und eigentlich muss Arizona somit schon mittelfristig an seine Nachfolge denken. Fällt dieses Jahr der richtige Quarterback in den Slot, sollte Arizona im Prinzip schon zugreifen. Wer kann schon garantieren, wie lange Palmer noch halten wird?

Auf der anderen Seite: Auch Headcoach Arians ist kein Jungspund mehr. Mit 62 Lenzen wird Arians auch nimmer so langfristig planen können, will er seinen ganz großen Wurf noch schaffen.

Wenn Arizona kurzfristig denkt, geht es andere Baustellen als Quarterback an. Die allergrößte adressierte man schon in der Free-Agency mit dem Einkauf von LT Jared Veldheer aus Oakland. Veldheer ist erst 26 und gilt als großes Talent, und er konnte dank seiner Verletzung in der letzten Saison auch vergleichsweise billig für 7 Mio/Jahr eingekauft werden.

Veldheer als Anker der linken Seite, und als sein Nebenmann wird LG Jonathan Cooper einrücken. Cooper war vor 12 Monaten der #7-Draftpick des Jahrgangs, gefeiert als eines der größten Talente seit Äonen, aber er erlitt dann einen komplizierten Fußbruch und fiel die ganze Saison aus. Schienbeinbrüche sind für so schwere Jungs wie Cooper (140 Kilo) oft unangenehmer als man denken würde, aber denk mal positiv drüber: Arizonas Monster-Team wird dieses Jahr quasi um einen Gratis-First Rounder verstärkt. Mit Veldheer und Cooper kriegst du zwei potenzielle Ankermänner für die größte Baustelle des Teams.

Der Rest der Offense Line ist mit C Sendlein, RG Sendlein und RT Bobby Massie okay, aber nicht hervorragend besetzt. „Okay“ ist dabei gemessen an den Katastrophen von 2010-2012 ein Kompliment. Vor allem Massie soll auf der rechten Seite enormes Potenzial gezeigt haben. Center und Right Guard könnten aber noch via Draft durch Upgrades ersetzt werden.

Auf Tight End gibt es derzeit in Arizona nicht allzu viel, mit dem man arbeiten kann. TE Rob Housler wird von PFF.com als einer der schlimmsten Stammspieler der NFL beschimpft, aber Fakt ist: Andere sahen schon viel Potenzial in Housler: Noch ein junger Spieler, durchaus athletisch genug, aber noch etwas unreif. Arians liebt vielseitige Tight Ends, die gut fangen und blocken können. Er coachte einst Heath Miller in Pittsburgh, über den er immer wieder in Interviews schwärmt. Er (respektive seine Führungskräfte) draftete in Indianapolis zwei Tight Ends in hohen Positionen – alles andere als auszuschließen, dass Arizona resp. Arians diesmal spätestens in Runde 2 nach einem Tight End á la Jenkins aus Washington greifen.

Nicht direkt eine Schwachstelle für 2014, aber durchaus nicht unheikel mit Blick 2015 und darüber hinaus ist die Situation auf Wide Receiver: Dort schaffte Michael Floyd zuletzt endlich den Durchbruch. 20% der Anspiele des Jahres gingen auf Floyd, 34% davon tief. Floyd häufig Doppeldeckungen, und fing trotzdem 66 Bälle für über 1000yds. Auf Floyd wird man längerfristig bauen können, aber die große WR-Legende in Arizona, Larry Fitzgerald, könnte diesmal ihr letztes Halali in der Wüste sehen. Nicht, dass Fitzgerald großartig abgebaut hätte; er ist immer noch einer der effizientesten Wide Receivers, nur eine Spur unter der absoluten Elite, zu der er selbst auch früher gehörte.

Es ist sein Vertrag. Fitzgeralds Vertrag ist so gebaut, dass es in einem Jahr möglicherweise zur Trennung kommen muss: Fitzgerald wird dann zwar immer noch 14 Mio. dead-money anschreiben, aber das ist vielleicht für Arizona immer noch besser als einen 8-Mio. Roster-Bonus zu zahlen und sich somit auf Jahre hinaus weiter zu kastrieren. Für Fitzgerald selbst hat eine Neustrukturierung auch nicht wirklich viel Sinn – er könnte höchstens auf Gehalt verzichten. Verzichten deswegen, weil er andernorts kaum mehr einen Vertrag der Güteklasse Arizona bekommen wird, und somit auch nach einem samaritanischen Moment immer noch mehr einstecken würde als sonst. Nur: Wie viele NFL-Profis verzichten? Wie viele Menschen verzichten?

So oder so sind die Cards nach dem Abgang von Slot-WR Roberts gezwungen, Nachschub zu draften. WR Ginn aus Carolina ist bestenfalls Durchschnitt und verhindert, dass sich Superstar-CB Peterson weiter in sinnlosen Puntreturns aufreibt, aber Ginn ist keine echte verlässliche Receiver-Waffe.

Selbst wenn du an Ginn, den Wide Receiver, glaubst, ist es mit dem Fitzgerald-Vertrag im Hinterkopf fast ein Muss, hier mittelfristig zu denken und schon den Nachfolger einzulernen.

Aus dem Corp der Runningbacks kam Mendenhall abhanden, der seiner Gesundheit zuliebe mit nur knapp mehr als 27 Jahren zurücktrat. Das erlaubt den Cardinals, künftig stärker auf die Rookie-Sensation RB Andre Ellington zu bauen: Ellington wurde letztes Jahr extrem selten eingesetzt (117 Carries, machte aber als change of pace Back sensationelle 5.6yds/Carry und addierte dazu noch 39 Catches als Multiwaffe.

Ellington ist vielleicht in dieser Konstellation auch am effizientesten, weswegen RB Dwyer aus Pittsburgh geholt wurde. Dazu gibt es den Power-Back Taylor (ex-Stanford Cardinal) und Ryan Williams, zwei Backs, die in den letzten Jahren gedrafet wurden, als Entlastung. Ellington muss also keine 300 Carries sehen, aber no way, dass es wieder nur 117 sein sollten.

Summa summarum würde ich sagen: Tight End ist der große kurzfristige Need, den man angehen sollte. Mindestens ein Wide Receiver, und sei es als Absicherung gegen einen Abgang von Fitzgerald in einem Jahr. Und wenn der richtige Groschen fällt, kannst du schonmal auf Quarterback oder Center/RG denken.

Die Defense der Cardinals war zuletzt fast immer großartig, egal ob unter dem alten DefCoord Horton oder unter dem neuen Todd Bowles. Dieses druckvolle Spiel der 3-4 Cardinals ist immer eine Augenweide. Nun wurden viele Ergänzungsspieler bzw. Backups ziehen gelassen, weil der Kader ansonsten zu teuer geworden wäre, und sie wurden durch billiges Nachrückermaterial ersetzt.

Der Superstar der Front-Seven ist der DE/DT Calais Campbell, der 2013 mal wieder von einer unsympathischen Position aus 11 Sacks und fassungslose 67 Successes (Summe aus Tackles für EPA-Gewinn, Sacks, Fumbles, Interceptions) erzielte. Campbell ist J.J. Watt light, und zählt vorne für zwei. Dank seiner Arbeit können die Cards systemtechnisch die Linebacker etwas gen „andere“ Seite ziehen, wo der alternde Superbowl-Held von 2008, Darnell Dockett, nicht mehr zum Spitzenfeld gehört. Dockett ist nicht „schlecht“, aber er ist kein Campbell. Und Docket ist dank seines Vertrags ein heißer Kandidat, 2014 entlassen zu werden (zählt dann als 33jähriger 9.8 Mio. gegen die Cap, aber würde nur 3 Mio. dead-money anschreiben).

In der Mitte soll sich NT Dan Williams, ein ehemaliger 1st-Rounder, mittlerweile durchgesetzt haben. Als erste Backup-Option wurde Frostee Rucker gehalten; in Alameda Ta’amu gibt es noch einen weiteren jungen ehemaligen Draftpick zum Einlernen.

Die Linebacker hinter dieser sensationellen Anspiellinie verlieren in Brinkley und Dansby ihren beiden Inside-Starter des letzten Jahres. Hier ist die Frage, ob der famose Daryl Washington (einst TCU Horned Frogs) künftig wieder verstärkt Inside-Linebacker spielt. Washington brillierte schon früher häufig in einer Art Weakside-Linebacker Rolle.

Die andere ILB-Rolle ist zu besetzen (Draft?). Auf OLB gibt es John Abraham, eine der positiven Erscheinungen des letzten Jahres, aber Abraham wird mit 35 nicht jünger. Hier könnte für mein Empfinden versucht werden, eine Nachbesserung zu finden.

Man sollte allerdings nicht vergessen, welche Talente die Cards hier in der Hinterhand halten: Ein Kevin Minter, ein Alex Okafor, ein Sam Acho sind alles junge Linebacker, die vor nicht allzu langer Zeit als potenzielle hohe Draftpicks gehandelt wurden. Sie alle haben den Durchbruch noch nicht geschafft, aber mit nur 1-2 Jahren Erfahrung sind sie noch lernfähig. Ein Minter könnte durchaus Grund für die Cards gewesen sein, Dansby ziehen zu lassen. Ein Okafor galt schon oft als potenzieller Star-DE, könnte als OLB eingesetzt werden. Selbst ein Matt Shaughnessy (ehemals Oakland Raiders) konnte schon als Kurzzeit-Starter von der OLB-Position überzeugen und ist noch kein überalterter Routinier.

Es ist halt die Frage, wie viel Vertrauen das Trainerteam in diesen Schwall an noch ungeprüften Jungstars hat.

Das Defensive Backfield genügt durchaus höchsten Ansprüchen: CB Patrick Peterson kannst du nach drei Jahren des Einlernens mittlerweile auf jeden gegnerischen Top-Wideout loslassen, und er wird dir nur wenige Fehler begehen; Peterson ist ein echter Shutdown-Cornerback geworden. Der andere Stamm-CB ist mit Antonio Cromartie ein Neuzugang aus New York, berühmt geworden als Vater von tausend Kindern und Meister der Interceptions. Cromartie ist vielleicht kein Weltmeister mehr, aber als zweiter Mann im Tandem sicher ein massiver Gewinn – und er gibt dir die Chance, einen CB Powers in die Rotation zu schicken.

Als eine Art Freelancer zwischen Slot-CB und Free-Safety wird wieder Tyrann Mathieu agieren, der Honey-Badger, dessen Rookiesaison alle baff hinterließ. Mathieu, dieses wandelnde Drogenproblem, blieb als Rookie clean und glänzte als Playmaker der allerersten Güte. Er riss sich allerdings gegen Saisonende das Kreuzband. Wie fit er zurückkehren wird, bleibt abzuwarten, aber nehmen wir auch hier den guten Fall an, und wir haben einen sehr, sehr jungen Spieler für einen jungen Abwehrkern, der seine beste Zeit wohl erst noch vor sich hat.

Einzig bei der Safety-Combo Johnson/Jefferson würde ich meine Hand noch nicht ins Feuer legen, dass hier Großes kommt. Ich halte es durchaus nicht für ausgeschlossen, dass die Cards Safety als wichtigste Priorität sehen und entsprechend versuchen, schon in Runde 1 einen Safety zu draften.

Insgesamt dank verbesserter Offensive Line und QB Palmer gut aufgestellte Cards-Mannschaft. Sie wird dank Coopers Rückkehr und des eigenen 1st-Rounder im Prinzip durch zwei 1st-Rounder ersetzt. Wenn die größten kurzfristigen Lücken wie TE, OLB oder Safety zur Zufriedenheit gelöst werden, ist man vermutlich auch diesmal ein Spitzenteam. Aber man wird im Hinterkopf schon über 2014 hinaus denken müssen.

Es ist also überraschenderweise auch auf die Arizona Cardinals ein Auge zu werfen.

Statt Pro Bowl – Das All-Pro Team 2012

In guter alter Tradition wird die Spaßveranstaltung heute abend hier geflissentlich ignoriert. Stattdessen kommt nach den Awards von Seminole und korsakoff heute mein All-Pro-Team mit den Spielern, die mir in der Saison 2012/13 am besten gefallen haben. (Das All-Pro Team 2011/12 gibts hier.)

Offense

QB – Tom Brady (Patriots): Brady hat 2012 noch einmal deutlich gemacht, warum man manchmal davon spricht, daß ein Quarterback seine Offense „orchestriert“. Der Golden Boy hat den Term „no-huddle Offense“ auf ein neues Niveau gehoben. Auch die vielen Verletzungen von Spielern wie Gronkowski, Hernandez, Edelman oder Woodhead konnten Brady nicht einbremsen.

RB – Adrian Peterson (Vikings): Es macht einfach Spaß, Purple Jesus laufen zu sehen. Am Ende hat er den Rekord zwar nicht gekriegt, aber mit seiner großen Saison nach einem Kreuzbandriß dafür gesorgt, daß RBs wieder Kandidaten für die MVP-Trophäe werden können.

LT – Trent Williams (Redskins): Williams war mal 4th overall pick. Und das ist erst drei Jahre her. Trotzdem ist er kaum bekannt. In seinen ersten beiden NFL-Jahren hatte er unter Verletzungen und Sperren zu leiden. Aber dieses Jahr konnte auch der gemeine Fernsehzuschauer sehen, was der Shanaclan in ihm gesehen hat, als sie ihn anno 2010 zu ihrem ersten Draftpick in Washington gemacht haben. Die Königsdisziplin für Offensive Tackles ist immer noch das pass blocking, aber wie Williams im Laufspiel mit so großer Sicherheit den richtigen Gegner zum blocken gefunden hat, schnell mit seinen Füßen da war und sein Opfer mal eben umgestellt hat wie ein paar Legosteine, läßt pass blocking-Maschinen wie Jake Long vergessen.

LG – Mike Iupati (49ers): Iupati bildet mit seinem Nebenmann Joe Staley die beste linke Seite der Liga. Einen derart athletischen Spieler mit seinen körperlichen Ausmaßen (1,97m, 150kg) findet man sonst nur in Baltimores Haloti Ngata.

C – N.N. Den Center in meinem Team muß ich weglassen, weil mir niemand besonders aufgefallen ist. Die meisten pundits sagen, daß Minnesota John Sullivan am stärksten war. Aber wer kann das bei einem Center schon ernsthaft vom Fernseher aus entscheiden? (Warum wird das All-Pro Team eigentlich nicht von den Coaches gewählt, sondern nur von Journalisten, deren Argumention zwischen „TebowOMFG“ und „AsomughaÍstDerBesteCornerbackDerWeltDasSchreibtSchließlichJederVonJedemAb“ oszilliert?)

RG – Alex Boone (49es): Ich hab keine Ahnung, wo dieser Boone plötzlich hergekommen ist. Aber er spielt, als hätte er nie etwas anderes getan als in einer sehr komplexen Laufoffense erfahrene Profis vom Kaliber eines Vince Wilfork oder 400kg-Typen wie B.J. Raji aus dem Weg zu räumen.

RT – Sebastian Vollmer (Patriots): Vollmer ist hier nicht, weil er Deutscher ist, sondern weil er tatsächlich der beste Right Tackle der Saison 2012. Er ist auch einer der wenigen Offensive Tackles, die sowohl im pass- als auch im run blocking überragend sind. Vollmer ist in diesem Sommer Free Agent und wird sich ein Konto suchen müssen, daß auch achtstellige Beträge zuläßt.

TE – Rob Gronkowski (Patriots): Über Gronkowski muß man nicht viel sagen. Er hat Tight End zur neuen „in“-Position gemacht. Nur werden die anderen Mannschaften merken, daß 2,00m-Typen, die blocken können wie ein Offensive Lineman und Pässe fangen können wie ein WR, nicht mal eben im Supermarkt zu kaufen sind.

WR – Calvin Johnson (Lions): No brainer. Mit Abstand das Beste, was man in Sachen Receiving im Football bewundern darf.

WR – Vincent Jackson (Buccaneers): Jackson hat in seiner ersten Saison in Tampa gezeigt, daß er einer der wenigen WRs, die mit jedem QB gut aussehen.

WR – Reggie Wayne (Colts): Reggie Wayne ist das Beste, was Andrew Luck jemals passieren konnte. Beeindrucken an Waynes Leistung 2012 war vor allem, daß er mit Mitte 30 nochmal eine ganz neue Rolle gelernt hat. Unter Peyton Manning war er immer an der Seitenlinie angekettet, nun wurde er von OC Bruce Arians über das gesamte Feld geschickt und sah rechts, links, im Slot und auch überall anders aus wie neugeboren.

Defense

DE – Cameron Wake (Dolphins): Wake ist ein wenig untergangen, weil Miami keine großen Spiele hatte und auch keine Storylines produzierte. Aber Cameron Wake, der 2009 aus der CFL kam, muß sich spätestens nach dieser Saison vor keinem anderen Defensive End mehr verstecken.

DT – J.J. Watt (Texans): Spätestens wenn Watt, wie zu erwarten steht, nicht MVP der Saison 2012 wird, ist dieser MVP-Titel absolut wertlos. Watt hat eine dermaßen einzigartige Saison in einer unglaublichen Konstanz gespielt, daß er nicht nur DPOY und MVP werden sollte, sondern Sportler des Jahres. Weltweit. Ich habe noch nie einen Verteidiger in der NFL so dominieren sehen wie Watt 2012.

DT – Geno Atkins (Bengals): In den meisten anderen Spielzeiten wäre Atkins klarer Favorit auf den Title DPOY. Dieses Jahr reicht es nur für einen Platz im All-Pro Team. Atkins sieht aus wie ein typischer Defensive Tackle, hat aber eine quickness in den Füßen (und im Kopf), die sonst eher Slot Receivers an den Tag legen.

DE – Calais Campbell (Cardinals): Arizonas Campbell wird manchmal als J.J. Watt für Arme bezeichnet. Das ist Quatsch. Richtiger wär es zu sagen, Watt ist unbezahlbar und Campbell der Watt für die Warren Buffets. Oder so ähnlich. Was Campbell in dieser Saison mit seinen Mitleid verdienenden Gegenspielern gemacht hat, erinnerte an Puppentheater, wobei er die Fäden zog. Der Anker der Cardinals-Linie ist der Spieler, der mit seiner Kombination aus purer Kraft, tänzermäßigen Füßen und perfekter Technik am ehesten an Watt heranreicht.

OLB – Von Miller (Broncos): Miller wäre wie auch Campbell und Atkins locker DPOY geworden, wenn nicht Watt seine Saison von einem anderen Stern gespielt hätte (und natürlich Atkins und Campbell selber nicht so überragend gewesen wären). Was Miller neben der spielerischen Stärke an sich auszeichnet, ist seine Vielseitigkeit. Er gibt einen erstklassigen 43-OLB in Denvers Base-D und er gibt einen ebenso erstklassigen Pass Rusher als DE in Nickel- und Dime-Formationen.

MLB – Daryl Washington (Cardinals): Während anderswo noch darüber diskutiert wird, ob Bowman oder Willis der beste Linebacker der NFL ist, hat Arizonas 34-ILB Daryl Washington gespielt, als würde er vor jedem Spiel zwei Kilo Koks ziehen und meistens trotzdem kühlen Kopf bewahren. Falls das möglich ist. Zeitweise sieht er mit seiner Explosivität und seiner Aggressivität aus wie Ray Lewis zu seinen besten Zeiten. Manchmal sieht er auch einfach aus wie ein Irrer und rennt mit 200km/h in das falsche Loch. Aber wenn er wie in 95% aller Plays den richtigen Riecher hat, dann: Hals- und Beinbruch!

LB – NaVorro Bowman/Patrick Willis (49ers): Sie sind beide überragend. Ich könnte mich nicht für einen entscheiden, wenn ich es müßte. Was Bowman und Willis vor allem auszeichnet, sind ihre Fähigkeiten in pass coverage. Sie sind zwei der wenigen Verteidiger, die es auch mit den „neuen“ Tight Ends aufnehmen können.

CB – Antonio Cromartie (Jets): Der großmäulige Störenfried Antonio Cromartie stand fürchterlich unter Druck nachdem Darelle Revis auf IR gewandert ist. Zur großen Überraschung hat er dann aber tatsächlich gespielt wie ein waschechter franchise corner. Er ist auch ein Grund dafür, daß Trottelgesicht Owner Woody Johnson gerne Revis traden würde.

CB – Richard Sherman (Seahawks): Aus dem Nichts kam letztes Jahr der 5th-rd pick auf die Bühne und hat die etablierten WRs respektlos gegängelt.Der größte Trash Talker, den Stanford je hervorgebracht hat, ist mit seinem großen massigen Körper und seinem extrem physischen Stil ein Unikat in der NFL. Seit dieser Saison kann er es mit Jedem aufnehmen und auch sein selbst gewählter Spitzname Optimus Prime paßt wie die Faust aufs Auge, nachdem er Megatron bei drei Catches halten konnte.

S – Earl Thomas (Seahawks): Während Sherman und sein Gegenüber Brandon Browner immer eng am Mann sind und Verfolgungsarbeiten übernehmen, zieht Thomas in der Tiefe des Feldes seine Kreise und schlägt blitzschnell und instinktsicher zu, wenn mal ein Ball tief geworfen wird. Ein echter Seeadler eben. Wenn Thomas sich so weiter entwickelt, könnte er der legitime Erbe der aktuellen großen Safety-Generation sein. Er sollte sich dann aber bitte weniger häufig verletzen als Ed Reed, Troy Polamalu und Bob Sanders.

S – Ryan Clark (Steelers): Während Troy Polamalu mal wieder ständig verletzt war, hat sein Nebenmann Clark die Führung der secondary übernommen. Der unscheinbare Safety macht Sonntag für Sonntag das, was ein Safety eben so machen sollte: für Sicherheit sorgen. Die Pass-D Pittsburgh war nach NY/A die Nr. 2 im Land und ein großer Grund dafür war Clark.

Es sind sicherlich einige Spieler rausgefallen, einfach weil ich sie nicht oft genug gesehen hab. Es kann durchaus sein, daß beispielsweise Clevelands CB Joe Haden, Buffalos Safety Jairus Byrd oder irgendwer von Kansas City auch herausragend gespielt hat. Das hab ich aber leider nicht oft genug gesehen, weil – wer guckt schon Spiele von Cleveland, Kansas City oder Buffalo?

NFL Woche 11 – Notizblock Cardinals @ Falcons

Die Arizona Cardinals (4-5) haben am Sonntag nachmittag versucht, ihre Saison zu retten. Nach fünf Niederlagen in Folge besuchten sie die Atlanta Falcons (8-1) im Georgia Dome, die einen Sonntag zuvor ihr erstes Saisonspiel verloren haben. Spiele der Cardinals sind immer spannend. Die Defense ist aufregend gut, die Offense aufregend schlecht und die Spiele am Ende immer knapp. Wie es vorgestern lief, nach dem Klick.

Arizonas Defense hat ohne ihren besten Mann, DE/DT Calais Campbell gespielt und war trotzdem spektakulär gut. Am Ende hatte Atlantas Angriff 14 (!) Drives und produzierte gerade mal einen Touchdown und drei Field Goals. Dagegen standen sechs (!) Ballverluste, 5 Interceptions von Matt Ryan und ein Fumble von RB Jason Snelling. Den Unterschied im Score (23-19 Atlanta) hat ein Touchdown von DT Jonathan Babineaux nach einem Fumble Return gemacht.

Stats & more

Gamebook

Den Fumble hat QB Ryan Lindley nach einem Sack von John Abraham verloren. Ja, 6th-rd Rookie Ryan Lindley von San Diego State hat Quarterback gespielt. Head Coach Ken Whisenhunt hatte nämlich schon im ersten Viertel von John Skelton die Nase gestrichen voll (Kevin Kolb ist noch/wieder verletzt). Nach Ryans dritter Interception im 1st Quarter (!) waren die Cardinals das einzige Mal seit dem TD im Opening Drive (den RB LaRod Stephens-Howling ganz alleine bestritten hat) in der Nähe der Endzone, dort war Larry Fitzgerald mutterseelenallein und Skelton hat es geschafft, drei Meilen an ihm vorbei zu werfen.

Offensive Tackles haben wieder zwei Rookies gespielt; Bobby Massie rechts und Nate Potter jetzt das zweite Spiel in Folge links. Potter, 7th-rd pick, hat D´Anthony Battiste verdrängt. Der ehemalige Boise State Bronco hat einen unglaublich großen Körper, ist aber leider beweglich wie ein Kühlschrank. Aber hey: er ist tatsächlich besser als Battiste. Oder besser: er ist ein kleines bißchen weniger furchtbar.

Im Spiel, das Arizonas letzte Chance auf die Playoffs retten sollte, haben also auf der QB-Position und den beiden Tackle-Positionen drei Rookies aus der 6ten, der 4ten und der 7ten Runde gespielt. Wieso wurde der GM noch nicht gefeuert?!?

Natürlich war das Paßspiel spektakulär katastrophal. Auf dem Spielberichtsbogen standen nach vier Vierteln 41 Netto-Yards. 41! Der einzige Lichtblick in Arizonas „Offense“ war RB Stephens-Howling. Schon in der ersten Hälfte hatte er mehr als 100 Rushing Yards auf dem Tacho. Als Atlantas D in der zweiten Halbzeit nur noch ihn und sonst niemanden verteidigt hat, war alles aus. Die schockierendste Statistik ist vielleicht diese: fünf Drives begann Arizona in Atlantas Hälfte und das Ergebnis waren null First Downs und zwei Field Goals. Oder diese: sieben First Downs im gesamten Spiel. Diese Saison können die Cards abhaken.

Das ist besonders bitter, weil die Verteidigung so beeindruckend stark ist. Mit Campbell und ILB Daryl Washington haben sie zwei der besten 10 Verteidiger der Liga in ihren Reihen. Mit Patrick Peterson einen der besseren, an manchen Tagen sogar einen der besten Cornerbacks. Mit Sam Acho und O´Brien Schofield haben sie auch zwei junge sehr passable Pass Rusher auf den Außen (Schofield ist zur Zeit verletzt). Atlantas Offensive hatte aber auch gegen die Linie ohne Campbell riesige Schwierigkeiten. Darnell Dockett hat den Chef gegeben; daneben stach besonders sophmore David Carter heraus. Aber auch Dan Williams, Nick Eason und Opa Vonnie Holliday haben mit aller Macht versucht, Arizonas Chancen auf die Playoffs zu wahren. Am Boden hielten sie die Falcons bei 58 Yards aus 24 Läufen.

Atlantas Defense hatte nicht viel zu tun. Arizona war so schlecht, daß man gar nicht weiß, ob 178 Yards und 2 von 16 verwandelten 3rd Downs jetzt eine besonders gute Leistung war. Weil aber die Defense die Punkte gemacht hat, die am Ende für den Unterschied sorgten, sagen wir einfach mal: ja!

Atlantas Offense hat sich so durchgewurschtelt. Wie gesagt: mit 16 Punkten aus 14 Drives gewinnt man normalerweise kein Spiele. Mit sechs Ballverlusten schon mal gar nicht. So aber hat sich QB Ryan eines der schlechtesten Spiele seiner Karriere für genau den richtigen Gegner aufgehoben. Ein, zwei Interceptions waren auch ein wenig unglücklich, weil komisch abgefälscht. Aber die anderen waren einfach ungenau oder Folgen schlechter Entscheidungen. Jetzt kann sich Atlanta in Ruhe auf die Playoffs vorbereiten und bitte endlich mal an short yardage situations arbeiten.

Glaskugel 2012: Arizona Cardinals

Wenn man Spiele der Arizona Cardinals 2011 oder dieser Preseason gesehen hat, weiß man, warum alte grantige Männer immer noch sagen: a football game is won in the trenches und ein gutes Footballteam beginnt immer mit guten Linien. Defensiv waren die Cards ein Positivbeispiel, offensiv ein negatives.

Der Angriff um die Quarterbacks Kevin Kolb und John Skelton hatte zeitweise die Grenze zur Lächerlichkeit überschritten. Die Offense hat genau einmal in der gesamten Saison mehr als 23 Punkte erzielt, gegen die Giants in Woche vier. Und sogar dabei bekamen sie große Unterstützung durch die Defense, die einen Fumble an New Yorks 5-Yard-Linie eroberte.

Überhaupt haben die Verteidigung und die Special Teams die Spiele fast im Alleingang gewonnen. Nach enttäuschendem 1-6-Start in die Saison (davon vier Niederlagen mit vier oder weniger Punkten Unterschied) hat die Defense für den Rest des Jahres gegen niemanden mehr als 23 Punkte zugelassen und Punt Returner Patrick Peterson hat immer wieder den Unterschied gemacht. Als erstem Spieler überhaupt gelangen ihm vier Punt-Return-Touchdowns über mehr als 80 Yards in einer Saison.

Kamerad Zufall hat Arizona dann auch noch etwas unter die Arme gegriffen und so wurden alle vier Overtime-Spiele gewonnen. Mit sieben Siegen in den letzten neun Spielen reichte es noch für eine ausgeglichene Saisonbilanz, aber rosig ist die Zukunft keineswegs.

Cardinals Offense

Die Offensive Line ist eine Katastrophe. Der beste Spieler, LT Levi Brown hat sich eine schwere Trizepsverletzung zugezogen und fällt mindestens drei Monate aus. In der Preseason durfte sich D.J. Young, gekommen aus der Practice Squad, als LT versuchen und wurde ganz schlimm von Tennessees Kam Wimbley vermöbelt. Anschließend “durfte” D´Anthony Batiste von der rechten auf die linke Seite wechseln und sich verprügeln lassen. RT hat dann Rookie Bobby Massie gespielt. Eigentlich sollte Massie mindestens ein Jahr lernen, bevor er spielen muß und man sieht auch ganz genau warum.

Zu allem Überfluß hat Arizona auch noch den schlechtesten O-Liner der 49ers verpflichtet, um, weil, damit: ja wasweißich, es gibt dafür keine Erklärung. Niemand sollte Adam Synder verpflichten und ihn als RG starten lassen. Daneben sehen Center Lyle Sendlein und LG Daryn Colledge aus wie Stars.

Es völlig egal, wer dahinter QB spielt. Kolb und Skelton sind nun wahrlich keine großartigen Spielmacher, aber man kann sie auch nur schwer bewerten, wenn sie ständig nach zwei Sekunden Verteidiger im Gesicht oder am Arm haben.

John Skelton ist ein dicker 2,00m-Brocken, der meistens ziemlich mutig in der Pocket steht. Wenn er nicht allzuviel Druck verspürt, trifft er viele gute Entscheidungen, hat einen starken Arm für oftmals akkurate Pässe. Ist er allerdings under pressure, änder sich das völlig und er scheint lieber in triple coverage zu werfen, als einfach ins Aus.

Kevin Kolb steht nicht so mutig in der Pocket, sondern läuft immer kreuz und quer, sobald ihm jemand zu nahe kommt und trifft dann auch dumme Entscheidungen. Hat er aber mal ein wenig Zeit und Raum, ist er gar nicht so schlecht. Er ist ein streaky shooter, er kann durchaus mal drei, vier gute Plays in Folge machen. Genauso geht es aber auch in die andere Richtung, wenn er mal richtig einen eingesteckt hat.

Man sollte aber weniger auf den QBs rumhacken, sie können nur schlecht aussehen. Wenn irgendwann die Panik kommt – oder beide verletzt sind, was zwangsweise passieren wird – kann Rookie Ryan Lindley mal ausprobieren, wie das so ist, von den athletischsten 140-Kg-Typen der Welt auseinandergenommen zu werden.

Vor allem für Larry Fitzgerald ist das sehr schade. Fitzgerald ist wahrscheinlich der beste WR der Liga, aber so genau weiß man das bei diesen Mitspielern natürlich nicht. Trotz der QB-Situation hat er es irgendwie geschafft, 1400 Yards zu erfangen. Unterstützung soll er von Early Doucet, Andre Roberts und dem 1st-rd pick Michael Floyd bekommen. Das wäre eigentlich ein ganz gutes receiving corps.

Das Laufspiel dürfte durch die dezimierte OLine auch schlechter sein als letzte Saison. Beanie Wells ist besseres Mittelmaß und der letztjährige 2nd-rd pick Ryan Williams sollte ihm ein wenig Last von den Schultern nehmen – wenn er denn richtig fit ist nach seinem Pattelarsehnenriß.

Cardinals Defense

Auf der anderen Seite des Balles ist es das genaue Gegenteil. Mit Darnell Dockett und Calais Campell hat Arizona zwei prototypische 34-DEs, die jeder Offensive Line das Leben zur Hölle machen können. Zwischen den beiden spielt der junge Riese Dan Williams einen richtig guten Nose Tackle.

Schedule

Wk1 v SEA
Wk2 @ NE
Wk3 v PHI
Wk4 v MIA
Wk5 @ StL (TNF)
Wk6 v BUF
Wk7 @ MIN
Wk8 v SF (MNF)
Wk9 @ GB
Wk10 BYE
Wk11 @ ATL
Wk12 v StL
Wk13 @ NYJ
Wk14 @ SEA
Wk15 v DET
Wk16 v CHI
Wk17 @ SF

Dahinter stehen mit Jungstar Daryl Washington sowie den Veteranen Paris Lenon und Stewart Bradley ein sehr guter und zwei gute ILBs. Mäßig ist allerdings der Pass Rush um Sam Acho, O´Brien Schofield und Clark Haggans. Gerade von den jungen, hochgedraftete Acho und und Schofield hatte man sich bis jetzt mehr erhofft. Immerhin kann man immer mal wieder ihr Talent aufblitzen sehen.

Die Secondary wird angeführt von Patrick Peterson. Peterson soll in der zweiten Saisonhälfte einen riesigen Schritt nach vorne gemacht haben und wird, je nach pundit, bereits als Top-10 bis Top-3 CB gesehen. Für die anderen Corner- und Nickelback-Spots hat Arizona auf jeden Fall Tiefe, wenn auch keine ganz große Nummer. William Gay wird erstmal die Seitenlinie gegenüber Peterson übernehmen und Rookie Jamell Fleming wohl den Slot. Mit A.J. Jefferson und Greg Toler haben die beiden aber auch ganz fähige Konkurrenz, die gerne Spielzeit sehen würde.

Die Safeties Adrian Wilson und Kerry Rhodes werden zwar von ProFootballFocus beispielsweise immer wieder madig gemacht, aber für meinen Geschmack machen sie ihre Sache ganz passabel. Für die Tiefe hat man jetzt auch noch Ex-Patriot James Sanders verpflichtet, bei dem das Attribut “solide” durchaus als Kompliment gemeint ist.

Cardinals Ausblick

Die Defense wird viele Spiel knapp halten. Die Special Teams um den erstklassigen Punt Returner Peterson wird auch das ihrige tun und für Punkte und gute Feldpositionen sorgen. Aber die Offense ist einfach zu schlecht, um ernsthaft um die Playoffs mitspielen zu können. Die Cardinals haben nicht das Niveau der 49ers und daher wird es nicht für den Divisionstitel reichen. Die Nicht-Divisionssieger aus den Kombos Falcons/Saints, Giants/Eagles/Cowboys und Packers/Lions/Bears sind auch alle eine Nummer zu groß im Wild-Card-Rennen. Der Plan für Arizona kann nur lauten: draftet Offensive Lineman! Und damit hätten sie schon angefangen haben müssen. So verschwenden sie einfach die besten Jahre Fitzgeralds und der guten Verteidigung. Schade.

Verträge: Defensive Line

Bills: Williams & Anderson

Der erste große Kracher der vergangenen Free Agency war DE Mario Williams´ Unterschrift unter einen Vertrag mit den Buffalo Bills. Der zweite große Kracher waren die Zahlen: 6 Jahre, $100 Millionen, davon $50M garantiert. Ganz soo fett ist das ganze dann doch nicht, aber es ist einer der dicksten non-QB-Contracts, die in den letzten Jahren unterschrieben wurden.

Tatsächlich bekommt Williams $50 Millionen garantiert – die größte Garantiesumme, die je ein Verteidiger eingestrichen hat, $8 Millionen mehr als der bisherige Rekordhalter Julius Peppers (2010, Bears). $19 Millionen gibts als Signing Bonus sofort bar auf die Hand. Dazu kommt ein Gehalt in Höhe von $5,9M und $100k Workout Bonus. 2013 steigt Williams´ Gehalt auf $6,5M, zusätzlich gibt $500k Workout Bonus und einen $8M-Option Bonus. Das alles addiert sich in den ersten zwei Jahren auf $40 Millionen.

Zu diesem Zeitpunkt, zwischen den Spielzeiten 2013 und 2014 haben die Bills sich ein out eingebaut. Das Salary für 2014 beträgt nur $1,9M (+$500k Workout Bonus); als Roster Bonus gäbe es allerdings $10,6 Millionen (guaranteed for injury). Cuttet Buffalo Williams, zahlen sie ihm nur das Salary. Macht summasummarum $53M in den ersten drei Jahren, sprich ein 3yr-average von $17,7M. Heftig. Dazu kommen für jedes Jahr noch jeweils $400k für jeden Pro Bowl und $400k für nicht öffentlich gemachte Ziele, höchstwahrschinlich eine bestimmte Anzahl an Sacks.

In den späteren Jahren 2015, ´16 und ´17 ist nichts mehr garantiert. Pro Saison kann Williams zwischen $14,4M und $15,3M einstreichen. Insgesamt geht es also tatsächlich um $100 Millionen, aber haben die Bills schon nach 2013 ein kleines out und ab 2014 jedes Jahr die kostengünstige Gelegenheit, Williams auf die Straße zu setzen.

Neben Williams haben sich die Bills noch einen zweiten Pass Rusher in der Free Agency geangelt. Mark Anderson, letztes Jahr mit karriererettender Saison in New England (10 Sacks), hat für vier Jahre unterschrieben für potentielle $19,5 Millionen. $6M gibts als Signing Bonus; $1,9M Gehalt dieses Jahr und $2,5M 2013 sind garantiert. Nicht garantiert sind die Salaries in Höhe von $4M und $5M in 2014 beziehungsweise 2015. $10,4M garantiert sind für einen 28 Jahre alten Pass Rusher durchaus vernünftig – wenn er denn so spielt wie letztes Jahr bei den Patriots. Er hatte eine starke Rookie Saison 2006 und ein starkes 2011, dazwischen war fast nur Essig. Letztlich war es für die Bills wohl einfach zu verlockend, eine Defensive Line zu haben, in der neben den riesigen Kyle Williams und Marcell Dareus zwei Pass Rusher vom Kaliber Williams/Anderson stehen.

Pass Rushers: Cole, Mincey, Biermann

Trent Coles Vertrag mit den Philadelphia Eagles hat noch eine Laufzeit von zwei Jahren. Weil Cole aber einer des besten DEs im ganzen Land ist und das Eagles-Front-Office zu den Klügeren der Liga gehört, hat man jetzt schon mal verlängert: vier Jahre von 2014-2017. Dafür bekommt Cole sofort $8 Millionen als Signing Bonus und das Gehalt für die kommenden beiden Spielzeiten wurde um jeweils $100k erhöht, die workout bonuses wurden von $100k auf $250k erhöht. Ein wenig seltsam an der ganzen Sache ist, daß nur diese $8,2M (mit workout bonuses $8,5M) garantiert sind, mehr nicht. Das nicht-garantiert Gehalt steigt von $5M (2014) über $10M (´15), $10,9M (´16) auf $13,9 Millionen im letzten Vertragsjahr 2017. Daneben kann er als workout bonuses und für Sacks und Pro Bowls insgesamt weitere $5,975 einsammeln. Insgesamt hat der Vertrag also ein Potential von $54M; sollten  es sich die Eagles anders überlegen, schulden sie Cole nicht mal $9M. Hmm.

Jeremy Mincey hat sich vom Practice Squad Player zu einem starken Pass Rusher gemausert. Letztes Jahr hatte er acht Sacks, aber wohl auch einige Sacks liegenlassen; den Auguren nach hätte er locker zweistellig in der Sack-Statistik auftauchen müssen. Auch die Chicago Bears waren bis zum Schluß an ihm dran. In Jacksonville bekommt Mincey nun für vier Jahre $9 Millionen garantiert – $8M als Signung Bonus plus $1M Base Salary 2012. Sein Grundgehalt steigt in dem folgenden Jahren von $1,525M (2013) über $4,475M (2014) bis auf $4,9M (2015). Zusätzlich zu diesen $19,9M kann er $100,000 für jeden Pro Bowl bekommen und jährlich bis zu $1,7M, je nachdem, wie viele Sacks er macht. Damit hat sein Vertrag ein Potential von $27,2 Millionen.

Nach Kroy Biermann (3 Jahre, $9,2M) haben die Falcons auch ihren zweiten DE gegenüber von Ray Edwards weiterverpflichtet. Der alte John Abraham (34), der angeblich $12 Millionen pro Jahr haben wollte, bekommt nun für drei Jahre durchschnittlich $5,6M – in einem für einen Spieler seines Alters typischen spiele- und leistungsabhängigen Vertrag. Er bekommt einen Signing Bonus von $2,25M und sonst nicht viel garantiert. Base Salary für 2012 sind $1,5M; daneben bekommt er zwei Roster Bonuses für zusammen $2,156M, aber abhängig davon, wie viele Spiele er mitmacht; Salary Cap Figure ist für kommende Saison $4,4M. In 2013 und 14 hat er die gleichen Roster Bonuses im Vertrag und sein Grundgehalt steigt auf $3,25M, seine Cap Number damit auf $6,6M. Für die letzten beiden Jahre gibt es außerdem noch unbekannte Escalators, die sein Grundgehalt erhöhen könnten, wenn er 2012 bestimmte Schwellen in Sachen Snaps oder/und Sacks erreicht.

Tackles: Pouha, Soliai, Rucker, Fanene, Langford, Jones

Sione Pouha, einer der wichtigsten, aber unbekanntesten Akteure in der Defensive Line der Jets (wir hatten ihn gar in unserem All-NFL-Team), hat für drei Jahre in New York verlängert. Wie es sich für einen 33-jährigen gehört, ist der Vertrag an viele Falls und Wenns gekoppelt. Sicher sind Pouha auf jeden Fall $3,5-Millionen-Signing-Bonus und $900,000 Grundgehalt plus $100,000 Workout Bonus. 2013 hat er ein Grundgehalt von $4,9M, welches für den Verletzungsfall garantiert ist; ist er am dritten Tag des League Years im Kader, ist es voll garantiert. Damit bekommt der dicke Nose Tackle in den ersten beiden Jahren $9,4M – mehr oder weniger – garantiert. 2014 ist mehr eine gute Option für die Jets, als ein “richtiges” Vertragsjahr für Pouha, schließlich wird er während der Saison 2014 schon 36 Jahre alt. Grundgehalt wären $900,000 plus $100,000 workout Bonus; dazu kommt ein $2M Roster Bonus, wenn er am siebten Tag des League Years im Kader ist (der allerdings um $1,5M geringer ausfällt, wenn er 2013 weniger als 55% der Snap spielt) und noch ein Roster Bonus in Höhe von $2,5M, wenn er am ersten Spieltag der Saison im 53-Mann-Kader ist. Insgesamt also $5,5M; gehen die Jets den ganzen Weg mit Pouha, werden sie im $14,9 Millionen bezahlen. Für einen Spieler seines Alters eine ordentliche Summe: 3yr/avg $5 Millionen.

Paul Soliai ist einer der besten Nose Tackles unter 30. Letztes Jahr hat er in Miami unter dem Franchise Tag gespielt und dafür $12M bekommen. Nimmt man die $12M dazu, die er mit seinem neuen Vertrag in den kommenden beiden Jahren verdienen kann ($6M garantiert), dann sieht man, wie hoch die Wertschätzung ist, die ihm entgegengebracht wird. Auch die Broncos waren ganz stark an ihm interessiert. Es ist zwar ein wenig schief, diesen 2-Jahres-Vertrag und das Franchise-Tag-Jahr zusammenzurechnen, aber tut man das, kommt man auf einen Drei-Jahres-Durchschnitt von $8 Millionen. Upper class. Und noch vor seinem 30. Geburtstag bekommt er wieder eine Chance auf einen dicken Payday auf dem Free Agency Markt.

Broderick Bunkley soll für die Saints wohl der Spieler sein, der Aubrayo Franklin dann leider nie war. Bunkley, einer der besten Run Stuffer der Liga bekommt einen 5-Jahres-Vertrag mit einem Potantial von $25M, davon $9M garantiert.

Frostee Rucker, wichtiger Bestandteil der Defensive Line Rotation in Cincinnati (4 Sacks, 11 Tackles for Loss) hat für fünf Jahre in Cleveland unterschrieben. $8M sind ihm garantiert und insgesamt könnte er $21M verdienen; davon $12,15M in den ersten drei Jahren für ein 3yr/avg von mehr als $4M.

Der vielseitige D-Liner Jonathan Fanene (vormals ebenfalls Cincinnati) bekommt einen typischen Patriots-Vertrag – undurchsichtig und gerade so an der Grenze des Marktwerts. Es ist ein 3-Jahres-Vertrag, der angeblich bis zu $12M wert sein soll. Ich habe nur $9,85M “gefunden”, das heißt, da müssen noch unbekannte Escalators eingebaut sein. Man weiß auch nicht genau, wie viel Geld garantiert ist; wahrscheinlich sind es nur die $3,85M, die er als Signing Bonus kassiert und die $900,000 Grundgehalt plus $100,000 Workout Bonus. 2013 und 2014 wären es $2M beziehungsweise $3M Gehalt, von denen jeweils $100,000 als Workout Bonus gezahlt werden. 3yr/avg demnach zwischen 3,3 und $4M.

Jeff Fisher, der neue HC der St. Louis Rams, liebt nichts mehr als seine D-Liner. So hat er sich denn auch folgerichtig erstmal einen neuen Typen für die Mitte geholt. Kendall Langford ist verdammt talentiert, ist erst 26 Jahre alt und hat einen D-Line-Körper wie aus dem Bilderbuch: 1,98m, 135kg. In St. Louis bekommt Langford $24M in den kommenden vier Jahren, davon $12M garantiert. Die letzten vier Jahre war er starter als 34-DE bei den Dolphins, bei den Rams soll er wohl den aggressiven inside rusher auf der DT-Position geben. So wie ihn Fisher zuletzt mit Jason Jones in Tennessee hatte.

Besagter Jason Jones hat nach starken Spielzeiten als DT unter Fisher letztes Jahr als DE auflaufen müssen. Das hat nicht so gut geklappt. Als insider rusher aber ist der auch erst 26 Jahre alte Jones ein Juwel. In Seattle bekommt Jones $4,5M für ein ein Jahr.

34 Ends: Bryant, Campbell

Noch wichtiger war für Pete Carrol und seine Defense die Vertragsverlängerung von Red Bryant. Bryant ist der perfekte Spieler für den komischen Platz als 43-DE, der bei Carrol wie ein 34-DE spielt. Auch die Patriots waren stark an dem vielseitigen DE interessiert, aber letztlich hat er für 5 Jahre und potentiell $35M bei den `Hawks verlängert; $14,5M sind davon garantiert und werden Bryant in den ersten beiden Jahren ausgezahlt.

Und zum Schluß fast noch den größten: Calais Campbell hat für weitere fünf Jahre in Arizona verlängert. Mit seinen 25 Jahren ist er schon jetzt einer der stärksten D-Liner der Liga, weil er aber in der Wüste spielt, bekommt man das nur selten mit. Die Cardinals garantieren Campbell $31Millionen. Davon sind $15M sofort fälliger Signing Bonus; $10M werden 2013 als Option Bonus fällig; $6M Salary sind den ersten drei Jahren ebenfalls garantiert. Nimmt man die $4,5M nicht garantiertes Gehalt in 2014 dazu, kommt man auf insgesamt $35,5M in den ersten drei Jahren, ein mehr als sportlicher 3yr-average von fast $12M. Potential insgesamt: $55 Millionen.