NFL 2016, Woche 5: Montagsvorschauer

Bei beiden Mannschaften klaffen Anspruch und Wirklichkeit noch weit auseinander. Die Carolina Panthers (1-3) wollten da weitermachen, wo sie im NFC Championship Game aufgehört haben. Die Tampa Bay Buccaneers (1-3) wolllten den jungen flüssigen Kern verfestigen und damit ein stabiles Fundament für die nächsten Jahre legen. Beide Mannschaften sind nicht nur auf der Suche nach Siegen, sondern auch noch auf der Suche nach ihrer Identität für die Saison 2016. Die Suche der NFL nach besseren Einschaltquoten wird mit dem Ausfall Cam Newtons auch nicht einfacher. Weiterlesen

Super Bowl 50 Vorschau: Carolina Panthers Offense vs Denver Broncos Defense

Super Bowl 50!

Korsakoff mit allen wichtigen Infos wie TV-Zeiten zur Jubiläumsausgabe hier. Korsakoffs Vorschau und alle anderen Artikel zum Super Bowl 50 finden sich hier.

Also: Sonntag, 07.02.2016, Denver Broncos (14-4, #1 Seed) vs Carolina Panthers (17-1, #1 Seed). Kickoff 00.30Uhr (15.30Uhr Ortszeit an der Westküste, also bei Tageslicht, buh!). Heute der Blick auf das Match-up zwischen Carolinas Offense und Denvers Defense, morgen dann die andere Seite. Weiterlesen

Vorschau Divisional Playoffs 2015/16: Seattle Seahawks @ Carolina Panthers

Der Kracher dieses Wochenendes: Seattle Seahawks (11-6, #6 Seed) @ Carolina Panthers (15-1, NFC South Champions, #1 Seed); bei den Kameraden aus Übersee mit Joe Buck und Troy Aikman, also sollte man sich lieber für eine der hiesigen Übertragungen entscheiden: live und in Farbe bei Pro7Maxx/ran.de und PULS4, Kickoff 19:05Uhr.

Kein Spoilers hier, die gibt es alle in den beiden Liveblogs von korsakoff der vergangenen Nacht. [KC @ NE Liveblog, GB @ ARI Liveblog]. Hier die Vorschau Panthers vs Seahawks nach dem Klick. Weiterlesen

NFL Vorschau 2014 – Carolina Panthers

Letztes Jahr hat plötzlich alles geklickt in Carolina. Die Front-7 hatte die beste Zeit ihre Lebens; das power running game war erhofft powerful; und aus dem stockkonservativen Head Coach wurde über Nacht Riverboat Ron; auch deswegen gewannen die Panthers erstmals in der Ära Newton viele knappe Spiele.

Die Cardiac Cats gewannen einigermaßen überraschend die NFC South, scheiterten aber nach der bye week an ihrem Ebenbild aus der NFC West, den San Francisco 49ers. Spielerisch sind sich beide erstaunlich ähnlich: power running game mit dual threat quarterback plus eine aggressive Defense, die von der Front-7 getragen wird. Auf der Managementseite allerdings trennen die beiden Welten. Während San Frans GM Trent Baalke gerade die Lehrbücher für erfolgreiche Kaderplanung neu schreibt, hat Carolinas GM David Gettleman bei seinem Amtsantritt 2013 eine fürchterliche Situation vorgefunden, so stehen auch dieses Jahr noch $20M an dead money in den Büchern. Weiterlesen

Notizblock Divisional Playoffs: Überall Trolle!

Am schönsten Wochenende des Jahres waren ungewöhnlich viele Trolle unterwegs. Jimmy Graham trollte sich in die Lächerlichkeit. Bill Belichick festigte seine Rolle als Obertroll. In Carolina trollten sich alle Beteiligten gegenseitig. In Denver ferntrollte Peyton Manning eventuell Tom Brady und nachdem am Sonnabend wir Footballnerds im Internet die Footballfans an den Sat.1-Mikrofonen getrollt haben, trollten Jan Stecker und Frank Buschmann ganz lässig direkt aus dem Fernseher zurück. Damit haben Buschi und Stecker jetzt auf jeden Fall das Momentum auf ihrer Seite. Bevor wir alle im storyline overkill mit Brady/Manning beziehungsweise Hammer-Hawks gegen Nickeligkeits-Niners verschüttet werden und uns auf Buschi-Ausraster wie im United Center annodazumal freuen, schnell nochmal ein launiger Rückblick auf die vier Spiele vom Wochenende.

New Orleans Saints 15, Seattle Seahawks 23

In der “It´s a passing league, stupid” wurde am Wochenende ungewöhnlich viel gelaufen. Das ging schon los im – zugegebenermaßen kalten, nassen und windigen – Seattle. Der siegreiche QB Russel Wilson hatte am Ende ganze neun completions. Aber mit Beast Mode und einer bärenstarken Defense war das völlig ausreichend.

Die Saints sind auch gelaufen. Richtig gut sogar. Leider gingen gleich zu Beginn einige kleine Dinge schief (verschossenes Field Goal, Fumble) und schon stand es 16-0. Weil auch danach Drew Brees, der sichtlich unter den Wetterungsbedingungen litt, kein großer Wurf gelingen wollen, kam New Orleans bis kurz vor Schluß auch nie wirklich in Schlagdistanz.

Einiges hing an dem vielen Gelaufe, aber vor allem an der Abwesenheit des Möchtegern-Trolls Jimmy Graham. Vor dem Spiel hat er den Körperkontakt händeringend gesucht, im Spiel selbst ist er dann selbigem tunlichst aus dem Weg gegangen. So war Graham dann nicht die gefährlichste Waffe auf dem Feld, sondern die größte Lachnummer.

Geglänzt haben beide Verteidigungsreihen. Seattles sowieso mit der scheinbar unendlich tiefen Rotation an fähigen pass rushers; die der Saints aber auch, die ungemein diszipliniert in ihrer Aggressivität gespielt hat. Die zwei, drei schlimmen missed tackles sollten eigentlich vom Angriff ausgeglichen werden.

Indianapolis Colts 22, New England Patriots 43

21 Punkte Rückstand, viertes Viertel, 4th&1 – Chuck Pagano läßt punten. Das ist ein Kündigungsgrund! Absolut unverzeihlich. Und so wie es aussah, wollte Andrew Luck ihm auch nicht an die Gurgel. Der sollte gleich mit gefeuert werden. Man muß nicht gerade Atomphysik studiert haben, um zu kapieren, daß die Siegchancen mit dem Punt von “sehr klein” auf “minus 1000” gesunken sind.

Und gerade so wie Luck gespielt hat, hätte gar nichts schiefgehen können. Entweder er hätte einen weiteren unfaßbaren Ball geworfen und das Spiel spannend gemacht oder jemand der seit etlichen Jahren endlich mal wieder Patriots-mäßigen Patriots-Secondary hätte eine INT zum TD zurückgetragen – und Luck hätte nochmal einen 28 Punkte Rückstand aufholen können.

Auf der anderen Seite haben die Pats mit durchschlagendem Erfolg das gemacht, was die Colts eigentlich die gesamte Saison über mit einbrechendem Mißerfolg versucht haben: smashmouth football. Erst laufen, dann laufen, dann screen pass, dann laufen, dann play action, dann Lauf in die Endzone. Was den Colts vor allem dafür fehlt, ist nicht unbedingt ein LaGarette Blount, sondern linemen, die Löcher reißen können; einen Fullback wie James Develin und einen Tight End, der Leute in die falsche Ecke stellt wie Michael Hoomanawanui.

Um das Paßspiel müssen sie sich weniger Sorgen machen. Da steht Andrew Luck auf dem Weg zu mehr MVP-Titeln als seinem Vorgänger in den nächsten Jahren nur Aaron Rodgers im Weg. Schön für die Colts auch, daß nächstes Jahr TE Dwayne Allen und Guard Donald Thomas (kam von den Patriots) von der IR quasi kostenlose Neuzugänge sind. Vielleicht hat ja sogar Reggie Wayne noch eine starke Saison im Tank.

Getrollt wurde auch hier, nämlich vom Obertroll Belichick. Von der Position, von der Pagano trotteligerweise hat punten lassen (IND 28 oder so), haben die Patriots dann trolligerweise gepuntet. Für sechs (Netto-)Yards. Das fand Belly bestimmt noch witziger als kurz vor Weihnachten, als er nach seinem liebsten Weihnachtssong gefragt wurde.

San Francisco 49ers 23, Carolina Panthers 10

In Carolina konnte man das Gegenteil des Spiels in Seattle sehen. Beide Mannschaften waren ebenso aggressiv wie Saints und Seahawks, aber teilweise peinlich undiszipliniert. Ihren großen Teil beigetragen haben die Schiedsrichter, die kaum die vielen Nickeligkeiten unterbinden konnten und sogar offensichtlichste Kopfstöße haben durchgehen lassen. Dazu kamen dann auch noch Nachlässigkeiten, die in einem Playffspiel niemals passieren dürfen. (Mike Pereira hat das hier alles kommentiert.)

Letztlich hat San Fran in der zweiten Hälfte eine überragende Leistung gezeigt und damit verdient gewonnen. Für Carolina muß es nun darum gehen, Cam Newton endlich mal vernünftige skill players zur Seite zu stellen. Newton selbst hatte in der ersten Halbzeit einige hervorragende Würfe unter Druck, bei denen er selbst nur auf dem großen Zeh stehend genaue Rakteten abgefeuert hat. In der zweiten Hälfte kam von ihm auch nicht mehr viel, da hatten seine OLine und sein schlechtes receiving corps um den humpelnden Steve Smith ihn aber auch schon im Stich gelassen.

Jim Harbaugh hat in diesem Spiel den Refs die Rolle als Head Troll genommen und Sympathien verspielt. Es gibt eine Linie zwischen „leidenschaftlich“ und „unsportlich“ beziehungsweise dumm. Er stand auf der falschen. Er wurde dafür sogar einmal bestraft. Wenn er sich weiterhin nicht unter Kontrolle hat, wird seine Rumpelstilzchenhaftigkeit – inklusive meterweit aufs Spielfeld rennen und Schiedsrichter mit Schimpftiraden eindecken – seiner Mannschaft nochmal in einer wichtigen Situation auf die Füße fallen.

San Diego Chargers 17, Denver Broncos 24

In Denvers Mile High hat erstmal Peyton Manning getrollt. Bevor er San Diegos Verteidiger mit endlosen Variationen seiner hard-count-/”Omaha”-Combo offenbar gehirnerschüttert hat, rief er mehrmals “Heidi, Heidi!” in die Landschaft. War das ein Ferntrollversuch gegen Brady, der im Regular Season Game gegen die Broncos nach “Cougar, Cougar!” verlangt hat, bevor er mit “Linda, Linda!” seine Träume von Belichicks Freundin öffentlich machte?

Wer Heidi ist, wissen wir immer noch nicht (Internet, come on!), aber Chargers HC Mike McCoy hat sich anscheinend zu viele alte gametapes von Marty Schottenheimer angesehen. RunRunPassPunt hat in den ersten drei Vierteln nix Zählbares eingebracht.

Nach der verkorksten Wiederaufnahme des NFL-Repertoireklassikers “Marty Ball” in den diesjährigen Spielplan ist McCoy nun nicht nur bei korsakoff durch jeden Rost gefallen. Nachdem Philip Rivers im vierten Viertel endlich seine seltsamen, aber erfolgreichen Kugelstoßerimitationen zeigen durfte, wurde das Spiel nochmal spannend. Immerhin hat WR Keenan Allen nach diesem Spiel die Rookie of the Year Trophäe sicher.

Weil Peyton Manning gewohnheitsmäßig auf die Einladung zum Laufen gegen six men boxes oft eingegangen ist, war das größtenteils eine ziemlich zähe Angelegenheit. Zum Schluß wurden aber alle noch dafür belohnt mit einer Aufholjagd, einem der besten Onside Kicks, die man jemals sehen wird und vor allem mit einem beeindruckenden match winner Peyton Manning. Es ist ein bißchen untergegangen, aber bei den beiden wichtigsten 3rd Downs, als San Diego nur einen Touchdown im Rückstand war, hat Manning mit schwierigen Pässen das Spiel gewonnen. In den Playoffs, draußen, in der Kälte. Nur die pundits und yada-yada-Typen werden das wohl wieder geflissentlich übergehen.

Und auch nicht vergessen sollte man den gefährlichen turf troll, der Eric Decker verfolgt. In diesem Spiel hat er wieder zugeschlagen. Auch beim ersten Mal ging es gegen Denver.

http://www.nfl.com/videos/nfl-game-highlights/0ap1000000080915/Decker-hits-the-deck

NFC Wild Card Sonntag Preview: San Francisco 49ers @ Carolina Panthers

Wie auch die New England Patriots spielen die San Francisco 49ers (13-4) um den dritten Einzug ins Championship Game in Folge. Im Weg stehen ihnen jetzt noch die Carolina Panthers (12-4). Die Panthers haben sich im dritten Jahr unter „Riverboat“ Ron Rivera zum Spiegelbild der 49ers entwickelt. Beide Mannschaften leben von der bärenstarken Defense. Die Offense ist bei beiden um das Laufspiel herum gebaut und die jeweiligen QBs sind jung, inkonsistent, limitiert – aber sehr gut zu Fuß.

Linebackers vs Tight Ends

Das Herzstück beider Verteidigungsreihen ist ein hervorragendes Linebacker-Duo. Man kann sich lange streiten, ob NaVorro Bowman/Patrick Willis oder Thomas Davis/Luke Kuechly besser sind. Man kann allerdings auch einfach genießen, daß am Sonntag abend alle vier ununterbrochen in action zu sehen sein werden. Da aller vier sehr gut potentielle Paßempfänger decken können, spielen sie in der Regel fast durch und werden auch in „langen“ downs nicht durch einen Defensive Back ersetzt.

Sowohl Niners als auch Panthers haben spiegelbildlich einen fangsicheren Tight End. Greg Olsen ist keine große Hausnummer, hilft aber seinem QB immer wieder aus brenzligen Situationen. Allerdings hat er in der Regel aber keine Gegenspieler wie Willis/Bowman. Im ersten Aufeinandertreffen der beiden im November hat er nur einen Ball gefangen. Im Gegensatz zu Vernon Davis auf der anderen Seite, ist der bullige Olsen auch nicht gerade eine Gefahr mit tiefen Paßrouten. Der Modellathlet hat wahrscheinlich das größte mismatch gegen die beiden Safeties Mike Mitchell und Quintin Mikell, wenn er tief geht – und das kann er wie kaum ein Zweiter. Da zusätzlich Kuechly „im Raum“ manchmal die Orientierung oder seinen Gegenspieler verliert: leichter Vorteil SF.

Front Four vs Laufspiel

San Franciscos erstklassiges Laufspiel trifft hier auf einen ebenbürtigen Gegner. Neben Davis und Kuechly, die beide ganz hervorragend hilflose RBs unangespitzt in den Boden rammen, sind vor allem die beiden Rookies in der Mitte der Linie für den Leistungssprung verantwortlich. Star Lotulelei und Kawann Short haben im Handumdrehen aus einer großen Schwäche eine Stärke gemacht. Auch die Defensive Ends Greg Hardy und Charles Johnson sind keine Schwachpunkte. Bekannt sind sie zwar hauptsächlich als sack artists, aber vor allem Hardy reißt im backfield auch oftmals RBs um. Die gesamte Front-7 sollte zwar alle Hände voll zu tun haben mit dem vielfältigen und kreativen Laufspiel San Franciscos, aber sie werden dem standhalten.

Andersrum ist San Frans erste Verteidigungslinie nicht mehr über jeden Zweifel erhaben. DE Justin Smith ist mittlerweile schon recht alt und spielt eigentlich immer mehr oder weniger körperlich angeschlagen; Glenn Dorsey ist nicht gebaut, um Nose Tackle zu spielen, stellt sich dafür aber erstaunlich kompetent an; DE Ray McDonald ist einer der unauffälligen, aber extrem zuverlässigen Linienspieler wie sie ein Bill Belichick oder Tom Coughlin lieben. Das ist insgesamt immer noch Top-10 Niveau, aber nicht mehr das unüberwindbare Bollwerk der letzten beiden Jahre.

Die Cardiac Cats auf der offensive Seite sind auch Top-10 Niveau, aber auch nicht wirklich so stark, wie es die name drop machine DeAngelo Williams (nicht mal 1000 Yards diese Saison), Jonathan Stewart (immer angeschlagen, auch für Sonntag „questionable“), Mike Tolbert (zu wenig genutzt?) und natürlich Mr. Escape&Scramble himself, Cam Newton, erwarten läßt.

Beim Laufspiel wird viel davon abhängen, welche neuen und kreativen Ideen die beiden OCs Mike Shula und Greg Roman aus dem Ärmel schütteln können. Alles, was die Verteidigungen kennen, können sie auch verteidigen. Was es aber noch nicht „auf Tape“ zu sehen gibt, könnte für die ein oder andere Verwirrung oder gar für ein big play reichen. Aber wie wahrscheinlich ist es, daß zwei Verteidungen die jeden Tag im Training von read option bis Power-O mit nur einem WRs auf dem Feld alles geboten bekommen? Weil die D-Line mehr überzeugt: leichter Vorteil Carolina.

QBs vs Pass Rush

Beide Teams scheuchen jeden gegnerischen QB stundenlang durch die Gegend. Carolina macht es recht klassisch: sie haben einfach zwei hervorragende Quarterbackjäger in Greg Hardy und Charles Johnson. Aber DC Sean McDermott hat unter dem großen Jimmy Johnson in Philadelphia gelernt und bekommt seitdem den double a gap blitz nicht mehr aus seinem Kopf. Beim double a gap blitz attackieren zwei LBs die „gaps“ zwischen dem Center und den Guards. So stellt die Defense nicht nur eine Überzahlsituation her (4 DL + 2 LBs vs 5 OLs), sondern die blitzenden LBs haben theoretisch auch den kürzesten Weg zum QB – nämlich straight ahead. Regel Nr. 1 in pass protection: wir „verteidigen“ von innen nach außen. Wer über „innen“ (innerhalb der Offensive Tackles) Druck machen will, wird auf jeden Fall aufgenommen – weil eben dieser Weg der kürzeste und damit schnellste zum QB ist. So sind denn Guards, Center und meistens noch ein RB verantwortlich für die zwei LBs und die beiden Defensive Tackles – und Hardy und Johnson sind in 1-gegen-1-Situationen. Viel Spaß, liebe Offensive Tackles!

Oftmals kommen die beiden LBs gar nicht zum Blitz, manchmal nur einer und manchmal passiert noch etwas ganz anderes, aber: das Ziel ist, den drei inneren Offensive Linemen und einem potentiellen RB Angst zu machen und sie davon abzuhalten, den Offensive Tackles zu helfen. Klappt meistens.

Was den Panthers die Variationen des double a gap blitzes sind, sind den 49ers alle erdenklichen Variationen an stunts und twists. Dabei kreuzen zwei Linienspieler (oder OLB) ihre Wege und verursachen Konfusion bei den Offensive Linemen. Einfachstes Beispiel ist der bei den 49ers extrem beliebte E-T-Stunt. Dabei stürzt Defensive Tackle („T“) Justin Smith nach außen und hat dabei an einem Arm den Guard und an dem anderen Arm den Offensive Tackle; unterdessen „schleicht“ sich der Defensive End („E“) Aldon Smith hintenrum und hat entweder niemanden oder nur den Center mit Anlauf gegen sich. Das kann man in vielen verschiedenen Variationen machen (Tackle und Tackle, Tackle und End auf gegenüberliegenden Seiten usw.). Die Idee dahinter ist, den OLinemen den eindeutigen Gegenspieler zu nehmen und Verwirrung beim „Übernehmen“ von Spielern oder beim Aushelfen zu schaffen. Als wildcard hat die Defense von Vic Fangio in diesem Jahr entdeckt, daß LB Bowman ein ganz ausgezeichneter blitzer ist. Und außerdem kann Aldon Smith jeden Offensive Tackle auseinandernehmen. Weil die Offensive Line der 49ers besser ist: Vorteil San Fran.

Das Paßspiel und die Secondaries

Weil ich faul bin, kopier ich hier einfach nochmal rein, was ich schon letzte Woche über Colin Kaepernick geschrieben habe:

Kaepernick ist ein sehr limitierter Quarterback. Es gibt einige Dinge, die er kann: genaue harte Würfen und für 1st Downs scramblen zum Beispiel. Es gibt aber auch viele Dinge, die er nicht kann: das „ganze Spielfeld sehen“; in einer unruhigen pocket nicht selbst unruhig werden und seine WRs nach und nach durchgehen; und sich nicht von Deckungsformationen verwirren lassen, die nach dem Snap anders aussehen als vorher. Zu einem gewissen Grade ist das auch ganz normal, schließlich ist das am Sonntag erst sein 27. Start in der NFL.

Und es ist auch gar nicht schlimm, denn mit HC Jim Harbaugh und OC Greg Roman hat er die zwei besten Coaches, die er sich nur wünschen kann. Sie geben ihm per play design viele einfache entweder-oder Entscheidungen. So gibt es viele rollouts und moving pockets, bei denen Kaep nur eine Spielfeldseite im Auge behalten muß, dort muß er dann meistens nur die Entscheidung treffen, ob er den tiefen Mann (WR oder TE Davis) nimmt oder den nahen (RB oder TE in flat), das heißt, er hat beide potentiellen Paßempfänger auf einer Sichtachse und muß nicht stehen bleiben, Kopf drehen und rumgucken. Oder durch bestimmte Paßroutenkombinationen wird sichergestellt, daß ein gewünschter WR (Boldin, Crabtree) oder TE Davis mit Sicherheit in eine 1-gegen-1 Situation kommen in der Hoffung, daß sie diese gewinnen. Oder es gibt klassische shot plays: sieben Mann in pass protection und nur drei Mann laufen Paßrouten, so bekommt Kaepernick viel Zeit. Wie gesagt, das Werfen an sich ist nicht das Problem bei ihm, sondern das schnelle treffen von richtigen Entscheidungen. Roman und Harbaugh nehmen ihm die schwierigen Entscheidungen ab. Der Nachteil dabei ist, daß es weniger Optionen gibt. Ein Rodgers, Brees oder Manning hat immer vier und meistens gar fünf Optionen im Paßspiel, SF oft nur zwei oder drei.

Cam Newton ist ähnlich. Nur hat er noch mehr Aussetzer in seinem Spiel. Er ist immer noch „inconsistent„. Oft wirft er meterweit über den Kopf eines WRs. Auf der anderen Seite schafft er es immer besser, in der pocket die Ruhe zu bewahren und mehrere Optionen durchzugehen. Am Sonntag wird sein größter Schwachpunkt aber sein, daß Steve Smith immer noch mindestens angeschlagen ist (Knie). Die beiden anderen WRs, Brandon LaFell und Ted Gin, wären in den meisten anderen NFL-Teams nicht die Nr.2 und 3 Receivers. Auch wenn sie hin und wieder einen Ball fangen, sollte man das nicht vergessen. Ich habe in den letzten beiden Spielzeiten oft rumgepöbelt, daß Carolinas Offense zu simpel, eintönig und vorhersehbar ist, aber mittlerweile hat OC Mike Shula ein richtig komplexes System installiert – und Newton versteht das und kann darin spielen. Er wird tatsächlich besser.

Gegen San Frans secondary wird es aber sehr schwer, Überraschungen oder Verwirrung hervorzurufen. Die CBs Tarrell Brown und Tramaine Brock machen einen sehr soliden Job. Nur sollte besser auch Carlos Rogers für den slot fit sein (hamstring injury), denn sonst muß SF schon tief in den Kader greifen. Perish Cox will man auch gegen das schwache receiving corps Carolinas nicht spielen lassen. Aber zur Not können immer noch die sehr guten Safeties Donte Hitner und Rookie Eric Reid (selten einen Rookie so gut Safety spielen gesehen) die Paßrouten kaputt machen.

Carolinas secondary ist Marke Resterampe. Die beiden bereits angesprochenen Safeties Mitchell & Mikell sehen gerne mal nicht durch. Und die CBs sind der endlich durchstartende Captain Munnerlyn, UDFA Melvin White und der alte Mann Drayton Florence. Schwer zu sagen, ob sie wirklich so gut sind, wie sie meistens aussehen, weil sie tatschlich so gut sind, oder ob sie wirklich so immens von der starken Front Seven profitieren.

Da nicht nur Carolinas secondary immer noch suspekt ist, sondern auch WRs Michael Crabtree und Anquan Boldin besser sind als ein angeschlagener Smith plus LaFell und Ginn: Vorteil San Fran.

Insgesamt ist das ein sehr ausgeglichenes matchup. Beide Teams begegnen sich auf der sprichwörtlichen Augenhöhe. Beide Mannschaften leben von ihren starken Verteidigungsreihen. Noch mehr als sonst wird hier alles auf zwei, drei big plays hinauslaufen – wer bei diesen auf der „falschen Seite“ steht, wird verlieren.

NFL Notizblock, Week 8: TNF Carolina Panthers @ Tampa Bay Buccaneers

Die Lage der Tampa Bay Buccaneers (0-6) hat korsakoff gestern bereits in der Vorschau ausführlich beleuchtet. Die Lage ist hoffnungslos und alle warten nur noch auf die Implosion. Damit waren die Carolina Panthers (3-3) in einer undankbaren Lage: sie mußten überzeugend gewinnen, andererseits wären sie bis Sonntag die Trottel vom Dienst gewesen, für die sogar ein sinkendes Schiff eine zu große Herausforderung darstellt; Wasser auf die Mühlen derer, die das recht patente Auftreten der Cardiac Cats in den letzten Wochen auf das ihnen zum Fraß vorgeworfene Fallobst schieben.

Aber schon im ersten Viertel hat Carolina deutlich gemacht, wer hier auf dem aufsteigenden und wer auf dem absteigenden Ast ist. Nachdem die Verteidigung Tampa nach drei snaps zum punten zwingt, marschiert der Angriff neun Minuten lang in aller Seelenruhe in die gegnerische Endzone. Was sofort auffiel, war die Kreativität Mike Shulas. Ich nörgel ja schon seit Jahren an dieser plumpen, ideenlosen pass-first offense rum. Gestern im ersten Drive Carolinas gab es so viele verschiedene Formationen und personnell groupings wie in den letzten drei Jahren und unter Shula und seinem Vorgänger als Offensive Coordinator Rob Chudzinski zusammen.

Stats / Gamebook

Gamebook Panthers@Buccaneers

Was gleichzeitig auffiel, war die Rolle, die Tampas coaching staff Darrelle Revis zugedacht hatte. Zugegeben: er verteidigte und verfolgte immer mal wieder WR Steve Smith in enger Manndeckung über das gesamte Spielfeld. Aber immer mal wieder stand er eben auch als Zonenverteidiger in der/die/das rechten flat (der Raum einige Yards hinter der Anspiellinie) rum und langweilte sich. So kam es auch gleich in der ersten Serie, daß Smith seinen längsten catch der Saison hatte (21 yards). Er lief unbewacht zur Mitte des Feldes, suchte sich ein lauschiges Plätzchen zwischen Linebackers und Safeties, winkte kurz Cam Newton zu und machte das first down – es war ein 3rd&9. Wenn nicht bei einem 3rd&long, wann denn sonst soll Revis Smith ausschalten? Völlig unverständlich. Zumal die anderen WRs, Brandon LaFell und Ted Ginn kaum eine Gefahr darstellen.

Es half natürlich auch nicht, daß Newton ohne blitzes nicht unter Druck gesetzt werden konnte. Aber gerade wenn ich mit meiner front four keinen pass rush bringe, dann kann ich doch keine simple Zonenverteidigung spielen! Es sei denn, ich habe einen Weltklassedeckungsspieler, der eine Sonderaufgabe bekommt und – äh, nee, das hatten wir ja gerade schon.

Die Bucs mit ihrem Milchbubi-QB Mike Glennon versuchten händeringend irgendwie im Spiel zu bleiben. Teilweise war das run blocking ganz gut, und manchmal machten Vincent Jackson oder Tiquan „Hightop“ Underwood starke Fänge, aber dann lagen sie eben schnell mit 14-3 hinten. Glennon spielte den typischen Rookie: viele Würfe weit daneben (meist zu hoch); zwei fumbled snaps (beide aber recovered, sonst wär das ein richtig häßlicher Abend geworden); und manchmal auch ein guter Wurf, bei dem er sein Talent aufblitzen läßt.

Den Touchdown zum besagten 14-3 machte RB DeAngelo Williams mit einem Lauf über 12 Yards und wie bereits vorher im selben Drive bei einem Lauf von Mike Tolbert über 24 Yards zeichneten sich LaFell und Ginn als gute blockers aus und Tampas Verteidiger durch missed tackles und bad angles. Auch Newton sammelte bei seinen scrambles fleißig Meilen. Die Drei zusammen benötigten in Q1&2 nur 11 Läufe für 75 Yards. So kann man mit vier Absätzen die erste Halbzeit (14-6 Carolina) zusammenfassen – danach passierte nichts mehr.

Tampas Offense machte im dritten Viertel ein First Down; Freaking´Ron Rivera läßt natürlich wieder einen 4th Down ausspielen – RIVERA!  because that´s just what he does, folks!  – und beim Stand von 21-6 fumblet ein gewisser Herr Page einen Punt und das Spiel ist vorbei.

Am interessantesten wird in den nächsten Wochen sein, wie Carolinas Angriff sich präsentiert, wenn sie mal unter Druck stehen, unbedingt Punkte machen zu müssen. In den letzten drei Wochen waren die Panthers von Anfang an in Führung und konnten dank ihrer Verteidigung auch ganz ruhig und unaufgeregt spielen. Wie entwickelt sich das playcalling, wenn Not am Mann ist;, wie reagiert Newton (der auch gestern wieder wirklich cool, calm and collected war) auf einen Rückstand, auf eine eklige aggressive Defense – sie werden in den nächsten Wochen wahrscheinlich oftmals auf diese Fragen Antworten finden müssen: vs Falcons; @49ers; vs Patriots (MNF); @Dolphins; Ruhepause gegen Bucs; @Saints; vs Jets; vs Saints; @Falcons. Ohne großen Sieg gegen ein großes Team bisher und mit diesem schedule sind die Panthers immer noch borderline Playoff-Kaliber und nicht mehr.

NFL Notizblock, Week 2: Carolina Panthers @ Buffalo Bills

Und wieder haben die Carolina Panthers ein knappes Spiel verloren. An diesem Sonntag waren aber weder HC Ron Rivera noch QB Cam Newton die Schuldigen. Den entscheidenden Fehler machte der allseits hochgelobte LB Luke Kuechly. 20 Sekunden vor Schluß wirft Bills Rookie Quarterback E.J. Manuel eine Interception – und Kuechly fährt wie ein angetrunkener Proll in der Disko die Schulter gegen den WR aus. Pass Interference, 1st Down Buffalo an Carolinas 11-Yard-Linie. Zwei Spielzüge später will kein DB Stevie Johnson verteidigen, wofür dieser sich mit dem siegbringenden TD bedankt.

Den Drive vorher hat Carolinas Offense fast lehrbuchmäßig durchgezogen. Mit erfolgreichem Laufspiel und den dicken Beinen von Newton nehmen sie fünf Minuten von der Uhr, gehen per Field Goal mit 23-17 in Führung und lassen Manuel & Co. nur 90 Sekunden auf der Uhr und die Aufgabe, die Endzone zu erreichen.

Die gesamt Zeit über war das ein enges Spiel ohne viele Aufreger und Aufregendheiten. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick bleiben Fragen an Carolina. Die nach dem Spiel letzte Woche gegen Seattle so – zu Recht – hoch gelobte Front Seven sah nicht viel Land gegen Buffalos Explosivitätswerk im Backfield. C.J. Spiller und Fred Jackson sprinteten und wuselten sich leichtfüßig durch die Klauen der Panther. Von DT Star Lotulelei war nicht viel zu sehen, auch nicht von den anderen D-Linern. Selbst Kuechly wurde ein-, zweimal auf dem falschen Fuß erwischt. War das nur ein Ausrutscher gegen einen sehr starken Laufangriff?

Das war aber alles zu verschmerzen, weil Rookie Manuel offensichtlich die klare Ansage hatte, um Himmels Willen ja nur jeden Fehler zu vermeiden und nichts Großes zu versuchen. Er machte denn auch nur zwei Fehler – allerdings kostspielige. Kuechly schlich sich zu Beginn des vierten Viertels in Manuels passing lane und schnappte sich dessen Paß. Im Drive vorher verlor Manuel bei einem Sack den Ball an der eigenen 16-Yard-Linie. Buffalos D verhinderte das Schlimmste und hielt Carolina bei jeweils einem Field Goal.

Was direkt zu der zweiten Frage an Carolina, insbesondere OC Mike Shula führt: was denkt ihr euch eigentlich bei diesen game plans? Ratlos bleibt man zurück. Es wird gepaßt und gepaßt und gepaßt. Selbst bei 1st Downs wird geworfen als gäbe es keinen Morgen mehr. Weil das schon länger so ist und sich auch dieses Mal wieder bestätigte, hat vor allem DE Mario Williams immer sofort den Weg zum QB gesucht und sich nicht weiter um die RBs gekümmert. Damit sprangen für Williams 4,5 Sacks heraus. Was Carolina da schon seit längerer Zeit veranstaltet , erinnert an das letzte Jahr von Brian Schottenheimer bei den Jets. Auch da spielte das running game nur noch ein nachgeordnete Rolle und dem mittelmäßigen QB wurde ein Rolle zugedacht, wie man sie vielleicht Rodgers/Manning/Brady übertragen kann, aber nicht einem Newton. Sicherlich: man erwartet viel von Newton und das sollte man auch. Er hat alles Talent der Welt and he can make every throw, wie man so sagt. Aber genau wie Sanchez wirft er die Bälle zu oft ganz plump an seinen Anspielstationen vorbei. Ich weiß nicht, woran das liegt, diese komische Inkonsistenz: manchmal wirft er schwierigste Pässe perfekt, manchmal die einfachsten ins Niemandsland (meistens zu hoch).

Und dann auch noch die sogennante „read option„. Bei Carolina gibt es gar keine Optionen, weil Newton jetzt gegen Buffalo immer an den RB übergeben hat. Nachdem die Bills das spitzgekriegt haben, wurde dieser dann regelmäßig von der Williams-Dareus-Williams-Dampfwalze einbetoniert. Ja, Newton hat auch nix zum Arbeiten neben WR Steve Smith und TE Greg Olsen, aber gerade deshalb sollte sich Shula mehr an seinen personnel begrenzten Möglichkeiten orientieren, als an seinen feuchten Träumen beim Gedanken an Newtons Arm.

Das wird jetzt wahrscheinlich etwas untergehen, weil es so ein knappes Spiel war. Zu Beginn des dritten Viertels hat auch Buffalos D da sehr großen Anteil dran gehabt. Zweimal wurde durch dämlichste Strafen aus einem 3&out jeweils ein neuer 1st Down. Für die Cardiac Cats geht schon wieder genauso schlecht los wie letzte Saison. Und genau wie letzte Saison geht es auch jetzt wieder in Woche 3 gegen die New York Football Giants. Letzte Saison wurde die Panthers da dermaßen verprüfgelt, daß sie fast zwei Monate brauchten, um sich davon zu erholen.

NFL Notizblock Woche 7: Cowboys@Panthers

Die nachlässigen Dallas Cowboys waren am Sonntag bei den nachlässigen Carolina Panthers zu Gast. Für beide Mannschaften ging es darum, mit einer überzeugenden Leistung und einem W  endlich so richtig ins Wild-Card-Rennen einzusteigen, nachdem die Top Dogs in den jeweiligen Divisionen schon weit enteilt sind. Am Ende verlor natürlich die nachlässigere Mannschaft. Wer das war: nach dem Klick.

Die Cowboys präsentieren sich die gesamte Saison über schon sehr dämlich. Überflüssige Strafen, die aus guten Situationen schlechte machen; einfach nur dumme Strafen; Ballverluste aus unkonzentrierter Nachlässigkeit; trotteliges Verhalten in der Redzone; Stolpern und Drops ohne Bedrängnis; mindestens fragwürdiges Clockmanagement ihres Head Coaches. Ohne diesen überflüssigen und eigentlich leicht abstellbaren  Käse, den man ganz leicht abstellen könnte,  wäre Dallas eine Top-Mannschaft und fast mein Geheimtipp für den Super Bowl sein. Aber dann haben sie am Sonntag doch wieder so vertrottelt gespielt.

Stats & more

Gamebook

In Carolina begann das Spiel denn auch symptomatisch: nach dem Kickoff Return bekommt Dez Bryant eine Personal-Foul-Strafe. Im zweiten Drive zerstören QB Tony Romo und TE Jason Witten die Panthers underneath, marschieren in 19 plays über 85 Yards bis zu Carolinas 2-Yard-Linie und bekommen am Ende nur drei Punkte. Den dritten Drive, auch dieser lang und überzeugend, beendet WR Miles Austin mit einem Fumble. Typische erste Halbzeit für Dallas: eigentlich gut gespielt, aber nur drei Punkte auf dem Scoreboard.

Zu ihrem Glück haben sie nun aber gegen die Panthers gespielt, die wohl auch niemals einen Lexikoneintrag unter „abgewichst“ bekommen werden. Ja, zugegeben: die Offensive Line wurde aufgrund der Verletzung von Center Ryan Kalil durcheinandergewirbelt. C, RG und RT haben in dieser Formation noch nie zusammengespielt. Aber warum gerade dann OC Rob Chudzinski 39 Paßspielzüge ansagt und seine RBs nur 15 Carries bekommen, ist absolut unverständlich. Chudzinskis bewegt sich immer mehr in Richtung eines Cam Cameron oder Marty Mornhinweg. Das ist keine gute Richtung. Schon gar nicht, wenn man diesen RBs gerade $50 Millionen garantiert hat. Und schonmal überhaupt gar nicht, wenn man keinen guten Quarterback hat. Cam Newton kann einfach nicht mal über einen gesamten Drive konsistent gute Entscheidungen treffen und genau werfen. Hab ich von ihm noch nie gesehen. Nach jedem Laser-Paß, der wie an der Schnur gezogen sein Ziel findet, kommt wieder ein meterhoch hinter oder über alle möglichen Paßempfängern geworfenes Ei. Kommt die Offense dann doch mal in die Redzone, entblödet Newton sich auch nicht, einfach man direkt in die Arme eines Verteidigers zu werfen. Irgendwas muß sich bei Newton ändern, es ist bei ihm überhaupt keine Weiterentwicklung zu erkennen.

Die Möglichkeiten, gerade auch im Paßspiel, waren gegen Dallas da. Die Defensive Line hat sich auffällig zurückgehalten, um nicht Opfer von Newtons Beinen zu werden. Daneben sah Rookie CB Morris Claiborne in man coverage oft ziemlich schlecht aus und zu Beginn des dritten Viertels hat sich aus der beste Paßverteidiger des LB-Corps, Sean Lee, verletzt verabschiedet.

In der zweiten Halbzeit hat DeMarcus Ware dann genug von der Zurückhaltung und zerstört in gewohnter Zuverlässigkeit alles, was in seine Richtung kommt. Carolina in Q3; punt, 3&out, 3&out. Auch CB Brandon Carr sah meistens sehr überzeugend aus, auch wenn er gegen Steve Smith 1-v-1 verteidigen mußte. Weil aber der Rest der Cowboys-Truppe wieder alles leichtfertig kaputt machen will, steht Carolina im vierten Viertel nach zwei großen Strafen gegen Dallas ganz plötzlich kurz vor Endzone in die dann RB Mike Tolbert zur 14-13-Führung rumpelt.

Weil aber Newton zu viele Chancen liegen läßt und Chudzinksi nun überhaupt keine Lust mehr aufs Laufen hat, kommt nach Dallas´ anschließendem FG zur Führung nur noch ein 3&out und ein Turnover on Downs bei rum. Als Höhepunkt gabs nach dem Spiel eine peinliche Pressekonferenz von Newton, auf der er das bockige Kind gibt, seinem OC die Schuld in die Schuhe schiebt und überhaupt der Meinung ist, daß sich in Carolina irgendwas ganz schnell und ganz dringend ändern müsse (er meint natürlich nicht sich selbst). Am nächsten Tag wurde GM Matt Hurney gefeuert.

NFL 2011/12, Week 5: Carolina Panthers – New Orleans Saints

[22h26] Endstand Carolina Panthers 27, New Orleans Saints 30

Nächste knappe Niederlage für die Carolina Panthers, die erneut eine imposante Visitenkarte in ihrer Offense abgegeben haben. QB Cam Newton  beeindruckte heute weniger durch fassungslose 70yds-Touchdowns, aber es sieht aus, als hätte man in Carolina blindes Vertrauen in Newton – das PlayCalling fand ich erfrischend & mutig. Endlich mal wieder eine Mannschaft, die vom Schema F gewollt abweicht!

Verloren hat man das Spiel in der Defense und mit kleinen Unzulänglichkeiten in Sachen Zeit-Management. Carolina hat nicht genügend Pass Rush, um einen Quarterback konstant mit vier, fünf Mann unter Druck zu setzen und ist zu bröckelig, wenn über die Mitte gelaufen wird.

Früher oder später wird Carolina aber solche engen Spiele gewinnen. Dass sie trotz 13-23 niemals am Boden wirkten und im Gegenteil sogar zwei TD draufgeschenkt haben: Respekt. Wir haben eine Mannschaft zum Beobachten für die Zukunft.

[22h16] Die Hail Mary unter Druck vom falschen Fuß weg geworfen ist zu kurz, fällt zu Boden. Saints gewinnen.

[22h10] Ich widerspreche Lynch: Wenn ich zwei Timeouts habe, dann verschenke ich doch nicht 30sek vor Spielende einen wertvollen Spielzug für einen Spike?

[22h07] Um ein bisschen Thrill reinzubringen: Vick hat nun gleich viele INTs gegen die Bills geworfen wie Brady. Und die Eagles stürzen weiter ab. Das werden ungemütliche Wochen in Philadelphia.

[22h02] Carolina 27, New Orleans 30/TD Thomas. Pass-Stakkato und die Panthers hatten nicht annähernd genügend Deckungsspieler für die vielen Receivers auf dem Feld. 50 Sekunden noch, Carolina hat drei Timeouts, um wenigstens die Overtime zu erzwingen.

Und nur mal so by the way: Wie weh tun jetzt der verschenkte P.A.T. und das sinnlose Timeout beim Fieldgoal-Versuch der Saints zur Halbzeit?

[21h55] Zwei Minuten vor Schluss nähern sich die Saints der RedZone (Stand: 27-23 CAR), u.a. dank eines fantastischen Catches von WR Colston an der Seitenlinie, der IMHO zu wenig gewürdigt wurde. Für die Saints tickt die Uhr aber vermutlich soweit runter, dass der Touchdown nun zum Imperativ wird und die Not-Option „Field Goal“ wohl entfällt.

[21h37] Ich mag ja eigentlich John Lynch sehr, aber der Mann muss nun aufpassen, nicht zu viele Plattitüden rauszuhauen.

[21h32] Carolina 27, New Orleans 23/TD Olsen 12:32 vor Schluss.  In der RedZone wurde es haarig, aber erneut hält ein late hit (diesmal korrekt gepfiffen) die Panthers im Spiel.

Mich erstaunt diese Variabilität und diese arrogante Selbstverständlichkeit, mit der Carolinas Angriff spielt. Da wird eiskalt bei 1st down der tiefe Ball gesucht, da werden diverse Option-Spielzüge und Wildcat-Formationen mit RB Williams angesagt, mal läuft RB Stewart über die Mitte, das nächste Mal scrambelt Newton in einem designten Spielzug durch die Defense. Ein Angriff, der noch etwas roh und grob gestrickt ist, aber wenn Chudzinski hier das Feintuning hinkriegt…

[21h23] Ende drittes Viertel. Mit einem minutenlangen Scramble Cam Newtons in die RedZone endet das dritte Viertel. Spannendes,  gutklassiges Spiel trotz etlicher verschenkter Chancen auf beiden Seiten (immer noch großartige 3rd down-Zahlen auf beiden Seiten: NO 9/13, CAR 6/8)

[21h19] Auch die Defense macht mit: INT für “ #23 Martin. Zugegeben weniger eine großartige INT, da TE Graham den eigenartig überworfenen Ball (Brees hatte nur wenig Druck, Graham war weit offen) Martin wunderbar in den Schoß abfälscht. Carolina kommt raus und wirft sofort 20yds tief das Feld runter. Mutig, dieser OffCoord Rob Chudzkinski.

[21h12] Carolina 20, New Orleans 23. Die Panthers bleiben dran, nutzen die geschenkte Strafe eiskalt aus und spielen gar nicht so unkreative Pass-Offense: Mal langer Pass links das Feld runter, mal kurz über halblinks, mal eine simple Route nach rechts auf WR LaFell. Am Ende vollendet Carolina mit dem wahnsinnig kreativen PlayCall „Newton Draw“, wo der QB mitten in den Prügelhagel geschickt wird und einmal in vier Versuchen schon durchkommen wird. Diesmal im zweiten Versuch. Respekt vor den Panthern, auch des sehr ansehnlichen Laufspiels und der Eiseskälte bei 3rd downs wegen.

[21h02] Ich würde gerne die „Roughing the passer“-Strafe nochmal sehen. Das sah für nach einer argen Fehlentscheidung aus, was sollen die beiden Liner #90 und #99 da anderes machen? Mit 70km/h plötzlich zu Statuen erstarren?

[20h53] Ist das der Darius Butler im Defensive Backfield der Panthers?

[20h46] Furchtbar dilettantisches Publikum in Charlotte. Zu Spielbeginn waren die Reihen gelichtet, zu Beginn der zweiten Halbzeit schauen die Ränge noch leerer aus, im Eck hinter der Endzone sitzen vielleicht fünf Leute.

[20h32] Halbzeitstand Carolina 13, New Orleans 20. Suboptimales Zeitmanagement der Saints, die mit 18sek auf der Uhr lieber Sproles im Spielfeld lassen und dafür den Snap kaum noch vor der Halbzeit gebacken kriegen. Geradezu idiotisch allerdings, dass 2sek vor Halbzeit im Lager der Panthers jemand ein Timeout genommen hat. Resultat: Neue Chance, diesmal verwandelt Kasay, der natürlich kein Panther mehr ist, sondern ein Saint.

[20h19] Carolina 13, New Orleans 17/TD Williams. Das Spiel bleibt spektakulär. Carolina baut einen raffinierten Option-Laufspielzug auf, Newton mit dem Pitch zum exakt richtigen Moment, RB DeAngelo Williams schaltet den Turbo ein, kriegt einen Super-Block von Naanee und  läuft unter Begleitschutz des gutmütigen Safetys 69yds durch.

[20h14] Das hatte ich übersehen: Mit Mark Ingram und Cam Newton spielen hier die letzten beiden Heisman-Trophy-Sieger gegeneinander, zufällig auch noch zwei Spieler, die auch schon am College auf stark rivalisierenden Unis gespielt hatte. Ingram führt sich nach seinem Touchdown-Lauf wie ein kleines Kind auf, kassiert für seine „Ätschi-Dätschi“-Einlage völlig zurecht einen Strafe wegen Gegner-Verhöhnung.

[20h11] Carolina 6, New Orleans 17/TD Ingram. Auch die Saints müssen mittlerweile für ihre Yards hart arbeiten, verbrennen mehrere Timeouts, können sich in den entscheidenden Momenten aber auf Brees, WR Colston und TE „ichbinderneueShockey“ Graham verlassen. RB Ingram vollendet per Flugeinlage.

[19h55] Unglaublicher Zwischenstand nach einem Viertel in Minnesota: Vikings 28, Cardinals 0 (null). Die Vikes mit kaum 100yds Offense, aber Punt Returns und Turnovers en masse. Damit kriegen die Vikings eine weitere Chance, Rekordvorsprünge zu versäbeln.

[19h48] Ende erstes Viertel. Wenn beide Quarterbacks beginnen, auch die offenen Receivers downfield zu treffen, dann erleben wir hier ein Spiel mit 800yds Pass-Spiel. Newton und Brees haben locker 60-80yds auf dem Feld liegen lassen.

Carolina hat aber trotz des Energieanfalls DT Terrelle McClain ein Problem, und das nennt sich „Running Backs über die Mitte“: Sproles/Ingram machen damit enorm viele Yards.

[19h41] Carolina 6, New Orleans 10/TD Smith. Fassungsloser Catch vom 1,20m großen WR Steve Smith, der einen Ball aus ca. dreieinhalb Metern herunterpflückt, über CB #33 Greer drüber zum Touchdown durchläuft.

Beim P.A.T. blockt Patrick Robinson den Kick John Kasays, der erst vor wenigen Tagen wieder zu den Panthers zurückgekehrt ist. Kasay, der Ur-Panther, der schon zur Gründung der Panthers nach Carolina gekommen ist.

[19h15] Auch im zweiten Drive sind Newtons Würfe noch etwas unpräzise, einmal überworfen, einmal unterworfen. Es deutete sich auch bereits Blitzfreudigkeit der Saints-Defense an, die mit fünf, sechs Mann kommen.

[19h05] Carolina 0, New Orleans 7/TD Collins. Vor halbleerem Stadion in Carolina: Erster Pass, erste INT für Cam Newton. Richtig miserabler Wurf genau in die Arme CB Patrick Robinsons, der seine erste INT im zweiten Jahr abfängt. Die Saints haben nur 4yds zurückzulegen, was gegen die noch nicht vorbereitete Defense das einfachste der Welt ist. Aber was eine INT für Newton: Carolina dachte wohl, Newton einen gemütlichen Wurf zum Einstieg zu geben.

[18h51] N’Abend. In ein paar Minuten Cam Watching. An der Stelle sei auf die Vorschau auf diesen Spieltag verwiesen.

NFL 2011/12, TV-Guideline Week 3

Die Grippe scheint überstanden, und auch wenn die Serie “Saisonvorschau” leider nach 25/32 Teams, 24476 Wörtern und mit noch 242 Minuten auf der Uhr abgebrochen werden muss – sorry, PuNISHA, aber es gibt noch ein wenn auch unwichtiges Lebens außerhalb der Footballwelt – so wird es weiterhin die Vorschau auf die im TV empfangbaren Spiele geben.

Dabei bleiben beim TV-Programm diesmal einige interessante Spiele außen vor. Ärgerlich ist u.a. dabei, dass PULS4 und Sport1+ leider keinen Versuch zur Differenzierung von ESPN America unternehmen und allesamt ESPN-Spiele senden. Mal wieder. Und mal wieder dominiert Black’n’blue-Football aus der NFC.

Buffalo – New England. Die Bills haben am Sonntag eine phänomenale Aufholjagd bestritten, inklusive fünf Touchdowns in der zweiten Halbzeit, und eines Sieg-Drives am Rande des Wahnsinns, mit 4th down conversions in engste Doppeldeckungen hinein, und Emotionen auf den Rängen, da stand die Gänsehaut nicht nur wegen eklatanter Erkältung raus. Es wird gemunkelt, dass QB Ryan Fitzpatrick schnell ein neuer Vertrag untergejuxt werden soll, bevor er unbezahlbar wird. Nun wartet die erste „richtige“ Standortbestimmung.

Denn New England wird als nicht einzubremsende Offensivmaschine hochgejubelt – wir hatten Annäherndes ja erwartet – allerdings scheint mir speziell beim Chargers-Spiel der Fakt völlig unterzugehen, dass die Patriots durchaus zu knacken gewesen wären: San Diego verzockte sich dreimal punktelos in der RedZone und hätte Tolbert nicht den Fumble gemacht und New England direkt im Anschluss das Pendel gedreht…

Dazu erleben die Patriots derzeit das Oregon-Ducks-Phänomen: Aufgrund der sagenhaft schnellen No-Huddle-Offense werden in der gegnerischen Defense haufenweise Verletzungen vorgetäuscht. Eine Unsitte, die kaum nachzuweisen und daher auch nicht strafbar ist.

Minnesota – Detroit wäre ein weiteres durchaus vorzeigbares Spiel gewesen. Zusätzlich zur Unfähigkeit, klare Führungen nach Hause zu bringen, waren die Vikings auch zweimal sehr unrhythmisch in der Pass-Offense. Detroit hatte zu Beginn gegen die Chiefs durchaus Probleme, das Laufspiel zu stoppen und seine eigene Luft-Armada in Schwung zu bekommen. Für Minnesota dürfte die Angriffsstrategie klar „Laufspiel“ lauten, da die Lions sich hierbei deutlicher verwundbar zeigten und McNabb gegen Pass Rush (Lions-Stärke) generell große Probleme hat.

Jacksonville – Carolina ist das direkte Aufeinandertreffen der beiden hochbezahlten Rookies: Blaine Gabbert für Jacksonville, wo man erwartet schnell die Idee mit Luke McCown aufgab, Cameron Newton für Carolina, dessen tiefe Würfe erstaunlich sind. Muss ich meine Meinung bezüglich Newton 180° ändern? Ich habe Newton geschätzte sieben, acht Mal in Auburn gesehen. Der Mann wirft deutlich besser als damals, das können die vielen INTs, die paar horrend ungetimten Würfe und die ungestüme Vorstellung in der RedZone gegen Green Bay nicht verdecken. Sieht bis dato weder nach West Coast Offense noch nach allzu großen Konfusionen für Newton aus – und das ohne Unterstützung durch das erstaunlich pomadige Laufspiel. Carolina hat neben diesem noch eine andere, eklatante Schwachstelle: Sie sind nicht in der Lage, Laufspiel über die Mitte zu verteidigen. Nun kommt RB Jones-Drew des Weges…

Schließlich noch Tennessee – Denver, wo beide Teams ihre ersten Siege eingefahren haben. Tennessee mit einer wurfgewaltigen Offense ohne viele Carries für RB Chris Johnson (den wichtigsten Spielzug durfte Backup Ringer bestreiten). Die Broncos dagegen können sich zum Patentamt begeben in Sachen „coolste Lösung einer QB-Kontroverse“: QB Kyle Orton als Starter behalten, QB Tim Tebow als Wide Receiver aufgestellt. Nun kehren dutzende hochkarätige Verletzte zurück.

Sonntag, 25. September 2011

Philadelphia Eagles – New York Giants

19h LIVE bei ESPN America und Sport1+ (Tape ESPNA: 28.9./11h30)

Ein Spiel, da werden Erinnerungen an das zweite Miracle of the Meadowlands wach, wenn auch diesmal der Austragungsort ein anderer ist. Hauptdarsteller von damals: QB Michael Vick, der nach einer Gehirnerschütterung fraglich ist (aktuell als „questionable“ gelistet, wie auch Backup Vince Young) und nach menschlichem Ermessen schon von Anstands wegen nicht eingesetzt werden sollte. Eventuell wird Third Stringer Mike Kafka zu seinem Einsatz kommen, Kafka sah nicht so übel aus.

Für die Giants wird es vor allem darauf ankommen, die Blaupause der Atlanta Falcons weiterzuspinnen, die da lautet: Furztrockenes Laufspiel, mit der Combo Jacobs/Bradshaw. Es könnte sich rächen, dass man TE Kevin Boss hat ziehen lassen, da sich die Eagles mit ihrer schwachen Linebacker/Safety-Verbindung als sehr anfällig gegen Tight Ends gezeigt haben – Tony Gonzalez zuletzt mit sieben Catches und zwei Touchdowns. Auf alle Fälle dürften die Giants daran interessiert sein, Passspiel so lange wie möglich nur dosiert einzusetzen – die Eagles haben gefährlichen Pass Rush und gute Coverage gegen die #1 und #2-Anspielstationen.

Chicago Bears – Green Bay Packers

22h LIVE bei ESPN America, Sport 1+ und Puls 4 (Tape ESPNA: 29.9./11h30)

Die gute Nachricht voraus: Nick Collins scheint ohne bleibende Schäden davongekommen zu sein, seine Saison ist allerdings vorüber. Collins war am Sonntag beim Versuch, RB Jonathan Stewart zu tackeln, von Stewart mit dem Knie am Helm getroffen worden und der Nacken würde übel zusammengebogen. Da läuft dir die Eiseskälte über den Rücken, so ungeschützt das Genick in solchen Momenten einer Wucht ausgesetzt ist.

Zum Spiel selbst: Da war doch mal was? NFC-Finale 2010/11, anyone? Es ist die Begegnung, in der im Winter QB Jay Cutler enteiert wurde, von Fans, Medien und Profikollegen. Während Cutler davon eher unbeeindruckt zu sein schien, gehört OffCoord Mike Martz dieser Tage splitterfasernackt durch das Internet getrieben, so unsinnig seine Spielzugauswahl am Sonntag in New Orleans war. 52 Pässe, 11 Läufe, ein Cutler, der hinter einer wackeligen Line ein ums andere Mal abgeschossen wurde und nach dem Spiel wieder seinen traurigen, resignierten Blick ins Leere drauf hatte.

Entsprechend schlecht ist die Stimmung dieser Tage in Chicago: Martz steht vor dem Abschuss, im Hintergrund lauert bereits ein anderer Schlampian – der ebenso nicht detailversessene Mike „Bleistift“ Tice. Sollte Martz Cutler weiterhin mit 5WR-Sets und tiefen Passrouten hinter dieser Line zum Abschuss freigeben, erwartet man für spätestens Saisonmitte den Coordinator-Wechsel.

Gegen Green Bay dürfte selbst Martz schlau genug sein, sein Ego unten anzustellen und von allzu krassem Passspiel abgehen, auch wenn Green Bays Secondary aktuell etwas geschwächt aussieht: CB Tramon Williams ist nicht wirklich fit, CB Charles Woodson ließ sich am Sonntag trotz zweier INTs ein ums andere Mal von Steve Smith verarschen und zeigte, dass er als Freelancer mittlerweile deutlich besser aufgehoben ist.

Die Story abseits des Feldes ist die langjährige Rivalität zwischen beiden – mit Geschichten darüber kann man Bücher füllen, einen Anriss davon gab es bereits im Jänner zu lesen: Hier entlang.

Indianapolis Colts – Pittsburgh Steelers

02h LIVE bei ESPN America (Tape ESPNA: 26.9./18h30 und 29.9./13h30)

NBC dürfte kotzen, dreimal diese Colts in Sunday Night Football senden zu müssen (einmal können sie via Flex Scheduling rausoptieren). Ohne QB Peyton Manning ist diese Mannschaft in der Offense so verloren wie wir es angenommen hatten, der als Notnagel aus dem Ruhestand geholte Kerry Collins fiel bisher nur als Butterfinger (vier Fumbles in zwei Spielen) auf und die Offense liegt irgendwo zweieinhalb Meter unter der halbgefrorenen Erde begraben.

Für Pittsburgh dürfte es ein Spiel im Schongang werden, auch wenn Indys Defense immerhin Spuren von Leben gezeigt haben soll: Ein großartiges Duo an Pass Rushers aus DE Dwight Freeney/DE Rob Mathis und eine Defensive Line, die eine solide Basis für eine gute Lauf-Abwehr bilden soll. Könnte gegen die Offensive Line der Steelers interessant werden…

Auf der anderen Seite riecht das Spiel schon ganz leicht nach einem Shutout für Pittsburgh, auf alle Fälle kaum vorstellbar, dass die Colts – eine völlig unvorhergesehene Entwicklung innerhalb einer Woche mal als Unmöglichkeit dahingestellt – großartig viele Punkte aufs Tablett legen werden, zumal ich im hoffnungslosen Mismatch Colts-Offenseline vs. Steelers-Passrush ca. sieben Sacks, drei Fumbles und fuffzehn Hits erwarte.

Montag, 26. September 2011

Beide Aufzeichnungen klingen nach Leckerbissen, während das Nachtspiel immerhin eine weitere interessante Standortbestimmung in einer gepflegt auf den Keks gehenden NFC East darstellt.

New Orleans Saints – Houston Texans

14h30 als Tape bei ESPN America (auch 30.9./10h)

Freunde der gepflegten Passfestivalwochen haben in Erwartung dieses Matchups bereits jetzt feuchte Augen in Erwartung zweier 450yds-Performances der Quarterbacks Drew Brees (Saints) und Matt Schaub (Texans). Beide Offenses haben noch dezente Probleme, ihre Laufspiele durchgedrückt zu bekommen, wobei man bei den Texans zum jetztigen Zeitpunkt auch nicht allzu optimistisch auf den Sonntag blicken dürfte: RB Arian Foster plagt sich noch mit Leistenproblemen.

Tampa Bay Buccaneers – Atlanta Falcons

16h30 als Tape bei ESPN America (auch 30.9./12h)

Das Aufeinandertreffen der beiden Comeback-Quarterbacks vom Wochenende. QB Josh Freeman, ein persönlicher Favorit, gegen QB Matt Ryan, auch so ein persönlicher Favorit. Vergangene Saison erlebten wir zwei Spiele, die die Falcons optisch dominierten, nur um beide Male durch einige Big Plays der Buccs gegen Spielende arg ins Schwimmen zu kommen und fast noch die Partien abzuschenken.

Für Tampa könnte diese Saison gefühlt eine lange werden, da das Laufspiel über RB Legarrette Blount nicht wirklich effizient in die Gänge kommt und WR Mike Williams eine Aversion gegen physische Cornerbacks entwickelt hat. Ob man sich Woche für Woche auf den brillanten Freeman verlassen wird können?

Dallas Cowboys – Washington Redskins

02h LIVE bei ESPN America und Sport 1+ (Tape ESPNA: 27.9. um 18h30)

Zwei Teams, die gut in die Saison gestartet sind, die letzten Zweifel jedoch noch ausräumen müssen. QB Tony Romo zeigte sich eine Woche nach dem Kollaps gegen die Jets von seiner toughen Seite, legte mit Rippenprellungen über 400yds hin (fast 200yds in den letzten Minuten) und drehte das Spiel gegen die 49ers – allerdings steht hinter Romos Einsatz am Montag eben wegen jener Verletzung noch ein dickes Fragezeichen. Bei Washington ist QB Rex Grossman im Fokus, der mir zu viel über den grünen Klee gelobt wird: Grossman und „konstant lange Drives hinlegen“ wird wohl nicht mehr zusammenkommen.

Nun kommt mit der Cowboys-Defense ein bärenstarker Test und eine Urgewalt im Pass Rush. Man sollte es eigentlich nicht mehr extra erwähnen müssen, aber was OLB #94 DeMarcus Ware da Woche für Woche aufs Spielfeld zaubert, ist beachtenswert und verdient Anerkennung. LT Trent Williams wird seine Reifeprüfung ablegen müssen, um Washington in diesem Spiel eine Chance zu geben.

Nachtrag: Herrmann/vierviertel.wordpress.com hat wieder den Notizblock gezückt, beginnend mit Beobachtungen zu Buccs-Vikes und Bears-Saints.

NFL 2011/12, TV-Guideline Week 1: Pathos Overkill

2011 sah der Herbst prächtig aus. Wie ich fühle, wird es 2012 nicht anders sein - Bild: korsakoff

2011 sah der Herbst prächtig aus. Wie ich fühle, wird es 2012 nicht anders sein - Bild: korsakoff

Die heiße Phase des Sommers 2011 war später als gewöhnlich, aber es ist noch rechtzeitig abgekühlt – und am Montag ist es passiert: Bei der abendlichen Jogging-Session fand ich die ersten herbstlich gefärbten Laubblätter dieses Jahres. „Herbstlich“ wie „Es ist NFL-Zeit“. Ich mag den Sommer, aber ich liebe den Herbst. Wenn die Tage kürzer werden, die Weinberge ihre Ernte preisgeben, die Törggeleabende fallen wie die Blätter von den Bäumen und ein paar tausend Kilometer weiter westlich die ersten Eier zu fliegen beginnen. Für mich ist der Herbst die Zeit des Jahres. Und heute Nacht beginnt der Herbst.

Wo kann ich die NFL 2011/12 sehen?

As always, wird die erste Anlaufstelle ESPN America sein, das pro Woche normalerweise vier Livespiele (19h, 22h, 02h, Monday Night) und zwei weitere Spiele als Aufzeichnung bringt, außer in dieser Woche 1, wo es gleich sechs Livespiele und zwei Tapes gibt, und wohl irgendwann im Oktober, wenn die Keulenschläger (= MLB-Baseballer) ihre Conference Finals und World Series abhalten. Dazu alle Playoffspiele inklusive Super Bowl und Pro Bowl jeweils LIVE und im Originalkommentar der amerikanischen Networks (bis auf die Super Bowl, bei der vertraglich seit Jahren auf den minderwertigen World Feed zurückgegriffen werden muss).

Sowohl Österreich als auch Deutschland haben noch separate deutsche Kommentierung bei anderen Anstalten: In Österreich wird der kleine Sender Puls 4 ein Livespiel pro Woche bringen (immer sonntags um 22h), mit der Kommentierung von Walter Reiterer und Michael Eschlböck. In Deutschland gibt es pro Woche vier Livespiele  bei Sport1 Plus, einem Pay-TV-Sender, der seit Mitte vergangener Saison NFL überträgt.

Es gibt natürlich auch wie immer wieder die Möglichkeit, auf den NFL-Gamepass zurückzugreifen, dessen Anforderungen meine persönliche Infrastruktur übersteigen, der aber ein großartiges Angebot inklusiver ALLER Spiele live und on demand (auch Playoffs) bietet, sowie die Möglichkeit eines separaten „Team“-Feeds. Preislich sprengt der Gamepass nicht sämtliche Dimensionen, mit einem Saison-Abo von € 199,96 für vollen Zugang oder einem Saisonabo für eine spezielle Mannschaft von € 139,99. Es gibt auch die Möglichkeit, nur einen „PlayoffPass“ im Jänner zu bestellen.

In Italien schaut es derzeit abseits von ESPN America düster aus. Vermutlich wird wieder in einer Harakiri-Aktion drei Stunden vor Kickoff die Superbowl bei einem Sender wie La7 eingekauft (wenn die Kommentatoren die selben bleiben wie in der Ausgabe 2011, schlage ich ein und verzichte ein weiteres Mal auf den World Feed).

Donnerstag, 8. September 2011

Green Bay Packers – New Orleans Saints

(02h30 LIVE ESPN America & Sport 1+, Tape am 9.9. 20h30 bei ESPNA)

Das ist ein Spiel, das Ingrediens besitzt, der hochwertigste Season Opener seit langer Zeit zu werden, trotz verkürzter Vorbereitungszeit. Zwei Topfavoriten aus der NFC, Lambeau Field bei Nacht und das Duell der beiden letzten Superbowl-Sieger. Ein Spiel, bei dem zwei überragende Quarterbacks aufeinandertreffen (Green Bays Aaron Rodgers und New Orleans‘ Drew Brees), aber auch ein Spiel, das sich nicht auf diese beiden Figuren reduzieren lässt.

Green Bay verfügt zusätzlich über eine sehr breit aufgestellte Defense mit sehr interessanten Formationen des DefCoords Dom Capers, u.a. der Schachfigur CB Charles Woodson, der kaum mehr spezielle Deckungsaufgaben zugewiesen bekommt, dafür als Freelancer überall auftauchen kann – etwas, das sich kein Coordinator traut, der nicht a) über einen starken Pass Rush verfügt und b) zuverlässige Cornerbacks besitzt. Green Bay hat beides: Pass Rush mit OLB Clay Matthews jr, sowie die Cornerbacks Sam Shields/Tramon Williams. Dass der Lauf nicht durchkommt, dafür sorgt in der Mitte der erstaunlich bewegliche NT B.J. Raji (153kg).

New Orleans ist mein persönlicher NFC-Topfavorit in dieser Saison. Die Pass-Armada ist so variantenreich, dass selbst Bill Belichick offen sein Scheitern beim Verteidigen selbiger zugab, das Laufspiel sollte auf zig Schultern verteilt auch wieder variantenreicher sein als vergangene Spielzeit. Dazu kommt der eigentliche Grund für meinen Optimismus: Die Front Seven scheint intelligent verstärkt worden zu sein, auch wenn DE Will Smith für die ersten beiden Spiele gesperrt sein wird.

Ich halte das Spiel für völlig offen. Den Saints wurde insgesamt eine sehr gute Frühform beschienen, die Packers sollen etwas lax an die Vorbereitung herangegangen sein, aber wer noch die sensationelle Abstimmung Rodgers/Ballfänger aus den Playoffs in Erinnerung hat… Tipp: Saints und erstmals seit Einführung verliert ein amtierender Superbowl-Champ das offizielle Eröffnungsspiel.

Zu Einstimmung sei auch auf die beiden Preview-Einträge von meiner Seite verwiesen: New Orleans und Green Bay.

Sonntag, 11. September 2011

Es ist der zehnte Jahrestag von 09/11. Entsprechend kann man sich schonmal auf haufenweise Reminiszenzen, fließende Tränen und Flyovers einstellen. Verstärkt werden die Gefühle durch diese drei Spielansetzungen: Baltimore, das in der Nähe von Washington (Pentagon) liegt. Pittsburgh, in dessen Nähe das vierte entführte Flugzeug (Flug #93) abgestürzt war. Washington gegen die Giants. Washington, Pentagon, New York, Manhattan, anyone? In der Nacht das Heimspiel der New York Jets gegen die Dallas Cowboys, deren Übername rein zufällig America’s Team ist. Pathos Overkill.

Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers

(19h LIVE ESPN America & Sport 1+, Tape am 15.9. 14h30 bei ESPNA)

Das ist ein Spiel, das selbst mit Ignorieren sämtlicher 09/11-Nebengeräusche kaum unter rein sportlichen Aspekten zu betrachten ist. Baltimore gegen Pittsburgh, das ist leidenschaftliche, gegenseitige Abneigung. Zwei Divisionsrivalen, die sich über ihre Defense definieren – die Steelers als Traditionsteams seit Jahrzehnten, die Ravens als immer noch recht junge Franchise (15 Jahre) seit gut einem Jahrzehnt. Wir sprechen nicht nur von zwei dominanten Defenses mit Charakterköpfen auf beiden Seiten, sondern vor allem auch von zwei unterschiedlichen Defensiv-Philosophien: Während sich „Blitzburgh“ über viel Zug zum Quarterback, notfalls auch mit zusätzlichen Linebackers und Defensive Backs, auszeichnet, kommt Baltimore vor allem über Härte zum Erfolg.

Es ist auch ein Spiel, in die beiden spektakulärsten Safetys der Liga gegeneinander spielen: Der freigeistige Troy Polamalu, amtierender Defensivspieler des Jahres, auf Seiten der Steelers, Ed Reed, der Mann mit dem unvergleichlichen Riecher für Interceptions, auf Seiten der Ravens. Beide werden fit sein.

Zusätzlich zu all dem Thrill werden noch die Nachwirkungen von drei elektrisierend-intensiven Duellen von 2010/11 in den Mixer geworfen: Alle drei Spiele wurden nach dutzenden blauen Flecken auf beiden Seiten erst in der Schlussminute entschieden.

Die Ravens haben im Sommer doch mehr an ihrem Kader geschraubt als erwartet. Sprich: Sie haben Verjüngungskur betrieben, die so weit ging, dass man irgendwann Angst vor der eigenen Courage bekam und sich spät, aber doch noch einiger erfahrener Spieler bediente (LT McKinnie, WR Evans, OL Gurode). Pittsburgh geht praktisch unverändert in die neue Saison, außer dass QB Big Ben Roethlisberger nun ein verheirateter Mann ist und die Offensive Line noch ausgedünnter ausschaut.

Ich würde mal sagen: Ein Spiel, das wie immer zum Pflichtprogramm gehört, auch, weil erstmals in diesem Jahr wieder die geniale CBS-Titelmelodie für die NFL zu hören sein wird. (Weil wir bei „Pathos“, „Nationalstolz“ udgl. waren: Hier wird der Bush-nahe Jim Nantz von CBS kommentieren)

Separate Preview-Einträge: Pittsburgh und Baltimore.

Washington Redskins – New York Giants

(22h LIVE ESPN America, PULS 4 & Sport 1+, Tape am 16.9. 14h30 bei ESPNA)

Die Washington Redskins gehen ins zweite Jahr mit Headcoach Mike Shanahan, der in zwei Offseasons munter am Kader geschraubt hat und mittlerweile weit über 50% des Kaders personell komplett umgekrempelt hat, inklusive des Abgangs von DT Albert Haynesworth und des Durchlaufs von QB Donovan McNabb. Der neue Quarterback soll nun tatsächlich der Schrecken der Bears-Fans Rex Grossman sein, dem nicht weniger als ACHT Wide Receivers und zusätzliche drei Tight Ends zur Verfügung stehen. In der Defense – der krasse Problempunkt 2010/11 – wurde mächtig eingekauft: DE Stephen Bowen aus Dallas, DT Barry Cofield aus New York und der kanadische Safety O.J. Atogwe aus St Louis.

Weniger Ungewissheit, dafür mehr Pessimismus bei den Giants, wo die Personalpolitik verwunderte und die neuen Hoffnungsträger wie der Rookie-CB Prince Amukamara oder DT Marv Austin nun erstmal wochenlang mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus liegen. Was die Giants trotz allem speziell macht, ist ihre sehr gute Defensive Line, die in Dutzenden Varianten daherkommt und oft Spiele dominieren kann – allerdings meinte es der Verletzungsteufel auch nicht grade gut mit der DL. Wen wir bei den Giants vielleicht sehen werden: Mark Herzlich, den famosen Linebacker von Boston College, der einen bösartigen Knochenkrebs („Ewing-Sarkoma“) überstand, als ungedrafteter Rookie in den Giants-Kader kam und nun sein NFL-Debüt geben könnte.

Ausführliche Giants-Vorschau ist auch schon online.

New York Jets – Dallas Cowboys

(02 LIVE ESPN America, Tape am 12.9. 17h30 bei ESPNA)

New York gegen America’s Team. Es sind zwei Mannschaften, die recht „top-heavy“ besetzt sind und entsprechend ohne Verletzungssorgen durch die Saison kommen müssen, um nicht in ärgere personelle Probleme zu geraten. Es sind auch zwei Mannschaften, die im Sommer erstaunlich leise waren. Die Jets leckten wochenlang ihre Wunden über die gescheiterte Verpflichtung von CB Asomugha und den unschönen Abgang von DE Ellis gen Erzfeind New England, auf Cowboys-Seite diesmal keine Weibergeschichten um QB Tony Romo. Der Mann ist unterm Hammer.

Die Storyline lässt sich weiterbauen um das große Bruderduell der Ryans: Der laute Rex Ryan als Jets-Cheftrainer gegen den strubbelhaarigen Zwillingsbruder Rob Ryan, den neuen DefCoord der Cowboys. Zwei Coaches, die das Ziel eint, Quarterbacks mit viel Druck aus dem Konzept zu bringen. Während Rob gerne munter blitzt, vertraut Rex darauf, durch Täuschen und Tarnen die Offense je nach Spielzug dazu zu zwingen, zu viele oder zu wenige Blocker für die Anzahl der Pass Rusher abzustellen.

Vorschau Jets, Vorschau Cowboys.

Montag, 12. September 2011

Chicago Bears – Atlanta Falcons

(13h30 als Tape bei ESPN America)

Ich verweise vorab auf die jeweiligen Vorschau-Einträge: Chicago Bears & Atlanta Falcons. Eines der wichtigsten Matchups dürfte das Duell der verstärkten Defensive Line Atlantas (u.a. DE Ray Edwards aus Minnesota) mit der gemeinhin als schwach angenommenen Offensive Line der Bears (nach PFF die #31 insgesamt, #32 in der Pass Protection) sein. Dazu wird man erstmals unter Wettbewerbsbedingungen sehen, inwiefern der immer noch merkwürdige Draft-Deal für WR Julio Jones die Offense der Falcons „explosiver“, vertikaler gemacht hat. Für Chicago ist es ganz nebenbei nur das erste von mehreren brutalen Spielen im Auftaktprogramm.

Arizona Cardinals – Carolina Panthers

(15h30 als Tape bei ESPN America)

Unschwer zu erraten, warum gerade dieses Spiel gezeigt wird: Es geht um QB und #1-Draftpick Cameron Newton. Arizona und Carolina waren im vergangenen Herbst die beiden wohl schwächsten Mannschaften der NFL und insgesamt mit Sicherheit die schlechtesten Pass-Angriffe: Arizona hatte 50.8% Completion Rate, Carolina 52.4%. Nun sind beide Quarterbacks neu: Newton, der mit der #1 auf dem Rücken durch die Gegend scrambelt, was IMHO fürchterlich aussieht bei einem 1,96m-Hünen. Geschmacksache. Newton ist an sich ein sehr geschmeidiger Spieler, dem noch gravierende Schwächen im Lesen von Verteidigungen nachgesagt werden. Arizona verfügt über ein Backfield, das ebenso nicht zu den besten gehören dürfte, trotz CB Patrick Peterson, einem Rookie.

Der andere neue QB ist Kevin Kolb, den die Cardinals aus Philadelphia geholt haben. Kolb ist einer der Gründe, weshalb ich Arizona durchaus den Divisionstitel zutraue – so schwach schaut die NFC West wieder aus. Kolb/Fitzgerald, so lautet die neue, hochbezahlte Offensiv-Combo in der Wüste von Glendale.

Miami Dolphins – New England Patriots

(01h LIVE bei ESPN America und Sport1 Plus, 13.9./16h Tape ESPNA)

Wie seit einigen Jahren Usus, gibt in der Nacht auf Dienstag einen Doubleheader zu Monday Night. Das erste Spiel ist jenes zwischen Miami und New England. Zu New England wird die Saisonvorschau am Montag erscheinen. Miami ist schon da, und Miami hat seit Jahren das Problem, eine quasi unsichtbare Franchise zu stellen, der jeglicher Wow-Faktor abgeht. Da nützt keine statistisch hervorragende Defense, wenn die Offense so ideenlos spielt wie in der vergangenen Saison. In der Offseason wurden nacheinander Head Coach Tony Sparano und QB Chad Henne enteiert, aber beide haben sich irgendwie halten können und sollen nun die Kohlen einmal mehr aus dem Feuer holen. Irgendwie habe ich Miami aber trotz allem auf der Rechnung.

Bei New England mit seinem Phantom-Coach Bill Belichick gilt es ein Auge darauf zu werfen, wie nach den zwei doch überraschenden Rauswürfen von S James Sanders und S Brandon Meriweather das Defensive Backfield aussehen wird. Ah ja, und ein Ohr auf die Hyperventilation bezüglich New Englands neuer „3-4“/“4-3“-Defense nach dem Sensationseinkauf von DT Albert Haynesworth.

Denver Broncos – Oakland Raiders

(04h30 LIVE bei ESPN America, 13.9./18h30 Tape ESPNA)

Das Duell zweier verfeindeter Franchises, die in den letzten Jahren ins Siechtum abgesunken sind, nun unter neuen Coaches aber wieder Feuer zu fangen scheinen. Beide Mannschaften sollen um ein starkes Laufspiel und dominante Defensive Lines herum neu aufgebaut werden, wodurch die Schwächen beider Quarterbacks kaschiert werden sollen. Oaklands QB Jason Campbell gilt als Mann, der lieber mit einer 2-von-16 und 0 INT nach Hause fährt, als 18-von-20 und 1 INT, Denvers Kyle Orton gunslingert sich zwar gerne zu 350yds-Spielen, kriegt aber immer dann Probleme, wenn ihm Defenses mehr als Basis-Deckungen entgegenwerfen.

Vorschau Denver ist draußen, Oakland fehlt noch.

Zweiter interessanter Punkt wird das Debüt von Trent Dilfer als Co-Kommentator in diesem Spiel sein. Dilfer ist aus dem ESPN-Studio dadurch in Erinnerung geblieben, in schöner Regelmäßigkeit das Fähnchen in den Wind zu halten, um die Windrichtung zu testen – was manche als „Meinungsstärke“ ausgelegt haben, ging mir dort zunehmend immer mehr auf den Sack.

So, dann mal ab an die Glotze. NFL-Auftakt ist nicht so schön wie College-Football-Auftakt, aber mit 6x Livespiel und 2x Tape doch auch jedes Jahr wieder eine Festwoche für sich. Morgen kommt hoffentlich die Guideline zum College Football raus (es erwarten uns… zusätzliche 10 Partien; kann mir jemand mal drei Stunden Zeit rüberschaufeln?).

Die Carolina Panthers im Himmelfahrtskommando

Diese Saisonvorschau fühlt sich einigermaßen beklemmend an. Ein Drittel der Liga bildet in sich eine Spitzengruppe, ein Drittel ist im Aufbruch, und dann ist da noch ein Drittel, wo es noch an mehreren Ecken und Kanten hapert. Allein: Es gibt IMHO keine Franchise, die man als „hoffnungslos“ bezeichnen kann.

Heute ist Ferragosto, ein Staatsfeiertag sondergleichen in Italien und das halbe Land fährt im Zug an den Strand. „Ferragosto“ auf Deutsch, aber falsch übersetzt = „Himmelfahrtstag“. Passend dazu braucht es eine Franchise, die ihre Mannschaft auf das Himmelfahrtskommando geschickt hat – eine riskante Operation, deren Ausführende mit hoher Wahrscheinlichkeit UNGEWOLLT in den Tod geschickt werden. Damit sind Bills, Bengals und Browns exkludiert. Wer bleibt, sind die Carolina Panthers.

Dabei sind die Panthers nach einer leblosen vergangenen Saison mit nur zwei Siegen unter einem quasi-abgesägten Trainerstab plötzlich eine spannende Mannschaft. Das liegt am neuen Head Coach, am neuen Offensivsystem und am neuen Franchise-QB. GM Marty Hurney hat eine Serie von sehr guten Entscheidungen in der Offseason getroffen, aber eben auch dieses EINE Mal russisch-Roulette gespielt.

West Coast Offense

Jahrelang waren die Carolina Panthers eine laufintensive Mannschaft mit wenig Entlastung durch das Passspiel. Nun holte sich der neue Head Coach Ron Rivera mit OffCoord Rob Chudzinski einen Mann in den Trainerstab, dessen Grundidee einem Panthers-Fan das Ganslrupfn aufjagen sollte: Chudzinski möchte offenbar eine westcoastartige Kurzpassoffense aufziehen.

Treppenwitz: Die Panthers haben im NFL-Draft mit QB Cameron Newton einen Mann geholt, dessen größte Stärke die Athletik ist. Newton ist ein sehr geschmeidiger, beweglicher Mann mit gutem Antritt, ein verkappter Running Back, dessen Wurf-Qualitäten trotz recht ordentlich ausschauender Technik umstritten sind und dessen Qualitäten im Lesen von Defenses schlicht nicht erörtert werden können. Denn Newton versuchte in der FBS erst gar nicht an multiple reads, sondern scrambelte sofort munter drauflos.

Nun denn: Kurzpass-Offense, schwarzer athletischer Quarterback, starker, aber ungenauer Arm – das hatten wir doch schon mal? Ich erinnere mich an die verheerende Zeit von Michael Vick in Atlanta, als man versuchte, Vick in ein Timing-Korsett zu stecken und gnadenlos an Vicks Talenten – Improvisation, Beweglichkeit – vorbeicoachte. Entsprechend gehemmt wirkte Vick dann auch.

Nun ist Newton nicht so elektrisierend wie ein Vick. Ich würde in Newton eher einen neuen Vince Young sehen, mit besseren Qualitäten als Scrambler und viel besserer Wurftechnik. Aber der Vick/Atlanta-Vergleich geht mir nicht aus dem Kopf.

Offense

Mit Jimmy Clausen stünde ein weiterer junger Quarterback im Kader, der Mann, der nach einer Saison vor die Hunde geworfen wurde und dessen Ego jenes von Newton sogar noch übersteigen dürfte. Clausen und Newton – gute Basis für reibungslose Arbeit sieht… hm, anders aus. Ich glaube, Carolina hätte Clausen gleich rausschmeißen sollen, denn bei aller menschlichen Problematik muss auch Clausen erst in eine West Coast Offense eingeführt werden, nachdem auch für ihn das System völlig unbekannt ist. Dritter Quarterback übrigens, frisch verpflichtet: Derek Anderson, einer der meistgehassten signal caller der NFL. Zwei Jahre nach dem Sympathen Jake Delhomme dürfte Carolina das QB-Trio mit dem größten Kotzbrocken-Potenzial in der National Football League haben.

Wer nun auch immer startet, wird hinter einer Offensive Line spielen, die trotz aller optischen Eindrücke so unterirdisch nicht sein sollte: Die beiden Offensive Tackles Jeff Otah und Jordan Gross sowie Center Ryan Kalil genießen einen sehr guten Ruf, und in OG Geoff Schwartz soll ein vierter Blocker herausragende Qualitäten besitzen. Gute Voraussetzungen für einen jungen Quarterback, möchte man meinen. Allerdings wurden Carolinas Quarterbacks in der letzten Saison am häufigsten gesackt, wenn der Spielzug noch keine drei Sekunden im Gang war – kein gutes Zeichen für eine Line.

Ebenso wenig für die Ballempfänger. Der klein gewachsene WR Steve Smith scheint immerhin wieder motiviert zu sein und ist der Leader einer ansonsten jungen und völlig unbekannten Armada von Wide Receivers voller Rookies und Spieler im zweiten oder dritten Jahr. Mit TE Greg Olsen aus Chicago und Jeremy Shockey aus New Orleans wurden zwei Männer geholt, deren Qualitäten im Fangen von Bällen unbestritten sind, was gerade für junge Quarterbacks meist eine essenzielle Sicherheits-Option darstellt.

Außerdem verfügen die Panthers mit dem Duo DeAngelo Williams/Jonathan Stewart über das beste Duo an Running Backs in der NFL, zwei sehr ähnliche Backs mit Wucht und Finesse – aber beide sind verletzungsgefährdet, was, wie 2010/11, verheerend für diese Offense ist. Der 3rd down Back dürfte Mike Goodson sein, ein Mann, dem man aber keine Offense gänzlich anvertrauen möchte.

Defense

Ron Rivera ist ein ehemaliger Defensive Coordinator und hatte zuletzt in San Diego die statistisch beste Defense unter seinen Fittichen. Riveras Identität ist: Er hat keine. Ein Chamäleon von einem Defense-Coach, der sämtliche Schemen bereits hat spielen lassen, von 3-4 über 4-3 über die Cover-2, mal blitzfreudig, mal konservativ. Die neueste DefCoord-Verpflichtung (Sean McDermott) spricht für die Variante „blitzfreudig“, das vorhandene Personal für „4-3“. McDermott wurde in Philadelphia bereits nach einer Saison trotz einer immer besser gewordenen Defense gefeuert, ist aber als Schüler von Jim Johnson mit Zillionen Blitzes vertraut.

Und blitzen sollten die Linebackers können wie kaum eine andere Unit: Die OLBs James Anderson, Dan Connor und Thomas Davis gelten zwar als etwas verletzungsanfällig, sind aber allesamt quicke, explosive Passrush-Typen, denen grandioses Potenzial nachgesagt wird. Davis soll ebenso gut als Safety einsetzbar sein. Und in der Mitte sorgt der gefürchtete Hitter MLB Jon Beason dafür, dass die Einheit zusammenbleibt.

Beason wird wieder viele Tackles machen müssen. Denn die Defensive Line ist nicht überzeugend, wenn es um das Stoppen von Laufspiel geht. DE Charles Johnson wurde zwar ein Megavertrag über sechs Jahre gegeben, aber Johnson ist der einzige verlässliche Liner und seine große Stärke ist der Pass Rush.

Der im Verzweiflungsakt aus Kansas City geholte Anerkmann der Laufdefense, DT Ron Edwards, ist bereits bis Saisonende mit Verletzung abzuschreiben. Dabei wäre Edwards dringend benötigt gewesen, wenn man sich vor Augen halte, dass die beiden anderen Alternativen für die Tackles McClain/Keo beide Rookies sind. Rookie-Defensive Tackles haben es in der NFL körper- und muskelaufbaubedingt oft schwer.

Die Defensive Backs gelten als potenzielle Sollbruchstelle, mit dem einzigen Chris Gamble als verlässlichem Deckungsspieler, während man bereits jetzt Angst vor Gegnern mit Spread Offenses besitzt.

Special Teams

Mit K John Kasay wurde in der Offseason ebenso der einzige verbliebene Original-Panther rausgeschmissen. Grund: Ein Verjüngungsakt, vom 41jährigen Kasay zum 38jährigen Olindo Mare, der einen heftigen Vertrag bekam (4yrs/12 Mio.).

Ausblick

Sieht alles nicht so katastrophal aus wie vor einigen Monaten noch angenommen, allerdings fehlen überall kleine Puzzleteilchen. Die QB-Situation ist ungelöst, die Kombination aus Offensivphilosophie/Quarterback-Material schreit nach Scheitern, der Laufdefense fehlt ein dominanter Defensive Tackle, der Passabwehr ein #2 und #3-Cornerback.

Der Schedule ist richtig, richtig schwer, gefühlt und gemessen an 2010/11 ebenso: 142-114, einen so hochwertigen Spielplan hat ansonsten keine andere Mannschaft zu spielen.

Wk #1 @Cardinals
Wk #2 vs Packers
Wk #3 vs Jaguars
Wk #4 @Bears
Wk #5 vs Saints
Wk #6 @Falcons
Wk #7 vs Redskins
Wk #8 vs Vikings
Wk #9 BYE
Wk #10 vs Titans
Wk #11 @Lions
Wk #12 @Colts
Wk #13 @Buccs
Wk #14 vs Falcons
Wk #15 @Texans
Wk #16 vs Buccs
Wk #17 @Saints

Carolina ist eine Wundertüte. Ich mag die Franchise, ich hoffe, dass sie sich mit dem Würfelspiel „Cam Newton“ nicht eine potenziell starke Mannschaft abgeschossen haben – allein, ich bin skeptisch. Ich halte vom Newton-Pick nach wie vor wenig und bin der Überzeugung, dass mit einem soliden, blassen Verwalter in dieser Saison die Playoffs drin gewesen wären. So haben wir boom or bust. Und ich wäre versucht, auf die nächsten vier Jahre auf bust zu setzen.

Das Zeiteisen verrät: 747 Minuten verbleiben. WordCount nach neun Teams: 8940.

NFL Free Agency 2011, Tag -2

 

[23h48] N’Abend, Pflichten sind erledigt, daher noch ein schaler Blick auf die Geschehnisse seit 20h MESZ vor der Heia.

Carolina Panthers – Nächster Eigenbauspieler gehalten: LB James Anderson 5 Jahre/22 Mio./8,5M garantiert. Nach internen Re-Signings mit K Olindo Mare eine recht irre Verpflichtung: 4 Jahre, 12 Mio., 4 Mio. Signing Bonus. Bisschen was von „Spucke wegbleiben“. Und gleich noch einer nach: TE Ben Hartsock für zwei Jahre eingekauft. Und die Leier geht weiter: NT Ron Edwards für 3yrs/8,25 Mio. aus Kansas City eingekauft. Die Panthers haben nach meiner Rechnung heute 157 Mio. Dollar für Langzeitverträge ausgegeben – und das inkludiert noch keine Rookies und keinen Ben Hartsock. Dazu soll S/LB Thomas Davis noch eine Vertragsaufbesserung kriegen. Marty Humphrey going crazy, oder so ähnlich.

Washington Redskins – am Nachmittag kursierten wilde Gerüchte ob einer Verpflichtung von WR Holmes. Der Ersatz ist nun WR Jabar Gaffney, der einstige Brady-Buddy aus alten New England-Zeiten. Ein klassischer possession receiver, wird dir keine Defense auseinanderziehen, aber immer den Catch über 7yds bei 2nd und 6 machen. Und gleich noch einer nach: Slot-Receiver Brandon Stokley, der in den letzten Jahren in einem dreiviertel Dutzend NFL-Städten seine Brötchen verdient haben dürfte.

Moss, Stallworth, Gaffney, Stokley plus die Rookies Hankerson/Paul/Robinson – die Redskins brauchen die halben Kaderplätze für Wide Receivers, die in drei Tagen verpflichtet werden.

Houston TexansQB Matt Leinart hat entgegen aller Vorzeichen einen Zweijahresvertrag (5,5 Mio./3,75M garantiert) bekommen. Für Leinart ein nettes Zubrot zur täglichen Party. Zweite Vertragsverlängerung: WR Jacoby Jones. Dritte: OT Rashard Butler, der schwache PFF-Zeugnisse vorweist.

Indianapolis ColtsK Adam Vinatieri wird noch drei Jahre bleiben. Vinatieri wird für seine Kicks immer als Patriots-Hero in Erinnerung bleiben, aber schön langsam ist der Mann länger in Indy als er in New England war, wenn ich mich grob täusche. S Melvin Bullitt ebenso drei Jahre in Indy. Dazu kommt mit QB Nate Davis eine recht mobile Alternative dazu. Davis war vor zwei Jahren ein gehypter Mann frisch aussm College, hat sich aber nirgends durchgesetzt und war bei mir eigentlich schon aus dem Blickfeld.

Tampa Bay Buccs – Salaryfloor-Alarm! LB Quincy Black kricht mal eben Fünfjahresvertrag für 29,5 Mio./11,5 Mio. guaranteed. Die Buccs brauchen händeringend Abnehmer einige Dutzend Millionen, die sie ausgeben müssen.

Buffalo Bills – Salaryfloor-Alarm zum Zweiten: CB Drayton Florence wird für drei Jahre und insgesamt 15 Mio. gehalten. Florences Noten bei PFF sind unterirdisch. Für Buffalo ist aber wichtiger, möglichst schnell Geld in den Kader zu schaufeln.

Cincinnati Bengals – Der Zweijahresvertrag für QB Bruce Gradkowski dürfte angesichts der möglichen Umstellung von Rotschopf Andy Dalton noch wertvoll werden. Cincinnatis Fans werden noch einige Zeit an diesem Kulturschock zu knabbern haben: Palmer/85/Owens zu Gradkowski/Dalton/Green – durchschnaufen, Taschentuch rausholen, aufdiesaisonfreuen.

Gradkowski selbst dürfte der Wechsel gut tun: Wenn ich mich recht erinnere, hat der Mann einst mal unter Jon Gruden gespielt. Cincinnatis Offense Coordinator ist Jay Gruden. Jons kleiner Bruder.

Kansas City Chiefs – Zwei Spieler bleiben: Der Uralt-Center Casey Wiegmann und WR Terrance Copper, beide nicht wirklich Leistungsträger, aber was willst machen, wenn du noch ein, zwei Anspielstationen brauchst und die Redskins die halbe Liga leerkaufen?

Minnesota Vikings – Der Sidney Rice für Kleine ist gefunden: WR Devin Aromashodu von Chicago. Ob es damit getan ist?

New York Giants – Head Coach Tom Coughlin hat eine Verlängerung um ein Jahr bis inklusive 2012/13 bekommen, nicht gerade der Vertrauensbeweis schlechthin. Solche Einjahresverträge sind meistens nur dazu da, um das Gerede in diesem Herbst abzustellen. Coughlin geht aber IMHO bereits angeschlagen in die Saison und MUSS Playoffs vorweisen können.

Detroit Lions – Third Stringer Drew Stanton hat ein weiteres Jahr verlängert. Stafford und seine Schulter und so.

New England PatriotsRB/FB Sammy Morris wird bleiben.

New York JetsWR Braylon Edwards sitzt im Schmollwinkel, nachdem Holmes den Vertrag bekommen hat und die Jets lieber Asomugha einkaufen wollen, als ihn weiterzuverpflichten. In Washington wäre sicher noch ein Platz frei…

San Francisco 49ers – Die Info ist noch unbestätigt, aber anscheinend wurde der horrend teure CB Nate Clements rausgeschmissen (hatte ca. einen 80 Mio.-Vertrag). Ich nehme an, sie kaufen Clements für lau wieder ein.

Baltimore RavensDT Kelly Gregg ist offiziell entlassen worden. Die Ravens und Panthers kriegen die rote Nummers für den Kämpferischstes-Team-Tagespreis.

Und damit: Guade Nocht.

[19h57] Jake Delhomme ist The Guy. Kassierte vor zwei Jahren 12,5 Mio. Signing Bonus on Carolina, wurde ein Jahr später gefeuert. Kassierte letztes Jahr 7 Mio. Signing Bonus von den Browns, wurde vor einer Minute von Cleveland gefeuert. So kann man sein Geld auch verdienen. (Hiermit verabschiede ich mich für 2-3h vom Liveblogging, freiwillige Pflichten rufen)

[19h40] Wieder einiges Neues: Carolina hat RB DeAngelo Williams gehalten. Ein irrer Deal für einen 28-jährigen Running Back mit Verletzungshistorie: Fünf Jahre, 43 Mio. Dollar, davon 21 (!!!) Mio. Dollar Unterschriftenbonus. Wie war datt noch mal mit Salary Cap Floor? Und so nebenbei sieht man schon die erste Auswirkung der Rookie-Gehaltsbeschränkung: Mit einem 50-Millionen-Newton wäre Williams in Carolina unmöglich geworden.

Derweil wird das Ausmaß des Jackson-Vertrags mit Seattle ersichtlich: Zwei Jahre, acht (!) Mio. Dollar. Ich bin ob der Summe irgendwie… perplex. Riecht nicht so gut für Seattles QB Whitehurst.

Jacksonville soll an Baltimores Safety Dawan Landry dran sein, ein potenziell schlechter Move für die Ravens, da Ed Reeds Rücktritt nur mehr wenig entfernt ist und den Ravens die Safetys ausgehen. San Diego zahlt sich auch einen ab für S Weddle: 40 Mio. für 5 Jahre, 13 Mio. Unterschriftenbonus, 19 Mio. guaranteed. Weddle ist damit, man mag es kaum glauben, der bestbezahlte Safety EVER.

Kicker-Markt: Olindo Mare wird Seattle verlassen.

G Robert Gallery geht nach Seattle. Harhar: Hatte ich nicht immer behauptet, Gallery sei ein „Cable-Guy“? Seattles Offense-Line-Coach: Tom Cable.

[19h17] S Eric Weddle wird in San Diego bleiben.

[19h13] Update/Kyle Orton. Lt. Michelle Beisner wird Orton noch vor Mitternacht/MESZ ein Miami Dolphin sein. Tebow-Mania hat John Fox also tatsächlich erfasst.

[18h10] Die Free Agency startet erst übermorgen offiziell – will heißen: Verträge dürfen erst dann unterzeichnet werden – heute schon ist einiges passiert, was Spielerwechsel angeht. Womöglich gibt es morgen Abend „richtiges“ Liveblogging, heute mal ein Überblick, was bisher passiert ist (nicht vergessen, an der Westküste ist es gerade 9h morgens). Ach, und: Ich berufe mich zum größten Teil auf den Twitter-Account von Adam Schefter.

Quarterbacks – Just for the record: Cameron Newton (Pick #1/Panthers) wird ohne Streik seinen Vierjahresvertrag für 22 Mio. unterschreiben.

Größtes D’oh! Bei Donovan McNabb. McNabb ist für einen 6th round-Draftpick nach Minnesota verscheppert worden. McNabb hätte im September einen gigantischen Roster-Bonus erhalten (ergo: wäre mit Sicherheit vorher entlassen worden), aber die geringe Kompensation ist doch überraschend. [6th rounder 2013 ist optional vorgesehen]

Washington hat sich dafür den ehemaligen Jets-QB Kellen Clemens geholt, der einst dank Favre abgesägt worden ist.

Matt Hasselbeck soll angeblich in Tennessee im Wort stehen. Ein Move für die Titans nach dem Motto „Hauptsache, QB Locker wird nicht von Anfang an abgeschossen“. So darf Hasselbeck wohl erstmal seine Glatze hinhalten. Interessant ist der Zusatz „multi year deal“: Hasselbeck ist gepflegte 36, aber Locker wird nachgesagt, mindestens 1-2 Jahre Feinschliff zur NFL-Tauglichkeit zu brauchen.

Seattle hat reagiert und Tavaris Jackson aus Minnesota eingekauft. Jackson ist so ein QB, der dir keine Superlative aussm Hals zieht, aber ich hatte immer das Gefühl, die Vikings hätten ihn mit dem Favre-Geeiere zu früh vor die Hunde geschmissen – siehe Clemens’ Schicksal.

Buffalo hat angeblich Tyler Thigpen, unseren Pistol-QB aus Chiefs-Zeiten, eingekauft. Thigpen hat damals als Rookie unter Chan Gailey ein paar Spiele in der Pistol-Formation gemanagt und IMHO seine Sache so unterirdisch nicht gemacht. Achja: Buffalos Head Coach ist Chan Gailey.

San Francisco hat das letzthin Erwartete gemacht will Alex Smith nun doch behalten. Bengals-Owner Mike Brown bleibt in Sachen Carson Palmer offenbar weiterhin stur: Kein Trade und damit Karriereende.

Zwei Gerüchte: Lt Jason LaCanfora/NFL.com wird Kevin Kolb/Eagles „innerhalb von 48h“ nach Arizona getradet und Kyle Orton/Broncos wird mit einiger Wahrscheinlichkeit nach Miami gehen.

Running Backs – Baltimore soll Willis McGahee gefeuert haben. Überraschungsfrei. Seitens ungedraftete Rookies hat Pittsburgh dem Brecher John Clay (remember Rose Bowl/Wisconsin?) geholt.

Wide ReceiversSantonio Holmes hat in diesen Minuten einen massiven Fünfjahresvertrag mit den Jets ausgehandelt: 50 Mio., 24 Mio. Unterschriftsbonus. Bedeutet a) Braylon Edwards wird wohl gehen, b) die Jets werden irgendwo teure Spieler gehen lassen müssen und c) irgendwo ein paar tausend Kilometer weiter westlich wird ein Vincent Jackson aufmerksam zugehört haben.

Die Redskins haben offenbar Santana Moss weiterverpflichtet (3 Jahre, 15 Mio.) – überraschend, denn Moss ist 32 und hatte 2010/11 ein außergewöhnlich gutes Jahr. Die Redskins haben dem Vernehmen nach auch bei Donte Stallworth zugeschlagen (kommt aus Baltimore) – zwei Spieler, von denen ich aus Madden/NFL-Zeiten im Kopf habe, dass sie wieselflink sind. Stallworth für ein Jahr verpflichtet – wie oft hatten wir das in den letzten Jahren eigentlich schon?

Baltimore wird den älter werdenden Derrick Mason entsorgen.

#Massenexodus_aus_Arizona: Angeblich steht eine Zusage von Steve Breaston für Kansas City kurz bevor. Die Chiefs werden vom ex-Cardinals OffCoord Todd Haley gecoacht.

Tight Ends – Baltimore wird auch Todd Heap entlassen, den famosen Tight End, der gegen die Chiefs in den Playoffs einen Tag vor dem Herrn erlebte und eiskalt die Schnittstelle in der Linebacker-Zone ausnutzte. Randy McMichael bleibt in San Diego.

Offensive Line – Die Ravens scheinen zwar haufenweise Skill Players gehen zu lassen, dafür werden OG Marshal Yanda und OT Jared Gaither gehalten. Vertragsbedingungen sind mir noch nicht bekannt. OT Doug Free wird in Dallas bleiben. Vertrag: 4 Jahre, 32 Mio. Die Bears werden aller Wahrscheinlichkeit nach C Olin Kreutz verlieren (S.F. ist dran, die 49ers haben C David Baas an die Giants verloren).

Defensive Line – Der bisher massivste Deal war schon heute in der Früh bekannt: Die Carolina Panthers haben DE Charles Johnson für sechs Jahre/72 Mio. Dollar behalten. Ein nicht unbedingt erwarteter Move, aber wie angedeutet: Manche Teams müssen auf Druck teure Verträge unterzeichnen und wer eignet sich besser als der beste verfügbare eigene Spieler?

DE Jarvis Moss soll in Oakland bleiben. DT Barry Cofield angeblich (wie von footballissexbaby vor ein paar Tagen prophezeiht) weiterhin bei den Giants – Vertragszahlen sind mir nicht bekannt. Die Giants werden dafür DT Rocky Bernard raus. (Ex-)Wandervogel Damione Lewis bleibt in Houston.

Linebackers – Der nicht gedraftete Rookie OLB Mark Herzlich wird sein Trainingslager mit den New York Giants bestreiten. Herzlich ist der Mann, der nach überstandenem bösartigem Tumor in der vergangenen Saison für Boston College eine starke Saison gespielt hat.

ILB Takeo Spikes geht von San Francisco die Küste runter zu San Diego, ein merkwürdiger und irgendwie unpassender Move von beiden Seiten. OLB Paul Poluszny von Buffalo nach Jacksonville – kleiner Markt zu kleinem Markt, und Buffalos Linebackerschaft wird auch immer dünner…

Defensive Backfield – Die Eagles haben S Quintin Mikell tatsächlich gehen lassen, um genau zu sein nach St Louis. Mikell hat bei PFF seit Jahren Höchstnoten bekommen, ob als Fetisch oder ob wirklich so gut. Auf alle Fälle konsequent als Eagles-Sicht, die seit Jahren nicht davor zurückscheuen, Spieler rauszuwerfen, die die 30 überschritten haben.

Steelers-CB Ike Taylor bleibt in Pittsburgh.

Special Teams – GB behält K Mason Crosby, DET K Dave Rayner.

Eine Anmerkung: Aufgrund der schieren Masse an Informationen werden ich die drei folgenden Einträge zum College-Football auf Anfang nächste Woche verschieben. Ich muss jetzt gleich zu einer Ausschusssitzung und aktuell geht es eh in Sachen NFL ziemlich rund. Wer Anmerkungen zu aktuellen bzw. weiteren Spielerwechseln hat, darf sich natürlich gerne in den Kommentaren melden.

Carolina Panthers in der Frischzellenkur

ÜBERBLICK

#1 QB Cameron Newton (Auburn)
#65 DT Terrell McClain (South Florida)
#97 DT Sione Fua (Stanford)
#98 CB Brandon Hogan (West Virginia)
#132 WR Kealoha Pilares (Hawaii)
#166 LB Lawrence Wilson (Connecticut)
#203 C Zachary Williams (Washington State)
#244 OT Lee Ziemba (Auburn)

Bis zu allerletzt hatte ich es nicht geglaubt, aber die Carolina Panthers haben sich unter dem neuen Head Coach Ron Rivera tatsächlich entschieden, gleich zu Beginn die Football-Variante von Russisch Roulette zu spielen. Cameron Newton hat kaum 300 Bälle geworfen und ist nun #1-Pick.

Der Amerikaner sagt dazu: high risk, high reward. Newton ist ein Entwicklungsprojekt für die nächsten Jahre und wird eine sehr speziell auf ihn zugeschnittene Offense brauchen. Carolina hat mit diesem Pick den QBs Matt Moore und vor allem Jimmy Clausen mit beiden Fäusten in die Fresse geschlagen. Der Gedanke hinter diesem Pick ist: Alles oder nichts. Kann zweifellos funktionieren. Aber das Gefühl sagt eher: Nope.

Weil’s so schön ist, dieses wunderbare Stück Beschreibung zum Newton-Pick:

There’s inevitability — almost a sense of obligation — about Newton’s rise to the top of the football universe. We have seen all of this before. Newton was built from the spare parts left over from other prospects – the athleticism of Vince Young, the character questions of Ryan Leaf, the peripatetic college career of Jeff George, the sudden, meteoric arrival of Akili Smith – and anyone who follows football can do a risk-reward analysis in his or her head and reach the same conclusion: uh oh. And yet we sincerely debate his merits and potential, saying things like “character issues aside” and “if he receives strong coaching” as wishful thinking mantras, hoping we can transform the latest handsome, big-armed, fleet-footed time bomb into a franchise quarterback through the awesome power of euphemisms.

Newtonthrew 280 passes for Auburn in 2010. That works out to 20 per game, many of them quick screens to the flat that looked more like option pitches than anything Peyton Manning is asked to do. Scandal preceded him atAuburn: he arrived after a one-year junior college exile (he left Florida under clouds of allegations ranging from academic dishonesty to larceny) and promptly became embroiled in a pay-for-play scandal. After helping Auburn win a B.C.S. championship, most experts considered Newton the third or fourth best quarterback in the draft – the Pro Football Weekly Draft Guide, published before the Combine, ranked him fifth – though everyone acknowledged he might be overdrafted by a team with ticket sales issues (Jaguars, Bills) or an affinity for talented, photogenic troublemakers (Cowboys, Bengals, Cowboys, Cowboys).In the off-season, Newton ran a surprisingly slow 40-yard dash at the Combine, called himself “an icon and a showman,” overthrew a bunch of passes at his pro day, and did all the things that make red alert claxons sound in the minds of sane talent evaluators. Meanwhile, he moved up the draft board, until his status as the first overall selection was all-but-solidified by conventional wisdom.Newtonwas like a pop single: peppy, fun, overhyped, and uninspiring, yet vaulted by groupthink’s invisible hand to the top of the charts. The big difference: pop singles cost $1.29 to download.

Aus: Live-Blog der New York Times zum NFL Draft 2011.

In Runde #3 und #4 wenigstens die geforderten Defensive Tackles für die Panthers: McClain/Fua werden recht unverhohlen schnell in in die Startaufstellung geschmissen werden (müssen), aufgrund fehlender Alternativen.

Dazu für die Secondary CB Hogan und die Linebackers Lawrence Wilson als Alternativen zu halbwegs soliden (DB) bzw. recht ordentlichen (LB) Units.

Für die Offense mit WR Kealoha Pilares (dreimal dürfen sie bei diesem Namen das College erraten) eine Anspielstation, aber Carolinas Receiving Corp ist so derart blutjung, dass ich mich frage, ob man nicht noch ein bisschen Erfahrung einbringen sollte.

Der letzte Pick OT Lee Ziemba ist einer von Newtons Uni-Teamkollegen. Ob Ziemba aus rein sportlichen Gründen gedraftet worden ist?

Summa summarum

Ich kann Carolinas Risiko-Strategie nachvollziehen. Goutieren kann ich sie nicht. IMHO kommt für Newton jeder Einsatz 2011/12 zu früh. Aber: Man muss extra für Newtons Vorzüge die Offense umstellen und neu justieren. Warum also noch ein weiteres Jahr mit dem dead man walking Clausen spielen? Wie vertragen sich überhaupt zwei solche Egos wie Clausen und Newton?

Carolinas Draftees können einschlagen wie sie wollen. Wenn Cam Newton nicht Fuß fasst, wird dieser Draft immer als Fehltritt gelten.